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FMMT 06.04.2023 12:28

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1704413)
Danke fürs Mitleid, die 41 Grad habe ich gestern noch erreicht (an der Stirn gemessen). Über Nacht ist die Temperatur wieder auf 39 Grad gesunken :Maso:

Gute Besserung Dir und allen Angeschlagenen :Blumen:

svmechow 06.04.2023 12:33

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1704413)
Danke fürs Mitleid, die 41 Grad habe ich gestern noch erreicht (an der Stirn gemessen). Über Nacht ist die Temperatur wieder auf 39 Grad gesunken :Maso:

Ach Du Scheiße. Da haste ja am Dienstag beim gemeinsamen Zwiften schon unter massiv erschwerten Umständen tapfer durchgehalten.
Auch wenn sich das im Moment sicher nicht so anfühlt: Du wirst schneller wieder fit sein, als Du denkst.
Und ich würde den Ostseeman ebensowenig abschreiben, wie eine gute Platzierung dort! In 121 Tagen kann man noch locker gesund werden und in bester Form erstrahlen.
Bis dahin wird aber erstmal noch ein bisschen schimmelig auf dem Siechenlager rumgelungert; mein tiefstes Mitgefühl sei Dir und allen anderen Insassen gewiss.

Ich habe mich nämlich gerade selbst gegen ärztlichen Rat aus dem Lazarett entlassen; das war ganz einfach, Diensthabende hier ist genauso blöd wie ich und hat erst gar nicht versucht, mich zu halten.

Ein kleiner Testlauf, 13 Kilometern in einer gaaaaaanz sachten 04:54 pace, Puls messe ich einfach nicht. War super.
Was total gut hilft: die Salbutamol-Spraydose in der Trikottasche. Ich habe das Zeig noch nie, wirklich niemals benutzt, aber es tut gut zu wissen, dass es da ist, falls Hustenattacken drohen. War aber nix dergleichen.

svmechow 08.04.2023 17:22

So fühlt es sich also an, jemanden infiziert zu haben; ich erlebe das immer wieder bei der Arbeit, wenn ich einer Patientin erklären muss, dass sie ihre Gonokokken oder Chlamydien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit NICHT vom Dixiklo auf dem Festival hat, vom Festival vielleicht schon und da womöglich auch von einer mit Chemie und anderer Kacke gefüllten - aber eben lebenden Kreatur.
Sicher verwischt unter Einnahme bestimmter Drogen die Grenze zwischen belebtem und unbelebtem Objekt und auf LSD bekommt sicher auch mal ein Dixiklo Gesicht und Beine - zur Übertragung von STD allerdings ist ein solches alleine nicht ausreichend.

Und das müsse sie nun dringend, gaaaaaanz dringend irgendwie ihrem Partner erklären und diesen am besten auch mit der Dixieklogeschichte verschonen und ihm sagen, dass das mit dem Bonjour-Tropfen morgens eben nicht normal ist.

Ich habe nun also meinen geliebten Mann infiziert, zum Glück aber nicht mit Go oder Chlamydien, Gott bewahre, sondern nur mit diesem blöden RS-Virus, das nach einer knappen Woche zügellosen Aufenthaltes in meinen oberen Atemwegen nun beschlossen hat, den Wirt zu wechseln. Und da liegt nun mein Bernhard im Siechenlager und will weder meine Fürsorge, noch den grauenvollen Sud aus Zwiebel, Ingwer und Honig, sondern einfach.nur.seine.Ruhe.

Was höre und lese ich da immer von Männern, die in der Krankheit regredieren und zum nervigen Kleinkind werden - hach, wie schön wäre das doch, ihm wie früher meinem Sohn die geballte Ladung Liebe und Zuwendung angedeihen lassen zu können. Mein Max hat das immer geliebt, egal ob mit vier, mit neun oder mit 16. Allein die Frauen in seinem erwachsenen Leben haben es schwer, das zu toppen, so ist das nun mal.

Leider wuchs mein Mann in einem Franziskaner-Kloster auf und dort unter entsprechend kargen Bedingungen; bei Krankheit kam im tiefen Vertrauen auf den Herrn der Spruch Hiobs zur Anwendung kam: der Herr gibts, der Herr nimmts, gepriesen sei der Name des Herrn. Pronto.
Für eine effektive Verankerung des geballten Mutti-Programms ist es nun zu spät und ich übe mich in Geduld, einfach nichts tun zu können.

Da aber Geduld meine Sache so gar nicht ist, gibt es wenigstens eine Hühnersuppe, so richtig selbst gemacht.
Ich also in eine Biocompany-Filiale am anderen Ende der Stadt, kaufe dort mit tief ins Gesicht gezogener Hutkrempe inkognito ein Huhn. Vielleicht auch einen Hahn, ich bin Veganer und kenne mich mit sowas nicht so gut aus. Auf jeden Fall kommt er oder sie aus der Bradenburger Nachbarschaft, wiegt1.8 kg und kostet 32 Euro. Und hoffentlich war sein oder ihr Leben bis jetzt ein besseres als das, was nun bevorsteht. Innereien sind keine mehr drin, na immerhin. Ich weiss ja nicht, wie meine Innereien auf Hühnergekröse reagieren.

Jetzt ist dieses Huhn also im Topf, zusammen mit Unmengen von Sellerie, Zwiebel, Möhren und anderen Köstlichkeiten, welche laut Rezept nach den zwei Stunden langsamen Köchelns weggeworfen werden sollen. Dafuq? Gemüse wegwerfen? Nur, weil es ausgekocht ist?

Alle 10 Minuten renne ich an den Herd, Wasser nachkippen; diese blöde Vogel reckt immerzu eine seiner Keulen aus der Brühe, sowie da zu viel Flüssigkeit wegdunstet.

Nun steht der schwierigste Teil bevor: das ausgekochte Suppengemüse raussieben und dann mit der behandschuhten Hand dem armen Tier Haut und Fleisch von den zarten Knöchelchen pulen. Das hat, obwohl ich so richtig vegan bin und auch nicht manchmal eine Ausnahme mache, trotzdem was befriedigendes. Manchmal mache ich mir diesbezüglich etwas Sorgen und frage mich, ob ich nicht in Wahrheit doch ein Sadist bin, der gerne mal etwas Fleisch zerteilt und allein mein Über-Ich sorgt dafür, dass ich dieser Leidenschaft ausschließlich in sozial gewünschter und anerkannter Weise im Op-Saal und nun eben am Kochtopf nachkomme.
Anyway.
Ich rechne nicht ernsthaft damit, dass irgendwer diesen Text hier bis zu Ende gelesen hat, wenn doch, hat sich diese Person damit fast auch schon eine Kelle Hühnersuppe verdient.
Ich werde mich jetzt nicht länger vor meinen ehelichen Pflichten drücken und dieses Huhn, dieses arme Huhn zerkleinern, auf dass die gesamte Superkraft (immerhin können die ja fliegen!) auf meinen guten Mann übergehen möge und sich dieses blöde Virus einen neuen Wirt sucht.

FMMT 08.04.2023 17:33

Zitat:

Zitat von svmechow (Beitrag 1704601)
Ich rechne nicht ernsthaft damit, dass irgendwer diesen Text hier bis zu Ende gelesen hat,

Du vergisst, dass hier etliche Langdistanzler unterwegs sind:Lachen2: .
Guten Besserung Deinem Lieben und vielen Dank für deinen ausführlichen Text, der mir, warum auch immer, ein Schmunzeln entlockte:Blumen:

sabine-g 08.04.2023 17:55

Zitat:

Zitat von svmechow (Beitrag 1704601)

Jetzt ist dieses Huhn also im Topf, zusammen mit Unmengen von Sellerie, Zwiebel, Möhren und anderen Köstlichkeiten,

Gewürze? keine Gewürze?

Oder vielleicht einfach Maggi?




(bei uns gibts ein Maggi Werk, daher schmeißen echte Einheimische das Zeug in alles rein und auf alles drauf, was aus Richtung Küche kommt)

Antracis 08.04.2023 18:10

Ich würde zu einem Rezept raten, wo man das Gemüse erst nach 90 Minuten zugibt, dann braucht man es nicht wegzuwerfen - stattdessen dann lieber das Verkochrezept entsorgen

Ansonsten gilt mein Mitgefühl aber jedem Virenopfer hier, bin ich doch der schlimmste Männergrippenjammerlappen der vorstellbar ist und bringe jegliche Person in meiner Nähe binnen Minuten zuverlässig an die Grenze ihres Mitgefühls und dazu, mir den Topf mit der Brühe über den Kopf zu kippen. Allerdings bin ich auf dem Krankenlager dann auch mit Pfanni-Kartoffelpürree zufrieden. Früher hab ich da tatsächlich noch Maggi draufgeträufelt. Soll ja stärken! Da war ich aber noch sehr klein.

Ansonsten weiterhin alles gute hier für alle Siechenden, Versehrten und (gefühlt) Moribunden. :Blumen:

Antracis 08.04.2023 18:11

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1704605)
Gewürze? keine Gewürze?

Zwei Nelken sind wichtig! Und diese müssen in der Zwiebel stecken, ansonsten wirds nix! :cool:

sabine-g 08.04.2023 18:13

Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1704609)
Da war ich aber noch sehr klein.

Vielleicht hättest du das länger machen sollen, so richtig groß oder lang bist du ja nicht geworden. :Huhu:


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