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-   -   Lauftechnik umstellen von Fersenlauf auf Mittelfuß (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=47648)

atemnotimneo 28.01.2020 11:48

Lauftechnik umstellen von Fersenlauf auf Mittelfuß
 
Hallo,

ich spiele mit dem Gedanken meine Lauftechnik von Ferse auf Mittelfuß umzustellen, da mein eines Knie wohl etwas emofindlich ist.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, wie lange habt ihr gebraucht dafür (also von Null bis ihr einen HM laufen konntet)?

Wie eit ihr vorgegangen, immer mal 100m Mittelfuss eingestreut ins Normale Training?

Aktuell laufe ich HM so in 1:50

Danke und Beste Grüße

Siebenschwein 28.01.2020 11:58

Einfach schneller laufen, dann kommt das von selbst.
Alternativ Schrittfrequenz erhöhen bei gleichem Tempo.

Schubbi84 28.01.2020 11:59

Hallo,

ich konnte nach einem Bänderriss im Knöchel nicht mehr über die Ferse laufen, da dies nach 2-3 Schritten höllische Schmerzen verursachte.

Ich bin dann nach 6-8 Wochen Pause durch den Bänderriss direkt mit dem Vorfuß-/Mittelfußlaufen gestartet. Natürlich erst mit kürzeren Strecken von ca. 5km, die dann aber komplett durchgelaufen. Mir hat die Umstellung keinerlei Probleme bereitet. Wobei das wohl von Mensch zu Mensch extrem unterschiedlich ist.

NBer 28.01.2020 12:44

Zitat:

Zitat von atemnotimneo (Beitrag 1507738)
.....Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, wie lange habt ihr gebraucht dafür......

die erfahrung besagt, dass eine laufstilumstellung a) nur die wenigsten hinbekommen und b) man sich dabei oft dann probleme an anderen stellen einfängt.
wenn man es wirklich probieren möchte hilft nur eins...komplette umstellung von jetzt auf gleich........mit der maßgabe am anfang natürlich deutlich kürzere strecken zu laufen als vorher. eine technikänderung lernt sich am besten durch die wiederholungsmethode...sprich die neue technik so viel anwenden wie es geht, den neuen bewegungsablauf motorisch einschleifen. das anwenden der alten ungewollten technik ist da nur kontraproduktiv.
ich würde mal mit 3km reinem mittelfußlaufen anfangen, schauen ob ich am nächsten tag muskelkater in der wade habe. wenn nicht, mal 5km probieren. usw usf langsam die kilometerzahl wieder erhöhen. halt immer nur so weit laufen wie ich a) die neue technik halten kann und b) am nächsten tag beschwerdefrei bin.

Hinterrad 28.01.2020 13:08

Zitat:

Zitat von atemnotimneo (Beitrag 1507738)
Hallo,

ich spiele mit dem Gedanken meine Lauftechnik von Ferse auf Mittelfuß umzustellen, da mein eines Knie wohl etwas emofindlich ist.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, wie lange habt ihr gebraucht dafür (also von Null bis ihr einen HM laufen konntet)?

Wie eit ihr vorgegangen, immer mal 100m Mittelfuss eingestreut ins Normale Training?

Aktuell laufe ich HM so in 1:50

Danke und Beste Grüße

Ich habe nach immer wiederkehrenden Beschwerden vor ca. 15 Jahren auf Vor bzw. Mittelfuß umgestellt.
Bei der Umstellung habe ich mich durch einige Bücher von Dr. Matthias Marquardt
begleiten lassen.
Zuerst habe ich viele Kraft und Technikübungen gemacht und dann langsam angefangen zu laufen.
Der ein oder andere wird sagen, dass ist alles quatsch und funktioniert eh nicht.:dresche
Ich für mich kann sagen, dass ich in all den Jahren weniger Verletzungen hatte und mir heute nicht mehr vorstellen kann Ferse zu laufen.:Cheese:


https://www.matthias-marquardt.com/b...tural-running/

Michi1312 28.01.2020 14:49

es gibt eigentlich keine diskussion ob ferse oder mittelfuß...
wer auf der ferse aufkommt macht grundsätzlich schon was falsch und hat defacto eine falsche lauftechnik. zusätzlich tut er sich und seinem körper damit nix gutes...
der fussaufsatz soll unter dem körperschwerpunkt erfolgen....wenn man das befolgt kann man praktisch nicht mehr auf der ferse landen und macht schon mal viel richtig...

p.s.: wenns gewohnt is auf der ferse zu landen und das ändert, wird einem anfangs was anderes weh tun (muskelkater in den schienbeinen zb häufig)....

su.pa 28.01.2020 15:05

Ich hab (entgegen aller Vernunft) in der Vorbereitung auf meine erste LD umgestellt. Lt. Arnes Plänen geht es im November ja mit vielen kurzen Laufeinheiten los. Das hat bei mir problemlos geklappt.
Mein Mann hat mal in der Marathon-Vorbereitung nach Greif auf Vorfuß umgestellt, ging bei ihm auch problemlos.
Ist halt nicht jeder gleich.

Ich würde bei der Uhr die Schrittfrequenz anzeigen lassen und da regelmäßig kontrollieren. Wenn sie hoch genug ist, dann kannst Du m.E. nicht mehr über die Ferse laufen.

sabine-g 28.01.2020 15:21

ich wünsche dann viel Spaß beim Beheben von Problemen mit der Achillessehne.

Michi1312 28.01.2020 15:25

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507793)
ich wünsche dann viel Spaß beim Beheben von Problemen mit der Achillessehne.

ja, es ist ziemlich unvernünftig die gleichen umfänge wie zuvor zurückzulegen. deshalb unbedingt am anfang nur kurze strecken laufen....
es braucht schon zeit bis sich die strukturen daran gewöhnen....

fersenlauf = megapfui! :Huhu:

Hinterrad 28.01.2020 15:30

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507793)
ich wünsche dann viel Spaß beim Beheben von Problemen mit der Achillessehne.

Kann ich nicht bestätigen. Entweder du bist anfällig für derartige Probleme oder nicht.

sabine-g 28.01.2020 15:37

Zitat:

Zitat von Hinterrad (Beitrag 1507796)
Kann ich nicht bestätigen. Entweder du bist anfällig für derartige Probleme oder nicht.

ich nicht. aber alle die ich kenne die das gemacht haben.

Mit zunehmender Geschwindigkeit verlagert sich das Aufsetzen des Fußes eh nach vorne.
Das dann krampfhaft auch bei langsamen Läufen umzusetzen ist Quark.

hero 28.01.2020 15:47

Zitat:

Zitat von su.pa (Beitrag 1507788)
Wenn sie hoch genug ist, dann kannst Du m.E. nicht mehr über die Ferse laufen.

was wäre denn hoch genug ?

Gruss Matthias

NBer 28.01.2020 15:50

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507797)
......Das dann krampfhaft auch bei langsamen Läufen umzusetzen ist Quark.

und es wird sogar kontraproduktiv, da man bei langsamen geschwindigkeiten anfängt nach oben zu drücken, sprich den vertikalen abdruck vergrößert. ich kenne praktisch niemanden der mit einem tempo von über 4min/km ökonomisch vorfuß laufen kann. das es manche medizinisch bedingt machen, die beim fersenlauf medizinische probleme haben, steht auf einem anderen blatt.

ps: und die meisten die denken, dass sie vorfuß laufen, denken das auch nur.

DocTom 28.01.2020 16:07

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1507799)
und es wird sogar kontraproduktiv, da man bei langsamen geschwindigkeiten anfängt nach oben zu drücken, sprich den vertikalen abdruck vergrößert...

...unser Lauftrainer (der von Jannnjazz / HSV Tri aus der Erinnerung auch) empfiehlt, den Oberkörper beim Laufen leicht nach vorne fallen zu lassen, dann geht die Energie nach vorne und nicht nach oben...:Blumen:

bubueye 28.01.2020 16:12

Hm, ich lauf immer auf der Ferse, selbst barfuß. Es gibt ein Bild von mir beim Zielsprint, voll auf die Ferse, Tempo unter 4min/km. Ist ein paar Jahre her, heute bin ich nicht mehr so schnell. Eine Umstellung auf Mittel/Vorfuß sehe ich, für meinen Fall betrachtet, als nicht empfehlenswert. Oder gibt es Gründe mit 50 Jahren noch zu wechseln?

Trimichi 28.01.2020 16:15

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1507799)
und es wird sogar kontraproduktiv, da man bei langsamen geschwindigkeiten anfängt nach oben zu drücken, sprich den vertikalen abdruck vergrößert. ich kenne praktisch niemanden der mit einem tempo von über 4min/km ökonomisch vorfuß laufen kann. das es manche medizinisch bedingt machen, die beim fersenlauf medizinische probleme haben, steht auf einem anderen blatt.

ps: und die meisten die denken, dass sie vorfuß laufen, denken das auch nur.

Oder eben nachts trainieren. Wenn man andere nicht aufwecken will, weil man sich zum Beispiel am Kühlschrank verlustieren will oder ins Badezimmer navigiert. Oder weil man sich aus dem Haus schleicht in aller Frühe und leise sein muss oder ein notorischer Peripatetiker ist. So habe ich angefangen das Fußgewölbe zu stabilisieren. Kennt man umgangssprachlich auch als "auf Zehenspitzen laufen" (Vorderfußlauf) oder "nicht wie ein Elefant zu stampfen" (Fersenlauf). Später habe ich das "leise" Laufen mit Barfußlaufen auf der Laufbahn (Hartgummi) kombiniert und auf kurze Distanzen ausgedehnt. Nach vielen Jahren Wettkampfpraxis bei Laufkonkurrenzen stelle ich langsam um, und kann daher in Sachen Mittelfußlaufen ein kleines Wörtchen mitreden, hoffe ich. Macht Spaß.

p.s.: ich glaube, dass 4:00 min/sec zu sehr am Profitum orientiert sind über die LD, und auf den Vorderfußlauf bezogen sind, kann mich aber täuschen. Lassen wir es 5' 00'' / Km für den Mittelfußlauf sein?

gaehnforscher 28.01.2020 16:26

Zitat:

Zitat von Michi1312 (Beitrag 1507782)
es gibt eigentlich keine diskussion ob ferse oder mittelfuß...
wer auf der ferse aufkommt macht grundsätzlich schon was falsch und hat defacto eine falsche lauftechnik. zusätzlich tut er sich und seinem körper damit nix gutes...
der fussaufsatz soll unter dem körperschwerpunkt erfolgen....wenn man das befolgt kann man praktisch nicht mehr auf der ferse landen und macht schon mal viel richtig...

p.s.: wenns gewohnt is auf der ferse zu landen und das ändert, wird einem anfangs was anderes weh tun (muskelkater in den schienbeinen zb häufig)....

+1 :Blumen:

gaehnforscher 28.01.2020 16:35

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507797)
ich nicht. aber alle die ich kenne die das gemacht haben.

Mit zunehmender Geschwindigkeit verlagert sich das Aufsetzen des Fußes eh nach vorne.
Das dann krampfhaft auch bei langsamen Läufen umzusetzen ist Quark.

Bei letzterem würde ich zustimmen, ersteres kommt aber wohl auch daher, dass die Leute nicht an den von Michi angesprochenen Punkten arbeiten, sondern der Meinung sind, dass ganze beheben zu können, indem sie jetzt einfach mal ihren Fuß mehr strecken, um halt auf dem Vorfuß zu landen, während der Rest aber weiterhin der gleiche Murks wie vorher bleibt. Das Problem ist also eigentlich gar nicht der Vorfuß- oder Mittelfußlauf, sondern dass man bei einer eher ungünstigen Technik bzw. Landung vor dem Körperschwerpunkt jetzt auch noch zusätzlichen Stress durch das Strecken des Fußes erzeugt. Nja und über welchen Muskel bzw über welche Sehne läuft denn diese Fußstreckung ... Bei Leuten die kurz und Mittelstrecke auf der Bahn mit Spikes Laufen ist das dann noch mal was anderes.

schnodo 28.01.2020 17:00

Ähnliche Fragen tauchen immer mal wieder auf. Vor 6 Jahren habe ich meine Erfahrungen geteilt:

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1038479)
Disclaimer: Ich will keine Diskussion über die Vor- oder Nachteile des Vorfußlaufens anstoßen, sondern lediglich meine persönliche Erfahrung wiedergeben. :Blumen:

Mir fehlt im linken Knie zwar nur ein Teil des Meniskus, aber das schon seit mittlerweile 20 Jahren; und es ist nur noch noch ein Kreuzband drin. Gewichtsmäßig bin ich auch in Deiner Liga.

Als ich vor 7 Jahren angefangen habe, zu laufen, war das streckenweise sehr unangenehm und das Knie neigte schon nach kurzen Läufen (20 bis 30 Minuten) zur Flüssigkeitseinlagerung. Ich habe mir dann Gegenmaßnahmen ergoogelt und ausgehend davon diverse Bücher zum Thema Lauftechnik gelesen, u.a. Chi Running und Pose Running.

Die von der "Pose Method of Running" propagierte Entlastung des Knies durch Aufsetzen auf dem Ballen und Erhöhung der Schrittfrequenz schien für meinen Zweck Sinn zu machen. Es gab zufällig gerade zu der Zeit auch ein Wochenendseminar mit Nicholas Romanov, dem Autor, das zwei Autostunden entfernt stattfand. Die Investition war gerade noch an der Schmerzgrenze und ich bin hin.
Auch wenn ich im Nachgang die dringlichst geforderten - und auf Wochen und Monate ausgelegten - Drills so gut wie nie gemacht habe, sondern mich darauf beschränkt habe, beim Laufen auf die Kernpunkte zu achten, so hat das Knie mittlerweile 7 (wenn auch sehr langsame) Marathons und viele kürzere Wettkämpfe klaglos mitgemacht. So weit, so gut.

Aber: Keine Rose ohne Dornen. In meinem Fall ist der Umstieg auf den Vorfußlauf nicht ganz ohne negative Folgen geblieben: Ich hatte nach ca. 3 Jahren einen Mittelfußknochen-Ermüdungsbruch. Die Ursachen sehe ich in meinem Gewicht und einer zu schnellen Steigerung der Umfänge.
Ein Faktor ist wohl auch, dass die Kräfte, die nicht auf das Knie wirken, sich irgendwo anders Luft verschaffen müssen. Die Achillessehne, der Fußknöchel und die dünneren Knochen im Fuß sind wohl am gefährdetsten. Und die Wade merkt man natürlich auch. Umsteiger klagen oft über Plantarfasziitis.
Da ich aber aber die Technikumstellung nicht mit dem gebotenen religiösem Eifer betrieben und mir letztendlich nur das rausgesucht habe, wonach mir der Sinn stand, kann ich natürlich nicht Pose dafür verantwortlich machen.

Für mich hat sich die Umstellung trotzdem gelohnt. Ohne könnte ich vermutlich überhaupt nicht rennen.
So muss ich lediglich darauf achten, dass ich alles unterhalb des Knies nicht überlaste. Durch den Ermüdungsbruch vorsichtig geworden, bin ich deswegen weitestgehend beschwerdenfrei. Wenn es dann doch mal zwickt, dann meist weil ich ein fauler Hund bin und nicht konstant trainiere, sondern immer mal wieder längere Trainingspausen einlege und dann, noch übergewichtiger als sonst, zu heftig wieder einsteige weil irgendein Wettkampf binnen Wochenfrist ansteht. ;)


TriAdrenalin 28.01.2020 18:37

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507797)
...

Mit zunehmender Geschwindigkeit verlagert sich das Aufsetzen des Fußes eh nach vorne.
Das dann krampfhaft auch bei langsamen Läufen umzusetzen ist Quark.

Kann ich zu 100% bestätigen.

Btw Knieprobleme können unterschiedlichste Ursachen haben. Jetzt mal "auf gut Glück" den Laufstil ändern, finde ich originell.

Klugschnacker 28.01.2020 18:43

Zitat:

Zitat von DocTom (Beitrag 1507803)
...unser Lauftrainer (der von Jannnjazz / HSV Tri aus der Erinnerung auch) empfiehlt, den Oberkörper beim Laufen leicht nach vorne fallen zu lassen, dann geht die Energie nach vorne und nicht nach oben...:Blumen:

Allerdings wird dann zwangsläufig der Schritt nach vorne länger, denn sonst würde man immer weiter beschleunigen und dann nach vorne umfallen.

Bei konstantem Lauftempo bremst der nach vorne verlagerte Landepunkt im exakt gleichen Maße, wie das nach vorne Lehnen antreibt. Der Gewinn an Geschwindigkeit ist Null, die Aufprallkräfte sind höher.

DocTom 28.01.2020 19:09

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1507834)
Allerdings...

Generell wohl richtig, nur hatten wir etwas weiter oben ja schon den "gefühlten Laufstil".
Viele Läufer stehen sehr aufrecht und drücken sich eher nach oben ab, statt nach hinten. Behält man beim leicht nach vorne geneigtem Oberkörper die Schrittlänge bei und setzt die Füße mit dem Ballen bzw Mittelfuß und unter dem Körper auf, wird man schneller und drückt sich mehr nach vorne ab. Quasi wie beim Sprint. Hoffe, ich habe die Trainer so richtig wiedergegeben.:Blumen:

Harm 28.01.2020 19:47

Ich hatte vor zig Jahren nen BSV mit Operation, Komplikationen und Reha. Vor der Reha wurde mir gesagt, ich können lange Laufen aufgeben. In der Reha hatte ich nen guten Physiotherapeuten der meinte, man könne das doch mal angehen.
Ich hab mir dann einfach eingeredet, daß beim Vorfusslaufen Fuss und das untere Bein als zusätzliche Feder wirkt und Schläge vom Rücken abfedert.
Ich habe dann wirklich mit dem Laufen wieder bei 0 angefangen. Wie schon vorher jemand schrieb. Von einem Tag auf den anderen keinen Meter mehr auf der Ferse aufkommen! Aber das dauerte seine Zeit:
Laufen mit Gehpausen, langsam die Distanz verlängert und immer schön in die Achillessehne reinhören.
Hat ca. 6 Monate gedauert, bis ich die Alsterrunde (mit Hin- und Zurücklauf 13km) durchlaufen konnte.
Viel schneller bin ich dabei zwar nicht geworden aber weder Achilles noch Rücken zwicken beim oder nach dem Rennen.

Michi1312 28.01.2020 20:11

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507797)
ich nicht. aber alle die ich kenne die das gemacht haben.

Mit zunehmender Geschwindigkeit verlagert sich das Aufsetzen des Fußes eh nach vorne.
Das dann krampfhaft auch bei langsamen Läufen umzusetzen ist Quark.

Man sollte nie mit der Ferse aufkommen - unabhängig vom Tempo...lauftechnik hat nix mit Tempo zu tun. Die sollte immer gleich aussehen. Egal wie schnell oder langsam man unterwegs ist.
Aber ja: krampfhaft sollte es nicht sein, sondern im Idealfall ein normaler Bewegungsablauf. Laufen eben...

ironmansub10h 28.01.2020 20:35

Das Tempo /Ermüdung hat schon was zu sagen
 
.... aufgrund meiner Meniskus-Problematik muss ich auch wieder mehr auf dem Mittelfuss/Vorfuss landen um mein Knie zu entlasten.
Da ich ja beides kann, also sowohl Mittelfussläufer als auch Fersenläufer bin, kann ich aus Erfahrung sagen, dass das Tempo bzw. Die Ermüdung sehr wohl dazu führt eher auf der Ferse zu landen. Bei diversen Ultras sah ich mich auf Bildern zum Teil mit Fersenlauf als auch mit Mittelfuss daher kommend. Und das beim gleichen Wettkampf. Ich denke sobald die Muskulatur ermüdet, der Rumpf nicht mehr stabil gehalten wird, die Hüfte einknickt, dann neigt der Läufer zum Fersenlaufen.
Ich halte es beim derzeitigen Laufen auch so, dass ich in Etappen steigere. Da ich aber nicht voll raus bin aus dem Stil, ist es nicht ganz so schwierig. Da spielen anderenFaktoren ne grössere Rolle. Tempo zum Beispiel : )

Pippi 28.01.2020 22:53

Bin von Ferse auf Vorfuss gewechselt. Hatte einige Zeit nur Laufdrills gemacht und nach ca. 3 Monaten Angewöhnung ging es gut mit dem Vorfusslauf

Übrigens Mittelfusslaufen ist nicht möglich, beim Mittelfuss ist eine Wölbung nach oben und auf dieser kann man nur landen, wenn man Plattfüsse hat. ;)

Zitat:

Zitat von DocTom (Beitrag 1507803)
...unser Lauftrainer (der von Jannnjazz / HSV Tri aus der Erinnerung auch) empfiehlt, den Oberkörper beim Laufen leicht nach vorne fallen zu lassen, dann geht die Energie nach vorne und nicht nach oben...:Blumen:

Die Hüfte muss nach vorne, nicht der Oberkörper.
Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1507834)
Allerdings wird dann zwangsläufig der Schritt nach vorne länger, denn sonst würde man immer weiter beschleunigen und dann nach vorne umfallen.

Bei konstantem Lauftempo bremst der nach vorne verlagerte Landepunkt im exakt gleichen Maße, wie das nach vorne Lehnen antreibt. Der Gewinn an Geschwindigkeit ist Null, die Aufprallkräfte sind höher.

Wenn die Schrittfrequenz genug hoch ist, landet man nicht vor dem Körper. Mit Erhöhung der Schrittfrequenz minimiert sich die Aufprallkräfte pro Schritt deutlich.

Klugschnacker 28.01.2020 23:01

Zitat:

Zitat von Pippi (Beitrag 1507884)
Wenn die Schrittfrequenz genug hoch ist, landet man nicht vor dem Körper. Mit Erhöhung der Schrittfrequenz minimiert sich die Aufprallkräfte pro Schritt deutlich.

Glaub mir, bei konstantem Lauftempo landet man mit dem Fuß vor dem Körperschwerpunkt. :Blumen:

NBer 28.01.2020 23:08

immer wieder herrlich diese diskussionen, vor allem im breitensportbereich. schaut man sich bei volksläufen und normalen triathlons um, laufen 90% über die ferse, vll 8% über den mittelfuß und vll 2% sind reine vorfußläufer. das sind so meine beobachtungen.
in den ersten 10-20 de rgesamtwertung mögen die prozentzahlen anders sein, dafür kippt das verhältnis dann hintenraus ins komplette gegenteil. da läuft praktisch niemand mehr auf dem vorfuß.

sabine-g 28.01.2020 23:09

Zitat:

Zitat von Michi1312 (Beitrag 1507856)
Man sollte nie mit der Ferse aufkommen - unabhängig vom Tempo...lauftechnik hat nix mit Tempo zu tun. Die sollte immer gleich aussehen. Egal wie schnell oder langsam man unterwegs ist.
Aber ja: krampfhaft sollte es nicht sein, sondern im Idealfall ein normaler Bewegungsablauf. Laufen eben...

Ja ist ok.
Ich werde dieses Jahr mal anschauen wie du so läufst - im Triathlon nach anstrengendem Radfahren.
Ich warte in T2 und lauf dir hinterher.
Anschließend zeig ich dir dein Laufvideo.

Pippi 28.01.2020 23:12

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1507885)
Glaub mir, bei konstantem Lauftempo landet man mit dem Fuß vor dem Körperschwerpunkt. :Blumen:

Ja, kann je nach dem minimal sein, aber Lauf mal 10m mit Rücklage, dann 10m mit Vorlage. Denn Unterschied wird man spüren.

Stoptaste im Video drücken bei Landung: (bei der Zeitlupe)

https://www.youtube.com/watch?v=PH-3cHxXAK0

Klugschnacker 28.01.2020 23:39

Zitat:

Zitat von DocTom (Beitrag 1507840)
Generell wohl richtig, nur hatten wir etwas weiter oben ja schon den "gefühlten Laufstil".
Viele Läufer stehen sehr aufrecht und drücken sich eher nach oben ab, statt nach hinten. Behält man beim leicht nach vorne geneigtem Oberkörper die Schrittlänge bei und setzt die Füße mit dem Ballen bzw Mittelfuß und unter dem Körper auf, wird man schneller und drückt sich mehr nach vorne ab. Quasi wie beim Sprint. Hoffe, ich habe die Trainer so richtig wiedergegeben.:Blumen:

Das ist leider physikalisch unmöglich.

Wenn das Tempo konstant ist, also nicht beschleunigt wird, kannst Du die Füße nicht unter dem Körper aufsetzen. Sondern in jedem Fall davor. Lehnst Du Dich nach vorne und verlagerst Du damit den Körperschwerpunkt nach vorne, muss auch der Schritt nach vorne verlängert werden. Sonst würdest Du beschleunigen oder umfallen.

Deswegen lehnen sich gute Läufer nicht nach vorne, sondern haben den Körper verhältnismäßig aufrecht. Ein Coach, der seinen ermüdeten Schützling beim Marathon anfeuert, ruft ihm zu: "Mach Dich nochmal groß für die letzten Kilometer!". Das erleichtert, den Schritt nach hinten lang und nach vorne kurz zu machen ("Vokuhila").

Es ist unter Trainern und Läufern ein verbreiteter simpilfizierender Irrglaube, beim Laufen würden sich die Beine vom Boden abdrücken, und die Vorlage des Körpers sei eine Art Gaspedal. Ich kann bei Interesse gerne mal näher darauf eingehen, möchte aber hier den Thread nicht kapern.
:Blumen:

sabine-g 28.01.2020 23:44

Es gab hier schon mal so eine Diskussion.
Das Schlagwort war umpfen oder ompfen oder xxxxxxx.
Mir fällt es nicht ein.

Michi1312 29.01.2020 06:36

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507889)
Ja ist ok.
Ich werde dieses Jahr mal anschauen wie du so läufst - im Triathlon nach anstrengendem Radfahren.
Ich warte in T2 und lauf dir hinterher.
Anschließend zeig ich dir dein Laufvideo.

sehr gern!:Blumen:

Hinterrad 29.01.2020 09:31

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507797)
ich nicht. aber alle die ich kenne die das gemacht haben.

Mit zunehmender Geschwindigkeit verlagert sich das Aufsetzen des Fußes eh nach vorne.
Das dann krampfhaft auch bei langsamen Läufen umzusetzen ist Quark.

Habe zwar Quatsch statt Quark geschrieben, aber immerhin ein Fast-Treffer.

(Der ein oder andere wird sagen, dass ist alles quatsch und funktioniert eh nicht.)

Und nein, du bist bei diesem Thema unwissend. :Cheese:

sabine-g 29.01.2020 09:38

Zitat:

Zitat von Hinterrad (Beitrag 1507923)
Habe zwar Quatsch statt Quark geschrieben, aber immerhin ein Fast-Treffer.

(Der ein oder andere wird sagen, dass ist alles quatsch und funktioniert eh nicht.)

Und nein, du bist bei diesem Thema unwissend. :

Ich laufe jetzt seit 38,5 Jahren.
Ich versichere Dir: Wenn eine Umstellung irgendwas bringen würde hätte ich diese längst vollzogen.
Ich habe ALLES ausprobiert.

Hinterrad 29.01.2020 10:28

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507926)
Ich laufe jetzt seit 38,5 Jahren.
Ich versichere Dir: Wenn eine Umstellung irgendwas bringen würde hätte ich diese längst vollzogen.
Ich habe ALLES ausprobiert.

Vielleicht sollten wir alle akzeptieren, dass es nicht den einen " Laufstil " gibt.

Alle Menschen sind unterschiedlich und somit passt es bei dem einen so und bei dem anderen so.

Necon 29.01.2020 11:23

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507926)
Ich laufe jetzt seit 38,5 Jahren.
Ich versichere Dir: Wenn eine Umstellung irgendwas bringen würde hätte ich diese längst vollzogen.
Ich habe ALLES ausprobiert.

Wir machen das schon immer so und darum ist es der beste Weg!

Ich habe vor Jahren meine Laufstil auf Mittelfuß umgestellt. Schneller bin ich damit nicht geworden, aber mir macht das Laufen mehr Freude, es fühlt sich aktiver und ökonomischer an, auch im Triathlon ist es kein Problem zumindest nicht auf der Mitteldistanz.
Langdistanz und Marathon nehme ich da mal raus, denn damit habe ich keine Erfahrung mit Mittelfuß. Lange Läufe im Training bis knapp unter 30 km hab ich damit aber schon absolviert.

Man sollte die Umstellung aber langsam angehen und ich würde es nicht in einem Jahr machen indem ich eine LD geplant habe.

DocTom 29.01.2020 14:25

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1507926)
Ich laufe jetzt seit 38,5 Jahren.
...
Ich habe ALLES ausprobiert.

Aber Du bist doch garkein "Hackenläufer", sondern läufst seit Jahren auf Vor- bzw Mittelfuß, oder hab ich da irgendwo was falsch gelesen? :cool: :Cheese:

@Arne: ich geb das mal an meine(n) Trainer weiter.

Ich werde, wie von Sabine auch schon jemandem vorgeschlagen, meinen Laufkollegen bitten, mich beim Laufen aufzunehmen. Analyse zeigt dann ob "gefühlt aufrecht" auch wirklich aufrecht ist, ob Vorfuß, bzw Mittelfuß auch wirklich nicht Hackenauftritt ist.
Spannender Thread für mich, als bisher reiner Gefühlsläufer ist das Halten der Lauftechnik über HM oder 30km mein erstes Ziel...
:Blumen:

Trillerpfeife 29.01.2020 15:00

Zitat:

Zitat von DocTom (Beitrag 1507994)
...
Spannender Thread für mich, als bisher reiner Gefühlsläufer ist das Halten der Lauftechnik über HM oder 30km mein erstes Ziel...
:Blumen:

ja ja ... mein wichtigstes Ziel wäre ja das Verbessern meiner Zeiten.


Hier zum Thema Vor Mittel und Fersenläufer ein paar Higspeed Videos und einige Anmerkungen von Peter Greif.
Peter Greif hat hier aber Hobbyläufer und Läuferinnen gefilmt, leider nicht die, für uns Trias massgeblichen, Laufweltmeister und Rekordhalter verschiedener Distanzen.

Ist etwas mehr Text.

https://www.greif.de/nl-einmalige-hi...-laeufern.html

sein Resümee:
Zitat:

Du kennst sicher den Streit um den Fersen-, Mittefuß- und Ballenaufsatz. Jeder der Fachleute hat eine Meinung und alle zusammen gesehen, konnte sie niemand korrekt belegen. Meine Meinung war, dass der Aufsatz eine Frage der Laufgeschwindigkeit ist. Und so haben wir unsere Videos auch mit zwei deutlich unterschiedlichen Laufgeschwindigkeiten gedreht. Und es zeigte sich, dass es bei fast allen Läuferinnen und Läufern bei der langsameren Geschwindigkeit zu einem leichten Fersenaufsatz und bei der schnellen Geschwindigkeit zu einem Mittelfußaufsatz kam.
Hier noch etwas über Bodenkontaktzeiten und eine schöne Tabelle über die Verteilung des Laufstils in Abhängigkeit zur Streckenlänge.

https://www.greif.de/nl-bodenkontaktzeiten-1.html#


keine Ahnung, wie lange ich jetzt schon laufe. Ich hab mal ca 20 Meter versucht Vorderfuss zu laufen. Bäh....

Meine "Lauftechnik" verliere ich, wenn ich zu schnell losgelaufen bin. Dann wird es hintenraus zäh und unrund.

Dem TE wünsche ich trotzdem viel Erfolg und Spass bei der Laufstilumstellung. Vielleicht wird man ja nicht durch die Umstellung besser, sondern deswegen, weil man einfach mehr läuft in dieser Phase der Stilumstellung. Lirum larum Löffelstil.

sabine-g 29.01.2020 15:12

Patrick Lange:


Sebastian Kienle:


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