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Hafu 24.01.2020 18:38

Die Post bei uns liefert ihre Pakete seit 2 Jahren mit Elektro-Transportern aus. Und wir wohnen auf dem Land, nicht in der Stadt.
Da geht es also nicht um Emissionsvermeidung, oder Umgehung von Fahrverboten, sondern einfach Ökonomie: geringere Anschaffungs- und Wartungskosten: pro Schicht wird eh maximal 30-40km gefahren. An E-Transportern kann kein Anlasser, kein Getriebe kaputt gehen, keine Bleibatterie wird durch ständige Anlassvorgänge tiefenentladen, ein herkömmlicher Motor würde beim Paketausliefern eh nie die vorgesehene Betriebstemperatur erreichen...

Über Nacht werden keine Pakete ausgeliefert, da kann der E-Transporter problemlos geladen werden.

Meik 24.01.2020 18:47

Zitat:

Zitat von glaurung (Beitrag 1507204)
Egal, Du darfst gerne differenzieren. :Cheese:

https://www.kfztech.de/Auto/verkehrs...leistungen.htm

Für den größten Teil elektro - ggf mit Range-Extender. Für den Teil der ständig auf Strecke ist wird mittelfristig der Diesel noch die effektivste Lösung bleiben.

Alternativ: Bahn Weg, Güterverkehrstrassen asphaltieren, Oberleitungs-LKW drauf fahren lassen. Der Fernverkehr der immer im Focus der Diskussion ist hat weit weniger Anteil an dem täglichen Verkehrsaufkommen als man den Eindruck hat. Die Masse ist der Kurz- und Mittelstreckenverkehr, da setzt eh keiner auf die Bahn.

glaurung 24.01.2020 19:57

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1507207)
Die Post bei uns liefert ihre Pakete seit 2 Jahren mit Elektro-Transportern aus. Und wir wohnen auf dem Land, nicht in der Stadt.
Da geht es also nicht um Emissionsvermeidung, oder Umgehung von Fahrverboten, sondern einfach Ökonomie: geringere Anschaffungs- und Wartungskosten: pro Schicht wird eh maximal 30-40km gefahren. An E-Transportern kann kein Anlasser, kein Getriebe kaputt gehen, keine Bleibatterie wird durch ständige Anlassvorgänge tiefenentladen, ein herkömmlicher Motor würde beim Paketausliefern eh nie die vorgesehene Betriebstemperatur erreichen...

Über Nacht werden keine Pakete ausgeliefert, da kann der E-Transporter problemlos geladen werden.

Ich meinte ausdrücklich nicht Kleintransporter, HaFu, sondern richtige LKW. ;) siehe post # 806

Die Freiheit, zu differenzieren, hab ich ausnahmsweise und ausdrücklich nur Meik eingeräumt. :Cheese:

Zur Post: DHL testet 100 genau dieser Elektrotransporter (Street Scooter) bereits mit Brennstoffzellen von Plug Power. Ob das bei dem von Dir beschriebenen Szenario (wenn dieses der Realität entspricht) für DHL dann wirklich dauerhaft Sinn macht, weiß ich nicht. Aber zumindest in manchen Fällen scheint die Post mit der Akku- Lösung nicht ganz zufrieden zu sein. Sonst würden sie keine Alternativen testen. Man wird sehen.

Körbel 25.01.2020 01:35

Zitat:

Zitat von Meik (Beitrag 1507197)
Sag ich doch, ökologische Augenwischerei. ;)

Die Batterie hat nicht nur oberflächlich einen höheren Wirkungsgrad.

Das lesen Brennstoffzellen-Fans nicht gerne.;)

glaurung 25.01.2020 07:18

Zitat:

Zitat von Körbel (Beitrag 1507236)
Das lesen Brennstoffzellen-Fans nicht gerne.;)

Ich lese das mit einem Làcheln. :Cheese:
Wenn BZ soo schlecht und unsinnig wären, käme es aktuell nicht zu der Dynamik, wie man sie seit einem Jahr sieht.
Aber vielleicht habt Ihr Recht. Das Voranschreiten von BZ und H2 macht alles noch viel schlimmer und der Weltuntergang wird dadirch nur noch beschleunigt. :Cheese:

Das einzige Argument der "Batteriefans" ist der Wirkungsgrad. Das ist ziemlich eindimensional.
Naja, macht wahrscheinlich HIER frühestens in einem Jahr wieder Sinn, weiterzudiskutieren. :Cheese:

glaurung 25.01.2020 07:44

Nochmals: Wodurch sollen denn nun die hunderte Millionen LKWs mit Diesel weltweit in Zukunft ersetzt werden? Durch Batterie-LKWs? Warum funktioniert denn der Batteriekram nirgends richtig, wo die Anforderungen höher / vielschichtiger werden?
Ihr bringt hier Beispiele wie z.B. Street-Scooter von dhl. Das hat mit einem LKW nix zu tun. Das ist für mich eine klassische "Leichtanwendung:". Solche Beispiele sind für mich Rosinenpicking, um Argumente für die Batterie zu finden. Ihr weicht eigentlich die ganze Zeit aus. :Cheese:
Was wiegt denn so ein Street Scooter? Wahrscheinlich weniger als ein Mittelklasse- PKW.

Und was ist mit Schiffen / großen Schiffen? Batterie mit zehntausenden Kilos einbauen? :Lachanfall: Wo kommen dafür die Rohstoffe her? Kann man dann auf die zehntausende kg Last verzichten, die man wegen der Monsterbatterie weniger mitnehmem kann? Klares NEIN meinerseits. Die Lösung werden hier sicher synthetische Kraftstoffe sein. Generiert über den Weg der Herstellung von H2 mittel Elektrolyse / Power-to-Gas.

PS: Google sagt, ein Streetscooter wiegt 1175kg. Komische Definition von LKW. Aber auf solche Beispiele kommt man, wenn man beim Thema Transport nur an die Auslieferung des eigenen Amazonpäckchens denkt. ;)

Hafu 25.01.2020 08:42

Zitat:

Zitat von glaurung (Beitrag 1507242)
Nochmals: Wodurch sollen denn nun die hunderte Millionen LKWs mit Diesel weltweit in Zukunft ersetzt werden? ...

Hier in diesem Thread geht es ja neben Elektromobilität v.a. um den Klimaschutz und da muss man sich überlegen, wo und wie man zeitnah möglichst viel CO2 einspart. Der Schiffsverkehr sowie der LKW-Fernverkehr gehören da nunmal nicht zu den größten CO2-Verursachern, weshalb die Priorität, diese auf emissionsarme Antriebe umzustellen bei weitem nicht so dringend ist, wie z.B. beim PKW-Indivdualverkehr.

Die größte CO2-Schleuder ist aktuell die Stromproduktion und hier wiederum die Braunkohle- und Steinkohlestromproduktion, auf Rang 2 der Co2-Emittenten folgt die direkte Co2-Produktion durch die Industrie (v.a. Stahl- und Zementproduktion) und erst auf Rang drei der Verkehr, wobei hier eben mit 58% der PKW- Individualverkehr absolut gegenüber dem Güterfernverkehr dominiert.

Der Schiffsverkehr ist eigentlich eine außerordentlich CO2-freundliche Form des Gütertransportes und es wäre schon viel gewonnen, wenn man einen großen Anteil des derzeitigen Cargo-Luftverkehrs auf die Schiffe zurückverlagert. Da Schiffe aktuell fast alle mit dem schmutzigen und energieineffizienten Schweröl fahren, wäre es ebenfall hocherstrebenswert, wenn man die Schiffsantriebe wenigstens auf Diesel und noch besser irgendwann auf Erdgas umstellt. Auch synthetische Kraftstoffe (z.B. aus überschüssiger Stromproduktion durch Methylisierung gewonnenes Methan) werden da sicher irgendwann eine Rolle spielen. Einsatzszenarien für Wasserstoff halte ich wegen der problematischen und aufwendigen Lagerung von Wasserstoff eher für Spezialszenarien wie z.B. Fährverkehr in norwegischen Fjorden, wo man 100%ig emissionsfrei fahren will, man keine großen Tanks benötigt und die Kosten eine untergeordnete Rolle spielen, für realistisch.

Fossile Brennstoffe werden nicht morgen, oder in fünf oder zehn Jahren abgeschafft und uns in vielen Einsatzszenarien noch lange begleiten: Im Augenblich sollte man v.a. alle Anstrengungen darauf verwenden an den großen Stellschrauben zu drehen, wo es auf dem technischen Stand von heute schon sinnvolle Alternativen gibt: das ist eben die Stromproduktion, die Co2-Emission durch industrie, der Individualverkehr, der Bereich des Energieverbrauchs durch Gebäude.

Die Batterietechnik hat sich in den letzten 15 Jahren gigantisch weiterentwickelt: 2010 kostete eine kwH als Akku 600,-€, 2013 waren es 400,-€, aktuell sind es nur noch 130€ pro Kwh und für 2022 werden 75€ pro KwH erreicht.

In den USA setzen jetzt schon viele Photovoltaikkraftwerke Batteriespeicher ein, um den Ausfall von PV-Strom in den Nachtstunden erfolgreich zu kompensieren, weil sich das neuerdings anfängt, zu rechnen.

Gegen diese Entwicklung hat die Wasserstofftechnologie in den letzten 20 Jahren wenig entgegen zu setzen gehabt. Brennstoffzellen sind bei weitem nicht so im Preis gefallen und die Wasserstoffinfrastruktur ist auch verhältnismäßig teuer geblieben, weil sie mit ihrere technischen Komplexität und der Notwendigkeit, Wasserstoff für jegliche Lagerung auf abartig hohe Drücke zu verdichten sowie den damit einhergehenden Sicherheitsanforderungen sich auch nicht so leicht verbilligen lassen wird.

Wasserstoff war und ist seit 30 Jahren ein Versprechen auf die Zukunft, das bislang nicht eingelöst worden ist. Batteriegetriebene Elektromobilität war vor 30 Jahren aufgrund der gigantisch hohen Akkukosten viel unrealistischer, dass sie mal tatsächlich im Alltag für Szenarien wie Autos nutzbar sein würde. Aber die Batterieentwicklung hat im Gegensatz zur Wasserstofftechnologie geliefert und diese Entwicklung geht vermutlich weiter.

Körbel 25.01.2020 18:03

Zitat:

Zitat von glaurung (Beitrag 1507240)
Wenn BZ soo schlecht und unsinnig wären, käme es aktuell nicht zu der Dynamik, wie man sie seit einem Jahr sieht.

Die Dynamik konnte man sehr gut bei der IAA im letzten Jahr sehen.
Kaum Autos mit Brennstoffzellen waren da zu sehen, kann also nicht so wild sein.

Obendrein gibts in Deutschland so gerade mal um die 100 H2-Tankstellen.
Warum wohl?


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