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Stefan 17.11.2020 11:01

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1566528)
Deshalb zum Schluss nochmal: statt sich andauernd auf eine Zahl (im schlimmsten Fall eine absolute Zahl) zu fixieren, sollte man sich eine Vielzahl von Parametern anschauen und deren Dynamik und Entwicklung analysieren.

Wieler hat in der PK letzte Woche betont, dass das RKI genau das macht. Wenn ich mir anschaue, was sie an Zahlen veröffentlichen, dann glaube ich das auch gerne.

keko# 17.11.2020 11:02

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1566537)
...

["So lange die Entwicklung noch in die falsche Richtung gehe, sei klar, dass die Einschränkungen zumindest aufrechterhalten, wahrscheinlich aber verschärft werden müssten."]

Ist dieser Schluss zwingend?

Ich sehe noch andere Möglichkeiten:
1. Die Maßnahmen laufen irgendwann ins Leere (d.h. verschärfte Maßnahmen bringen irgendwann keinen Effekt mehr)
2. Es gibt andere Gründe für die hohen Zahlen, die wir bisher mit den Maßnahmen gar nicht beeinflussen

(Vorsichtshalber erwähne ich, dass ich mich vorbildlich an AHA+L halte und den Weg unsere Regierung insgesamt für gut halte. Mir geht es ausschließlich um mögliche Verbesserungen)

LidlRacer 17.11.2020 11:03

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1566541)
Wir brauchen auch keine repräsentativen Zahlen, sondern wir brauchen etwas über Verteilungen und außerdem kleinteiligere Daten.

Das Problem der Neuinfektionen ist eben die Qualtiät dieser Daten. Die sind für Statistiker von sehr geringer Qualität, da zwei Faktoren sehr stark reinspielen: Testanzahl und Teststrategie. Da es hier immer wieder Änderungen gibt, ist die reine Datenqualität sehr schlecht. Deshalb brauchen wir Stichproben, die uns mehr über Verteilungen in Altersgruppen, Quartieren etc. sagen. Und war Zufallsstichproben, die nicht von einer plötzlich geänderten Teststrategie beeinflusst werden. Falls du mal studiert haben solltest und dabei eine Statistikvorlesung besucht hast, dann kannst du dich wahrscheinlich noch daran erinnern. Das ist keine besonders hohe Statistik bzw. Methodenkenntnis, sondern sehr grundlegender Stoff.

Was willst du mit diesen Stichproben herausfinden, was wir nicht ohnehin wissen bzw. was Fachleute mit virologischem und epidemiologischem Sachverstand nicht aus den vorhandenen Daten ableiten können?

Das ist eh alles nebensächlich - wir müssen die Infektionszahlen senken - überall.
Und wir sind dabei, das zu tun.

aequitas 17.11.2020 11:05

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1566537)
Können wir dieses Gerede von Panik eigenltich nicht mal einfach sein lassen? Niemand verbreitet Panik.

Nein, weil genau das passiert. Wenn du dir meinen längeren Beitrag anschaust, dann verstehst du es vielleicht. Wenn der Spiegel reißerisch damit titelt, dass sich eine Zahl verzehnfacht, dann ist das Panikmache, wenn man diese Entwicklung nicht gleichzeitig in den Kontext setzt und zumindest in einer Randnotiz erwähnt, dass in der Hochrisikogruppe dieser Wert um das 67-fache höher ist. Das ist ein klares Framing von Zahlen und damit wird Panik geschürt. Ebenso Lauterbach, der immer wieder ausgewählte Studien herauskramt, Aussagen aus dem Kontext reißt und weiter seine Agenda verfolgt. Und auch das wieder ein klarer Fall von Agenda Setting bzw. Framing in seinem Sinne.

Einige deiner zitierten Personen haben durchaus recht, wenn sie sagen, dass es nicht vorbei ist. Aber die Zahlen stagnieren aktuell bzw. sinken. Nicht in erheblichem Ausmaß, aber dennoch! Das wird einfach ignoriert. Klar, von diesem hohen Niveau werden wir nicht plötzlich fallen, sondern es ist ein kontinuierlicher Prozess, der begleitet werden muss. Aber Fakt ist: noch bevor die neuen Maßnahmen in Kraft traten am 02.11 haben wir bereits eine dezent positive Entwicklung der Zahlen. Offensichtlich haben also schon vorher Verhaltensänderungen gewirkt. Bis wir Effekte der Maßnahmen vom 02.11 - dem Lockdown - sehen, wird es noch einige Tage dauern. Stand jetzt: Maßnahmen müssen geschärft, konkretisiert werden und Risikogruppen geschützt werden. Jetzt davon zu reden, dass Maßnahmen verschärft werden ist plumper Populismus und Aktionismus, der mit der Realität und Entwicklung der Pandemie nichts zu tun hat.

Wenn plötzlich davon geredet wird, dass sich Haushalte auf das Treffen mit einem festen Haushalt festlegen sollen, dann führt das nur zu einer Unterwanderung der Maßnahmen und weiterem Missverständnis der Bevölkerung. Auch das geht vollkommen am aktuellen Geschehen vorbei.

aequitas 17.11.2020 11:09

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1566543)
Wieler hat in der PK letzte Woche betont, dass das RKI genau das macht. Wenn ich mir anschaue, was sie an Zahlen veröffentlichen, dann glaube ich das auch gerne.

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1566545)
Das ist eh alles nebensächlich - wir müssen die Infektionszahlen senken - überall.
Und wir sind dabei, das zu tun.

Das RKI mag zwar andere Zahlen veröffentlichen. Politik, Medien und Gesellschaft stürzen sich dennoch nur auf die Zahl der Neuinfektionen/Testpositiven bzw. der politisch/magischen Grenze von 50/100.000. Das habe ich mittlerweile fast hundertfach hier wiederholt: daran alles auszurichten bringt uns nicht weiter, da diese Daten von schlechter Qualität sind. Die Zahl der Neuinfektionen zu sinken ist eines von vielen Zielen, aber nicht alles.

LidlRacer 17.11.2020 11:16

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1566546)
Nein, weil genau das passiert. Wenn du dir meinen längeren Beitrag anschaust, dann verstehst du es vielleicht. Wenn der Spiegel reißerisch damit titelt, dass sich eine Zahl verzehnfacht, dann ist das Panikmache, wenn man diese Entwicklung nicht gleichzeitig in den Kontext setzt und zumindest in einer Randnotiz erwähnt, dass in der Hochrisikogruppe dieser Wert um das 67-fache höher ist. Das ist ein klares Framing von Zahlen und damit wird Panik geschürt.

Ähm nein, das Verschweigen der Ver67fachung ist Verharmlosung. ;)

aequitas 17.11.2020 11:19

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1566549)
Ähm nein, das Verschweigen der Ver67fachung ist Verharmlosung. ;)

Wenn jucken die Alten. Mit Schulen und Kindern lässt sich richtig gut Stimmung machen. Außerdem: die böse, feierwütige Jugend! Die dienen als ideales Feindbild.

Achtung, Sarkasmus.

JamesTRI 17.11.2020 11:22

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1566499)
Erfahrungen der letzten Tage: Ich kann mit der Familie noch vor die Tür gehen, ich kann noch einkaufen gehen, ich kann laufen gehen, mein Sohn geht noch in die Schule... Also Gefängnis oder Hausarrest sieht für mich definitiv anders aus. :Huhu:

Schau mal in die Nachbarländer, wie es dort aussieht. Da darfst du z.T. ohne wichtigen Grund dein Haus nicht mehr verlassen. Mich hat hier noch keiner angesprochen und nach einem "Erlaubnisschein" oder dem Grund des Verlassen meines Hauses gefragt.



Mir scheint, die Panik und Angst ist eher bei dir. Ich sitze relativ gelassen in meinem Home Office.



Wie oft noch: Aktuelle Corona-Todeszahlen trotz umfangreicher Schutzmassnahmen vs. Grippe ohne Schutzmassnahmen (Zu den Grippezahlen sag' ich jetzt nicht, da wurde schon genug zu gesagt).

Frag mal einen Statistiker, wie sich die Todeszahlen bei ungebremster Ausdehnung entwickelt hätten. Nur mal als Tipp: Aktuell pendeln die täglichen Zahlen ungefähr zwischen 100 und 250 Opfer/Tag. Frag mal deinen Taschenrechner, was das auf's Jahr hochgerechnet bedeuten würde, wenn man einfach mal annimmt, dass die Infektionszahlen (und somit die Opferzahlen) konstant bleiben würden und nicht exponentiell steigen würden.

M.

Habe mich gerade eben mal auf STATISTA (meine Links) herumgetrieben. Man rechnet mit einer 10% höheren Sterblichkeit also statt 950.000 dann eben + 95.000 durch Corona. Also sprich jetzt ohne Lockdown. Zu Beginn hörte man Zahlen die gesagt haben 125.000 - 175.000.

Das ist natürlich zu viel. Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen schlage auch ich vor. Aber einen Lock Down lehne ich ab. Man muss mehr investieren in BCM Pläne und moderne Technik, egal was es jetzt ist. Ja sicher gibt es ggf zu wenig ffp2 Masken, zu wenig Luftfilteranlagen. Mag sein. Man muss hier aber zumindest mal anfangen in die Richtung zu denken: Also Notreserven an ffp2 Masken, BCM Notluftfilteranlagen für den Notfall, besseres DSL für HO, bessere virtuelle Konferenzmethoden so das auch Kinder lernen können.

Was macht Deutschland und Europa eigentlich im Falle eines Krieges also Einsatz mit Chemie-, B- und A- Waffen ? Ich denke die Notvorräte und auch Autonomie in der Wirtschaft sowie Schutzausrüstung wie auch Schutzanlagen müssen wieder mehr politisch gewollt und vorangetrieben werden.


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