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Flow 06.08.2022 09:38

Zitat:

Zitat von lyra82 (Beitrag 1674467)
Die Rechtsradikalen stehen schon in den Startlöchern, um den Protest anzufachen.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1674471)
Mit diesem Argument kann man jegliche Kritik am Staat oder an Politikern im Keim ersticken, bzw. im Voraus diskreditieren. Mit dieser höchst unredlichen Methode wurde im Ostblock auch jeder Protest entwertet - "weil es den Faschisten oder Kapitalisten in die Hände spielt". Ein legitimer Protest wird nicht dadurch entwertet, daß auch mir oder Dir unsympathische Leute mit protestieren.

Die Formel :

Alle Dissidenten sind rechtsradikal !

... scheint langsam erfolgreich implementiert ... :)

lyra82 06.08.2022 09:39

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1674469)
Ich bin gerade unterwegs und werde über den Inhalt des Links ein paar Tage nicht mitdiskutieren, poste ihn aber trotzdem, weil er ein paar sachlich Infos darüber enthält, wie die Gasgeschäfte an einem liberalisierten Börsenmarkt in realiter ablaufen.

Ah, "Querdenker", geht also schon los.

qbz 06.08.2022 09:49

Zitat:

Zitat von lyra82 (Beitrag 1674474)
Ah, "Querdenker", geht also schon los.

Ja, es geht los mit der kenntnisbefreiten komplett falschen Ein-Wort-Etikettierung. Danke für den inhaltsbezogenen Beitrag zur Sache und die informativen Argumente.

grokster14 06.08.2022 09:52

Das Problem,der hohen Gasrechnungen haben ja nicht nur wir privaten.
Ich arbeite im Chemie Bereich und wenn das so weitergeht,dann sind wir einfach
nicht mehr Konkurrenzfähig und ich denke die Firmen gehen ins Ausland.
Dann hat es uns privaten doppelt getroffen,unbezahlbare Gaspreise und auch keinen Job mehr.

Das schlimme an der Politik ist,das die Leute jahrelang erzählt bekommen haben,geht auf Gas beim heizen und jetzt sind wir die blöden.

Jetzt wollen sie Wärmepumpen in den Markt bringen.

Wasserbüffel 06.08.2022 13:05

Zitat:

Zitat von Mo77 (Beitrag 1674461)
Ich in meinem 4 personenhaushalt habe bereits eine Abschlagserhöhung um weit mehr als 1000€ auf einen 12 Monatszeitraum.
Durch die Umlage könnte noch mal bis zu 1000€ drauf kommen.
Zukünftige Preissteigerungen sind da noch gar nicht angekommen bei mir.

Ich glaube das wird ein interessanter Herbst.

Dann warte vielleicht noch bis du deinen neuen Strompreis für nächstes Jahr mitgeteilt bekommst. Meiner Ansicht nach wird die momentane Krisensituation zum großen Teil nur auf den Gassektor beschränkt. Strom wird ebenfalls ein großes Problem. Nicht unbedingt die Versorgungslage, aber die preisliche Auswirkung.

Koschier_Marco 06.08.2022 13:06

Zitat:

Zitat von grokster14 (Beitrag 1674476)
Das Problem,der hohen Gasrechnungen haben ja nicht nur wir privaten.
Ich arbeite im Chemie Bereich und wenn das so weitergeht,dann sind wir einfach
nicht mehr Konkurrenzfähig und ich denke die Firmen gehen ins Ausland.
Dann hat es uns privaten doppelt getroffen,unbezahlbare Gaspreise und auch keinen Job mehr.

Das schlimme an der Politik ist,das die Leute jahrelang erzählt bekommen haben,geht auf Gas beim heizen und jetzt sind wir die blöden.

Jetzt wollen sie Wärmepumpen in den Markt bringen.

Das ist ja der wichtige Part der deutschen Exportindustrie. Mit billiger Engerie und billigen Löhne was produzieren und dann exportieren.

Hafu 06.08.2022 14:02

Zitat:

Zitat von grokster14 (Beitrag 1674476)
Das Problem,der hohen Gasrechnungen haben ja nicht nur wir privaten.
Ich arbeite im Chemie Bereich und wenn das so weitergeht,dann sind wir einfach
nicht mehr Konkurrenzfähig und ich denke die Firmen gehen ins Ausland.
...

Wenn das Geschäft eurer Firma nur auf günstigen Energiepreisen beruht hat, statt auf Innovation und Qualität eurer Produkte, und die Produktionsprozesse sich nicht decarbonisieren lassen, dann wart ihr ohnehin nicht global konkurrenzfähig und es ist besser wenn schon jetzt eine schnelle Marktbereinigung stattfindet, die ansonsten durch steigende CO2-Abgaben innerhalb der EU in den kommenden Jahre ohnehin passiert wäre.

Bei Low-Tec-Produkten, die quasi jeder herstellen kann, und für die es wenig KnowHow braucht und bei denen die Konkurrenzfähigkeit nur vom Preis abhängt (Typisches Beispiel ist z.B. Düngemittelproduktion), waren Deutschland schon in der Vergangenheit andere Länder überlegen (z.B. Russland selbst), bei denen das Gas halt noch günstiger war als unser russisches Pipelinegas bzw. die über billige Kohlevorkommen als Energiequelle verfügen, wie z.B. China.

Bei Hightech-Chemie-Produkten machen die Energiekosten nur einen geringen Anteil aus (und die Qualität spielt darüberhinaus auch eine große Rolle) und auch in anderen Ländern (außer evt. Russland, China, Indien und Türkei) ist die Energie derzeit wesentlich teurer als in der Vergangenheit, so dass sich die Position der Premium-Chemie-Firmen im globalen Ranking nicht so großartig verändert, zumal es ja für die Chemieindustrie viele Stellschrauben gibt, den Gasverbrauch zu reduzieren und auch relativ kurzfristig in vielen Bereichen durch andere Energieträger zu ersetzen.

Stefan K. 06.08.2022 14:24

Ich will hier niemandem empfehlen aus diesen Gründen auszuwandern, kann allerdings mitfühlend nur folgendes aus Schweden berichten.

Unser 150m2 Haus wird ausschließlich mit Holz beheizt und auch die Warmwasserbereitung findet über den selben Holzbrenner statt.
Ich benötige dafür pro Jahr ca. 15-20m3 Holz. Hinzu kommt noch der Strom für die Umwälzpumpe und einen Lüftermotor. Die Kosten pro Jahr für Heizung und Warmwasser belaufen sich insgesamt auf 600 Euro.
Als Brennnholz verwende ich die nicht zur Weiterverarbeitung geeigneten Hölzer eines lokalen Holzverarbeiter. Da Schweden zu 80 % aus Wäldern besteht, wird hier selbiges wohl nicht ausgehen.
Die Stromkosten belaufen sich beim aktuellen Tarif (Festvertrag für umgerechnet 9ct./kw/h) auf ca. 400 Euro pro Jahr zzgl. nochmal annähernd die gleiche Summe Gebühr für den Netzbetreiber. Gesamtkosten für Strom also ca. 800-1000 Euro/Jahr.
Der variable Preis ist hier allerdings aktuell auf 14 Cent gestiegen. Noch gilt für mich allerdings der Festvertrag für 2 Jahre.

Sollte hier der Strom ausfallen, hab ich ein großes Notstromaggregat welches an die Hausverteilung angeschlossen ist. Habe ich bisher jedoch noch nie gebraucht.
Zudem spiele ich mit dem Gedanken unser Haus im nächsten Jahr mittels Photovoltaik komplett autark zu machen.

Da ich es satt bin, von einer Versorgung abhängig zu sein, welche ich in keinster Weise mit steuern oder verändern kann, bin ich halt diesen Weg gegangen.

Das bedeutet zwar, dass ich im Sommer alle 3 Tage und im Winter jeden Tag den Holzbrenner mit ca. einer Schubkarre Holz beladen muss. Allerdings
dauert dieser Prozess lediglich 10 Minuten und das ganze hat für mich sogar was erfüllendes. Es ist ein gutes Gefühl seine Wärme und das warme Wassser auf diese Art selbst zu produzieren.
Wenn ich möchte kann ich das Brauchwasser auf 90 Grad aufheizen und fast schon aus dem Hahn zum Kochen verwenden. :)

Desweiteren ist der Holzbrenner absolut robust und bedarf kaum Wartung.

Natürlich ist hier nicht alles perfekt, jedoch aus meiner Sicht "deutlich" lebenswerter als ich es in Deutschland empfand.:Huhu:

Somit habe ich meinem Protest bereits vor 2,5 Jahren Taten folgen lassen.


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