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Estebban 11.08.2020 16:36

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1546786)
Medien wollen den Leser/Hörer beeinflussen. Sich dessen (und möglichst der Motivation der Autoren) bewußt zu sein ist hilfreich und notwendig, um die "bearbeitete" Information einzuordnen. Ohne dieses Bewußtsein wird man unweigerlich manipuliert - von jeder Quelle gleichermaßen. Das zu benennen ist kein Gefasel, sondern essentieller Teil der Medienkompetenz.
Konkret: ich kann Corona-Zahlen so präsentieren, daß möglichst viel Angst geschürt wird (immer die Gesamtzahl über Monate nennen, Superlative, ...), oder so, daß die Bevölkerung optimistisch gestimmt wird (Betonung auf positive Trends, Wörtchen wie "nur noch xxx Infektionen", u.a.m.), oder einfach trockene Zahlen ohne einordnung nennen (heute xxx Neuinfektionen, ohne Vergleich, ohne Wertung). Wenn eines der ersten beiden Trends vorherrscht, fragt man sich berechtigt, welche Absicht dahinter steckt. Ich suche mir deshalb die nackten Zahlen, und leite daraus meine Meinung ab. Die Meisten verlassen sich aber für ihre Wertung auf den Eindruck - und das ist schon Manipulation. Muß man nicht verbieten, aber wissen sollte man es.

Das was du schreibst ist vollkommen korrekt - hat aber nichts mit dem zu tun, worauf ich hinaus wollte (kann natürlich auch daran liegen, dass ich mich undeutlich ausdrücke - denke aber eigentlich ist es relativ klar):

Das Medien gewisse Interessen vertreten (ob sie manipulieren wollen sei mal dahingestellt, ich halte es für übertrieben) und auch eigene Meinungen haben, ist mir bewusst.
Mein verabscheuen / nicht ernst nehmen / für gefasel halten fängt an dem Punkt an, wenn jemand negiert, dass es eine freie Medienlandschaft gibt. Das es eine große diversität in der Medienlandschaft gibt. Dass die Medien von Merkel / bill Gates oder sonst wem ihre Anweisungen erhalten. Da hört bei mir Verständnis auf und da gibt es für mich auch kein „sorgen ernst nehmen“ mehr. Das ist sicher nicht die beste Herangehensweise - nach jahrelangen Diskussionen, die sich im Kreis gedreht haben und mE auch zu Ende diskutiert wurden, raubt es mir persönlich zu viel Energie da weiter zu machen.
Für Kritik an Medien, clickbait, Springer etc bin ich gerne zu haben - man darf auch jederzeit sagen, die Tagesschau ist mir zu links... aber eine systempresse oder Staatsfunkt brauch in Deutschland halt keiner herbeizufantasieren..

Estebban 11.08.2020 16:39

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1546782)
Meiner Meinung nach wirfst du da einige diskussionwürdige Punkte in einen Topf und machst den Deckel zu. Man kann durchaus über die Gefahren eines Mainstreams diskutieren ohne einer Verschwörungstheorie zu verfallen (passiert auch längst, selbst der sog. Mainstream macht das).

Ich hab’s oben als Antwort auf Schwarzfahrer nochmal versucht zu präzisieren.
Das Thema Medien ist ein sehr spannendes - hat aber vllt nur noch am Rande etwas mit Corona zu tun. Da gibts unendlich viel zu diskutieren zu. Aber mir fehlt der Nerv dazu immer wieder beim allerkleinsten Nenner anzufangen und zu diskutieren, ob es in D Pressefreiheit gibt o.ä.
Ich bereue es schon wieder mich hier eingeklinkt zu haben und verabschiede mich wieder aus dem Thread :Huhu:

qbz 11.08.2020 16:45

Immer wieder von mir gerne zitiert beim Thema "Medien in Deutschland" und lustig anzuhören das empfehlenswerte Kabarett:

Der bunte Kiosk der Presselandschaft. Max Uthoff und Claus Wagner machen sich Gedanken über die Pressevielfalt und die Pressefreiheit in Deutschland. ca. 10min

sowie

Claus Wagner alias Angela Merkel begrüßt Liz Mohn, Friede Springer und Hubert Burda in ihrer neuen Quizshow "Wer ist Milliardär?" ca. 7min

:cool:

Feanor 11.08.2020 16:57

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1546786)
Medien wollen den Leser/Hörer beeinflussen. Sich dessen (und möglichst der Motivation der Autoren) bewußt zu sein ist hilfreich und notwendig, um die "bearbeitete" Information einzuordnen. Ohne dieses Bewußtsein wird man unweigerlich manipuliert - von jeder Quelle gleichermaßen. Das zu benennen ist kein Gefasel, sondern essentieller Teil der Medienkompetenz.
Konkret: ich kann Corona-Zahlen so präsentieren, daß möglichst viel Angst geschürt wird (immer die Gesamtzahl über Monate nennen, Superlative, ...), oder so, daß die Bevölkerung optimistisch gestimmt wird (Betonung auf positive Trends, Wörtchen wie "nur noch xxx Infektionen", u.a.m.), oder einfach trockene Zahlen ohne einordnung nennen (heute xxx Neuinfektionen, ohne Vergleich, ohne Wertung). Wenn eines der ersten beiden Trends vorherrscht, fragt man sich berechtigt, welche Absicht dahinter steckt. Ich suche mir deshalb die nackten Zahlen, und leite daraus meine Meinung ab. Die Meisten verlassen sich aber für ihre Wertung auf den Eindruck - und das ist schon Manipulation. Muß man nicht verbieten, aber wissen sollte man es.

Alles richtig, Kommunikationswissenschaften 1.Semester. Wenn man hier mitliest stellt sich aber die Frage:
- Ist dies von irgendeiner übergeordneten Instanz (Regierung, Bill Gates o.ä.) gezielt über alle Medien gesteuert?
- Werden andere Medien, die nicht dieser Steuerung folgen, gezielt in ihrer Arbeit behindert oder eingeschränkt von eben dieser Instanz? Einschränkungen anhand bestehender Gesetze gelten nicht.
Ich persönlich beantworte diese Fragen mit Nein, es stehen ausreichend Quellen/Medien mit verschiedenen Meinungen zur Verfügung. Wenn ich eine Minderheitenmeinung habe, kann ich halt nicht damit rechnen, dass alle Medien diese Meinung auf Seite 1 vertreten.

TriAdrenalin 11.08.2020 16:58

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546783)
...
Darüberhinaus gab es mal Ansätze, wonach bei (ich glaube es war ARD oder ZDF) ein gewisses Wortframing betrieben wird (Mir fällt da spontan Links-Aktivist gegen Rechts-Populist ein), um Meinungsbildung zu betreiben.
...

Quelle?

Triasven 11.08.2020 16:59

Pressevielfalt und Pressefreiheit stand zu keinem Zeitpunkt hier zur Debatte und wurde auch von niemandem in Abrede gestellt.
Estebban hat selbst den Punkt aufgemacht, sich daran alleine abgearbeitet um dann von dannen zu ziehen.
Du bist sozusagen einem klassischen Strohmann erlegen.


Kritikpunkt vieler Beiträge hier ist die Manipulation der Bevölkerung durch die Medien (auch der Mainstreammedien)
Kannst du dazu deine Meinung äussern?

Triasven 11.08.2020 17:10

Zitat:

Zitat von TriAdrenalin (Beitrag 1546794)
Quelle?

https://https://www.google.de/amp/s/amp2.handelsblatt.com/meinung/kommentar-das-framing-papier-der-ard-zeugt-von-einem-kruden-demokratieverstaendnis/24009608.html

Eine Diskussion darüber ist aber zu weit weg von der eigentlichen Corona Diskussion.
Ich bin auch nicht im Bilde, ob das Handelsblatt eine Triathlon Szene Konforme Quelle ist.

Bevor hierüber eine neuerliche OT Diskussion entbrennt: Meine Meinung zum Thema Medien+ Corona hab ich kundgetan.
Ich würde mich über einen Irrtum meinerseits freuen, und die Berichterstattung in D zu diesem Thema bringt (anders als meinen Erwartungen nach) die Bevölkerung mit weniger Sorge, Angst und Misstrauen durch den Herbst und Winter.

Schwarzfahrer 11.08.2020 17:32

Zitat:

Zitat von Feanor (Beitrag 1546792)
Alles richtig, Kommunikationswissenschaften 1.Semester.

Nein, Beobachtung, Erfahrung, gesunder Menschenverstand, 6. Lebensjahrzehnt :)
Zitat:

Zitat von Feanor (Beitrag 1546792)
Wenn man hier mitliest stellt sich aber die Frage:
- Ist dies von irgendeiner übergeordneten Instanz (Regierung, Bill Gates o.ä.) gezielt über alle Medien gesteuert?
- Werden andere Medien, die nicht dieser Steuerung folgen, gezielt in ihrer Arbeit behindert oder eingeschränkt von eben dieser Instanz? Einschränkungen anhand bestehender Gesetze gelten nicht.
Ich persönlich beantworte diese Fragen mit Nein, es stehen ausreichend Quellen/Medien mit verschiedenen Meinungen zur Verfügung. Wenn ich eine Minderheitenmeinung habe, kann ich halt nicht damit rechnen, dass alle Medien diese Meinung auf Seite 1 vertreten.

Ich persönlich beantworte diese Frage leider seit etwa 5 - 8 Jahren zunehmend mit Ja.
Wobei zu Punkt 1: nein, sie werden nicht durch eine übergeordnete Instanz gesteuert, sondern wohl eher durch eine Dominanz von Journalisten gleicher Gesinnung, die anders Denkende in ihren Redaktionen nicht unbedingt dulden dürften. Es könnte ein Erfolg des mal angesagten Marsches durch die Institutionen sein.
Zu Punkt 2: eindeutig ja, vor allem durch Diskreditierung. Es entsteht zunehmend eine "zwei-Klassen-Presse": einerseits die "Leitmedien", die in den meisten großen Fragen unserer Zeit (Migration, EU, Euro, Klima, Corona, ...) weitgehend eine Meinung präsentieren. Davon abweichende oder gar widersprechende Standpunkte finden sich zunehmend auf die "alternativen Medien" beschränkt, und werden in den "Leitmedien" gerne diskreditiert, in die Nähe von Rechtsextremen, Verschwörungstheoretikern u.ä. gerückt. Es gibt auch min. 1 belegten Fall, in denen Werbekunden von solchen Medien aktiv angegangen wurden, um ihre Unterstützung zu unterbinden - das finde ich unredlich. Wenn mal eines der "Großen", wie die Zeit, einen kontroversen Artikel veröffentlicht, knickt die Redaktion nach einem kurzen Shitstorm ein, und entschuldigt sich für die Entgleisung, statt zu der Meinungsvielfalt und offener Diskussion zu stehen. Es muß nicht alles auf Seite 1 stehen, aber es ist deprimierend, wenn man überall das Gleiche liest. Das hatte ich in meiner Jugend zu genüge.


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