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Schwarzfahrer 18.09.2020 22:20

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1553323)
Bei einer Pandemie können 10% ein Land gegen die Wand fahren.

Offenbar nicht bei dieser - oder ist z.B. Schweden gegen die Wand gefahren? Oder ist diese Pandemie vielleicht doch weniger allgemeingefährlich, als manche meinen?

Hafu 18.09.2020 22:36

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1553290)
Das konkrete Problem ist, daß es keine belegbare, in allen Ländern anwendbare Erklärung gibt, warum die Epidemie so verläuft, wie sie es tut. Warum es bei vergleichbaren Maßnahmen in verschiedenen Ländern und Regionen unterscheidlich verläuft, warum es bei sehr unterschiedlichen Maßnahmen kaum Unterschiede im Ergebnis gibt. Es gibt zwar in jedem Land versuche, es lokal zu erklären, aber keines dieser Erklärungen bestehen die Prüfung der Falsifizierung, sobald man andere Länder oder Regionen hinzuzieht. Alle Erklärungsmodelle bleiben eben das: Modelle, Hypothesen, die empirisch keinen Beweis finden.

Die Länder (in Europa, erst recht aber global) sind nunmal verschieden und es ist deshalb nahezu logisch, dass die Pandemie von Land zu Land unterschiedlich verläuft. Solche unterschiedlichen Verläufe gäbe es auch, wenn alle Länder stets die gleichen Maßnahmen beschließen.

Da sie dies aber nicht tun, sondern sehr unterschiedlich in der Krise agieren werden die Verläufe noch unterschiedlicher und sind demzufolge mit oberflächlichen Ländervergleichen nicht zu erfassen.

in Spanien ist es sehr üblich, dass in einem Haushalt drei Generationen leben; wegen der dort sehr hohen Jugendarbeitslosigkeit, könnnen junge Erwachsene es sich oft auch nicht leisten separat zu wohnen. Dass in so einer Situation steigende infektzahlen unter jungen Erwachsenen leichter auf die ältere Generation und Risikopersonen überspringen ist nur logisch im Vergleich z.B. zu Deutschland, wo in vielen Haushalten nur eine Generation lebt und sich auch junge Erwachsene sowohl als Student als auch als junge Berufstätige (Jugendarbeitslosigkeit ist in Deutschland kein ernsthaftes Problem aufgrund boomender Wirtschaft und generellen Fachkräftemangel) eigene Wohnungen leisten können.

Generell wird wohl auch in der Pandemie der Einfluss verordneter (Zwangs-)Maßnahmen überschätzt und der Einfluss des freiwilligen individuellen Verhaltens unterschätzt. Gab ja schon Vergleiche, dass Länder die von Frauen regiert werden, wie z.B. Neuseeland, Island, Norwegen, Deutschland auffallend gut durch die erste Welle gekommen sind, was evt. daran liegt, dass es hier der politischen Führung durch einen anderen Kommunikationsstil besser gelungen ist, breite Teile der Bevölkerung zu sinnvollem Infektvermeidungsverhalten im privaten, nicht-kontrollierbaren Bereich zu motivieren, als dies politische Führer wie Trump, Boris Johnson, Bolsonaro usw. zu vermitteln in der Lage waren.

Hinzu kommen die unterschiedlichen Gesundheitssysteme: vorhin wurde in der Tagesschau berichtet, dass es in Frankreich derzeit wegen überforderter (zentral organisierter Labore) in der Regel eine Woche dauert, bis man nach einem Abstrich sein Testergebnis erfährt. Das ist absurd lang und mit derartig trägen Tests kann man keine Infektketten mehr nachvollziehen, weil die meisten mit positivem Testergebnis sofern asymptomatisch in der Zwischenzeit bis sie von ihrem Befund erfahren bereits mehrere weitere Personen angesteckt haben werden.
Die Meldeketten in Deutschland mit vielen dezentralen Laboren sind da bei weitem schneller.

Alle diese Faktoren (unterschiedliche Bevölkerungsstruktur, Vielzahl von unterschiedlichen Infekteindämmungsmaßnahmen, unterschiedliche Motivation der Bevölkerung bzw. einzelner VBevölkerungsgruppen zu freiwilligem Social Distancing, unterschiedliche Einstellung zur Maskennutzung im nicht-öffentlichen und nicht-kontrollierbaren Bereich) führen letztlich zu einem klassischen multifaktoriellem Geschehen bei dem sich viele Effekte wechselseitig beeinflussen, teilweise gegenseitig verstärken oder auch abschwächen.

Dies sauber epidemiologisch aufzuarbeiten gelingt sicherlich methodisch nicht mitten in einer Pandemie sondern wenn überhaupt allenfalls irgendwann in der Zukunft im Rahmen retrograder wissenschaftlicher Erhebungen.

Triphil 18.09.2020 23:17

Ich habe die Angst,dass die Politik nicht mitbekommt, dass sich der Virus längst abgeschwächt hat und dazu der Umgang mit der Krankheit im aktuten Fall gelernt wurde. Man sieht das doch deutlich an dem Verhältnis Infektionen/Todeszahlen weltweit. Dort wo das Gesundheitssystem einigermaßen funktioniert, ist trotz hohen Infektionszahlen die Todesrate nieder.
Das sich ein neuer Virus durch Mutation auf die Dauer abmildert ist doch logisch. Wie lange will man so weiter machen?

Ich fand die Maßnahmen zu Beginn absolut richtig,aber man verliert nun die Verhältnismäßigkeit oder?

Aber am Schluss weis man ja nicht mehr welcher Statistik oder Information man glauben soll...

Körbel 19.09.2020 00:27

Zitat:

Zitat von longtrousers (Beitrag 1553243)
Wenn ich aber davon ausgehe, dass die meisten Infizierte ohne Symptome nicht erfasst sind, und auch die meisten Infizierte mit Symptomen (viele rennen nicht direkt zu einem Covid-Test wenn sie Erkältungssymptome haben), könnte die wirkliche Zahl vielleicht zehn mal so groß sein.
Wenn in D nun 2000 registriert werden, könnten es somit 20000 am Tag sein, nach 100 Tage sind das 2 Millionen.

Gerade zu den Symptomen die du ansprichst.
Meine Erfahrung seit ich mehr als 15 Jahre in ES lebe, im Sommer weisst hier jeder "Erkältungssymptome" auf. Die haben alle die Klimaanlage den ganzen Tag auf Hochtouren laufen, überall. Im Auto, an der Arbeit, zu Hause, beim einkaufen ständig.
Ich habe da immer ganz lax von der "Klimaanlagen-Allergie" gesprochen.

Wenn man jetzt sieht das jeden Tag vor den grossen "Centro de Salud" sich lange Schlangen bilden und man hier in Spanien sofort einen Covid 19 Test bekommt und das Resultat spätestens nach 2 Tagen präsent ist, dann kann man hier von einer "Test-Wut" sprechen.
Anscheinend wird hier wirklich mehr getestet.

Freundin von uns arbeitet in einem KKH im Labor und dort werden täglich rund um die Uhr, 7 Tage die Woche 900 Tests täglich ausgewertet.
Wenn man dann bedenkt das dies in jedem KKH gemacht wird, dann ist das schon irgendwie Wahnsinn was da am Tag zusammenkommt.

Wird in -D- ebensoviel getestet???


Was habe ich gerade über Österreich gelesen:

"Wir haben keine zweite Welle, wir haben einen Labor-Tsunami!"
Sagt einiges aus, diese Überschrift.

Dazu noch diesen Beitrag:
https://www.wochenblick.at/zu-corona...yLeAev-GXMj7Fk

LidlRacer 19.09.2020 01:08

Zitat:

Zitat von Triphil (Beitrag 1553332)
Ich habe die Angst,dass die Politik nicht mitbekommt, dass sich der Virus längst abgeschwächt hat und dazu der Umgang mit der Krankheit im aktuten Fall gelernt wurde. Man sieht das doch deutlich an dem Verhältnis Infektionen/Todeszahlen weltweit. Dort wo das Gesundheitssystem einigermaßen funktioniert, ist trotz hohen Infektionszahlen die Todesrate nieder.
Das sich ein neuer Virus durch Mutation auf die Dauer abmildert ist doch logisch. Wie lange will man so weiter machen?

Ich fand die Maßnahmen zu Beginn absolut richtig,aber man verliert nun die Verhältnismäßigkeit oder?

Aber am Schluss weis man ja nicht mehr welcher Statistik oder Information man glauben soll...

Nein, es ist nicht logisch, dass "sich ein neuer Virus durch Mutation auf die Dauer abmildert". Es ist lediglich möglich. Es ist ja nicht so, dass der Tod von Infizierten weitere Infektionen verhindert hätte. Die infektiöse Zeit ist relativ kurz, während es bis zum Tod i.d.R. weitaus länger dauert.

Plausibel wäre zwar, dass Mutationen, die schwächere Symptome erzeugen, sich besser verbreiten, da sie schwerer/später erkannt werden, aber es gibt wohl noch keine klaren Hinweise, dass dies geschehen ist.

"Angst" musst Du nicht haben, denn solche Sachen werden natürlich erforscht.

Mehr Infos:
Süddeutsche: Von Panikmache bis Verharmlosung
Geht Sars-CoV-2 allmählich die Puste aus? Es soll Hinweise darauf geben, doch die Genetik liefert dafür keine Belege.

Deichman 19.09.2020 07:19

Zitat:

Zitat von Triphil (Beitrag 1553332)
Ich habe die Angst,dass die Politik nicht mitbekommt, dass sich der Virus längst abgeschwächt hat und dazu der Umgang mit der Krankheit im aktuten Fall gelernt wurde. Man sieht das doch deutlich an dem Verhältnis Infektionen/Todeszahlen weltweit. Dort wo das Gesundheitssystem einigermaßen funktioniert, ist trotz hohen Infektionszahlen die Todesrate nieder.
Das sich ein neuer Virus durch Mutation auf die Dauer abmildert ist doch logisch. Wie lange will man so weiter machen?

Ich fand die Maßnahmen zu Beginn absolut richtig,aber man verliert nun die Verhältnismäßigkeit oder?

Aber am Schluss weis man ja nicht mehr welcher Statistik oder Information man glauben soll...

Die Befürchtung habe ich auch, dass die Politik jetzt ihre Fehler nicht eingestehen möchte.... zumal ja nachwievor nicht jeder mit einem positiven Test überhaupt zwangsläufig krank ist. Ist jemand infiziert ("angesteckt"), bedeutet das zunächst einmal nur: Das Virus hat es geschafft, in den Körper zu gelangen und sich dort zu vermehren. Die Statistik des RKI weist lediglich die Positivtestungen auf aber NICHT die Infektionen.
Momentan sind die Testungen letzte Woche auf 1,2 Millionen hochgefahren worden...das Verhältnis der Positiv-Testungen ist nachwievor stabil niedrig. Die Einschränkungen sind doch nicht mehr zu rechtfertigen, so meine Meinung und die vieler Experten.

Hafu 19.09.2020 07:34

Zitat:

Zitat von Deichman (Beitrag 1553342)
... Die Einschränkungen sind doch nicht mehr zu rechtfertigen, so meine Meinung und die vieler Experten.

Welche "Experten"?

Wenn du für dich sprichst und deine Meinung äußerst, ist das hier in diesem Forum völlig in Ordnung. Aber wenn du suggerieren willst, dass du für andere sprichst, solltest du das schon mit Quellen und Namen belegen, um anderen zu ermöglichen, deine Aussage einzuordnen.

Außerdem wäre es auch hilfreich, welche "Einschränkungen" genau -deiner Meinung nach- nicht zu rechtfertigen sind.

Triphil 19.09.2020 07:38

Die Forscher.. naja.. ich war am Anfang für Maske und Co. Da haben die Forscher lange dafür gebraucht um auf diese wahnsinnige Erkenntnis zu kommen und das ist nur ein Beispiel... Alleine wie lange man gewartet hat Leichen zu öffnen. Natürlich mildert sich nicht jeder Virus ab, dieser anhand der Daten denke ich schon. Ich arbeite seit 18Jahren mit Viren... Was sollen wir den machen außer durchseuchen zu lassen? Meinst du da kommt der Impfstoff und alle Stämme sind abgedeckt? Wenn es einen geben wird, wird das ähnlich helfen wie bei Grippeviren..und auch da sterben dann immer wieder viele Menschen,jung und alt.So ist das Leben.

Wie gesagt,ich fand die Reaktion am Anfang gut. Jetzt wird es aber langsam absurd und für viele Menschen zu Problem. Für mich nicht, mein Job ist save.
Gerne können wir auch weiter aufpassen, aber mit Maß. Lass doch die Leute z. B. Zum Fussball, die brauchen das. Alle mit Maske rein, jeden zweiten Sitz besetzen und gut ist.
Auch politisch finde ich den Umgang mit den Menschen die das so nicht mehr wollen schwierig.

Ich kenne das Problem, dass wir langsam alles nachweisen können, dass ist Fluch und Segen.
Eins ist klar, wer stirbt oder schwer krank ist, also den tötlicheren Stamm in sich trägt, der ist isoliert oder stirbt. Die weniger aggressive Art kann sich viel mehr verbreiten, alles was sich mehr verbreitet bleibt, dass andere geht(oder wird weniger).
Außerdem war der Umgang mit Schwerkranken am Anfang nicht richtig. Da hat man viel gelernt. Die Intensivbetten sind quasi leer.


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