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Aufklärungspflichten der Sportverbände
Ich hab mal ein paar Seiten NadaJus Datenbank durchgeblättert, wo alle deutschen Dopingverfahren gelistet sind. (Wer mal Lust auf eine kleine Sozialstudie hat... von verflossener Liebe bis hin zu abenteuerlichen Sabotagetheorien ist da alles dabei).
Ohne es präzise ausgezählt zu haben behandelt ein großer Teil der Verfahren Cannabinoide, Methylhexanamin und Ephedrin/Pseudoephedrin. Wenn man sich mal die Urteile dazu durchliest, die verlinkt sind, bekommt man den Eindruck, dass selbst rudimentäre Kenntnisse zum Thema Doping durchaus häufiger nicht bekannt sind. Selbst wenn man mal einen gewissen Anteil Schutzbehauptungen annimmt, müsste man völligen Wahnsinn unterstellen wenn man ohne in seiner Sportart davon zu profitieren kurz vorher Haschkekse isst oder andere Drogen konsumiert oder Erkältungsmedizin nimmt oder unklare Trainingsbooster ohne Deklaration konsumiert. Mir scheint, dass ein erheblicher Anteil der Sportler (insbesondere im Hobby und Freizeitbereich) sich überhaupt nicht darüber klar ist, was sie mit ihrer Lizenz unterschreiben und was daraus folgt. Hat euch eigentlich mit Aushändigung der Lizenz jemand wirklich darüber aufgeklärt, was die Antidopingbestimmungen beinhalten? Ich meine so ein Startpass ist schnell beantragt, kommt, unterschreiben muss man eh, das Kleingedruckte liest eh niemand. Also wie bei einer Versicherung. Nur mit Beweislastumkehr. Wenn man hier im Forum manchmal Kommentare zu dem Thema anschaut, bekommt man das Gefühl, dass bei vielen Profisport, Steroide, Epo oder wenn Froom mal am Inhalator nuckelt auch Asthmamedizin bekannt ist. Aber wem hat denn wirklich jemand was dazu erzählt beim Beantragen der Lizenz oder bei dessen Aushändigung? Gibts bei euch Inforunden im Verein, Merkblätter? |
Gibts alles nicht, aber ich nehme die Anregung dankend auf und werde das bei uns im Verein für die nächste Runde Startpässe 2020 thematisieren.
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https://www.nada.de/fileadmin/5_Rech...SV_SP_1716.pdf
Für bemerkenswert halte ich ich die Aussage in einem der Urteile, dass auch von einem Hobbysporler erwartet werden kann, dass er das Regelwerk lesen und sich damit vertraut machen muss. (Seite 9, Absatz 2) Besonders vor dem Hintergrund, dass die Nada ja neuerdings verstärkt auch im Freizeit- und Amateursport tätig wird, sollte sich das dringend jeder Lizenzinhaber vor Augen halten und für mein Empfinden sollten die Vereine und Verbände weit darüber hinausgehend informieren als sich per Unterschrift auf einer Lizenz bestätigen zu lassen, dass sich ein Athlet "irgendwelchen" Regeln unterwirft, die so umfassend sind, dass man sie selbst bei Interesse kaum vollständig in allen Einzelheiten verstehen wird. |
Zitat:
Hoffentlich bringen Deine Bemühungen wenigstens ein paar Forenuser damit, sich mal einen Abend mit den entsprechenden PDFs zu beschäftigen. |
Zitat:
Über die Cannabis Diskussion hab ich mir dann mal anschauen wollen, was die Leute in den Urteilen dazu ausführen und so kommt das eins zum anderen. Bei Dopingfragen hier im Forum wird endlos spekuliert, meistens gewinnt man aber das Gefühl, dass eigentlich nur wenige Leute Bescheid wissen. Und wenn man dann solche Passagen wie oben in den Urteilen liest, dann fragt man sich doch zwangsläufig, wieviele Leute aus dem eigenen Bekanntenkreis einem einfallen, die so einem Urteilsspruch genügen könnten. Und woher sie es wissen sollen. In ganz vielen Urteilen wird dann auch oben die Rechtssituation dargestellt. Da stehen dann sinnbildlich so lustige Dinge wie: der Beklagte hat mit Unterschrift auf seiner Lizenz dies und das bestätigt und sich folgender Gerichtsbarkeit unterworfen und hier und dort drauf verzichtet und dann wollen wir mal... Da denkt man sich doch, sowas muss man Leuten doch mal erklären wenn man denen ne Lizenz in die Hand drückt oder so. Zumal ich selbst nach dem Lesen von ganz schön viel Text nicht behaupten würde abschließend im Bilde zu sein. Klar unterschreibt man da was. Macht man bei ner Versicherung mit 100 Seiten AGBs in Schriftgröße 6 auch. |
Bin seit rund 20 Jahren Triathlet, alle Infos muss man sich selber besorgen. Konkrete Aufklärung seitens Verbände oder Vereine hab ich persönlich noch keine bekommen.
Hier ist ihre Lizenz. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Lizenzbeilage oder fragen sie ihren Arzt oder im Triathlon-Forum. https://www.verbraucherzentrale.de/w...rodukten-13331 Wenn man sich sowas dann noch anguckt müsste es schon fast zwingend einen Newsletter geben wo aktuelle Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente die mit verbotenen Inhaltsstoffen aufgefallen sind verbreitet werden. Als Beispiel aus obigem Link: Wer denkt denn schon darüber nach dass "Geranienöl" ein verbotener Dopingstoff ist. Mir wäre das jedenfalls bis zu den Threads der letzten Wochen nie eingefallen. Und ich glaube da fehlt es fast allen Hobbysportlern an Wissensgrundlagen. :( :confused: |
Ich vermute, dass viele Vereine es sich einfach nicht leisten können, ein rechtssicheres Dokument selbst zu erstellen. Es müsste absolut wasserdicht sein. So ein Dokument kann anderenfalls schnell von Dopingsündern zur „Entlastung“ herangezogen werden, sobald die geringste Unstimmigkeit enthalten ist, was - wie uns ja bewusst wird - durch die Vielzahl der Bestimmungen leicht passieren kann.
Ich selbst finde so eine Idee wirklich gut. Mir würde das helfen. Ich habe mir zum Beispiel nie Gedanken über mein Heuschnupfenmittel (Nasenspray und Augentropfen) gemacht, da ich das schon „immer“ nehme. Gottseidank ist es laut der Schweizer Antidoping-App (Danke für den Tipp!) unbedenklich. So ein Dokument sollte dann idealerweise zentral erstellt werden (von der DTU?) und den Vereinen zur Verfügung gestellt werden, damit es mit dem Startpass versendet werden könnte. |
Ich sage eben: Verzicht auf zu viel Medikamente und Hausmittel nehmen. Dann braucht dich keiner aufklären, also kein Verband und du landest eben auch nicht vor Gericht und kriegst keine Sperre. Und normale Erkältungen kann man mit Hausmitteln bekämpfen. Habe noch nie solche Kombi Präparate nehmen müssen mit zweifelhaften Inhalt und Antibiotika die letzten 25 Jahre auch nicht.
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Wie oben geschrieben: Es ärgert mich, dass viele Triathleten auf Regeln und Ordnungen sch....., aber ich finde es super, dass CaptainHook Licht in die Höhle bringen will. Wir haben schon X Themen hier im Forum bis zum Erbrechen mehrfach durchgekaut, da sollte man ruhig ein wenig Energie in solch einen Faden hier stecken. Zitat:
"zweifelhafte Inhalte"? Durchblickst Du alle Medikamente inkl. Inhaltsstoffe, welche auf der Dopingliste stehen? Ich kann nicht ausschliessen, mir irgendwas einzufangen, was mit Medikamenten behandelt werden muss. |
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Nix nehmen hört sich super an. Aber was genau ist dieses nix und was ist dann "gut"? Und was ist mit denen, die trotzdem Medikamente brauchen oder vielleicht nicht deinem Lebensweg folgen wollen. Ich sag immer wenn ich meine Kollegen anschaue... Die Hälfte von denen würde ich nicht so gerne ersatzweise für mich pinkeln lassen. Wir müssen akzeptieren, dass unsere Gesellschaft nicht eindimensional ist. Manche von denen sind sogar voll Bio oder Vegetarier. Mach nen Vorschlag. |
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Oder wärst du bei "Geranienöl" auf ein verbotenes Dopingmittel gekommen? Das klingt doch für einen Nichtpharmazeuten nach "gesundes Pflanzenöl". Einfach "nichts nehmen" ist leicht dahergesagt für einen Gesunden der nicht auf Medikamente angewiesen ist. Das ist aber nunmal keine Option für jeden. :( |
allerdings geht es hier um die Informationen die man von Vereinen und Verbänden bekommt um überhaupt ne Chance zu haben die Regeln zu kennen. Die Regel lautet aber nicht alle Hausmittel sind erlaubt und alles andere ist verboten. Im Zweifel lauten die auch: das Hausrezept ist verboten und die Chemie ist ok.
Wichtig ist es, dass die Leute wissen was sie unterschreiben. Da hilft eine Diskussion um Hausrezepte nicht. In dem anderen Thema... mach nen Vorschlag wie angeboten wie man es als genrelle Empfehlung einbauen könnte und es spricht nix dagegen was mit aufzunehmen. Solange es die aktuellen Regeln gibt, muss man den Leuten diese nahe bringen. Und genau das wird nicht getan. Ich behaupte, der 08/15 Lizenzempfänger weiß maximal rudimentär irgendwas vom Hörensagen. Und dann hat man Diskussionen über Aspirin und Co, die niemandem helfen. Gut, eindämmen von Medikamentenmissbrauch der zwar erlaubt ist, aber ggf ungesund ist vielleicht ein Nebeneffekt, aber darum gehts im Kern der Sache nicht. |
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Ich war vor 2-3 Wochen mal auf der Seite, weil ich etwas nachsehen wollte. Es gibt die Pull-Down-Menüs:
Wenn man zum Fuss der Seite scrollt, dann kommt auch "Anti-Doping", aber ich hätte das Thema schon im Hauptmenü erwartet. |
So gehts auch.....
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https://www.triathlon-niedersachsen....ti-doping.html |
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Letzendlich habe ich gefunden, was ich gesucht habe, aber wenn man vom Athleten erwartet, dass er sich an die Spielregeln hält, dann sollte man ihm den Zugang auch möglichst einfach machen. |
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Wenn Du den am Abend vor dem Wettkampf nimmst fällst Du am Morgen zwar nicht durch die Dopingkontrolle aber nur weil der Alkohol im Körper schneller abgebaut wird als andere Drogen. Wenn Du am Abend nen Joint zum Einschlafen rauchst (oder nen Keks essen würdest) wäre das halt noch nachweisbar. Wo ist der Unterschied? |
Wenn man einen Medikamenten-Meldezettel vom Arzt (hier Lungenärztin wegen Asthmamedikamenten) haben will, wird frau jedenfalls groß angeschaut: Was wollen Sie denn damit?
Ihre anderen Patienten überlegen, wie sie am besten in den zweiten Stock schnaufen, - und ich will so ein Ding in meiner Sporttasche haben, um nachweisen zu können, daß ich es AUCH brauche. Tatsächlich habe ich das Gefühl, mit dem Spray unter Belastung einen Tick besser atmen zu können als ohne - und komme mit statt auf dem vorletzten dann zwei plätze weiter vorne an... und vor allem: ich schnauffe nicht gar so schlimm, d.h. es machen sich unterwegs weniger Menschen Sorgen um mich. Vor dem Start muss ich mir dann eventuell von anderen anhören, ich wäre gedopt...., weshalb ich vorsichtshalber möglichst ungesehen am Auto inhaliere ... :o Pseudoephedrin macht übrigens im Erkältungsfall das Atmen auch etwas leichter... Schon irre, wenn man dann mit Erkältung etwas besser atmen kann, als an normalen Tagen OHNE Erkältung. ... Da kann ich schon verstehen, wieso man sowas nehmen möchte... zumal man als Vorletzte ohnehin nicht auf Doping kontrolliert wird... Einfach nur Durchatmen können ohne Medis wäre so geil! ... :cool: Für jemand, der 100% Atemleistung hat, nützen die ganzen Medis jedoch nix, da ist die volle Kapazität doch schon da... (dachte ich, bevor ich über Salbutamol Nutzung bei Profis las... ) |
Nun gut, das wichtigste ist in Kürze ja zu finden:
Nada-Med: einfach Medikament /Wirkstoff eingeben und schon spuckt es alles wichtige aus Kölner Liste: alle nachweislich "sauberen" NEMs sind dort gelistet. Wenn das Pülverchen das man zu Hause hat dort nicht steht, dann muss nichts passieren, kann aber sein das es auch eher ungute Nebenwirkungen (in Bezug auf die Dopingprobe) enthält. Ansonsten wurde ja schon erwähnt, dass man mit der Lizenz unterschreibt sich an den Antidopingcode zu halten. Im Endeffekt ist das nichts anderes wie die AGBs bei einer Vertragsunterzeichnung. Sollte man lesen, wers nicht macht ist selber Schuld (ich lese sie auch nie :Cheese:). Zum Thema Cannabis. Ich glaube wenn es bei einer Dopingkontrolle rauskommt ist im Anschluss die Sperre eines der geringeren Probleme. Wenns bei einer Polizeikontrolle entdeckt wird, sind durchaus schwerwiegendere Konsequenzen zu befürchten. Generell seh ich da jetzt nicht unbedingt die Verbände in der Pflicht zu informieren. Wer wirklich einen komplexen Fall hat kann sich mit Sicherheit bei der Nada direkt mit allen wichtigen Informationen versorgen, zur Not per Email oder Telefon. |
off topic:
ich habe immer den Eindruck, das man aus Anti-Doping Threads mehr Informationen zum dopen holen kann, als das es den Leser davon abhält. Es regt mehr dazu an, mal etwas scheinbar harmloses auszuprobieren als es davon abhält. Auch weil einige Mittel ja anscheinend in der Apotheke oder übern Arzt zu beziehen sind. Ich verstehe den Wettkampfsport und Freizeitsport so, das ich diesen ausüben kann, wenn ich gesund bin und mich gesund fühle - das macht man demnach, zu 100% ohne Medikamente oder Mittelchen. Bevor ich also für meine Gesundheit ein Medikament brauche um Sport zu treiben, bleibe ich diesem fern oder arrangiere mich in anderer Funktion - als Kampfrichter beispielsweise.... Meiner Ansicht nach gehören Ausnahmeregelungen (wie die bei Asthmakranken) abgeschafft, da der Teilnehmer eben nicht gesund ist. Das Kranke oben auf dem Treppchen stehen und die "Gesunden" auf den Plätzen folgen, ist doch ein schlechter Witz ..... Da helfen mir auch keine Wenn und Aber um das zu rechtfertigen. Ein Sportler der für seinen Sport Medikamente benötigt, macht den falschen Sport. P.S. Arne darf das gerne wieder löschen, wenn es zu sehr OFF Topic ist |
Ich such mal ein Zitat aus einem Doping Urteil zur Kölner Liste raus. Da wundert man sich, wieviel das in Wirklichkeit wert ist...
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Glaub mir, ich wäre froh, wenn ich das Zeug nicht brauch und würde gerne mit dir tauschen. Was wäre dann der nächste konsequente Schritt in der Denkweise? Keinen Führerschein mehr für Leute mit Sehschwäche? Die können ja auch Radfahren oder zu Fuß gehen. Herzlichen Dank auch. |
Zitat:
Du hast eine leistungsmindernde Krankheit und kannst/musst das akzeptieren. Ein Medikament einnehmen um mitmachen zu können, zeigt doch das Du Dir den falschen Sport ausgewählt hast. Dein Beispiel zum Straßenverkehr ist für mich kein Gutes. Beim Verkehrsteilnehmer nutzt Dir die Brille um sicherer fahren zu können und es nutzt allen anderen, das Du sicherer fährst. Im Triathlon nutzt Du keinem Konkurrenten und schadest Dir als "Kranker" selbst. Das Medikament macht Dich ja nicht gesund - es hilft Dir nur einen Zeitraum angenhmer und besser zu überbrücken. |
Zitat:
Daneben gibt es eine Gruppe von Erkrankungen, die vor allem die körperliche sportliche Betätigung einschränken bis verunmöglichen wie Asthma oder COPD. Sollen diese Menschen jetzt alle Schach oder Darts spielen und auf körperliche Betätigung verzichten? Ich sehe es wie Kampfzwerg. |
Die Diskussion fang ich jetzt lieber nicht an.
Das wird eine Grundsatzdiskussion ohne Ergebnis. Ich wäre schon froh wenn sich alle an die Spielregeln halten. Ich bin dann mal raus. |
Zitat:
Wie siehts mit chronischen Krankheiten aus? Mein Beispiel wäre Diabetes Typ1. Insulinpflichtig. Das Probem ist doch nicht der chronisch Kranke. Das Problem ist der kranke Geist, der lebenswichtige Medikamente verwendet, um sich damit zu dopen. Es wäre ziemlich Plemlpem, wenn man das ganze anders herumdreht, nur weil es einfach ist. Der Verursacher der Miesere ist ein anderer. Es gibt eben Medikamente, darauf sind die Leute Zeit ihres Lebens angewiesen und wollen trotzdem Sport machen. Auch ein Asthmatiker ist da nicht viel anders, denn das Medikament bringt ihm ja idR keinen Vorteil. Nur weil Profis bestimmte - oft deutlich härtere - Asthmamedikamente benutzen, um von dem Steroid-Anteil zu profitieren oder dadurch ihre Steroidzugaben erklären wollen (!), sollte man die Gruppe an Medikamenten doch nicht komplett verbieten. Dafür gibt es Grenzwerte. Und das ist auch gut so. Denn ohne gescheite Grenzwerte wird eben dann doch mal der positiv getestet, der nur am Aerosol des Nachbarn geschnuppert hat oder sonstwie Mikroben abbekommen hat. Das will ja nun keiner. Ich nehme einfach nix und dann passiert auch nix funktioniert in einer Welt über schwarz-weiß hinaus einfach nicht. |
[quote=Kampfzwerg;1471600]
Glaub mir, ich wäre froh, wenn ich das Zeug nicht brauch und würde gerne mit dir tauschen. /QUOTE] Es geht mir hier nicht um Dich oder sonst Jemanden ! Ich schrieb über meine Auffassung zum Sport und zum Wettkampfsport. Es gibt X Faktoren, die mich davon überzeugen sich nicht mit anderen im Wettkampf zu messen und nur mein eigenes abzufordern. Ausnahmereglungen die Medikamente erlauben, die anzuzeigen sind, ist ein Faktor. Der größte Faktor sind aber die Rahmenbedingungen, die jeder einzelne mit sich bringt. Damit meine ich Talent, Zeitbudget, Motivation, Trainingsausnutzung ....... usw. Um dein Beispiel nochmals zu nehmen. Wenn der Mensch mit Sehschwäche im Straßenverkehr ohne Sehhilfe teilnimmt, gefährdet er andere Menschen und hat somit auch nichts dort zu suchen. Aber das ist ja sogar mit Eintragung gesichert. |
Ich finde den Ansatz von FlyFive nicht schlecht. Die chronisch Kranken können doch den Sport weiter betreiben, das wollte doch keiner verbieten, insbesondere wenn das dem Kranken gut tut. Er soll halt nur nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Da sollten ja gleiche Bedingungen herrschen, also ohne medikamentöse Hilfestellung.
Die Reihe an den hitzigen Diskussionen zu dem Thema zeigt, wie ernst hier der Sport und die sportliche Leistung genommen wird, und das auch noch im Hobbybereich. Cameron hat ja schon darauf hingewiesen, dass es wichtigere Probleme gibt auf der Welt. Auf der anderen Seite ist das hier ein Triathlon-Forum und für viele scheint dieser Sport der Lebensinhalt zu sein, da ist es eh schwierig sachlich zu diskutieren. Doper nehmen den Sport so ernst, dass sie sich und anderen schaden, nur um zu gewinnen. Allein das zeigt, wie problematisch so eine Ernsthaftigkeit zum Sport ist. Raced doch einfach, lernt auch mal zu verlieren (auch wenn es schwer fällt) und trinkt danach zusammen ein (alkfreies) Bier, ohne wieder nur über Leistung zu reden. |
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Das mich die Wertung und Platzierung nicht interessiert, ist ja meine Sache. Mein Grundauffassung für eine Wettkampf-Sportart, setzt eben 100% Mensch ohne Medikamente voraus. Wäre ich Bogenschütze und würde wegen einer Brille schärfer sehen, wie mein Nebenmann, der eigentlich keine Brille benötigt und mit normaler, leichter Sehunschärfe sein Wettkampf bestreitet, wäre das aus meiner Sicht auch nicht fair und sinnvoll. Wer sagt uns denn, das Menschen mit leicht eingeschränkter Lungenfunktion, die nicht ärztlich gestempelt wurde, gegenüber anderen Sportlern (mit medikament) nicht sogar in Nachteil geraten ? Ein starkes Argument, finde ich. Darts/Schach: Sie können trainieren und machen was sie wollen. Die Regeln sollte mMn keine Ausnahmeregelungen hergeben. Ein Kranker hat eben diesen leistungsmindernden Nachteil - Schade, aber niemand ist perfekt und jeder kann etwas anderes gut. |
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Vor dem Hintergrund ist es für mich üblich, das Regelwerk in den Grundzügen zu kennen, vor dem Wettkampf die Hinweise des Veranstalter zu lesen und zur Wettkampfbesprechung zu gehen bzw. Sicherzustellen, dass ich die Infos von dieser bekomme. Mir ist schleierhaft, wieso so viele an den Wettkämpfen teilnehmen und noch nicht mal grundlegende Kenntnisse über das Regelwerk haben. Konkret zu den Anti-Doping-Regularien: @Captain: Wie weit sollte denn aus deiner Sicht die Aufklärung des Verbandes/des Vereins gehen bzw. wie sollte diese aussehen. Reicht es, wenn auf die bestehenden Regelwerke, die entsprechenden Datenbanken und die Risiken hingewiesen wird? Konkrete Empfehlungen bzw. Warnungen wird der Verband kaum aussprechen, da diese nie vollständig und rechtssicher sein können. Im Zweifel beruft sich der Athlet dann darauf, dass es Warnungen gab, aber sein Mittel nicht genannt wurde. Ich denke, hier muss der Athlet zu einem gewissen Mass so mündig sein, dass er ein Medikament oder einen Wirkstoff selbst in den Datenbanken prüft. Der Verband kann aber vielleicht deutlicher auf die Prüfungsmöglichkeiten hinweisen bzw. diese leichter zugänglich machen. M. |
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Meine Frage lautet: Atme ich als vermeintlich "gesunder" Wettkampfteilnehmer genauso effektiv und effizient wie ein "medikamentös eingstellter" Sportler mit Ausnahmeregelung für seine Krankheit und sein Medikament ? Ich wurde zur Effizienz meiner Atmung oder Sauerstoffaufnahmefuntkion noch nie geprüft. Ich fühle mich für den Triathlonsport gesund genug. |
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In dem Jahr stand ich in Zofingen das letzte Mal am Start. Beim ersten Wechsel nahmen ALLE, die um mich rum wechselten einen Hieb aus ihrer Spraydose, wenig später wußte ich auch warum. An der Strecke wurde Heu gemacht. Meine Atemwege waren so dicht, dass ich noch nicht mal mehr vernünftig bergablaufen konnte. Der ganze WK war der Horror. Meine Freundin empfahl mir dann auch Salbutamol. Ich habe mir nur die Nebenwirkungen durchgelesen und mich dann lieber gegen eine Teilnahme an WK im Sommer entschieden. Inzwischen ist es mir eh zu heiss und ich mach, wenn überhaupt WK im Frühjahr/Herbst/Winter. Mittlerweile geht es sogar wieder etwas besser, aber eben nicht so gut, dass wieder WK im Sommer machen möchte (ausser kurze Langstrecken auf der Bahn). |
Tja Ralph ich habe seit 40 Jahren Asthma, in den Beipackzetteln meiner Medis wird vor dem Doping gewarnt und ich hab mit Medis rund 75% Ventilation ohne kann's bis 20% runtergehen.
Was sollte ich deiner Meinung nach tun, Sportwechsel kommt nicht in Frage. Sorry für OT |
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du machst es einfach so wie bisher ! Wenn Du Triathlon machen möchtest, kannst Du das ja wie bisher tun. Mit Medikamenten scheint es ja ganz ordentlich zu funktionieren mit der Ventilation. Meine Frage ist, was würdest Du ohne Medikamente für einen Sport ausüben und wenn Triathlon, in welcher Intensität ? Ich denke, mit lediglich 20% Ventilationsleistung würdest Du Dich entsprechend deiner Möglichkeiten einbremsen. So mache ich es mit meiner Tagesform. Ist die Tagesform nicht so dolle, bin ich eben langsamer im Teilnehmerfeld unterwegs und lande unter Umständen hinter Teilnehmern, die ich sonst hinter mir habe. Klar, ich könnte auch erlaubte Stimmungsaufheller (sofern die was für das Wohlbefinden taugen...) nutzen um an die Tagesform zu kommen, die ich normalerweise habe und die andere gerade haben..... Ich akzeptiere meine Leistungsschwankungen denen ich auch im engen Zeitfenster unterliege. |
Danke für deinen Gedankenaustausch.
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Wären die Dopingrichtlinien jetzt nach Deinem Konzept gestaltet, würden wahrscheinlich 10-20 % aller lizensierten BallspielerInnen nicht mehr auflaufen, wären alle Volksläufe um 10-20 % kleiner usf. Im Seniorenbereich wären die Zahlen bei einem 1/3. Und wie verhält es sich mit der Medikamenteneinnahme der Wettkämpfer während der Trainingsphase? Möchtest Du da auch alle Medikamente verbieten, das wäre doch absurd. Und stelle Dir mal vor, die Dopingkontrolleure brauchen Proben und Laboranalysen, die alle Medikamente abdecken. Sollen das die Wettkämpfer dann bezahlen? Man muss sich doch von dem Gedanken generell verabschieden, dass alle mit den gleichen Voraussetzungen an der Startlinie stehen. Bei Doping geht es um den Missbrauch von Medikamenten zwecks sportlicher Leistungssteigerung und den sehe ich immer als da gegeben an, wo keine medizinische Indikation vorliegt. Natürlich kann es im Einzelfall grenzwertige oder auch falsche Entscheidungen geben. Wer will z.B. von aussen beurteilen, ob die Behandlung von Messi´s Kleinwüchsigkeit mit Wachstumshormonen, welche der FC Barcelano der Familie finanzierte, gerechtfertigt war. Die zuständigen Instanzen sahen es als medizinisch notwendig an. Oder ein anderes prominentes Beispiel: Caster Semenya muss ihren Hormonspiegel künstlich mit Medikamenten auf bestimmte Grenzwerte bringen, um starten zu dürfen. Mit natürlichen Umständen wäre ihr Hormonspiegel zu männlich und sie im Vorteil gegenüber allen anderen Starterinnen. (Eine ethisch nicht unproblematische Entscheidung, weshalb Semenya nicht startet.) |
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Ich mache also keine Anstrengungen das Regelwerk zu ändern und ich halte niemanden seine Ausnahmeregelung vor. Zitat:
Bluthochdruck, Asthma, Diabetes - wie sieht es aus mit einer seperaten Wertung ala Paralympics. Hier kann man alle Sportler mit Handicap werten. In Roth gibt es Sportler mit Handicap, die in die erste Startgruppe kommen und damit gesondert vom Rest behandelt werden. Das ist keine Empfehlung von mir - es ist nur ein Gedanke. Zitat:
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Mein Ursprungsgedanke zu den neuesten Antidoping-Threads gehen auch definitiv nicht gg Captain Hook. Ich beschrieb lediglich meinen Gedanken, das man mit den Themen eher neugierig wird, etwas zu probieren, das einen sonst nie interessiert hätte. Es geht auch um Dinge die legalisiert sind durch den Verband und trotzdem Zweifel bestehen, ob das Mittel X oder Y trotz aller Unschuld, nicht doch einen Tick leistungsfähiger macht. Ich sagte ja schon - ich bin kein Wettkämpfer im herkömmlichen Sinn. Ich bin Breitensportler und trabe auch im Zielkanal mein Tempo, während mich andere noch spurtend abfangen. Erst kürzlich ließ ich einem Läufer den Vortritt an der Ziellinie, der aus unerklärlichen Gründen 30m vorm Ziel stark Tempo raus nahm - ich ihn aber zuvor nur mit Gewalt überholen gekonnt hätte. Wenn ich es nicht schaffe über 4970m den Burschen zu überholen, dann war Er besser und das habe ich ihm gezeigt und gesagt. |
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Ps. Es hängt beim Bluthochdruck und Herzproblemen natürlich vom Schweregrad ab, ab wann Medikamente unbedingt notwendig werden. |
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Deshalb meine ich, das man Wertungen trennen könnte für Leute, die Medikamente benötigen um am Sport teilnehmen zu können. Ich hätte nichts dagegen, wenn man meine Leistung unter Männer-Altersklasse-Basis wertet und Dich in M-AK-Ausnahmegeregelt ;) Persönlich könnte mir die Wertung mit Platz A bis Z auch gestohlen bleiben. Ich nutze sie lediglich als grobe Orientierungshilfe meiner Leistung. |
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Solltest Du also selbst jemals Medikamente benötigen, sei es während der Trainingszeiten oder dauerhaft, nimmst Du nicht mehr an gewerteten Veranstaltungen in der jetzigen Form teil, hast aber keine Einwände und akzeptierst es, wenn andere das tun, weil die Regeln so sind. Ps. Mir ist es völlig egal, in welcher Kategorie ich gewertet werde. Von mir aus kann man alle zusammenlegen. Und noch ein PS: Für viele Medis braucht es keine Ausahme, weil man damit nicht dopen kann. |
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