triathlon-szene.de |  Europas aktivstes Triathlon  Forum

triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum (https://www.triathlon-szene.de/forum/index.php)
-   Politik, Religion & Gesellschaft (https://www.triathlon-szene.de/forum/forumdisplay.php?f=30)
-   -   Elektromobilität (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=37652)

alpenfex 29.05.2019 10:01

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1455078)
Diese Frage stellt ein Triathlet?:confused: :confused:

Du musst lesen lernen. Ich habe gefragt, was "Deine" (also seine) Alternative ist.

alpenfex 29.05.2019 10:08

Zitat:

Zitat von chris.fall (Beitrag 1455053)
Moin,

wie hier schon mehrfach geschrieben, es gibt nicht die eine Alternative zum Auto.

Denn eines der Grundprobleme des Autos ist, dass es für viele Anwendungsszenarien gebaut/konstruiert wird. Beispielsweise soll es groß und komfortabel genug sein, damit man damit zweimal im Jahr in den Urlaub und (für uns;-) nach Roth fahren kann. Als Folge davon ist es den Rest des Jahres viel zu groß und zu schwer für das tägliche Pendeln zur Arbeit wo i.d.R. nur eine Person darin sitzt.

Wenn man nun einfach die Antriebsart verändert, bleiben viele Probleme des Autos einfach bestehen, auch wenn ich diese Argumentation hier durchaus überzeugend finde.

Meiner Meinung nach müsste man sich für sinnvolle Alternativen zum Auto mal die Nutzungsszenarien ansehen:

1. Fernverkehr: Eine attraktive Bahn, bei der die Züge nicht nur einmal pro Stunde / alle zwei Stunden fahren, so dass es keinProblem ist, wenn man einen Anschluss mal verpasst, weil der nächste Zug zehn Minuten später kommt. Dazu gehört auch, dass es vernünftige Konzepte (Carsharin usw.) für die "letzte Meile" gibt.

2. Nahverkehr: Ein attraktiver ÖPNV mit vernünftiger Taktung (s.o.) und attraktiven Preisen und natürlich(!) das Rad.

3. Pendeln zur Arbeit: Es gibt Regionen, in denen Strukturen gewachsen sind, bei denen man das Auto nicht so ohne weiteres ersetzen kann. Ich wohne in einer solchen Region. Im VW-Werk hier in der Nähe arbeiten 50.000 Menschen. 50 km Arbeitsweg sind da schon normal und 100 keine Seltenheit. Da würde ich auf kleine Einsitzer setzen, die von mir aus auch einen elektrischen Antrieb haben können. Wie Hafu in diesem Thread schon sehr früh schrieb:



usw...

Wir (Deutsche) sind ja sooo stolz auf unseren Erfindergeist, unsere Inovationskraft, unsere Ingenieure und Wissenschaftler. Nur beim Auto fällt uns nicht viel mehr ein, als den Antrieb durch einen zu ersetzen, der nur halb so schädlich ist?!...

Die meisten Alternativen (s.o.) sind schon da! Ein vollbesetzter ICE benötigt nur 17 kW Leistung pro Person. Da muss ich nicht auf die Wunderbatterie warten, kein Netz von Ladestationen errichten, mir Gedanken machen, wo die ganzen Rohstoffe für die Akkus herkommen sollen und wie sie dann nach der Nutzung recycled werden. Es kann sofort los gehen, es fehlt nur der politische Wille, das auch mal anzugehen!

Kopenhagen macht es uns bei der Förderung des Rades und Norwegen bei der Förderung des Elektroautos (Das aus einigen Gründen für Norwegen eine sehr sinnvolle Lösung ist) vor, was man alles bewegen kann, wenn man es einfach mal angeht! (Und nicht der heiligen Deutschen Automobilindustrie - entschuldige bitte meine Ausdrucksweise - fortwährend in den Arsch kriecht)

Viele Grüße,

Christian

Danke für Deine Ausführungen - habe etwas dazugelernt! :Blumen:

Das Thema Fernverkehr finde ich gut und ÖV ausbauen und nutzen ist eher eine Frage des Wollens. Das Thema "Kleinstfahrzeug" (Einsitzer) ist auch gut, jedoch einfach schwierig vereinbar, wenn man eine Familie hat, nur ein Fahrzeug haben kann/möchte. Da braucht es schon wieder ein Grösseres. Und zum Thema Fernverkehr: bist Du schon mal als 4-köpfige Familie aus einem ländlichen Gebiet in den Urlaub in ein anderes ländliches Gebiet gereist? Das machst Du genau 1 Mal.

Übrigens muss ich sagen, dass mir meine 2 Erlebnisse bei der Nutzung der Deutschen Bahn gereicht haben. Zu spät, zu voll, schlechter Service und für die Leistung auch zu teuer.

Ich bin bei Dir, es gibt Alternativen, aber momentan ist das Szenario à la Norwegen für ein Land wie Deutschland völlig unrealistisch. Dazu kommt noch die Profitgier der Automobilindustrie - wer verzichtet hier schon gerne auf Geld, Job etc.

MattF 29.05.2019 10:18

Zitat:

Zitat von alpenfex (Beitrag 1455090)

Das Thema Fernverkehr finde ich gut und ÖV ausbauen und nutzen ist eher eine Frage des Wollens. Das Thema "Kleinstfahrzeug" (Einsitzer) ist auch gut, jedoch einfach schwierig vereinbar, wenn man eine Familie hat, nur ein Fahrzeug haben kann/möchte. Da braucht es schon wieder ein Grösseres. Und zum Thema Fernverkehr: bist Du schon mal als 4-köpfige Familie aus einem ländlichen Gebiet in den Urlaub in ein anderes ländliches Gebiet gereist? Das machst Du genau 1 Mal.

In meinen Augen muss man nicht alle Autos abschaffen und auch nicht alle Diesel.

Es wäre viel geholfen wenn man den Bestand z.b. von 40 Millionen auf 20 runter bekäme. Dann können die Familien mit 2 Kindern auf dem platten Land immer noch ihr Familienauto fahren oder Behinderte und Kranke. Und die hätten dann sogar mal Platz auf der Strasse.

Das Problem sind doch die, die jeden Tag 5km auf die Arbeit fahren (mit Umweg über die Schule oder Kita) und den 8Uhr Megastau verursachen und denen die fahren müssen (weil sie was transportieren müssen wie Handwerker oder körperlich eingeschränkt sind) im Weg rum stehen.

alpenfex 29.05.2019 10:31

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1455100)
In meinen Augen muss man nicht alle Autos abschaffen und auch nicht alle Diesel.

Es wäre viel geholfen wenn man den Bestand z.b. von 40 Millionen auf 20 runter bekäme. Dann können die Familien mit 2 Kindern auf dem platten Land immer noch ihr Familienauto fahren oder Behinderte und Kranke. Und die hätten dann sogar mal Platz auf der Strasse.

Das Problem sind doch die, die jeden Tag 5km auf die Arbeit fahren (mit Umweg über die Schule oder Kita) und den 8Uhr Megastau verursachen und denen die fahren müssen (weil sie was transportieren müssen wie Handwerker oder körperlich eingeschränkt sind) im Weg rum stehen.

Da bin ich voll bei Dir. Gestern erst habe ich aber einen Handwerker hier gefragt, ob es sinnvoll ist, wenn er

1. anfährt (15km),
2. zur Pause um 09.00 Uhr fährt und zurück (20km)
3. Um 12.00 Uhr zum Mittagg geht und zurück kommt (30km)
4. Am Abend wieder zurück fährt (15km).
5. Zwischendurch noch 3x los muss, weil etwas fehlt oder er es noch holen muss (total sagen wir 60km.

Gönnen wir ihm den Mittag zu Hause, sind am Ende 30+30 = 60km notwendig.
Pause+Sonderfahrten, 20+60=80km nicht notwendig.

Seine Antwort: "Das ist eben so" und "was geht es dich an, Du zahlst eh eine Pauschale".

Wie möchte man diese Art Mensch bitte zum Wandel bewegen?

sybenwurz 29.05.2019 10:32

Zitat:

Zitat von alpenfex (Beitrag 1455090)
... bist Du schon mal als 4-köpfige Familie aus einem ländlichen Gebiet in den Urlaub in ein anderes ländliches Gebiet gereist? Das machst Du genau 1 Mal...

Da schreibt er doch haargenau, dass ein gescheites Taktsystem hermüsste und Anschlussmobilität am Bahnhof für jedes Bedürfnis: Auto für Urlauber, die noch weiter müssen, Bikes, meinetwegen auch diese depperten Tretroller für die mittleren und kurzen Distanzen plus Bus und Taxi.
Ist doch klar, dass dein Szenario heute utopisch ist.
Und imho auch zumindest in naher Zukunft, solange die Bahn Infrastrukturen zurückbaut statt neue zu schaffen, sich beim Aufbau und in der Reisezeit auf Prestigestrecken beschränkt, während alles andere untern Tisch fällt und generell der Vorstand nur drauf schielt, am Jahresende möglichst positiv aussehende Zahlen statt greifbarer Ergebnisse für die Kundschaft, die dadurch nur langfristig positive Zahlen schaffen würden, zu generieren.
Mir erscheints komplett idiotisch, Verkehr(ssysteme) zu privatisieren, aber der Zug (hahaha...) ist wohl abgefahren.

Hafu 29.05.2019 10:41

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1455100)
In meinen Augen muss man nicht alle Autos abschaffen und auch nicht alle Diesel.

Es wäre viel geholfen wenn man den Bestand z.b. von 40 Millionen auf 20 runter bekäme. Dann können die Familien mit 2 Kindern auf dem platten Land immer noch ihr Familienauto fahren oder Behinderte und Kranke. Und die hätten dann sogar mal Platz auf der Strasse.

Das Problem sind doch die, die jeden Tag 5km auf die Arbeit fahren (mit Umweg über die Schule oder Kita) und den 8Uhr Megastau verursachen und denen die fahren müssen (weil sie was transportieren müssen wie Handwerker oder körperlich eingeschränkt sind) im Weg rum stehen.

:Blumen:
so sehe ich es auch. Das wäre gewissermaßen der Weg zurück in die 80er und diejenigen, die da schon gelebt haben, werden mir beipflichten, dass man damals nicht weniger Lebensqualität hatte.
Familien mit Drittwagen oder Viertwagen (heute Normalität bei Vorhandensein erwachsener Kinder) gab es damals überhaupt nicht, selbst Zweitwagen waren noch eher selten.

Es wird schwierig sein, das Rad der Zeit zurückzudrehen und auch nicht möglich sein, ohne dass man den Autofahrern auch weh tut (höhere KFZ-Steuer, noch höhere Kraftstoff-Steuern, teure Innenstadtmaut oder komplett für private Autos gesperrte Innenstädte; gleichzeitig aber auch attraktive Umstiegsmöglichkeiten vom PKW auf andere Verkehrsmöglichkeiten).

alpenfex 29.05.2019 10:49

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1455107)
:Blumen:
so sehe ich es auch. Das wäre gewissermaßen der Weg zurück in die 80er und diejenigen, die da schon gelebt haben, werden mir beipflichten, dass man damals nicht weniger Lebensqualität hatte.
.

Du siehst den Status Quo 80er als erstrebenswert an, was den Verkehr angeht? Ich bin entsetzt! Ich denke, das ist etwas (eher viel) zu einfach und zu kurz gedacht. Vielmehr geht es doch darum, die Gewohnheiten und Kultur zu transformieren. Das geht erstens nicht in ein paar Jahren (oder einer Legislaturperiode) und braucht auch ein paar harte Einschnitte. Die Erkenntnisse und Forstschritte der letzten Jahrzehnte sind enorm - es klemmt aber an der Nutzung dieser Erkenntnisse und vielleicht muss man den "Klima-Hype" auch etwas abwarten und "aussitzen". (ich gehe in Deckung!)

Die Privatisierung der Deutschen Bahn war der Anfang vom Ende.

dasgehtschneller 29.05.2019 12:06

Zitat:

Zitat von chris.fall (Beitrag 1455080)
Moin,

entschuldige bitte, wenn ich Dich da korrigieren muss: kW ist eine Leistung, kWh eine Energie [ksm]die man physikalisch korrekt eigentlich in Joule, kJ usw. angibt[/ksm]. Diese Einheit ist allerdings sehr gebräuchlich, da sie sehr anschaulich die Kapazität von Akkus wiedergibt.

Der ICE benötigt für 250 km/h (und mehr) eine Leistung von nur 17kW (pro Person)


Leider finde ich den Thread nicht mehr aber ich meine wir hätten grade vor kurzen hier eine Statistik über den Stromverbrauch pro Personenkilometer im Forum gehabt wo eben der Zug erstaunlicherweise auf ähnliche Verbrauche wie ein Auto gekommen ist.
In meinem Kopf ist diese Statistik hier hängen geblieben aber die kam im Durchschnitt für die Bahn "nur" 12kWh pro 100km und der ICE wird nicht explizit erwähnt, beim höheren Tempo könnte es aber hinkommen.
https://www.forschungsinformationssy...let/is/342234/

Die 17kWh auf 100km konnte ich nirgends finden aber meist Zahlen um die 2.3-2.8l Dieseläquvalent auf 100km was umgerechnet sogar noch mehr wäre.
z.B:
https://www.faz.net/aktuell/wissen/k...t-1488587.html


Wie gesagt möchte ich nicht die Bahn schlecht reden weil sie auch für die Vermeidung von Verkehrsstaus sorgt aber alleine vom Energieverbrauch sind alle Kilometer die irgendwie von einem Motor bewältigt werden nicht zu unterschätzen.


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 04:27 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.6.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2021, Jelsoft Enterprises Ltd.