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-   -   Challenge Abu Dhabi - Erholungs- und Verpflegungzone auf Radstrecke (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=53964)

Matthias75 28.01.2026 10:08

Challenge Abu Dhabi - Erholungs- und Verpflegungzone auf Radstrecke
 
Bei der Challenge Sir Bani Yas führt der Veranstalter am Samstag eine neues ungewöhnliches Verpflegungskozept ein: „The Oasis“, eine optionale Erholungs- und Verpflegungszone auf der Radstrecke der Mittel- und Langdistanz in Abu Dhabi.

…Während des Aufenthalts wird die Rennzeit automatisch angehalten und beim Verlassen – spätestens nach zehn Minuten – wieder gestartet. …


Ist das ernst gemeint? Ich ruh mich während des Rennens einfach mal 10min aus und bekomme die Zeit dann noch gutgeschrieben? :Nee: :Nee:

M.

Klugschnacker 28.01.2026 10:36

Möglicherweise wirft das ein Licht auf das Machtverhältnis zwischen "Challenge Family" und den Leuten, die vor Ort das Sagen haben.

Nogi87 28.01.2026 10:38

Denke das wird vermutlich eh nur ganz hinten im Feld genutzt und da ist die Zeit eh egal.
Wenn ich 10 Minuten vom Rad steigen würde um mir Datteln reinzupfeiffen würde mein Körper direkt auf Erholung schalten und das Rennen wäre so gut wie gelaufen.
Coffee Stops bei einer Gruppenausfahrt waren für mich immer schon der größte Horror.

StefanW. 28.01.2026 10:47

Zitat:

Zitat von Nogi87 (Beitrag 1797972)
Denke das wird vermutlich eh nur ganz hinten im Feld genutzt und da ist die Zeit eh egal.

Für die Profis gibt es das Special sowieso nicht ("The Pros race uninterrupted - The Oasis does not apply to the Pro field"). Aber als Agegrouper kann man die 10 Minuten schon sinnvoll nutzen. Da es im Livetracking nicht berücksichtigt wird ("Live tracking won’t reflect the pause, but final results will automatically adjust,") weiss dann während des Rennens niemand mehr, ob die Person hinter einem in der Wertung weiter vorne liegt.

Hätte ich das früher gewusst: "The flavours athletes crave - think coffee, dates, pastas,
sandwiches and much more"

Klugschnacker 28.01.2026 11:00

10 Minuten Pause samt Verpflegung sind ein klarer Wettbewerbsvorteil, gerade bei einem Hitzerennen.

Matthias75 28.01.2026 11:26

Due Radstrecke scheint ja mehrere Runden zu haben. Habe ich dann pro Runde 10min Aufenthaltszeit oder muss ich mir die 10min über alle Runden verteilen?

M.

aeronautic 29.01.2026 09:10

Ich finde es toll, wie der Veranstalter hier auf das gesteigerte Bedürfnis der ganzen Insta-Influencer reagiert aus so einer Veranstaltung ein Lifestyle Event zu machen. Wen interessiert schon so ein schnödes Rennen, dass am Ende womöglich auch noch anstrengend werden kann...
:Cheese:

Siebenschwein 29.01.2026 09:50

Zitat:

Zitat von aeronautic (Beitrag 1798044)
Ich finde es toll, wie der Veranstalter hier auf das gesteigerte Bedürfnis der ganzen Insta-Influencer reagiert aus so einer Veranstaltung ein Lifestyle Event zu machen. Wen interessiert schon so ein schnödes Rennen, dass am Ende womöglich auch noch anstrengend werden kann...
:Cheese:

Genau - ich würde es auch als Versuch sehen, Triathlon etwas mehr Richtung Wellness zu positionieren.
Eventuell ist so ne Shisha-Bar unterwegs ja auch eine Möglichkeit, komplett neue Zielgruppen zu erschliessen...

hero 29.01.2026 10:17

"ebenso wie die Bitte, eine Klingel am Rad zu montieren, um Antilopen im Wildpark auf der Insel zu warnen."

auch nicht schlecht ��

welfe 29.01.2026 10:20

Erinnert mich an den Everglades Ultra, bei dem die Läufer eine Pfeife bekamen wegen der Alligatoren. Nachfrage: Schreckt das die Alligatoren ab? Antwort: Nein, aber es ruft die Ranger herbei. :Lachanfall:

sybenwurz 29.01.2026 11:38

Wäre sicher auch ein überlegenswertes Angebot für so 6 Std.-Marathon-'Läufer' im Rahmen von Laufwettbewerben, äh, tschuldschung, '-events' natürlich, so ne Chill Out-Lounge unterwegs.
Da ist vieles denkbar, wenn der Stein erstmal ins Rollen gekommen ist.
Shopping unterwegs, Massage nicht erst im Ziel, Party-Location, wo man zwischendurch mit den eigenen Supportern und im Sinne der Insta-Sternchen den Groupies mal so richtig abhotten kann usw.

aeronautic 29.01.2026 12:00

Wir werden ja auch immer älter, vielleicht ist das doch genau das Richtige für uns? Beim Laufen bräuchte man das dann allerdings auch :Lachen2:

Siebenschwein 29.01.2026 12:10

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1798058)
Wäre sicher auch ein überlegenswertes Angebot für so 6 Std.-Marathon-'Läufer' im Rahmen von Laufwettbewerben, äh, tschuldschung, '-events' natürlich, so ne Chill Out-Lounge unterwegs.
Da ist vieles denkbar, wenn der Stein erstmal ins Rollen gekommen ist.
Shopping unterwegs, Massage nicht erst im Ziel, Party-Location, wo man zwischendurch mit den eigenen Supportern und im Sinne der Insta-Sternchen den Groupies mal so richtig abhotten kann usw.

Gibts doch - nennt sich "backyard-Ultra". Da kannste nach jeder 6.7-km-Runde, wenn Du die unter einer Stunde schaffst, Käffchen und Kuchen nehmen und Dich erstmal hinsetzen. Ok, nach 6 Stunden hast Du dann die 42km noch nicht ganz, aber dafür kannste halt in Ruhe zwischendurch immer Deine Statusmeldungen auf irgendwelchen Plattformen updaten, damit andere Dich geil finden können.

jannjazz 29.01.2026 12:40

Mir gefällt‘s. Das ist top Marketing undpasst blendend zum Orient. Allein „The Oasis“: genial. Natürlich darf man das dann als Rennen nicht mehr ganz so ernst nehmen.

werner 29.01.2026 15:18

Zitat:

Zitat von jannjazz (Beitrag 1798068)
Mir gefällt‘s. Das ist top Marketing undpasst blendend zum Orient. Allein „The Oasis“: genial. Natürlich darf man das dann als Rennen nicht mehr ganz so ernst nehmen.

Finde ich auch. Adressiert gleichermaßen die Bedürfnisse von GenZ und alternden Boomern, wie mir. Vielleicht sollte man dann auch auf die Zeitnahme verzichten. Höchstens eine grosszügige Cut-off Zeit, damit die Leute da nicht übernachten :Cheese: .

Antracis 29.01.2026 15:26

Ich finds auch gut. Steht halt der Spaß im Vordergrund, ist bei den Bedingungen eh hart genug. Schade, das Oasis nach ihrer Renuiontour 25 gerade eine Pause angekündigt haben, ansonsten hätte man die da in der Zone noch auftreten lassen können. Das wäre mal ein echter Marketingknaller. :Cheese:

Adept 29.01.2026 15:40

Finde, passt zu unserer neuen, woken Gesellschaft. :Blumen:

Jeder bemängelt die ganze Leistungsorientierung, Spass und Selbstfindung ist key, und zwar für alle offen. Dieses Konzept geht genau in diese Richtung.

Klugschnacker 29.01.2026 16:09

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1798085)
Finde, passt zu unserer neuen, woken Gesellschaft. :Blumen:
.

Abu Dhabi ist die Hauptstadt des Emirats Abu Dhabi und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Aus Deiner Sicht wären die Vereinigten Arabischen Emirate also Vorreiter der globalen woken Bewegung, zumindest im Triathlon?

:8/

TriVet 29.01.2026 16:11

„Woke“ (englisch für „aufgewacht“, „wach“) bezeichnet ein ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und Diskriminierung.

Was genau ist daran falsch?

Siebenschwein 29.01.2026 16:17

Zitat:

Zitat von TriVet (Beitrag 1798087)
„Woke“ (englisch für „aufgewacht“, „wach“) bezeichnet ein ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und Diskriminierung.

Was genau ist daran falsch?

Ich denke, damit können sich viele Leute da unten problemlos identifizieren. Ist doch alles kein Problem, solange die Olle nicht aufmuckt.
/s

Antracis 29.01.2026 16:22

Zitat:

Zitat von TriVet (Beitrag 1798087)
„Woke“ (englisch für „aufgewacht“, „wach“) bezeichnet ein ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und Diskriminierung.

Was genau ist daran falsch?

Das ist ja quasi der Gutmensch-Begriff der 90er und zeigt praktisch, dass sich sogar die konservativste Schelte sprachlichen Adaptionen nicht ganz verschließen kann. :Cheese:

Adept 29.01.2026 16:36

Den Begriff "woke" habe ich völlig wertneutral verwendet. Muss sich erstmal keiner dafür rechtfertigen, wenn er dazu gehört.

bentus 30.01.2026 11:32

Bin zufällig einer der Age Grouper, der hier startet. Ich muss sagen, ich bin positiv überrascht. Man kann hier deutlich besser Triathlon machen als auf Hawaii. Die Oase hätte ich nicht unbedingt gebraucht und werde sie auch nicht in Anspruch nehmen. Mich stört aber auch nicht, dass es sie gibt. Am Ende geht’s im AgeGroup Triathlon doch eh nur um die persönliche Leistung und ob man damit zufrieden ist. Zeiten sind völlig
Strecken- und Bedingungenabhängig. Und Platzierung sind auch nur davon abhängig wer kommt.

aeronautic 31.01.2026 09:15

Würdest Du nach dem Rennen einen Rennbericht schreiben? Abgesehen von der Oasis würde es mich interessieren, wie es gelaufen ist und wie es Dir insgesamt gefallen hat.

tandem65 31.01.2026 09:26

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1798090)
Den Begriff "woke" habe ich völlig wertneutral verwendet. Muss sich erstmal keiner dafür rechtfertigen, wenn er dazu gehört.

Aha, welche Eigenschaft hat das Adjektiv denn wenn es wertneutral Ist?

jannjazz 31.01.2026 10:37

Zitat:

Zitat von aeronautic (Beitrag 1798198)
Würdest Du nach dem Rennen einen Rennbericht schreiben? Abgesehen von der Oasis würde es mich interessieren, wie es gelaufen ist und wie es Dir insgesamt gefallen hat.

Bitte äußere DICH BESONDERS zur Oase. Voll, leer, mittel? Was sagen die Athleten? Was wurde geboten? Essen, trinken, Musik, Bauchtanz, Lustsklaven etc.

Adept 31.01.2026 10:51

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1798199)
Aha, welche Eigenschaft hat das Adjektiv denn wenn es wertneutral Ist?

Habe ich doch oben geschrieben, was ich in dem Kontext darunter verstehe. Einfach mal lesen. Ich würde mir eher mal überlegen, warum man sich von dem Begriff "woke" hier so getriggert fühlt.

Der Veranstaltungsmodus geht doch in der Tat Richtung Lifestyle und Abkehr von Leistungsorientierung. Es hilft, mehr Leuten einen Ironman bewältigen zu können, idealerweise sollten das alle können, wenn sie es wollen. Und die Zeiten bzw. wer besser/schlechter ist, rücken in den Hintergrund.

Passt das nicht zur "woken" Kultur? Ich finde, schon.

tandem65 31.01.2026 12:59

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1798205)
Habe ich doch oben geschrieben, was ich in dem Kontext darunter verstehe. Einfach mal lesen.

Du merkst schon selbst daß der Kontext den Du da siehst nicht wertneutral ist. Zudem ist der Kontext in den Du woke stellst schon ist schon abseits des üblichen Sprachgebrauchs, aber wie bereits geschrieben damit nicht wertneutral.

Adept 31.01.2026 13:11

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1798207)
Du merkst schon selbst daß der Kontext den Du da siehst nicht wertneutral ist. Zudem ist der Kontext in den Du woke stellst schon ist schon abseits des üblichen Sprachgebrauchs, aber wie bereits geschrieben damit nicht wertneutral.

Dann würde ich eher mal reflektieren, was DU für ein Problem mit woke hast.

StefanW. 01.02.2026 11:05

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1798211)
Dann würde ich eher mal reflektieren, was DU für ein Problem mit woke hast.

Wie und von wem das Wort verwendet wird, hat sich in den letzten Jahren geändert. Tandem In Deutschland verwenden insbesondere AfD-Wähler das Wort sehr gerne.

merz 01.02.2026 20:05

Wo findet man eigentlich jetzt die Ergebnisse von diesem Challenge im Netz? Ich such und such und such nach LD und MD. Schomburg hat gewonnen bei den Profis m soweit klar. Aber wo sind die ganzen AG Resultate?

m.

tandem65 01.02.2026 20:58

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1798243)
Wo findet man eigentlich jetzt die Ergebnisse von diesem Challenge im Netz? Ich such und such und such nach LD und MD. Schomburg hat gewonnen bei den Profis m soweit klar. Aber wo sind die ganzen AG Resultate?

m.

Die AGs sind noch in der Oase.

MatthiasR 03.02.2026 11:50

Zitat:

Zitat von jannjazz (Beitrag 1798068)
Mir gefällt‘s. Das ist top Marketing undpasst blendend zum Orient. Allein „The Oasis“: genial. Natürlich darf man das dann als Rennen nicht mehr ganz so ernst nehmen.

Erinnert ein wenig an den Marathon du Medoc, nur vermutlich ohne Alkohol :Cheese:

Gruß Matthias

sabine-g 03.02.2026 11:59

Ergebnisse sind seit gestern online, IV vom Sieger und der 4. Platzierten finden sich auf YouTube (TriMag).

sybenwurz 04.02.2026 09:20

Zitat:

Zitat von MatthiasR (Beitrag 1798356)
Erinnert ein wenig an den Marathon du Medoc, nur vermutlich ohne Alkohol :Cheese:

:Lachanfall:

bentus 04.02.2026 23:36

Zitat:

Zitat von aeronautic (Beitrag 1798198)
Würdest Du nach dem Rennen einen Rennbericht schreiben? Abgesehen von der Oasis würde es mich interessieren, wie es gelaufen ist und wie es Dir insgesamt gefallen hat.

Kann ich machen. Als kleiner Disclaimer vorweg: Natürlich ist dies eine staatlich unterstützte Veranstaltung der lokalen Regierung und des staatlichen Ölkonzerns, die primär dazu dient das Land und die Regierung in ein gutes Licht zu rücken. Hierfür wird keine Kost und Mühe gescheut. Ziel ist es, das positiv von dort berichtet wird. Ob die Teilnahme an so einer Veranstaltung moralisch verwerflich ist möchte ich jetzt hier nicht urteilen. Erfrischend war, dass man sich nicht wie bei den üblichen Ironman-Veranstaltungen wie eine ausgenommene Weihnachtsgans gefühlt hat, da der Veranstalter offensichtlich keinerlei Gewinnerzielungsabsicht mit der Veranstaltung verfolgt. Ich war zuvor noch nie im mittleren Osten und würde dort auch keinen Urlaub machen. Teilnehmer wurde ich als Begleitung einer Profi-Athletin, die dort in die Saison starten wollte. Alle Profis wurden vom Veranstalter eingeladen, das hieß die Kabine auf dem Schiff sowie das Startgeld wurden vom Veranstalter übernommen. Flüge mussten selbst bezahlt werden. Aber nun zum Rennen und der Reise.

Anreise: Wir sind Mittwochs aus Frankfurt per Direktflug nach Abu Dhabi geflogen. Das dauert ca. 6h. Da der Sitz neben uns frei war, war es eine sehr entspannte Anreise. Zeitverschiebung sind aktuell 3h zur Winterzeit. Am Donnerstag haben wir die Räder zusammengebaut und sind dann direkt von unserem Hotel zur Al Hudayriat Island gefahren. Das ging sehr gut, da neben den großen Straßen ein breiter Radweg war. Auf der Insel gibt es einen großen Radladen "Wolfis". Dort wurde noch kurzer der verstellte Umwerfer gerichtet. Auf der Insel gibt es mehrere Radrunde auf denem man ungestört vom Verkehr sein Training absolvieren kann. Bekannt ist die Strecke vom Prolog der UAE Tour. Nachmittags war die Strecke gesperrt für einen "Womens only cycling" Event. Wir sind dann noch kurz gelaufen und haben uns dabei die Skyline Abu Dhabis angeschaut und waren auch noch im Hotelpool kurz schwimmen. Da wir nur Halbpension hatten sind wir dann noch Essen gegangen und ich habe die beste napoletanische Pizza meines Lebens gegessen.

Schiff: Freitag ging es dann aufs Kreuzfahrtschiff. Das Einchecken hatte sich etwas verzögert, weshalb das Boot ca. 2h später als geplant abgefahren ist. Die Radkoffer wurden auf die Zimmer gebracht. Wir sind noch 5km auf dem Laufband warmgelaufen. Die Startunterlagen gab es für die meisten Athleten direkt auf dem Schiff und auch das Race Briefing hat hier stattgefunden. Ich war noch nie in meinem Leben auf so einem Schiff und hatte auch viele Vorurteile diesbezüglich Vorweg ("Renterurlaub", etc..) war aber sehr positiv überrascht. Die Kabinen waren zwar klein aber das Essen war gut und durch die räumliche Nähe kam man schnell mit den Pros und anderen Athleten ins Gespräch.

Die Insel: Freitag Abend kamen wir ca. gegen 21 Uhr in Bani Yas an. Zur Begrüßung gab es erstmal ein rießen Feuerwerk und das auf einer Insel mit Naturschutzgebiet und vielen scheuen Tieren. Glaube das wäre in Deutschland nicht erlaubt... Das Schiff hat direkt in der Wechselzone angelegt, was den Wettkampf Tag dann sehr angenehm gemacht hat, da für die Profis erst 10:30 Uhr Ortszeit und für die Agerouper 11 Uhr Ortszeit Start war. Die vereinzelten LDler waren dagegen schon um 07 Uhr unterwegs. Bei der Wechselzone und im Wettkampfarea wurden keine Kost und Mühen gescheut. 10 min vor dem Start der Profi-Männer tauchten dann noch 7 Kampfjets auf, die uns veranschauten wer hier das Sagen hat. Die Flugshow war aber sehr beeindruckend mit vielen Manövern. Die Wechselzone war übersichtlich und alle Wege klar markiert.

Der Wettkampf:
Das Schwimmen: Da ich vor meinem eigenen Start mehr auf das Rennen meiner Begleitung fokussiert war, hatte ich mir die Schwimmstrecke nicht genau angeschaut. Das wurde mir leider zum Verhängnis. Bei 20 Grad Wassertemperatur war Neopren erlaubt. Das Meer war sehr salzig und durch den Wind auch etwas wellig. Bei den Age Groupern war ein Rolling Start. Ich bin direkt hinter Frank Wechsel gestartet in der zweiten Reihe und nach 100m war ich mit einem Franzosen vorne. Da dieser nach ca. 200m schon langsamer wurde bin ich dann nach vorne gegangen und er hat sich in meinen Wasserschatten gehangen. Durch die Wellen und die leichte Strömung war das Sichten und Orientieren nicht ganz einfach. Da ich mir den Schwimmausstieg nicht angeschaut hatte bin ich am Ende direkt auf den Ausstieg zugeschwommen und als ich dann die Winke der Kayak-Fahrer bemerkt hatte musste ich ca. 100m extra schwimmen um wieder raus um die Boje zu kommen. Nichtdestotrotz konnte ich das Wasser zusammen mit dem Franzosen auf Platz 1 und 2 verlassen. Nach dem Rennen haben wir im Bereich der Schwimmstrecke noch Delfine gesehen. Man muss dafür also nicht nach Hawaii fliegen.

Rad: Auf dem Rad hatte ich den Franzosen, der etwas schneller gewechselt hatte, direkt wieder eingeholt. Man ist zuerst eine ca. 30km flache Runde gefahren um die Insel. Am Rand immer wieder Antilopen und andere Tiere. Es war relativ windig aber durch die Bäume neben der Straße war man nicht so exponiert. Kein Verkehr, bester Asphalt, keine technischen Abschnitte, schöne Landschaft. Nach der ersten Runde ist man dann für einen 14km Abschnitt ins Landesinnere mit einem "Berg" und dann ging es auf die zweite Runde. Den Franzosen bin ich hier kurz losgeworden aber in der Abfahrt hat er mich wieder eingeholt. Am Ende sich wir zusammen vom Rad gestiegen. Durch die 20m Windschatten Regel und die geringe Teilnehmerzahl war dies das fairste Rennen, dass ich in den letzten 10 Jahre gemacht habe. Ich kann die Ironman Rennen mit den gigantischen Radgruppen (selbst auf schweren Strecken wie z.b. letztes Jahr in Thun) kaum mehr ertragen.

Die Oase: Die Oase war eine extra Verplegungsstelle kurz vor Ende der ersten Runde. Ich habe sie nicht genutzt. Dort gab es vier saubere Toiletten und was zu Essen und Trinken. Primär wurde sie von den vereinzelten Langdistanzlern benutzt. Die konnten auf ihrem einsamen Kampf dort kurz Pause machen aufs Klo und dann das Rennen fortsetzten.

Der Lauf: Da ich nicht wusste wie der Franzose läuft war ich gespannt. Nach dem Radfahren habe ich mich noch sehr gut gefühlt. Da er aber direkt ein sehr hohes Tempo angeschlagen hat war ich direkt abgehängt. Die Laufstrecke waren 8 Runden mit jeweils 3 180 Grad Wenden. Auf einer Geraden gab es relativ starken Gegenwind. Durch die kurze Runde gabe es sehr viele Verpflegungsstellen mit Eis und Schwämmen. Im Lauf des Tages wurde es dann doch warm. Schon beim Loslaufen waren meine Schuhe klatschnass, da ich in der Box in der Wechselzone meinen Neo über die Schuhe gepackt hat. Nach ca. 10km hab ich durch die nassen Schuhe mit dem Eis ziemliche Blasen bekommen welche die letzten 5km sehr unangenehm gemacht haben. Auf der ersten Runde wurde ich direkt vom Führenden Jonas Schomburg überholt. Da zu diesem Zeitpunkt alle Profis auf der Strecke waren kam ich mir sehr langsam vor. Persönlich konnte ich mich nicht wirklich auf meinen eigenen Lauf konzentrieren, da meine Begleitung um eine der vorderen Positionen gekämpft hat und ich durch die vielen Wenden direkt mitbekommen habe wie sich sich langsam vorgearbeitet hat. Dadurch habe ich meinen Lauf gefühlt im Halbgas abgespuhlt. Highlight war Pieter Heemeryck, der keine fünf Minuten nach seinem eigenen Finish, an der Verpflegungsstelle stand und den Frauen und uns Age-Groupern Eis und Wasser gereicht hat.

Abends gab es dann noch einen Feuerwerk sowie die Siegerehrung. Der Franzose ist eine Runde zuwenig gelaufen, weshalb er nicht mehr in der Ergebnisliste auftacuht. Am nächsten Tag wurden alle Profis + Begleitung auf eine Safari auf der Insel eingeladen. Auf der Insel gibt es Giraffen, Zebras, Geparden, Antilopen etc die man aus nächster Nähe erleben konnte. Zur gleichen Zeit fanden noch diverse Community Races statt (5km, 10km, 30/60/90km Rad solo, etc). Hier sind wirklich fast ausschließlich die Locals gestartet. Das waren neben den Emiratis auf primär die Gastarbeitern (Inder, Pakistani, Thailänder) und deren Familien. Am Nachmittag ist man dann mit dem Schiff zurück nach Abu Dhabi und an nächsten Morgen sind wir vom Schiff und direkt heimgeflogen. Alles in allem war ich sehr positiv überrascht. Man kann dort meiner Meinung nach besser Triathlon machen als auf Hawaii und bekommt auch ein deutlich faireres Rennen. Zur politischen Situation und zum Ziel der Veranstaltung muss sich jeder selbst ein Bild machen.

jannjazz 04.02.2026 23:47

Super Story, vielen Dank dafür. Ich mag auch die Art und Weise, wie Du die Umstände vor Ort nicht bewertest.

TriSG 05.02.2026 11:45

Zitat:

Zitat von jannjazz (Beitrag 1798440)
Super Story, vielen Dank dafür. Ich mag auch die Art und Weise, wie Du die Umstände vor Ort nicht bewertest.

100% Zustimmung.
Vielen Dank für den Bericht!

tridinski 05.02.2026 12:21

interessanter Bericht, Danke
und Glückwunsch zu deinen eigenen sehr starken Splits


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