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-   -   Der nächste packt aus: früherer Team-Telekom-Profi Henn gesteht Doping (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=909)

the grip 22.05.2007 17:21

Der nächste packt aus: früherer Team-Telekom-Profi Henn gesteht Doping
 
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,484276,00.html

So langsam kommt was ins Rutschen ...

Haile 22.05.2007 17:30

Scheint's als würde bald der nächste Auspacken (müssen)....

Faz.net

DasOe 22.05.2007 17:45

Der Doping-geständige Ex-Radprofi Bert Dietz fuhr von 1994 bis 1998 für das damalige Telekom-Team. Er bestritt nie die Tour de France. Von 1996 bis 1998 fuhr der mittlerweile 38-jährige Leipziger mit folgenden Team-Kollegen:

1996:
Rolf Aldag (Ahlen/zur Zeit Teamchef T-Mobile)
Michael Andersson (Schweden)
Gerd Audehm (Schwelm/schwerbehinderter Rekonvaleszent nach einem Herzstillstand)
Udo Bölts (Heltersberg/Teilzeit-Teamchef Gerolsteiner)
Christian Henn (Heidelberg/Teamchef Gerolsteiner)
Jens Heppner (Gera/Teamchef Wiesenhof)
Brian Holm (Dänemark/Teamchef T-Mobile)
Kai Hundertmarck (Frankfurt/Main/Triathlon-Profi)
Mario Kummer (Erfurt/Teamchef Astana)
Michael Lafis (Schweden)
Olaf Ludwig (Gera/ entlassener T- Mobile-Teamchef)
Peter Meinert Nielsen (Dänemark)
Bjarne Riis (Dänemark/Teamchef CSC)
Jan Ullrich (Scherzingen/Rücktritt am 26. Februar/unter Doping-Verdacht)
Jürgen Werner (Chemnitz)
Steffen Wesemann (Schweiz/Profi bei Wiesenhof)
Erik Zabel (Unna/Profi bei Milram)

1997:
Aldag
Bölts
Frank Corvers (Belgien)
Henn
Heppner
Holm
Hundertmarck
Kummer
Michael Lafis (Schweden)
Giovanni Lombardi (Italien/Manager des unter Doping-Verdacht stehenden Ivan Basso)
Riis
Georg Totschnig (Österreich/Karriere beendet)
Ullrich
Wesemann
Zabel

1998:
Aldag
Dirk Baldinger (Freiburg/Karriere beendet)
Michael Blaudzun (Dänemark)
Bölts
Francesco Frattini (Italien)
Henn
Heppner
Hundertmarck
Lombardi
Dirk Müller (Wiesbaden/wurde später wegen Dopings gesperrt letztes Jahr sensationell Deutscher Meister heute Profi beim drittklassigen Team Sparkasse)
Riis
Jan Schaffrath (Berlin/Teamchef T-Mobile)
Totschnig
Ullrich
Wesemann
Zabel.

dude 22.05.2007 17:54

re hundertmarck: was soll das denn jetzt? alles andere waere eine ueberraschung gewesen. bei JEDEM radprofi und zwar SCHON IMMER.

Klugschnacker 22.05.2007 18:37

Nach d'Hont und Dietz ist Henn der nächste, der die Freiburger Ärzte schwer und glaubwürdig belastet. Lothar Heinrich hat in der Öffentlichkeit noch vor wenigen Monaten seine ganz persönliche, menschliche Enttäuschung über Dopingsünder Jan Ullrich kundgetan – es muss unerträglich für Ullrich gewesen sein, diese Interviews zu lesen.

dude 22.05.2007 18:44

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 22725)
Nach d'Hont und Dietz ist Henn der nächste, der die Freiburger Ärzte schwer und glaubwürdig belastet. Lothar Heinrich hat in der Öffentlichkeit noch vor wenigen Monaten seine ganz persönliche, menschliche Enttäuschung über Dopingsünder Jan Ullrich kundgetan – es muss unerträglich für Ullrich gewesen sein, diese Interviews zu lesen.

Genauso unertraeglich wie sein eigenes Gefasel fuer uns war. Er scheiterte ganz offensichtlich daran, dass die Welt nicht gerecht ist und er auf dem Sofa sitzen muss, waehrend andere noch froehlich Rennen fahren.

Allerspaetestens seit Festina 98 war doch hoffentlich jedem klar, dass Heinrich genauso Dreck am Stecken hat. Klar, Festina dopt und Telekom gewinnt die tour. Ich hab 2000 mal mit Zuelle drueber gesprochen, der meinte nur, "jaja, Ulle ist natuerlich sauber." Ich wiederhole mich, aber im Radsport wurde schon IMMER umfassend gedopt. Bleibt zu hoffen, dass sich nun was aendert. Ich persoenlich denke, dass sich etwas aendert, aber Doper wird es weiterhin zu viele geben.

DragAttack 22.05.2007 20:42

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22727)
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 22725)
noch vor wenigen Monaten seine ganz persönliche, menschliche Enttäuschung über Dopingsünder Jan Ullrich kundgetan – es muss unerträglich für Ullrich gewesen sein, diese Interviews zu lesen.

Genauso unertraeglich wie sein eigenes Gefasel fuer uns war.

Abgesehen von den rethorischen Fähigkeiten - was war an dem Gefasel so schlimm? Unter der Annahme, dass alle dopen halte ich jede seiner Aussagen für nachvollziehbar. Als Doper unter Dopern hat er niemanden betroge, niemandem geschadet (in dieser Welt dürfte der saubere Athlet, der ohne EPO zuhause bleiben muss, eine zu abstrakte Größe sein). Unter selbiger Annahme hat jeder Schulterklopfer gewußt, dass er sich in gedoptem Glanze sonnt. Insofern halte ich das Verhalten von Scharping etc. sich anschließend empört abzuwenden tatsächlich für schäbig.
Zitat:

Er scheiterte ganz offensichtlich daran, dass die Welt nicht gerecht ist und er auf dem Sofa sitzen muss, waehrend andere noch froehlich Rennen fahren.
Unter dieser Annahme ist es tatsächlich eine grenzenlose Heuchelei, das Thema doping auf diejenigen zu projezieren/reduziern, die sich haben erwischen lassen.

Ich sehe moralisch keinen Unterschied zwischen den überführten und den nicht überführten Dopern. Die Verzweiflung und das Ungerechtigkeitsempfinden nicht dabei zu sein, kann ich vom Standpunkt eines Dopers unter Dopern nachvollziehen.

Gruß Torsten

keko 22.05.2007 21:10

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22727)
Klar, Festina dopt und Telekom gewinnt die tour. Ich hab 2000 mal mit Zuelle drueber gesprochen, der meinte nur, "jaja, Ulle ist natuerlich sauber."

:Lachen2: Klasse!!
Ok, der Radsport ist durch, beim Triathlon kann man auch von gewissen Dingen ausgehen, wenn man 1+1 zusammen zählt, aber wenigstens haben wir noch unsere Biathleten :Cheese:

drullse 23.05.2007 00:58

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 22735)
:Lachen2: Klasse!!
Ok, der Radsport ist durch, beim Triathlon kann man auch von gewissen Dingen ausgehen, wenn man 1+1 zusammen zählt, aber wenigstens haben wir noch unsere Biathleten :Cheese:

Es beeindruckt mich immer wieder, dass es Menschen gibt, die so denken...

FinP 23.05.2007 01:22

Was mir gerade wirklich viel Freude bereitet hat, ist das folgende Interview mit Lothar Heinrich zu lesen (das allerdings schon eine zeitlang her ist):

klick hier

:Danke:

Beste Zitate (natürlich aus dem Zusammenhang gerissen!):
"Ich bin nicht der Antidoping-Fachmann,..."
"Ich will sicherstellen, dass mir im nächsten Jahr keiner sagen kann, du als Teamarzt hättest es sehen müssen."
"Ich habe der neuen Teamleitung gesagt: So sind die Bedingungen, dass wir in Freiburg weiterhin die medizinische Betreuung übernehmen, oder wir sind raus."
"Ich halte wenig davon, in der Vergangenheit zu leben."
"Aber ich bin kein Antidoping-Arzt, da gibt es Experten, die wir einbinden können." :Maso:

TriSt 23.05.2007 09:30

Inzwischen bin ich der Meinung, dass man im Radsport und anderswo aufhören sollte, Dopingproben zu machen. Wozu eigentlich, wenns gar Steuergelder sind? Beim Bodybuilding interessierts ja auch keinen. Wenn in dieser Parallelwelt alle wissen, auf was sie sich einlassen und das von aussen auch so benannt wird und wenn die Sponsoren selbst damit leben können ... Warum eigentlich diesen Narren hinterherlaufen?

TriSt

keko 23.05.2007 09:52

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 22755)
Es beeindruckt mich immer wieder, dass es Menschen gibt, die so denken...

Ich denke doch gar nicht, dass Biathleten sauber sind. Wahrscheinlich sind sie so voll, wie andere auch. Auch bei unseren Triathleten, die wir in Hochglanzheftchen, Ergebnislisten oder Wettkämpfen bewundern, ist wohl der eine oder andere Junkie dabei. Letztendlich ist es mir auch irgendwo egal, denn ich kümmere mich eh nur noch um mich selbst :cool:

backy 23.05.2007 10:28

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 22735)
:Lachen2: Klasse!!
Ok, der Radsport ist durch, beim Triathlon kann man auch von gewissen Dingen ausgehen, wenn man 1+1 zusammen zählt, aber wenigstens haben wir noch unsere Biathleten :Cheese:


Naja. Ich denke da ad hoc an diverse Pros die mit den Magenta-Farbenen im Frühjahr ins TL nach Malle düsen. Aber mal ehrlich, mittlerweile ist das Thema sowas von durch.
Dude trifft es ganz gut: Beim Radsport wurde gedopt seitdem es Wertungen gibt. Der suggerierte Eindruck das "das alles in den 90ern begann" finde ich zum schmunzeln. Ist nicht in den frühen 80ern bei der Tour mal einer unter Amphetamin-"Genuss" gestorben?

Mein Motto: Jungs, lasst den TV einfach aus und kuckt Euch den Scheiss nicht an. Setzt Euch selbst aufs Rad und geniesst das Leben. Sofern ein Doper im WK an mir vorbeizieht: What the Fuck. Die wenigtsen hier verdienen damit Ihr Geld.
Ich freu mich Abends gesund auf meiner Couch zu sitzen.

Danksta 23.05.2007 10:40

Zitat:

Zitat von backy (Beitrag 22784)
Dude trifft es ganz gut: Beim Radsport wurde gedopt seitdem es Wertungen gibt. Der suggerierte Eindruck das "das alles in den 90ern begann" finde ich zum schmunzeln. Ist nicht in den frühen 80ern bei der Tour mal einer unter Amphetamin-"Genuss" gestorben?

Ich glaube, dass es Patrick Järmann im sehr guten ARD Webjournal trifft, wenn er sagt:
Bis zu Epo konnte man dopen, musste es aber nicht. Danach hatte man ohne Doping keine Chance mehr.


In der FAZ ist ein Interview mit Christian Frommert:
Zitat:

Haben Sie daraufhin in alten Mannschaftsbüchern geblättert, um zu sehen, wer alles betroffen ist?

Wir brauchen hier keine Spielchen zu spielen. Natürlich wissen wir, dass auch Rolf Aldag betroffen ist. Wir sind mit ihm im Gespräch und werden das auch bleiben.

Könnte der Teamchef von T-Mobile durch eine eigene Beichte seine Lage verbessern?

Dazu kann ich noch nichts sagen. Ich war seit der Sendung noch nicht wieder in Bonn, wo wir sehr klare und zeitnahe Entscheidungen treffen werden. Wir arbeiten gemeinsam an Lösungen.
http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F...~Scontent.html

Das macht mich sehr gespannt auf die kommenden Tage.

keko 23.05.2007 10:56

Zitat:

Zitat von backy (Beitrag 22784)
Sofern ein Doper im WK an mir vorbeizieht: What the Fuck. Die wenigtsen hier verdienen damit Ihr Geld.

Es ist halt schade für die, die vorne dabei sind, bzw. nach vorne wollen. Leuten, denen ein paar Plätze hin oder her egal sind, kann es wirklich egal sein, wenn sich jemand volldröhnt.

Helmut S 23.05.2007 11:00

Zitat:

Zitat von backy (Beitrag 22784)
Beim Radsport wurde gedopt seitdem es Wertungen gibt. Der suggerierte Eindruck das "das alles in den 90ern begann" finde ich zum schmunzeln.

Auf arte war mal ein Beitrag (Themenabend TdF) über die legendären Duelle zwischen Jacques Anquetil und Raymond Poulidor in den 60ern oder so. Dort sagte Jacques Anquetil vor laufender Kammera zu einem Reporter sinngemäß: "Natürlich nehme ich Medikamente, denke Sie wir könnten diese Leistung ohne vollbringen?"

Die Dimensionen heute sind andere: M.E. ist Doping in einem sportart-, verbands- und länderübergreifenden System organisiert in dem eine Menge Geld bewegt wird. Die Systematik des organisierten Dopings hat viele Aspekte. Der kriminell/wirtschaftliche Aspekt der Organisation ist alt weil mafiös. Der konsequente trainingsoriantierte Aspekt der Organisation ist "relativ" neu und ich bin der Meinung das wir in diesem Punkt im Rahmen der "Integration des DDR Staatsdopings (siehe Berendonk Dokumente)" einen großen Schritt nach vorne (in die falsche Richtung allerdings) getan haben.

hang loose Helmut

drullse 23.05.2007 11:05

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 22781)
Ich denke doch gar nicht, dass Biathleten sauber sind.

Nein - DU nicht. Aber andere tun das durchaus.

FinP 23.05.2007 11:11

Zitat:

Zitat von DasOe (Beitrag 22713)
Der Doping-geständige Ex-Radprofi Bert Dietz fuhr von 1994 bis 1998 für das damalige Telekom-Team. Er bestritt nie die Tour de France. Von 1996 bis 1998 fuhr der mittlerweile 38-jährige Leipziger mit folgenden Team-Kollegen:

1996:
Rolf Aldag (Ahlen/zur Zeit Teamchef T-Mobile)
Michael Andersson (Schweden)
Gerd Audehm (Schwelm/schwerbehinderter Rekonvaleszent nach einem Herzstillstand)
Udo Bölts (Heltersberg/Teilzeit-Teamchef Gerolsteiner)
Christian Henn (Heidelberg/Teamchef Gerolsteiner)
Jens Heppner (Gera/Teamchef Wiesenhof)
Brian Holm (Dänemark/Teamchef T-Mobile)
Kai Hundertmarck (Frankfurt/Main/Triathlon-Profi)
Mario Kummer (Erfurt/Teamchef Astana)
Michael Lafis (Schweden)
Olaf Ludwig (Gera/ entlassener T- Mobile-Teamchef)
Peter Meinert Nielsen (Dänemark)
Bjarne Riis (Dänemark/Teamchef CSC)
Jan Ullrich (Scherzingen/Rücktritt am 26. Februar/unter Doping-Verdacht)
Jürgen Werner (Chemnitz)
Steffen Wesemann (Schweiz/Profi bei Wiesenhof)
Erik Zabel (Unna/Profi bei Milram)

1997:
Aldag
Bölts
Frank Corvers (Belgien)
Henn
Heppner
Holm
Hundertmarck
Kummer
Michael Lafis (Schweden)
Giovanni Lombardi (Italien/Manager des unter Doping-Verdacht stehenden Ivan Basso)
Riis
Georg Totschnig (Österreich/Karriere beendet)
Ullrich
Wesemann
Zabel

1998:
Aldag
Dirk Baldinger (Freiburg/Karriere beendet)
Michael Blaudzun (Dänemark)
Bölts
Francesco Frattini (Italien)
Henn
Heppner
Hundertmarck
Lombardi
Dirk Müller (Wiesbaden/wurde später wegen Dopings gesperrt letztes Jahr sensationell Deutscher Meister heute Profi beim drittklassigen Team Sparkasse)
Riis
Jan Schaffrath (Berlin/Teamchef T-Mobile)
Totschnig
Ullrich
Wesemann
Zabel.

Da solltest Du die Quelle angeben...

backy 23.05.2007 11:18

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 22788)
Es ist halt schade für die, die vorne dabei sind, bzw. nach vorne wollen. Leuten, denen ein paar Plätze hin oder her egal sind, kann es wirklich egal sein, wenn sich jemand volldröhnt.

Damit hast Du natürlich vollkommen recht. Nur man bedenke eins: Selbst wenn man unseren Sport sehr ambitioniert betreibt ist es für die allermeissten ein Hobby. Wenn es nun natürlich Leute gibt die so fanatisch sind und "selbst" als ambitionierter Hobbysportler das spritzen anfangen, dann sollte man als überholter einfach ein wenig Weitblick walten lassen und einfach 5-10 Jahre nach vorne schauen. Ich geniesse dann so Gott will die Zeit mit meinen Kindern im Garten während sich andere u.U. vollkommen ruiniert haben. Ist es das Wert?

Und am Ende ist die Befriedigung schneller als andere zu sein oder in der Liste weiter vorne zu stehen dann doch sehr flüchtig.

Ich bin sicherlich kein Freund von Thesen a la "Ich habe in die tiefsten Ecken meiner Seele geschaut", aber der Sport an sich kann doch ein wundervoller Weg zu sich selbst sein. Das ist der Aspekt der mich am Tri so begeistert. Ergebnisse sind zumindest mir relativ (was selbstverständlich sehr subjektiv ist)

tobi_nb 23.05.2007 11:18

Zitat:

Ich denke doch gar nicht, dass Biathleten sauber sind. Wahrscheinlich sind sie so voll, wie andere auch. Auch bei unseren Triathleten... ist wohl der eine oder andere Junkie dabei.
Wiese denkst du, dass "nur" der eine oder andere Junkie beim Triathlon dabei ist.
Im Radsport geht man davon aus, dass nur gedopte Sportler gewinnen können.

Was sollte beim Triathlon da anders sein?

keko 23.05.2007 11:21

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 22790)
Nein - DU nicht. Aber andere tun das durchaus.

Ob andere auch Parallelen von Mitte/Ende der 90er Jahre zu gewissen Leistungen auf der Tri-Langstrecke ziehen? Ich muß zugeben, bei dem Gedanken wird mir ganz anders ... :Traurig:

dude 23.05.2007 11:30

Zitat:

Zitat von tobi_nb (Beitrag 22796)
Wiese denkst du, dass "nur" der eine oder andere Junkie beim Triathlon dabei ist.
Im Radsport geht man davon aus, dass nur gedopte Sportler gewinnen können.

Was sollte beim Triathlon da anders sein?

es fehlt im triathlon bislang am organisierten doping und man kann eben noch ohne doping vorne dabeisein.
natuerlich gibt es gedopte triathleten und da hilft es wenig mit dem finger auf andere zu zeigen nur weil die mal mit den t-radprofis trainiert haben. andere triathlon profis waren mitte der 90er mit den mapeis unterwegs.

epo&co waren und sind doch insbesondere fuer mehrtageswettkaempfe zur verbesserten regeneration da. zuelle sagte mal zu mir (herbst 2000): "anfangs faehrst du da ohne probleme mit, aber so nach 9, 10 tagen regenerierst du einfach nicht mehr richtig. um dich rum stehen alle am naechsten tag am start als wenn nichts gewesen waere."
fuer ihn war das als (vermutlich) ex-epo-fahrer besonders drastisch zu sehen.

gruss
dude

Marco 23.05.2007 11:31

der Gedanke, dass in unserem schönen Sport sowohl die Weltbestzeit als auch die schnellste Zeit auf Hawaii womöglich unter Dopingeinfluss enstanden sind macht mich auch nicht glücklich.

meggele 23.05.2007 11:39

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22799)
epo&co waren und sind doch insbesondere fuer mehrtageswettkaempfe zur verbesserten regeneration da.

Weiß nicht, ob das "insbesondere" so richtig ist. Wenn ich, dank fehlender Blutgrenzwerte in der Leichtathletik, mit nem HC von 60 bei nem Triathlon auftauche, bin ich einfach um Welten schneller als mit meinen normalen 44 (oder was auch immer).

Mal abgesehen davon, dass ich natürlich, dem Erholungseffekt folgend, auch prima mit dem Zeug trainieren kann und von der ja offensichtlichen Nichtnachweisbarkeit großer EPO-Teile abgesehen ja eh de facto keine Kontrollen fürchten muss.

meggele 23.05.2007 11:40

Zitat:

Zitat von Marco (Beitrag 22800)
der Gedanke, dass in unserem schönen Sport sowohl die Weltbestzeit als auch die schnellste Zeit auf Hawaii womöglich unter Dopingeinfluss enstanden sind macht mich auch nicht glücklich.

Das ist doch aber alles andere als eine neue Erkenntnis.

dude 23.05.2007 11:49

Zitat:

Zitat von meggele (Beitrag 22802)
Weiß nicht, ob das "insbesondere" so richtig ist. Wenn ich, dank fehlender Blutgrenzwerte in der Leichtathletik, mit nem HC von 60 bei nem Triathlon auftauche, bin ich einfach um Welten schneller als mit meinen normalen 44 (oder was auch immer).

Mal abgesehen davon, dass ich natürlich, dem Erholungseffekt folgend, auch prima mit dem Zeug trainieren kann und von der ja offensichtlichen Nichtnachweisbarkeit großer EPO-Teile abgesehen ja eh de facto keine Kontrollen fürchten muss.

absolut, keine frage! die unterschiede treten bei einer etappenfahrt aber eben mehr hervor. da bist du dann abgehaengt und kannst heimfahren. ein IM-profi ist dagegen halt ein paar minuten langsamer und das wars.

FuXX 23.05.2007 12:15

Zitat:

Zitat von tobi_nb (Beitrag 22796)
Wiese denkst du, dass "nur" der eine oder andere Junkie beim Triathlon dabei ist.
Im Radsport geht man davon aus, dass nur gedopte Sportler gewinnen können.

Was sollte beim Triathlon da anders sein?

Die Zeiten erscheinen immer noch machbar. Sicher, auf ein paar Minuten kann man das nicht sagen. Aber 8h sind eben nicht voellig unrealistisch fuer super Talente. Das heisst weder, dass ich sage Athlet A sei sauber, noch dass ich behaupte alle schneller als x:yz sind gedopt - aber ich bin mir recht sicher, dass es machbar ist ohne Doping vorne dabei zu sein, ob auf Platz 1, 3, 7 oder 9 in Kona - wer weiss.

Ich glaube auch wie Dude, dass die Struktur ne andere ist. Als ein Freund mir erzaehlte, dass sich bei Jedermann Radrennen totale Gurken ueber die Rennapotheke unterhalten, da hab ich mich schon sehr gewundert und war sehr froh, dass es im Triathlon dann doch nicht so krass ist.

FuXX

tobi_nb 23.05.2007 12:23

@ Dude

Ich denke schon, dass Doping im Triathlon (Training + WK)genauso effizient eingesetzt werden kann, wie im Radsport oder Biathlon usw.... Und ich bin mir sicher, dass jeder TopTriathlet diese Erkenntnis zu seinem Vorteil ausnutzt.

Vielmehr glaube ich, dass uns die Einsicht schwerfällt, "unsere" Sportart, "unser geliebter" Triathlon ist genauso veseucht ,wie die anderen Sportarten.

Ist ja auch verständlich, weil menschlich.

Das gilt ja nicht nur für den Sport, sondern für alle Lebenslagen.

z.B.: 50% aller Menschen betrügen Ihren Partner. Das ist eine Annahme, die (glaube ich) jeder teilt. Fragt man aber jemanden, ob er sich vorstellen könne, dass "der eigene Vater die Mutter" betrügt, oder umgekehrt, ist das schlicht unvorstellbar für denjenigen. Naja bei 50% Quote ist aber mindestens einer nicht treu.

Was ich damit sagen will, ich hab jegliche Illusion bezüglich Moral und Anstand verloren. Egal ob es um Ulle, Tietz, N.Kraft geht oder um Stadtler, Al Sultan, Leder oder J. Voigt.

dude 23.05.2007 12:24

Zitat:

Zitat von FuXX (Beitrag 22816)
Ich glaube auch wie Dude, dass die Struktur ne andere ist. Als ein Freund mir erzaehlte, dass sich bei Jedermann Radrennen totale Gurken ueber die Rennapotheke unterhalten, da hab ich mich schon sehr gewundert und war sehr froh, dass es im Triathlon dann doch nicht so krass ist.

FuXX

ein jedermann radrennen unterscheidet sich mE von einem triathlon nicht. ob oetzi oder roth, die struktur des teilnehmerfeldes ist mMn aehnlich.

dude 23.05.2007 12:31

Zitat:

Zitat von tobi_nb (Beitrag 22820)
@ Dude

Ich denke schon, dass Doping im Triathlon (Training + WK)genauso effizient eingesetzt werden kann, wie im Radsport oder Biathlon usw.... Und ich bin mir sicher, dass jeder TopTriathlet diese Erkenntnis zu seinem Vorteil ausnutzt.
.

natuerlich, das sehe ich genauso. ich hatte deine illusion gluecklicherweise (?) nie.

der effiziente einsatz in anderen sportarten ist unbestritten. im triathlon sind mE aber weniger sportler betroffen. ein wassertraeger, der mangels epo am zweiten alpentag abgehaengt wird und aus dem zeitlimit faellt, bekommt vll. fuer die neue saison keine vertrag mehr. ein triathlet, der auf epo verzichtet, wird deshalb eben zehnter statt fuenfter in kona. no big deal. in extremis wird er natuerlich auch bloss fuenfter statt erster und muss deshalb im folgejahr mangels sponsoren malochen gehen. das betrifft aber nur die absolute weltspitze und damit eine handvoll athleten, waehrend es im radsport das komplette profifeld betrifft. und deshalb halte ich den triathlon fuer weniger verseucht. lustigerweise hat der durchschnittliche IM-triathlet finanziell wahrscheinlich bessere moeglichkeiten als der durchschnittliche radprofi, das gilt insbesondere fuer den US-amerikanischen raum.

RatzFatz 23.05.2007 12:56

Wie stark eine Sportart durchseucht ist, hängt an verschiedenen Faktoren:
- Geld, an erster Stelle, Doping muß bezahlt werden
- Öffentliches Interesse für die Leistung und nun erst richtig entstehend, das Interesse an der Sauberkeit
- Bewertung der Leistung in der Öffentlichkeit (Der zweite ist der erste Verlierer, Im Vorlauf Ausgeschiedene sind Olympiaurlauber)
- Kontrollen, nicht überall wird im Training kontrolliert
- Struktur, Einzelkämpfer sind weniger gefährdet als in Gruppen eingebundene, wenn die Sportart/Gruppe/Gesellschaft eine Dopingtradition hat, andersherum wenn die Sportart/Gruppe/Gesellschaft eine Anti-Dopingtradition hat. In einer Gruppe, wo gedopt wird, kann sich der Einzelne schlecht entziehen und wird eher verführt.

Im Gegensatz zum Radsport sind die ersten beiden Punkte deutlich unterbewertet. Die Kontrollen seit dem Fall NK sind eher hoch zu bewerten. Die Struktur ist deutlich günstiger als im Radsport.
Von daher besteht die Hoffnung, dass im Triathlon Doping noch nicht so eine führende Rolle spielt.
Kleines Indiz: Amateure sind nahe an den Profis dran. Im Radsport gehen die ersteinmal unter.
So ein Indiz macht mir eigentlich in der LA sorgen.
Deutschland ist bei den Junioren immer recht gut dabei. Der Sprung in den Seniorenbereich ist dann aber sehr groß international. Wobei das für die Deutschen Leichtathleten auch wieder ein gutes Zeichen ist.

FuXX 23.05.2007 12:58

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22821)
ein jedermann radrennen unterscheidet sich mE von einem triathlon nicht. ob oetzi oder roth, die struktur des teilnehmerfeldes ist mMn aehnlich.

Ich haette nen Absatz machen sollen, das gehoerte nicht wirklich zum naechsten Satz - sorry ;)

Dennoch, das mit den Jedermaennern hat mich sehr gewundert - die scheinen sich da irgendwie dran zu gewoehnen.

FuXX

keko 23.05.2007 13:01

Zitat:

Zitat von RatzFatz (Beitrag 22826)
Wie stark eine Sportart durchseucht ist, hängt an verschiedenen Faktoren:
...

Wo bleibt in der Liste der Sportler selbst? Spitzensportler eint, dass sie brutal ehrgeizig sind, also nicht zufällig nach oben kommen und einiges - wenn nicht sogar alles - dafür tun.

dude 23.05.2007 13:15

Zitat:

Zitat von FuXX (Beitrag 22829)
Dennoch, das mit den Jedermaennern hat mich sehr gewundert - die scheinen sich da irgendwie dran zu gewoehnen.

FuXX

Ich halte es fuer moeglich, dass das der eine oder andere "cool" findet. Viele eifern den Profis nach was Klamotten und Rad angeht, da gehoeren Drogen dann eben auch dazu.

Flow 23.05.2007 13:19

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22823)
natuerlich, das sehe ich genauso. ich hatte deine illusion gluecklicherweise (?) nie.

der effiziente einsatz in anderen sportarten ist unbestritten. im triathlon sind mE aber weniger sportler betroffen. ein wassertraeger, der mangels epo am zweiten alpentag abgehaengt wird und aus dem zeitlimit faellt, bekommt vll. fuer die neue saison keine vertrag mehr. ein triathlet, der auf epo verzichtet, wird deshalb eben zehnter statt fuenfter in kona. no big deal. in extremis wird er natuerlich auch bloss fuenfter statt erster und muss deshalb im folgejahr mangels sponsoren malochen gehen. das betrifft aber nur die absolute weltspitze und damit eine handvoll athleten, waehrend es im radsport das komplette profifeld betrifft. und deshalb halte ich den triathlon fuer weniger verseucht.

Damit implizierst du aber schon, daß im Triathlon noch nicht flächendeckend professionell gedopt wird.
Geht man davon aus, daß alle Mittel konsequent eingesetzt werden, wird man ohne diese eben nicht mehr zweiter oder dritter, sondern vielleicht fünfundreißigster ...

Insofern scheint mir deine Argumentation nicht stimmig.


Zitat:

lustigerweise hat der durchschnittliche IM-triathlet finanziell wahrscheinlich bessere moeglichkeiten als der durchschnittliche radprofi, das gilt insbesondere fuer den US-amerikanischen raum.
Ist vielleicht ein Argument ... :Gruebeln:

... oder heißt das, er kann sich besseres Dope leisten :Lachen2:


Wie "verseucht" Triathlon ist ? -> Keine Ahnung !

Ob ich glaube, daß die Herren al Sultan, McCormack, Hellriegel, Stadler, Leder, LLanos, Doe, Bracht, ... oder die Damen Badmann, Leder, Granger, ... sauber sind oder nicht ...

Meine Antwort : eher nein als ja.

RatzFatz 23.05.2007 13:21

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22832)
Ich halte es fuer moeglich, dass das der eine oder andere "cool" findet. Viele eifern den Profis nach was Klamotten und Rad angeht, da gehoeren Drogen dann eben auch dazu.

Könnte tatsächlich eine Art Angeberei sein. So am besten mit Knopf im Ohr und Begleitfahrzeug.

Oder es ist eine Art Sarkasmus...

dude 23.05.2007 13:31

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 22833)
Damit implizierst du aber schon, daß im Triathlon noch nicht flächendeckend professionell gedopt wird.
Geht man davon aus, daß alle Mittel konsequent eingesetzt werden, wird man ohne diese eben nicht mehr zweiter oder dritter, sondern vielleicht fünfundreißigster ...
.

ja, ich glaube, dass man bis heute ohne dope in kona top10 sein kann, vll. weil eben nicht "alle mittel konsequent eingesetzt" werden. mit/ohne dope ist im moment ganz sicher nicht erster oder fuenfunddreissigster.

re kohle: natuerlich heisst das, dass auch AGer im triathlon umfangreich dopen koennen, was mitunter zweifelsohne gemacht wird. es spielt halt im rahmen der fuer die allgemeinheit relevanten ergebnisse (und damit bei der finanzierung des sportes durch den sport) keine rolle.

dude 23.05.2007 13:32

Zitat:

Zitat von RatzFatz (Beitrag 22834)
Könnte tatsächlich eine Art Angeberei sein. So am besten mit Knopf im Ohr und Begleitfahrzeug.

Oder es ist eine Art Sarkasmus...

im lbs-cup haben die doch auch schon fast alle knopf im ohr. laecherlich. sarkasmus traue ich den wenigsten radsportler zu.

DasOe 23.05.2007 13:50

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22836)
re kohle: natuerlich heisst das, dass auch AGer im triathlon umfangreich dopen koennen, was mitunter zweifelsohne gemacht wird. es spielt halt im rahmen der fuer die allgemeinheit relevanten ergebnisse (und damit bei der finanzierung des sportes durch den sport) keine rolle.

Ich bin schon der Meinung, dass im Triathlon Doping eine Rolle spielt. Wie Kontrollen ausgehebelt werden können, sieht man ja im Radsport. Wenn ich mir ansehe wie Triathleten auf alles mögliche an Zubehör oder auch NEM abheben und völlig unreflektiert und ohne echtes Wissen Produkte wie Carnitin etc. über längere Zeiträume einnehmen, dann würde mich Doping im AG-Bereich nicht wundern bzw. davon gehe ich sogar aus.

Ich löse ja immer wieder Verwunderung aus, dass ich die Einnahme von Schmerzmitteln in Training/Wettkampf kategorisch ablehne. "Wieso Aspirin u.ä. das nehmen doch alle" ist so ein Standardspruch. Wenn ich mich auf diese erste Stufe einlasse, dann geht der zweite und dritte Schritt gleich viel leichter. Triathleten insbesondere die die Ironmans machen und vielleicht nach Hawaii wollen haben in der Regel auch ausreichend finanzielle Mittel für Training, TL, Wettkämpfe, Hotel etc. und wenn ich mir ansehe wie manche Triathleten es 4-5x erfolglos versuchen zu qualifizieren und wie mürbe sie diese mentale Anrennen macht, dann ist das doch der ideale "Nährboden". Mitunter gibts dann schon die berühmten körperlichen Veränderungen über den Winter/Frühjahr und alle sagen dann "jaja das hat der sich ja so verdient, der ist ja immer so fleißig, das musste ja irgendwann mal klappen" da braucht es keinen Druck von außen oder allgemeine Relevanz, da reicht der Druck zwischen den beiden Ohren völlig aus ...

dude 23.05.2007 14:05

Zitat:

Zitat von DasOe (Beitrag 22840)
Ich bin schon der Meinung, dass im Triathlon Doping eine Rolle spielt.

natuerlich gibt es doping im triathlon. es ist aber im vergleich zum radsport irrelevant, da es nur bei einer handvoll triathleten um den lebensunterhalt geht. all' die anderen gedopten AGer, die es unbestritten gibt, sind fuer die allgemeinheit aber ohne belang. da geht es zB um kona-quali oder nicht, nicht um den lebensunterhalt oder oeffentliches interesse. wie ich sagte, es spielt halt im rahmen der fuer die allgemeinheit relevanten ergebnisse (und damit bei der finanzierung des sportes durch den sport) keine rolle.


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