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qbz 06.08.2021 15:52

Einfach die Publikationen der Nachdenkseiten pauschal als "Verschwörungstheoretiker" einzuordnen, ohne sich mit dem jeweiligen Artikel konkret auseinanderzusetzen, hat für mich in etwa dasselbe Niveau, wie alle Sendungen des Öffentlich-Rechtlichen als "Lügenpresse" zu bezeichnen.

Es schreiben auf den Nachdenkseiten qualitativ ganz unterschiedliche Autoren, z.B. sind dort die Artikel eines Lateinamerika Kenners wie Georg Fülberth sehr informativ und lesenswert oder genauso die sozial- und wirtschaftspolitischen Analysen von Jens Berger, der z.B. ein Sachbuch mit ausgiebigen Recherchen über Blackrock publizierte, oder die historischen Informationen über die SPD vom Herausgeber Albrecht Müller. Dass einige Redakteure (auch Jens Berger, Albrecht Müller) die Corona-Regierungspolitik ablehnen und regelmässig kritisieren, bietet jetzt leider eine Möglichkeit, auch andere dort behandelte Themen abwertend zu belegen, ohne sich damit inhaltlich auseinanderzusetzen.

Schwarzfahrer 06.08.2021 16:13

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1615653)
Alleine indem du die abwegigen Ansichten der sog. Querdenker und die Eingruppierung der o.g. Seiten (wie Nachdenkseiten, RT oder KenFM) als Verbreiter von Verschwörungstheorien seitens so ziemlich aller seriösen Medien aller denkbaren gesellschaftlichen Prägungen (beginnend bei der konservativen NZZ über den ÖRR bis hin zur links zu verortenden TAZ) in einem einzigen Satz nennst, deutet an, dass es für dich zwei Seiten der gleichen Medaille sind, was impliziert, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte zwischen Qanon und ÖRR, zwischen Bahkkdi und Drosten liegt

Ich deute gar nichts an, das entsteht alles in Deinem Kopf. Die Wirklichkeit ist keine flache Medalille, sie hat viel mehr als zwei Seiten, und die Wahrheit liegt im seltensten Fall in der Mitte, sondern mal hier, mal dort, mal komplett abseits von allen. Und manchmal kennt keiner die Wahrheit, hält aber seine eigene Meinung dafür. Es gibt keine Quelle und kein Medium, das allein ausreicht, um eine fundierte Meinungsbildung zu ermöglichen. Ich finde, keko hat das offenbar in der Schule richtig verstanden :) . Oder mit Redensarten ausgedrückt: jedes blinde Huhn kann mal ein Korn finden.
Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1615653)
So sinnlos es ist, mit Verschwörungstheoretikern zu diskutieren, so wenig erfolgversprechend ist es auch glaube ich mit Leuten zu diskutieren, die Verschwörungstheorie-Seiten als legitimes und gegenüber seriösen Medien gleichberechtigtes Informationsmedium ansehen.

Und ebenso sinnlos kann es sein mit Leuten zu diskutieren, die glauben, die allein wahrhaftigen Quellen zu kennen. Eine solche Haltung erinnert mich an einen Besuch einer christlichen Aktivistengruppe im Studentenwohnheim. Sie kamen unaufgefordert ins Zimmer, warfen einen Blick ins Bücherregal (damals standen da z.B. Mathe, Physik, Hesse, Zweig, Tolkien, Uris, Krimis, u.ä.), und winkten ab: "offenbar nur Trivialliteratur". Auf die Frage, was keine Trivialliteratur sei, war die Antwort: "die Bibel". Damit war die Diskussion am Ende.

Schwarzfahrer 06.08.2021 16:19

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1615650)
Hab ich das richtig verstanden, dass du die hier genannten Beispiele Nachdenkenseiten, KenFM und RT deutsch wirklich als geeignete Quellen zur Meinungsbildung bezeichnest? Dann wundert mich nicht woher deine Ansichten kommen, die hier oft durchaus kontrovers diskutiert werden.

Nein, hast Du nicht. Ich halte unterschiedliche Quellen für unbedingt erforderlich für eine richtige Meinungsbildung; ob einzelne Artikel geeignet und interessant sind, hängt dann von der Qualität und vom Inhalt des einzelnen ab. Hintergrund und Zielsetzung der Autoren fließen in die Meinungsbildung ein. Keine Quelle ist allein "geeignet", keine komplett ungeeignet - als schlechtes Beispiel kann jeder zu etwas gut sein :Cheese: .
(übrigens: KenFM habe ich bisher noch nie angeschaut, und RT auch recht selten, werde es aber auf Grund Eurer Anregung wohl nachholen müssen, um mitreden zu können).

captain hook 06.08.2021 16:30

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1615677)
Oder mit Redensarten ausgedrückt: jedes blinde Huhn kann mal ein Korn finden.

Allerdings heißt der Spruch nicht, "jedes blinde Huhn kann mal ein Korn finden" sondern" "Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn".

Das hast Du schön verwechselt, es trifft im Original die Sache aber ganz gut.

So wie das Original bedeutet, dass einem durch Glück und Zufall etwas gelingen kann, was ansonsten unwahrscheinlich ist, ist nicht von der Hand zu weisen, dass bei einem großen Prozent an Schrott auf solchen Seiten zufällig zu einem geringen Anteil auch mal was sinnvolles zu finden ist, was sich dort aber nicht befindet weil der grundsätzliche Ansatz Sinn macht, sondern weil es sich da halt zufällig hin verirrt hat.

Eine Informationsquelle, wo sinnvoller Inhalt (Achtung, gleich das nächste Sprichwort) wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen ist, taugt meiner Meinung nach nur sehr bedingt. Des weiteren muss man dann in der Lage sein, den großen Berg Mist vom Rest zu trennen. Und man muss sich dort erstmal den ganzen großen Berg Schrott zu Gemüte führen um den homöopathischen Anteil sinnvoller Nachrichten zu finden. Da würde ich sehr schnell Brechreiz bekommen. Außer natürlich man ist der grundsätzlichen Neigung gegenüber nicht abgeneigt und findet den großen Berg eigentlich ganz gut...

Ganz zu schweigen von der geringen Kompetenz der Bevölkerung diese Trennung überhaupt präzise vorzunehmen zu können. Siehe Untersuchung der Uni Bielefeld zur abnehmenden Gesundheitskompetenz der Deutschen in Corona Zeiten.

Schwarzfahrer 06.08.2021 16:42

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1615684)
Allerdings heißt der Spruch nicht, "jedes blinde Huhn kann mal ein Korn finden" sondern" "Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn".

Die Abwandlung war sehr bewußt (soweit reicht mein Deutsch schon), weil ich andeuten wollte, daß ich wirklich "jedem" zutraue, ein Korn zu finden, nicht nur aus Zufall, sondern weil einfach jeder Ansatz sich einem gewissen (unterschiedlichen) Aspekt der Realität nähert.
Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1615684)
Eine Informationsquelle, wo sinnvoller Inhalt (Achtung, gleich das nächste Sprichwort) wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen ist, taugt meiner Meinung nach nur sehr bedingt. Des weiteren muss man dann in der Lage sein, den großen Berg Mist vom Rest zu trennen. ...
Ganz zu schweigen von der geringen Kompetenz der Bevölkerung diese Trennung überhaupt präzise vorzunehmen zu können.

Ich halte mich für sehr wohl fähig, Informationen zu filtern und zu bewerten. Allerdings würde ich mir kaum anmaßen, für andere eine Vorauswahl einzugrenzen, da ich sicher nicht die einzig richtige Sichtweise und Filter habe. Ich werde aber sofort skeptisch, wenn jemand genau das mit mir tun möchte, weil ich nicht glaube, daß es nur eine richtige Auswahl oder Bewertung gibt, und ich meine eigene Meinung frei bilden will - was ich jedem zugestehen möchte.

keko# 06.08.2021 17:28

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1615684)
...
Eine Informationsquelle, wo sinnvoller Inhalt (Achtung, gleich das nächste Sprichwort) wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen ist, taugt meiner Meinung nach nur sehr bedingt. Des weiteren muss man dann in der Lage sein, den großen Berg Mist vom Rest zu trennen. Und man muss sich dort erstmal den ganzen großen Berg Schrott zu Gemüte führen um den homöopathischen Anteil sinnvoller Nachrichten zu finden....

Da hast du recht, das ist ein Prozess, der dauert. Ob meine Informationsquellen hinreichend sind, messe ich daran, ob sie Entwicklungen gut beschrieben haben.

Angenommen Informationsquelle A hat 2020 geschrieben, dass im August 2021 alles normal ist und Quelle B den aktuellen Zustand annähernd, so ist für mich Quelle B interessanter.

HerrMan 06.08.2021 18:07

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1615678)
Nein, hast Du nicht. Ich halte unterschiedliche Quellen für unbedingt erforderlich für eine richtige Meinungsbildung.....

Meine Güte, tut sich der Mainstream hier wieder schwer. Du hast aber auch komplett den falschen Nick, wäre Rotrauscher statt Schwarzfahrer nicht auch gegangen?

Verschiedene Quellen für die eigene Meinungsbildung heranziehen ist für mich ein Kern des Erwachsens. Unglaublich wie einseitig man sich als junger Mensch informieren kann. Dann kommt noch das Blockdenken der 80'er oben drauf und Intoleranz war Trumpf.

Heute bilde ich mir meine Meinung aus dem gesamten Medien-Spektrum, sogar aus links-grün dominierten Sport-Foren... Und weil ich mittlerweile halbwegs auf festem Boden stehe wage ich sogar hin und wieder den Blick in ein sehr rechtes, intellektuelles Forum. Da wird viel gequillte Scheisse geschrieben, einiges ist allerdings ungewöhnlich, für mich neu und zum Teil interessant. Wenn es mich schlauer macht, why not?

Schwarzfahrer 06.08.2021 18:17

Zitat:

Zitat von HerrMan (Beitrag 1615699)
Du hast aber auch komplett den falschen Nick, wäre Rotrauscher statt Schwarzfahrer nicht auch gegangen?

Ja, der Name steht zunehmend unter Beschuss. Mal sehen, ob die Forumsregeln sich irgendwann den Berliner Verkehrsbetrieben annähern, um eventuell problematische Nicks zu vermeiden :Cheese: Dabei bezieht sich der Name rein auf die Farbe meiner Fahrräder und der bevorzugten Skipisten und ich stehe dazu, weil es passt, aber das ist nicht unbedingt hilfreich, wie es andere Beispiele zeigen...


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