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keko# 25.08.2020 11:18

Zitat:

Zitat von Seyan (Beitrag 1549042)
Das verstehe ich eh nicht... die Wirtschaft bricht ein bzw. kriselt ohne Ende (Kurzarbeit usw.), aber den DAX stört das kaum.

Naja, selbst in diesen Zeiten werden die Reichen immer reicher...

Meinem bescheidenen Wissen nach liegt das daran, dass die EU - und allen voran Macron+Merkel - massig Geld bereitstellt, was Vertrauen schafft und wiederum weltweite Anleger anlockt. Stabilität und Vertrauen ist das, was sich die dicken Fische unter den Anlegern wünschen.
(Ich vermute, dass dies die zukünftigen Generationen bezahlen werden, aber das interessiert die Börse wohl kaum)

dr_big 25.08.2020 11:18

Darf ich abseits der wirtschaftlichen Frage noch eine medizinische Frage einwerfen?

Bezügl. Immunität liest man ja häufiger, dass auch ohne Antikörper durch die T-Zellen Reaktion eine gewisse Abwehrsicherheit bestehen kann. Kann man diese T-Zellen Reaktion auch testen lassen, ähnlich wie einen Antikörpertest?

mum 25.08.2020 11:23

Zitat:

Zitat von Seyan (Beitrag 1549042)
Das verstehe ich eh nicht... die Wirtschaft bricht ein bzw. kriselt ohne Ende (Kurzarbeit usw.), aber den DAX stört das kaum.

Naja, selbst in diesen Zeiten werden die Reichen immer reicher...

Das ist leider so: Die Reichen werden reicher - Die Armen bleiben arm. Die nicht mehr so armen werden wieder ärmer.

Die Gesellschaft droht ausseinander zu brechen - langfristig.

Vom Finanzgeschehen verstehe ich viel (ich arbeite in dieser Branche). Die Börsen sind zur Zeit ein "Free-Lunch" - ALLES wir unternommen, dass es nicht zum grossen Absturz kommt. Zudem gibt es für die "Reichen" nur TINA: There is NO alternative" (zu Aktien). Wie soll man sonst "überflüssiges" Geld investieren?

Ob mir das gefällt?

Nein, natürlich nicht.

Wo das langfristig hinführt?

Keine Ahnung.

Macht mir das Sorgen?

Ja - sehr.

mum 25.08.2020 11:24

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1549047)
Darf ich abseits der wirtschaftlichen Frage noch eine medizinische Frage einwerfen?

Bezügl. Immunität liest man ja häufiger, dass auch ohne Antikörper durch die T-Zellen Reaktion eine gewisse Abwehrsicherheit bestehen kann. Kann man diese T-Zellen Reaktion auch testen lassen, ähnlich wie einen Antikörpertest?

Was ich gelesen habe über die T-Zellen (bin aber kein Arzt): Scheinbar kann man das - nur viel aufwendiger wie die Antikörper..

Seyan 25.08.2020 11:25

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1549047)
Darf ich abseits der wirtschaftlichen Frage noch eine medizinische Frage einwerfen?

Bezügl. Immunität liest man ja häufiger, dass auch ohne Antikörper durch die T-Zellen Reaktion eine gewisse Abwehrsicherheit bestehen kann. Kann man diese T-Zellen Reaktion auch testen lassen, ähnlich wie einen Antikörpertest?

Kann man, kostet nur um Längen mehr als ein Antikörpertest (soweit ich das verstanden habe).

BananeToWin 25.08.2020 11:25

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1549047)
Darf ich abseits der wirtschaftlichen Frage noch eine medizinische Frage einwerfen?

Bezügl. Immunität liest man ja häufiger, dass auch ohne Antikörper durch die T-Zellen Reaktion eine gewisse Abwehrsicherheit bestehen kann. Kann man diese T-Zellen Reaktion auch testen lassen, ähnlich wie einen Antikörpertest?

Eine gewisse Abwehrsicherheit ist untertrieben augedrückt, da die T-Zell-Immunität bei der Virusabwehr die "wichtigere" ist. Aus der relativ umfangreichen schwedischen Studie zu dem Thema geht hervor, dass jemand, der Antikörper aufweist, immer auch eine nachweisbare T-Zell-Antwort hat.

Man kann das testen, ist aber aufwendig und teuer. Wenn du das als Privatperson haben möchtest, müsstest du wohl sehr viel Geld bezahlen und/oder entsprechende Kontakte haben. Alternative wäre die Teilnahme an einer Studie. Ich weiß allerdings nicht ob in Deutschland eine derartige Studie läuft, für die Probanden gesucht werden. Außerdem erhälst du dort womöglich kein Ergebnis deiner Blutprobe.

Seyan 25.08.2020 11:26

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1548917)
Offenbar zum ersten Mal eine Reinfektion bestätigt. Wäre keine Good News.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/... U89NcCvtlFcJ

Wie unerwartet. Ein Virus mutiert und kann daher jemanden, der bereits infiziert war, dann nochmal infizieren.

Also genau das, was bei der Influenza Jahr für Jahr passiert...

BananeToWin 25.08.2020 11:29

Zitat:

Zitat von Seyan (Beitrag 1549054)
Wie unerwartet. Ein Virus mutiert und kann daher jemanden, der bereits infiziert war, dann nochmal infizieren.

Also genau das, was bei der Influenza Jahr für Jahr passiert...

Ich denke es liegt nicht primär an der Mutation. Diese müsste die sensiblen Bereiche betreffen, welche von unserem Immunsystem erkannt werden. Aktuell geht man aber soweit ich weiß davon aus, dass die Mutationen so gering sind, dass die Infektionen mit irgendeiner Sars-CoV-2 Variante auch eine Immunität für die anderen Varianten ausbildet. Sollte dem nicht so sein, wäre das für die Impfstoffentwicklung eine sehr schlechte Nachricht.

Seyan 25.08.2020 11:33

Zitat:

Zitat von BananeToWin (Beitrag 1549057)
Ich denke es liegt nicht primär an der Mutation. Diese müsste die sensiblen Bereiche betreffen, welche von unserem Immunsystem erkannt werden. Aktuell geht man aber soweit ich weiß davon aus, dass die Mutationen so gering sind, dass die Infektionen mit irgendeiner Sars-CoV-2 Variante auch eine Immunität für die anderen Varianten ausbildet. Sollte dem nicht so sein, wäre das für die Impfstoffentwicklung eine sehr schlechte Nachricht.

Laut dem Bericht zu dem HK-Patienten sind die beiden Infektionen auf unterschiedliche Virentypen zurückzuführen. Steht im Link:

"Dabei fanden sie heraus, dass es sich um zwei unterschiedliche Virustypen handelt. Das erste Virusgenom sei den Sequenzen ähnlich, die im März und April auch in den USA und England aufgetaucht seien. Das zweite ähnele denen, die im Juli und August in der Schweiz und in England aufgetaucht seien, berichten die Forscher."

BananeToWin 25.08.2020 11:52

Zitat:

Zitat von Seyan (Beitrag 1549060)
Laut dem Bericht zu dem HK-Patienten sind die beiden Infektionen auf unterschiedliche Virentypen zurückzuführen. Steht im Link:

"Dabei fanden sie heraus, dass es sich um zwei unterschiedliche Virustypen handelt. Das erste Virusgenom sei den Sequenzen ähnlich, die im März und April auch in den USA und England aufgetaucht seien. Das zweite ähnele denen, die im Juli und August in der Schweiz und in England aufgetaucht seien, berichten die Forscher."

Ja es sind zwei Varianten des Sars-CoV-2. D.h. man kann, wenn man das Genom durchsequenziert, Unterschiede feststellen. Diese Unterschiede dürften aber meines Wissens noch nicht ausreichen, dass unserer Immunsystem diese andere Variante nicht mehr wieder erkennt. Liegt wohl auch daran, dann dazu die Genabschnitte mutieren müssten, welche die Proteine codieren, die unser Immunsystem erkennt.

Heißt also: Anderer Subtyp, der aber von unserem Immunsystem trotzdem erkannt wird, wenn man bereits eine Infektion mit einem anderen Subtyp hatte.

Wenn die Mutationen mal sowwit fortschreiten, dass dieses nicht mehr der Fall ist, sieht es wieder anders aus. Aber meines Wissen ist das (noch) nicht der Fall bei den aktuell zirkulierenden Varianten.

Wenn dieses Prinzip überigens nicht funktionieren würde, dann stünden wir praktisch jeden Tag wieder am Anfang der Pandemie, weil ja wieder jeder Mensch für jede neu Mutation vulnerabel wäre.

Bockwuchst 25.08.2020 12:53

Zitat:

Zitat von Seyan (Beitrag 1549054)
Wie unerwartet. Ein Virus mutiert und kann daher jemanden, der bereits infiziert war, dann nochmal infizieren.

Also genau das, was bei der Influenza Jahr für Jahr passiert...

Man hat tatsächlich damit rechnen müssen. Zweifelsfrei nachgewiesen wurde so eine zweite Infektion aber wohl erst jetzt, bzw. habe ich heute vormittag gelesen, dass es jetzt in Europa auch sogar 2 bekannte Fälle gibt. Möglich, dass es auch hier eine Dunkelziffer gibt. Ist ne Sache der Wahrscheinlichkeit.
Mit einer Mutation hat das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu tun. Die derzeit bekannten Linien unterscheiden sich nur in gewissen, kleinen Teilen ihres Genoms ohne dass das zu bekannten phänotypischen Unterschieden führt. Es sieht so aus als wäre die Imunität nach durchgemachter Infektion eben nicht vollständig oder zeitlich begrenzt.

El Stupido 25.08.2020 15:02

Ganz, ganz schwere Kost wie ich finde:

https://twitter.com/i/status/1298242239525773320

Ein Video vom Besuch des BM Gesundheit Jens Spahn in Wuppertal.
Erschreckend, was ihm da entgegen schlägt von Leuten die für Fakten und Argumente offenbar schwer empfänglich sind.

Edit: ja, ich weiß, das Video ist aus einer ANTIFA Quelle. Na und?

ThomasG 25.08.2020 21:59

Zitat:

Der allseits bekannte Mediziner Prof. Dr. Streeck hält im Zuge einer Gedenkmesse im Münster Dom eine Rede mit dem Titel, "Mit dem Virus leben". Es betont dabei vor allem , sich nicht länger verängstigt beeinflußt der Situation aus zu liefern,. Er ruft auf, der gegenwärtigen Problematik mit Besonnenheit und sachlichem Blick auf die Fakten zu begegnen. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Die ganze Dom-Veranstaltung ist hier zu sehen
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=REiOsVnicI4

qbz 26.08.2020 09:59

Zitat:

Zitat von El Stupido (Beitrag 1549099)
Ganz, ganz schwere Kost wie ich finde:

https://twitter.com/i/status/1298242239525773320

Ein Video vom Besuch des BM Gesundheit Jens Spahn in Wuppertal.
Erschreckend, was ihm da entgegen schlägt von Leuten die für Fakten und Argumente offenbar schwer empfänglich sind.

Edit: ja, ich weiß, das Video ist aus einer ANTIFA Quelle. Na und?

So unterschiedlich werten die Menschen die Aufgaben der Behörden zum Schutz vor einer Ansteckung. Protest gegen die staatlichen Verordnungen hier, hunderte Schadensersatzklagen wegen unzureichender behördlicher Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion in Ischgl

Bockwuchst 26.08.2020 10:46

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1549217)
So unterschiedlich werten die Menschen die Aufgaben der Behörden zum Schutz vor einer Ansteckung. Protest gegen die staatlichen Verordnungen hier, hunderte Schadensersatzklagen wegen unzureichender behördlicher Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion in Ischgl

Ich wünsche niemand was schlechtes aber würde gerne sehen, wie sich die Einstellung der meisten "Corona-Kritiker" ändern würde, sollten sie oder ein ihnen Nahestender ernsthaft erkranken.
Die Demo am Wochenende in Berlin, bei der 1,3 Fantastilliarden Teilnehmer erwartet wurden, ist übrigens gerade untersagt worden.

Estebban 26.08.2020 10:51

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1549231)
Ich wünsche niemand was schlechtes aber würde gerne sehen, wie sich die Einstellung der meisten "Corona-Kritiker" ändern würde, sollten sie oder ein ihnen Nahestender ernsthaft erkranken.
Die Demo am Wochenende in Berlin, bei der 1,3 Fantastilliarden Teilnehmer erwartet wurden, ist übrigens gerade untersagt worden.

Ich bin da sehr gespalten. Einerseits denke ich mir - wer da mitlaufen will, soll das tun. Sich darauf berufen „Ich wusste nicht dass da auch nazis dabei sind“ konnte sich eh keiner mehr.
Andererseits hätte ich es für ein verheerendes Zeichen gehalten, die Gedenkfeier in Hanau zu untersagen, aber Rassisten, faschisten und Verschwörungstheoretikern, reichsbürgern und was weiß ich was den Hof zu machen.

Letztere brüllen sich auf Twitter allerdings schonmal warm „Meinungsfreiheit, Diktatur blablablubb“...

Klugschnacker 26.08.2020 11:01

Berliner Senat verbietet Corona-Demonstration
Die für das kommende Wochenende in Berlin geplante Demonstration gegen Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie darf nicht stattfinden. Der Senat befürchtet Verstöße gegen die geltenden Hygieneregeln.
Spiegel Online

Estebban 26.08.2020 11:49

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1549237)
Berliner Senat verbietet Corona-Demonstration
Die für das kommende Wochenende in Berlin geplante Demonstration gegen Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie darf nicht stattfinden. Der Senat befürchtet Verstöße gegen die geltenden Hygieneregeln.
Spiegel Online

Das ist sicher noch nicht das letzte Wort. Eilanträge, Verwaltungsgericht... Die Versammlungsfreiheit ist ein so hohes Gut, das ich mir kaum vorstellen kann, dass das bestand hat.
Vermute eher ein Szenario mit dem die Stadt / das Land Berlin sich hinterher hinstellen kann und sagen „wir haben alles versucht“

Cogi Tatum 26.08.2020 11:57

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1549241)
Das ist sicher noch nicht das letzte Wort. Eilanträge, Verwaltungsgericht... Die Versammlungsfreiheit ist ein so hohes Gut, das ich mir kaum vorstellen kann, dass das bestand hat...

Berlins Innensenator Andreas Geisel: "Wir müssen deshalb zwischen dem Grundrecht der Versammlungsfreiheit und dem der Unversehrtheit des Lebens abwägen. Wir haben uns für das Leben entschieden."

keko# 26.08.2020 12:01

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1549234)
Ich bin da sehr gespalten. Einerseits denke ich mir - wer da mitlaufen will, soll das tun. Sich darauf berufen „Ich wusste nicht dass da auch nazis dabei sind“ konnte sich eh keiner mehr.
Andererseits hätte ich es für ein verheerendes Zeichen gehalten, die Gedenkfeier in Hanau zu untersagen, aber Rassisten, faschisten und Verschwörungstheoretikern, reichsbürgern und was weiß ich was den Hof zu machen.

Letztere brüllen sich auf Twitter allerdings schonmal warm „Meinungsfreiheit, Diktatur blablablubb“...

Der Staat sollte genau hinschauen. Auf der einen Seite muss er Stärke zeigen, auf der anderen Seite liberal sein, anonsten verliert er Ansehen in der Bevölkerung. Je länger uns Corona beschäftigt, desto schwieriger wird dieser Spagat, meiner laienhaften Meinung nach. Wenn ich die Entscheidung über das Kurzarbeitergeld richtig deute, wird uns Corona noch länger beschäftigen.

aequitas 26.08.2020 12:21

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1549245)
Der Staat sollte genau hinschauen. Auf der einen Seite muss er Stärke zeigen, auf der anderen Seite liberal sein, anonsten verliert er Ansehen in der Bevölkerung. Je länger uns Corona beschäftigt, desto schwieriger wird dieser Spagat, meiner laienhaften Meinung nach. Wenn ich die Entscheidung über das Kurzarbeitergeld richtig deute, wird uns Corona noch länger beschäftigen.

Ich bin kein Jurist, aber bei der Berliner Entscheidung habe ich Zweifel über deren Bestand. Kann eine Versammlung verboten werden, weil die Missachtung von Corona-Regeln befürchtet wird? Das scheint mir rechtlich nicht ganz haltbar zu sein. So falsch ich die Demonstration, deren Anliegen und die Ideologie der Teilnehmer finde, fürchte ich, dass das Verbot tatsächlich gekippt wird.

Corona wird uns noch lange beschäftigen, da dieses Virus nicht einfach verschwinden wird. Im Herbst und Winter wird es zu einem Anstieg der Infektionszahlen kommen und auch im nächsten Jahr wird es voraussichtlich nicht damit aufhören. Wichtig ist, dass keine Panik aufgrund steigender Infektionszahlen verbreitet wird. Es scheint mir, dass der Anteil schwerer Verläufe rückläufig ist. Vielmehr sollte man nun also die Anzahl der Intensivbetten und die Hospitalisierung im Blick behalten, da es unmögilch ist alle Infektionen zu verhindern. Deshalb: weiterhin Maske tragen und möglichst Abstand halten sowie Ansammlungen in geschlossenen Räumen meiden.

Die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes war zu erwarten. Allerdings nicht aufgrund vermeintlicher Corona-Prognosen, sondern schlicht aufgrund des Wahltermins.

Hafu 26.08.2020 13:07

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1549247)
Ich bin kein Jurist, aber bei der Berliner Entscheidung habe ich Zweifel über deren Bestand. Kann eine Versammlung verboten werden, weil die Missachtung von Corona-Regeln befürchtet wird? Das scheint mir rechtlich nicht ganz haltbar zu sein. ...

Bin auch kein Jurist, aber gerade bei dieser geplanten Demonstration ist eine Missachtung der Corona-Regeln (Abstand, Maske) nicht nur zu befürchten, sondern geradezu Programm und durch vergangene Demonstrationen in Berlin hinreichend belegt.

Rund um die Hygienedemos ist längst ein ganzes Geschäftsmodell der Organisatoren entstanden, die profitabel von den Demonstrierenden leben: Haupteinnahmequellen sind dabei neben Spenden bzw. Abos für "Premium-Content" jenseits der Mainstreammedien, Merchandising-Artikel wie T-Shirts und organisierte Busreisen zu Hygienedemos. Der Spiegel hatte das vor zwei Wochen mal sehr gut aufgelistet, wie kommerziell durchorganisiert und wie profitabel das mittlerweile für die Hauptorganisatoren ist.

Das auf den angebotenen Busreisen zur Hygienedemo nach Berlin Masken getragen werden (wenn man anschließend gegen die Maskenpflicht auf die Straße gehen will), kann man wohl getrost ausschließen

Wasserbüffel 26.08.2020 13:17

Vermutlich haben sie den Organisatoren nur noch mehr Protestgrundlage damit geliefert. Und wenn sie das Verbot kippen sollten können sie sich noch als "Retter der Versammlungsfreiheit/Grundrechte" von Ihren Anhängern feiern lassen.

keko# 26.08.2020 13:21

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1549247)
...
Die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes war zu erwarten. Allerdings nicht aufgrund vermeintlicher Corona-Prognosen, sondern schlicht aufgrund des Wahltermins.

Ich glaube nicht, dass die Wahlen Hauptgrund waren, sondern eher Nebeneffekt.
Als politisch interessierter Laie bin ich gerade irgendwie begeistert, was so alles geschieht. In Krisen passiert manches im Zeitraffer. Das hat den Vorteil, dass man die Entwicklungen leichter im Auge behalten kann.

Körbel 26.08.2020 14:06

Seit der letzten Demo in Berlin sind mehr als 14 Tage vergangen und es gab keine signifikanten Anstiege der Infektionszahlen.

Für mich ist die Entscheidung des Senats: "pro Leben" eine krasse Fehlentscheidung und ein Verstoss gegen das Versammlungsrecht.

Aber das sieht der mainstream ja ganz anders.

Btw "Unversehrtheit des Lebens".
Welcher Honk hat damals Glyphosat das OK gegeben?
Da ist auch nix mit Unversehrtheit!

Bockwuchst 26.08.2020 14:12

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1549272)
Seit der letzten Demo in Berlin sind mehr als 14 Tage vergangen und es gab keine signifikanten Anstiege der Infektionszahlen.

Für mich ist die Entscheidung des Senats: "pro Leben" eine krasse Fehlentscheidung und ein Verstoss gegen das Versammlungsrecht.

Aber das sieht der mainstream ja ganz anders.

Btw "Unversehrtheit des Lebens".
Welcher Honk hat damals Glyphosat das OK gegeben?
Da ist auch nix mit Unversehrtheit!

Also ich sehe einen signifikanten Anstieg der Infektionszahlen. Wir hatten jetzt erstmals wieder über 2000/Tag. Braucht man da wirklich noch ne großenagelegte Demo mit lauter Honks (deine Worte), die aus purer Absicht und um ein Zeichen zu setzen, jedwede Regeln missachten?
Glyphosat hat jetzt genau was mit Corona und Demos zu tun?

qbz 26.08.2020 14:26

Die Polizei löst zwar jedes Wochenende mehrere Party´s mit Profi-Musikanlagen in den Berliner Parks auf, weil die Infektionsschutz- und Lärmverordnung nicht eingehalten wird, aber die Versammlungsfreiheit im Rahmen einer Demo wird vermutlich vom OVG anders bewertet als die für eine Party?

Obwohl Fotos der letzten Querdenken-Demo zeigen, dass schon vor der vorzeitigen Beendigung durch die Polizei die Hygienevereinbarungen nicht eingehalten wurden (und ich die meisten Inhalte der Veranstalter und Redner nicht teile) - teilweise gar nicht eingehalten werden konnten wegen zu enger Strassenfluchten -, finde ich das Verbot aus mehreren Gründen falsch und politisch unklug. Ich fand es ein gute Entscheidung, die vorige Berlin Demo zu gestatten.

Die Behörde hätte den Veranstaltern Plätze anbieten sollen, wo sowohl die Versammlungsfreheit, die Hygienegebote wie die Sicherheit der Teilnehmer (siehe Love Parade Duisburg 2019) gewährleistet ist, was allerdings für die Organisatoren erheblichen Aufwand bedeutet, z.B. Flughafen Tempelhof mit erweiterten, freien Zugängen. Das wie beim letzten Mal jetzt schon eine vorzeitige Beendigung der Veranstaltung durch die Polizei abzusehen ist, finde ich persönlich noch keinen ausreichenden Grund.

Im Prinzip erhalten die Veranstalter jetzt kostenlose mediale Werbung und Zulauf von Leuten wegen des Verbotes, auch aus der Partyszene, die mit ihren fahrenden Musikanlagen die Demo nutzen wird. Die Verbotsentscheidung und ein solcher behördlicher und medialer Umgang mit "Querdenken" bringt leider ein Teil der Anhängerschaft, welche eher grün-links-spd wählen, bei der nächsten Bundestagswahl u.U. zur AFD!
keine Brücken zur Protestbewegung – ein Vorgeschmack auf den kommenden Bundestagswahlkampf. (von einem bekannten linken SPD-Mitglied)

Ps. Berlin hat 750 aktive Fälle und 458 im 7-Tage Schnitt auf 3,5 Millionen Einwohner.

Superpimpf 26.08.2020 14:29

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1549272)
Seit der letzten Demo in Berlin sind mehr als 14 Tage vergangen und es gab keine signifikanten Anstiege der Infektionszahlen.

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1549273)
Also ich sehe einen signifikanten Anstieg der Infektionszahlen.


Ich auch im Bild.

Super-Ich finde Demonstrationen gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Meisten auch irgendwie seltsam-pimpf

*Quelle: Lagebericht des RKI vom 26.08.2020

Cogi Tatum 26.08.2020 14:37

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1549277)
...
Die Behörde hätte den Veranstaltern Plätze anbieten sollen, wo sowohl die Versammlungsfreheit, die Hygienegebote wie die Sicherheit der Teilnehmer...gewährleistet ist...

Wie soll das gehen (wenn man die Zahlen der Veranstalter zur letzten Demo die im Millionenbereich lagen glauben soll)? :Cheese:

qbz 26.08.2020 14:52

Zitat:

Zitat von Cogi Tatum (Beitrag 1549280)
Wie soll das gehen (wenn man die Zahlen der Veranstalter zur letzten Demo die im Millionenbereich lagen glauben soll)? :Cheese:

Dann bietet die Behörde mehrere Plätze, verteilt in Berlin an, mit Videoübetragung der Veranstalter. Das Flughafenfeld Tempelhof hätte sehr wahrscheinlich gut ausgereicht.


Cogi Tatum 26.08.2020 15:00

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1549281)
Dann bietet die Behörde mehrere Plätze, verteilt in Berlin an, mit Videoübetragung der Veranstalter. Das Flughafenfeld Tempelhof hätte sehr wahrscheinlich gut ausgereicht

Und die An- und Abreise von Leuten die bewußt gegen Auflagen verstoßen wollen und für die das Virus ein leichter Schnupfen oder nicht existent ist, die aber Angst vor Chemtrails und Bild Gates haben? Die bleiben da ja auch nicht.

aequitas 26.08.2020 15:07

Zitat:

Zitat von Cogi Tatum (Beitrag 1549282)
Und die An- und Abreise von Leuten die bewußt gegen Auflagen verstoßen wollen und für die das Virus ein leichter Schnupfen oder nicht existent ist, die aber Angst vor Chemtrails und Bild Gates haben? Die bleiben da ja auch nicht.

Ganz so simpel funktioniert ein Rechtsstaat nun einmal nicht. Das Verbot einer Versammlung ist die härteste Maßnahme. Angebracht wären Auflagen gewesen, Veranstaltungsorte wie von qbz vorgeschlagen und letztlich die Durchsetzung von Auflagen/Gesetzen durch die Polizei. Eine vorhergehendes Verbot ist der weitreichenste Eingriff in die Versammlungsfreiheit und lässt sich schwer begründen damit, dass Berlin "nicht zu einer Bühne für Schwurbler" werden dürfe.

LidlRacer 26.08.2020 15:08

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1549277)
Im Prinzip erhalten die Veranstalter jetzt kostenlose mediale Werbung und Zulauf von Leuten wegen des Verbotes, auch aus der Partyszene, die mit ihren fahrenden Musikanlagen die Demo nutzen wird. Die Verbotsentscheidung und ein solcher behördlicher und medialer Umgang mit "Querdenken" bringt leider ein Teil der Anhängerschaft, welche eher grün-links-spd wählen, bei der nächsten Bundestagswahl u.U. zur AFD!
keine Brücken zur Protestbewegung – ein Vorgeschmack auf den kommenden Bundestagswahlkampf. (von einem bekannten linken SPD-Mitglied)

Ps. Berlin hat 750 aktive Fälle und 458 im 7-Tage Schnitt auf 3,5 Millionen Einwohner.

Ich kann dem Herrn Müller nicht folgen. Nur weil er offenbar selbst mit den Corona-Demonstranten und deren irrationalen Ansichten sympathisiert, sehe ich nicht, wie er darauf kommt, dass ein relevanter Anteil von SPD/Grünen/Linken-Anhängern das auch täte.
Wäre seine Argumentation schlüssig, sollten wir Umfragegewinne der AfD sehen. Sehen wir aber nicht.
Und ich sehe nicht, wie und wo man solchen Leuten überhaupt entgegen kommen kann oder sollte.

Cogi Tatum 26.08.2020 15:20

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1549283)
Eine vorhergehendes Verbot ist der weitreichenste Eingriff in die Versammlungsfreiheit und lässt sich schwer begründen damit, dass Berlin "nicht zu einer Bühne für Schwurbler" werden dürfe.

Es lässt sich meiner Meinung nach begründen mit den Erfahrungen der letzten Demo (vom gleichen Anmelder), mit dem Schutz der Berliner Bevölkerung vor über einer Million :Cheese: Menschen die aus ganz Europa anreisen, mit der Fürsorgepflicht gegenüber eingesetzten Ordnungs- und Rettungskräften (Polizei und Berufsfeuerwehr).

Die verbleibenden Tage werden zeigen was Gerichte davon halten.

Matthias75 26.08.2020 15:22

Zitat:

Zitat von aequitas (Beitrag 1549283)
Ganz so simpel funktioniert ein Rechtsstaat nun einmal nicht. Das Verbot einer Versammlung ist die härteste Maßnahme. Angebracht wären Auflagen gewesen, Veranstaltungsorte wie von qbz vorgeschlagen und letztlich die Durchsetzung von Auflagen/Gesetzen durch die Polizei. Eine vorhergehendes Verbot ist der weitreichenste Eingriff in die Versammlungsfreiheit und lässt sich schwer begründen damit, dass Berlin "nicht zu einer Bühne für Schwurbler" werden dürfe.

Gab es doch alles bei den letzten Demos. Und das Ergebnis? Die Demos wurden aufgelöst, weil sich viele nicht an die Auflagen gehalten haben. Durchsetzen der Massnahmen oder Auflösen geht aber ab einer bestimmten Teilnehmerzahl auch nicht so einfach, wenn seitens der Einsatzkräfte alle Corona-Massnahmen eingehalten werden sollen. Also ist die Konsequenz aus den letzten Demos, dass man solche Situationen vermeiden will.

Insgesamt aber eine blöde Situation für Berlin: Lassen sie die Demos zu, ist nachher das Geschrei groß, wenn es nicht gelingt, die Auflagen vollständig durchzusetzen oder die Demos aufzulösen. Lassen sie die Demos nicht zu, siehe oben....

Nebenbei werden wohl Unmengen Alu-Folie gespart, da die Teilnehmer ihre Handys nicht 100km vor Berlin in selbige einwickeln, um eine Nachverfolgung zu verhindern....

M.

Cogi Tatum 26.08.2020 15:41

Es ist natürlich bitter für die Demonstranten aus der ganzen Republik, dass die für den 29.08. geschaffenen Werke nicht in einem angemessenen Rahmen zur Aufführung kommen. :Weinen:

Text:
https://youtu.be/7JF210QINkk?t=160

Musik:
https://www.youtube.com/watch?v=mN6dEc4a-iM

NBer 26.08.2020 16:14

Zitat:

Zitat von Cogi Tatum (Beitrag 1549289)
Es ist natürlich bitter für die Demonstranten.......

die kommentarspalten haben natürlich wieder eine ganz eigene sicht der dinge.
dort hat merkel (?!?) aus angst (?!?) vor millionen (?!?) von demonstranten die demo verboten :Lachen2:

Körbel 26.08.2020 16:19

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1549277)
Berlin hat 750 aktive Fälle und 458 im 7-Tage Schnitt auf 3,5 Millionen Einwohner.

Das ist ne Menge Holz!:dresche :dresche :dresche
Wahnsinn! So viele auf 3,5 Mio!
Voll die Pandemie!!!:Huhu:

Ich sehe bei diesen Zahlen keinen extremen Anstieg.
Aber wie ich schon sagte:
"Der mainstream sieht das anders!"
Und der ist hier in grosser Zahl vertreten.

qbz 26.08.2020 16:28

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1549284)
Ich kann dem Herrn Müller nicht folgen. Nur weil er offenbar selbst mit den Corona-Demonstranten und deren irrationalen Ansichten sympathisiert, sehe ich nicht, wie er darauf kommt, dass ein relevanter Anteil von SPD/Grünen/Linken-Anhängern das auch täte.
Wäre seine Argumentation schlüssig, sollten wir Umfragegewinne der AfD sehen. Sehen wir aber nicht.
Und ich sehe nicht, wie und wo man solchen Leuten überhaupt entgegen kommen kann oder sollte.

Herr Müller hat eine lange SPD-Biografie, die Redaktion von NDS kommt aus dem linken Spektrum und betrachtet die Corona-Regierungspolitik kritisch. Damit bestätigt sich meine These, dass auch aus diesem Umfeld Menschen an der letzten und auch an dieser Hygienedemo teilnehmen, die weder Verschwörungstheoretiker noch Rechtsradikal sind und einfach Befürworter des schwedischen Weges beispielsweise. Und mit denen kann man diskutieren.

Ich selbst würde niemals auf eine Demo gehen, wo die Veranstalter nicht programmatisch und organisatorisch (Ordner) dafür sorgen, dass keine Neonazi-Gruppierungen teilnehmen. und teile auch die meisten Ansichten der Veranstalter nicht. Ich analysiere mehr, wie sich die Anhänger und Teilnehmer zusammensetzen und was für Folgen das Verbot haben kann.

Man muss eine Wahlumfrage schon mit ergänzenden Fragen durchführen, um die Gründe der Wahlentscheidung zu erfahren, denke ich.

keko# 26.08.2020 16:28

Zitat:

Zitat von Cogi Tatum (Beitrag 1549282)
Und die An- und Abreise von Leuten die bewußt gegen Auflagen verstoßen wollen und für die das Virus ein leichter Schnupfen oder nicht existent ist, die aber Angst vor Chemtrails und Bild Gates haben? Die bleiben da ja auch nicht.

Meines Wissens kann ich Corona halten für was ich will, Angst haben vor wem ich will und über Gates denken, wie ich will.


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