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schnodo 26.09.2021 11:11

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1625459)
Die Passage mit Joe Skipper muss ich mir aber vielleicht doch nochmal direkt ansehen. Skippers Aussage mit schnellerem Schwimmen als Sam Long war doch mutmaßlich augenzwinkernd gemeint? Gewissermaßen so als anstachelnder PreRace-Dirty-Talk?

So würde ich das einschätzen, schau selbst. :)

spanky2.0 26.09.2021 13:27

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1625454)
Diese Woche wird getapert, deutlich mehr als Lionel es gewohnt ist. Anm. d. Red.: Mir ist nicht ganz klar, ob er mehr macht als gewohnt oder weniger; "light taper" scheint nicht zum "big run workout" zu passen, das er dann macht. Vielleicht verstehe ich aber auch den Begriff "light taper" falsch, wenn ich annehme, dass das synonym zu "low volumne and intensity" ist.

Zugegeben, ich hatte mir das Video nur nebenher angeschaut.
Aber ich hatte ihn eher so verstanden, dass er in einer TaperWoche (bzw. im unmittelbaren Vorfeld auf einen IM) noch NIE zuvor so viel Umfang bzw. so harte Einheiten gemacht hat?!
Und dass sich das einzige (automatische) Tapern nur durch die Anreise 3 Tage vorher ergibt.

Aber wie gesagt, ich müsste es mir nochmal anschauen - ich könnte ihn da auch falsch verstanden haben. :Blumen:

schnodo 26.09.2021 20:56

Zitat:

Zitat von spanky2.0 (Beitrag 1625474)
Aber ich hatte ihn eher so verstanden, dass er in einer TaperWoche (bzw. im unmittelbaren Vorfeld auf einen IM) noch NIE zuvor so viel Umfang bzw. so harte Einheiten gemacht hat?!

Ich glaube, Du hast Recht.

Das Rennen der Männer ist entschieden: Joe Skipper hat mit großem Abstand gewonnen. Lionel hat seinen Plan umgesetzt, ist sehr zurückhaltend Rad gefahren – über sechs Minuten Rückstand, was erwartbar einiges Raunen in den sozialen Medien verursacht hat – um die zweite Hälfte des Marathons tatsächlich als Rennen bestreiten zu können. Er hat einen sich heftig wehrenden Ben Hoffman auf den dritten Platz verwiesen.


Bildinhalt: Lionel auf dem zweiten Platz

flachy 26.09.2021 20:56

Zitat:

Zitat von spanky2.0 (Beitrag 1625474)
...
Aber wie gesagt, ich müsste es mir nochmal anschauen - ich könnte ihn da auch falsch verstanden haben. :Blumen:

Aloha und nein, brauchst Du Dir nicht noch einmal anschauen, es ist genau so gelaufen wie von Dir beschrieben.
Kaum Tapering, Test-Ironman auf dem Weg nach Sacramento, wo er gegen diverse Gegner anzutreten hofft, deren Namen noch nicht genannt werden dürfen (Valdemort lässt grüßen).

By the way, Chattanooga ist durch, Skippy vor Humpelbein, The Hoff und Cody Beals, alle mit Marathonzeiten unter 2:50h, die drei Ersten deutlich unter 8 Stunden und ziemlich viel Gerangel um die Plätze 2 - 5, YoYoYoSam hat sich mit Ansage bereits auf dem Bike selbst zerstört, blieb dann beim Run recht schnell auf der Strecke, DNF!!!

Und das Frauenrennen zeigt das Dilemma unverändert fehlender Leistungsdichte in der "Profi-Damen-Breite" , weshalb "normale" Langstrecken bei den Damen keine echte Werbung der Serie darstellen.
Die Führende wird summa summarum ca. 30 Minuten vor der Zweitplatzierten das Zielbanner erreichen und danach wird es nicht wirklich spürbar spannender. Leider...

schnodo 26.09.2021 21:01

Am Rande: Lionel ist völlig am Ende und lässt durchblicken, dass die Saison für ihn gelaufen ist. Ich bin gespannt, ob er Sacramento tatsächlich ausfallen lässt, wenn er sich etwas erholt hat. Es ist noch ein Monat bis dahin.

schnodo 28.09.2021 07:26

Heute kommt noch ein Post-Race-Video
 
Ja, es sieht so aus als ließe Lionel den Ironman in Sacramento ausfallen. Er hält seine Rennausführung in Chattanooga für seine vermutlich beste. Er kündigt an, dass heute sein Rückblick auf das Rennen erscheint.


Bildinhalt: Lionel ist zufrieden

schnodo 29.09.2021 08:23

I am done for the season || Ironman Chattanooga thoughts
 
Lionel ist durch mit seiner Triathlon-Saison. Hier sein Rückblick auf den IRONMAN Chattanooga:
I am done for the season || Ironman Chattanooga thoughts

Anfangs sieht man Lionel beim Inteview im Ziel. Er sagt, dass er 0 % Chance hatte, Joe Skipper einzuholen. Er hat nur seinen Kona-Startplatz verteidigt. Lionel freut sich auf zwei Weltmeisterschaften im kommenden Jahr, aber nun ist er ziemlich müde und hat genug.


Bildinhalt: Durch

Beim Schwimmen haben Joe und Lionel einen kleinen taktischen Fehler gemacht als sie versuchten, auf der rechten Seite aus dem Gewühl draußen zu bleiben. Die schnelleren Schwimmer waren aber auf der linken Seite und diese Gruppe haben sie dadurch verpasst. Das Schwimmen war sehr einfach.


Bildinhalt: Ein seltenes Bild beim Schwimmausstieg

T1 war nicht besonders gut, Sam konnte ein Lücke aufmachen. Joe und Sam sind hart angefahren und Lionel beschloss, dass er sich das nicht antut und dadurch riskiert, dass er hochgeht. Er ist kontrolliert gefahren, sein bester Rad-Part des Jahres, 298 W im Schnitt. Das ist seine erste Langdistanz überhaupt, wo er nicht in der letzten Stunde des Radfahrens nachgelassen hat und die Leistung auf 240 W oder so runter ging. Er fühlte sich nach dem Radfahren gut.

Er ist etwas erstaunt, dass er so viel Zeit auf die Führenden verloren hat, aber daran gilt es in Zukunft zu arbeiten. Er möchte in der Off-Season z.B. mit ein paar Radprofis unterwegs sein um besser fahren zu lernen. Die Wattwerte sind okay.

Er wusste, dass er nicht gewinnen würde, weil Joe Skipper einer der Besten ist, wenn es darum geht, nach dem Radfahren zu laufen. Es ging Lionel nur um den Kona-Startplatz, also Zweiter oder Dritter werden. Lionel musste einige Male auf die Toilette. Die Lehre daraus ist, dass er vor den letzten Rennen sein Essen selbst zubereiten konnte und wenig Probleme hatte. Dieses Mal hat er im Hotel und auswärts gegessen und das hat er nicht so gut vertragen.
Am Anfang des Marathons hat er einiges an Zeit liegen lassen und wurde eingeholt. Er ließ Cody Beals und Ben Hoffman vorbeiziehen und verabschiedete sich gedanklich von seinem Startplatz auf Hawaii.

Jedoch wurden die anderen langsamer während er sich gut fühlte und stetig weiterlief.


Bildinhalt: Lionel hat Ben wieder eingefangen

Das Rennen wurde dann ziemlich taktisch mit einigen Tempowechseln. Die Muskulatur war bis zum Ende in Ordnung, die Psyche auch. Der Lauf war was die Ausführung angeht, der beste, den er je hatte. Er glaubt, dass er negative Splits gelaufen ist. Noch nie vorher war ansatzweise in der Nähe davon bei einer Langdistanz.

Der Rückstand auf Joe macht bescheiden, aber er glaubt, dass er mit einer guten Off-Season rankommen kann. Er ist glücklich, dass er nach drei oder vier Jahren nächstes Jahr zum ersten Mal keine Kona-Quali holen muss. Er wird sich darauf konzentrieren können, Halbdistanzen zu bestreiten und schneller zu werden. Was die Langdistanz angeht, so weiß er nun viel genauer, was er zu tun hat in Sachen Ernährung, Pacing und Training um konkurrenzfähig zu sein. Und deshalb war das Ironman-Jahr 2021 aus seiner Sicht ein Erfolg.

Warum hat er den Ironman in Kalifornien gestrichen? Er glaubt, dass er nicht vorne mitspielen könnte, weil er noch einiges an Arbeit zu erledigen hat. Er fährt gute Wattwerte, aber er kommt nicht vom Fleck. Das muss analysiert und gelöst werden. Er möchte nicht Rennen bestreiten, nur um dabei zu sein. Das macht ihm keinen Spaß, er will in die Spitze. Er glaubt, dass die Weltmeisterschaft im Mai dafür hervorragend geeignet ist. Er liebt den Kurs, er liebt das Rennen.

Lionel hat nun ein Team, dem er vertraut, einen Coach, der ihm gute Pläne schreibt. Vielleicht wird er mit Cam Wurf Rad fahren, der bald nach Tuscon kommen will.


Bildinhalt: Flashback: Cam Wurf quatscht auf Lionel ein

Er glaubt, dass es leichter ist beim Radfahren Dinge zu korrigieren, die nichts mit Leistung zu tun haben, als die Wattwerte zu steigern. Deshalb ist er zuversichtlich.

Was wird er in den nächsten Monaten tun? Er weiß es nicht. Er schreibt nicht die Trainingspläne. Es hat zehn Jahre gedauert bis er anderen Menschen genug vertrauen konnte, um sich helfen zu lassen. Und es funktioniert. Er glaubt an den Prozess.


Bildinhalt: Lionel quält sich aufs Podium – ein Glück nur Zweiter!

Er hat zwei neue Sponsoren: lululemon trägt er seit fünf Jahren und er liebt die Marke. Er ist sehr dankbar, für die Partnerschaft. Die Zusammenarbeit mit Discord kam dadurch zustande, dass er sich gerne austauscht, aber viele Plattformen toxisch sind, was schlecht ist für seine Psyche. Discord bietet eine viel kontrollierte, moderierte Umgebung.


Bildinhalt: Lionel auf Discord

Die Saison war eine Achterbahnfahrt. Er bedankt sich und freut sich, in einer Ära zu sein, in der sich seiner Meinung nach Triathlon grundlegend ändert.

Und ich freue mich, dass ich genügend Zeit gefunden habe, die ich mit dieser Zusammenfassung verschwenden konnte. 😅

su.pa 29.09.2021 08:40

Vielen Dank dafür Schnodo :Blumen:

Meine eigene Theorie ist ja, dass er besser ist, weil er nicht mehr mit Schnauzer ins Rennen geht... :Cheese:


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