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Schwarzfahrer 29.01.2026 22:48

STI ersetzen bei 7800-er Dura Ace?
 
An meinem alten treuen Rennrad funktioniert die schöne "Wäscheleinen-Schaltung" (7800-er Dura Ace, 2x10) nach 17 Jahren und 50.000 km über 10 °C einwandfrei und präzise, aber darunter tun sich die STIs schwer, in Richtung "Entlastung" überhaupt zu schalten. Bis ca. 5 °C runter geht es noch mit 5 - 15-mal Pumpen, kälter geht meist gar nichts mehr. Ist natürlich für Winterfahrten lästig. Der Radhändler meines Vertrauens hat versucht, sie zu "entharzen" (WD40), mit allerdings mäßigem Erfolg. Neue 7800er STIs finde ich nur zu horrenden Preisen auf ebay, daher meine Fragen:

- Kennt noch jemand das Problem, oder noch besser, eine funktionierende Lösung?
- Ist das Problem grundsätzlich ein Risiko bei gebrauchten STIs in gleichem Alter, oder kann man es riskieren, gut erhaltene STIs nachzukaufen?
- Gibt es ggf. STIs, die mit der 7800-er Schaltung und den Bremsen kompatibel sind, aber günstiger zu bekommen?
- Hat jemand, der eh schon auf DI.. umgestellt hat, ggf. welche herumliegen, und die auch bei Kälte noch funktionieren?
- oder bleibt mir nur, die gesamte Schaltgruppe zu erneuern (und dann möglicherweise die Bremsen auch noch...)?

Und nein, ein neues Fahrrad mit zeitgemäßer Technik möchte ich (noch) nicht; ich hänge an dem Teil.

Siebenschwein 29.01.2026 23:02

Ich würde das WD40/Caramba mal über Nacht einwirken lassen, eventuell nachsprühen. Ansonsten eventuell: bei mir war letztens ein Zug angerissen, war von aussen nicht zu sehen. Ganz miese Nummer. Der hat auch nur ganz leicht blockiert- aber die Schaltung war einfach nicht mehr sauber einzustellen. Vielleicht hilft es, den zug mal komplett rauszuziehen und zu inspizieren bzw. gleich zu ersetzen. Und Hüllen und Endkappen auch gleich mit checken. Nicht, dass da was bremst.

tandem65 29.01.2026 23:08

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1798106)
- Gibt es ggf. STIs, die mit der 7800-er Schaltung und den Bremsen kompatibel sind, aber günstiger zu bekommen?

Das geht mit den Tiagra ST-67xx Griffen Bei 2-Fach ST-4700.

sybenwurz 30.01.2026 09:24

Die Schaltmechanik mit Brunox fluten (hat ne deutlich bessere Kriechfähigkeit als das depperte und voll überschätzte WD40) und derweil schön durchbewegen. Hebel drücken-schnalzen lassen.
Irgendwann wird halt das Fett ranzig und die Rasten greifen nimmer gescheit in die Zahnbahnen, weil die Federchen es nimmer gegen das stockige Fett packen.

Siebenschwein 30.01.2026 09:32

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1798116)
Die Schaltmechanik mit Brunox fluten (hat ne deutlich bessere Kriechfähigkeit als das depperte und voll überschätzte WD40) und derweil schön durchbewegen. Hebel drücken-schnalzen lassen.
Irgendwann wird halt das Fett ranzig und die Rasten greifen nimmer gescheit in die Zahnbahnen, weil die Federchen es nimmer gegen das stockige Fett packen.

Guter Tipp. Ich dachte immer, Brunox hat vor allem den Vorteil, dass es nach Anwendung auch noch schmiert, während WD40 mehr oder weniger komplett entfettet. Ist aber am Ende egal, warum es dann plötzlich geht, wenn es denn hilft.

dr_big 30.01.2026 10:42

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1798108)
Das geht mit den Tiagra ST-67xx Griffen Bei 2-Fach ST-4700.

67er sind Ultegra ohne Wäscheleine, 66er wären die Ultegras mit Wäscheleinen.
Die 105er gibt es auch noch.

Ich plädiere aber auch dafür die 78er zu reinigen und zu erhalten.

sabine-g 30.01.2026 10:56

ganz konsequent : Rad auf das Autodach und locker mit 160km/h durch die Stadt Cruise.
Ein paar Stunden dürften reichen.

:Lachen2:

Siebenschwein 30.01.2026 10:56

EVentuell auch mal mit Druckluft von allen Seiten durchpusten, falls da irgendwo ein Dreckkrümel sitzt. Hilfts nix, schadets auch nix.

tandem65 30.01.2026 11:06

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1798136)
Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1798108)
Das geht mit den Tiagra ST-67xx Griffen Bei 2-Fach ST-4700.

67er sind Ultegra ohne Wäscheleine, 66er wären die Ultegras mit Wäscheleinen.

Vertipper, sollte natürlich Tiagra ST-47xx sein.

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1798136)
Die 105er gibt es auch noch.

Das mag sein, allerdings nicht mehr bei Paul Lange.

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1798136)
Ich plädiere aber auch dafür die 78er zu reinigen und zu erhalten.

Selbstredend wenn es klappt.

Schwarzfahrer 30.01.2026 23:40

Danke erst mal für die konstruktiven Beiträge :Blumen: .
Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1798108)
Das geht mit den Tiagra ST-47xx Griffen Bei 2-Fach ST-4700.

o.k., das mag funktionieren, aber da gebe ich vielleicht doch etwas mehr für gebrauchte Dura-Ace aus - irgendwie mag ich keine Mischungen. Ich hätte wider Vernunft gehofft, daß es eine etwas spätere, gängigere Dura-Ace gibt, die passt.
Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1798116)
Die Schaltmechanik mit Brunox fluten (hat ne deutlich bessere Kriechfähigkeit als das depperte und voll überschätzte WD40) und derweil schön durchbewegen. Hebel drücken-schnalzen lassen.
Irgendwann wird halt das Fett ranzig und die Rasten greifen nimmer gescheit in die Zahnbahnen, weil die Federchen es nimmer gegen das stockige Fett packen.

Klingt gut; was ich mich nur frage, egal ob WD40 oder Brunox: wie soll das verhärtete ranzige Fett wieder rauskommen, ohne das Ganze zu zerlegen? Ist es ohne zerlegen überhaupt nachhaltig, oder bleibt das ranzige Zeug drin, und verklemmt die Mechanik weiter? Zerlegen mag ich allerdings kein STI, ich traue es mir feinmotorisch nicht zu, es richtig wieder zusammenzubekommen.
Zitat:

Zitat von Siebenschwein (Beitrag 1798140)
EVentuell auch mal mit Druckluft von allen Seiten durchpusten, falls da irgendwo ein Dreckkrümel sitzt. Hilfts nix, schadets auch nix.

Zu Druckluft habe ich leider keinen Zugang (mehr); ich schätze die Erfolgswahrscheinlichkeit auch eher gering ein. Übrigens, Züge und Zughüllen wurden kürzlich erneuert, ohne jeden Effekt auf das Problem.

Ich habe einen gefunden, der zu vertretbaren Preis und mit Gewährleistung gebrauchte Dura-Ace auf e-bay anbietet; Wenn ich vom Skifahren zurück bin, gehe ich wohl erst mal den Versuch mit Brunox an, und ansonsten bestelle ich die Teile. Ich muß es nur machen, bevor es Frühling wird, um sie bei Kälte testen zu können :) ..

JENS-KLEVE 31.01.2026 00:34

Ich habe ein Set auf Halde liegen, aber war bisher zu faul die zu verkaufen. Falls das Reinigen nichts bringt. Kannst du meine ausprobieren.

TriVet 31.01.2026 13:00

„Druckluft“ gibt es zb von ballistol in der „Spraydose“.

tandem65 31.01.2026 13:01

Zitat:

Zitat von TriVet (Beitrag 1798208)
„Druckluft“ gibt es zb von ballistol in der „Spraydose“.

Eventuell auch beim Händler in der Werkstatt?:Huhu: :bussi:

TriVet 31.01.2026 13:02

Eventuell. ;) :Blumen:

sybenwurz 31.01.2026 17:25

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1798196)
...wie soll das verhärtete ranzige Fett wieder rauskommen, ...

Ja, gar nicht. Es ist ja nicht zum Spass da.
Deshalb würd ich auch den Teufel tun, und da Druckluft reinjubeln um das rauszublasen.
WD40 wie auch Brunox sind keine wirklichen Schmiermittel. Die Brühe soll nur das ranzige Fett soweit anlösen, dasses wieder etwas geschmeidig wird.

Schwarzfahrer 31.01.2026 21:50

Zitat:

Zitat von JENS-KLEVE (Beitrag 1798197)
Ich habe ein Set auf Halde liegen, aber war bisher zu faul die zu verkaufen. Falls das Reinigen nichts bringt. Kannst du meine ausprobieren.

Danke, das klingt gut. Bevor wir aber Teile durch die Gegend schicken: Kannst Du vielleicht bei Gelegenheit die Teile ein paar Stunden vor die Tür oder in den Kühlschrank legen (je nach Wetter), und im kalten Zustand die Funktion prüfen (besonders Richtung kleineres Zahnrad prüfen? Wenn das o.k. ist, dann können wir gerne über den Preis reden.

Schwarzfahrer 31.01.2026 21:57

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1798215)
Ja, gar nicht. Es ist ja nicht zum Spass da.
Deshalb würd ich auch den Teufel tun, und da Druckluft reinjubeln um das rauszublasen.
WD40 wie auch Brunox sind keine wirklichen Schmiermittel. Die Brühe soll nur das ranzige Fett soweit anlösen, dass es wieder etwas geschmeidig wird.

O.k., das entspricht auch meiner Vorstellung; allein mein Glaube, daß die Masse dauerhaft aufweicht, ist gering; ich stelle es mir ähnlich vor, wie die Brocken, die aus einer lange nicht geputzter Kette fallen. Brunox wird die Oberfläche sicher anlösen, aber nicht die Masse ganz aufweichen. Zu viel ranzig-fester Fett ist auch bei bestem "Zwischenschmierstoff" irgendwann zu viel. Vielleicht ist das Problem meinen STIs , daß seinerzeit zu viel Schmierstoff eingebracht wurde? Ich habe nicht den Eindruck, daß alle so alten STIs solche Probleme haben.

sybenwurz 01.02.2026 10:09

Es ist bei Shimano nicht die Frage, ob das Fett irgendwann so steif wird, dass die Rasten nimmer greifen, sondern nur wann.
Und ebenso stehts ausser Frage, dass die Sprühölbehandlung nur temporär wirkt und es von der Geduld des Anwenders und wie häufig der oder die das Prozedere im Laufe der jahre wiederholen mag, abhängig ist, über welchen Zeitraum die STIs zu retten sind.
Wie beim Aufpumpen vom Bahnhofsradl. Für den einen ists komplett normal, morgens und abends vorm Benutzen zu pumpen, ein anderer ist angenervt, weil er einmal im Monat nachpumpen muss...
Das betrifft btw. nicht nur Rennradschalthebel, sondern ebenfalls die ausm MTB- oder Trekkinggenre. Geimsam ist allen, dass Zerlegen und Reinigenwollen in der Regel so endet, dass zwar vieles auseinanderzubauen geht, aber kaum jemand schonmal so ne Mechanik wieder funktionsfähig zusammenbekommen hat.

(Könnte man eigentlich ein Geschäft draus machen...)

Oldschool72 01.02.2026 11:39

Ich habe zufällig gerade die Kur abgeschlossen.
Genau die gleiche Ausgangssymptomatik.
Geholfen hat, den Hebel über vier Tage hinweg zwei mal täglich mit Brunox zu fluten und die Mechanik mit Zugunterstützung x-mal durch zu schalten...
Am dritten Tag konnte ich nicht widerstehen und habe ordentlich angelösten alten Schmodder mit Druckluft ans Tageslicht befördert. Ab dem Zeitpunkt ließ sich der Hebel auch ohne Zug durchschalten, also über Nacht nochmals Brunox rein und am nächsten Tag noch einmal durchgeblasen.
Abschließend geölt habe ich mit dem 105er Kettenspray von Innotec.
Aktuell fühlen sich die 7800er STIs an wie neu...

sybenwurz 01.02.2026 20:53

Hm ja, denk mal über die gewünschten Eigenschaften von Kettenschmiere nach und dann überleg, ob das auch das ist, wassd in nem Schalthebel haben willst.
Ich hab jedenfalls mal mangels Alternative nen Kupplungszug vom Motorrad mit Kettenschmierstoff 'geölt', das war nicht ganz unsuper von der Kriechfähigkeit her, aber damit das Zeug von der Kette nicht abgeschleudert wird, wirds dann halt arg zäh.
Endeffekt: Kupplung ging nicht mehr knochentrocken zäh sondern gar nimmer, weil die Kettenschmiere halt alles verpappt hatte, nachdem das Lösungsmittel entfleucht war.
Also: für Ketten töffte, da machts haargenau, was es soll, für alles andere halt: naja und eher nedd so der Börner...

(Lieber mitm Peilstab, so vorhanden, nem Hölzchen, Stöckchen, Drähtchen n paar Tropfen Öl ausm Motor als n halben Tag in irgendner afrikanischen Dorfschmiede, um erstmal den Zuch überhaupt rauszukriegen, dann gangbar zu machen und zuletzt vernünftig zu schmieren)

Oldschool72 01.02.2026 23:00

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1798244)
Hm ja, denk mal über die gewünschten Eigenschaften von Kettenschmiere nach und dann überleg, ob das auch das ist, wassd in nem Schalthebel haben willst.

Kriechfähig, halbwegs druckstabil und nicht klebrig... Sind soweit die Attribute, die ich dem 105er Schmiermittel zuschreiben würde...
Was würdest Du hier empfehlen?

Schwarzfahrer 02.02.2026 10:10

Zitat:

Zitat von Oldschool72 (Beitrag 1798232)
Ich habe zufällig gerade die Kur abgeschlossen.
Genau die gleiche Ausgangssymptomatik.
...
Aktuell fühlen sich die 7800er STIs an wie neu...

Danke für den Erfahrungsbericht; klingt also machbar, wenn auch aufwändiger, als was vermutlich der Händler für seine 40 € investiert hat. Bleibt dann nur die Frage offen, wie lange es wirkt, wenn sybi recht hat:

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1798226)
... ebenso stehts ausser Frage, dass die Sprühölbehandlung nur temporär wirkt und es von der Geduld des Anwenders und wie häufig der oder die das Prozedere im Laufe der jahre wiederholen mag, abhängig ist, über welchen Zeitraum die STIs zu retten sind.

Für einen Gewinn von mindestens 2 - 3 Jahren lohnt es sich vielleicht, wenn ich es jeden Winter neu machen muß, würde es nerven, glaube ich.

Schwarzfahrer 02.02.2026 10:18

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1798226)
Es ist bei Shimano nicht die Frage, ob das Fett irgendwann so steif wird, dass die Rasten nimmer greifen, sondern nur wann.

Meint die Formulierung, es ist Shimano-spezifisch, oder gilt es auch für SRAM oder Campa?
Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1798226)
Das betrifft btw. nicht nur Rennradschalthebel, sondern ebenfalls die ausm MTB- oder Trekkinggenre.

Ja, mein 2005-er MTB mit M750 zeigt diese Erscheinung auch, da hat aber einerseits WD40 (zumindest für 1 - 2 Jahre deutlich besser geholfen (kleines Volumen, besserer Zugang?), und andererseits habe ich dort bei Schaltverhalten das Gefühl, daß innen auch einiges abgenutzt sein könnte, so daß sich ein Tausch eher anbietet (und deutlich günstiger kommt).
Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1798226)
Geimsam ist allen, dass Zerlegen und Reinigenwollen in der Regel so endet, dass zwar vieles auseinanderzubauen geht, aber kaum jemand schonmal so ne Mechanik wieder funktionsfähig zusammenbekommen hat.

Das befürchte ich auch (außer man ist in der Fertigung bei Shimano beschäftigt :)). Sonst geht es wohl so, wie mit der tollen Standuhr meines Großvaters, die beim Uhrmacher zur Reinigung und Generalüberholung war, als dieser am Arbeitstisch einen Schlaganfall erlitt, und die zerlegte Uhr mit sich auf den Boden riss. Mein Großvater (auch der örtliche Arzt) hat dann die Teile eingesammelt und jahrelang versucht, zusammenzusetzen, ohne zu wissen, ob er wirklich alle Teile hat...

Siebenschwein 02.02.2026 10:46

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1798260)
Danke für den Erfahrungsbericht; klingt also machbar, wenn auch aufwändiger, als was vermutlich der Händler für seine 40 € investiert hat. Bleibt dann nur die Frage offen, wie lange es wirkt, wenn sybi recht hat:


Für einen Gewinn von mindestens 2 - 3 Jahren lohnt es sich vielleicht, wenn ich es jeden Winter neu machen muß, würde es nerven, glaube ich.

Naja, als Chemiker ich würde folgende Erklärung abgeben: das verharzte Fett wird kurzfristig durch das Treibmittel und das niedrigviskose Öl angelöst und verdünnt. Wenn ich es aber nicht rausspüle, wird es irgendwann wieder fest bzw. verharzt weiter. Dann hab ich das Problem nach kurzer Zeit wieder.
Wenn ich aber die Mechanik komplett flute, um sie komplett zu entfetten, was mit Druckluft als Unterstützung eventuell noch besser geht, weil ich potentiell auch Reste aus Stellen entferne, die schelcht ablaufen, kann ich die Mechanik eventuell sauber bekommen. Den Effekt kann man vielleicht noch verbessen, indem man den Prozess bei Wärme durchführt. Also Rad mit in die Sauna und Caramba-Aufguss :)
Das Problem nach dem Reinigen ist dann natürlich, dass Shimano nicht umsonst die Teile einfettet. Ich muss also wieder irgendwie Schmierstoff reinbekommen. WD 40/ Caramba kriecht zwar überall rein, wird aber nicht dauerhat schmieren.
Alles, was klebt und verharzt, ist sicher keine Lösung.
Kettenöl sehe ich nicht unbedingt, auch wenn moderne Öle keine Harzkomponente mehr enthalten.
Eventuell würde ich mal über Sprühfett nachdenken. Das ist niedrigviskos beim Auftrag, wobei das Treibmittel recht flott verdampft, so dass es wieder ein höherviskoses Fett ist.

Schwarzfahrer 02.02.2026 11:04

Zitat:

Zitat von Siebenschwein (Beitrag 1798263)
Eventuell würde ich mal über Sprühfett nachdenken. Das ist niedrigviskos beim Auftrag, wobei das Treibmittel recht flott verdampft, so dass es wieder ein höherviskoses Fett ist.

Ich habe hier auch noch sowas wie ein Graphit-Spray für Türschlösser, oder etwas teflonhaltiges, das extrem zu kriechen scheint - was hältst Du als Chemiker von solchen Schmiermitteln?

tandem65 02.02.2026 12:29

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1798265)
Ich habe hier auch noch sowas wie ein Graphit-Spray für Türschlösser, oder etwas teflonhaltiges, das extrem zu kriechen scheint - was hältst Du als Chemiker von solchen Schmiermitteln?

Ziemlich sicher genauso schnell raus wie rein.;)

sybenwurz 02.02.2026 13:16

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1798261)
Meint die Formulierung, es ist Shimano-spezifisch, oder gilt es auch für SRAM oder Campa?

Keine Ahnung, ob es an der Verbreitung liegt, aber bei Campa oder Sram kenn ich das so nicht;- und ich hab selbst zig steinalte Campa 8fach EP durch jeden Winter bewegt.
Davon ab ists im Gegensatz zu Shim kein Thema, Campa Ergopower zu zerlegen (und vorallem wieder zusammensetzen zu können, dafür gibts sogar von Campa selbst Anleitungen, aber auch genug Tutorials im www) und ich meine mich zu erninnern, dass auch Sram-DTs zerlegt und geserviced werden können.

Und nebenbei gibts durchaus auch Anleitungen, STI zu reparieren, die fangen halt nur auf der Seite mitm Zerlegen an, die sich nicht als erstes und scheinbar offensichtlich aufdrängt. Ich kann mich jedenfalls trübe erinnern, in grauer Vorzeit mal irgendwelche Wäscheleinen-STI durchaus erfolgreich repariert zu haben (war allerdings nicht das Thema mitm ranzigen Fett, wegen sowas hätte ich mir das nicht angetan).

Siebenschwein 02.02.2026 14:03

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1798265)
Ich habe hier auch noch sowas wie ein Graphit-Spray für Türschlösser, oder etwas teflonhaltiges, das extrem zu kriechen scheint - was hältst Du als Chemiker von solchen Schmiermitteln?

Ich könnt mir vorstellen, dass Graphit oder Teflon zwar wunderbar kompatibel sind, alleine nicht lange hälten. Wenn Du Fett nimmst mit paar Partikeln drin, würde ich bei der geringen Belastung in einem Schalthebel nicht davon ausgehen, dass das einen Unterschied macht. Sind ja meiner Erinnerung nach eher Hochdruckzusätze bzw. bei höheren Temperaturen stabil. Und das ist alles nicht relevan.
Ich würde grundsätzlich mal annehmen, dass sich die Shimanonesen bei der Auswahl des Original-Schmierstoffs was gedacht haben. Von daher würde ich, wenn das Ding erstmal frei und problemlos läuft, da wieder mit ähnlichen Eigenschaften rangehen. Im Prinzip könntest Du das Ding ja mit Sprühfett fluten. Was aber sicher nicht nötig ist.

JENS-KLEVE 02.02.2026 15:22

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1798219)
Danke, das klingt gut. Bevor wir aber Teile durch die Gegend schicken: Kannst Du vielleicht bei Gelegenheit die Teile ein paar Stunden vor die Tür oder in den Kühlschrank legen (je nach Wetter), und im kalten Zustand die Funktion prüfen (besonders Richtung kleineres Zahnrad prüfen? Wenn das o.k. ist, dann können wir gerne über den Preis reden.


Meine Dura ACE Schaltung stammt von meinem alten Rennrad, das ich mit einer Sram Red aufgerüstet hatte um Gewicht zu sparen. Das Fahrrad ist inzwischen verkauft und fährt in Marokko herum. Ich kann also die Gruppe nicht verbauen oder testen. Als ich sie demontieren ließ, hat sie einwandfrei funktioniert und ging auf Halde. Sie wohnt nun in der Garage und wartet seit vielen Jahren auf einen neuen Einsatz. Bei Kälte hatte ich nie Probleme und icg fahre viel im Winter. Auch in den Alpen bei großen Temperaturunterschieden an nur einem Tag funktionierte sie einwandfrei. Ich kann sie dir zuschicken und wenn es Dir nicht zusagt, kannst du sie zurückschicken. Mit der Bezahlung würde ich dir vertrauen das im Nachhinein zu regeln. Ich würde dann unter dem Marktwert bleiben.

Falls du deine alte Gruppe wie auch immer repariert bekommst, umso besser.

Schwarzfahrer 02.02.2026 16:48

Zitat:

Zitat von Siebenschwein (Beitrag 1798274)
Ich könnt mir vorstellen, dass Graphit oder Teflon zwar wunderbar kompatibel sind, alleine nicht lange hälten. Wenn Du Fett nimmst mit paar Partikeln drin, würde ich bei der geringen Belastung in einem Schalthebel nicht davon ausgehen, dass das einen Unterschied macht. Sind ja meiner Erinnerung nach eher Hochdruckzusätze bzw. bei höheren Temperaturen stabil.

Zumindest das Graphitzeugs für Schlösser ist tatsächlich fettfrei (z.B. sowas). Funktioniert bei Schlössern gut, und dürfte nicht verharzen. Das Problem könnte sein, daß es nicht "kriecht", also nur dorthin kommt, wohin ich es mit sprühen und reiben bekomme; und es hält auch nicht mehrere Jahre, es nutzt sich ab.
Zitat:

Zitat von Siebenschwein (Beitrag 1798274)
Ich würde grundsätzlich mal annehmen, dass sich die Shimanonesen bei der Auswahl des Original-Schmierstoffs was gedacht haben.

Haben sie sicher, aber was? Oder nur vielleicht nicht so gründlich, wie andere, wenn Sybenwurz Recht hat, und die Konkurrenz weniger solche Probleme hat.

Ich mache jetzt mal Oldschool72 nach (habe eine Woche täglich Zeit, dann kann es noch eine Woche vor sich hin "kriechen", wo ich nicht zu Hause bin). Wenn ich danach ähnlichen Erfolg habe, dann kann ich noch überlegen, wie ich nachschmiere.

Schwarzfahrer 02.02.2026 16:54

Zitat:

Zitat von JENS-KLEVE (Beitrag 1798281)
...Bei Kälte hatte ich nie Probleme und icg fahre viel im Winter. Auch in den Alpen bei großen Temperaturunterschieden an nur einem Tag funktionierte sie einwandfrei.

Die Frage ist, ob das Fett ohne Benutzung schneller oder langsamer verharzt. Ich habe einen US-Beitrag zu dem Thema gefunden, der meinte, während der Corona-Zeit bekam er vermehrt verharzte STIs in die Werkstatt, weil sie weniger benutzt wurden...
Zitat:

Zitat von JENS-KLEVE (Beitrag 1798281)
Ich kann sie dir zuschicken und wenn es Dir nicht zusagt, kannst du sie zurückschicken. Mit der Bezahlung würde ich dir vertrauen das im Nachhinein zu regeln. Ich würde dann unter dem Marktwert bleiben.

Danke, können wir so machen, wenn ich nicht mit meinen eigenen Versuchen zufrieden bin.
Zitat:

Zitat von JENS-KLEVE (Beitrag 1798281)
Falls du deine alte Gruppe wie auch immer repariert bekommst, umso besser.

Wie oben geschrieben, ich mache jetzt erst mal die nächsten 2 - 3 Wochen den Selbstversuch, dann schaue ich weiter.


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