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Hafu 18.10.2020 09:47

Ich hab' ja schon ein paar mal hier in diesem Thread geschrieben, dass ich gerne über den nationalen Tellerrand schaue, weil es ja eben in erster Linie eine Pandemie ist und keine nationale Epidemie.

Deutschland war zwar eines der ersten Länder weltweit mit bestätigten Corona-Fällen (wg. der Webasto-Geschichte), aber den damaligen Cluster gelang es vollständig auszutreten und im weiteren Verlauf der Pandemie war Deutschland stets mit seiner Entwicklung anderen Länder (wie z.B. Italien oder Spanien) ein paar Wochen hinterher, so dass wir hierzulande den Vorteil hatten, zu verfolgen, welche Maßnahmen aus anderen Ländern möglicherweise zielführend waren und was wir eher vermeiden sollten.

Auch jetzt hat der erneute Anstieg in anderen europäischen Ländern deutlich früher begonnen als bei uns. In Frankreich hat der Anstieg etwa Mitte August begonnen und ist mittlerweile komplett aus dem Ruder gelaufen. Was auch immer die Franzosen bisher beschlossen haben: es war entweder zu spät für das aktuelle Epidemiestadium oder ineffektiv oder es gelang nicht die Bevölkerung mitzunehmen und genügend zu motivieren, die Situation im privaten Bereich wirklich ernst zu nehmen und die AHA-Regeln zu beachten (was ja vermutlich wichtiger ist als bloße Gebote oder Verbote).

Neben dem eher Sorgen verursachenden Blick nach Frankreich (sowie auch den Niederlande oder gar Tschechien) gibt es aber auch bei Betrachtung der Infektionszahlen unserer Nachbarländer positive Beispiele: In Dänemark, das ja als eines der ersten Länder in Europa nach einem soften Lockdown im Sommer seine Schulen wieder geöffnet hatte, gab es auch ab Anfang September (deutlich früher als in Deutschland) einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen.
Und die Dänen scheinen aber, mittlerweile es geschafft zu haben mitten im Herbst die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen (die Zahlen sinken dort wieder) und zwar ohne Lockdown, sondern, so weit ich es beim Studium von Quellen gefunden habe, im wesentlichen mit den Maßnahmen, die auch jetzt bei uns vor ein paar Tagen bundesweit beschlossen worden sind: Beschränkung von privaten Feiern ( auf max 50 Teilnehmer); Sperrstunde für Bars ab 22:00; Aufenthaltsverbote für Plätze, auf denen Partyvolk erfahrungsgemäß alternative Feiern bei geschlossenen Clubs veranstaltet; Apelle an die Bevölkerung, soziale Kontakte zu verringern; Aufruf zu vermehrtem Home-Office, wo dies umsetzbar ist; dringende Empfehlung auf Reisen in Risikogebiete zu verzichten.
Und Dänemark scheint es geschafft zu haben, ohne erneutes Schließen von Kitas und Schulen und ohne echten Lockdown, wieder die Infektzahlen gesenkt zu haben. Der R-Wert in Dänemark ist seit rund drei Wochen wieder stabil unter 1.

Vielleicht kann einer der dänischen Nutzer hier noch ein paar Infos aus erster Hand beitragen, was in Dänemark genau abläuft (Michael Skjoldborg?:Huhu: ).

Auf jeden Fall würde ich mir wünschen, dass man in D trotz stetig steigendem Handlungsdruck wegen wachsender Infektzahlen jetzt erstmal zwei Wochen abwartet, wie die Situation sich entwickelt, bevor hektisch die nächsten Verschärfungen beschlossen werden.
Sinnvoll könnte es allenfalls sein, auch konsequent darauf zu achten, dass die beschlossenen Maßnahmen auch wirklich eingehalten werden, was in den letzten Monaten in vielen Städten offensichtlich nicht funktioniert hat. In Berlin gab es in den letzten drei Monaten nicht ein einziges mal die Situation, dass Missachtung von Hygienekonzepten/Sperrstunden in der Gastronomie/Clubs/ Bars auch zur Verhängung eines Bußgeldes geführt haben, was für mich nur so zu interpretieren ist, dass vermutlich nicht kontrolliert wurde und die wenigen Kontrollen keinerlei abschreckende Wirkung gehabt haben.

Wenn man z.B. im Straßenverkehr Tempolimits beschließt, dann werden diese auch nur in der Breite eingehalten, wenn es an der ein oder anderen Stelle Radarkontrollen gibt.

Bockwuchst 18.10.2020 10:18

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1558857)
Ich hab' ja schon ein paar mal hier in diesem Thread geschrieben, dass ich gerne über den nationalen Tellerrand schaue, weil es ja eben in erster Linie eine Pandemie ist und keine nationale Epidemie.

Deutschland war zwar eines der ersten Länder weltweit mit bestätigten Corona-Fällen (wg. der Webasto-Geschichte), aber den damaligen Cluster gelang es vollständig auszutreten und im weiteren Verlauf der Pandemie war Deutschland stets mit seiner Entwicklung anderen Länder (wie z.B. Italien oder Spanien) ein paar Wochen hinterher, so dass wir hierzulande den Vorteil hatten, zu verfolgen, welche Maßnahmen aus anderen Ländern möglicherweise zielführend waren und was wir eher vermeiden sollten.

Auch jetzt hat der erneute Anstieg in anderen europäischen Ländern deutlich früher begonnen als bei uns. In Frankreich hat der Anstieg etwa Mitte August begonnen und ist mittlerweile komplett aus dem Ruder gelaufen. Was auch immer die Franzosen bisher beschlossen haben: es war entweder zu spät für das aktuelle Epidemiestadium oder ineffektiv oder es gelang nicht die Bevölkerung mitzunehmen und genügend zu motivieren, die Situation im privaten Bereich wirklich ernst zu nehmen und die AHA-Regeln zu beachten (was ja vermutlich wichtiger ist als bloße Gebote oder Verbote).

Neben dem eher Sorgen verursachenden Blick nach Frankreich (sowie auch den Niederlande oder gar Tschechien) gibt es aber auch bei Betrachtung der Infektionszahlen unserer Nachbarländer positive Beispiele: In Dänemark, das ja als eines der ersten Länder in Europa nach einem soften Lockdown im Sommer seine Schulen wieder geöffnet hatte, gab es auch ab Anfang September (deutlich früher als in Deutschland) einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen.
Und die Dänen scheinen aber, mittlerweile es geschafft zu haben mitten im Herbst die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen (die Zahlen sinken dort wieder) und zwar ohne Lockdown, sondern, so weit ich es beim Studium von Quellen gefunden habe, im wesentlichen mit den Maßnahmen, die auch jetzt bei uns vor ein paar Tagen bundesweit beschlossen worden sind: Beschränkung von privaten Feiern ( auf max 50 Teilnehmer); Sperrstunde für Bars ab 22:00; Aufenthaltsverbote für Plätze, auf denen Partyvolk erfahrungsgemäß alternative Feiern bei geschlossenen Clubs veranstaltet; Apelle an die Bevölkerung, soziale Kontakte zu verringern; Aufruf zu vermehrtem Home-Office, wo dies umsetzbar ist; dringende Empfehlung auf Reisen in Risikogebiete zu verzichten.
Und Dänemark scheint es geschafft zu haben, ohne erneutes Schließen von Kitas und Schulen und ohne echten Lockdown, wieder die Infektzahlen gesenkt zu haben. Der R-Wert in Dänemark ist seit rund drei Wochen wieder stabil unter 1.

Vielleicht kann einer der dänischen Nutzer hier noch ein paar Infos aus erster Hand beitragen, was in Dänemark genau abläuft (Michael Skjoldborg?:Huhu: ).

Auf jeden Fall würde ich mir wünschen, dass man in D trotz stetig steigendem Handlungsdruck wegen wachsender Infektzahlen jetzt erstmal zwei Wochen abwartet, wie die Situation sich entwickelt, bevor hektisch die nächsten Verschärfungen beschlossen werden.
Sinnvoll könnte es allenfalls sein, auch konsequent darauf zu achten, dass die beschlossenen Maßnahmen auch wirklich eingehalten werden, was in den letzten Monaten in vielen Städten offensichtlich nicht funktioniert hat. In Berlin gab es in den letzten drei Monaten nicht ein einziges mal die Situation, dass Missachtung von Hygienekonzepten/Sperrstunden in der Gastronomie/Clubs/ Bars auch zur Verhängung eines Bußgeldes geführt haben, was für mich nur so zu interpretieren ist, dass vermutlich nicht kontrolliert wurde und die wenigen Kontrollen keinerlei abschreckende Wirkung gehabt haben.

Wenn man z.B. im Straßenverkehr Tempolimits beschließt, dann werden diese auch nur in der Breite eingehalten, wenn es an der ein oder anderen Stelle Radarkontrollen gibt.

Sehe ich in vielen auch so. Wir hatten das ja im Frühling, dass quasi täglich neue Maßnahmen beschlossen wurden, ohne abzuwarten was es bringt.
Die Durchsetzung der Maßnahmen scheitert dann auch oft an der Kontrolle. Ordnungsamt arbeitet nicht außerhalb der Bürozeiten, Polizei sieht sich nicht zusändig.

papa2jaja 18.10.2020 10:34

Zitat:

Zitat von Cogi Tatum (Beitrag 1558849)
Das Sportuhren ihrem Träger schmeicheln ist m. E. Teil der Marketingstrategie des Hersteller.... Die Gründe für die Kritik an der Aussagekraft des BMI sind bekannt.

Klar. Mir ging es darum, ob Daten dazu existieren, inwieweit eine überdurchschnittlich gute körperliche Kondition das Risiko senkt.

Man liest überall immer nur von Faktoren, die das Risiko erhöhen - Übergewicht, Alter usw. Und ich frage mich eben, ob...

Zitat:

Zitat von Cogi Tatum (Beitrag 1558849)
Einzig deine Geburtsurkunde bietet eine gewisse Verlässlichkeit. :Cheese:

...dem wirklich so ist, oder ob und inwieweit ein besonders guter körperlicher Gesamtzustand vielleicht das Risiko senkt.

LidlRacer 18.10.2020 11:07

@papa2jaja

Auf Deine konkrete Frage habe ich leider keine Antwort.

Aber in der aktuellen Situation verhält sich besser jeder so, als wäre er möglicherweise infiziert, um so Ansteckung anderer zu vermeiden, UND als wäre er besonders gefährdet, um die eigene Ansteckung zu vermeiden.
Im Rahmen vernünftiger Möglichkeiten natürlich und ohne Panik.

deralexxx 18.10.2020 11:16

Zitat:

Zitat von papa2jaja (Beitrag 1558866)
Klar. Mir ging es darum, ob Daten dazu existieren, inwieweit eine überdurchschnittlich gute körperliche Kondition das Risiko senkt.

Man liest überall immer nur von Faktoren, die das Risiko erhöhen - Übergewicht, Alter usw. Und ich frage mich eben, ob...



...dem wirklich so ist, oder ob und inwieweit ein besonders guter körperlicher Gesamtzustand vielleicht das Risiko senkt.

Guter körperlicher Zustand wird sicherlich nicht schadhaft sein, genauso gibt es schon Beispiele von körperlich in schlechtem Zustand, Übergewicht, hohes Alter, die es anscheinend trotzdem ohne schweren Verlauf überstanden haben. Gab schon mehrere Berichte von (nahezu) Leistungssportlern, die danach kaum noch Treppen laufen können.

Aber Zahlen dazu sind mir leider auch nicht bekannt.

merz 18.10.2020 11:28

hoffen wir mal, daß wir eine erfolgreichen Weg, sowas wie den dänischen Weg noch hinbekommen

Prof. Ciesek verweist hier (leider hinter der Paywall) auf die gleichen Punkte wie HaFu oben:
Schneller Anstieg schon in 09.2020, Restaurationen zu um 22:00, Maskenpflicht ausgeweitet, keine Feiern > 50 Personen, Schulen & Kitas blieben aber offen - das ist im Moment erfolgreich

https://www.spiegel.de/wissenschaft/...0-000173548967


Weiss jemand noch näheres, wie sich das ausspielt bei unserem Nachbarn?


m.

tandem65 18.10.2020 11:35

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1558857)
Auf jeden Fall würde ich mir wünschen, dass man in D trotz stetig steigendem Handlungsdruck wegen wachsender Infektzahlen jetzt erstmal zwei Wochen abwartet, wie die Situation sich entwickelt, bevor hektisch die nächsten Verschärfungen beschlossen werden.

Déjà Vu.:Blumen:
Hafu, das hast Du mindestens im März/April bereits geschrieben und es hat nichts an Aktualität verloren.
Unfassbar wie geduldig Du so lange gut recherchierte, sachliche und mit Quellen versehene Texte so regelmässig schreiben kannst.:Blumen:

tandem65 18.10.2020 11:39

Zitat:

Zitat von papa2jaja (Beitrag 1558866)
Klar. Mir ging es darum, ob Daten dazu existieren, inwieweit eine überdurchschnittlich gute körperliche Kondition das Risiko senkt.

Man liest überall immer nur von Faktoren, die das Risiko erhöhen - Übergewicht, Alter usw. Und ich frage mich eben, ob...

Ich würde den Text nun noch mal lesen und mal eine Weile drüber meditieren. Vielleicht kannst Du Dir Deine Fragen beantworten.


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