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Triasven 11.08.2020 15:09

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1546768)
Es hat mit dem Artikel wenig zu tun. Wenn ein Sportler stirbt, kurz zuvor COVID hatte, liegt der Zusammenhang jetzt nicht so weit entfernt.
Beeinflussung wäre für mich der Gedanke „du darfst das nicht veröffentlichen, weil es könnte jemanden verunsichern“

Die Frage ist: verunsichert der Autor den Leser mit so einem Artikel, und ist diese Verunsicherung (für den Fall, dass er den ein oder anderen Leser verunsichert) in diesen Zeiten angebracht. Die Frage ist nicht, ob er das darf. Das ist selbstredend.

Estebban 11.08.2020 15:13

Zitat:

Zitat von spanky2.0 (Beitrag 1546769)
Ich kann mal versuchen ein kleines Beispiel zu machen wie ich diese Art von "Beeinflussung durch die Medien" verstehe:
In den letzten Wochen der Sommermonate habe ich extrem viele Berichtertsattungen über Ertrunkene in Deutschland gelesen. Egal ob in einem Baggersee oder im Rhein oder wo auch immer, gefühlt wird jedes Wochenende davon berichtet, wo wieder jemand ertrunken ist.
Das hat bei mir den Eindruck erweckt, dass dieses Jahr so viele Leute ertrunken sind wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht und mir die Statistiken angeschaut. Über die letzten Jahre ist die Zahl der Ertrunkenen eher rückläufig. Stand letzter Woche sind dieses Jahr sogar (angeblich) 60-70 Leute weniger ertrunken als im Vorjahreszeitraum. Aufgrund der Berichterstattung hätte ich das nicht für möglich gehalten.

Und um wieder zum Thema zurückzukommen. Ich verstehe z.B. auch nicht wirklich , warum seit Monaten fast auf allen News Seiten im Internet diese "Live Ticker" über Corona (meistens) auf der Titelseite prangern wo minütlich Zahlen über den Ticker laufen, wo sich wann auf der Welt oder in Deutschland wieder jemand angesteckt hat.
Willst du wirklich behaupten, dass solch eine Art von Berichterstattung die Menschen nicht (direkt oder indirekt) beeinflussen kann?



Natürlich „beeinflusst“ jeder Artikel. Aber die Frage ist ja warum werden welche Artikel lanciert, wo auf der Website platziert, welche werden wie in Twitter, Facebook etc. positioniert, was geht als Push-Nachricht raus.
Das ist aber für mich eine Wirtschaftliche Frage.
Und da gehts eben um Klicks, Klicks Klicks. Der Coronaticker wird geklickt und damit wird Geld verdient. Frei nach den Ärzten: mit Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht verdient der onlinejournalismus sein Geld.
Das finde ich nicht gut aber so funktioniert aktuell das online-Geschäft. Seriöse Medien, die Dinge wie investigativjournalismus hochhalten müssen Wege finden, anders Geld zu verdienen. Mit Printabos wird es nicht funktionieren.

Das hat für mich aber wenig zu tun was sich so sammelt unter Synonym wie „Mainstreampresse, System Presse, Staatsfunk, lügenpresse“ etc. Dahinter steht der Vorwurf einer nicht freien Presse und einer großen Verschwörung. Und Leute die damit argumentieren nehme ich offen gesagt nicht mehr ernst - das ist mir meine Energie nicht wert..

Estebban 11.08.2020 15:16

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1546770)
Welcher Teil ist dir unklar ?

- Ich denke eine Beeinflussung der (öffentlichen) Meinung findet massiv und auch erfolgreich statt.
- Es ist ok für mich, wenn jemand meint "eine Beeinflussung der (öffentlichen) Meinung findet nicht statt".
- Ich halte verschiedene Ursachen für möglich, die zu dieser (meiner Meinung nach irrigen) Ansicht führen.
- Wer darüber kommunizieren will, kommuniziert darüber, wer lieber baden geht, geht baden oder tut wie ihm beliebt

An welcher Stelle habe ich "mein Verständnis" denn skizziert ? Eventuell liegt ja ein Mißverständnis vor ...

Ich habe dich doch mehrfach gebeten, deinen ersten Punkt zu erläutern, bzw mir zu sagen, wie du zu der Meinung kommst. Alle anderen Punkte sind doch nichtig, wenn du mir den Teil nicht erklärst.
Punkt 2 habe ich in meiner Antwort an Spanky erklärt. Wenn jemand der Meinung ist die öffentliche Meinung wird bewusst, gezielt und in einer konzentrierten Aktion manipuliert... dann ist die Diskussion müßig und dann ist es vollkommen okay für mich wenn derjenige mich für vollkommen naiv hält :Liebe:

LidlRacer 11.08.2020 15:23

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546772)
Die Frage ist: verunsichert der Autor den Leser mit so einem Artikel, und ist diese Verunsicherung (für den Fall, dass er den ein oder anderen Leser verunsichert) in diesen Zeiten angebracht. Die Frage ist nicht, ob er das darf. Das ist selbstredend.

Es wird berichtet, dass der Basketballer entgegen ärztlichem Rat wieder intensiver trainiert hat, obwohl er offenbar noch nicht wieder vollständig gesund war.

Daran ist nichts zu beanstanden, und falls ein Leser dadurch beeinflusst wird, ärztlichen Rat zu befolgen, ist das doch gut.

Dass Covid-19 direkt zum Tod geführt hat, wird nicht behauptet.

Körbel 11.08.2020 15:26

Zitat:

Zitat von JENS-KLEVE (Beitrag 1546761)
.... und manchen kann ich gar nicht intellektuell folgen ( Trimichi z.B.). :Blumen:

Der raucht auch das falsche Zeug!:8/ :8/ :8/

Triasven 11.08.2020 15:28

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1546773)
Natürlich „beeinflusst“ jeder Artikel...

Du schreibst einerseits, dass du das Gefasel darüber satt hast, die Politik und Medien würden Einfluss auf die Bevölkerung vornehmen. Und Leute, die dass ständig behaupten, seien (von dir) nicht mehr ernst zu nehmen.

Um dann zu schreiben, dass JEDER Artikel (also auch der MainstreamPresse) einen gewissen Einfluss vornimmt.
Unabhängig von Verschwörungstheorien, welche Meinungsbildung könnten denn die Mainstreammedien mit Ihrer aktuellen Berichterstattung beeinflussen?
Und wie erklärst du dir, dass der Spiegel (immerhin hier ein anerkanntes Blatt der liberalen Berichterstattung) diese enorme Diskrepanz zwischen realistischer und gefühlter Gefahr beschreibt?

keko# 11.08.2020 15:30

Zitat:

Zitat von spanky2.0 (Beitrag 1546769)
...
Und um wieder zum Thema zurückzukommen. Ich verstehe z.B. auch nicht wirklich , warum seit Monaten fast auf allen News Seiten im Internet diese "Live Ticker" über Corona (meistens) auf der Titelseite prangern wo minütlich Zahlen über den Ticker laufen, wo sich wann auf der Welt oder in Deutschland wieder jemand angesteckt hat.
Willst du wirklich behaupten, dass solch eine Art von Berichterstattung die Menschen nicht (direkt oder indirekt) beeinflussen kann?

Bisweilen habe ich den Eindruck, dass andere, z.T. sehr drängende Themen, wegen Corona zu kurz kommen. Spontan fallen mir ein:
- Klimawandel
_ Flüchtlingsproblematik
- Terrorgefahr
- Umweltschutz
- FFF
- Brexit
- gar lokale Themen wie die Maut

Triasven 11.08.2020 15:32

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1546775)

Dass Covid-19 direkt zum Tod geführt hat, wird nicht behauptet.

Ich kann grade nicht erkennen, welchen Unfug du bei mir korrigieren musst, dass dich zu dieser Aussage verleitet.

Meines Wissens verwendete ich die Wörter, Beeinflussung, Objektivität, Suggestion und „in Betracht“ ziehen. Dass der Autor derartiges BEHAUPTET hätte, kommt jedenfalls nicht von mir.

Estebban 11.08.2020 15:36

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546777)
Du schreibst einerseits, dass du das Gefasel darüber satt hast, die Politik und Medien würden Einfluss auf die Bevölkerung vornehmen. Und Leute, die dass ständig behaupten seinen (von dir) nicht mehr ernst zu nehmen.

Um dann zu schreiben, dass JEDER Artikel (also auch der MainstreamPresse) einen gewissen Einfluss vornimmt
Unabhängig von Verschwörungstheorien, welche Meinungsbildung könnten denn die Mainstreammedien mit Ihrer aktuellen Berichterststtung beeinflussen?
Und wie erklärst du dir, dass der Spiegel (immerhin hier ein anerkanntes Blatt der liberalen Berichterstattung) diese enorme Diskrepanz zwischen realistischer und gefühlter Gefahr beschreibt?

Lies meinen ganzen Beitrag. Ich verabscheue Menschen die von bewusster konzentrierter Manipulation faseln. Beeinflussung nach deiner Definition ist Kern jeder Kommunikation - worüber willst du diskutieren? Dass wir uns alle einschließen damit ja niemand mehr irgendwen beeinflussen kann?

LidlRacer 11.08.2020 15:44

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546779)
Ich kann grade nicht erkennen, welchen Unfug du bei mir korrigieren musst, dass dich zu dieser Aussage verleitet.

Meines Wissens verwendete ich die Wörter, Beeinflussung, Objektivität, Suggestion und „in Betracht“ ziehen. Dass der Autor derartiges BEHAUPTET hätte, kommt jedenfalls nicht von mir.

Es wird objektiv berichtet. Das irgendwie zu beanstanden, ist absurd.

keko# 11.08.2020 15:45

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1546773)
...
Das hat für mich aber wenig zu tun was sich so sammelt unter Synonym wie „Mainstreampresse, System Presse, Staatsfunk, lügenpresse“ etc. Dahinter steht der Vorwurf einer nicht freien Presse und einer großen Verschwörung. Und Leute die damit argumentieren nehme ich offen gesagt nicht mehr ernst - das ist mir meine Energie nicht wert..

Meiner Meinung nach wirfst du da einige diskussionwürdige Punkte in einen Topf und machst den Deckel zu. Man kann durchaus über die Gefahren eines Mainstreams diskutieren ohne einer Verschwörungstheorie zu verfallen (passiert auch längst, selbst der sog. Mainstream macht das).

Triasven 11.08.2020 15:45

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1546780)
Lies meinen ganzen Beitrag. Ich verabscheue Menschen die von bewusster konzentrierter Manipulation faseln. Beeinflussung nach deiner Definition ist Kern jeder Kommunikation - worüber willst du diskutieren? Dass wir uns alle einschließen damit ja niemand mehr irgendwen beeinflussen kann?

Interessant. Ich verabscheue erst mal grundsätzlich niemanden.
Darüberhinaus gab es mal Ansätze, wonach bei (ich glaube es war ARD oder ZDF) ein gewisses Wortframing betrieben wird (Mir fällt da spontan Links-Aktivist gegen Rechts-Populist ein), um Meinungsbildung zu betreiben.

Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien, bin aber viel zu wenig in interne Strukturen der Medien eingebunden, um ein grundsätzliches Framing komplett auszuschliessen.
Aus diesem Grund sehe ich noch weniger Anlass, Menschen, die derartiges behaupten, pauschal zu verabscheuen.

Wie ich bereits mehrfach schrieb, halte ich die Kommunikationspolitik in D (egal von wem) für ein totales Desaster, da es falsche Erwartungen, Hoffnungen, Ängste auslöst. Und vor allem nur darauf abzielt, einzelne Personengruppen (die hin und wieder mal wechseln) als „Schuldige“ an der Krise zu präsentieren.

Triasven 11.08.2020 15:47

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1546781)
Es wird objektiv berichtet. Das irgendwie zu beanstanden, ist absurd.

Hab ich nicht.

Ich habe lediglich den Hinweis gegeben, dass sich Estebban durch die objektive Berichterstattung subjektiv beeinflussen lassen hat.

Flow 11.08.2020 15:50

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1546774)
Ich habe dich doch mehrfach gebeten, deinen ersten Punkt zu erläutern, bzw mir zu sagen, wie du zu der Meinung kommst.

Mein erster Punkt war :
Zitat:

- Ich denke eine Beeinflussung der (öffentlichen) Meinung findet massiv und auch erfolgreich statt.
Das scheint mir erstens recht klar formuliert und zweitens völlig offensichtlich.
Google Scholar spuckt eine Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema aus.

Schwarzfahrer 11.08.2020 15:53

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1546780)
Lies meinen ganzen Beitrag. Ich verabscheue Menschen die von bewusster konzentrierter Manipulation faseln. Beeinflussung nach deiner Definition ist Kern jeder Kommunikation - worüber willst du diskutieren? Dass wir uns alle einschließen damit ja niemand mehr irgendwen beeinflussen kann?

Medien wollen den Leser/Hörer beeinflussen. Sich dessen (und möglichst der Motivation der Autoren) bewußt zu sein ist hilfreich und notwendig, um die "bearbeitete" Information einzuordnen. Ohne dieses Bewußtsein wird man unweigerlich manipuliert - von jeder Quelle gleichermaßen. Das zu benennen ist kein Gefasel, sondern essentieller Teil der Medienkompetenz.
Konkret: ich kann Corona-Zahlen so präsentieren, daß möglichst viel Angst geschürt wird (immer die Gesamtzahl über Monate nennen, Superlative, ...), oder so, daß die Bevölkerung optimistisch gestimmt wird (Betonung auf positive Trends, Wörtchen wie "nur noch xxx Infektionen", u.a.m.), oder einfach trockene Zahlen ohne einordnung nennen (heute xxx Neuinfektionen, ohne Vergleich, ohne Wertung). Wenn eines der ersten beiden Trends vorherrscht, fragt man sich berechtigt, welche Absicht dahinter steckt. Ich suche mir deshalb die nackten Zahlen, und leite daraus meine Meinung ab. Die Meisten verlassen sich aber für ihre Wertung auf den Eindruck - und das ist schon Manipulation. Muß man nicht verbieten, aber wissen sollte man es.

gaehnforscher 11.08.2020 16:29

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1546786)
Medien wollen den Leser/Hörer beeinflussen. Sich dessen (und möglichst der Motivation der Autoren) bewußt zu sein ist hilfreich und notwendig, um die "bearbeitete" Information einzuordnen. Ohne dieses Bewußtsein wird man unweigerlich manipuliert - von jeder Quelle gleichermaßen. Das zu benennen ist kein Gefasel, sondern essentieller Teil der Medienkompetenz.
Konkret: ich kann Corona-Zahlen so präsentieren, daß möglichst viel Angst geschürt wird (immer die Gesamtzahl über Monate nennen, Superlative, ...), oder so, daß die Bevölkerung optimistisch gestimmt wird (Betonung auf positive Trends, Wörtchen wie "nur noch xxx Infektionen", u.a.m.), oder einfach trockene Zahlen ohne einordnung nennen (heute xxx Neuinfektionen, ohne Vergleich, ohne Wertung). Wenn eines der ersten beiden Trends vorherrscht, fragt man sich berechtigt, welche Absicht dahinter steckt. Ich suche mir deshalb die nackten Zahlen, und leite daraus meine Meinung ab. Die Meisten verlassen sich aber für ihre Wertung auf den Eindruck - und das ist schon Manipulation. Muß man nicht verbieten, aber wissen sollte man es.

Dann bist ja der gleichen Meinung wie Estebban. Cool, dass hier endlich ein Konsens gefunden wird. :Blumen:

Estebban 11.08.2020 16:36

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1546786)
Medien wollen den Leser/Hörer beeinflussen. Sich dessen (und möglichst der Motivation der Autoren) bewußt zu sein ist hilfreich und notwendig, um die "bearbeitete" Information einzuordnen. Ohne dieses Bewußtsein wird man unweigerlich manipuliert - von jeder Quelle gleichermaßen. Das zu benennen ist kein Gefasel, sondern essentieller Teil der Medienkompetenz.
Konkret: ich kann Corona-Zahlen so präsentieren, daß möglichst viel Angst geschürt wird (immer die Gesamtzahl über Monate nennen, Superlative, ...), oder so, daß die Bevölkerung optimistisch gestimmt wird (Betonung auf positive Trends, Wörtchen wie "nur noch xxx Infektionen", u.a.m.), oder einfach trockene Zahlen ohne einordnung nennen (heute xxx Neuinfektionen, ohne Vergleich, ohne Wertung). Wenn eines der ersten beiden Trends vorherrscht, fragt man sich berechtigt, welche Absicht dahinter steckt. Ich suche mir deshalb die nackten Zahlen, und leite daraus meine Meinung ab. Die Meisten verlassen sich aber für ihre Wertung auf den Eindruck - und das ist schon Manipulation. Muß man nicht verbieten, aber wissen sollte man es.

Das was du schreibst ist vollkommen korrekt - hat aber nichts mit dem zu tun, worauf ich hinaus wollte (kann natürlich auch daran liegen, dass ich mich undeutlich ausdrücke - denke aber eigentlich ist es relativ klar):

Das Medien gewisse Interessen vertreten (ob sie manipulieren wollen sei mal dahingestellt, ich halte es für übertrieben) und auch eigene Meinungen haben, ist mir bewusst.
Mein verabscheuen / nicht ernst nehmen / für gefasel halten fängt an dem Punkt an, wenn jemand negiert, dass es eine freie Medienlandschaft gibt. Das es eine große diversität in der Medienlandschaft gibt. Dass die Medien von Merkel / bill Gates oder sonst wem ihre Anweisungen erhalten. Da hört bei mir Verständnis auf und da gibt es für mich auch kein „sorgen ernst nehmen“ mehr. Das ist sicher nicht die beste Herangehensweise - nach jahrelangen Diskussionen, die sich im Kreis gedreht haben und mE auch zu Ende diskutiert wurden, raubt es mir persönlich zu viel Energie da weiter zu machen.
Für Kritik an Medien, clickbait, Springer etc bin ich gerne zu haben - man darf auch jederzeit sagen, die Tagesschau ist mir zu links... aber eine systempresse oder Staatsfunkt brauch in Deutschland halt keiner herbeizufantasieren..

Estebban 11.08.2020 16:39

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1546782)
Meiner Meinung nach wirfst du da einige diskussionwürdige Punkte in einen Topf und machst den Deckel zu. Man kann durchaus über die Gefahren eines Mainstreams diskutieren ohne einer Verschwörungstheorie zu verfallen (passiert auch längst, selbst der sog. Mainstream macht das).

Ich hab’s oben als Antwort auf Schwarzfahrer nochmal versucht zu präzisieren.
Das Thema Medien ist ein sehr spannendes - hat aber vllt nur noch am Rande etwas mit Corona zu tun. Da gibts unendlich viel zu diskutieren zu. Aber mir fehlt der Nerv dazu immer wieder beim allerkleinsten Nenner anzufangen und zu diskutieren, ob es in D Pressefreiheit gibt o.ä.
Ich bereue es schon wieder mich hier eingeklinkt zu haben und verabschiede mich wieder aus dem Thread :Huhu:

qbz 11.08.2020 16:45

Immer wieder von mir gerne zitiert beim Thema "Medien in Deutschland" und lustig anzuhören das empfehlenswerte Kabarett:

Der bunte Kiosk der Presselandschaft. Max Uthoff und Claus Wagner machen sich Gedanken über die Pressevielfalt und die Pressefreiheit in Deutschland. ca. 10min

sowie

Claus Wagner alias Angela Merkel begrüßt Liz Mohn, Friede Springer und Hubert Burda in ihrer neuen Quizshow "Wer ist Milliardär?" ca. 7min

:cool:

Feanor 11.08.2020 16:57

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1546786)
Medien wollen den Leser/Hörer beeinflussen. Sich dessen (und möglichst der Motivation der Autoren) bewußt zu sein ist hilfreich und notwendig, um die "bearbeitete" Information einzuordnen. Ohne dieses Bewußtsein wird man unweigerlich manipuliert - von jeder Quelle gleichermaßen. Das zu benennen ist kein Gefasel, sondern essentieller Teil der Medienkompetenz.
Konkret: ich kann Corona-Zahlen so präsentieren, daß möglichst viel Angst geschürt wird (immer die Gesamtzahl über Monate nennen, Superlative, ...), oder so, daß die Bevölkerung optimistisch gestimmt wird (Betonung auf positive Trends, Wörtchen wie "nur noch xxx Infektionen", u.a.m.), oder einfach trockene Zahlen ohne einordnung nennen (heute xxx Neuinfektionen, ohne Vergleich, ohne Wertung). Wenn eines der ersten beiden Trends vorherrscht, fragt man sich berechtigt, welche Absicht dahinter steckt. Ich suche mir deshalb die nackten Zahlen, und leite daraus meine Meinung ab. Die Meisten verlassen sich aber für ihre Wertung auf den Eindruck - und das ist schon Manipulation. Muß man nicht verbieten, aber wissen sollte man es.

Alles richtig, Kommunikationswissenschaften 1.Semester. Wenn man hier mitliest stellt sich aber die Frage:
- Ist dies von irgendeiner übergeordneten Instanz (Regierung, Bill Gates o.ä.) gezielt über alle Medien gesteuert?
- Werden andere Medien, die nicht dieser Steuerung folgen, gezielt in ihrer Arbeit behindert oder eingeschränkt von eben dieser Instanz? Einschränkungen anhand bestehender Gesetze gelten nicht.
Ich persönlich beantworte diese Fragen mit Nein, es stehen ausreichend Quellen/Medien mit verschiedenen Meinungen zur Verfügung. Wenn ich eine Minderheitenmeinung habe, kann ich halt nicht damit rechnen, dass alle Medien diese Meinung auf Seite 1 vertreten.

TriAdrenalin 11.08.2020 16:58

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546783)
...
Darüberhinaus gab es mal Ansätze, wonach bei (ich glaube es war ARD oder ZDF) ein gewisses Wortframing betrieben wird (Mir fällt da spontan Links-Aktivist gegen Rechts-Populist ein), um Meinungsbildung zu betreiben.
...

Quelle?

Triasven 11.08.2020 16:59

Pressevielfalt und Pressefreiheit stand zu keinem Zeitpunkt hier zur Debatte und wurde auch von niemandem in Abrede gestellt.
Estebban hat selbst den Punkt aufgemacht, sich daran alleine abgearbeitet um dann von dannen zu ziehen.
Du bist sozusagen einem klassischen Strohmann erlegen.


Kritikpunkt vieler Beiträge hier ist die Manipulation der Bevölkerung durch die Medien (auch der Mainstreammedien)
Kannst du dazu deine Meinung äussern?

Triasven 11.08.2020 17:10

Zitat:

Zitat von TriAdrenalin (Beitrag 1546794)
Quelle?

https://https://www.google.de/amp/s/amp2.handelsblatt.com/meinung/kommentar-das-framing-papier-der-ard-zeugt-von-einem-kruden-demokratieverstaendnis/24009608.html

Eine Diskussion darüber ist aber zu weit weg von der eigentlichen Corona Diskussion.
Ich bin auch nicht im Bilde, ob das Handelsblatt eine Triathlon Szene Konforme Quelle ist.

Bevor hierüber eine neuerliche OT Diskussion entbrennt: Meine Meinung zum Thema Medien+ Corona hab ich kundgetan.
Ich würde mich über einen Irrtum meinerseits freuen, und die Berichterstattung in D zu diesem Thema bringt (anders als meinen Erwartungen nach) die Bevölkerung mit weniger Sorge, Angst und Misstrauen durch den Herbst und Winter.

Schwarzfahrer 11.08.2020 17:32

Zitat:

Zitat von Feanor (Beitrag 1546792)
Alles richtig, Kommunikationswissenschaften 1.Semester.

Nein, Beobachtung, Erfahrung, gesunder Menschenverstand, 6. Lebensjahrzehnt :)
Zitat:

Zitat von Feanor (Beitrag 1546792)
Wenn man hier mitliest stellt sich aber die Frage:
- Ist dies von irgendeiner übergeordneten Instanz (Regierung, Bill Gates o.ä.) gezielt über alle Medien gesteuert?
- Werden andere Medien, die nicht dieser Steuerung folgen, gezielt in ihrer Arbeit behindert oder eingeschränkt von eben dieser Instanz? Einschränkungen anhand bestehender Gesetze gelten nicht.
Ich persönlich beantworte diese Fragen mit Nein, es stehen ausreichend Quellen/Medien mit verschiedenen Meinungen zur Verfügung. Wenn ich eine Minderheitenmeinung habe, kann ich halt nicht damit rechnen, dass alle Medien diese Meinung auf Seite 1 vertreten.

Ich persönlich beantworte diese Frage leider seit etwa 5 - 8 Jahren zunehmend mit Ja.
Wobei zu Punkt 1: nein, sie werden nicht durch eine übergeordnete Instanz gesteuert, sondern wohl eher durch eine Dominanz von Journalisten gleicher Gesinnung, die anders Denkende in ihren Redaktionen nicht unbedingt dulden dürften. Es könnte ein Erfolg des mal angesagten Marsches durch die Institutionen sein.
Zu Punkt 2: eindeutig ja, vor allem durch Diskreditierung. Es entsteht zunehmend eine "zwei-Klassen-Presse": einerseits die "Leitmedien", die in den meisten großen Fragen unserer Zeit (Migration, EU, Euro, Klima, Corona, ...) weitgehend eine Meinung präsentieren. Davon abweichende oder gar widersprechende Standpunkte finden sich zunehmend auf die "alternativen Medien" beschränkt, und werden in den "Leitmedien" gerne diskreditiert, in die Nähe von Rechtsextremen, Verschwörungstheoretikern u.ä. gerückt. Es gibt auch min. 1 belegten Fall, in denen Werbekunden von solchen Medien aktiv angegangen wurden, um ihre Unterstützung zu unterbinden - das finde ich unredlich. Wenn mal eines der "Großen", wie die Zeit, einen kontroversen Artikel veröffentlicht, knickt die Redaktion nach einem kurzen Shitstorm ein, und entschuldigt sich für die Entgleisung, statt zu der Meinungsvielfalt und offener Diskussion zu stehen. Es muß nicht alles auf Seite 1 stehen, aber es ist deprimierend, wenn man überall das Gleiche liest. Das hatte ich in meiner Jugend zu genüge.

qbz 11.08.2020 17:33

Zitat:

Zitat von Feanor (Beitrag 1546792)
Alles richtig, Kommunikationswissenschaften 1.Semester. Wenn man hier mitliest stellt sich aber die Frage:
- Ist dies von irgendeiner übergeordneten Instanz (Regierung, Bill Gates o.ä.) gezielt über alle Medien gesteuert?
- Werden andere Medien, die nicht dieser Steuerung folgen, gezielt in ihrer Arbeit behindert oder eingeschränkt von eben dieser Instanz? Einschränkungen anhand bestehender Gesetze gelten nicht.
Ich persönlich beantworte diese Fragen mit Nein, es stehen ausreichend Quellen/Medien mit verschiedenen Meinungen zur Verfügung. Wenn ich eine Minderheitenmeinung habe, kann ich halt nicht damit rechnen, dass alle Medien diese Meinung auf Seite 1 vertreten.

Offtopic:
Das ist ein interessantes Thema und einen eigenen Thread wert, aber da es hier Offtopic ist, nenne ich nur ein paar Stichworte, die es zu bedenken gibt und die auch "Die Anstalt" in ihren Beiträgen aufgreift, ohne dass ich die Punkte ausführe.
1. Konzentrations- und Monopolisierungsprozesse bei den Zeitungen und Verlagen
2. Gewinninteresse der Eigentümer versus journalistische Qualität, Arbeitsdruck
3. Abhängigkeit der Medien von Anzeigenkunden und Unternehmen (Besprechung neuer Produkte).
4. Einfluss der Verlagseigentümer
Man muss die Strukturen untersuchen, welche zu teilweiser Konformität schon bei den politischen Nachrichten führen. Meine kritische Presse-Einstellung bildete sich während der Zeit des Vietnamkrieges und der parteilich-einseitigen Berichterstattung der NZZ über diesen Krieg.

Ontopic:
Fotos aus Spaniens Touristenhochburgen sind älter als von uns berichtet

Solche "Fehler" bei den beigefügten Fotos passieren leider wiederholt. Problematisch wird es bei sog. Dokumentarfotos aus Kriegs- und Krisengebieten, die möglicherweise aus anderen Kriegen, Regionen stammen.

gaehnforscher 11.08.2020 17:35

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546795)
Pressevielfalt und Pressefreiheit stand zu keinem Zeitpunkt hier zur Debatte und wurde auch von niemandem in Abrede gestellt.
Estebban hat selbst den Punkt aufgemacht, sich daran alleine abgearbeitet um dann von dannen zu ziehen.
Du bist sozusagen einem klassischen Strohmann erlegen.


Kritikpunkt vieler Beiträge hier ist die Manipulation der Bevölkerung durch die Medien (auch der Mainstreammedien)
Kannst du dazu deine Meinung äussern?

Es darf also alles gesagt werden und wird nicht Zentral gesteuert (Pressefreiheit), allerdings lässt die Qualität (Manipulation/ Meinungsbeeinflussung statt journalistischer Neutralität/ neutraler Berichterstattung) bei einem Großteil der Medien ( =Mainstream) zu wünschen übrig. Habe ich das richtig verstanden?

Falls ja klingt das von außen betrachtet ziemlich genau nach dem, was Estebban hier auch schreibt.

qbz 11.08.2020 17:40

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546795)
....
Kritikpunkt vieler Beiträge hier ist die Manipulation der Bevölkerung durch die Medien (auch der Mainstreammedien)
Kannst du dazu deine Meinung äussern?

Habe ich doch. Ich teile die Darstellung in den verlinkten Kabarettbeiträgen, welche 100 % zum Thema "Pressemanipulation" passen. Du brauchst es Dir nicht anzuhören, nur ich verstehe nicht, weshalb Du mich fragst, wenn Du es nicht angehört hast.

Meine Meinung:

Der bunte Kiosk der Presselandschaft. Max Uthoff und Claus Wagner machen sich Gedanken über die Pressevielfalt und die Pressefreiheit in Deutschland. ca. 10min

sowie

Claus Wagner alias Angela Merkel begrüßt Liz Mohn, Friede Springer und Hubert Burda in ihrer neuen Quizshow "Wer ist Milliardär?" ca. 7min

:cool:

Triasven 11.08.2020 17:42

Zitat:

Zitat von gaehnforscher (Beitrag 1546802)

Falls ja klingt das von außen betrachtet ziemlich genau nach dem, was Estebban hier auch schreibt.

Von Leuten, die Bevölkerungsteile ob Ihrer Meinung bzw Meinungsäusserung pauschal verabscheuen, bin ich enorm weit weg.

Darüberhinaus hab ich meinen Standpunkt zur medialen Berichterstattung kundgetan. Estebban sah sich diesbezgl. in der Pflicht eine Diskussion darüber zu eröffnen.

Diskussionen startet man i.d.R. nicht, wenn man der gleichen Meinung ist. Von daher bezweifle ich, dass Estebban das gleiche Verständnis über die Medienlandschaft in D hat.
Sei‘s drum, sollte es so sein, wie du schreibst, wärs doch toll.

gaehnforscher 11.08.2020 17:47

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546805)
Von Leuten, die Bevölkerungsteile ob Ihrer Meinung bzw Meinungsäusserung pauschal verabscheuen, bin ich enorm weit weg.

Darüberhinaus hab ich meinen Standpunkt zur medialen Berichterstattung kundgetan. Estebban sah sich diesbezgl. in der Pflicht eine Diskussion darüber zu eröffnen.

Diskussionen startet man i.d.R. nicht, wenn man der gleichen Meinung ist. Von daher bezweifle ich, dass Estebban das gleiche Verständnis über die Medienlandschaft in D hat.
Sei‘s drum, sollte es so sein, wie du schreibst, wärs doch toll.

Ich bezog mich ja nicht darauf, dass du (ebenfalls) irgendwen verabscheust, sondern auf den zitierten Beitrag von dir und die darin von mir hervorgehobenen Punkte. Und was diese angeht liest sich das halt sehr ähnlich. Dass ihr in vielen anderen Punkten sicherlich unterschiedlicher Meinung seid, will ich gar nicht bezweifeln :Blumen:

Estebban 11.08.2020 17:53

Bevor sich noch weiter jemand an dem Wort „verabscheuen“ abarbeiten möchte. Ich nehme es zurück und sehe ein, dass das in der Wortwahl nicht passt. Ich verabscheue nicht die Menschen als Gruppe - ich verabscheue die endlosen Diskussionen, die sich immer wieder im Kreis drehen, in denen immer wieder Quellen diskreditiert werden.

Ich entschuldige mich für die Wortwahl, ansonsten steht meine Meinung mE sehr differenziert in den letzten Seiten nachzulesen - wer daraus eine Strohmann konstruieren möchte, bitte sehr!

Triasven 11.08.2020 18:00

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1546803)
Habe ich doch. Ich teile die Darstellung in den verlinkten Kabarettbeiträgen, welche 100 % zum Thema "Pressemanipulation" passen. Du brauchst es Dir nicht anzuhören, nur ich verstehe nicht, weshalb Du mich fragst, wenn Du es nicht angehört hast.

Meine Meinung:

Der bunte Kiosk der Presselandschaft. Max Uthoff und Claus Wagner machen sich Gedanken über die Pressevielfalt und die Pressefreiheit in Deutschland. ca. 10min

sowie

Claus Wagner alias Angela Merkel begrüßt Liz Mohn, Friede Springer und Hubert Burda in ihrer neuen Quizshow "Wer ist Milliardär?" ca. 7min


:cool:

Ich hab mir die Beiträge angeschaut, aber kann daraus nicht deutlich erkennen, dass die Presse (trotz Einfalt, statt Vielfalt) die Bevölkerung MANIPULIERT.

Evtl. sind wir ja dennoch einer Meinung und reden an einander vorbei.

Ich hatte Estebban bereits gefragt und frage nun auch dich:

Wer ist deiner Meinung nach dafür verantwortlich, dass das gefühlte Risiko schwer an Corona zu erkranken so gravierend vom tatsächlichen Risiko abweicht, und was wäre nötig, damit beides (Gefühl/Realität) wieder halbwegs gleich ist?

qbz 11.08.2020 18:06

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546809)
.......
Wer ist deiner Meinung nach dafür verantwortlich, dass das gefühlte Risiko schwer an Corona zu erkranken so gravierend vom tatsächlichen Risiko abweicht, und was wäre nötig, damit beides (Gefühl/Realität) wieder halbwegs gleich ist?

Wie hoch ist denn genau mein tatsächliches, objektives Infektionsrisiko, wenn ich im Herbst für 2 Wochen aus der Uckermark in den Kanton Tessin in die Nähe von Locarno reise zusammen mit einem Freund aus Berlin, der ansonsten nicht in meinem Haushalt wohnt und dort Familienangehörige aller Altersgruppen (u.a. Berufstätige mit vielen Kontakten, auch Ärzte, und Schüler) treffe, anschliessend nach Bern und Zürich? Offenbar scheinst Du es zu wissen?

Estebban 11.08.2020 18:07

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546809)
Wer ist deiner Meinung nach dafür verantwortlich, dass das gefühlte Risiko schwer an Corona zu erkranken so gravierend vom tatsächlichen Risiko abweicht, und was wäre nötig, damit beides (Gefühl/Realität) wieder halbwegs gleich ist?

Da die Frage ja auch an mich gerichtet war und sie mit Corona zu tun hat.. vielleicht liegt hier einfach der Hund begraben? Ich persönlich komme bei weitem nicht zu dem gleichen Schluss wie du?
Das Risiko wird durch die Maßnahmen, die in D getroffen wurden maßgeblich gesenkt.
Meine Erfahrung ist aber eher, dass die Leute darauf keinen Bock mehr haben, Masken tragen „beschränkt sie in ihrer Freiheit“, Schulen werden ohne Einschränkung aufgemacht, Dass der Ballermann zu ist nervt auch...
Mit Blick auf die USA, Brasilien, das Frühjahr in Italien etc, frage ich mich wo es herkommt, dass die Menschen ein so geringes Risikobewusstsein haben ;)

Triasven 11.08.2020 18:24

Zitat:

Zitat von Estebban (Beitrag 1546811)
Mit Blick auf die USA, Brasilien, das Frühjahr in Italien etc, frage ich mich wo es herkommt, dass die Menschen ein so geringes Risikobewusstsein haben ;)

Der Spiegel Artikel sieht ein zu HOHES Risikobewusstsein, nicht ein zu GERINGES.

Dahingehend die Frage, weshalb die Menschen sich mehr fürchten, als objektiv angemessen.

Stefan 11.08.2020 18:35

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546812)
Dahingehend die Frage, weshalb die Menschen sich mehr fürchten, als objektiv angemessen.

"Objektiv angemessen" kann man beim aktuellen Stand der Forschung nicht definieren.

Triasven 11.08.2020 18:36

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1546813)
"Objektiv angemessen" kann man beim aktuellen Stand der Forschung nicht definieren.

Ja, das war bei weitem nicht der Tenor des Spiegel Artikels.
Vielleicht liest du ihn dir einfach mal in Ruhe durch.

Stefan 11.08.2020 18:40

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546814)
Vielleicht liest du ihn dir einfach mal in Ruhe durch.

Diese Hinweise kannst Du Dir zukünftig gerne sparen bzw. mir ersparen.

LidlRacer 11.08.2020 19:01

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1546809)
Wer ist deiner Meinung nach dafür verantwortlich, dass das gefühlte Risiko schwer an Corona zu erkranken so gravierend vom tatsächlichen Risiko abweicht, und was wäre nötig, damit beides (Gefühl/Realität) wieder halbwegs gleich ist?

Auf den Punkt wollte ich auch noch kommen - ich glaube, dieser Spiegel-Artikel dazu wurde hier schon verlinkt:
Die Furcht vor Corona ist größer als das tatsächliche Risiko
In einer großen Befragung sollten Menschen beantworten, wie sie ihr persönliches Risiko einer schweren Covid-Erkrankung einschätzen. Das Ergebnis verblüfft auf den ersten Blick.


"Für wie groß halten Sie die Wahrscheinlichkeit, dass das neue Coronavirus bei Ihnen im Laufe der nächsten zwölf Monate eine lebensbedrohliche Erkrankung auslöst?"

"Rund 28 Prozent sahen ihr Risiko bei mehr als 50 Prozent."

Diese Zahl ist derart absurd hoch, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken, wie sie entstanden sein könnte. Daher habe ich das eben getan.

Hier die Website zur Befragung:
https://www.soep-cov.de

Die Methodik:
https://www.soep-cov.de/Methodik

Hier die relevante Frage im Zusammenhang:
https://www.soep-cov.de/.cm4all/upro...corona2_de.pdf (Seite 6)

"12 Für wie groß halten Sie die Wahrscheinlichkeit, dass das neue Corona-Virus bei Ihnen im Laufe der nächsten 12 Monate eine lebensbedrohliche Erkrankung auslöst?

Bitte geben Sie einen Prozentwert zwischen 0 und 100 an. 0 bedeutet „überhaupt nicht wahrscheinlich“, 100 bedeutet „absolut wahrscheinlich“. Mit Prozentwerten dazwischen können Sie abstufen."


100 bedeutet "absolut wahrscheinlich"
ist schon mal komisch formuliert.
"Absolut wahrscheinlich" ist für mich etwas völlig anderes als 100%ige Wahrscheinlichkeit, was absolute Sicherheit wäre.
"Absolut wahrscheinlich" halte ich für absolut nicht quantifizierbar, manche mögen es mit "sehr gut möglich" gleichsetzen.

Dazu kommt:

- Es ist eine sehr umfangreiche Befragung.
- Sie fand telefonisch statt, die Befragten hatten die Frage also nicht vor Augen.
- Niemand wird sich minutenlang Zeit für eine einzelne Frage genommen haben.
- Insbesondere wird sich niemand die Zeit genommen haben, auszurechnen, was denn eine realistische Wahrscheinlichkeit sein könnte.

Vor diesem Hintergrund denke ich, ein großer Teil der Befragten wird die Frage so verstanden haben, dass es nur um die Wahrscheinlichkeit ging, sich zu infizieren, was dann auch die Möglichkeit beinhaltet, dass es lebensbedrohlich werden könnte, was aber natürlich viel unwahrscheinlicher ist.

Dabei spielt dann auch noch eine Rolle, dass der größte Teil der Befragung früh (ab dem 1. April, also noch in der Nähe des Höhepunktes der täglichen Neuinfektionen und etwa am Höhepunkt der täglichen Todeszahlen) stattfand. Da dürften vielen noch die Aussagen etlicher Experten präsent gewesen sein, dass es eine Durchseuchung des größten Teils der Bevölkerung geben wird, was man jetzt nicht mehr so hört.

Triasven 11.08.2020 19:10

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1546815)
Diese Hinweise kannst Du Dir zukünftig gerne sparen bzw. mir ersparen.

Sehr gerne.

Eine grosse Hilfe wäre dabei, wenn du (wie sonst immer) deine inhaltslosen kryptischen Oneliner , die nur darauf abzielen deinen Gegenüber (für den du meist einen gewissen Grad an Abneigung hegst und für dessen Meinung du i.d.R. nichts übrig hast) zu diskreditieren weglässt, und dich stattdessen zur Sache äusserst.

aequitas 11.08.2020 19:14

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1546818)
Vor diesem Hintergrund denke ich, ein großer Teil der Befragten wird die Frage so verstanden haben, dass es nur um die Wahrscheinlichkeit ging, sich zu infizieren, was dann auch die Möglichkeit beinhaltet, dass es lebensbedrohlich werden könnte, was aber natürlich viel unwahrscheinlicher ist.

Das SOEP ist eine vom DIW durcheführte Panelbefragung. Auch die machen sicherlich Fehler und eine Kritik der Methoden ist immer angebracht. Allerdings handelt es sich bei den Teilnehmenden um regelmäßige Befragte (Panelbefragung). Deshalb würde ich behaupten, dass die Befragten etwas geübter sind als der Durchschnitt hinsichtlich der Beantwortung von Fragebögen.

Das Ergebnis, dass das Risiko der Erkrankung oder auch schweren Erkrankung überschätzt wird, dürfte sicherlich der Realität entsprechen. Das sollte allerdings nicht dazu verleiten sich wieder "normal" zu verhalten, allerdings sollte man nicht ständig ängstlich durch die Gegend laufen. Ein Bier am See, Strand oder Fluss ist vor dem Hintergrund der bisherigen Erkennisse kein besonders hohes Risiko.

Die Diskussion hier finde ich dahingehend auch wichtig. Es klingt oft so als würde es immer schlimmer werden, obwohl das nicht der Fall ist. Das wird durch oft übertriebene Berichterstattung (Clickbait) begünstigt. Eine generelle "Medienschelte" ist natürlich Quatsch, aber eine kritische Auseinandersetzung ist wichtig. Diese kritische Auseinandersetzung sollte auch nicht den "Covidioten" überlassen werden, da das (meist) nicht ernstzunehmen ist.


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