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qbz 04.03.2021 14:18

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1588465)
Warum auch immer sieht qbz nur bösen FLugtourismus nach Übersee, aber keine Pendler etc. Man braucht klare Feindbilder, sonst funktioniert es in der Debatte nicht - vor allem nicht aus der Perspektive der modernen identitätspolitischen Linken.

Zufälligerweise liegt die Übersee ausserhalb der EU und Reisen dahin wären bei einer No-Covid-Strategie in der EU anders von Quarantäne betroffen als die Pendler, wozu ich mich erklärend geäussert habe, falls Du es gelesen hast. Stattdessen nutzt Du jede Gelegenheit gegen eine Linke zu polemisieren wie bei einer schlechten Bundestagsrede, obwohl eine "No-Covid-Strategie" mit der Linke (PDL) rein gar nichts inhaltlich zu tun hat. Absurd.

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1588465)
Sonst immer schön dafür stimmen, dass der Militärhaushalt gekürzt werden soll, ja keine europäische Armee und plötzlich brauchen wir das alles? :Maso:

2 x 3 macht vier ...

Offtopic:
Sag ja, schlechte Polemik im Bundestag. :Lachen2:
Für die Hilfe in den Gesundheitsämtern und für Grenzkontrollen braucht man wohl keine Raketen, Kampflugzeuge, Artillerie, keine Auslandseinsätze in Afghanistan und Mali usf..
Man kann die Mittel längerfristig auch dem Bundesgrenzschutz geben, es hätte 2020 nur erstmal schnell gehen müssen.

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1588465)
Leider haben wir noch keine europäische Republik, sondern eine zerstrittene EU aus Nationalstaaten. Mag eine schöne Idee sein, dass man sich auf ein solches Konzept einigt, aber funktioniert unter den aktuellen Bedingungen nicht.

Flüchtlinge werden an den Grenzen und Flughäfen (Einreiseorten) auch kaserniert, was zeigt, dass es natürlich gehen kann, wenn man will. Andere Staaten machen es uns vor.

keko# 04.03.2021 14:36

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1588465)
...
Es gibt auch Untergangspropheten, die alle paar Jahre den Untergang der Welt, Börse - you name it - prognostiezieren. Irgendwann liegt einer dann vielleicht mal zufällig richtig. Ansonsten: Entglobalisierung? No way! Bestimmte Bereiche werden sicherlich national organisiert oder über die EU - Sicherheitsinfrastrukturen, Dateninfrastruktur, medizinische Grundversorgung, etc. Die gesamte globalisierte Entwicklung wird allerdings mit Sicherheit nicht umgekehrt. Verlagerung von Produktionsstätten? Womöglich in Teilen, jedoch gibt es jede Menge wachsende Märkte außerhalb Europas, die einerseits mit standardisierten Produkten sowie hoch-individualisierten Produkten bedient werden müssen. Das gilt genauso auch für Europa. Deshalb gibt es hier wahrscheinlich weitere Ausdifferenzierungen, kleinere Verlagerungen, aber keine gegenteilige Entwicklung.

Tendenz geht in manchen Bereiche zu Regionalisierung: Europa, Asien, Amerika usw.
Das sind auch alles andere als Untergangsszenarien, sondern normale Entwicklungen. Wenn die Robotik etwas weiter ist, braucht es nicht mehr zwingend die Produktion sonst wo, wo das Humankapital billig ist und das Umschiffen der Meere, sondern vor Ort, wo die Produkte benötigt werden.
Natürlich nicht auf einmal und nicht überall. Aber alleine schon der aufkommende Umweltschutz wird dies einfordern.
:Blumen:

captain hook 04.03.2021 16:01

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1588476)
Tendenz geht in manchen Bereiche zu Regionalisierung: Europa, Asien, Amerika usw.
Das sind auch alles andere als Untergangsszenarien, sondern normale Entwicklungen. Wenn die Robotik etwas weiter ist, braucht es nicht mehr zwingend die Produktion sonst wo, wo das Humankapital billig ist und das Umschiffen der Meere, sondern vor Ort, wo die Produkte benötigt werden.
Natürlich nicht auf einmal und nicht überall. Aber alleine schon der aufkommende Umweltschutz wird dies einfordern.
:Blumen:

Daran glaube ich nicht. Es wird in Entwicklungsländern nicht nur wegen des "Humankapitals" (grausames Wort) produziert, sondern weil man dort auch über die meisten Sauereien hinweg sieht. Soviel kann die Robotik gar nicht sparen was an Zusatzkosten für die zB Umweltauflagen oben drauf kommt.

captain hook 04.03.2021 16:03

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588474)

Flüchtlinge werden an den Grenzen und Flughäfen (Einreiseorten) auch kaserniert, was zeigt, dass es natürlich gehen kann, wenn man will. Andere Staaten machen es uns vor.

Ob man sich die Zustände dort als Beispiel im Sinne von "die machen es uns vor" nehmen will, sollte man sich aber vielleicht auch gut überlegen.

keko# 04.03.2021 16:24

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1588494)
Daran glaube ich nicht. Es wird in Entwicklungsländern nicht nur wegen des "Humankapitals" (grausames Wort) produziert, sondern weil man dort auch über die meisten Sauereien hinweg sieht. Soviel kann die Robotik gar nicht sparen was an Zusatzkosten für die zB Umweltauflagen oben drauf kommt.

Ja, da ist noch vieles offen.
Interessant wird es, wenn ein 3D-Drucker dir dein T-Shirt produziert oder eine KI die Hotline in Indien ersetzt. Dann fallen diese Jobs dort weg. Automation trifft diese Länder noch viel mehr.

qbz 04.03.2021 16:25

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1588495)
Ob man sich die Zustände dort als Beispiel im Sinne von "die machen es uns vor" nehmen will, sollte man sich aber vielleicht auch gut überlegen.

Ich dachte jetzt nur an die Kontrolle bei der Einreise in die EU und die Grenzsicherung, soweit man verhindern will, dass Menschen ohne Tests und anschliessender Quarantäne das Land betreten. Ich finde eine Quarantänekontrolle in Hotels macht schon Sinn. Auch wenn ein Teil bei uns geimpft sein wird, wird es noch keinen Reiseverkehr ohne Tests und Quarantäne geben.

trithos 04.03.2021 17:12

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1588469)
z.B. massive Einbußen für alle Länder, deren Haupteinkommen vom Tourismus herrührt, wie Österreich, ...

Dazu möchte ich anmerken, dass die Zahlen (die Beispiele sind nicht ganz aktuell, aber die Größenordnung bilden sie gut ab) die Annahme nicht ganz belegen, dass Österreich bei geschlossenen Grenzen für Urlauber massiv Einnahmen verlieren würde. Denn der Ausfall könnte mit inländischen Urlaubern gut kompensiert werden.

"Die Österreicher ließen 2016 insgesamt 14,6 Mrd. Euro für Urlaubsreisen springen, davon 4,5 Mrd. Euro im Inland und 10,1 Mrd. Euro im Ausland." Wenn also die Österreicher selbst die 10,1 Milliarden Euro für Urlaub im Inland ausgeben würden, statt sie im Ausland auszugeben, würde ich mir um den Tourismus in Ö keine Sorgen machen.
(Zitat aus: https://www.kleinezeitung.at/lebensa...tzenreiter-bei)

Denn diese 10,1 Milliarden sind ziemlich genau die Differenz in der Reiseverkehrsbilanz: "Für das Kalenderjahr 2019 betrugen die Devisennettoeingänge (= Differenz aus Einnahmen und Ausgaben) aus dem Tourismus rund 10,2 Mrd. Euro ..." http://www.statistik.at/web_de/stati...anz/index.html

Ich weiß, dass das ein Nebenschauplatz ist, und dass die Abhängigkeit von ausländischen Touristen z.B. im Westen Österreichs überdurchschnittlich groß ist. Aber insgesamt wäre eine Grenzschließung ein Nullsummenspiel - zumindest in einem theoretischen Modell, in dem alle Österreicher, die nicht ins Ausland dürfen, das Geld im Inland ausgeben. ;)

Zudem beträgt der Anteil des Tourismus am österreichischen BIP (nach Wifo-Angaben) etwa 7,3 Prozent. Ob das tatsächlich als "Haupteinnahmequelle" bezeichnet werden kann, finde ich zumindest hinterfragenswert.

Schwarzfahrer 04.03.2021 17:23

Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1588502)
Dazu möchte ich anmerken, dass die Zahlen (die Beispiele sind nicht ganz aktuell, aber die Größenordnung bilden sie gut ab) die Annahme nicht ganz belegen, dass Österreich bei geschlossenen Grenzen für Urlauber massiv Einnahmen verlieren würde. Denn der Ausfall könnte mit inländischen Urlaubern gut kompensiert werden.

Rechnerisch sicherlich. Ob sich genügend Österreicher finden, die auch Skifahren oder Bergwandern können und wollen? Oder gibt dann ein nationaler Rettungsplan die Urlaubsziele für die Leute vor?
Zitat:

Zitat von trithos (Beitrag 1588502)
Zudem beträgt der Anteil des Tourismus am österreichischen BIP (nach Wifo-Angaben) etwa 7,3 Prozent. Ob das tatsächlich als "Haupteinnahmequelle" bezeichnet werden kann, finde ich zumindest hinterfragenswert.

Du weißt sicherlich, daß es regional (Westösterreich) etwas anders aussieht, und mir ist auch klar, daß die Tiroler weniger leiden, als manche anderen Urlaubsgebiete, die ich auch aufgeführt habe. Für den Einzelnen, der davon lebt, kann das aber doch existentiell werden. Es geht in den meisten Fällen auch nicht darum, ob die Leute überleben, sondern wie sie es tun, und welche Gründe es gibt, sie dazu zu zwingen. Aber der Begriff der Verhältnismäßigkeit wird offenbar in einer sehr breiten Spanne interpretiert.

trithos 04.03.2021 17:39

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1588504)
Rechnerisch sicherlich. Ob sich genügend Österreicher finden, die auch Skifahren oder Bergwandern können und wollen? Oder gibt dann ein nationaler Rettungsplan die Urlaubsziele für die Leute vor?

Nö, die Urlaubsziele gibt dann die geschlossene Grenze vor.;) Aber deshalb hab ich ja geschrieben: "in einem theoretischen Modell"

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1588504)
Du weißt sicherlich, daß es regional (Westösterreich) etwas anders aussieht, und mir ist auch klar, daß die Tiroler weniger leiden, als manche anderen Urlaubsgebiete, die ich auch aufgeführt habe. Für den Einzelnen, der davon lebt, kann das aber doch existentiell werden. Es geht in den meisten Fällen auch nicht darum, ob die Leute überleben, sondern wie sie es tun, und welche Gründe es gibt, sie dazu zu zwingen. Aber der Begriff der Verhältnismäßigkeit wird offenbar in einer sehr breiten Spanne interpretiert.

Ja, das weiß ich. Deshalb hab ich ja geschrieben: "Ich weiß, ... dass die Abhängigkeit von ausländischen Touristen z.B. im Westen Österreichs überdurchschnittlich groß ist." Und dass das für den Einzelnen durchaus bedrohlich sein kann, bestreite ich ja gar nicht. Aber ehrlich gesagt würde ich mir in so einem Szenario um den Städtetourismus (vor allem in Wien) viel größere Sorgen machen. Da ist der Ausfall von Gästen aus dem Ausland (Kultur-Tourismus, Kongresse, ...) tatsächlich kaum durch Inlandsurlauber aufzufangen.

captain hook 04.03.2021 17:40

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1588504)
Aber der Begriff der Verhältnismäßigkeit wird offenbar in einer sehr breiten Spanne interpretiert.

Also so wie bei Einschätzungen zu Coronatoten oder Coronalangzeitfolgen.

Pascal 04.03.2021 20:44

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1588325)
Lauterbach:
"Was wird passieren, wenn der Beschluss umgesetzt ist? Die Inzidenz 100 wird man Anfang April erreicht haben, und dann kommen wieder stärkere Einschränkungen, weil dann sind wieder alle „alarmiert“. Und es sind ein paar tausend Menschen zusätzlich gestorben"

Ich:
Die dann zurück kommenden Einschränkungen sind nicht härter als jetzt.
Da wir zu dem Zeitpunkt aber praktisch nur noch die ansteckendere(n) Variante(n) haben werden und die Impfungen wahrscheinlich immer noch nicht den Durchbruch gebracht haben werden, wird es nicht reichen, um dann wieder die Wende nach unten zu bringen und der Anstieg geht weiter wie im Herbst bei zu zaghaftem Lockdown.

Hierzu kann ich nur ergänzen, dass wir hier in SO-Bayern bereits in vielen Kreisen und Städten bereits jetzt jenseits der 100 liegen. Und in meiner Stadt gab es in der letzten Woche einen Anstieg von 61 auf 83. Da muss mann kein Mathegenie sein um ableiten zu können, dass es Zeitverschwendung ist sich mit Optionen für Öffnungen zu befassen. Republikweit ist das ganze ggf. eine Woche später und ich prognostiziere, bis Ostern brauchen wir gar nicht erst zu warten bis wir die 100 erreicht haben werden.

P.S. Die Investition in eine Haarschneidemaschine hat sich voll gelohnt!! Bester Kauf 2020!

Dembo 04.03.2021 21:17

Also, an NoCovid muss mir jemand mal was erklären:

Wir hatten jetzt gute 365 Tage Zeit um per Experiment zu sehen: Ein Pflegeheim so von der Außenwelt abzuriegeln, dass SARS-CoV-2 nicht eingetragen wird funktioniert nicht. Ein Pflegeheim. Ein Haus mit einer Tür.

Und NoCovid verspricht mir jetzt: Wenn Grüne Zone, dann Restaurants, Museen, Theater etc. auf, Rote Zone bedeutet Lockdown. Wie soll das denn bitte funktionieren, wenn z.B. in Berlin mit einer hypothetischen Inzidenz von sagen wir mal 3 im Berghain das Leben tobt und Brandenburg mit einer ebenso hypothetischen Inzidenz von 100 im Lockdown sitzt. Was wird da wohl der Gleichgewichtszustand sein?

Wenn ich das NoCovid Befürwortern sage, dann lautet die Antwort entweder "das müssen wir europaweit machen" (ja klar, träum weiter) oder "da denken wir uns da schon was aus". Aber was, wenn die Strategie nicht mal bei Gebäuden funktioniert?

LidlRacer 04.03.2021 21:22

Zitat:

Zitat von Dembo (Beitrag 1588559)
Also, an NoCovid muss mir jemand mal was erklären:

Wir hatten jetzt gute 365 Tage Zeit um per Experiment zu sehen: Ein Pflegeheim so von der Außenwelt abzuriegeln, dass SARS-CoV-2 nicht eingetragen wird funktioniert nicht. Ein Pflegeheim. Ein Haus mit einer Tür.

Letzten Sommer hatten wir quasi NoCovid und daher fast keine Toten.

qbz 04.03.2021 21:31

Zitat:

Zitat von Dembo (Beitrag 1588559)
Also, an NoCovid muss mir jemand mal was erklären:

Wir hatten jetzt gute 365 Tage Zeit um per Experiment zu sehen: Ein Pflegeheim so von der Außenwelt abzuriegeln, dass SARS-CoV-2 nicht eingetragen wird funktioniert nicht. Ein Pflegeheim. Ein Haus mit einer Tür.

Und NoCovid verspricht mir jetzt: Wenn Grüne Zone, dann Restaurants, Museen, Theater etc. auf, Rote Zone bedeutet Lockdown. Wie soll das denn bitte funktionieren, wenn z.B. in Berlin mit einer hypothetischen Inzidenz von sagen wir mal 3 im Berghain das Leben tobt und Brandenburg mit einer ebenso hypothetischen Inzidenz von 100 im Lockdown sitzt. Was wird da wohl der Gleichgewichtszustand sein?
.......

Da muss man sich halt auch informieren, wie Länder das handhaben, wo No-Covid funktioniert. Es gibt dort ja auch immer mal wieder Virusinfektionen in geringem Masse, aber diese Länder schaffen es, dass es sich nicht ausbreitet. aktuelles Beispiel gerade Neuseeland, Auckland kurzer Lockdown, Umgebung nicht..

TriVet 04.03.2021 23:06

Leider sehr zutreffende Kolumne von Sascha Lobo zum Staatsversagen (dieses Wort wird es noch unrühmlich weit bringen) auf spon:

https://www.spiegel.de/netzwelt/netz...6CjZ7QiMfsUmZc

Grollbürger bin ich inzwischen auch, Tendenz stark zunehmend.

KevJames 05.03.2021 06:37

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588562)
Da muss man sich halt auch informieren, wie Länder das handhaben, wo No-Covid funktioniert. Es gibt dort ja auch immer mal wieder Virusinfektionen in geringem Masse, aber diese Länder schaffen es, dass es sich nicht ausbreitet. aktuelles Beispiel gerade Neuseeland, Auckland kurzer Lockdown, Umgebung nicht..

Der Unterschied ist aber, dass die auch Lockdown meinen, wenn sie Lockdown sagen. Dass ist bei uns ja ganz anders ...
Hinzu kommt natürlich unsere geographische Lage und unsere massive wirtschaftliche (und damit auch die Versorgung) Abhängigkeit vom Ausland.

Hafu 05.03.2021 06:58

Zitat:

Zitat von TriVet (Beitrag 1588572)
Leider sehr zutreffende Kolumne von Sascha Lobo zum Staatsversagen (dieses Wort wird es noch unrühmlich weit bringen) auf spon:

https://www.spiegel.de/netzwelt/netz...6CjZ7QiMfsUmZc

Grollbürger bin ich inzwischen auch, Tendenz stark zunehmend.

:Blumen:

Sascha Lobo bringt es -wie so oft- auf den Punkt.

Ich würde in vielen Bereichen beipflichten. Gestern hat mein Frau (Grundschullehrerin) erfahren, dass jetzt, zwei Wochen nachdem Bayern die Grundschulen wieder geöffnet wurden, endlich erste Schnelltests beim Landratsamt eingetroffen sind.

Auf die Nachfrage, wann denn endlich eine erste stichprobenartige Testung der Schüler aus dem Präsenzbetrieb erfolgen würde, kam die Antwort, die Tests seien nur für ältere Schüler (älter als 15 Jahre) vorgesehen. Ältere Schüler sind mit Ausnahme der Abschlussklassen bekanntlich noch alle im Distanzunterricht.
D.h. der Präsenzunterricht in den Grundschulen und die Betreuung in den Kitas findet weiterhin nach dem Prinzip Hoffnung wie im Frühjahr 2020 statt, während tausende von Schnelltests mit denen man Ansteckungen vermeiden könnte in irgendwelchen Lagern verstauben. Wird schon nichts passieren.

Im Nachbarlandkreis Rosenheim ist die Inzidenz letzte Woche sprunghaft auf 91 angestiegen und es droht die nächste Schulschließung. Hier im Landkreis Traunstein gibt es einen Anstieg auf 71...

qbz 05.03.2021 07:47

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1588578)
Der Unterschied ist aber, dass die auch Lockdown meinen, wenn sie Lockdown sagen. Dass ist bei uns ja ganz anders ...
Hinzu kommt natürlich unsere geographische Lage und unsere massive wirtschaftliche (und damit auch die Versorgung) Abhängigkeit vom Ausland.

Klar, ein Lockdown ist kurz, aber umfassender wie bei uns und evtl. mit Massentests begleitet. Die meisten Güter kommen oder verlassen doch sowieso per Schiff oder Flugzeug die EU. China (keine Insel) als weltweite Exportnation und auch Importe (Nahrungsmittel) schafft es genauso, die Lieferketten aufrechtzuerhalten, ohne das Virus wieder reinzulassen. Die haben auch nicht gesagt: "Funktioniert nicht," sondern Lösungen für den Grenzverkehr gefunden, von denen man lernen könnte, wie es geht, wenn man will.

Dembo 05.03.2021 07:58

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588586)
Klar, ein Lockdown ist kurz, aber umfassender wie bei uns und evtl. mit Massentests begleitet. Die meisten Güter kommen oder verlassen doch sowieso per Schiff oder Flugzeug die EU. China (keine Insel) als weltweite Exportnation und auch Importe (Nahrungsmittel) schafft es genauso, die Lieferketten aufrechtzuerhalten, ohne das Virus wieder reinzulassen. Die haben auch nicht gesagt: "Funktioniert nicht," sondern Lösungen für den Grenzverkehr gefunden, von denen man lernen könnte, wie es geht, wenn man will.

Im Ernst jetzt? Chinesische Totalüberwachung? Welches Land, dass

(a) keine Insel und
(b) gerade ein, dem mitteleuropäischen Klima vergleichbares Wetter hat

bekommt NoCovid denn hin? Und ja, im Sommer hatten wir diese Phase, aber halten konnten wir die nicht, und jetzt haben wir ein R_base, dass um 0.75 - 1.5 höher liegt - damit wäre im Sommer 2020 der Ofen auch aus gewesen.

Klar, Perth riegle ich Dir auch mal für eine Woche ab. Aber Duisburg?

noam 05.03.2021 08:03

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588586)
... von denen man lernen könnte, wie es geht, wenn man will.

Aber WIR sind doch Deutschland. Deutschland ist in allem die beste Nation der Welt. Wenn überhaupt dann können andere von uns lernen.

Ich glaube dieser fundamentale Irrtum ist ganz ganz ganz fest in den Köpfen vieler Politiker verankert.

Bei anderen zu lernen bedeutet ja auch, dass man eingesteht selber keine besseren Ideen zu haben. Wo kommen wir da denn hin.



Ich bin da ganz bei Sascha Lobo und empfinde insbesondere die von ihm als "Flipsätze" aufgeführten Aussagen der Politiker als blanken Hohn. Man muss sich mal vorstellen. Der Virus begleitet oder bestimmt unser Leben nun seit einem Jahr. Man hat sich in der politischen Entscheiderebene für einen schweizer Lockdownkäse als einzige Möglichkeit den Virus entgegenzutreten entschieden. Der aktuelle Lockdown hat Anfang Dezember begonnen. Damals war man voller Hoffnung auf eine Impfung und Tests. Jetzt haben wir März und es liegt offensichtlich keine Teststrategie vor? Man hat eine Impfstrategie, die viele viele Dosen Impfstoff pro Tag ungenutzt lässt, weil man nicht flexibel ist?


Das schlimme ist, dass es für die meisten Bürger keine politischen Alternativen gibt. Grün und Links wollen viele konservative gar nicht und die AFD ist eben keine Alternative. Ich bin gespannt auf die anstehenden Wahlen.

noam 05.03.2021 08:05

Zitat:

Zitat von Dembo (Beitrag 1588589)
Im Ernst jetzt? Chinesische Totalüberwachung? Welches Land, dass

(a) keine Insel und
(b) gerade ein, dem mitteleuropäischen Klima vergleichbares Wetter hat

bekommt NoCovid denn hin? Und ja, im Sommer hatten wir diese Phase, aber halten konnten wir die nicht, und jetzt haben wir ein R_base, dass um 0.75 - 1.5 höher liegt - damit wäre im Sommer 2020 der Ofen auch aus gewesen.

Klar, Perth riegle ich Dir auch mal für eine Woche ab. Aber Duisburg?

Hatten wir denn im Sommer wirklich NoCovid oder waren Verläufe aufgrund ungeklärter Umstände einfach unscheinbarer?

Dembo 05.03.2021 08:12

So, die ach-so-inkompetenten USA sind bei 2 Mio Dosen pro Tag:

https://www.nytimes.com/interactive/...ine-doses.html

Damit wären wir bis Mitte April durch.

Sehr's positiv: Kona dürfte damit dieses Jahr stattfinden - bloß halt ohne uns.

Plasma 05.03.2021 08:13

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1588580)
:Blumen:

Sascha Lobo bringt es -wie so oft- auf den Punkt.

Ich würde in vielen Bereichen beipflichten. Gestern hat mein Frau (Grundschullehrerin) erfahren, dass jetzt, zwei Wochen nachdem Bayern die Grundschulen wieder geöffnet wurden, endlich erste Schnelltests beim Landratsamt eingetroffen sind.

Auf die Nachfrage, wann denn endlich eine erste stichprobenartige Testung der Schüler aus dem Präsenzbetrieb erfolgen würde, kam die Antwort, die Tests seien nur für ältere Schüler (älter als 15 Jahre) vorgesehen. Ältere Schüler sind mit Ausnahme der Abschlussklassen bekanntlich noch alle im Distanzunterricht.
D.h. der Präsenzunterricht in den Grundschulen und die Betreuung in den Kitas findet weiterhin nach dem Prinzip Hoffnung wie im Frühjahr 2020 statt, während tausende von Schnelltests mit denen man Ansteckungen vermeiden könnte in irgendwelchen Lagern verstauben. Wird schon nichts passieren.

Im Nachbarlandkreis Rosenheim ist die Inzidenz letzte Woche sprunghaft auf 91 angestiegen und es droht die nächste Schulschließung. Hier im Landkreis Traunstein gibt es einen Anstieg auf 71...

Für meinen Sohn gibt es an der Grundschule keinen Präsenzunterricht. Und das ist, soviel ich weiß, in ganz Bayern so. Es findet Wechselunterricht statt. Bei uns ist der so organisiert, dass sie täglich wechseln, also Di/Do oder Mo/Mi und für beide Gruppen einen halben Freitag.

Gestern hat MP Söder verkündet, dass es den Präsenzunterricht in der Grundschule erst dann wieder gibt, wenn in einem Landkreis die Inzidenz unter 50 liegt. Bei uns ist sie aktuell knapp 70. Dh, es wird auch nächste Woche erstmal nur Wechselunterricht an unserer Grundschule geben.

Ansonsten denke ich auch, dass SLobo recht hat. Die Pandemie zeigt deutlich was für Nullnummern gewisse Politiker eigentlich sind, und dass so ein träger Bürokratie- und Beamtenstaat wie Deutschland mit seinen 5 Millionen Verordnungen und Vorschriften suboptimal zum Bekämpfen der Pandemie aufgestellt ist.

Bei uns hat man leider noch immer nicht verstanden, dass man beim Bekämpfen der Pandemie eben nicht auf alle Befindlichkeiten Rücksicht nehmen kann und dass Datenschutzfetischisten und Grundrechtsfanatiker eben keine Antwort darauf haben, wie man am effizientesten die Pandemie bekämpft. Da hat Trivet schon recht, die Bedenkenträger bringen uns nicht weiter.

qbz 05.03.2021 08:19

Zitat:

Zitat von Dembo (Beitrag 1588589)
Im Ernst jetzt? Chinesische Totalüberwachung? Welches Land, dass

(a) keine Insel und
(b) gerade ein, dem mitteleuropäischen Klima vergleichbares Wetter hat

bekommt NoCovid denn hin? Und ja, im Sommer hatten wir diese Phase, aber halten konnten wir die nicht, und jetzt haben wir ein R_base, dass um 0.75 - 1.5 höher liegt - damit wäre im Sommer 2020 der Ofen auch aus gewesen.

Klar, Perth riegle ich Dir auch mal für eine Woche ab. Aber Duisburg?

Sorry, ich sprach doch sehr deutlich nur und ausschliesslich vom globalen Waren- und Güterverkehr, den Du als unüberwindbares Hindernis und Ausschlusskriterium für eine EU-weite No-Covid Strategie angeführt hast und was China klar widerlegt und nicht von der Überwachung der Bürger China´s im Inland. Was den Umgang der Pandemie im Inland betrifft, kann man von Australien oder Neuseeland lernen.

Im Süden Europas haben wir am Mittelmeer und Atlantik ein mildes bis sehr warmes Klima, in den skandinavischen Ländern ein kühles bis kaltes. Nun vergleiche die Corona-Infektions-Kurven von Spanien, Italien, Portugal, Griechenland mit Norwegen, Finnland, Schweden. Offenbar besitzt der jeweilige Umgang mit der Pandemie eine gewichtigere Rolle als die Temperatur, was man auch an Südafrika oder Brasilien leicht feststellen kann ohne Corona-Spezialist und Epidemiologe zu sein.

Aber ich möchte mich da jetzt gar nicht mehr weiter ins Zeug legen. Einiges im Leben wurde halt komplizierter oder total anders mit Corona, teilweise durch Verschulden der politischen Entscheidungen wie bei den Impfungen oder zu späten bis unterlassenen Interventionen, viele bezahlten das leider mit Krankheit oder ihrem Leben, andere mit sozialen bis psychischen Belastungen, insofern habe ich bisher als Rentner Glück gehabt und hoffe jetzt mal irgendwann auf die Impfung...

LidlRacer 05.03.2021 08:23

Zitat:

Zitat von Dembo (Beitrag 1588589)
Im Ernst jetzt? Chinesische Totalüberwachung? Welches Land, dass

(a) keine Insel und
(b) gerade ein, dem mitteleuropäischen Klima vergleichbares Wetter hat

bekommt NoCovid denn hin? Und ja, im Sommer hatten wir diese Phase, aber halten konnten wir die nicht, und jetzt haben wir ein R_base, dass um 0.75 - 1.5 höher liegt - damit wäre im Sommer 2020 der Ofen auch aus gewesen.

Klar, Perth riegle ich Dir auch mal für eine Woche ab. Aber Duisburg?

Letzten Sommer haben wir einfach nur zugeschaut, wie die Zahlen langsam stiegen, ohne auch nur zu versuchen, etwas dagegen zu unternehmen.

merz 05.03.2021 08:28

gerade mal in die RKI Berichte von Ende August 2020 geschaut:
himmlische Zustände verglichen mit dem was ist und noch kommen könnte.

Landkreise mit null Fällen, Bundesinzidenz bei unter 10, hotspots waren das Problem. Da war der Virus einfach noch nicht in der Breite und Fläche da.
Wirkte alles irgendwie irreal sehr entspannt, wer vor einer Zweite Welle warnte war „panisch“.

Trügerische Ruhe, das Gefühl war glaube ich nach dem März-Schock: ist jetzt eigentlich vorbei.

Trügerische Ruhe, denn da hat sich das Zeitfenster geschlossen eine fulminante Impfkampagne aufzusetzen (auch wenn es noch *keinen* zugelassenen Impfstoff gab), Teststrategie in der Breite ebenso ..... (gab es da schon verlässliche DIY/Antigen-Schnelltests (?))

m.

keko# 05.03.2021 08:38

Zitat:

Zitat von Plasma (Beitrag 1588594)
....
Bei uns hat man leider noch immer nicht verstanden, dass man beim Bekämpfen der Pandemie eben nicht auf alle Befindlichkeiten Rücksicht nehmen kann und dass Datenschutzfetischisten und Grundrechtsfanatiker eben keine Antwort darauf haben, wie man am effizientesten die Pandemie bekämpft. Da hat Trivet schon recht, die Bedenkenträger bringen uns nicht weiter.

Datenschutz ist kein Kavaliersdelikt. Aber z.B. mit einer temporärer Offenlegung von Bewegungsdaten wäre ich völlig einverstanden. Da gäbe es sicher sinnvolle Ideen.

Dass man nach über einem Jahr jetzt das Testen entdeckt hat und man beim Aldi für 25 € Tests kaufen kann, ist eigentlich ein Witz. Die Cousine einer mir sehr nahestehenden Person berichtete unlängst aus Atlanta, dass dort Abgesandte des Staates Georgia von Haus zu Haus laufen und eine Impfung anbieten.

qbz 05.03.2021 08:43

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1588601)
gerade mal in die RKI Berichte von Ende August 2020 geschaut, himmlische Zustände vergluchen mit dem was ist und noch kommen könnte.
Landkreise mit Null Fällen, Bundesinzidenz bei unter 10, hotspots waren das Problem. Da war der Virus einfach noch nicht in der Breite und Fläche da. Wirkte alles irgendwie irreal sehr entspannt, wer vor einer Zweite Welle warnte war „panisch“. Trügerische Ruhe, das Gefühl war glaube ich nach dem März-Schock: ist jetzt eigentlich vorbei.

Trügerische Ruhe, denn da hat sich das Zeitfenster geschlossen eine fulminante Impfkampagne aufzusetzen (auch wenn es noch *keinen* zugelassenen Impfstoff gab), Teststrategie in der Breite ebenso .....

m.

Wie sagte Gorbatschow: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Dieser Satz gilt leider für den gesamten Pandemiezeitraum in DE

captain hook 05.03.2021 09:00

Zitat:

Zitat von Dembo (Beitrag 1588589)
Klar, Perth riegle ich Dir auch mal für eine Woche ab. Aber Duisburg?

Kannst du das mal genauer erläutern?

captain hook 05.03.2021 09:03

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1588603)
Datenschutz ist kein Kavaliersdelikt. Aber z.B. mit einer temporärer Offenlegung von Bewegungsdaten wäre ich völlig einverstanden. Da gäbe es sicher sinnvolle Ideen.

Dass man nach über einem Jahr jetzt das Testen entdeckt hat und man beim Aldi für 25 € Tests kaufen kann, ist eigentlich ein Witz. Die Cousine einer mir sehr nahestehenden Person berichtete unlängst aus Atlanta, dass dort Abgesandte des Staates Georgia von Haus zu Haus laufen und eine Impfung anbieten.

Die Bewegungsdaten werden bei uns ja auch schon (allerdings anonymisiert) ausgewertet. Ergebnis ist, dass die Mobilität inzwischen fast auf VorCoronaNiveau ist. Aber daran sind bestimmt auch die Politiker schuld.

Und ich möchte mal sehen, was in D passiert, wenn Leute zum Impfen von Haus zu Haus gehen würden. Vermutlich gäbe es erstmal ne fette Klagewelle.

MattF 05.03.2021 09:16

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1588616)
Die Bewegungsdaten werden bei uns ja auch schon (allerdings anonymisiert) ausgewertet. Ergebnis ist, dass die Mobilität inzwischen fast auf VorCoronaNiveau ist. Aber daran sind bestimmt auch die Politiker schuld.

Und ich möchte mal sehen, was in D passiert, wenn Leute zum Impfen von Haus zu Haus gehen würden. Vermutlich gäbe es erstmal ne fette Klagewelle.

Wasw sollte daran verboten sein, Impfungen anzubieten?

merz 05.03.2021 09:18

Proritätsverletzungen, ich könnte die Schlagzeile schon sehen: „IRRRE wer im home office sitzt wird früher geimpft!“

m.

keko# 05.03.2021 09:22

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1588616)
...

Und ich möchte mal sehen, was in D passiert, wenn Leute zum Impfen von Haus zu Haus gehen würden. Vermutlich gäbe es erstmal ne fette Klagewelle.

Ich bin der Meinung, dass es im Leben Situation gibt, wo eine echte Führungsperson, die mal das Ruder an sich reißt und auf den Tisch klopft, zumindest zeitweise von Vorteil ist. Ähnlich wie das "Wir schaffen das" in 2015 hätte ich mir das von Frau Merkel hierbei gewünscht. Aber sie bekommt ihre Ministerpräsidenten nicht in den Griff.

merz 05.03.2021 09:49

interessanter Punkt, juristische Frage:

In wieweit könnte die Bundesregierung eigentlich direkt durchgreifen an den 16 MPs vorbei?
Ich vermute mal als Laie, es geht da im rechtlichen Werkzeugkasten mehr ...


m.

qbz 05.03.2021 09:57

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1588632)
interessanter Punkt, juristische Frage:

In wieweit könnte die Bundesregierung eigentlich direkt durchgreifen an den 16 MPs vorbei?
Ich vermute mal als Laie, es geht da im rechtlichen Werkzeugkasten mehr ...


m.

Die Regierungskoalition müsste vorher das Infektionsschutzgesetz ändern im Bundestag und Bundesrat.
https://www.tagesschau.de/inland/hin...ender-101.html

Hafu 05.03.2021 10:01

Zitat:

Zitat von Plasma (Beitrag 1588594)
Für meinen Sohn gibt es an der Grundschule keinen Präsenzunterricht. Und das ist, soviel ich weiß, in ganz Bayern so. Es findet Wechselunterricht statt. Bei uns ist der so organisiert, dass sie täglich wechseln, also Di/Do oder Mo/Mi und für beide Gruppen einen halben Freitag.
...

Vielen Dank für die Aufklärung. Für mich ist Präsenzunterricht, wenn der Schüler (und der Lehrer) in der Schule präsent, also anwesend ist. In Abgrenzung zum Distanzunterricht, der online passiert.

Natürlich sind auch in unserem Landkreis die Klassengrößen noch halbiert. Wechselunterricht ist (für mich) also eine Form des Präsenzunterrichts., zumal bei den Lehrkräften nichts wechselt, sondern diese täglich vor der Klasse stehen.

noam 05.03.2021 10:02

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1588632)
interessanter Punkt, juristische Frage:

In wieweit könnte die Bundesregierung eigentlich direkt durchgreifen an den 16 MPs vorbei?
Ich vermute mal als Laie, es geht da im rechtlichen Werkzeugkasten mehr ...


m.

Ich denke, dass dies juristisch lediglich über eine entsprechende Legitimation über den inneren Notstand (Art 91 GG) gehen kann, welche die Weisungbefungnis über die Exekustive der Länder auf den Bund verschiebt.

Allerdings betreffen die Maßnahmen ja eben die Ebenen des Gesundheitswesens und der Bildung, die ebenfalls in Länderhoheit liegen.


Ich denke, dass die Hürden für eine solche Machtkonzentration auf Bundesebene im Anbetracht unserer Geschichte sehr sehr sehr hoch um nicht zu sagen unerreichbar sind.

merz 05.03.2021 10:19

Okay, Danke, auch an qbz - dann muss im Superwahljahr mit scheidender Kanzlerin wohl weiter kooperiert werde ....

m.

Hafu 05.03.2021 10:27

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1588637)
...

Ich denke, dass die Hürden für eine solche Machtkonzentration auf Bundesebene im Anbetracht unserer Geschichte sehr sehr sehr hoch um nicht zu sagen unerreichbar sind.

In den USA hat Biden auf der rechtlichen Grundlage des Kriegsschutzrechtes verfügt, dass der Pharmakonzern Merck für seinen Konkurrenten Johnson&Johnson dessen kürzlich zugelassene Vaccine in den für die Impfstoffproduktion besser geeigneten Merck-Fabriken produzieren muss, nachdem es Merck nicht gelungen war zeitnah einen eigenen Covid-19-Impfstoff zu produzieren (für die Presse/ Öffentlichkeit wurde diese Aktion dann als "freiwillige Kooperation zweier Pharmafirmen" verkauft).
Zusätzlich wurde in den USA ab Mitte Januar, die Impfpriorisierung aufgelockert, zusätzliche Impfzentren und mobile Impfteams aufgebaut, nachdem dort zu diesem Zeitpunkt die Impfkampagne ähnlich gestolpert war, wie in Deutschland bis zum heutigen Zeitpunkt.

Gleiches wäre auch (auf der Basis des Katastrophenschutzrechtes) für den Bund in Deutschland möglich gewesen. Auch hierzulande hätte man die rechtliche Möglichkeit gehabt, den mit öffentlicher Millionenhilfe vom Bund (375 Mio Euro aus deutschen Steuergeldern) entwickelten Biontech-Impfstoff in zusätzlichen externen Fabriken produzieren zu lassen, als absehbar war, dass der Bedarf an Impfstoff die für Biontech/Pfizer mögliche Produktionskapazität bei weitem übersteigt.
Natürlich wäre das nicht von heute auf morgen, aber zumindest in einem Zeitrahmen von zwei bis drei Monaten möglich gewesen, wie Pfizer selbst beim Aufbau des neuen (eigenen) Produktionsstandortes in Marburg nachgewiesen hat.

dr_big 05.03.2021 10:33

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1588616)
Die Bewegungsdaten werden bei uns ja auch schon (allerdings anonymisiert) ausgewertet. Ergebnis ist, dass die Mobilität inzwischen fast auf VorCoronaNiveau ist. Aber daran sind bestimmt auch die Politiker schuld.

Ich verstehe nicht, warum so viel über Bewegungsdaten geredet wird. Durch Bewegung steckt man sich nicht an, sondern durch Kontakte. Ich kann jeden Tag 100km mit dem Fahrrad durch die Landschaft fahren und habe keinen Kontakt. Ich kann mit dem Auto ins Büro fahren und habe praktisch keinen Kontakt, weil ich im Büro in der Regel alleine bin. Ich kann mit der U-Bahn 2km zum Hauptmarkt fahren und habe 50 Kontakte in der U-Bahn und am Markt. Was sagen Bewegungsdaten über Kontakte aus? Absolut nichts. Das ist einfach wieder ein verzweifelter Versuch die Politik seriös erscheinen zu lassen, obwohl es in Wirklichkeit nur stochern im Nebel ist.

Es wäre nun wirklich an der Zeit die Maßnahmen exakt zu analysieren. Warum sinken die Zahlen in UK und Spanien weiter? Spanien hat mittlerweile eine Inzidenz von 63,8 und steht besser da als D. Was funktioniert in anderen Ländern besser und warum?


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