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sybenwurz 17.01.2018 15:40

Nun könnte man natürlich glauben, ich sei nach so ner Aktion geläutert, aber weit gefehlt...
Ich hab keine Ahnung, welcher Teufel mich geritten hat, wahrscheinlich wars ein wenig dem Wunsch geschuldet, mit der Truppe auch mal zum Klettern rauszugehen, weil mir Halle ja an sich nicht so wirklich taugt.
Nu isses so, dass sich im Freien alles ein wenig anders abspielt. Es hängen keine Schäkel alle paarmeterfuffzich an der Wand, keine Seile drin, die Griffe und Tritte sind nicht nur nicht farblich gekennzeichnet sondern gar nicht undsoweiterundsofort.
Also da gibts einiges neu zu erlernen, wenn nicht schon der erste Ausflug in der Sanität enden soll.
In unserer Sektion gibts den an sich notwendigen Kurs aber gar nicht, weil wir ja tolle Autobahnbrückenpfeiler zum Draussenklettern haben. Da heisst das dann eben nicht 'Von der Halle an den Fels' sondern 'Von der Halle an den Pfeiler'.
Geschenkt.
Ist halt wie drin, man muss seine Schäkel selbst mitschleppen, ok, aber davon abgesehen mehr wie Halle als Fels.

Daher ist es mir mit irrem Pokern und Aufwand gelungen, den kompletten Trupp in meiner zweiten Sektion in Regensburg anzumelden, obwohl die dort nicht Mitglied sind.
Alter, wassne Aktion! Aber zwei Tage Fränkische Schweiz gemeinsam, ein Brückentag lag günstig, daher wurdens für mich vier und Freitag traf ich mich bereits mit einem aus der Gruppe zum Klettern, während der Rest erst abends oder am Samstagmorgen kam.
Der Wetterbericht sah Freitag nach Weltuntergang aus, aber wir hatten Glück, es war Kaiserwetter an den (fränk.) Drei Zinnen!







Und wir hatten die geilste Location schlechthin zum Übernachten: Oma Eichler.
Legende!
Die lebt natürlich leider nimmer, wir waren vor 30Jahren, als ich mit Klettern anfing (da gabs noch keine Hallen...), schon öfter mal dort, heute machts die 'Marrda' (Tochter? Enkelin? Ich weisses gar nedd...:-(( ) man kann im Matratzenlager pennen, auf der Zeltwiese, im Auto, ...
Moment? Hat jemand 'Matratzenlager' erwähnt?
Genau...
Meister D. war natürlich auch hier mit von der Partie, hat es aber versäumt, sich rechtzeitig nach ner Alternative umzuschauen und war bis zuletzt der Meinung, die Ausbilder aus Regensburg (ein Paar) überliessen ihm ihr Doppelzimmer und pennten im Lager...:Lachanfall:
So war das Fräulein S. das bzw. die Einzige, die auswärts schlief und daher dem bunten Treiben am Abend höchst nüchtern beiwohnen musste, weilse noch 20km zum Hotel fahren musste.
Nachts.
In der Fränkischen Schweiz.
(Ich gehe davon aus, dass die meisten wissen, dass die Strassen und Strässchen dort eher ner Achter- als ner Autobahn gleichen...)




Aber davon völlig abgesehen unterstreicht es den amateurhaften Anspruch unserer Truppe, dass wir zu Fünft da angerückt sind und drei davon ohne den Schein nach Hause fuhren.
Der Bruder, der ihn neben meinereinem bekam, ist Kandidat D., also mithin eher ungeeignet für mein Nervenkostüm, um mit ihm Klettern zu gehn.
Abgesehen von der ständigen Maulerei auch noch trinkfreudig, und mich nach nem Mittagessen von einem mit drei Bier im Kopp sichern zu lassen wo man schon auchmal auf nen Sims aufklatschen kann oder die Haken im Fels bzw. allgemein die Sicherungen Abstände haben, die besondere Aufmerksamkeit und bewusstes Handeln auch vom Sicherer erfordern;- dazu ist meine Todessehnsucht bei weitem nicht gross genug.
Satz mit X also, aber glücklicherweise hab ich ja eh Verbindungen ins Frankenland...


Der Kurs an sich war aber echt klasse und das Gleiche gilt für alle weiteren Aktionen, die ich im Laufe des Jahres mitm DAV Regensburg unternommen hab.
Fürs Wetter können die ja auch nix...!

FlyLive 17.01.2018 18:09

Fränkische Schweiz, Klettern, Brückenpfeiler und Drei Zinnen, Du und 4 Andere.

Viel kapiert habe ich trotz größter Konzentration nicht. Aber die Bilder sprechen Bände.
Woher kommt das hübsche Wetter und wieso trägt die Dame ein T-Shirt als oberste Oberschicht im Winter ?

Ich habe auch eine Zeit lang geklettert. In der Halle -10mal. Bin total ungeeignet, viel zu dick und zu schwer - all in all, der Mops an der Wand.
Dann habe ich es bleiben lassen. Auch wegen der so bequemen Schuhe, die von den alten Kletterfreaks empfohlen werden.
Ach ja, das ist locker 15 Jahre her und seit vorgestern schmerzen die Füße nicht mehr. F..k the Hanwags :kruecken:

Ich wünsche Dir was :Blumen: und Romika

sybenwurz 17.01.2018 23:54

Zitat:

Zitat von FlyLive (Beitrag 1355685)
Fränkische Schweiz, Klettern, Brückenpfeiler und Drei Zinnen, Du und 4 Andere.

Viel kapiert habe ich trotz größter Konzentration nicht.


Wieso, das reicht doch?


Zitat:

...wieso trägt die Dame ein T-Shirt als oberste Oberschicht im Winter ?
Das kapier ich jetzt nicht? Wieso Winter?
Ich bin im Abarbeiten von 2017 grad im Mai und von da iss auch das Bild.

FlyLive 18.01.2018 07:09

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1355765)
Wieso, das reicht doch?




Das kapier ich jetzt nicht? Wieso Winter?
Ich bin im Abarbeiten von 2017 grad im Mai und von da iss auch das Bild.

So im Nachhinein und vor allem wenn man auch einige Postings vor dem letzten Post liest....
Sehr gut, ich habe den Faden gefunden.
Kein Wunder, ist das Wetter strahlend.

:Lachen2:

Übrigens, Schade das dein Rad noch farblich nicht so überzeugt, das Du die Profis ran lässt. Vielleicht packt es Dich ja und Du pinselst mit neuen Farben ein neues Farbmuster drauf.

Ich habe im vergangenen Herbst, der Formgebung wegen, ein neues TT ins Haus geholt. Die (Farben, will ich es gar nicht nennen) sind leider erbärmlich. Schlichtes Matt Schwarz mit wenigen dunkeltaubengraublauen Elementen.
Ich habe mir bereits ernsthaft überlegt, das neue Rad dem Wrapper zu übergeben,um etwas hübsches ins Friedhoffarbene zu bringen. Ich trau mich noch nicht.

sybenwurz 19.01.2018 17:22

Es geht weiter mitm Karwendel im Juni, endlose Schutthalden und Wetter gerade an der Grenze des Erträglichen.




Zum Aufstieg, also drei-vier Stunden mit Gepäck bergaufmarschieren über rund 900hm, wars natürlich noch knackeheiss und zugegebenermassen auch aufm Weg zurück ins Tal, aber das ist freilich selbst dann nur unbefriedigend, wenn man den Weg als Ziel miteinbezieht...










Das Tolle sind natürlich die Hüttenaufenthalte und die Verpflegung. Das muss vorab geklärt werden, weil nur gruppenweise entweder Halbpension geht oder Essen à la carte.
Nu ging also ne Mail rum, wem es wie am liebsten sei.
Mir isses ja wurscht, HP ist meist recht üppig, kostet aber natürlich und es gibt was es gibt, inkl. mehrerer Gänge am Abend, à la carte bringt freie (kurzfristige) Auswahl, die Möglichkeit, 'Bergsteigeressen' zu wählen, eine kostengünstige Variante die ordentlich Rumms gibt, aber kostenmässig uferts leicht aus, wenn einem zum Abendessen noch n Nachtisch einfällt, und man landet dann leicht deutlich höher als mit HP, wo das alles inklusive ist.
Aber gut, das Thema war eh schnell vom Tisch, die erste Antwort auf die Rundmail ging so in etwa 'Hallo, ich bin ja Veganerin, da ist HP ganz schlecht, ..."
Astrein.
So in etwa und mit diesem Sendungsbewusstsein ging die Tour rum, ich wills nu aber auch weder konkretisieren noch dramatisieren...:Cheese:
Interessant auf jeden Fall wiedermal zu sehen, dass es Nicht-Fleischesser/innen gibt, die den Stempel auf der Stirn haben und welche, bei denen man es eigentlich gar nicht bemerkt, dass sie sich vegan/vegetarisch ernähren. Es war nämlich noch ne zweite Dame dabei (plus unbekannte Dunkelziffer), wo ich es nur durch Zufall mitgekriegt hab, dass sie kein Fleisch isst.


sybenwurz 19.01.2018 17:29

Ein weiterer 'Nachteil' trotz aller Vorteile, die eine Gruppe, zudem eine grosse, auch hat, gehört, dass man sich dem Level der Hinterbänkler anpasst. Das führt dann leider bisweilen dazu, dass man eine weite Anreise hat und dann mehr wandert als klettert, weil diverse Passagen schlicht ausgelassen werden (müssen).
Es passiert wetterbedingt zwar auch oft, dass man Plan B bemühen muss, aber im Hinterkopf ist es dann doch was anderes.










So prüfe halt, mit wem man sich bindet, aber ich wills beim besten Willen nicht wirklich kritisieren;- schlichterdings weils Unternehmungen gibt, die ich alleine gar nicht wagen würde.

Wie man sieht, war der Rückweg wieder sonnig und schön. Aber punktgenau!
Nachdem wir an einem Tag sogar Schnee hatten (siehe oben), obwohl wir gar nicht so waaaahnsinnig hoch waren, nicht unerfreulich, nur bin ich mit noch zwei anderen am Abreise-/Rückmarschtag in aller Herrgottsfrüh aufgestanden, um noch etwas weiter rauf zu laufen und von dort den Sonnenaufgang zu beobachten, und die Aktion endete in nem totalen Desaster.
Nicht nur wars todesneblig nachts um halb Vier, so dass wir nur schwerlich den Weg fanden, auch froren wir uns natürlich an dem Punkt, den wir am Vortag ausgesucht hatten, trotz mitgebrachter Decke(!) den Allerwertesten ab und dass mit Sonnenaufgang mal absolut gar nix war, brauch ich wahrscheinlich nicht explizit erwähnen.
Rechtzeitig zum Frühstück waren wir zurück und beneideten die anderen, die die Nacht durchgeschlafen hatten.
So wie diese uns beneidet hätten, wenn das nächtliche Unternehmen von Erfolg gekrönt gewesen wär, natürlich
Aber wie auch immer, so nah liegen Höhen und Tiefen im Bergleben beinander (hahaha, wie treffend, hahaha...:Lachanfall: ), nachm Frühstück zogs dann auf und wurde sogar sonnig, um uns tüchtig zu brutzeln aufm Abstieg ins Tal.

Aber ich will wie üblich nicht jammern;- schlimmer geht immer.
Wie zum Beispiel drei Wochen später an der Zugspitze.

sybenwurz 22.01.2018 00:03

Seit es nimmer durchgängig glitschig und knöcheltief matschig ist im Wald, kann ich es zuverlässig verhindern, dass der Drang, zu Laufen, überhand nimmt.
Während ich voriges Jahr, zumindest so ab der zweiten Hälfte, die Zahl der Ritte mitm MTB, an denen ich keine Regenklamotten brauchte und/oder nicht länger mit Reinigen hinterher beschäftigt war, als vorher mit Fahren, an den Fingern einer Hand abzählen konnte, rappelt (hahaha, Wortwitz wieder...) sichs heuer scheinbar etwas auf.
Allein im Januar hatte es bisher gefühlt mehr niederschlagsfreie Tage als letztes Jahr ab einschliesslich Oktober...

Ich hab durchaus und zugegebenermassen mit nem kleinen Gerenne geliebäugelt aber da ich bei komplett runtergelassenen Rollläden bis in die Puppen in der Falle lag und daher nicht gewahr wurde, dass die Grosswetterlage ausserordentlich erfreulich war, konnt ich das guten Gewissens tun.
Gestern hatte es glücklicherweise wieder geschifft, natürlich als ich unterm Auto lag damit begonnen, war ja klar, ich hatte, nachdems vorige Woche sicher 2-3x niederschlagsfrei war, schon Sorge gehabt, Bäche, Flüsse und knöcheltiefe Pfützen könnten vertrocknen und da hab ich allmählich echt keene Böcke mehr auf Radeln. Null.
Vor einiger Zeit hatte ich nen Artikel gelesen über ein paar Münchner Lastenradler, die über ein Jahr Aufzeichnungen angefertigt hatten, wie oft man so übers jahr nass wird beim Pendeln mitm Rad.
Sie kamen auf ca. 10%, allerdings weniger, wenn man ein gewisses Zeitfenster hat zum Losfahren (meine mich zu erinnern, dass es dann 7% gewesen wären), also ne Viertelstunde abwarten kann, bisses aufhört.
Die Kerle haben umfirmiert und auf ihrer aktuellen Heimatseite ist der Blogartikel nimmer drauf, ich hab aber vor kurzem eine Wiedergabe daraus hier gefunden (die Links zu 'lastenradler.de' führen leider ins Leere, den Blog gibts nimmer...:( )


Ja, wie auch immer, ich zieh die Rolläden hoch und siehe da: heiter bis freundlich.
Da musste natürlich ein Plan B her. Mitm Rad.
Also wieder ins Bett und nachgedacht.
MTB, Ebike? Renner? Crosser?
Nach vielem Abwägen und Hin und Her entschied ich mich für die Blaue Banane in Bunt und ne hybsche Frühjahrsrunde.

Natürlich kam ich nachm Frühstück nicht weit. Ich glaub, es waren keine 5km, ehe es zu schiffen begann...




Es waren mehr so Graupel, die prallten ab, wasserdichte Joppe hatte ich eh an, die Regenhose brauchte ich nicht, daher fuhr ich weiter.




Geil wars nicht, teilweise sackkalt, ja aber mei. Irgendwo hinhocken und heulen wegen keine Lust mehr bringt ja auch nix.




An sich hab ich ernsthaft drüber nachgedacht, gleich nochmal in Laufklamotten zu starten, wenn ich heimkomm, aber bis dahin war ich derartig durchgefroren und reif fürn Kaffee, dass der Plan ziemlich fix dem Müllhaufen der unvollendeten Vorhaben zugeordnet wurde oder wenigstens dem der gar nicht erst angegriffenen.




Naja.
Wieder ein Wochenende rumgekriegt.
Ein Glück darf ich morgen wieder arbeiten.

drullse 22.01.2018 01:07

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1356604)
Naja.
Wieder ein Wochenende rumgekriegt.
Ein Glück darf ich morgen wieder arbeiten.

:Lachen2:

Jimmi 22.01.2018 09:10

Wenn nix geht - Spocht in irgendeiner Form geht immer.

sybenwurz 23.01.2018 15:08

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 1356610)
:Lachen2:

Das ist auch kein Zuckerschlecken, aber an anderer Stelle ggf. mehr dazu.

Wir befinden uns im Juli und geniessen den bis dahin derbsten Tiefschlag des Wetters (schlimmer geht immer, ich erwähnte es sicherlich).
Wie angedeutet ist da oben auf den Buckeln und Haufen derartig viel los mittlerweile, dass man zumindest für ne Gruppe Hütten und alles mögliche besser ein dreiviertel Jahr im Voraus bucht, natürlich erst recht, wenns ne Sektionstour ist, da sollte schon alles in trockenen Tüchern sein, wenn die Mitglieder sich anmelden.

'Unser' geplanter Zugspitztrip wäre mir persönlich und alleine ja gar nicht in den Sinn gekommen. Es ergab sich über ne 'Internetbekanntschaft', die, wie sich herausstellte, aus meiner Ecke kommt und die Tour machen wollte, so dass wir uns zu diversen Trainingseinheiten an meinem Haus- und Hof-Klettersteig trafen.
Irgendwann fragte ich mich, warum ich nicht einfach mitmachen wollte.
Der Plan war, rund ne Woche in Pamisch-Gelsenkirchen zu verbringen, die Alpspitze zu besteigen, quasi zum Aklimatisieren und eingewöhnen, und dann am Wochenende die Zugspitze übern Höllentalferner.
Ab Hammersbach, dem Ausgangsort für diese Mördertour, sind das deutlich über 2000hm, und da hatte ich schon deutlichen Respekt, weil ich ja mit nem Bruchteil ein Jahr zuvor in der Brenta schon mehr tot als lebendig auf der Hütte ankam.
Dank Übernachtung auf der Höllentalangerhütte kann die Aufstiegshöhe auf ca. 1400hm reduziert werden, es wird aber eben zur Zweitagestour, die die Mitnahme von mehr Gepäck (wegen der Übernachtung) notwendig macht.
Anyway, ich lies mich auf das Projekt ein, obwohl es nach Jahren der Abstinenz tatsächlich wiedermal eine gezielte Vorbereitung von mir erforderte. Ich erwanderte, bestieg und erkletterte also in den noch zur Verfügung stehenden Wochen alles, was mir irgenwie in die Quere oder auch nur die Nähe kam, rankte einen erweiterten Plan um die Alp- und Zugspitzbesteigung und harrte der Dinge, die da kommen sollten.
Wir hatten mittlerweile den Dienstag für die Alpspitze vorgesehen, Mittwoch/Donnerstag wollte ich den erneuten Versuch, meine Wettersteinrunde trocken zu radeln, starten, Freitag dann von Hammersbach zur Höllentalangerhütte aufsteigen und von dort aus dann Samstag früh die Zugspitze in Angriff nehmen.
Crazy(-viech)s Tip, dass man mit der Zugspitzcard (und nem Bulli um drin zu poofen), wenn mans pfiffig anstellte, eine Unterkunft einsparen kann, erreichte mich leider etwas zu spät, so stand mein Etablissement (wir hatten getrennte Unterkünfte gebucht, da die junge Maid verheiratet ist und wir ihren Mann nicht im Unklaren lassen wollten, bei wem sie nach ihrer Rückkehr einziehen würde) voll bezahlt zwei Nächte leer.

Der Dienstag mit der Alpspitze liess sich schonmal gut an, selbst die Aussicht auf Mittwoch und Donnerstag war derart, dass ich bereits die Unterkunft für die Wettersteinrunde buchte.
















Bis hier alles töffte, sieht man davon ab, dass mich nachm Abstieg zur Bergstation der Seilbahn dort einer anrempelte und mir damit meinen frischen und brühheissen Kaffee über die Flosse und Hose verteilte.
Kolateralschäden.
Wie bereits mehrfach erwähnt: schlimmer geht immer.

sybenwurz 27.01.2018 01:11

Mittwoch, immer noch Juli und erster Tag der Wettersteinrunde.

Das erstbeste, was ich in GAP zum Übernachten fand, war n Hostel direkt gegenüber der Skisprungschanze. paar Taler fuffzich die Nacht, kein Frühstück, hatte ja aber alles im Bulli, also gerade recht dafür, dass über die Woche das Bett zwo Nächte leer bleiben sollte und ich woanders nochmal löhnte (Hüttenübernachtung hört sich nicht wirklich teuer an, aber selbst als DAV-Mitglied gehn da für ne Übernachtung mit Abendessen und Frühstück locker mal 60Öre drauf, im September lag ich einmal bei 90, und das eben bei zwar immer supergeilem Essen aber eben auch Matratzenlager mit immer 5-20 Leuten im Zimmer, wo es unmöglich ist, dass nicht mindestens einer schnarcht oder die Nacht über nicht alle naselang jemand im Finstern aufs Klo rennt (aka poltert). Aber dazu ggf. später mal mehr).
Ich fuhr also ohne Frühstück los, in diesem Sinne auch ohne Kaffee(!) aber mit dem sorglosen Gefühl, noch in GAP oder wenigstens im Nachbarort, Grainau, bei nem Café anzuhalten und mir ne fette Grundlage im energetischen Sinn zu verpassen.
Ich hatte natürlich zwo volle Flaschen am Rad, aber das war auch gut so, denn mit Anhalten und Frühstück wars mal gar nix.
Erstmal hatte ich gar kein Verlangen danach, und dann kam einfach nix mehr, ausser vielleicht den Etablissements am Eibsee mit allen Nebenwirkungen touristischer ausgelasteter Ecken.

Immerhin fand ich unterwegs ne fette Menge Walderdbeeren und mampfte davon einige ordentliche paar Handvoll.




Wetter war anfangs echt noch gut, ich merkte aber ebenso anfangs direkt, dass ich depperterweise die Übersetzung vom Rad nicht alpinen Unternehmungen angepasst hatte und blauäugig mit 44-33 vorne und 12-32 hinten unterwegs war, mithin ne Todsünde bei meinen Quarkwaden mittlerweile und bis dato sicher keinen 500 MTB-Kilometern in den Beinen.




Das hab ich noch aufm Weg 'rüber' (noch gings nicht rauf) zum Eibsee bitter gebüsst, von den folgenden Kilometern, wo es dann auch mal bergauf geht, nicht zu reden.
Oft hatte ich beeindruckende Ausblicke auf die ebenso beeindruckenden Baustellen der neuen Seilbahn auf die Zugspitze, dabei natürlich immer im Hinterkopf die am Samstag wartenden 1700 Aufstiegsmeter nagten und zudem die Frage, ob das im Hinblick darauf so toll sei, was ich da grad machte...




Nun ja, jedenfalls lag die Entscheidung nicht weit, die Radlererei nicht allzu zu übertreiben und für ein paar Meter bergauf die Ehrwalder Almbahn zu bemühen.
Wie dämlich muss ich eigentlich bisher gewesen sein, da immer hochzustrampeln???
Für lässige 12Öre die ganze Schinderei erspart und dazu noch vorneweg 2 Stunden schneller droben!?!
War auch kein Fehler, denn allmählich zog es sich bedrohlich zu und wir erinnern uns dass es galt (und vorweggenommenermassen immer noch gilt), die Runde mal trocken zu fahren.




Ein Päuschen, und neue Freunde kennenzulernen liess ich mir dennoch nicht nehmen.




Wirklich sehr beeindruckend, wenn eine Herde von vielleicht 40 oder 50 Kühen auf einen zugaloppiert und teilweise auch nur uninteressiert heranbummelnd einen umringt. Ich war hin und weg und vor wenig mehr als einem Jahrzehnt hätte ich jetzt geschrieben, dass ich -zig Filme verknippst hätte.


sybenwurz 27.01.2018 01:21




Das eigentlich Interessante an der tierischen begegnung war, dass die Rindviecher aus allen möglichen Richtungen angerannt kamen, als wärense an der Stelle verabredet gewesen, und sich nach einigen Minuten genauso in alle Himmelsrichtungen wieder zerstreuten.


Die Bilder mussten natürlich unbedingt auch deswegen sein, weil meine Lütte, zu der auch noch einige Worte zu verlieren wären, ja tierisch auf Kühe steht.

Wettertechnisch hatte ich die Lockerheit auf meiner Seite, es waren nur noch rund 2-3km zu meiner Bleibe für die Nacht und tatsächlich kam ich nahezu trocken an.
Hätte es nicht wiedermal den zweiten Tag mehr oder weniger durchgehend geschifft, hätte ich die paar Tropfen, die ich auf den letzten paar hundert Metern kassierte, echt nicht weiter beachtet und mich gefreut, dass es gerade, als ich mein Schnitzel kriegte, sogar nochmal aufklarte und die Sonne rauskam.




Natürlich nur zum Spass, denn kurz drauf gings richtig zur Sache...:Cheese:




Naja, egal, mein Tagwerk war vollbracht.

bellamartha 27.01.2018 09:45

Sehr schön, dass du hier wieder so ausführlich berichtest. Ich lese mit Freude mit.

LG
Judith

sybenwurz 29.01.2018 00:29

Schön zu lesen, dass noch jemand mitmliest...:-)

Der zweite Tag der Wettersteinrunde bgann, wie der erste aufhörte: tierisch.
Und trocken, dies aber nicht lang.







Die 'Dürre' reichte, um das Viehzeugs am Verspeisen meiner Sitzgelegenheit zu hindern (das war alles, also Rindvicher und Hottehühs, am gleichen Fleck, hundert Meter nach der Hütte) und unterwegs am Bach die Knabberleiste zu schrubben (dann kann man morgens gleich alles einpacken und muss nimmer aufs Zimmer/ins Lager hoch, wenns ne Toilette unten gibt), aber dann gings auch schon los mit der Seiche und hörte erst kurz vorm Ziel in Garmisch wieder auf.




An sich eines meiner Lieblingspanoramen, hier aber eher trostlos im Regen...:-(




An dieser Stelle entstanden schon mehrere Bilder ähnlicher Art, immer im Regen und in Regenklamotten.
Aber mei, irgendwann wirds schon nochmal klappen!




Die Runde ist nicht wirklich anspruchsvoll. Ehrgeizlinge fahren das an einem Tag, aber wenns so trostlos und bäh ist wie diesmal, freu ich mich ganz besonders, ne relaxte Zweitagestour draus gemacht zu haben, von der zudem der zweite Tag kaum noch Höhen, dafür viele Abfahrtsmeter hat.
Bei dem Dreckswetter auch noch rumrackern und sich plagen: nee danke!
Kurz vor Garmisch hörte es dann auf den letzten Metern tatsächlich noch auf zu seichen, so dass ich mir bei nem Kaffee zum Abschluss der Tour im Biergarten nochmal tüchtig den Allerwertesten abfrieren konnte, nass wie ich war.




Naaaaja.
Im Hostel gabs natürlich ne heisse Dusche. Ich war in nem Sechserzimmer untergebracht, wo allerdings ausser mir nur selten noch jemand da war. Einmal ne Polin auf Bergwanderzugreise, relativ beleibt aber dafür scheinbar nicht schlecht zu Fuss unterwegs, als Altenpflegerin schon länger in Deutschland, daher konnten wir uns ganz gut verständigen, einmal ne Gruppe Polen, die ne scheinbar ziemlich hassardische Tour auf die Zugspitze machen wollten, wo sie mitten in der Nacht zurückkamen, völlig entkräftet und zerstört und ne Gruppe Jungchens, die sich dauernd nur über irgendwelche Börsengeschäfte unterhielt und scheinbar, so konnte ich dem Kontext entnehmen, einmal im Jahr gemeinsam auf Bergtour geht.
Aber wie auch immer: die heisse Dusche dauerte lang. Seeehr laaaaang.

sybenwurz 29.01.2018 01:12

So.
Am Abend (immer noch im Juli, der Donnerstag der Woche in GAP und drumherum) checkte ich mit meiner Zugspitzbegleiterin erneut die lokalen Pizzerias.
Leider hatten wir nen Schuppen erwischt, der nur die beiden Optionen lies, entweder nur die halbe Pizza zu essen und den Rest zurückgehn zu lassen oder den Völletod zu sterben.
Nachdem ich hier noch schreibe, dürfte meine Wahl klar sein.
Allerdings muss ich anfügen, dass wir depperterweise noch nen Salat zur Pizza geordert hatten...

Ich hatte schon unterwegs (also auf der Wettersteinrunde) sorgsam den Wetterbericht observiert, nachdems auf meiner Radltour deutlich mieser war als angekündigt und was da fürs Wochenende rund um die Zugspitze angesagt war, gehörte mit zum Übelsten, was ich je in einer meiner Wetterapps zu sehen bekam.
Vielleicht nicht insgesamt -da dürfte das Wochenende mit dem Outdoorkletterkurs bzw. zumindest der Freitag davon den Peak darstellen-, aber für nen Sommertag im Juli in den Alpen sicher doch.
Ok;- Apps sind sehr unzuverlässig und man kann niemandem ernsthaft raten, sich danach zu richten, um in die Berge zu gehn, aber leider waren die örtlichen Vorhersagen in GAP, Grainau und von der Höllentalangerhütte sowie vom Münchner Haus (auf der Zugspitze) im besten Fall genauso mies, wenn nicht noch schlimmer.
-3° bis 1°C, Regen, ab 2500m Schnee.
So gesehen hatten wir noch Glück, Schnee gabs erst ab Zwosechs, aber nachdem meine Begleiterin die Tour bei nem Bergführerbüro gebucht hatte, ich es ihr gleich tat;- geht ja nedd, da einfach hinterherzudackeln, und wir Freitag die Steigeisen bei dem Laden abholen wollten, waren wir an sich drauf gefasst, dass die Tour abgeblasen wird.
Wenn nicht unter den angesagten Bedingungen, wann dann?

Nu gut, Freitag morgen ins Büro der Bergführerei und grosse Ernüchterung: Neenee, findet statt, klar. Wär alles kein Problem, wir sollten nur gute Regenklamotten mitnehmen, mindestens zwo Paar Handschuhe und uns auf das ganz besondere Erlebnis freuen. Die Aussicht wär zwar bescheiden unter den gegebenen Bedingungen, dafür wären aber auch nedd so viele Leute unterwegs wie bei gutem Wetter.
Aha.
Schluck.

Aber gut, helft nedd.
Die werden ja wissen, was sie tun.

Wir rückten derweil erstmal wiede rin unsere Quartiere ein und packten.
Fürn Nachmittag waren wir statt mangels (kostenloser) Parkgelegenheiten in Hammersbach eine Bahnhaltestelle vorher am Parkplatz der Kreuzeckbahn verabredet, auf die paar Meter nach Hammersbach zu Fuss kams nicht an und wir dachten, es sei ein schönes Einlaufen, ehe wir durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte hochstiegen.
Guter Plan im Nachhinein;- das waren die einzigen, trockenen (Kilo-)Meter, bis wir am nächsten Tag zurückwaren.

Schon aus Hammersbach raus am Zustieg zur Klamm mussten wir die kompletten Geschütze an Regenzeugs auffahren, was der dröhnende Dauerregen nicht schaffte, erledigte die Gischt und das Spritzwasser in der Klamm.
Das konnte ja heiter werden, am nächsten Tag unter solchen und noch schlimmeren Bedingungen auf die Zugspitze steigen zu wollen...




















Da haste die geilste Route auf die Zugspitze vor, drauf hingefiebert, gemacht und getan, und dann das. Bäm!
Einstweilen gabs Kaffee, wir bezogen unsere Plätze im Lager, meldeten uns fürs Frühstück an und gingen früh in die Falle.
Um Sieben sollts losgehn, aber die Nacht war kurz und unruhig, wie auf der Hütte so üblich.
Zunächst spielten einige noch auf ihren Betten Karten und meinten, sie könnten noch bis um Zehn lärmen, weil ja erst ab da Hüttenruhe wär, dann kam die Nacht mit allen Eigenarten eines Matratzenlagers, das man mit rund 30 anderen teilt. Da helfen auch Ohrstöpsel nur bedingt und n Klecks Tigerbalsam unter der Nase nur ne zeitlang.

Gewohnheitsmässig war ich kurz vom Ablegen nochmal im Trockenraum und das war gut so.
Keine Ahnung wieso, aber ich erwisch immer die geistig Armen.
Nachdem wir ja früh angekommen waren, hätte alles easy trocknen können über Nacht, zumal die Hütte ja grad nachm Neubau erst eröffnet wurde und die Trockenkammern vom allerfeinsten und mitm allerbesten ausgestattet waren.
Wir erinnern uns evtl. an ne frühere Episode beim Stoneman Dolomiti, wo irgendn Honk meine Leine okkupiert hatte und mein Zeug in den Dreck geworfen hatte, wofür ich ihm an sich auf seins hätte draufpissen sollen, wieso nu aber hier und heute ausgerechnet in einem von zwo grossen, topmodernen Trockenräumen genau dort, wo mein Zeug hing, irgendn Volldepp, der zu dämlich ist, seinen Kram auch nur auszuwringen, den triefenden Plunder genau auf meine Sachen drauf und drüber hängen muss, hätte ich schon gern gewusst.
Solche Dummbatze gehörn nachts um Drei in der Unterhose vor die Tür getreten, wo sie dann zur Besinnung kommen können, bisses hell wird.

bellamartha 29.01.2018 10:01

Sybenwurz, das hört sich alles grauenhaft an! Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Ich hätte bei dem Wetter schon längst alles abgeblasen.

jannjazz 29.01.2018 10:34

Ganz stark, Sybi!

pXpress 29.01.2018 17:04

Das liest man gerne mit. Danke fürs teilen.

sybenwurz 29.01.2018 17:07

Nix abblasen, no way!
Dass ich mich mit nem Bergführer auf den Weg machen wollte, war auch so ne Art Versuchsballon. Das kostete da grad mal 120Öre und ich dachte, das probier ich mal aus.
Leider hat der Laden nicht grad Werbung für die Zunft gemacht.
Blasen die das Event ab, hättense Gutscheine verteilen dürfen, dass man ein andermal die Tour mitgehen kann.
Da hatte ich an sich so wenig Bock drauf (also: das ganze Drumrum mit Anfahrt, Übernachten etc....) wie die wahrscheinlich, wobei das halt n knallhartes Geschäft ist.

Das wurde spätestens am Samstag Morgen offenbar, als der Rest der Truppe eintrudelte.
Einen Mitstreiter hatten wir schon beim Frühstück kennengelernt, der hatte auch auf der Hütte übernachtet, wir wussten aber, dass der Bergführer noch zwo Leute mitbringen würde.
Ich war beeindruckt, denn ab Hammersbach ist die Tour zur Hütte mit drei Stunden angegeben, die hatten wir (ok, mit Unterstellen wg. Regen und einigen Fotosessions) auch reichlich gebraucht, aber Bergführer mit Kundschaft kam wie wir vom Parkplatz noch 2km weiter um dreiviertel Sieben an und die waren um Fünf weggelaufen.
Also eindreiviertel Stunden plus 2km (vielleicht auch nur anderthalb, mei) für ne Dreistundentour.
Nu sassen die also da und zumindest einer der beiden Kunden hatte mehr oder weniger seine Körner schon abgebraucht und mir den Plan bestätigt, den Weg und die Höhenmeter zur Hütte schon am Vortag 'erledigt' zu haben.
Geschmeidiger Text ausm Mund des Bergführers: "Also so schnell wie bisher wirds scho, aber nedd schneller." Da konnte man einen schön die Augen rollen sehn...
Das klingt nach Wahnsinn, hat aber Methode. Wenn oben, nachm ersten Klettersteigabschnitt einer abkackt, gibts kein Zurück mehr. Da will natürlich kein Bergführer die Bergwacht rufen (müssen).
Der Knabe kriegte also die Direktive, bis zum Einstieg des Klettersteigs mitzugehen und dann zu entscheiden, ob er den Aufstieg packen würde.
Vorweggenommen: er kehrte um.
Sein Kumpel war unwesentlich besser drauf, mitm Anorak mit Teddyfutter ausgestattet, der sich im Laufe der Zeit, vorallem die Kapuze, die er nicht übern Helm kriegte, ordentlich vollgesogen haben muss.
Als es dann tatsächlich das erste Mal an die Eisen ging, wurden wir nochmal gebrieft.
Ich konnts nicht fassen: man solle nur mit einem Ast des Klettersteigsets einklippen, weil das schneller ginge.
Auf mein Einwand, dass wir nicht auf der Flucht seien und das Zeitfenster nach hinten offen hätten, also je später wir hochkommen würden, umso besser würds Wetter werden, schob der Meister nach, man würde auch Kraft sparen.
Ich meinte dann nur noch, wenn ich Kraft sparen wollte, würde ich nicht auf die Zugspitze klettern sondern dazu tendieren, mit der Seil- bzw. Zugspitzbahn hochfahren.
Das wars dann wahrscheinlich zwischen dem Typen und mir und ich durfte immer ganz hinten gehn.

sybenwurz 29.01.2018 20:45

So, Endspurt.
Ich hab euch jetzt gar nicht mal absichtlich auf die Folter gespannt, mir iss nur was dazwischengekommen, so dass ich nicht weiterschreiben konnte.
Ok;- Höllentalangerhütte, Samstag Anfang Juli, Schicewetter und gegen Fünf Uhr früh.
Frühstück gibts erst ab Sechs, losgehn sollts ab Sieben, aber dennoch ist der Schlafsaal seit spätestens halb Vier in Aufruhr und es ist klar, dass man da kein Auge mehr zumacht.
Einige gehn natürlich ohne Frühstück weiter, einfach um der Masse zu entkommen, aber der restliche Tumult im Matratzenlager entsteht schlicht, weil einige sich von den Umtrieben jener, die wirklich so früh raus wollen/müssen, anstecken lassen und die Nerven verlieren.
Meiner Partnerin gehts ähnlich und nachdem es sich weder bei ihr noch beim grossen Rest der Schläfer etabliert hat wie früher einst, seinen Krempel am Abend vorher zu packen, so dass man sich morgens nur noch anziehen muss und die Zahnbürste griffbereit hat, ist man auch mit den besten Vorsätzen, bis um Fünf liegen zu bleiben, machtlos.
Man kann dann an den Toiletten anstehn (ehrlich: ich wundere mich regelmässig, wie man mit so vielen Leuten mit so wenigen Toiletten auskommen kann, aber ich musste, wenns wirklich mal pressierte, noch kein einziges Mal bangen und warten, ob sichs noch ausgeht. Aber das nunr am Rande...), seinen Rucksack (wenn man ihn vernünftigerweise am Abend zuvor schon gepackt hat) nochmal aus- und wieder einräumen, oder man sitzt halt übermüdet und lethargisch in die Gegend oder ausm Fenster guckend und deprimiert vom Wetter im Speisesaal und hofft, dasses bald Frühstück gibt.

Völlig idiotisch aber gleichzeitig unmöglich, diesen Kreis zu durchbrechen.
Selbst als Sechsergruppe im Sechserzimmer und mit dem Ziel, erst um halb Acht zu Frühstücken, ist man dabei bei der Musik, weils ganze Haus einfach in aller Herrgottsfrüh schon in Aufruhr ist und sich das in den letzten Winkel fortpflanzt.

Aber irgendwie macht das auch den Charme des Bergwanderns und -steigens aus, denn den andern gehts ja auch nicht anders und selbst bei touristisch weniger erschlossenen Zielen, wo mehr oder weniger nur erfahrene Leute hinkommen, ists genauso und wenns nur deswegen ist, weil dies dann tatsächlich Touren sind, zu denen man tatsächlich um Drei oder auch mal noch früher aufstehen muss.

Ok, Frühstück war schnell abgehakt.
Wie bei ner Langdistanz oder auch schon wesentlich kürzer, ist bei sowas immer die Ungewissheit dabei, ob und wie man das dargebotene Zeugs verträgt.
Ich bin ja in der Regel einer, der normal eher wenig bis gar nix frühstückt, aber vor solchen Aktionen wie der bald folgenden muss einfach alimentiert werden, da hilft alles nix.
Weder kann man den Krempel mitschleppen, noch hätte man, wenn mans täte, Gelegenheit, unterwegs was zu sich zu nehmen, ausser eben bei Vesperpausen, die die komplette Gruppe wahrnimmt.
Das ist also alles mehr oder weniger fremdgesteuert und ich war eher skeptisch, wie ich auf das Graubrot und das Birchermüesli reagieren würde.
Allerdings: nicht gross drüber nachdenken, es ist, wie es ist und es kommt, wie es kommt.

Viertel vor Sieben kam der Bergführer, wie wir sofort bei der Ansprache erfuhren, sogar 'nur' Anwärter, die zwei Jungs, die er noch mit raufbrachte, wir kriegten Gelegenheit zu noch nem Kaffee, die ich mir natürlich (dämlicherweise) nicht entgehen liess und dann kamen direkt die Regenklamotten zum Einsatz und es ging los.




Glücklicherweise bewahrheitete sich die Befürchtung, dass es ein ordentliches Gehetze und Gerenne geben könnte, nicht.
Auch hier in diesem Metier kann man sich auf den ersten metern aufwärmen, nach ner guten Viertelstunde nochmal die Klamotten korrigieren, falls es einem zu warm oder kalt ist und überhaupt kann man fast nicht zu kleine oder kurze Schritte machen und schlauerweise wuselt man sich langsam aber stetig bergauf.




Schon bald war der Einstieg zum ersten Klettersteig erreicht;- der Eindruck täuscht, die Hütte da unten im Tal ist ne gute Gehstunde entfernt.
Auch das helle Wolkenloch täuscht, davon hatten wir nullkommanullnix, es regnete beständig und grundsolide vor sich hin.
Für unseren einen Kandidaten, der vom Aufstieg zur Hütte schon platt war, kam der Abschied, er wanderte zurück, fuhr mit der Bahn auf die Zugspitze und traf uns dort am Nachmittag wieder.
Wir installierten derweil die Klettersachen und fieberten dem Moment entgegen, in dem es nun 'richtig' losgehen würde.







Das berüchtigte 'Brett':




ich hatte a auch wegen meiner Sorge ungut geschlafen, dass auf den nassen Felsen meine Schuhe komplett versagen würden.
Im Vorfeld übers Jahr hatte ich viele verschiedene Möglichkeiten und Schuhe ausprobiert, aber bei den Timberlands hatte ich insgesamt das beste Gefühl;- halt nur nicht bei nassem Fels und davon würde es hier nun wirklich genug geben, von nassem Eisen mal ganz abgesehen.
Verblüfft musste ich feststellen, dass die Sorge total unbegründet war, denn die Puschen schlugen sich völlig unbekannt hervorragend.
So geil, dass ich mir nach der Tour die gleichen Schuhe direkt nochmal kaufte.
Sind zwar im Prinzip eher lifestylemässig, aber für Bergschuhe (die sie nicht sind) unfassbar leicht mit 880gr. das Paar, die Sohle hat überall (ausser auf nassem Fels, ich erwähnte es bereits...) brutalen Grip, das Fussklima ist bescheiden dank Membran, aber dafür bleiben die Füsse eben auch bei so Aktionen wie hier trocken.

Weiter gehts, wir nähern uns dem Höllentalferner.




Was hier aussieht wie Schotter, ist auch welcher.
Der Weg ist gut erkennbar und ausgetrampelt, darunter jedoch...

sybenwurz 29.01.2018 20:46

...blankes Gletschereis:




Damit zeichnete sich der Zeitpunkt ab, an dem wir die Steigeisen anlegen durften.
Das ganze Schotterzeugs ist zwar Kleinkram, wird aber zunehmend (mit der Erderwärmung) zum Problem bei alpinen Aktivitäten.
Nachmittags, wenn der Steinschlag am liebsten zuschlägt, sollte man tunlichst aus der gefahrenzone schon raussein;- das ist neberm Wetter ne ziemlich wesentliche Komponente bei der Tourplanung.
Mai/Juni da im Karwendel konnten wir eindrucksvoll erleben, was ein nur kleiner Stein, nichtmal annähernd faustgross, so anrichten kann, wenn er in nen Helm einschlägt, bei der Gardasee-Aktion im Mai gingen wir am letzten Tag noch nen Steig, bei dem zwei Wochen zuvor ein Deutscher bei nem Steinschlag ums Leben kam. Und zwar, obwohl der Steig dafür berüchtigt ist und dementsprechend gepflegt, also ausgeputzt und gesichert, wird.
Aber gut, Steigeisen an, in die Seilschaft einbinden und weiter gings, nun bei Schneeregen, übern Gletscher.




Mittenmang konnte unser am Morgen ausm Tal mit hoch gekommener Kandidat nimmer.
Kagge. Du stehst da mit der kompletten Truppe im steilen Eis, eingekrallt mit den Steigeisen, kannst, weil angeseilt, nedd vor oder zurück und stehst dir da ne Viertelstunde (alle paar Meter...:-( ) die Füsse platt. Und kalt.
Ich hab so bitter gefroren, ich kanns kaum beschreiben.
Der Kaffee vom Morgen rächte sich bitterlich, ich musste schiffen wie ein Elch, aber keine Chance. Regenklamotten, darüber der Klettergurt, eingebunden in die Seilschaft und nicht den Hauch einer Möglichkeit, auch nur das kleinste, eingefrorendste Zipfelchen aus der Hose zu wursteln und auch nur ein halbes Tröpfchen da irgendwo hinzupieseln.
Ich bin nicht sicher, was an der Stelle schlimmer war: die Kälte oder die Blase von der ich dachte, dass sie jeden Moment platzen müsste.
Iiiiirgendwann, nach endlos anmutender Zeit, hatten wir die Randkluft, quasi der Übergang vom Gletschereis zum Fels, auf dems dann weiterging, erreicht.
Ich musste pissen, noch immer gut 300hm, mittlerweile schneite es.
Über die Randkluft hilft nur ein grosser Schritt, besser nicht nachdenken, wie weit die Spalte da zwischen Fels und Eis runtergeht. Man iss ja eh angeseilt...

Dahinter kommen rund 10m nahezu senkrechter Fels ohne Zwischensicherung, elend, wenn man am kurzen Seil eingebunden ist. Ich hatte ständig Panik, die Steigeisen meines Vordermanns jeden Moment in der Fresse zu haben.
Glücklicherweise war ich ganz hinten, so konnte ich mich ausbinden, um etwas Abstand halten zu können.
Der Bergführer war nur mässig begeistert, das war mir aber vollkommen wurscht, da ich mir sicher war, meine Kenntnisse und Fähigkeiten deutlich besser einschätzen zu können als er, der Typen wie dem Knaben vor mir, dem Kandidaten mitm vollgesogenen Teddyfutter, Zeug erzählt, wie dass er sich nur mit einem Schäkel sichern sollte, was der da oben, völlig am Ende, bibbernd und zitternd, tatsächlich machte.
Ich war mir knapp hundertpro sicher, dass wir an dem Tag noch Bekanntschaft mit der Bergwacht machen würden und wenn nicht, weil wir den Bruder in ner Rettungsdecke eingewickelt dort irgendwo entkräftet deponieren müssten, dann weil er beim Umklippen, wo er ja den Karabiner aus einem Seilsegment rausmacht und ins nächste rein und derweil, weil er tatsächlich nur einen benutzte, ungesichert abschmiert und unten im Nebel irgendwo aufklatscht, im Idealfall, ohne mich dabei mit abzuräumen.

Davon kriegte aber auch unser Bergführeranwärter kaum was mit, denn der war bereits nach oben enteilt, nur ich Dabbes hing hinter unserm Todeskandidaten und getraute mich irgendwie auch nicht, den zu überholen und ihn seinem Schicksal zu überlassen.
Wenn schon der Chef d'Equipe nix mitkriegt, schlepp ich halt die Verantwortung mit rauf.




Ich will das nicht künstlich dramatisieren;- mir persönlich ging es trotz Mistwetter und drückender Blase prächtig. Super. Also, geiler gings unter den gegebenen Umständen gar nicht.
Ich merkte von den zurückliegenden mittlerweile rund 1500hm gar nix, nullo. Im Gegenteil, ich fühlte mich besser als am Morgen, schlicht, weil ich mittlerweile wach war.
Wir waren ja von morgens um Sieben bis mittags um Drei (am Gipfelkreuz waren wir etwas früher, aber erst gg. Drei kamen wir oben wieder ins Warme) unter übelsten Bedingungen unterwegs und ich war total euphorisch, weil ich von den Strapazen nullkommanix merkte.

Leider eben nicht unser Freund vor mir. Ich sah ihn jeden Moment stürzen, unglaublich, wie er es mit ner Zitteramplitude von vielleicht gut 5cm schaffte, seinen Karabiner aus- und dann wieder einzuhängen, wie beschrieben, dazwischen ungesichert, und nur mit der andern Hand sich festhaltend, ohne abzustürzen.
Ich bat ihn, weils auf den letzten Metern nimmer auf die paar Minuten(?) ankam und so kurz vorm Schluss nu auch deppert gewesen wär, ihn abschreiben zu müssen, doch bitte beide Äste des Klettersteigsets zu benutzen und er tat es, wenngleich völlig konfus und deutlich sichtbar nimmer Herr seiner Sinne, aber ich getraute mich daraufhin dann eben, näher hinter ihm zu bleiben und ihm beim Umklippen eben zu helfen.

Und dann, plötzlich:




Das Ziel vor Augen!
Unglaublich, wir hatten es geschafft!

Nicht nur mir gab es daraufhin nochmal nen Push (völlig nutzlos mit nem Opfer vor der Nase), sondern auch meinem neuen Freund (haahaaaa...) und die letzten Meter durch Eis und Schnee waren fix geschafft.




Unglaublich! Unfassbar! Unheimlich geil!
Bei diesem Schicewetter!
Was für ne Aktion!
Direkt nach dem Gipfelfoto rannte ich los, rief irgendwem noch zu, ich wär auf der ersten Toilette am Weg zur Seilbahnstation, nestelte im Laufen das Gurtzeug auf und die Regenhose zu den Knien runter (wie ich halt noch laufen konnte...) und: Baustelle.
Kein gotterdammtes Schiceklo nirgendwo!
Ich hab gedacht, gleich zerreissts mich, bis ich nen Bauarbeiter zu fassen kriegte, den ich echt packte und anschrie "TOILETTE!!!!????".
Der wusste gar nicht,wie ihm geschah, geleitete mich aber total perplex zum nächsten (garnichtmal so weiten) Sanitärbereich.
Welch ein Segen!
Das war, ich muss es gestehn, das eigentliche Highlight des Tages.
Nicht das Gipfelkreuz, nicht das Bewusstsein, es an nem Tag, wo jeder vernünftige Mensch im Bett bleibt, auf die Zugspitze gemacht zu haben, nee, das befreiende Gefühl, nach acht Stunden die Hose runterzureissen und den Pillermann entspannt überm Pissoir _seinen_ Job erledigen zu lassen.
Aaaaaaah.........

Nun gut, die Truppe war danach natürlich verschollen.
Und natürlich war ich auch nicht auf der ersten Toilette aufm Weg zur Seilbahn.
Ich fand die Meute dann vorm (geschlossenen) Gipfelrestaurant und mit dem Vorsatz, erst mit der Seilbahn runterzufahren aufs Zugspitzblatt (wo man in die Zugspitzbahn umsteigen musste)(mittlerweile ist die durchgehende Seilbahn neueröffnet), wo sie das dortige Etablissement zwecks Kaffee und Schorle aufsuchen wollte.
Natürlich war ich es, der unserm Käptn den Kaffee spendierte;-fast sind wir noch Freunde geworden darüber und als ich berichtete, was ich da hinten im Zug mit unserm speziellen Kandidaten so erlebte.

Das Wetter wurde dann auch wieder ganz gut.




Für uns natürlich etwas zu spät, wenngleich genau im vorhergesagten Zeitfenster.
Die Zugfahrt da runter zum Eibsee und weiter dauert ja fast ewig, ich fror mittlerweile wieder wie ein Schneider. Nachdem nur alle halbe Stunde n Zug fährt und nur einer in ner Stunde nach GAP durch, hatten wir freilich den falschen erwischt und mussten im Tal ne halbe Stunde auf den andern warten, aber: himmlisch! In der Sonne!
Irgendwie hatte ich noch ne Tüte Raketenbrennstoff im Rucksack, im Handel als 'Haribo Phantasia' erhältlich (hatte ich erwähnt, dass man da oben unterwegs nichtmal eben jausnen kann, während die Truppe weiterhetzt?), die wurde nicht wirklich alt.

Tja und dann: alles schon vorbei.
Was machste an nem Samstag Abend in GAP?
Pizzaessen, eh klar.
Und diesmal schaffste auch die Ganze, mit Salat.

Hatte ich erwähnt, dass ich mich dieses Jahr bei meiner Sektion in Regensburg zum gleichen Datum für die gleiche Tour angemeldet hab?
Irgendwann musses ja klappen;- wie die Wettersteinrunde, die ich dann auch gleich nochmal 'erledigen' kann...

Mirko 29.01.2018 22:51

Wow wow wow! Beneidenswert trotz dem Wetter! Wahnsinnstour!

Auch von mir: Schön das du wieder Erlebtes mit uns teilst! Du machst schon krasse Sachen im Urlaub! :Blumen:

crazy 29.01.2018 23:01

Voll gut, der Herr!

Wann warst denn dort? Mein letztes Stelldichein mitm Zugspitz war ja irgendwann Mitte August. Da war aber Wetter besser (wobei, nicht schwer, alles glaube ich besser als bei Dir.... ;) )

sybenwurz 30.01.2018 00:41

Beitrach oben vervollständigt!

Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1358362)
Voll gut, der Herr!

Wann warst denn dort? Mein letztes Stelldichein mitm Zugspitz war ja irgendwann Mitte August. Da war aber Wetter besser (wobei, nicht schwer, alles glaube ich besser als bei Dir.... ;) )

Ei Mitte Juli. Eine Woche nachm ZUT.
Wirst noch im ersten Beitrag zum Thema Zugspitze namentlich erwähnt...;)
Wir haben wegen dem Zugspitzticket echt lange rumgerechnet, aber es ging sich nicht aus.
Ich fahr dieses Jahr wieder mehrere Tage hin, dann richt ichs ein, dasses passt. Wir steigen auf die Zugspitze, davor oder danach will ich die Wettersteinrunde wiedermal trocken versuchen (je nach Wetterlage halt davor oder danach...), und die Alpspitze ist auch wieder gesetzt;- wenn man schonmal da ist...

Ich hoffe, das Thema/die Themen sind dann erledigt, schliesslich will ich endlich mal wieder nach Frankreich. Haute Provence, Chemins du Soleil, die Klettersteige dort müssen auch ziemlich geil sein.
Und Rumänien wär mal wieder angesagt.
Da hat sich auch klettersteigtechnisch einiges getan und meine MTB-Tour vom Semenic zum Eisernen Tor ist noch offen.
Kann ich dir aber März/April sicher persönlich berichten, es gibt nen Ausrüstungsbeschaffungsstau (die Kohle fliesst grad in nen Vito, den ich parallel zum Bulli betreibe) und ich würd die Tour vom letzten Jahr gern wiederholen, also Eifel und Aaachen und Mittelrheinklettersteig aufm Heimweg oder so...

Jimmi 30.01.2018 08:41

Danke für die Reportage :Blumen:

bellamartha 30.01.2018 13:30

Absolut geil, Sybenwurz!
Das macht richtig Bock auf die Berge. Für mich allerdings bitte nur bei schönem Wetter.

Viele Grüße
J.

sybenwurz 30.01.2018 13:59

Ah geh!

Es gibt auch noch ein kleines Nachspiel.
Wie auf den Bildern erkennbar, waren wesentlich mehr Leute als nur unsere Truppe unterwegs da.
Am Mittwoch nach der Geschichte postet tatsächlich einer, der auch am gleichen Tag da hochgestiegen ist, Bilder in irgendner Alpinistengruppe bei FB.
Und wird sofort rundgemacht. Da ist ja jede/r der/die Grösste und kann alles von der Couch aus einschätzen und beurteilen.
"Wg. so Arxxxlöchern wie dir darf dann die Bergwacht ausrücken...!" und schlimmere Beleidigungen und alles, was dazugehört.
Interessanterweise musste ich mir eingestehen, dass ich rein den Bildern nach auch zu dem Urteil gekommen wär, dass das n Selbstmordkommando gewesen sein musste.
So war ich aber selbst vor Ort, empfand das als locker machbar und hatte ein deutlich plastischeres Bild, wie die Bedingungen tatsächlich waren und konnte nachvollziehen, dass der Knabe auch einfach nur geflashed war von der Aktion und sich weder profilieren noch irgendwelche endlosen Diskussionen voller Beleidigungen anstossen wollte.

Nachdem ich dann in den rauen Tonfall einstimmte und bemerkte, dass ich auch dort war und es zwar sicher nix für blauäigige Turnschuhartisten gewesen, aber auch mit der richtigen Ausrüstung problemlos machbar gewesen sei und alle, die auch mit angeblich noch so viel Erfahrung aber eben von der Couch aus urteilten, einfach die Fresse halten sollten, wennse nicht dabei waren, war relativ schnell Ruhe eingekehrt...:Lachanfall:

Alfalfa 30.01.2018 22:11

Schöne Geschichte, deine Tour, super geschrieben. Beeindruckende Bilder. Danke!

grandma 30.01.2018 23:08

Schöne Story Sybenwurz, liest sich schön und super Bilder. So ein Bericht schreibt man auch nicht in 5 min ;)

Alfalfa 30.01.2018 23:32

Da muass ma no amoi genau so neileidn wia beim Kraxln selba!

Alfalfa 30.01.2018 23:34

Ich ärger mich ganz oft, Erlebtes nicht sofort und gefühlsecht niedergeschrieben zu haben.
Klar bleiben Erinnerungen, aber die Nuancen sind weg.
Und vielleicht wird irgendwann auch alles verwässert...
Aber der Text steht da und lügt nicht. Sprache ist schon was geiles irgendwie.

sybenwurz 31.01.2018 01:22

Zitat:

Zitat von Alfalfa (Beitrag 1358627)
Ich ärger mich ganz oft, Erlebtes nicht sofort und gefühlsecht niedergeschrieben zu haben.
Klar bleiben Erinnerungen, aber die Nuancen sind weg.

That, exactly, is the point.

Wie eingangs geschrieben, ging mir für 2017 einfach ab, die Buidln noma anzuschauen, die ganzen Erlebnisse noma durchzulesen.
Ich war an sich noch nie im Leben der Tagebuchschreiber und im Prinzip bin ich echt auch der Meinung, dass wirklich tiefe Erlebnisse sich so in die Erinnerung einbrennen, dass man sie weder fotografisch noch schriftlich festhalten muss, aber letztlich ist ja (damit) nicht gesagt, dass nicht auch weniger herausragende Ereignisse einen Erinnerungswert besitzen könnten.
Hinzu kommt, dass ich durch mein Zurückübersiedeln natürlich mit alten Mitstreitern wieder näher in Verbindung gekommen bin, die sich an gemeinsame Erlebnisse oder auch nur Nuancen davon ganz anders erinnern, an verschiedene Dinge, die ich lebhaft in Erinnerung habe, gar nicht, oder sich im Gegenteil an Sachen erinnern, die mir beim besten Willen nicht mehr präsent waren und wo ich nach einigem Hin- und Herüberlegen einsehen musste, dass ich sie komplett ausgeblendet oder vergessen hatte.

Dann ist natürlich so ne Geschichte, dass 2017 ein echter Bruch war.
Wie vor n paar Tagen erwähnt, stellte ich fest, dass ich seit 30 Jahren klettere, aber letztlich ist das Peanuts, denn Ausdauersport in irgendner Form mach ich mehr oder weniger mein Leben lang.
Schwimmen schon im Grundschulalter, dann Radsport, später fing ich noch mit Laufen an, Triathlon war nur die logische Konsequenz.
Auch ohne grosses, gezieltes Training war ich immer im vorderen Mittelfeld dabei, aber der erste ernste Knick kam 2010 bei der Vorbereitung zum IM Rgbg. und hinterher zunehmend mit der entweder nur-zur-Arbeit-Radlererei oder dem ewigen Spazierenfahren rund um Schierling und den vielen Stops zum Fotografieren.
Iss halt so;- hatte nie ein Problem damit, nun war aber jegliche Ausdauersportlererei komplett im Hintergrund.

Das war echt neu und anders;- alles geknickt, um diese Bergsteigergeschichte in den Vordergrund zu rücken.
Es ging nie wirklich um die Zugspitze oder _nur_ um die Zugspitze.
Eher um den Impuls 2012 beim 'Alpencross' (ich hasse den Begriff), wie sehr mir doch die Berge gefehlt haben, seit ich nicht mehr regelmässig mitm Motorrad oder sonstwie darin rumgurkte.
Ich hatte jahrelang keinen Urlaub gemacht, schlicht, weil ich es nicht brauchte, weil ich keine Lust drauf hatte, und das, worauf ich wirklich Lust hatte, in die Hose ging (erstes GFNY beispielsweise. Das zweite ist schon nicht mehr das erste und damit deutlich uninteressanter).
Mittlerweile bin ich unterwegs, wann immer es geht, und wenn ich nur mitm Bulli (ok;-aktuell Vito, der Bulli ist nachm mängelfreien TÜV letzten August übern Winter abgemeldet) 5km weiter aufm Waldparkplatz übernachte, um morgens aufm Gaskocher meinen Kaffee zu schmurgeln und hinterher tief befriedigt in die Firma einzurücken.

Es passiert so viel, dass es schwierig ist, da ein wirklich herausragendes Ereignis in der Erinnerung zu behalten, weil alles abwechslungsreich ist, nur vielleicht nicht aussergewöhnlich und farbenfroh (genug), und ich weiss nicht, ob das vielleicht gar nicht schlimm ist und es einfach nur drauf ankommt, in Bewegung zu bleiben, damit die Tage nicht einer nachm anderen und farblos vorbeiziehen, aber ehe ich feststelle, dass es eventuell nicht so ist, schreib ich halt einfach hier weiter...

Dirtyharry 31.01.2018 10:39

[quote=sybenwurz;1358638]


..........5km weiter aufm Waldparkplatz übernachte, um morgens aufm Gaskocher meinen Kaffee zu schmurgeln.........

Ich bin viel auf Geocaching Touren in den Alpen unterwegs und das ist immer wieder Geil, unbezahlbar.
sybenwurz. ich habe da noch ein paar dreitausender auf der Liste. Habe leider keinen der Lust hat da hoch zu laufen.
Ich schreibe dich mal an, wenn es mich wieder in die Berge zieht😀

Gruß dirtyharry

mon_cheri 31.01.2018 10:56

Macht Spaß hier mitzulesen und die tollen Fotos zu sehen!
Mich hat dadurch gerade wieder ganz stark die Sehnsucht nach den Bergen gepackt, auch wenn ich bisher immer nur ganz langweilig wandern war und weit entfernt von solchen Bergkraxeleien bin.

Guru 31.01.2018 11:56

Hallo Sybi,
schön, dass Du wieder schreibst (und ich hoffe es geht auch nach der Zugspitze weiter), ich lese gerne bei Dir mit. Einiges hab ich auch schon selbst gemacht, so auch die Wettersteinrunde und die Zugspitze übers Höllental. Ich trau michs gar nicht schreiben, aber ich hatte jedes mal Kaiserwetter. Da kann man dann aber gar nicht so viel schreiben. Meine Highlights waren das Bettenlager (was ein Graus) in der (alten) Höllentalangerhütte, ein barfüßiger Rentner der uns im Klettersteig hangseitig überholt hat, der Übergang vom Gletscher auf den Berg (da hatte ich auch etwas Bammel) und die 10 Minuten Wartezeit beim Einreihen zum Gipfelkreuz (obwohl aufm Weg kaum Leute warn). Das ist Dir zumindest erspart geblieben :Cheese:
Aber das wars schon, langweilig wars trotzdem nicht. Ich finde die Route übers Höllental sehr abwechslungsreich. Vielleicht sollte ich die mal wieder gehen, nur bei Sonne versteht sich. Gruß

sybenwurz 31.01.2018 12:49

Der Barfusstyp ist bekannt und berüchtigt.
Kommt auf ner Honda angeritten und geht wohl fast jede Woche barfuss da rauf.
Wurde mal in irgendner Doku gezeigt, ich findse bloss nimmer bzw. das Konto bei YT wurde gelöscht.

Ja, und klar gehts weiter.
An 'grösseren Events' lagen ja noch Allgäu und Dolomiten an, allerdings auch nicht mit wirklich mehr Glück beim Wetter.
Also, der Schnee verfolgte mich voriges Jahr bei allen Exkursionen...

sybenwurz 31.01.2018 16:04

Ja Mädelz, nachm Berg iss vorm Berg, aber zwischendurch muss hie und da mal noch geackert werden.
Auch da war mir 2017 gepflegt in die Hände gepfiffen, was das Wetter angeht.
Um jederzeit in der Lage zu sein, spontan zum Klettern einrücken zu können, bin ich relativ oft mitm Auto und selten mitm Rad gefahren, aber wenn, nass geworden.
Ich kann mich jedenfalls nicht an nen trockenen Arbeitsweg mitm Rad ohne Regenklamotten erinnern, dafür an mehrere, die trotz Regenzeug ziemlich feucht endeten.










Irgendwann Oktober/November hab ichs komplett aufgegeben, weils im Wald und auf den MTB-Trails, die ich benutzte, so knöcheltief aufgeweicht war, dass ich entweder das Bike zweimal, also einmal in der Firma und dann abends wieder zuhause hätte saubermachen müssen oder für die Heimfahrt ein anderes gebraucht hätte, also zweie hätte reinigen müssen.
Die Kisten waren schon nach einer Tour aka ca. 15km derartig verschlammt und eingesaut, dass das bis zum Abend halbwegs eingetrocknete Zeug die Kette springen liess und die Schaltung stellenweise blockierte.
Dazu kam, dass ich diverse Stellen gar nimmer fahren konnte, weil die Karre schlichtwegs nur wegschmierte im Gatsch.
Ich kann sagen, dass meine Haltung, nicht MTB zu fahren, um sauberzubleiben und deswegen auf Schutzbleche zu verzichten, auf ne ziemlich harte Probe gestellt wurde, aber ich hatte echt keine Böcke mehr, genausoviel oder mehr zu putzen wie zu fahren und mich zudem ständig umziehen zu müssen.
Gewöhnlich fahr ich in normalen Klamotten, die kriegen halt mal n paar Spritzer ab, ich kannse aber den Tag über in der Firma tragen und hab fürn Notfall nen Satz Kleidung dort, heuer konnt ich aber stets trotz Regenklamotten drüber von vornherein nen zweiten Satz mitnehmen.
Zum Kotzen, echt...:Kotz:

Das Dilemma mitm steten Regen und aufgeweichten Boden betraf dann auch meine mittlerweile 2. Heimat, die Fränkische Schweiz.
Ich hab irgendwann kein Bike mehr mitgenommen, weils ätzend zu fahren ist im tiefen Dreck und ich dazu nicht wegfahren muss;- zuhause wars ja auch jederzeit übel genug.

Und apropos 'Fränkische'.
Wie ggf. irgendwann mal durchgesickert ist, hab ich ja noch nen Wohnwagen, in dem ich immer residierte, wenn ich meiner niederbayrischen/oberpfälzer Wahlheimat entfloh und hierher, zur Wurzel allen Übels, reiste.
Der war natürlich unnütz jetzt und ich wollte ihn etwas aufmöbeln (bzw. hab das) und verkaufen.
Nachdem ich ihn aber halbherzig inseriert hatte, einer ihn tatsächlich anschaute, eine mehrmals anfragte, aber meine Antworten scheinbar nicht bekam und dann nur noch die depperten "Was ist letzte Preis?"-Anfragen kamen, verliefen meine Ambitionen mehr so im Sand.
Dann war ich gegen Mitte des Jahres mal wieder in Regensburg, hatte mein Programm dort schneller durch als geplant und quasi zeitglich nen Date zum Klettern in der Fränkischen angeboten bekommen, so dass ich spontan dorthin fuhr und im Bulli aufm Campingplatz dort übernachtete.
Die Aktion, so kurzentschlossen, fixte mich ziemlich an und ich begann, drüber nachzudenken, den Wohnwagen fest dort zu deponieren.
Preise für Dauercamping hatte ich (wieso nur?) schon im Vorjahr mal angefragt und im August fiel ziemlich spontan der Entschluss mit ner Freundin, in die Fränkische zu fahren und meinen Wohnwagen zum Verbleib dort mit hin zu nehmen.
Die Lösung war ideal: der Wohnwagen war verräumt und konnte für kaum mehr Geld, als ich auch für nen Stellplatz zahlen würde, zum Aufenthalt genutzt werden, ich hatte noch den Aufbau eines Motorradanhängers bei nem Bekannten in der Nähe meines ehemaligen Gäubodenlandsitzes in dessen Scheune deponiert, der sicher nicht böse sein würde, wenn ich das Ding mal abholen und wegschaffen würde und der nun super neberm Wohnwagen als Depot für Fahrrad und Baumaterial sowie Rasenmäher etc. dienen kann, UND, tataaa, ich hab ja noch n Kanadier und der ist doch 50m neben der Pegnitz viiieel besser aufgehoben als im Hof n paar hundert Meter weg von ner Bundeswasserstrasse...
Wie genial!

sybenwurz 04.02.2018 00:16

Nun, Wetter hin oder her;- irgendwas muss man halt machen.
Heut hab ich erstmal wieder n paar Stunden unterm Vito gelegen und gezangelt, wenn da so gemächlich die kalte Winterluft an einem vorbeizieht, hat man hinterher genug, um sich guten Gewissens erstmal ne Stunde an die Heizung zu ketten.

Irgendwo hatte ich sicher erwähnt, dass ich um die Weihnachtszeit rum sogar aus Verzweiflung wieder mitm Rennen angefangen hab. Wohlweisslich so früh, um nicht ab 1.1. mit all jenen mit guten Vorsätzen verwechselt zu werden, die dann ab spätestens 10.1. wieder daheimbleiben.
Und in gewisser Weise, um nen Vorsprung bis dahin herausgelaufen zu sein...:Cheese:
Natürlich war am 30.12. bei mir der Punkt erreicht, ab dem die Zeit statt fürs Laufen einfach anders genutzt werden wollte und der (vorerst) letzte Lauf stattfand, so dass Verwechslungen eh ausgeschlossen waren.

Weil ich mich heute nach der Schlosserei am Auto aber herrlich unausgelastet fühlte, wenngleich zu verfroren, nochmal mitm Rad aufzubrechen, wonach mir an sich der Sinn gestanden hätte, entschied ich mich kurzerhand, so was deppertes zu machen wie zu Fuss die paar Kilometer zum Einkaufen und zurück zu laufen.
Zuletzt, da knapp unterhalb von Regensburg, hätte ich mir das nüchtern durchaus vorstellen können, aber hier gehste halt an ner stark befahrenen Strasse oder zwischen Main, Tanklager und nem Autohof entlang.
Wie blöd kann einer alleine wohl sein...

Aber gut, vor nem dreiviertel Jahr bin ich aufgrund einer ähnlichen Unzufriedenheit mitm Tagesprogramm noma mitm Auto los, meinen Haus- und Hof-Klettersteig mal im letzten Büchsenlicht (bzw. die weiteren Durchgänge dann im Dunkeln) zu 'erledigen'.




Eventuell konnte die Aktion die heutige an Sonnlosigkeit noch toppen...
(Hahaha, Freud'scher Verschreiber? Es sollte natürlich 'Sinnlosigkeit' heissen...:Lachanfall: )


Voriges Wochenende gabs dafür aus ner ähnlichen Situation heraus 'kurz und flach'.
Da war auch den Tag über bei eigentlich akzeptablem Wetter alles wichtiger, aber dann, kurz nach Vier, musst ich unbedingt noma mitm Rad los.
Aber gut, bis knapp halb Sechs isses ja noch halbwegs hell mittlerweile...










Da schwingt sich unsereiner natürlich mit normalen Klamotten aufs Rad, dafür dasses dann am Anfang zu warm ist in dem Baumwollkram, erfriert man im nassgeschwitzten Wams dann hintenraus.
Kann man natürlich auch ne Attitüde draus machen...

Bin gespannt, was mir morgen für Torheiten einfallen. Bis im Moment iss der Kopp ja noch verdächtig leer, das lässt an und pfirsich auf nix Gutes schliessen.

sybenwurz 05.02.2018 00:22

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1359521)
Bin gespannt, was mir morgen für Torheiten einfallen.


Keine, Punkt.
Drei Uhr am Nachmittag das erste Mal zu mir gekommen, allerdings mit der seichten Ahnung, schonmal wach, aber auch mit nem lebensbedrohlichen Schädel gesegnet gewesen zu sein.
Um Sechs kam ich dann tatsächlich ausm Bett.
Unglaublich.
Auch, woher ich die Energie nehm, so lang in der Kiste zu liegen...
Muss mich nächste Woche unbedingt zum Radeln oder irgendwas verabreden, sonst wird das immer schlimmer.
Letztes WE wars ja Drei, nachdem ich gegen Eins schonmal wach war, davor ungefähr ähnlich, nur halt mit Elf und Eins.
Hat sich irgendwie über die Feiertage, die das Ende jeden Jahres krönen, so eingeschlichen.

Machmerma mit nem Event weiter, das frühes Aufstehen unabdingbar macht:

Verlängertes Wochenende auf und um den Mindelheimer Klettersteig vom 8. bis 10.9.17
Mir ists ja generell lieber, ich warte auf den Rest der Crew, wenn ich aus einer ganz anderen Richtung anrücke, als die auf mich.
Aus diesem kühlen Grunde fand sich mein treues Gefährt schon kurz vor Mitternacht auf dem Parkplatz vom Berghof Moser in Mittelberg, leider etwas abschüssig geparkt und von daher nicht ganz optimal ausgerichtet, um darin eine geruhsame Nacht zu verbringen.
'Wie dem auch sei, ois geht vorbei...' und kaum hatte das Frühstück seinen Weg in mich gefunden, fand sich der Rest der Mitstreiter aus Regensburg fast schon überpünktlich an diesem zweiten Septemberwochenende auf dem Parkplatz ein.
Schuhe geschnürt, Rucksäcke geschultert, und schon konnte es losgehen.
Angesagt war der Mindelheimer Klettersteig mit Fiderepass- und Mindelheimer Hütte, also stressfreies Programm, wenn man es auf drei Tage verteilt.




Der Mindelheimer Klettersteig, bereits 1975 eingerichtet, gehört mit seiner abwechslungsreichen Streckenführung auf der deutsch-österreichischen Grenze und der steten Aussicht auf den gegenüberliegenden Allgäuer Hauptkamm von der Trettachspitze bis zum Biberkopf, wahrscheinlich zu den bekanntesten Klettersteigen im Allgäu und weit darüber hinaus. Da er in beide Richtungen begangen werden kann und wird, ist immer wieder mit Gegenverkehr zu rechnen.




Die gut 800hm unseres Aufstiegs zur Fiderepasshütte durchs Wildental über Untere- und Innere Wiesalpe sowie vorbei an der Fluchtalpe war bei bestem Wetter mit Sonnenschein schnell geschafft und wir konnten uns schonmal die Location unserer morgigen Untaten betrachten.







Ich hatte mir am Vortag mal eben noch fix das Knie etwas malträtiert und war daher gespannt, wie es sich unter dieser Belastung verhalten würde, aber glücklicherweise blieb es unauffällig.
Dennoch wollte ich es lieber schonen, als nach der Quartiernahme und bei einer Runde Kaffee sowie natürlich obligatorischem Apfelstrudel die andern beschlossen, schonmal den Aufstieg zum Einstieg des Mindelheimer Klettersteigs zu erkunden.
Gut fürs Knie, schlecht fürn Ranzen, der diverse Schiwasser und Snacks erdulden musste, bis der Rest der Truppe rechtzeitig zum Abendessen zurück und auch ein Nachzügler bei der Anreise eingetroffen war.







Unerfreulicherweise legte der Wetterbericht einen sehr zeitigen Aufbruch am nächsten Morgen nahe, da für den frühen Nachmittag ein Schlechtwettereinbruch mit Regen und später gar Schnee vorhergesagt war.
Daher ging es schon vor der allgemeinen Hüttenruhe in die Koje und zeitig genug wieder raus, um beim Frühstück unter den Ersten zu sein.
Dies gelang auch einwandfrei und im ersten Büchsenlicht befanden wir uns im Aufstieg über die Fiderescharte zum Einstieg des Klettersteigs.

sybenwurz 05.02.2018 00:34

Der Lohn für die Umtriebe zu am Wochenende noch nachtschlafender Zeit war ein begeisternder Sonnenaufgang und im Klettersteig angekommen ein Tiefblick auf die friedlich auf dem Sattel ruhende Fiderepasshütte im Morgenlicht.













Bald war der nördliche und höchste Schafalpenkopf (2320m) erreicht und passiert.
Durch Kamine, über Leitern und Wandstufen gings weiter zum Mittleren Schafalpenkopf (2302m), während wir gemeinsam dem Wahrzeichen des Klettersteigs, der Leiterbrücke, entgegenfieberten.
Als diese tatsächlich erreicht war, machte sich etwas Ernüchterung breit, denn auf Bildern sah sie immer spektakulärer aus, als sie sich nun präsentierte.
Natürlich hätten wir vor einigen Jahren dennoch ganze Filme verknipst, heutigentags bekamen halt schlicht die Speicherkarten der im Handgepäck geführten Kameras und Smartphones ein paar Bytes übergebraten.



Mittlerweile wurde zunehmend offensichtlich, dass uns die herannahende Wetterfront im Nacken sass, daher gings stressfrei aber dennoch flott weiter zum südlichen Schafalpenkopf (2272m).



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:31 Uhr.

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