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LidlRacer 15.03.2021 13:32

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1590612)
Überrascht und empört-vorwurfsvoll, dass Lauterbach damit eine dritte Welle angekündigt hatte.

Ja, das war eine skurrile Situationen.
Es wirkte tatsächlich so als würfe Habeck Lauterbach die Ankündigung der 3. Welle vor.

Aber da ich wegen Durcheinanderreden nicht jedes Wort verstanden habe, bin ich nicht sicher, ob er nicht einfach nur überrascht und entsetzt war angesichts der Perspektive

mamoarmin 15.03.2021 13:33

mal was erfreuliches...komme gerade von der ersten Impfung für meine Mutter, 89 Jahre, Demenz...

alles super gechillt, da kein impfstoff da ist und eben nur wenige Termine gemacht werden können....6 pförtner, 4 mal perso + krankenkarte zeigen vor dem impfen....nach dem impfen dann nochmal alles zeigen , auch ich als Begleitperson...

Volumen wird man nur über die Hausärzte bekommen, soviel ist mir seit heute klar...

LidlRacer 15.03.2021 13:33

Zitat:

Zitat von frederik (Beitrag 1590613)
Wenn die Mutation nicht nur ansteckender sondern auch gefährlicher wäre, wäre die Belastung im Gesundheitssystem spürbar. Derzeit ist hier bei uns weder im Krankenhaus noch im Rettungsdienst eine zunehmende Belastung erkennbar. Das war vor 6-8 Wochen viel schlimmer.

Darüber wird noch zu wenig berichtet, aber das scheint mir inzwischen gesichert, dass B.1.1.7 auch tödlicher ist.
Dauert noch etwas, bis das in der Todesstatistik sichtbar und dann auch wahrgenommen wird.

Kälteidiot 15.03.2021 14:24

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1590616)
Darüber wird noch zu wenig berichtet, aber das scheint mir inzwischen gesichert, dass B.1.1.7 auch tödlicher ist.
Dauert noch etwas, bis das in der Todesstatistik sichtbar und dann auch wahrgenommen wird.

sorry, auch wenn ich deine Beiträge sehr schätze, aber Ausdrücke wie "... das scheint mir inzwischen gesichert ...." wirken auf mich eher so, dass ich an der Aussage zweifel.

Und schön, dass es jetzt doch eine Steigerung von tödlich gibt. Das lässt auf ein Leben nach dem Tod hoffen. ;)

Feanor 15.03.2021 14:33

Zitat:

Zitat von frederik (Beitrag 1590613)
Wenn die Mutation nicht nur ansteckender sondern auch gefährlicher wäre, wäre die Belastung im Gesundheitssystem spürbar. Derzeit ist hier bei uns weder im Krankenhaus noch im Rettungsdienst eine zunehmende Belastung erkennbar. Das war vor 6-8 Wochen viel schlimmer.

Es gibt ja immer einen gewissen Vorlauf. In denke in ein paar Tagen geht die Belegung der Intensivbetten auch wieder hoch (Rückgang stagniert ja schon) und kurz darauf auch die Anzahl der Toten, glücklicherweise aufgrund der Impfungen nicht mehr ganz so stark.

Zur Gefährlichkeit der Mutation gibt es Studien aus GB, die das belegen. Artikel hatte ich vor 2-3 Tagen gelesen. Dort wurden Paare (1 x Mutation + 1 x Wildvariante) gebildet mit möglichst gleichen Merkmalen (Alter, Gewicht, Vorerkrankungen etc) und dann geschaut, wie der Krankheitsverlauf der Gruppen ist. Wobei die Studienlage insgesamt vermutlich noch recht dünn ist. Link müsste ich noch suchen.
EDIT: Link https://www.spiegel.de/wissenschaft/...a-24de76a764f1

Helios 15.03.2021 14:41

Zitat:

Zitat von Feanor (Beitrag 1590626)
Es gibt ja immer einen gewissen Vorlauf. In denke in ein paar Tagen geht die Belegung der Intensivbetten auch wieder hoch (Rückgang stagniert ja schon) und kurz darauf auch die Anzahl der Toten, glücklicherweise aufgrund der Impfungen nicht mehr ganz so stark.
................

nöö,
eigentlich dürfte die Belegung der Intensivbetten nicht nach oben gehen, wenn die Ausbrüche in Kita's und Schulen sind, dort alle durchgeseucht werden und das Virus sich nicht weiter in die vulnerablen Leute einschleicht.
(wie weit ein solches Szenario realistisch ist und nicht nur aus Prinzip Hoffnung besteht, kann ich nicht abschätzen)

LidlRacer 15.03.2021 14:51

Zitat:

Zitat von Kälteidiot (Beitrag 1590624)
sorry, auch wenn ich deine Beiträge sehr schätze, aber Ausdrücke wie "... das scheint mir inzwischen gesichert ...." wirken auf mich eher so, dass ich an der Aussage zweifel.

Ich habe das etwas vorsichtig formuliert, da ich gerade keinen Beleg zur Hand hatte.
Denke, auch das war eine Aussage von Lauterbach, aber ich schau noch mal ...

Zitat:

Und schön, dass es jetzt doch eine Steigerung von tödlich gibt. Das lässt auf ein Leben nach dem Tod hoffen. ;)
Ich traue dir zu, das so zu verstehen, wie es gemeint ist.

LidlRacer 15.03.2021 14:53

Studie aus Großbritannien
Coronavariante B.1.1.7 ist tödlicher als das ursprüngliche Virus
Ansteckender als das herkömmliche Coronavirus ist sie ohnehin. Jetzt zeigt eine britische Untersuchung mit knapp 110.000 Corona-Infizierten: Die Mutante B.1.1.7 ist auch tödlicher – wahrscheinlich um mehr als 60 Prozent.

crazy 15.03.2021 15:02

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1590630)
nöö,
eigentlich dürfte die Belegung der Intensivbetten nicht nach oben gehen, wenn die Ausbrüche in Kita's und Schulen sind, dort alle durchgeseucht werden und das Virus sich nicht weiter in die vulnerablen Leute einschleicht.
(wie weit ein solches Szenario realistisch ist und nicht nur aus Prinzip Hoffnung besteht, kann ich nicht abschätzen)

Nun, natürlich haben ältere Semester statistisch eine deutlich höhere Chance, mit Covid19 auf der Intensiv zu landen.
Das bekommst Du aber locker aufgeholt, wenn sich nur genügend der nicht vulnerablen Gruppen infizieren... 1% von 2000 Leuten ist halt immer noch mehr als 10% von 100 Leuten, Quantität statt Qualität.
Auch Kinder haben ein Risiko für eine schwere Erkrankung. Zwar deutlich geringer, es ist aber vorhanden, und wenn nun alle Schulen zugleich öffnen... dieses Risiko steht bei all den Lockerungen reell im Raum.

captain hook 15.03.2021 15:14

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1590630)
nöö,
eigentlich dürfte die Belegung der Intensivbetten nicht nach oben gehen, wenn die Ausbrüche in Kita's und Schulen sind, dort alle durchgeseucht werden und das Virus sich nicht weiter in die vulnerablen Leute einschleicht.
(wie weit ein solches Szenario realistisch ist und nicht nur aus Prinzip Hoffnung besteht, kann ich nicht abschätzen)

Das bleibt in den Schulen, weil Du die Kinder dann da einschließt und einfach nicht mehr zu dieser Personengruppe lässt oder wie willst Du das anstellen?

captain hook 15.03.2021 15:47

https://www.tagesschau.de/inland/bun...remse-101.html

Nicht, dass das nicht zu erwarten gewesen wäre, aber das, was ja als Perspektive gefordert wurde und dass es klare Regeln bräuchte, damit man nicht so rumeiert, wird ausschließlich in eine Richtung umgesetzt. Beim Aufsperren. Das mit den Deckelungen nach oben hat man nach der Unterschrift dann ganz schnell wieder vergessen. Wäre es nicht so traurig, müsste man eigentlich lachen.

Vielleicht schalten wir lieber auf "jeder macht was er will" um. Spart man sich wenigstens die Diskussion und im Ergebnis kommt vermutlich was ähnliches raus.

Itchybod 15.03.2021 16:05

Ich will mal was prophetisches hier rein schreiben, dann kann ich nachher sagen: Ich hab es ja gesagt.

Wir machen den Laden doch Mitte April wieder komplett dicht oder meint jemand was anderes?
Ich meine jetzt schicken wir die Kinder für ein paar Wochen vor Ostern in die Schule. Dann lockern wir uns noch für die Osterfeiertage. Man will ja die Verwandten besuchen. Parallel haben wir immer noch keinen Impfstoff und keinen Plan, wie und ob wir die Schnelltests einsetzen sollen.

keko# 15.03.2021 16:07

Deutschland setzt vorübergehend Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca aus.

Wasserbüffel 15.03.2021 16:16

Zitat:

Zitat von Itchybod (Beitrag 1590656)
Ich will mal was prophetisches hier rein schreiben, dann kann ich nachher sagen: Ich hab es ja gesagt.

Wir machen den Laden doch Mitte April wieder komplett dicht oder meint jemand was anderes?
Ich meine jetzt schicken wir die Kinder für ein paar Wochen vor Ostern in die Schule. Dann lockern wir uns noch für die Osterfeiertage. Man will ja die Verwandten besuchen. Parallel haben wir immer noch keinen Impfstoff und keinen Plan, wie und ob wir die Schnelltests einsetzen sollen.

Ich würde behaupten bei der Entwicklung wäre spätestens Mitte nächster Woche "Deadline" für einen Lockdown. Mitte April ist der Zug lange abgefahren...

Trimichi 15.03.2021 16:22

Zitat:

Zitat von Itchybod (Beitrag 1590656)
Ich will mal was prophetisches hier rein schreiben, dann kann ich nachher sagen: Ich hab es ja gesagt.

Wir machen den Laden doch Mitte April wieder komplett dicht oder meint jemand was anderes?
Ich meine jetzt schicken wir die Kinder für ein paar Wochen vor Ostern in die Schule. Dann lockern wir uns noch für die Osterfeiertage. Man will ja die Verwandten besuchen. Parallel haben wir immer noch keinen Impfstoff und keinen Plan, wie und ob wir die Schnelltests einsetzen sollen.

Gute Einschätzung. Ein Querverweis: was hatten wir hier uns im Forum nicht auf Diskussionen eingelassen von wegen christliche Feiertage und den Unnütz' von Religionen? Nun war es ja an Weihnachten so, dass gelockert wurde? Und nun will man wieder an Ostern lockern? Wenn die britische Variante so ansteckend und gefährlich ist und der tolle Impfstoff von OpelAstra oder ModernerSeneca keine Ahnung auch noch von Markt fliegt, dann ist eine Lockerung richtig?

Weit gefehlt. In Fürth ist der Inzidenzwert schon drei Tage lang über 100 und deswegen dürfen da heute keine Geschäfte aufsperren. Nürnberg wird es auch erwischen, wurde auch im Radio gesagt. Wo und wann die Notbremsen in Bayern gezogen werden, kann mir auch nicht alles merken, was im Radio kommt, steht in diesem Artikel:

https://www.merkur.de/bayern/soeder-...-90237435.html

Langsam finde ich, dass Dr. Markus Söder Kanzler werden muss? Wobei dieses Gelockere geht mir langsam auf die Senkel. Ich bleibe daheim, wir hier in Bayern haben ja sowieso schon, ich sag mal so, mit härteren Bandagen, zu kämpfen. Und dann kommen diese Schwaben, Preißen und Friesen, Fischköpfe und was weis ich wieder zu uns ins "beste Bundesland der Welt" (wird so im Radio gesagt) und fressen unsere Weißwürste & Brezen weg? ;)

LEIDER NEIN. Nicht bei uns. Könnt zu Hause bleiben. Hier im Kaff bei uns wurden die traditionellen Feste, Altstadtfest im mittelalterlichen Stadtkern und nun auch noch, heute also, ein anderes sehr traditionelles Fest, ABGESAGT.

Aber zu Ostern lockern? Von mir aus. Die Kinder nochmalig in die Schule schicken macht ja zumindest von der Lerntheorie her Sinn. Und wie heißt es doch so schön: keine Theorie ist so gut wie ihre Praxis. ;)

Mit anderen Worten at Capt. Hook: Aye!

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1590644)

Nicht, dass das nicht zu erwarten gewesen wäre, aber das, was ja als Perspektive gefordert wurde und dass es klare Regeln bräuchte, damit man nicht so rumeiert, wird ausschließlich in eine Richtung umgesetzt. Beim Aufsperren. Das mit den Deckelungen nach oben hat man nach der Unterschrift dann ganz schnell wieder vergessen. Wäre es nicht so traurig, müsste man eigentlich lachen.

Vielleicht schalten wir lieber auf "jeder macht was er will" um. Spart man sich wenigstens die Diskussion und im Ergebnis kommt vermutlich was ähnliches raus.


Thomas W. 15.03.2021 16:28

Zitat:

Zitat von Wasserbüffel (Beitrag 1590660)
Ich würde behaupten bei der Entwicklung wäre spätestens Mitte nächster Woche "Deadline" für einen Lockdown. Mitte April ist der Zug lange abgefahren...

- das denke ich auch.
Wenn ich richtig informiert bin gehen wohl mindestens einige Landkreise mit hohen ( über hundert ) Inzidenzwerten morgen wieder in einen Lockdown.
Und bei den aktuell steigenden Werten würde mich ein Abwarten bis kommenden Mittwoch sogar verwundern.

kupferle 15.03.2021 16:46

Kann mir bitte folgenden Artikel jemand erklären? Ich verstehe es so, daß Lockdowns nicht die beste Lösung sind.

https://www.nature.com/articles/s41598-021-84092-1

LidlRacer 15.03.2021 17:09

Zitat:

Zitat von kupferle (Beitrag 1590669)
Kann mir bitte folgenden Artikel jemand erklären? Ich verstehe es so, daß Lockdowns nicht die beste Lösung sind.

https://www.nature.com/articles/s41598-021-84092-1

Direkt am Anfang steht der Warnhinweis, dass es viel Kritik an der Studie gibt. Vermutlich zu Recht.

TRIPI 15.03.2021 17:22

Bei uns in BW war am Sonntag Landtagswahl. Und ich hatte mich schon gewundert dass trotz steigender Inzidenz ungefähr alles geöffnet wird.
Jetzt ist alles klar, bald wieder alles dicht, die Wahl ist ja vorbei:Cheese:

Und jetzt mal im Ernst: Wenn in ca. 2 Wochen, soweit ich das wahrnehme, auch die Arztpraxen mit dem Impfen beginnen, dann wäre es schon besonders dämlich jetzt kurz davor noch die 3. Welle nicht aufzuhalten. Da wird für meinen Geschmack zu viel Risiko gegangen. Auf 2 Wochen längerer Lockdown wäre es nun auch nicht mehr angekommen, mit Ausnahme der Abschlussklassen vielleicht, die wohl wirklich in Präsenzunterricht auch ihre Prüfungen vorbereitet gehören.

captain hook 15.03.2021 17:23

Zitat:

Zitat von kupferle (Beitrag 1590669)
Kann mir bitte folgenden Artikel jemand erklären? Ich verstehe es so, daß Lockdowns nicht die beste Lösung sind.

https://www.nature.com/articles/s41598-021-84092-1

Und neben der Anmerkung zur Kritik und Neudiskussion der Studie wurde auch nicht untersucht ob Lockdowns grundsätzlich gut oder schlecht sind, sondern:

With our results, we were not able to explain if COVID-19 mortality is reduced by staying at home in ~ 98% of the comparisons after epidemiological weeks 9 to 34.

captain hook 15.03.2021 17:38

Hier mal ne kleine Sammlung zur Mobilität und Corona. Für den Fall, dass das mit den Kontaktreduzierungen und den Ansteckungen sich noch nicht ausreichend rumgesprochen haben sollte...

https://www.zdf.de/nachrichten/polit...n-rki-100.html

Grundsätzlich würde sowas auch ohne Zwang gehen, wie zB erstaunlicherweise die erste Welle "gebrochen" wurde noch bevor Regeln durch die Politik eingesetzt wurden:

https://www.tagesspiegel.de/wissen/m.../26786098.html


Momentan hab ich das Gefühl, dass der Verkehr in der Stadt quasi so ist, als wäre nix gewesen. wurde in aktuellen Untersuchungen soweit mir bekannt auch bereits festgestellt.

So gesehen muss man sich über nix wundern was zu diesem Thema aktuell passiert. Und es wäre ja nicht so, als hätte es keine Modellrechnungen dazu gegeben.

Aber was willste machen... man kann ein paar Monate Lockdown ja zum Teufel jagen, weil man nicht mal noch ein paar Wochen warten kann mit dem Friseur. Machen wir danach dann halt noch länger noch mehr zu. Nennt man dann glaube ich klassisch Eigentor.

Hafu 15.03.2021 17:38

Zitat:

Zitat von frederik (Beitrag 1590613)
Wenn die Mutation nicht nur ansteckender sondern auch gefährlicher wäre, wäre die Belastung im Gesundheitssystem spürbar. Derzeit ist hier bei uns weder im Krankenhaus noch im Rettungsdienst eine zunehmende Belastung erkennbar. Das war vor 6-8 Wochen viel schlimmer.

Ob die britische Mutation wirklich gefährlicher ist, dazu ist die Studienlage nicht eindeutig und es gibt bislang widersprüchliche Ergebnisse.

Dass sie deutlich ansteckender ist, das ist aber gesichert und auch bei uns in der Klinik aktuell spürbar. Bis die seit zwei Wochen ansteigende Inzidenz auch zu vermehrter Belastung der Akut-Krankenhäuser führt, wird es natürlich noch dauern, da wegen der teilweisen Impfung der Hochrisikopersonen dieselbe Inzidenz wie vom November zu weniger schwer kranken Patienten führen wird.

Wir haben in den letzten zwei Wochen mehrere Covid-19-Fälle unter unseren Patienten gehabt, teilweise mit Ansteckungen positiver Patienten untereinander, obwohl wir ein derartig striktes Hygienekonzept haben wie es im normalen Leben derzeit fast undenkbar ist. Strenge Maskenpflicht in allen Situationen des klinikalltags, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen (unabhängig von irgendwelchen Abständen), PCR-Eingangsscreening für jeden neu aufgenommenen Patienten, wöchentliche Reihentestungen des gesamten Personals usw., komplettes Besuchsverbot etc.)

Demensprechend, und weil bei einem positiven Fall unmittelbar sämtliche Kontaktpersonen mitgetestet werden, gelingt bei uns auch noch eine Kontaktnachverfolgung, von der die Gesundheitsämter draußen längst überfordert sind.

qbz 15.03.2021 17:57

Zitat:

Zitat von kupferle (Beitrag 1590669)
Kann mir bitte folgenden Artikel jemand erklären? Ich verstehe es so, daß Lockdowns nicht die beste Lösung sind.

https://www.nature.com/articles/s41598-021-84092-1

Die Studie schliesst aus ihren Daten, dass es in den allermeisten Regionen der Welt keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Heimaufenthalte (gemessen an Handydaten von Google) und der Sterblichkeit geben soll.

Zur genaueren Beurteilung muss man tiefer ins Detail gehen und sich die Methodik anschauen, was wohl zur Zeit passiert, wie die Redaktion berichtet.

Jetzt mehr als allgemeine Bemerkung, ohne konkreten Bezug zur Studie: Natürlich ist die Fragestellung nicht trivial und es stellen sich zahlreiche methodische Probleme, die man bei dem Thema berücksichtigen bzw. lösen muss. Zum Beispiel: Es starben in Deutschland mehr Menschen zu Beginn des Lockdowns als vor dem Lockdown, wo sich die Infektion erst stärker ausbreitet bis sie nach der mehrwöchigen Erkrankungsdauer mit Klinikaufenthalt versterben. Wird das in der Studie wie berücksichtigt? Weiter beinflusst vor allem die Demografie die Sterblichkeit, je älter die Bevölkerung, je höher die Sterblichkeit. Wie wurde das methodisch berücksichtigt? Etc.

Helios 15.03.2021 18:04

Die 7Tage Corona-Todesfälle fallen.
Die Ziffern sind vom goggl, jeweils Sonntag.

10.1. => 878
17.1. => 852
24.1 => 771
31.1. => 695
7.2. => 649
14.2. => 486
21.2. => 406
28.2. => 315
7.3. => 262
14.3. => 211

Solange das fällt, wird nix zugemacht.

edit: basta vergessen

captain hook 15.03.2021 18:12

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1590696)
Die 7Tage Corona-Todesfälle fallen.
Die Ziffern sind vom goggl, jeweils Sonntag.

10.1. => 878
17.1. => 852
24.1 => 771
31.1. => 695
7.2. => 649
14.2. => 486
21.2. => 406
28.2. => 315
7.3. => 262
14.3. => 211

Solange das fällt, wird nix zugemacht.

edit: basta vergessen

Du meinst wir entwickeln uns von der Ablehnung des Mono Messfaktors Inzidenz zum Mono Messfaktor "Tote"?

mum 15.03.2021 19:21

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1590688)
Ob die britische Mutation wirklich gefährlicher ist, dazu ist die Studienlage nicht eindeutig und es gibt bislang widersprüchliche Ergebnisse.

Dass sie deutlich ansteckender ist, das ist aber gesichert und auch bei uns in der Klinik aktuell spürbar. Bis die seit zwei Wochen ansteigende Inzidenz auch zu vermehrter Belastung der Akut-Krankenhäuser führt, wird es natürlich noch dauern, da wegen der teilweisen Impfung der Hochrisikopersonen dieselbe Inzidenz wie vom November zu weniger schwer kranken Patienten führen wird.

Wir haben in den letzten zwei Wochen mehrere Covid-19-Fälle unter unseren Patienten gehabt, teilweise mit Ansteckungen positiver Patienten untereinander, obwohl wir ein derartig striktes Hygienekonzept haben wie es im normalen Leben derzeit fast undenkbar ist. Strenge Maskenpflicht in allen Situationen des klinikalltags, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen (unabhängig von irgendwelchen Abständen), PCR-Eingangsscreening für jeden neu aufgenommenen Patienten, wöchentliche Reihentestungen des gesamten Personals usw., komplettes Besuchsverbot etc.)

Demensprechend, und weil bei einem positiven Fall unmittelbar sämtliche Kontaktpersonen mitgetestet werden, gelingt bei uns auch noch eine Kontaktnachverfolgung, von der die Gesundheitsämter draußen längst überfordert sind.

Ist aufgrund erhöhter Fallzahlen bewiesen, dass der Britte ansteckender ist?
Könnte es sein, dass die Patienten sich vorher "ausserhalb" angesteckt haben?

merz 15.03.2021 21:18

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1590688)
(...)

Dass sie deutlich ansteckender ist, das ist aber gesichert und auch bei uns in der Klinik aktuell spürbar. (...)

Wir haben in den letzten zwei Wochen mehrere Covid-19-Fälle unter unseren Patienten gehabt, teilweise mit Ansteckungen positiver Patienten untereinander, obwohl wir ein derartig striktes Hygienekonzept haben wie es im normalen Leben derzeit fast undenkbar ist. Strenge Maskenpflicht in allen Situationen des klinikalltags, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen (unabhängig von irgendwelchen Abständen), PCR-Eingangsscreening für jeden neu aufgenommenen Patienten, wöchentliche Reihentestungen des gesamten Personals usw., komplettes Besuchsverbot etc.)

(...)

Danke fürs Teilen - das finde ich mal richtig beunruhigend - wenn man es weiterzieht scheint das nahezulegen, dass unsere normalen Massnahmen gegen B117 nicht genug wirken (das konnte man ja in der Inzidenzstagnation der letzten Wochen vermuten)

m.
(Was nicht reinpasst hier sind die erfreulich sinkenden Fallzahlen in UK, wenn sich am Ende herausstellt dass weites spacing im Impfen hier entscheidend war .... . )

Hafu 15.03.2021 22:02

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1590733)
Danke fürs Teilen - das finde ich mal richtig beunruhigend - wenn man es weiterzieht scheint das nahezulegen, dass unsere normalen Massnahmen gegen B117 nicht genug wirken (das konnte man ja in der Inzidenzstagnation der letzten Wochen vermuten)

m.
(Was nicht reinpasst hier sind die erfreulich sinkenden Fallzahlen in UK, wenn sich am Ende herausstellt dass weites spacing im Impfen hier entscheidend war .... . )

Die sinkenden Fallzahlen in GB liegen IMHO an einer Kombination aus wirkungsvollen Lockdown-Maßnahmen, deutlich höherer Impfquote im Vergleich zu Deutschland und deutlich höherer Herdenimmunität durch weitaus mehr Menschen mit bereits durchgemachter Covid-19-Erkrankung.

Bei den letzten beiden Punkten bin ich mir sicher, dass sie zutreffen und auch Drosten hatte sie in einem der letzten Podcasts bereits als Standortvorteile genannt. Inwieweit die Briten die empfohlenen Lockdownmaßnahmen besser durchziehen als die Deutschen, weiß ich nicht im Detail, da kenne ich mich zu wenig in GB aus, wo ich nur die online-Medien verfolge, aber ich vermute schon, dass Boris Johnson derzeit aufgrund der erkennbar von Woche zu Woche besseren Zahlen viel Vertrauen in der Bevölkerung genießt und die meisten Menschen (auch wegen dem in Aussicht gestellten Lockerungsplan) weitaus besser mitziehen als derzeit viele Deutsche.

Hier in Deutschland ist das Vertrauen in die Politik wegen der vielen Ungereimtheiten bei der Pandemiebekämpfung, dem Bund-Länder-Wirrwarr, der verpatzten Impfkampagne und vielen anderen Gründen wie z.B. auch dem Maskenprovisionsskandal nachhalitg beschädigt, so dass viele Menschen wohl auch vor diesem Hintergrund kaum noch bereit sind, sich in ihrem privaten Verhalten an offizielle Empfehlungen der Politik zu halten.

qbz 15.03.2021 22:43

Ein Bericht aus Nordbrasilien, Manaus:

Zitat:

"Wir werden in Manaus etwa im Juni eine dritte Welle mit der Variante P1 erleben, außerdem schon früher in weiteren brasilianischen Städten wie etwa Curitiba. Diese dritte Welle hat das Potenzial noch wesentlich tödlicher zu werden. In vielen brasilianischen Städten haben wir derzeit noch die britische Variante, aber ich gehe davon aus, dass sich P1 auch dort durchsetzen wird. Wir sehen jetzt schon Menschen, die gleichzeitig mit zwei Corona-Varianten infiziert sind, also mit der britischen und der brasilianischen. Neue Varianten können nicht nur durch Mutationen, sondern auch durch Kreuzung entstehen. Und ich befürchte, dass sich ein impfresistenter Supervirus entwickelt."
https://www.spiegel.de/politik/ausla...b-982cf362a837

KevJames 16.03.2021 06:10

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1590747)
D

Hier in Deutschland ist das Vertrauen in die Politik wegen der vielen Ungereimtheiten bei der Pandemiebekämpfung, dem Bund-Länder-Wirrwarr, der verpatzten Impfkampagne und vielen anderen Gründen wie z.B. auch dem Maskenprovisionsskandal nachhalitg beschädigt, so dass viele Menschen wohl auch vor diesem Hintergrund kaum noch bereit sind, sich in ihrem privaten Verhalten an offizielle Empfehlungen der Politik zu halten.

In allem anderen gebe ich Dir recht, hierbei denke ich aber nicht, dass dies die Ursache ist. Möglicherweise ist das regional sehr unterschiedlich - aber bei uns hatte ich zu keiner Zeit den Eindruck, dass die Menschen sich besonders gut an die Maßnahmen und Regeln gehalten hätten.
Mein Eindruck war hier eher (ich generalisiere absichtlich): "Der Deutsche lässt sich doch nicht einsperren." Der Run auf die Mallorca Flüge zu Ostern verfestigt dieses Bild weiter. :Lachanfall:

KevJames 16.03.2021 06:12

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1590756)
Ein Bericht aus Nordbrasilien, Manaus:


https://www.spiegel.de/politik/ausla...b-982cf362a837

Was bleibt da an wirkungsvollen Maßnahmen für andere Länder um dies zu verhindern? (ich frage einfach mal so locker in den Raum)

Hafu 16.03.2021 06:55

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1590761)
Was bleibt da an wirkungsvollen Maßnahmen für andere Länder um dies zu verhindern? (ich frage einfach mal so locker in den Raum)

Steht ja im Text:

Zitat:

...Ferrante: Es sind traumhafte Bedingungen – für das Virus. Es kann sich weiterhin völlig ungestört ausbreiten und verändern. Es gibt keinen Lockdown oder ähnliche Maßnahmen. Die Politik, etwa der Bürgermeister von Manaus, ignorieren unsere Empfehlungen. Die Impfkampagne hier wurde bereits zweimal gestoppt...
Die Impfungen erzeugen eine Vielzahl unterschiedlicher Antikörper und Gedächtniszellen gegen unterschiedliche Abschnitte von SARS-CoV2 (meist gerichtet gegen bestimmte Bereiche des Spike-Proteins, da dieses essentiell für das Eindringen des Virus in Körperzellen ist. Die Immunität nach Impfungen ist auch wesentlich besser und anhaltender als nach durchgemachter Infektion und es ist unwahrscheinlich, dass ein Virus gleichzeitig gegen alle verfügbaren Impfstoffe resistent wird, zumal mehrere weitere Impfstoffe, die auf anderen Komponenten beruhen, vor der Zulassung stehen und zumindest die mRNA-Impfstoffe sich mit relativ wenig Aufwand "umbauen" lassen für neue Virusmutanten.

Aber der Forscher hat natürlich recht, dass eine Situation wie in Brasilien: sehr hohe Inzidenz des Virus bei gleichzeitig vorhandenen kleinerem Anteil an geimpften Personen einen starken Selektionsdruck auf das Virus erzeugt, so dass sich schon aus rein statistischen Gründen dann eher Varianten entwickeln können, die auch Geimpfte befallen können.
Zum Glück folgen weltweit nur wenige Länder der Politik Brasiliens und setzen auf ungehemmte Ausbreitung von Covid-19 und natürliche Herdenimmunität.

Hafu 16.03.2021 07:03

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1590760)
In allem anderen gebe ich Dir recht, hierbei denke ich aber nicht, dass dies die Ursache ist. Möglicherweise ist das regional sehr unterschiedlich - aber bei uns hatte ich zu keiner Zeit den Eindruck, dass die Menschen sich besonders gut an die Maßnahmen und Regeln gehalten hätten.
Mein Eindruck war hier eher (ich generalisiere absichtlich): "Der Deutsche lässt sich doch nicht einsperren." Der Run auf die Mallorca Flüge zu Ostern verfestigt dieses Bild weiter. :Lachanfall:

Im ersten Lockdown im April hielten sich die ganz überwiegende Zahl der Menschen an die Empfehlungen der Politik, obwohl auch damals viele Aktivitäten erlaubt waren. Die Leute blieben einfach zu Hause, mutmaßlich auch aus Angst vor dem Unbekannten.

Es gibt glaube ich auch Auswertung von Handydaten vom vergangenen Jahr, die diesen Effekt für ganz Deutschland belegen.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich auf dem Weg in die Arbeit maximal zwei oder drei Autos begegnete, wie unglaublich leer die Autobahn (die ich immer auf einer Brücke kreuze) war.

Jetzt habe ich das Gefühl, dass die Straßen und Supermärkte voller sind als je zuvor. Während im ersten Lockdown das individuelle Erkrankungsrisiko wohl krass überschätzt wurde (man muss sich nur mal die damaligen relativ niedrigen inzidenzen ansehen) ist es jetzt umgekehrt und die Mehrheit der Menschen scheint sich für unverwundbar zu halten.

captain hook 16.03.2021 07:05

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1590763)
Steht ja im Text:



Die Impfungen erzeugen eine Vielzahl unterschiedlicher Antikörper und Gedächtniszellen gegen unterschiedliche Abschnitte von SARS-CoV2 (meist gerichtet gegen bestimmte Bereiche des Spike-Proteins, da dieses essentiell für das Eindringen des Virus in Körperzellen ist. Die Immunität nach Impfungen ist auch wesentlich besser und anhaltender als nach durchgemachter Infektion und es ist unwahrscheinlich, dass ein Virus gleichzeitig gegen alle verfügbaren Impfstoffe resistent wird, zumal mehrere weitere Impfstoffe, die auf anderen Komponenten beruhen, vor der Zulassung stehen und zumindest die mRNA-Impfstoffe sich mit relativ wenig Aufwand "umbauen" lassen für neue Virusmutanten.

Aber der Forscher hat natürlich recht, dass eine Situation wie in Brasilien: sehr hohe Inzidenz des Virus bei gleichzeitig vorhandenen kleinerem Anteil an geimpften Personen einen starken Selektionsdruck auf das Virus erzeugt, so dass sich schon aus rein statistischen Gründen dann eher Varianten entwickeln können, die auch Geimpfte befallen können.
Zum Glück folgen weltweit nur wenige Länder der Politik Brasiliens und setzen auf ungehemmte Ausbreitung von Covid-19 und natürliche Herdenimmunität.

Wobei man ja auch hier in der Diskussion manchmal den Eindruck hat, mancher wünscht sich den brasilianischen Weg. Wie geht es in diesem Zusammenhang eigentlich der brasilianischen Wirtschaft? Die muss ja abgehen wie die Post, wo sich die ganze Welt beschränkt und Brasilien wie im Paradies die Freiheit lebt.

captain hook 16.03.2021 07:06

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1590765)
Im ersten Lockdown im April hielten sich die ganz überwiegende Zahl der Menschen an die Empfehlungen der Politik, obwohl auch damals viele Aktivitäten erlaubt waren. Die Leute blieben einfach zu Hause, mutmaßlich auch aus Angst vor dem Unbekannten.

Es gibt glaube ich auch Auswertung von Handydaten vom vergangenen Jahr, die diesen Effekt für ganz Deutschland belegen.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich auf dem Weg in die Arbeit maximal zwei oder drei Autos begegnete, wie unglaublich leer die Autobahn (die ich immer auf einer Brücke kreuze) war.

Jetzt habe ich das Gefühl, dass die Straßen und Supermärkte voller sind als je zuvor. Während im ersten Lockdown das individuelle Erkrankungsrisiko wohl krass überschätzt wurde (man muss sich nur mal die damaligen relativ niedrigen inzidenzen ansehen) ist es jetzt umgekehrt und die Mehrheit der Menschen scheint sich für unverwundbar zu halten.

Die Links dazu hatte ich erst gestern Nachmittag noch einmal gepostet.

dr_big 16.03.2021 07:23

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1590763)
...
Zum Glück folgen weltweit nur wenige Länder der Politik Brasiliens und setzen auf ungehemmte Ausbreitung von Covid-19 und natürliche Herdenimmunität.

Viele Länder haben überhaupt kein Geld zur Beschaffung von Impfstoff. Dass Bolsonaro nicht hilfreich ist ist schon klar, aber solange die reichen Länder Impfstoff in dreifacher Menge abgreifen und ein Großteil der Welt leer ausgeht wird eine Stadt in Brasilien keinen nennenswerten Einfluss auf das Geschehen haben :Nee:

Kälteidiot 16.03.2021 07:29

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1590763)
Steht ja im Text:



Die Impfungen erzeugen eine Vielzahl unterschiedlicher Antikörper und Gedächtniszellen gegen unterschiedliche Abschnitte von SARS-CoV2 (meist gerichtet gegen bestimmte Bereiche des Spike-Proteins, da dieses essentiell für das Eindringen des Virus in Körperzellen ist. Die Immunität nach Impfungen ist auch wesentlich besser und anhaltender als nach durchgemachter Infektion und es ist unwahrscheinlich, dass ein Virus gleichzeitig gegen alle verfügbaren Impfstoffe resistent wird, zumal mehrere weitere Impfstoffe, die auf anderen Komponenten beruhen, vor der Zulassung stehen und zumindest die mRNA-Impfstoffe sich mit relativ wenig Aufwand "umbauen" lassen für neue Virusmutanten.

Aber der Forscher hat natürlich recht, dass eine Situation wie in Brasilien: sehr hohe Inzidenz des Virus bei gleichzeitig vorhandenen kleinerem Anteil an geimpften Personen einen starken Selektionsdruck auf das Virus erzeugt, so dass sich schon aus rein statistischen Gründen dann eher Varianten entwickeln können, die auch Geimpfte befallen können.
Zum Glück folgen weltweit nur wenige Länder der Politik Brasiliens und setzen auf ungehemmte Ausbreitung von Covid-19 und natürliche Herdenimmunität.

das verstehe ich nicht. Bedeutet das, das Virus muss sich anpassen um überhaupt noch Ansteckungsopfer zu finden?

qbz 16.03.2021 07:45

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1590772)
Viele Länder haben überhaupt kein Geld zur Beschaffung von Impfstoff. Dass Bolsonaro nicht hilfreich ist ist schon klar, aber solange die reichen Länder Impfstoff in dreifacher Menge abgreifen und ein Großteil der Welt leer ausgeht wird eine Stadt in Brasilien keinen nennenswerten Einfluss auf das Geschehen haben :Nee:

Der von mir zitierte Artikel stimmt leider mit den realen Zahlen nicht überein. Vergleicht man die absolute Zahl der geimpften Personen stehen Indien und Brasilien im Ranking sehr deutlich vor Deutschland. Es kann sein, dass sich vielleicht andere Provinzen in Brasilien oder Nichtregierungsorganisationen um die Beschaffung kümmern. Es
https://www.triathlon-szene.de/forum...postcount=4411

Und es gibt die internationale Covax-Initiative, unterstützt von der WHO:
Zitat:

"Die Europäische Union kündigte anlässlich des digitalen G7-Gipfels am 19.02.2021 an, ihre Unterstützung für die COVAX Facility auf 1 Milliarde Euro aufzustocken, nachdem sie zunächst 500 Millionen Euro zugesagt hatte. Sie sieht das als Akt der globalen Solidarität und als Ergänzung ihrer bilateralen Vereinbarungen mit Impfstoffherstellern zur Versorgung der eigenen Bevölkerung, wofür 2,7 Milliarden Euro reserviert sind. Wie am 19.02. ebenfalls bekannt wurde, unterstützt Deutschland die COVAX Facility mit weiteren 980 Millionen Euro – zusätzlich zu den bereits geleisteten hohen Millionenbeträgen und im Rahmen umfassender Hilfen zur Bekämpfung der Pandemie."
https://www.vfa.de/de/arzneimittel-f...covax-facility

Das Hauptproblem besteht vor allem in der zu geringen Produktion weltweit.

qbz 16.03.2021 07:53

Zitat:

Zitat von Kälteidiot (Beitrag 1590777)
das verstehe ich nicht. Bedeutet das, das Virus muss sich anpassen um überhaupt noch Ansteckungsopfer zu finden?

Das Virus vom Typ A vermehrt sich in seinem Wirt, dem Menschen, mit Kopien, Replikationen. Es entstehen dabei zufällige kleinere oder grössere Kopierfehler, darunter ein Virus vom Typ Q und eines X. Ist Typ Q zufällig leichter übertragbar als A, setzt er sich mit der Zeit durch. Sind die Menschen immun gegen A und Q, aber vielleicht schwächer immun gegen X, verbreitet sich X. So in etwa. ;)

Trimichi 16.03.2021 07:57

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1590761)
Was bleibt da an wirkungsvollen Maßnahmen für andere Länder um dies zu verhindern? (ich frage einfach mal so locker in den Raum)

Danke erst einmal für den Link nach Manaus. Das sind ja tolle Aussichten? Für uns hier in der "Festung Europa" ändert sich vermutlich nicht viel.

Wie das zu verhindern ist, also Maßnahmen für andere Länder? Womöglich eine andere Kommunikationspolitik? Sowie richtige Zahlen, also Statistiken, die den Kriterien oder Konventionen entsprechen? Wirkungsvolle Maßnahmen aus meiner Sicht:

a) robustes und belastbares Zahlenmaterial und damit seriöse Forschung

b) dramatischere Maßnahmen, z.B. ist ja Peru militärisch verriegelt, ich nenne das mal so

und

c) Hilfe aus dem Ausland

Zu c) man sieht ja in Amerika, was das kostet. Die JB-Admin hat 1,9 Billionen ausgegeben. Wobei ich nicht weis, inwiefern die USA oder Nordamerika die Grenzen zu Südamerika dicht machen. Zum Beispiel wurde ja in Kolumbien massiv gegen die FARC vorgegangen, mit dem Ergebnis, dass diese Drogenbanden nach Mexiko auswanderten und Mexiko als Reiseland schon vor über fünf Jahren deswegen gefährlich wurde. Eben wegen der südamerikanischen Drogenbanden, die in Mittelamerika nun sind.

Zu b) kann man so wie in Peru z.B. mit den Menschen umgehen? zu b) und c) Was ist realisierbar und auch ethisch vertretbar?

Zaun um solche andere Länder rumbauen (Sanktionen gegen Brasilien? vgl. besagter link) wird wohl nicht viel bringen bzw. nicht möglich sein. Ist auch unethisch, imho. Daher ist die internationale Forschergemeinde (Scientiffic Community) imho in der Pflicht!

Dazu zwei Beispiele:

Es kann nicht sein, dass man einen Impfstoff auf den Markt wirft und dann wieder wegen Nebenwirkungen vom Markt nimmt. Jetzt will die zuständige, europäische Behörde nachbessern und sich darum kümmern. Ist das seriös? Ich meine nein. Soviel mein Senf zum Thema Pharma.

Es kann auch nicht sein, dass Tests, die nicht funktionieren (nicht valide sind), und damit Getestete, in Statistiken aufgenommen werden. Beispiel: hierzulande geht man in eine Apotheke und macht einen Test. Ist der positiv, so muss man zum Arzt, der dann die Diagnose erstellt. ALDI mit seinen Schnelltests und Apotheken dürfen keine Diagnosen erstellen. Heute erst stand bei uns in der Tageszeitung, dass es Verwirrung gibt wegen des Inzidenzwertes, weil Schnelltests falsch waren, die was weis ich wer an einem Gymnasium durchgeführt hatte. Fehler passieren, allerdings dürfen Laien keine Diagnosen erstellen. Soviel mein Senf zu dem Thema Diagnostik in Verbindung mit empirischer Sozialforschung.

d) Man darf auch nicht vergessen, dass das Bildungsniveau in den anderen Ländern nicht so hoch ist wie in Europa.

Insgesamt müsste sich die Wissenschaft als Netzwerk gegen das Netzwerk aus Politik und Medien durchsetzen. Das würde aber bedeuten, dass viele aus dem Elfenbeinturm herauskämen und öffentlich gegen dieses "Wirtschaften", btw. diese "Salamitaktik", ich nenne das mal so, angehen. Nicht nur Forschung, sondern auch Lehre! Die Frage wäre dann aber, ob die Öffentlichkeit und die Leute mit diesen Zahlenwerken klarkämen. Kann ja auch sein, dass die Menschen noch mehr demoralisiert würden.

Allerdings wäre Letzteres für mich ein Schritt in die richtige Richtung. Raus aus dem Elfenbeinturm, rein ins Feld! Ich nenne das mal so.

(lockere Antwort auf die Frage von KevJames)


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