triathlon-szene.de |  Europas aktivstes Triathlon  Forum

triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum (https://www.triathlon-szene.de/forum/index.php)
-   Politik, Religion & Gesellschaft (https://www.triathlon-szene.de/forum/forumdisplay.php?f=30)
-   -   Corona Virus (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=47641)

qbz 23.04.2020 19:39

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1527297)
Vielleicht ist der entscheidende Faktor eher die Bevölkerungsdichte? Oder beides?
Niemand wird es wirklich wissen.

Man kann auch Schwerin und Rostock mit einer ähnlich grossen Stadt in Bayern vergleichen und käme zur gleichen von mir geäusserten Schlussfolgerung.

merz 23.04.2020 20:29

Corona ist leicht (?) exzentrisch:

In Frankreich versuchen sie eine Nikotinpflastertherapie

https://www.spiegel.de/wissenschaft/...7-e68411305125

hier mehr Info aus einer nicht-so-guten Quelle

https://www.dailymail.co.uk/news/art...ronavirus.html


m.

ThomasG 24.04.2020 06:58

Zitat:

Zitat von Trillerpfeife (Beitrag 1527177)
@ThomasG: so ähnlich wie bei Estebban sieht auch meine Überlegung aus. Im Wust der Informationen hab ich mich für die entschieden, die am unaufgeregtesten daherkommen und mir glaubwürdig erscheinen.
Ob ich da alle Informationen erhalte oder ob mir welche vorenthalten werden kann und will ich gar nicht beurteilen.
Und ich gestehe z.B dem RKI auch zu seine Meinung zu ändern.
Natürlich freue ich mich über jede positive Nachricht. Gerade bei Schweden tät es mcih sehr freuen, wenn deren Weg funktionieren würde.
Das hätte ja auch hoffentlich Auswirkungen auf unseren Weg, oder besser, den der Bundesregierung.

Verarscht werden möchte ich auch nicht. Oder ich möchte es zumindest dann nicht merken. :Cheese:

Zu Beginn der Epidemie bzw. Pandemie wurden die Zahlen der nachweislich Infizierten veröffentlicht und zwar in meinen Augen in missverständlicher Weise.
Mindestens einmal wurde sogar in der 20-Uhr-Tagesschau die aktuelle Zahl der "Infizierten" genannt ohne jegliche Relativierung.
Später ging das RKI dazu über Informationen über die Entwicklung der Anzahl an Testungen pro Zeiteinheit zu verbreiten.
Das hätte von Anfang an erfolgen müssen.
Lässt man es und informiert häufig stark verkürzt, sorgt man bei vielen Menschen dafür, dass sie die Lage nicht einschätzen können.
Es gibt wohl gesetzliche Vorgaben u.ä. welche Daten an das RKI oder andere Institutionen geleitet werden müssen und welche diese veröffentlichen müssen, aber da kann man sich ja fragen, warum sind diese Vorgaben so, wie sie sind.
Dann halt das Thema effektive Reproduktionsrate bzw. Verdoppelungszeit.
Politiker u.a. bevorzugen bestimmte Kennzahlen zur Argumention oder zum Verdeutlichen von Strategien oder auch als Kriterien für den Erfolg bestimmter Maßnahmen, weil sie z.B. glauben dadurch viele Menschen so relativ leicht zu bestimmten Verhaltensweisen motivieren zu können.
Das ist nicht in Ordnung.
Nach wie vor glaube ich nicht, dass man sicher beurteilen kann, wie sich die effektive Reproduktionsrate verändert im Laufe der Zeit.
Das bringt die Leute aber nicht einmal davon ab entsprechende Argumente einfach hartnäckig weiterzuverwenden.
Die Leute haben ein Recht darauf möglichst gut informiert zu werden, so dass sie sich selbst eine fundierte Meinung bilden können.

Nachtrag:

Solche Aussagen finde ich krass:

Zitat:

Zitat von bundestag.de
Kritisch beurteilt wurde von den Sachverständigen unter anderem die Informationspolitik. So räumte Prof. Reinhard Burger vom Robert-Koch-Institut (RKI) ein, dass in der Öffentlichkeit eine erhebliche Verwirrung über die Frage geherrscht habe, welchen der beiden auf dem Markt befindlichen Impfstoffe man verwenden solle. „Mit der Kommunikation über die Verwendung des Impfstoffes waren wir nicht zufrieden“, sagte Burger. Ähnliches berichtete Prof. Klaus-Dieter Kossow vom Deutschen Hausärzteverband (DHV): „Es ist uns nicht gelungen, unsere Meinung zur herrschenden Meinung zu machen.“ Einzelne Hausärzte hätten zum Kreis der Impfkritiker gehört. Aus den Erfahrungen seien nun die richtigen Schlüsse zu ziehen. “Wir brauchen eine Standardinformation, die alle wesentlichen Akteure gemeinsam verbreiten,“ fordert Kossow.

https://www.bundestag.de/presse/hib/2013_01/02-252336 (Ausschuss für Gesundheit (Anhörung) - 30.01.2013 (hib 058/2013))

Einen Satz finde ich besonders heftig:
„Es ist uns nicht gelungen, unsere Meinung zur herrschenden Meinung zu machen.“

Hafu 24.04.2020 07:05

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1527305)
Man kann auch Schwerin und Rostock mit einer ähnlich grossen Stadt in Bayern vergleichen und käme zur gleichen von mir geäusserten Schlussfolgerung.

An welchem Datum haben denn Schwerin oder Rostock mit ihren Seuchenbekämpungsmaßnahmen angefangen?

Nach meiner Erinnerung hat man in nahezu ganz Deutschland gleichzeitig begonnen, nämlich am 8.3. als in Ägypten der erste Deutsche an Covid-19 gestorben ist. Positive Fälle in Deutschland gab es vorher schon, aber das war halt für die Politik (und die Medien, insbesondere Bild), das plakative Signal, dass der Virus potenziell tödlich ist.

Zu dem Zeitpunkt hatten natürlich Bayern, BW und Nordrhein-Westfalen wegen der Nähe zu den Pandemie-Brennpunkten Italien und Tirol bereits deutlich mehr positive SARS-COV-2-Fällea als z.B. MV. Epidemiebekämpfung ist in der Tat umso effektiver, je geringer die Infektzahlen zu Beginn sind, weil dann auch die händische Nachverfolgung von Infektionsketten noch möglich ist.

Nobodyknows 24.04.2020 07:44

Zitat:

Zitat von ThomasG (Beitrag 1527348)
Die Leute haben ein Recht darauf möglichst gut informiert zu werden, so dass sie sich selbst eine fundierte Meinung bilden können.

Aber was tun, wenn sich selbst unter Experten noch keine fundierte, untermauerte Meinung / These herausgebildet hat und Experten, politische Entscheider und berichtende Medien von der Taktzahl getrieben sind die das Virus, bzw. die Anzahl seiner Opfer vorgeben?

(Ich leihe mir eine Grußformel aus)
Locker bleiben!
N. :Huhu:

Estebban 24.04.2020 08:38

Zitat:

Zitat von Nobodyknows (Beitrag 1527359)
Aber was tun, wenn sich selbst unter Experten noch keine fundierte, untermauerte Meinung / These herausgebildet hat und Experten, politische Entscheider und berichtende Medien von der Taktzahl getrieben sind die das Virus, bzw. die Anzahl seiner Opfer vorgeben?

(Ich leihe mir eine Grußformel aus)
Locker bleiben!
N. :Huhu:

Das ist für mich auch der entscheidende Punkt den ThomasG mE in seiner Argumentation ignoriert. Alle Experten lernen Tag für Tag dazu, wer sich hinstellt und sagt „Ich weiß wie der Hase läuft“ ist extrem unseriös (immer, jetzt besonders). Du Schlussfolgerst aus schlechter Kommunikation, dass man dich manipulieren / dir etwas vorenthalten / dich verarschen möchte.
Vllt ist es aber einfach so, dass auch das RKI auf Sicht fährt und sich Dinge unterwegs ändern. Das muss nicht immer böse Absicht sein ;)

Schwarzfahrer 24.04.2020 08:46

Zitat:

Zitat von Nobodyknows (Beitrag 1527359)
Aber was tun, wenn sich selbst unter Experten noch keine fundierte, untermauerte Meinung / These herausgebildet hat und Experten, politische Entscheider und berichtende Medien von der Taktzahl getrieben sind die das Virus, bzw. die Anzahl seiner Opfer vorgeben?

(Ich leihe mir eine Grußformel aus)
Locker bleiben!
N. :Huhu:

Ja, locker bleiben ist immer besser, als in Panik geraten.
Ansonsten, nur weil sich nicht alle Experten einig sind, kann man sich trotzdem noch eine eigene Meinung bilden, nachdem man alle (bzw. möglicht viele verschiedene) Thesen und Argumente angesehen hat. Diese mag auch nicht die sichere Wahrheit sein, aber ich fühle mich mit einer Entscheidung, die ich selbst nachvollziehen kann besser, als blind einem "Experten" zu folgen. Und die Politiker werden m.M.n. nicht von der Taktzahl der Virus-Opfer getrieben, sondern von der jeweiligen Art, wie diese Opferzahlen medial präsentiert und in welchen Kontext sie gesetzt werden (schlimmstenfalls noch in Bezug auf Wahlumfragen). Besonders kritisch sehe ich inzwischen, wenn nach so langer Zeit immer noch die nach irgendwelchen theoretischen Modellen für die Zukunft hochgrechneten (eventuellen) Opferzahlen bei Entscheidungen mehr wiegen, als der bisherige Verlauf und die daraus ableitbaren Zusammenhänge (bzw. fehlende Zusammenhänge). Dabei sollten gerade poltische Entscheider sich nicht treiben lassen, sonder selbst das Geschehen lenken (ich weiß, ich bin ein Idealist).

merz 24.04.2020 09:27

langes Interview in Nature mit Anders Tegnell, einem Epidemologen, aus dem Team, das den Schweden-Ansatz vorgeschlagen hat:

https://www.nature.com/articles/d415...JC01_GL_Nature


m.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 19:19 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.6.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2024, Jelsoft Enterprises Ltd.