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LidlRacer 03.03.2021 23:36

Merkel PK jetzt live z.B. im ZDF.

LidlRacer 03.03.2021 23:55

Ich wage die Prognose, dass wir in der 3 Welle einen neuen Höchststand an Neuinfektionen sehen werden, hoffe aber, dass ich falsch liege ...

Plasma 04.03.2021 00:16

Zitat:

Zitat von TriVet (Beitrag 1588235)
Man kann den Palmer mögen oder nicht, aber ich denke hier spricht r vielen aus der Seele:
https://www.t-online.de/nachrichten/...na-krise-.html

Ja, mit dem Meisten hat er mE recht. Am Schluss sieht er aber etwas falsch. Bundesweit einheitliche Maßnahmen bedeutet nicht, dass Landkreise mit völlig unterschiedlichen Inzidenzen gleich behandelt werden, sondern dass Landkreise mit gleichen Inzidenzen bundesweit (oder zumindest landesweit) gleich behandelt werden.

LidlRacer 04.03.2021 00:45

Lauterbach:
"Was wird passieren, wenn der Beschluss umgesetzt ist? Die Inzidenz 100 wird man Anfang April erreicht haben, und dann kommen wieder stärkere Einschränkungen, weil dann sind wieder alle „alarmiert“. Und es sind ein paar tausend Menschen zusätzlich gestorben"

Ich:
Die dann zurück kommenden Einschränkungen sind nicht härter als jetzt.
Da wir zu dem Zeitpunkt aber praktisch nur noch die ansteckendere(n) Variante(n) haben werden und die Impfungen wahrscheinlich immer noch nicht den Durchbruch gebracht haben werden, wird es nicht reichen, um dann wieder die Wende nach unten zu bringen und der Anstieg geht weiter wie im Herbst bei zu zaghaftem Lockdown.

tomerswayler 04.03.2021 06:19

Zumindest bei den Impfungen könnte es schon bald nochmal ein bisschen schneller angehen, zumindest was die Erstdosis angeht. Lauterbach hat ja schon länger darauf hingewiesen, dass mit einer Streckung des Impfabstandes zur zweiten Dosis tausende Tote vermieden werden könnten. Spahn will das nun umsetzen lassen, ich hoffe noch diese Woche. Gilt dann hoffentlich auch schon für angesetzte Zweitdosen nächste Woche.

https://www.tagesschau.de/inland/spa...dnung-113.html

KevJames 04.03.2021 06:43

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1588325)
Lauterbach:
"Was wird passieren, wenn der Beschluss umgesetzt ist? Die Inzidenz 100 wird man Anfang April erreicht haben, und dann kommen wieder stärkere Einschränkungen, weil dann sind wieder alle „alarmiert“. Und es sind ein paar tausend Menschen zusätzlich gestorben"

Ich:
Die dann zurück kommenden Einschränkungen sind nicht härter als jetzt.
Da wir zu dem Zeitpunkt aber praktisch nur noch die ansteckendere(n) Variante(n) haben werden und die Impfungen wahrscheinlich immer noch nicht den Durchbruch gebracht haben werden, wird es nicht reichen, um dann wieder die Wende nach unten zu bringen und der Anstieg geht weiter wie im Herbst bei zu zaghaftem Lockdown.

Ich sehe noch ein anderes Problem auf uns zukommen. Wiedergewonnene Freiheiten werden die Menschen sich noch weniger gerne wieder nehmen lassen als bislang. Der Unmut und auch der Widerstand werden größer werden und die Politik wird sich davon treiben lassen. Inzidenzen werden (ähnlich wie die Moral) gebogen werden, wie es in die politische Realität passt (passiert jetzt ja schon). Da könnte man auch als Befürworter der Maßnahmen sich fragen, warum man nun eigentlich ein Jahr lang zu Hause geblieben ist und das soziale Leben inkl. dem der Kinder weitgehend eingestellt hat.
Dieses Vorgehen war zwar zu erwarten, ist aber dennoch nicht minder enttäuschend.

crazy 04.03.2021 06:56

Mittelerde, Belagerung von Gondor, 3019 D.Z.

Bote: "Mein Herr Denethor, die dritte Welle des Angriffs beginnt, und so wie es aussieht hat der Feind sein Heer zur Hälfte mit Bergtrollen aufgefüllt!"

Denethor: “Nun... öffnet die Hälfte der Stadttore, die Blumenläden und die Friseure."

Hafu 04.03.2021 07:00

Zitat:

Zitat von tomerswayler (Beitrag 1588327)
Zumindest bei den Impfungen könnte es schon bald nochmal ein bisschen schneller angehen, zumindest was die Erstdosis angeht. Lauterbach hat ja schon länger darauf hingewiesen, dass mit einer Streckung des Impfabstandes zur zweiten Dosis tausende Tote vermieden werden könnten. Spahn will das nun umsetzen lassen, ich hoffe noch diese Woche. Gilt dann hoffentlich auch schon für angesetzte Zweitdosen nächste Woche.

https://www.tagesschau.de/inland/spa...dnung-113.html

Ich habe mich schon Anfang Januar über das starre Vorgehen Deutschlands mit dem Zurückhalten einer impfdosis für die zweite Impfung gewundert und mir gewünscht, wir würden uns von UK einiges abschauen, da IMHO schon damals erkennbar war, dass das dort praktizierte Vorgehen mit deutlichem Verzögern der Zweitimpfung Sinn macht.

Ich frage mich, wie die Beratungs- und Entscheidungsprozesse im Gesundheitsministerium aussehen und welche Experten dort Gehör finden. Die Stiko sollte in dieser Pandemie nicht die einzige Instanz sein, die sich hier einbringt, denn wie man mit Impfungen bei hochgradig begrenzter Impfstoffverfügbarkeit umgeht um einen maximalen gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen ist v.a, eine epidemiologische Fragestellung.

dr_big 04.03.2021 07:09

Es gäbe wohl noch einen weiteren Antigenimpfstoff, den Deutschland allerdings blockiert:
https://www.spiegel.de/panorama/der-...3-911a3eadea01

merz 04.03.2021 07:29

Der Spiegel hat die Sache mit dem Versuch von Stöcker schon öfters gebracht, ich frag mich ob das komplett irre oder komplett irre ist, wenn ihr wisst was ich meine. Also Schwachsinn oder Sensation mit Skandal (immerhin soll die Charite da mal einen prüfenden Blick auf Ergebnisse gemacht haben).

https://www.t-online.de/nachrichten/...rmitteln-.html


https://www.luzernerzeitung.ch/inter...ger-ld.2097067

m.

crazy 04.03.2021 08:04

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1588339)
Es gäbe wohl noch einen weiteren Antigenimpfstoff, den Deutschland allerdings blockiert:
https://www.spiegel.de/panorama/der-...3-911a3eadea01



Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1588342)
Der Spiegel hat die Sache mit dem Versuch von Stöcker schon öfters gebracht, ich frag mich ob das komplett irre oder komplett irre ist, wenn ihr wisst was ich meine. Also Schwachsinn oder Sensation mit Skandal (immerhin soll die Charite da mal einen prüfenden Blick auf Ergebnisse gemacht haben).

https://www.t-online.de/nachrichten/...rmitteln-.html


https://www.luzernerzeitung.ch/inter...ger-ld.2097067

m.

Prinzipiell geht's in der Anzeige wohl darum, dass Stöcker schlichtweg den Umweg über Tierversuche etc pp weggelassen hat und direkt auf Menschen gegangen ist.
Von der vollständigen "Freiweilligkeit" der Impfung auszugehen ist auch spannend, da viele der Test-Impflinge bei ihm in Lohn und Brot stehen, ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis liesse sich da schon erschliessen.
Insofern musste jeder Beamte, der davon hörte, qua Amt eine Anzeige schreiben.

Stöcker muss auch die Erprobungsphasen durchlaufen. Insgesamt sind weltweit über 500 Impfstoffe in der Entwicklung, wenn man da wichtige Schritte überspringt... gibt ja Gründe warum sich sogar große Firmen zusammenschliessen, um das monetäre aufzuteilen (Curevac-Bayer, Biontech-Pfizer etc).

Sollte er einen funktionierenden Impfstoff entwickelt haben, der politisch abgehalten wird, wäre das natürlich ein Skandal.
Und was die 'Großen' davon halten, wenn jemand patentfrei deren aktuellen Milliardengewinn angreift steht auf einem anderen Blatt... historisch sind da schon Menschen für deutlich weniger über die Klinge gesprungen.

dr_big 04.03.2021 08:08

Laut Spiegel ist ds Problem, dass er keine Genehmigung (?) für Impfstoffherstellung hat, er könnte nach seiner Aussage den Stoff aber legal verkaufen und Ärzte könnten den Impfstoff daraus mischen, das wäre wieder legal :Nee:

crazy 04.03.2021 08:16

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1588336)
Ich habe mich schon Anfang Januar über das starre Vorgehen Deutschlands mit dem Zurückhalten einer impfdosis für die zweite Impfung gewundert und mir gewünscht, wir würden uns von UK einiges abschauen, da IMHO schon damals erkennbar war, dass das dort praktizierte Vorgehen mit deutlichem Verzögern der Zweitimpfung Sinn macht.

Ich frage mich, wie die Beratungs- und Entscheidungsprozesse im Gesundheitsministerium aussehen und welche Experten dort Gehör finden. Die Stiko sollte in dieser Pandemie nicht die einzige Instanz sein, die sich hier einbringt, denn wie man mit Impfungen bei hochgradig begrenzter Impfstoffverfügbarkeit umgeht um einen maximalen gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen ist v.a, eine epidemiologische Fragestellung.

Vor allem epidemiologisch, aber nicht nur.... in diese Entscheidungsprozesse sollten andere Wissenschaftsbereiche (zB Soziologie, Psychologie) einbezogen werden.
Die Pandemie ist leider ungeheuer vielschichtig. Meines Erachtes nach (aber ich bin kein Medizinier, korrigiert micht bitte!) hilft es nicht nur, die vulnerablen Bevölkerungsteile zu schützen, wenn der Rest der Impfwilligen mit den Maßnahmen nicht d'accord geht.

hero 04.03.2021 08:18

Zitat:

Zitat von TriVet (Beitrag 1588235)
Man kann den Palmer mögen oder nicht, aber ich denke hier spricht r vielen aus der Seele:
https://www.t-online.de/nachrichten/...na-krise-.html

für mich ist Boris Palmer schon länger der Mann der Stunde, der die Probleme sieht, Lösungen sucht und auch umsetzt. Gut das er in den Medien auch so stark präsent ist und die Dinge anspricht / Meinung macht.

Für mich sehr ein sehr glaubwürdiger Mensch.

Gruß
Matthias

Bockwuchst 04.03.2021 08:18

Man kann halt nicht einfach irgendwas zusammen panschen, das dann seinen Angestellten und sich selbst rein pfeifen und dann sagen: Schaut mich an, ich habe einen Impfstoff erfunden.
Es gibt schon einen Grund, warum man sich weltweit an ein bewährtes Schema von Tests und Zulassungen verständigt hat. Sogar die ersten Tierversuche muss eine Ethikkommission genehmigen, ganz zu schweigen davon wie eng Phase 1,2 und 3 überwacht wird. Er hat jetzt ein paar Hanseln das Zeug verabreicht und ist sich sicher, dass es funktioniert. Wtf? Wieso machen dann andere Phase 3 Studien mit 40.000 Teilnehmern?

ironmansub10h 04.03.2021 08:23

Für mich endet Ende April der persönliche Lockdown. Mich nervt das Geeiere der Politik, die unsägliche Diskussion über wann , wie , was ....
Ich für mich mache dann das was viele Andere auch machen, nämlich einfach normal weiter. Werde mich an Einschränkungen was Treffen mit anderen nicht mehr halten, setze zwar Maske auf wo es gewollt ist, aber sonst habe ich einfach keinen Nerv mehr.
Corona Sendungen, Berichte dazu und Forumseinträge lese ich nimmer. Ist eh nur Gelaber und wenig Handlung.
In der Klinik muss ich eh meine Hygienevorschriften einhalten, da komm ich nicht drumherum, Aber privat können mich Merkel , Kretschmann, Söder mal am A.....lecken

Roini 04.03.2021 08:29

Wieso erst Ende April?
Und warum schreibst du deine Entscheidung hier ins Forum obwohl du doch keine Forumseinträge mehr lesen willst?

Giert da eventuell jemand nach Aufmerksamkeit :Blumen:

ironmansub10h 04.03.2021 08:34

Zitat:

Zitat von Roini (Beitrag 1588364)
Wieso erst Ende April?
Und warum schreibst du deine Entscheidung hier ins Forum obwohl du doch keine Forumseinträge mehr lesen willst?

Giert da eventuell jemand nach Aufmerksamkeit :Blumen:

Ja ich will von allen hier gesehen und gehört werden. Ne, es ging mir darum meine Meinung kund zu tun. Warum April ? So halt. Dann fliege ich für 8 Monate nach Thailand und D kann mich mal

keko# 04.03.2021 08:36

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1588332)
Ich sehe noch ein anderes Problem auf uns zukommen. Wiedergewonnene Freiheiten werden die Menschen sich noch weniger gerne wieder nehmen lassen als bislang. Der Unmut und auch der Widerstand werden größer werden und die Politik wird sich davon treiben lassen. Inzidenzen werden (ähnlich wie die Moral) gebogen werden, wie es in die politische Realität passt (passiert jetzt ja schon). Da könnte man auch als Befürworter der Maßnahmen sich fragen, warum man nun eigentlich ein Jahr lang zu Hause geblieben ist und das soziale Leben inkl. dem der Kinder weitgehend eingestellt hat.
Dieses Vorgehen war zwar zu erwarten, ist aber dennoch nicht minder enttäuschend.

Ist schon ein Problem mit dieser Freiheit, vielleicht sollte man sie einsperren ;-)

Ernsthaft: kann auch anders laufen. Eine mir sehr nahestehende Person berichtete von einer Freundin aus Texas, die sagt, dass manche Menschen dort der neuen (alten) Freiheit nicht trauen und freiwillig Masken tragen und nach wie vor daheim bleiben. Es gäbe sogar welche die vermuten, dass Politiker die Menschen nun (mit der Freiheit) ins Verderben treiben wollen... well, you never know ;-)

LidlRacer 04.03.2021 08:40

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1588359)
Für mich endet Ende April der persönliche Lockdown. Mich nervt das Geeiere der Politik, die unsägliche Diskussion über wann , wie , was ....
Ich für mich mache dann das was viele Andere auch machen, nämlich einfach normal weiter. Werde mich an Einschränkungen was Treffen mit anderen nicht mehr halten, setze zwar Maske auf wo es gewollt ist, aber sonst habe ich einfach keinen Nerv mehr.
Corona Sendungen, Berichte dazu und Forumseinträge lese ich nimmer. Ist eh nur Gelaber und wenig Handlung.
In der Klinik muss ich eh meine Hygienevorschriften einhalten, da komm ich nicht drumherum, Aber privat können mich Merkel , Kretschmann, Söder mal am A.....lecken

Wenn viele so denken, sind wir am Arsch.
:Nee:

qbz 04.03.2021 08:41

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1588325)
Lauterbach:
"Was wird passieren, wenn der Beschluss umgesetzt ist? Die Inzidenz 100 wird man Anfang April erreicht haben, und dann kommen wieder stärkere Einschränkungen, weil dann sind wieder alle „alarmiert“. Und es sind ein paar tausend Menschen zusätzlich gestorben"

Ich:
Die dann zurück kommenden Einschränkungen sind nicht härter als jetzt.
Da wir zu dem Zeitpunkt aber praktisch nur noch die ansteckendere(n) Variante(n) haben werden und die Impfungen wahrscheinlich immer noch nicht den Durchbruch gebracht haben werden, wird es nicht reichen, um dann wieder die Wende nach unten zu bringen und der Anstieg geht weiter wie im Herbst bei zu zaghaftem Lockdown.

Das zieht sich in Deutschland und Europa leider durch den den ganzen Zeitraum der Pandemiebekämpfung: Die Regierungen waren immer deutlich zu spät mit ihren Interventionen. Auf Sicht fahren, bedeutet, das Kind ist schon in den Brunnen gefallen, statt den Brunnen abzudecken. Zu Beginn haben wir die Seuche aus dem Südtirol und den Skigbieten in ganz Europa mit den Rückkehrern eingeladen, sich auszubreiten, dann haben wir es im Sommer / Herbst sich in der Breite diffundieren und mit Reisenden wieder nach DE bringen lassen, im Herbst zu spät reagiert und lassen es jetzt sich wieder ausbreiten. Alles aus Sorge davor, dass die öffentliche Meinung ein weitgehendes Eliminieren des Virus wie in Australien, Neuseeland, Taiwan, China nicht mittragen könnte, was anschliessend allen (ausser bei Einreisen in das Land) die grösstmögliche Normalität garantieren würde. Stattdessen sind zahlreiche Bereiche unseres Lebens und mache Wirtschaftsbranchen schon fast 1 Jahr gesperrt wie Veranstaltungen, Events, Kultur, Kino, Discos etc., begleitet mit mehr als zusammengerechnet halbjährigen Lockdowns incl. der Kita-, Schul-, Unischliessungen mit den bekannten Folgen für manche Kinder / Jugendliche und mit hohen gesellschaftlichen Kosten. Genauso verhält es sich mit dem Impfen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, das gilt auch bei der Pandemiebekämpfung. Dass es auch in Demokratien anders laufen kann, beweisen Australien und Neuseeland immer wieder aufs neue, wo entschlossen Einträge von Neuinfektionen an der Ausbreitung gehindert werden. https://www.nzz.ch/international/neu...-3-1&ga=&trco=
Ich bin gespannt, wie das europäische Vorgehen, wenn die Zeit der retrospektiven Beurteilung in der Wissenschaft anbricht, beurteilt werden wird. Ich hoffe nur, die europäischen Gesellschaften ziehen die richtigen Lehren für zukünftige Pandemien. In dieser Pandemie haben sie aus meiner Sicht versagt und es ist kein Trost, wenn das Versagen in einigen Ländern der Welt wie in Brasilien noch grösser ist.

Ps.
Man schaue sich nur mal an, wie jeder einzelner Ausbruch der Schweinepest "eingehegt" wird. Wir errichten komplette Sperrzäune zu Polen hin und Schutzzonen und Zäune um die Ausbruchsherde in den Wäldern. Da sagt auch keiner den Mastanlagenbesitzern: "Ihr müsst jetzt mit dem Virus leben." Fazit: Wir schützen die Schweine besser als uns selbst.

ironmansub10h 04.03.2021 08:47

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1588373)
Wenn viele so denken, sind wir am Arsch.
:Nee:

So denken nicht nur viele, sondern so handeln viele. Schaust du dich eigentlich in der Welt um? Oder lebst du wirklich in deiner Corona Blase? Ich habe bisher alle Regelungen befolgt, gehe arbeiten, mache meinen Einzelsport und beobachte vom Balkon aus, daß alleine um mich rum Haushalte Geburtstage, Private treffen .... feiern ohne sich drum zu kümmern. Bekommst du das nicht mit? AM WE sind mir etliche Wandergruppen mit weit mehr als 2 Personen eines Haushaltes entgegen gekommen beim Laufen.
Die Szenarien sind vielfältig, da ist das unsägliche immer wieder daher beten der Politik wie schlimm und arg es ist, einfach nicht real.
Die Gelder gehören in die Ausweitung und Verbesserung der Gesundheitssystem und nicht in die Aktionen die eh nur Staub aufwirbeln.

KevJames 04.03.2021 08:53

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1588370)
Ist schon ein Problem mit dieser Freiheit, vielleicht sollte man sie einsperren ;-)

Ernsthaft: kann auch anders laufen. Eine mir sehr nahestehende Person berichtete von einer Freundin aus Texas, die sagt, dass manche Menschen dort der neuen (alten) Freiheit nicht trauen und freiwillig Masken tragen und nach wie vor daheim bleiben. Es gäbe sogar welche die vermuten, dass Politiker die Menschen nun (mit der Freiheit) ins Verderben treiben wollen... well, you never know ;-)

Ausgerechnet in Texas? Das halte ich für eine Ente ... :Lachanfall:

TriVet 04.03.2021 09:02

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1588373)
Wenn viele so denken, sind wir am Arsch.
:Nee:

Ich sehe beides.
Aber das Maß ist bei vielen sehr voll, und nur noch sehr, sehr wenige sehen eine adäquate Verhältnismäßigkeit, siehe auch das von mir verlinkte Interview mit Boris Palmer.

Man wünscht sich mehr Macher ("so geht's") und weniger Mahner ("deshalb geht's nicht").:(

Roini 04.03.2021 09:05

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1588376)
So denken nicht nur viele, sondern so handeln viele. Schaust du dich eigentlich in der Welt um? Oder lebst du wirklich in deiner Corona Blase? Ich habe bisher alle Regelungen befolgt, gehe arbeiten, mache meinen Einzelsport und beobachte vom Balkon aus, daß alleine um mich rum Haushalte Geburtstage, Private treffen .... feiern ohne sich drum zu kümmern. Bekommst du das nicht mit? AM WE sind mir etliche Wandergruppen mit weit mehr als 2 Personen eines Haushaltes entgegen gekommen beim Laufen.
Die Szenarien sind vielfältig, da ist das unsägliche immer wieder daher beten der Politik wie schlimm und arg es ist, einfach nicht real.
Die Gelder gehören in die Ausweitung und Verbesserung der Gesundheitssystem und nicht in die Aktionen die eh nur Staub aufwirbeln.

Deinen Frust kann ich durchaus nachvollziehen und beim Thema Gesundheitssystem bin ich auch durchaus bei dir.
Es gibt halt allerdings in der momentanen Situation auch durchaus andere Wahrnehmungen.
Ich sehe zum Beispiel beim Laufen und Radfahren eher selten Gruppen mit mehr als zwei Leuten und wenn dann mal 4 Personen zusammen Radfahren könnten die auch durchaus im selben Haushalt wohnen.
Ich persönlich finde es halt recht egoistisch zu denken ich mach jetzt einfach mal so wie ich will und kümmere mich nicht um Regeln.

Nichtsdestotrotz werden wir durch dein Verhalten nicht alle am Arsch sein :Blumen:

Plasma 04.03.2021 09:16

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1588376)
So denken nicht nur viele, sondern so handeln viele. Schaust du dich eigentlich in der Welt um? Oder lebst du wirklich in deiner Corona Blase? Ich habe bisher alle Regelungen befolgt, gehe arbeiten, mache meinen Einzelsport und beobachte vom Balkon aus, daß alleine um mich rum Haushalte Geburtstage, Private treffen .... feiern ohne sich drum zu kümmern. Bekommst du das nicht mit? AM WE sind mir etliche Wandergruppen mit weit mehr als 2 Personen eines Haushaltes entgegen gekommen beim Laufen.

Ja, so ist das. Deswegen haben wir heute auch 11.000 Neuinfizierte.

Dennoch gebe ich Eines zu bedenken:

Das idiotische Verhalten anderer sollte einem nicht als Maßstab für das eigene Verhalten dienen.

aequitas 04.03.2021 10:12

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588374)
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, das gilt auch bei der Pandemiebekämpfung. Dass es auch in Demokratien anders laufen kann, beweisen Australien und Neuseeland immer wieder aufs neue, wo entschlossen Einträge von Neuinfektionen an der Ausbreitung gehindert werden. https://www.nzz.ch/international/neu...-3-1&ga=&trco=
Ich bin gespannt, wie das europäische Vorgehen, wenn die Zeit der retrospektiven Beurteilung in der Wissenschaft anbricht, beurteilt werden wird. Ich hoffe nur, die europäischen Gesellschaften ziehen die richtigen Lehren für zukünftige Pandemien. In dieser Pandemie haben sie aus meiner Sicht versagt und es ist kein Trost, wenn das Versagen in einigen Ländern der Welt wie in Brasilien noch grösser ist.

Ps.
Man schaue sich nur mal an, wie jeder einzelner Ausbruch der Schweinepest "eingehegt" wird. Wir errichten komplette Sperrzäune zu Polen hin und Schutzzonen und Zäune um die Ausbruchsherde in den Wäldern. Da sagt auch keiner den Mastanlagenbesitzern: "Ihr müsst jetzt mit dem Virus leben." Fazit: Wir schützen die Schweine besser als uns selbst.

Das kannst du aber durchaus auch besser. Warum nimmst du Beispiele, die absolut nicht mit Europa/Deutschland verglichen werden können? Keines deiner Beispiele kann ansatzweise als Vorbild für EU/DE dienen. Es hätte schon vor Monaten eine langfristige Strategie mit Stufen und mehreren Parametern gebraucht. Dass es bis jetzt gedauert hat überhaupt mal in die Richtung zu gehen ist absurd. Wie bei den Masken zu Beginn der Pandemie, hat sich auch die Ablehnung der Tests als schwerwiegende Entscheidung entpuppt. Schon längst hätten wie in anderen Ländern Schnelltests genutzt werden können.

Dass du dann auch noch die Schweinegrippe mit der aktuellen Pandemie vergleichst setzt deinem ganzen Beitrag die Krone auf. Meinst du das ernst? Eine Pandemie die für ganze Gesellschaften/Wirtschaftsbereiche - einfach alles - mit weitgehenden Einschränkungen der Grundrechte/Freiheitsrechte einhergeht mit Maßnahmen zu vergleichen, die situativ in einzelnen Bereichen getroffen werden ist absurd.

Hier entpuppt sich regelmäßig der urdeutsche Trieb nach autoritärer Führung, der mittlerweile auch weit in weite Teile der liberalen Linke reicht. Dass die K-Gruppen kein Problem mit Autoritarismus hatten wissen wir, dass es in der modernen Linken einen derartigen Rollback gibt (u.a. begleitet durch Identitätspolitik) ist traurig.

keko# 04.03.2021 10:14

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1588378)
Ausgerechnet in Texas? Das halte ich für eine Ente ... :Lachanfall:

Quak! :Lachen2:

Und Mr. President Biden ist nicht amused:
https://www.tagesspiegel.de/politik/.../26972318.html

qbz 04.03.2021 10:39

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1588396)
.....
Hier entpuppt sich regelmäßig der urdeutsche Trieb nach autoritärer Führung, der mittlerweile auch weit in weite Teile der liberalen Linke reicht. Dass die K-Gruppen kein Problem mit Autoritarismus hatten wissen wir, dass es in der modernen Linken einen derartigen Rollback gibt (u.a. begleitet durch Identitätspolitik) ist traurig.

Natürlich könnte die EU oder mit etwas Aufwand und Organisation DE ihre Grenzen genauso schützen und Einreisende kontrollieren wie Australien oder China es tun. Auch diese Länder haben Häfen, Flugplätze und China sogar viel längere Landgrenzen wie die EU. Die Flüchtlinge an den EU Aussengrenzen werden auch nach der Einreise registriert und die Grenzen überwacht. Bayern tut es jetzt auch an tschechischen Grenze. Insofern überzeugt der Einwand auf die Besonderheiten der geografische Lage logisch nicht.

Und was ist wohl "autoritärer" und grundrechtseinschränkender: Die Kontrolle der Aussengrenzen und zeitlich knapp begrenzte Lockdowns von Regionen, wo einzelne, nicht rückführbare Infektionen auftraten, oder jahrelange Grundrechtseinschränkungen für alle und ganze Berufsgruppen, frage ich mich. Australien und Neuseeland hatten seit Beginn der Pandemie weniger Grundrechtseinschränkungen wie wir in DE. Insofern zielt dieser Vorwurf komplett ins Leere. (erst recht, wo meine Vorfahren seit Wilhelm Tell ohne Landvögte aufwuchsen, sich auf Wiesen für Abstimmungen trafen und mir keine urdeutschen Triebe mitgegeben haben. :) )

Dass ich es nicht besser kann, als die Wissenschaftler dieser Initiative weiss ich natürlich, aber trotzdem danke für Deinen Hinweis.
No-Covid-Strategie

aequitas 04.03.2021 10:49

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588409)
Und was ist wohl "autoritärer" und grundrechtseinschränkender: Die Kontrolle der Aussengrenzen und zeitlich knapp begrenzte Lockdowns von Regionen, wo einzelne, nicht rückführbare Infektionen auftraten, oder jahrelange Grundrechtseinschränkungen für alle und ganze Berufsgruppen, frage ich mich. Australien und Neuseeland hatten seit Beginn der Pandemie weniger Grundrechtseinschränkungen wie wir in DE. Insofern zielt dieser Vorwurf komplett ins Leere.

Dass ich es nicht besser kann, als die Wissenschaftler dieser Initiative weiss ich natürlich, aber trotzdem danke für Deinen Hinweis.
No-Covid-Strategie

Grenzen schließen und kontrollieren funktioniert nicht. Nicht in Bezug auf Flüchtlinge und erst Recht nicht in Bezug auf die aktuelle Pandemie, da die dadurch entstehenden Folgen zu tiefgreifend sind. Deine Beispiele eignen sich immer noch nicht, egal wie oft du oder es die NoCovid-Ideologen wiederholen.

Und zu deinem Punkt der kurzen oder langen Grundrechtseinschränkungen: das ist ja der Punkt, weshalb es spätestens jetzt ein Konzept und entsprechende Lockerungen braucht.

qbz 04.03.2021 11:03

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1588413)
Grenzen schließen und kontrollieren funktioniert nicht. Nicht in Bezug auf Flüchtlinge und erst Recht nicht in Bezug auf die aktuelle Pandemie, da die dadurch entstehenden Folgen zu tiefgreifend sind. Deine Beispiele eignen sich immer noch nicht, egal wie oft du oder es die NoCovid-Ideologen wiederholen.

Und zu deinem Punkt der kurzen oder langen Grundrechtseinschränkungen: das ist ja der Punkt, weshalb es spätestens jetzt ein Konzept und entsprechende Lockerungen braucht.

Welche tiefgreifenden Wirkungen, Einschränkungen meinst Du? Der Auslandstourismus über die EU-Grenzen hinweg und die Geschäftsreisen haben jetzt auch ein Jahr lang gelitten. Und das meiste an Geschäftskontakten kann über Internetkonferenzen etc. gelöst werden, ist für das Klima eh besser. Wer aus familiären Gründen eine Fernreise macht, muss halt eine kontrollierte Quarantäne inkauf nehmen, wo liegt das Problem, wenn Shoppingreisen nach New York entfallen. Dafür könnte man innerhalb ganz Europas auch touristisch verreisen, von Portugal, den Kanaren bis Lappland.

China ist ein Exportland, offenbar kein gravierendes Kostenproblem für China´s Produkte, trotz gesicherter Grenzen zu exportieren. Sorry, Du wiederholst einfach begründungslos "es funktioniert nicht", wo andere Länder beweisen, dass es mit Grenzsicherung in der Praxis funktioniert hat. Wir haben ja genug Personal überall in den Kasernen Europas.

Auch Flüchtlinge könnten genauso an den Grenzen Asyl beantragen incl. kontrollierter Quarantäne.

Ich hoffe, dass man in der EU für die nächste Pandemie entsprechend lernt...

PS.
Ob wissenschaftlich empfohlene No-Covid-Strategie oder Aeqitas´ Parameter: fürs erste gibt es praktisch-funktionierende Beispiele, für das zweite nicht, was ist da mehr Ideologie ? :)

Plasma 04.03.2021 12:12

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1588413)
Grenzen schließen und kontrollieren funktioniert nicht. Nicht in Bezug auf Flüchtlinge und erst Recht nicht in Bezug auf die aktuelle Pandemie, da die dadurch entstehenden Folgen zu tiefgreifend sind.

Welche tiefgfreifenden Folgen soll das eigentlich haben, wenn Menschen nur noch innerhalb ihres Heimatlandes Urlaub machen dürfen ?

Mal ganz davon abgesehen, dass das ein 1. Welt Luxusproblem ist.

Helmut S 04.03.2021 12:35

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588418)
Dafür könnte man innerhalb ganz Europas auch touristisch verreisen, von Portugal, den Kanaren bis Lappland.

Und nach meinem Verständnis auch in die französischen Überseedépartements Martinique, Französisch-Guayana, Guadeloupe, Mayotte, Réunion, die Insel Saint-Barthélemy und was da sonst noch so alles überall in der Welt dazu gehört. Macht das in einer Pandemie wirklich Sinn? :Gruebeln:

:Blumen:

captain hook 04.03.2021 12:35

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1588413)

Und zu deinem Punkt der kurzen oder langen Grundrechtseinschränkungen: das ist ja der Punkt, weshalb es spätestens jetzt ein Konzept und entsprechende Anpassungen der Maßnahmen braucht.

Ich hab Deinen Beitrag mal eine Nuance verändert. So würde es meiner Meinung nach passen. Jetzt pauschal Lockerungen zu fordern - also einfach die vorhandenen Maßnahmen abschaffen oder reduzieren - blendet aus, dass zwar manche Maßnahmen, die sich als vielleicht wenig wirksam erwiesen haben, abgeschafft werden können, aber an anderen Stellen neue an deren Stelle treten müssen oder bestehende enger zu fassen und durchzusetzen sind.

spanky2.0 04.03.2021 12:52

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588409)
Natürlich könnte die EU oder mit etwas Aufwand und Organisation DE ihre Grenzen genauso schützen und Einreisende kontrollieren wie Australien oder China es tun.

Zitat:

Zitat von Plasma (Beitrag 1588432)
Welche tiefgfreifenden Folgen soll das eigentlich haben, wenn Menschen nur noch innerhalb ihres Heimatlandes Urlaub machen dürfen ?

Ich habe an dieser Stelle schon einmal gefragt, was mit den Menschen ist, die im Ausland arbeiten und die tagtäglich über europäische Grenzen pendeln?

Nur um mal ein paar Zahlen zu nennen:
In dem kleinen Luxemburg mit nur 600k Einwohnern, pendeln täglich (!) 200.000 Grenzgänger ein und aus.
In der Schweiz sind es sogar 343.000 Grenzgänger täglich.
Nach Deutschland pendeln jeden Tag 200.000 Menschen ein zum arbeiten. Raus aus Deutschland sind es deutlich mehr. Im Ausland arbeiten sogar insgesamt 1,9 Mio Deutsche (Achtung: Das sind nicht alles Pendler ;) )

Was ich damit sagen will. Europa ist extrem vernetzt, nicht nur was den Warenverkehr angeht, sondern auch die arbeitende Bevölkerung. Da liegt es doch in meinen Augen auf der Hand, dass man solch einen Grenzverkehr nicht mit Ländern wie Australien oder Neuseeland vergleichen kann.

Was willst du mit den ganzen Grenzpendlern in Europa machen? Sollen sich alle in ihren Heimatländern Jobs suchen? Willst Du sie alle zum Homeoffice verpflichten (auch Plegekräfte, Ärzte?) oder täglich testen lassen? Alle zum Umzug zwingen? Oder wie soll das funktionieren?


Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588409)
Bayern tut es jetzt auch an tschechischen Grenze. Insofern überzeugt der Einwand auf die Besonderheiten der geografische Lage logisch nicht.

Wenn Du dir die aktuelle Deutschlandkarte mit den Inzidenzen anschaust (insbesondere die bayrische Grenze zu Tschechien), siehst Du ja wie gut die Grenzkontrollen diesbezüglich funktionieren.

qbz 04.03.2021 13:03

Zitat:

Zitat von spanky2.0 (Beitrag 1588449)
Ich habe an dieser Stelle schon einmal gefragt, was mit den Menschen ist, die im Ausland arbeiten und die tagtäglich über europäische Grenzen pendeln?

Nur um mal ein paar Zahlen zu nennen:
In dem kleinen Luxemburg mit nur 600k Einwohnern, pendeln täglich (!) 200.000 Grenzgänger ein und aus.
In der Schweiz sind es sogar 343.000 Grenzgänger täglich.
Nach Deutschland pendeln jeden Tag 200.000 Menschen ein zum arbeiten. Raus aus Deutschland sind es deutlich mehr. Im Ausland arbeiten sogar insgesamt 1,9 Mio Deutsche (Achtung: Das sind nicht alles Pendler ;) )

Was ich damit sagen will. Europa ist extrem vernetzt, nicht nur was den Warenverkehr angeht, sondern auch die arbeitende Bevölkerung. Da liegt es doch in meinen Augen auf der Hand, dass man solch einen Grenzverkehr nicht mit Ländern wie Australien oder Neuseeland vergleichen kann.

Was willst du mit den ganzen Grenzpendlern in Europa machen? Sollen sich alle in ihren Heimatländern Jobs suchen? Willst Du sie alle zum Homeoffice verpflichten (auch Plegekräfte, Ärzte?) oder täglich testen lassen? Alle zum Umzug zwingen? Oder wie soll das funktionieren?

Ich habe absichtlich in der Hauptsache von der EU und der EU-Aussengrenze gesprochen. Mit der CH müsste man halt ein Abkommen treffen, wenn es freien Grenzverkehr geben soll. Für DE wäre es wegen der Pendler in der Tat schwieriger und aufwendiger wegen der notwendigen täglichen Tests umzusetzen, was wir hier ja auch schon besprochen haben. Würde man die Einreisen in die EU entsprechend kontrollieren und eine NO-Covid-Strategie überall realisieren, wären der Tourismus in der EU, Veranstaltungen usf. weitestgehend lebendig. Im ersten Lockdown 2020 machte übrigens DE die Grenzen für die Pendler auch zu. Irgendwie geht es auch nicht ohne Belastungen ab, es kommt halt darauf an, auf welche Gruppen sich die verteilen und was dann für die Gesellschaft optimal ist. Bei mir in der Uckermark arbeiten Pendler auf Montage in der CH, weil sie halt dort mehr verdienen als bei uns, obwohl genug Aufträge hier vorhanden sind und ein Arbeitskräftemangel bei Handwerkern vorliegt.

Zitat:

Zitat von spanky2.0 (Beitrag 1588449)
Wenn Du dir die aktuelle Deutschlandkarte mit den Inzidenzen anschaust (insbesondere die bayrische Grenze zu Tschechien), siehst Du ja wie gut die Grenzkontrollen diesbezüglich funktionieren.

Man bräuchte natürlich mehr Personal an der Grenze und mehr Infrastruktur vor Ort. Es geht mir einfach darum, darauf hinzuweisen, dass No-Covid durchaus eine ernsthafte Alternative vor allem für die EU darstellt bzw. gewesen ist, die auch viele Vorteile gebracht hätte.

keko# 04.03.2021 13:28

Zitat:

Zitat von spanky2.0 (Beitrag 1588449)
...
Was ich damit sagen will. Europa ist extrem vernetzt, nicht nur was den Warenverkehr angeht, sondern auch die arbeitende Bevölkerung. Da liegt es doch in meinen Augen auf der Hand, dass man solch einen Grenzverkehr nicht mit Ländern wie Australien oder Neuseeland vergleichen kann. ....

Das kann sich ändern. Nicht wenige sprechen von einer aufkommenden Entglobalisierung - und das schon lange vor Corona. Wichtig ist letztendlich, dass die Lieferketten widerstandfähig sind und nicht reißen. Computerarbeit von daheim wird zunehmen. Automatisierung kann dafür sorgen, dass Pesonalkosten fallen und die Produktion vor Ort kostengünstiger wird. Das Migrationsproblem ist nach wie vor ungelöst. Ich persönlich gehe davon aus, dass Grenzkontrollen in irgendeiner Form erhalten bleiben werden.

aequitas 04.03.2021 13:43

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1588442)
Ich hab Deinen Beitrag mal eine Nuance verändert. So würde es meiner Meinung nach passen. Jetzt pauschal Lockerungen zu fordern - also einfach die vorhandenen Maßnahmen abschaffen oder reduzieren - blendet aus, dass zwar manche Maßnahmen, die sich als vielleicht wenig wirksam erwiesen haben, abgeschafft werden können, aber an anderen Stellen neue an deren Stelle treten müssen oder bestehende enger zu fassen und durchzusetzen sind.

Nichts anderes habe ich hier schon vor Monaten gefordert. Eine langfristige Strategie, die sich aufbauend auf Parametern in bestimmten der aktuellen und prognostizierten Situation anpasst. Stattdessen gibt es hin/her, mal 50, 100, 35, statt das ganze durchsichtiger, langfristiger und planbar zu gestalten. Gutes Beispiel einer solchen Strategie: Irland. Dabei geht es nicht um die konkrete Situation vor Ort, sondern wie richtiges Krisenmanagement zu funktionieren hat - mit sinnvollen KPIs/Messgrößen, Milestones und Zielen. Wurde hier auch schon vorgeschlagen, kann nur leider nicht mithalten mit den tollen, wirkungsvollen und autoritären Hämmern, die sich einige hier wünschen. [Evtl. wäre das auch eine sozialwissenschaftliche Untersuchung wert, inwiefern die kulturelle Prägung die Wahl der Mittel beeinflusst. Bspw. tief verankert im Ruhrgebiet ist die Kohleindustrie, die immer groß, mächtig, eindrucksvoll und viel "Wumms" mitbringt, was sich unmittelbar auch auf die Mentalität auswirkt. Unter Opel, Thyssen, BVB, S04 geht es nicht - groß und Bums, das wird dort gebraucht.]

Zitat:

Zitat von spanky2.0 (Beitrag 1588449)
Was willst du mit den ganzen Grenzpendlern in Europa machen? Sollen sich alle in ihren Heimatländern Jobs suchen? Willst Du sie alle zum Homeoffice verpflichten (auch Plegekräfte, Ärzte?) oder täglich testen lassen? Alle zum Umzug zwingen? Oder wie soll das funktionieren?

Wenn Du dir die aktuelle Deutschlandkarte mit den Inzidenzen anschaust (insbesondere die bayrische Grenze zu Tschechien), siehst Du ja wie gut die Grenzkontrollen diesbezüglich funktionieren.

Warum auch immer sieht qbz nur bösen FLugtourismus nach Übersee, aber keine Pendler etc. Man braucht klare Feindbilder, sonst funktioniert es in der Debatte nicht - vor allem nicht aus der Perspektive der modernen identitätspolitischen Linken.

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1588451)
Man bräuchte natürlich mehr Personal an der Grenze und mehr Infrastruktur vor Ort. Es geht mir einfach darum, darauf hinzuweisen, dass No-Covid durchaus eine ernsthafte Alternative vor allem für die EU darstellt bzw. gewesen ist, die auch viele Vorteile gebracht hätte.

Sonst immer schön dafür stimmen, dass der Militärhaushalt gekürzt werden soll, ja keine europäische Armee und plötzlich brauchen wir das alles? :Maso:

2 x 3 macht vier ...

Leider haben wir noch keine europäische Republik, sondern eine zerstrittene EU aus Nationalstaaten. Mag eine schöne Idee sein, dass man sich auf ein solches Konzept einigt, aber funktioniert unter den aktuellen Bedingungen nicht. Ansonsten wäre ich zukünftig dafür, dass die Integration der EU weiter intensiviert wird. Von NoCovid halte ich allerdings nichts - auch dazu gibt es wissenschaftliche Stellungnahmen. Aber nein, die darf es natürlich nicht geben, sorry.

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1588460)
Das kann sich ändern. Nicht wenige sprechen von einer aufkommenden Entglobalisierung - und das schon lange vor Corona. Wichtig ist letztendlich, dass die Lieferketten widerstandfähig sind und nicht reißen. Computerarbeit von daheim wird zunehmen. Automatisierung kann dafür sorgen, dass Pesonalkosten fallen und die Produktion vor Ort kostengünstiger wird. Das Migrationsproblem ist nach wie vor ungelöst. Ich persönlich gehe davon aus, dass Grenzkontrollen in irgendeiner Form erhalten bleiben werden.

Es gibt auch Untergangspropheten, die alle paar Jahre den Untergang der Welt, Börse - you name it - prognostiezieren. Irgendwann liegt einer dann vielleicht mal zufällig richtig. Ansonsten: Entglobalisierung? No way! Bestimmte Bereiche werden sicherlich national organisiert oder über die EU - Sicherheitsinfrastrukturen, Dateninfrastruktur, medizinische Grundversorgung, etc. Die gesamte globalisierte Entwicklung wird allerdings mit Sicherheit nicht umgekehrt. Verlagerung von Produktionsstätten? Womöglich in Teilen, jedoch gibt es jede Menge wachsende Märkte außerhalb Europas, die einerseits mit standardisierten Produkten sowie hoch-individualisierten Produkten bedient werden müssen. Das gilt genauso auch für Europa. Deshalb gibt es hier wahrscheinlich weitere Ausdifferenzierungen, kleinere Verlagerungen, aber keine gegenteilige Entwicklung.

Bockwuchst 04.03.2021 13:56

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1588465)
Von NoCovid halte ich allerdings nichts - auch dazu gibt es wissenschaftliche Stellungnahmen. Aber nein, die darf es natürlich nicht geben, sorry.

Zeig doch mal die Studien / Stellungnahmen, die aussagen, dass NoCovid nicht funkioniert. Oder wieder nur heiße Luft?
Verstehe auch nicht wieso du dich so an "den Linken" abarbeitest. Seit wann ist es eigentlich links wenn man sich ein entschiedenes Vorgehen gegen eine grassierende Krankheit wünscht?

Schwarzfahrer 04.03.2021 13:59

Zitat:

Zitat von Plasma (Beitrag 1588432)
Welche tiefgfreifenden Folgen soll das eigentlich haben, wenn Menschen nur noch innerhalb ihres Heimatlandes Urlaub machen dürfen ?

Mal ganz davon abgesehen, dass das ein 1. Welt Luxusproblem ist.

z.B. massive Einbußen für alle Länder, deren Haupteinkommen vom Tourismus herrührt, wie Österreich, Balearen, Karibik, u.v.a.m.). Und natürlich sind offene Grenzen nicht nur für Urlaub da, sondern ein großer Teil des Verkehrs hat etwas mit Wertschöpfung und Beitrag zu unserer aller Wohlstand zu tun (haben andere auch schon ausgeführt).

Ansonsten hat Dein Satz schon ein gewisses Geschmäckle in einem Land, wo ein Teil der Menschen über Jahrzehnte hinweg auch nur Urlaub im eigenen Land machen durfte. Oder wollen wir jetzt einen Antiviralen Schutzwall?


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