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-   -   Lauf-ABC, aber wie? (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=44756)

Phil_ster 23.08.2018 11:54

Lauf-ABC, aber wie?
 
Hallo zusammen,

ich brauch eure Hilfe als Anfänger.
Überall hört man ja vom LAUF-ABC etc. und es gibt zig Youtube Videos dazu und jedes ist anders aufgebaut.
Gibt es Übungen oder Dinge die eurer Meinung auf jeden Fall dazu gehören, könnt ihr da Empfehlungen aussprechen?

Danke

tria ghost 23.08.2018 12:02

Also hier kannste definitiv nix verkehrt mit machen.
Wichtig wäre nur das man das Lauf-ABC nach Möglichkeit direkt nach nem kurzen Warm-Up angehen sollte und nicht am Ende einer Session.
Mit dem Erschöpfungsgrad steigt zunehmend die Gefahr unsauber zu werden (gilt auch für Schwimmtechnik)

LAUF ABC

Klugschnacker 23.08.2018 12:03

Lass es sein. Gehe lieber laufen stattdessen, in möglichst abwechslungsreichem Gelände.

Das Lauf-ABC soll die Lauf-Ökonomie verbessern. Das bedeutet, weniger Sauerstoffverbrauch bei einem festgelegtem Tempo. Diese Lauf-Ökonomie hängt jedoch vor allem von den Wochenumfängen ab, also den Kilometern, die Du durchschnittlich pro Woche zurücklegst. Das Lauf-ABC hat nur sehr geringe Effekte, positive wie negative.

Wenn Du ein besserer Läufer werden willst, musst Du in erster Linie mehr laufen. Abkürzungen gibt es nicht.
:Blumen:

tria ghost 23.08.2018 12:13

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1400987)

Wenn Du ein besserer Läufer werden willst, musst Du in erster Linie mehr laufen. Abkürzungen gibt es nicht.
:Blumen:


Lauf-ABC schult doch aber auch die Technik und hilft auch um Verletzungen zu vermeiden???
Bessere Technik verhilft für schnelleres Tempo.
Vergleich: Sanders mit Frodo/Lange. Sanders kommt über Umfang und Kraft, Frodo/Lange auch über Ihre gute Lauftechnik...

Also grad für Neueinsteiger nicht verkehrt?

Helios 23.08.2018 13:01

Zitat:

Zitat von tria ghost (Beitrag 1400990)
.........
Vergleich: Sanders mit Frodo/Lange. Sanders kommt über Umfang und Kraft, Frodo/Lange auch über Ihre gute Lauftechnik...
..........

vor 10 Jahren hat der Eine die Olympiade gerockt - der Andere hockte da noch am Baum.. ähhhh hatte eine Jugend als reiner Läufer (man mag es bei dem Humpler gar nicht glauben).

Außerdem sind die Vergleiche nicht gerade immer der Bringer, weil wer hat schon als Anfänger das Tempo dieser Leute drauf - zumindest bei einer Strecke über 10 m ;)

BananeToWin 23.08.2018 13:11

Zitat:

Zitat von tria ghost (Beitrag 1400990)
Vergleich: Sanders mit Frodo/Lange. Sanders kommt über Umfang und Kraft, Frodo/Lange auch über Ihre gute Lauftechnik...

Also grad für Neueinsteiger nicht verkehrt?


Ich sehe es nicht ganz so wie Arne. Aber eines halte ich auch für Schwachsinn: gerade als Anfänger ein liebloses Lauf-ABC abzuspulen. Das bringt nix, dann laufe lieber. Einzig dass gewisse plyometrische Aspekte dabei sind könnte was bringen.
Ich würde wenn dann ganz ausgewählte Übungen machen, wenn man glaubt ein bestimmtes Defizit zu haben. Und diese Übung(en) dann regelmäßig. Ansonsten lieber vielseitig (bzgl. Tempi und Untergrund) normal laufen.
Allerdings glaube ich mittlerweile nicht mehr, dass man nur durch hohe Umfange automatisch ein sehr guter Läufer wird. Niemand wird ohne hohe Umfänge ein guter Läufer, aber andersherum kann man den Schluss nicht zwingend ziehen. Gerade als Triathlet kann man sich gewisse Fehler angewöhnen und kommt dann irgendwann nicht recht weiter (z.b. eine sitzende Haltung, mangelnde Hüftstreckung etc.). Aber wie gesagt, einfach eim beliebiges ABC zu machen hilft da sicherlich nicht.

Bzgl. der Sanders vs Frodeno/Lange-Darstellung: Ich glaube das nicht. Auch Frodo macht sehr hohe Laufumfänge. Klar, er ist ein Stilist; und er hat wohl ne sehr gute Laufökonomie. Aber nur weil es bei Sanders nicht so grazil aussieht, muss er keine schlechte Laufökonomie haben. Er hat eine gute, aufrechte Körperhaltung, gute Hüftstreckung, starke Gluteus- und Hamstringmuskulatur. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er gute Laukökonomiewerte hat. Wie soll er sonst auch solche Zeiten laufen?

ks03 23.08.2018 13:32

Zitat:

Zitat von BananeToWin (Beitrag 1401008)
Ich sehe es nicht ganz so wie Arne. Aber eines halte ich auch für Schwachsinn: gerade als Anfänger ein liebloses Lauf-ABC abzuspulen. Das bringt nix, dann laufe lieber. Einzig dass gewisse plyometrische Aspekte dabei sind könnte was bringen.
Ich würde wenn dann ganz ausgewählte Übungen machen, wenn man glaubt ein bestimmtes Defizit zu haben. Und diese Übung(en) dann regelmäßig. Ansonsten lieber vielseitig (bzgl. Tempi und Untergrund) normal laufen.

Was kann man denn gezielt verbessern mit entsprechenden Übungen?

Ich mühe mich sehr ab mit dem Laufen, aber es wird. Hab instabile Sprunggelenke und Knie, aber bis jetzt läuft es ganz gut, da ich auf unterschiedlichen Untergründen laufe.

Tschau

Triathlonator 23.08.2018 14:10

Kommt drauf an wo man Defizite hat würde ich sagen. Bei mir besteht ein Lauf ABC nicht nur aus den einzelnen Übungen. Da wird sich erst ein paar Minuten gelockert, dann warm machen, dann bisschen Dehnen und dann hab ich ein Set von Übungen die gezielt den Laufstil beeinflussen sollen. Dazu muss man googlen, was genau welche Übung bewirkt.

Seitscherenschritte mach ich z.B. um die Beweglichkeit in der Hüfte zu erhöhen. Wer in dem Bereich steif ist, läuft nicht unbedingt ökonomisch oder elegant. Anfersen und Knieheben bzw. Skippings sind eher als Aufwärmpart zu verstehen, schaffen aber Kraft und Beweglichkeit in den Sprunggelenken. Sprints baue ich ein, um strenge Tempiwechsel beim Laufen zu ermöglichen, ohne plötzliche Verletzungen zu riskieren. Sehe das immer wieder, dass Athleten auf der Ziellinie einhumpeln, weil sie sich beim Zielsprint ne Zerrung o.Ä. zugezogen haben.

Allem in allen würde ich sagen, das ABC hat definitiv positive Auswirkungen auf den Bewegungsapparat und macht dich langfristig einfach geschmeidiger, also dynamischer, beweglicher...wie immer man es nennt. Krafteinheiten macht man z.B. auch als Unterstützungen und der Mehrwert ist wohl kaum zu ignorieren. Es werden einfach Bewegungspunkte angesprochen, die man beim nur Laufen nicht, oder eventuell falsch anspricht.

Genau wie bei Krafteinheiten ist es wichtig die Übungen mit Spannung und sauber zu vollziehen. Also auf gute Körperhaltung achten etc.. Die Relevanz ist auch vom Alter abhängig, denke ich. Junge Leute brauchen das weniger als alte Säcke...:)

uruman 23.08.2018 14:49

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1400987)
Lass es sein. Gehe lieber laufen stattdessen,

....................

Wenn Du ein besserer Läufer werden willst, musst Du in erster Linie mehr laufen. Abkürzungen gibt es nicht.
:Blumen:



Das kann Zustimmen für gute Läufer zwischen 30-40 Jahren

Für alle andere ist eine gute Maßnahme um zu erreichen oder erhalten eine gute Lauf-Ökonomie ( Abkürzung)

Gerade für Anfänger halte ich nicht für sinnvoll große Umfänge zu empfehlen
Ich finde wichtig nicht nur spezifisch die 3 Sport Disziplinen zu trainieren sondern auch das ganze Begleit-Training, wie Technische Übung, Stabi ,Kraft usw.
Sonst kommt später die Rechnung in Form von Verletzung oder eine sehr frühe Stagnierung in die Leistung -Entwicklung

:bussi:

Bommel91 23.08.2018 15:30

Geil, da hat man jahrelang schlechtes Gewissen weil man noch nie Lauf abc gemacht hat und dann kommt Arne und ich kann dieses Kapitel beruhigt beenden. Die anderen Posts lese ich logischerweise nicht

captain hook 23.08.2018 15:49

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1400987)
Lass es sein. Gehe lieber laufen stattdessen, in möglichst abwechslungsreichem Gelände.

Das Lauf-ABC soll die Lauf-Ökonomie verbessern. Das bedeutet, weniger Sauerstoffverbrauch bei einem festgelegtem Tempo. Diese Lauf-Ökonomie hängt jedoch vor allem von den Wochenumfängen ab, also den Kilometern, die Du durchschnittlich pro Woche zurücklegst. Das Lauf-ABC hat nur sehr geringe Effekte, positive wie negative.

Wenn Du ein besserer Läufer werden willst, musst Du in erster Linie mehr laufen. Abkürzungen gibt es nicht.
:Blumen:

Da führe ich gerne mal Ultraläufer als Gegenbeispiel an. Die laufen meistens sehr viel Umfang, sieht meistens ganz schlimm aus und schnell können die meisten auch nicht.

Obs am Lauf ABC liegt würde ich jetzt nicht abschließend sagen wollen, aber einfach nur mehr laufen halte ich für keine gute Idee wenn man das so isoliert in den Raum stellt.

Wenn ich allerdings die meisten Lauf ABC Abläufe sehe, wundert es mich nicht, dass die nicht funktionieren.

Ohne die Draufsicht eines erfahrenen Trainiers mit entsprechenden Korrekturansagen halte ich Lauf ABC für absolut überflüssig. Richtig angelegt mit Kontrolle für sehr hilfreich. Allerdings würde ich das auch umfangreicher anlegen als die meisten hier vermutlich glauben.

Für ab und zu mal nen Triathlon über die Runden zu bringen muss sicherlich niemand Lauf ABC machen.

ArminAtz 23.08.2018 15:56

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1401046)

Ohne die Draufsicht eines erfahrenen Trainiers mit entsprechenden Korrekturansagen halte ich Lauf ABC für absolut überflüssig. Richtig angelegt mit Kontrolle für sehr hilfreich. Allerdings würde ich das auch umfangreicher anlegen als die meisten hier vermutlich glauben.

:Blumen: Und meiner Meinung nach, 1:1 aufs Schwimmen übertragbar.

tridinski 23.08.2018 15:57

gutes Laufen, d.h. schnell und orthopädisch schonend, heißt für mich:

* Schrittfrequenz 180 +/-
* kurze Bodenkontaktzeit
* Fußaufsatz mit Mittel- oder Vorfuß (auf jeden Fall nicht mit der Ferse)
* viel Fersenhub
* Becken nach vorne gekippt
* Armschwung hinten weit hoch
* Abdruck hinten lang
* etc.

Wenn du das alles sauber drauf hast solltest du einfach viel laufen. Wenn nicht, macht Techniktraining, vulgo LaufABC, sehr viel Sinn. Wo soll die Technik denn sonst herkommen? Die Technik ist bei steigender Fitness der Hebel, der die späteren Fitnessgewinne exponentiell in höhere Geschwindigkeit übersetzt.

Einfach drauflostraben bringt beim Einsteiger zunächst gute Fortschritte aufgrund der sich verbessernden Fitness, aber die Fortschritte enden leider auch ziemlich bald wieder wegen der mangelnden Technik. Das gilt ganz extrem bim Schwimmen, aber auch sehr beim Laufen.

tridinski 23.08.2018 16:15

Zitat:

Zitat von Bommel91 (Beitrag 1401041)
Geil, da hat man jahrelang schlechtes Gewissen weil man noch nie Lauf abc gemacht hat und dann kommt Arne und ich kann dieses Kapitel beruhigt beenden. Die anderen Posts lese ich logischerweise nicht

in deiner Signatur gibst du 5k mit 22min an oder 10 mit 47, ich glaube um schneller zu werden würde dir regelmässig ein wenig LaufABC ganz gut tun :Lachanfall:

mcbert 23.08.2018 16:19

Ich denke auch, Lauf ABC erfüllt seine Wirkung nur wenn man es ordentlich macht und auch korrigiert wird bei Fehlern.
Als ich noch die Chance hatte Lauf ABC mit einem Trainer zu machen enthielt dies sowohl Übungen zur Technik, Stabilität und Kraft.
- So manchem Läufer schadet etwas mehr Kniehub u. anfersen definitiv nicht.
- Rumpfstabilität lohnt sich immer
- Kräftigung der Hauptmuskeln gibt Power und bei den unterstützenden Muskeln schützt es vor Verletzungen.

Aus eigener Erfahrung kann ich es nur empfehlen, mir hat es damals viel gebracht. Ich hab es aber trotzdem nie geschafft es alleine regelmäßig durchzuziehen. :(
Gruppenzwang hat manchmal auch seine Vorteile

Mirko 23.08.2018 16:22

Zitat:

Zitat von Bommel91 (Beitrag 1401041)
Geil, da hat man jahrelang schlechtes Gewissen weil man noch nie Lauf abc gemacht hat und dann kommt Arne und ich kann dieses Kapitel beruhigt beenden. Die anderen Posts lese ich logischerweise nicht

Da mach ich mit! :Cheese:

Foxi 23.08.2018 16:37

Zitat:

Zitat von mcbert (Beitrag 1401060)
Ich denke auch, Lauf ABC erfüllt seine Wirkung nur, wenn man es ordentlich macht und auch korrigiert wird bei Fehlern.
Als ich noch die Chance hatte Lauf ABC mit einem Trainer zu machen enthielt dies sowohl Übungen zur Technik, Stabilität und Kraft.
- So manchem Läufer schadet etwas mehr Kniehub u. anfersen definitiv nicht.
- Rumpfstabilität lohnt sich immer
- Kräftigung der Hauptmuskeln gibt Power und bei den unterstützenden Muskeln schützt es vor Verletzungen.

Aus eigener Erfahrung kann ich es nur empfehlen, mir hat es damals viel gebracht. Ich hab es aber trotzdem nie geschafft es alleine regelmäßig durchzuziehen. :(
Gruppenzwang hat manchmal auch seine Vorteile

Sehr treffend formuliert! :Blumen: Das gibt so in etwa auch meine Erfahrungen in 28 Jahren Laufen wieder,als Läufer wie auch als Trainer. Und die Dynamik einer Gruppe schadet dabei ganz sicher nicht... :Huhu:

Schaut man sich die Verletzungen bei Läufern an, so kann man da mit verschiedenen Übungen aus dem Lauf-ABC durchaus vorbeugen, gerade in Bezug auf die Hüftbeuger, das ISG, die Knie, Sprunggelenke sowie Bänder und Sehnen. "Regelmäßiges Lauf-ABC" heißt aber nicht, es jedesmal vorm Laufen einzubauen, sondern ist längerfristig gemeint. Einmal pro Woche ist auch regelmäßig und bringt dann in einem längeren Zeitraum viel.

Es gibt soooo viele Übungen dazu, dass man/frau sie sicherlich nicht jedesmal ALLE machen kann. Auch das schafft Abwechslung. Auch muss Lauf-ABC nicht allein stehen; ich setze es (für mich und andere) gerne als "Vorspeise" vor einem Lauf-"Hauptgang" ein, z.B. 15-20 min Lauf-ABC vor einem Intervall-Training auf der Bahn oder vor einem hügeligen Waldlauf mit Fahrtspiel-Elementen...

Klugschnacker 23.08.2018 17:06

Wunschdenken trifft auf Wirklichkeit!

Sicher bringt Lauf-ABC "irgendwas". Genauso wie wechselseitiges einbeiniges Fahren mit starrer Nabe. Oder die Übung "Badewanne" beim Schwimmtraining.

Sehr gute Läufer machen das an Umfängen und Intensitäten, was sie eben vertragen. Das Lauf-ABC kommt dann on top. Wer hingegen nur drei- oder viermal pro Woche läuft, und dann einen dieser Läufe streicht oder reduziert, um ein paar Bocksprünge zu machen, wird sich verschlechtern, statt sich zu verbessern.

Chrispayne 23.08.2018 17:07

Zitat:

Zitat von ArminAtz (Beitrag 1401047)
:Blumen: Und meiner Meinung nach, 1:1 aufs Schwimmen übertragbar.

ich würde sogar noch weiter gehen und die Ansätze/Ideen von Jan Wolfgarten übertragen...isoliertes Lauf-ABC ist für die Hose. Wichtiger wäre es, im regulären Training bei jedem Schritt drauf zu achten, sauber zu laufen.

captain hook 23.08.2018 17:14

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1401075)
Wunschdenken trifft auf Wirklichkeit!

Sicher bringt Lauf-ABC "irgendwas". Genauso wie wechselseitiges einbeiniges Fahren mit starrer Nabe. Oder die Übung "Badewanne" beim Schwimmtraining.

Sehr gute Läufer machen das an Umfängen und Intensitäten, was sie eben vertragen. Das Lauf-ABC kommt dann on top. Wer hingegen nur drei- oder viermal pro Woche läuft, und dann einen dieser Läufe streicht oder reduziert, um ein paar Bocksprünge zu machen, wird sich verschlechtern, statt sich zu verbessern.

Hat irgendjemand geschrieben, dass er sein Laufpensum dafür reduzieren wollte?

Wenn man lauftechnisch angelegte Steigerungslaufprogramme und Sprungserien dem Lauf ABC zuordnet, wie es bei uns damals immer der Fall war, wird einen Nutzen davon haben, der über "irgendwas" ganz sicher weit hinausgeht.

captain hook 23.08.2018 17:18

Zitat:

Zitat von Chrispayne (Beitrag 1401076)
ich würde sogar noch weiter gehen und die Ansätze/Ideen von Jan Wolfgarten übertragen...isoliertes Lauf-ABC ist für die Hose. Wichtiger wäre es, im regulären Training bei jedem Schritt drauf zu achten, sauber zu laufen.

Den Nutzen von Sprungläufen bergan zB wirst Du in keinem "ich achte beim Laufen auf meinen Schritt" erzielen. Genauso wie das "ausklinken und fliegen lassen" am Ende eines Steigerungslaufes aus submaximaler Geschwindigkeit.

Klugschnacker 23.08.2018 17:28

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1401079)
Wenn man lauftechnisch angelegte Steigerungslaufprogramme und Sprungserien dem Lauf ABC zuordnet, wie es bei uns damals immer der Fall war, wird einen Nutzen davon haben, der über "irgendwas" ganz sicher weit hinausgeht.

Das müsste sich ja belegen lassen. Der Bereich Laufökonomie ist regelmäßig der Gegenstand wissenschaftlicher Studien. In aller Regel findet man dabei heraus, dass die Laufökonomie nicht mit dem Lauf-ABC korreliert. Sehr stark aber mit den Umfängen.

Der gezierte, tänzelnde Stil einiger Leichtathleten ist übrigens weniger ökonomisch, als viele denken. Gerade auf längeren Distanzen werden regelmäßig Athleten Weltmeister oder Olympiasieger, die einen eher eigenwilligen Laufstil pflegen.

Dem Lauf-ABC liegt die Vorstellung zugrunde, dass ein explosiver Abdruck, möglichst kurze Bodenkontaktzeiten, ein gewisser Kniehub, oder eine bestimmte Armbewegung und so weiter besonders ökonomisch seien. Jedoch gibt es dafür bis heute nicht den geringsten wissenschaftlichen Beleg.

sabine-g 23.08.2018 17:32

Lauf ABC ist genauso ein Blödsinn wie Vorfußlaufen.

captain hook 23.08.2018 17:35

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1401083)
Das müsste sich ja belegen lassen. Der Bereich Laufökonomie ist regelmäßig der Gegenstand wissenschaftlicher Studien. In aller Regel findet man dabei heraus, dass die Laufökonomie nicht mit dem Lauf-ABC korreliert. Sehr stark aber mit den Umfängen.

Der gezierte, tänzelnde Stil einiger Leichtathleten ist übrigens weniger ökonomisch, als viele denken. Gerade auf längeren Distanzen werden regelmäßig Athleten Weltmeister oder Olympiasieger, die einen eher eigenwilligen Laufstil pflegen.

Dem Lauf-ABC liegt die Vorstellung zugrunde, dass ein explosiver Abdruck, möglichst kurze Bodenkontaktzeiten, ein gewisser Kniehub, oder eine bestimmte Armbewegung und so weiter besonders ökonomisch seien. Jedoch gibt es dafür bis heute nicht den geringsten wissenschaftlichen Beleg.

Welche "Übungen" lagen denn den von dir zitierten Studien zugrunde?

p.s. dem Aufwärmprogramm vieler Afrikaner im Langstreckenlauf liegen reihenweise Dinge zugrunde, die ich unter Lauf ABC werten würde. Selbst wenn man das auf den ersten Blick nicht annehmen würde...

premumski 23.08.2018 17:37

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1401083)
Das müsste sich ja belegen lassen. Der Bereich Laufökonomie ist ja regelmäßig der Gegenstand wissenschaftlicher Studien. In aller Regel findet man dabei heraus, dass die Laufökonomie nicht mit dem Lauf-ABC korreliert. Sehr stark aber mit den Umfängen.

Der gezierte, tänzelnde Stil einiger Leichtathleten ist übrigens weniger ökonomisch, als viele denken. Gerade auf längeren Distanzen werden regelmäßig Athleten Weltmeister oder Olympiasieger, die einen eher eigenwilligen Laufstil pflegen.

Dem Lauf-ABC liegt die Vorstellung zugrunde, dass ein explosiver Abdruck, möglichst kurze Bodenkontaktzeiten, ein gewisser Kniehub, oder eine bestimmte Armbewegung und so weiter besonders ökonomisch seien. Jedoch gibt es dafür bis heute nicht den geringsten wissenschaftlichen Beleg.

Hierwird ganz klar gesagt und dass es Wissenschaftlich belegt sei, dass plyometrisches Training und Maximalkrafttraining die Laufökonomie verbessern würden. Das sind im Endeffekt Sprungserien und Sprints(Abwandlung von Maximalkraft). Ob die wissenschaftliche Belege stimmen, war ich jetzt zu faul heraus zu finden. Wenn man das, als LaufABC zählt, dann würde es was bringen. Wenn man nur die klassischen Übungen zählen lässt, dann bringt es scheinbar nichts.

NBer 23.08.2018 17:50

man muss unterscheiden zwischen laufökonomie und schnellem laufen.
das ökonomischte ist der "landstreicherstil"...ohne jeden kniehub und anfersen...so wie sich eben viele auf der langdistanz bewegen.
beim schnellen laufen auf den unterdistanzen oder sololäufen wird ein komplett anderer bewegungsablauf benötigt, und dort wirkt das lauf abc sehr wohl. nämlich genau wenn es um eine starke wade, fußaufsatz, abdruck- und frequenzverhalten geht. gerade und vor allem das frequenzverhalten muss trainiert werden, weil es eine nervale ansteuerung der muskulatur beinhaltet, was einem lernprozess unterliegt.

Foxi 23.08.2018 18:18

Bevor hier ein Grundsatzstreit über den Nutzen und Sinn des Lauf-ABCs entbrennt, sollten wir uns klar machen, was bzw. wer genau gemeint ist. Streitpunkt scheint dabei vor allem das Wort "Laufökonomie" zu sein.

Versteht man unter "Ökonomie" eine Reduzierung der O2-Aufnahme oder die Veränderung bestimmter Stoffwechselparameter, so finden sich in der Tat kaum Belege für eine Wirksamkeit von solchen Übungen, die unter dem weiten Begriff des Lauf-ABC subsummiert werden.

Das Lauf-ABC ist jedoch entwickelt worden als eine spezielle Form des Koordinationstrainings. Bei einer so komplexen Bewegung wie dem Laufen geht es im Training darum, NEBEN der Kreislaufökonomisierung auch das koordinative Zusammenspiel der Faktoren Schrittlänge, Schrittfrquenz, Bodenkontaktzeit, Abdruckkraft zu optimieren. Dies ist nötig, um eben den einzelnen Schritt kraftsparender, also in der Summe weniger belastend zu gestalten. Hier wird dann der Begriff der Laufökonomie eher im Sinne eines Ermüdungswiderstandes im Bereich Hüfte und darunter zu verstehen sein.
Für Marathonläufer z.B. kein unwichtiger Aspekt. Nur wenigen Läufern ist bewusst, dass sie z.B. beim Aufsetzen des Fußes oder beim Abrollen sich zum Teil selbst ausbremsen. Hier wird Energie "vergeudet", also unökonomisch gelaufen.

Dies gilt insbesondere für reine Läufer, die evtl. erst spät zum Ausdauersport finden und einen schwerfällig wirkenden Laufstil haben.

rauschs 23.08.2018 18:53

...nach Arne wage ich mich auch schon fast nicht mehr, etwas zu schreiben. :-)

Gibt zig Videos, das stimmt. Ein weiteres - kurz und knapp:

https://www.youtube.com/watch?v=l5VgwXqM7p4

https://de.wikipedia.org/wiki/Ingalena_Heuck

(also der Name ist sicher bekannt hier aber ev. kennt ihn der OP noch nicht. So falsch kann das IMHO nicht sein...).

Klugschnacker 23.08.2018 18:57

Zitat:

Zitat von Foxi (Beitrag 1401096)
Nur wenigen Läufern ist bewusst, dass sie z.B. beim Aufsetzen des Fußes oder beim Abrollen sich zum Teil selbst ausbremsen. Hier wird Energie "vergeudet", also unökonomisch gelaufen.

Dies gilt insbesondere für reine Läufer, die evtl. erst spät zum Ausdauersport finden und einen schwerfällig wirkenden Laufstil haben.

Gutes Posting, Foxi. Aber die zitierten Aussagen halte ich für einen Mythos, für den es keinerlei Belege gibt.

Ein Laufanfänger, der den Fuß vor dem Körperschwerpunkt aufsetzt, tut das aus genau dem Grund, weil das für seine aktuellen Fähigkeiten die ökonomischste Art des Laufens ist.

Dasselbe gilt für einen Rad-Anfänger, der mit einer 65er-Trittfrequenz fährt, eben weil das für ihn und seine aktuellen athletischen Fähigkeiten an ökonomischsten ist. Aus genau diesem Grund findet der Körper diese Frequenz ganz von selbst. Zwänge man ihn, mit einer 90er Frequenz zu fahren, verschlechterte sich die Effizienz.

Chrispayne 23.08.2018 18:59

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1401081)
Den Nutzen von Sprungläufen bergan zB wirst Du in keinem "ich achte beim Laufen auf meinen Schritt" erzielen. Genauso wie das "ausklinken und fliegen lassen" am Ende eines Steigerungslaufes aus submaximaler Geschwindigkeit.

der TE läuft irgendwas zwischen 5:40 und 6:20 auf den KM, bei einem Umfang im Bereich von <5km. Willst du ihm solche Übungen machen lassen? Denk mal an das Zielpublikum. 98% der hier Mitlesenden wissen gar nicht was du mit ausklinken und fliegen lassen meinst, ich übrigens auch nicht, und ich laufe ganz ok denke ich :-)

Was du beschreibst hat sicher seine Daseinsberechtigung, aber bevor man als Anfänger im Hoppsalauf den Berg hoch macht sollte man doch andere Dinge machen.

Helios 23.08.2018 19:02

Zitat:

Zitat von rauschs (Beitrag 1401102)
...nach Arne wage ich mich auch schon fast nicht mehr, etwas zu schreiben. :-)

Gibt zig Videos, das stimmt. Ein weiteres - kurz und knapp:

https://www.youtube.com/watch?v=l5VgwXqM7p4

https://de.wikipedia.org/wiki/Ingalena_Heuck

(also der Name ist sicher bekannt hier aber ev. kennt ihn der OP noch nicht. So falsch kann das IMHO nicht sein...).

ich darf mal aus dem verlinkten wiki zitieren
========
Im Februar 2013 erklärte sie, sich aufgrund anhaltender Fußprobleme aus dem Leistungssport zurückzuziehen.
===========
das liest sich nicht so prickelnd - und die vorhuf-übungen aus dem video find ich als inzwischen mittelfuß-möchtegern auch nicht so toll ;)

su.pa 23.08.2018 19:13

Ich hatte auf reine Lauf-ABC Einheiten nie Bock, was komisch ist, da ich gerne Abwechslung im Training habe...

Mittlerweile baue ich die von Max Longree empfohlenen Sprünge nach der Laufeinheit ein. Z.T. nur 4 x 10 Sprünge und komme incl. Pause dann auf 5 min.

Ich habe mir nach 2-3 Wochen mit je 3 x dieser Sprungserien zusätzlich zum normale Laufen eingebildet, dass ich mich kräftiger Abdrücke.

BananeToWin 23.08.2018 19:13

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1401104)
Ein Laufanfänger, der den Fuß vor dem Körperschwerpunkt aufsetzt, tut das aus genau dem Grund, weil das für seine aktuellen Fähigkeiten die ökonomischste Art des Laufens ist.

Dasselbe gilt für einen Rad-Anfänger, der mit einer 65er-Trittfrequenz fährt, eben weil das für ihn und seine aktuellen athletischen Fähigkeiten an ökonomischsten ist. Aus genau diesem Grund findet der Körper diese Frequenz ganz von selbst. Zwänge man ihn, mit einer 90er Frequenz zu fahren, verschlechterte sich die Effizienz.

Das mag sicher richtig sein. Aber ist das wirklich zu Ende gedacht?. Wenn jemand mit bestimmten athletischen Fähigkeiten eine bestimmten Laufstil läuft und damit bestimmte Zeiten laufen kann, dann mag das in dem Moment bedeuten, dass er auf seine Weise am ökonomischsten ist. Was muss passieren, dass er schneller wird? Seine athletischen Fäigkeiten müssen sich ändern. Würdest du behaupten, dass auch diese Fähigkeiten sich automatisch durch das Laufen verbessern oder könnte man evtl. gezielten nachhelfen? Für einen steifen Bock könnte es nützlich sein die Hüftbeuger aufzudehnen. Muskuläre Dysbalancen (z.b. Quadricepsdominanz durch viel Radfharen) könnte man gezielt angehen. Etc etc. Ich will das jetzt nicht als Behauptung schreiben, eher als Frage gemeint.
Soweit ich weiß hälst du, Arne, plyometrisches Training für sinnvoll, bin ich da noch auf dem aktuellen Stand? Das wäre ja auch eine Verbesserung athletischer Fähigkeiten, herbeigeführt nicht durch das Laufen selbst, die es einem ermöglicht ökonomischer zu laufen. Maximalkrafttraining ebenso. Gut, da sind wir nicht mehr auf dem Gebiet des Lauf-ABCs, aber zumindest enthalten ja einige ABC-Übungen plyometrische Elemente.

captain hook 23.08.2018 19:13

Zitat:

Zitat von Chrispayne (Beitrag 1401107)
der TE läuft irgendwas zwischen 5:40 und 6:20 auf den KM, bei einem Umfang im Bereich von <5km. Willst du ihm solche Übungen machen lassen? Denk mal an das Zielpublikum. 98% der hier Mitlesenden wissen gar nicht was du mit ausklinken und fliegen lassen meinst, ich übrigens auch nicht, und ich laufe ganz ok denke ich :-)

Was du beschreibst hat sicher seine Daseinsberechtigung, aber bevor man als Anfänger im Hoppsalauf den Berg hoch macht sollte man doch andere Dinge machen.

Deshalb verwies ich ja schon weiter oben auf Trainerbetreuung bei sowas. Und mit Trainer meine ich Trainer. Also einen der weiß was er tut. Wenn das einer alleine ohne Anleitung und Korrektur versucht, ists vorbei bevor es begonnen hat.

Spungläufe bergan mit Hoppserlauf zu umschreiben... :Lachanfall: das macht man nur, wenn man das nie unter Aufsicht eines strengen Trainers tun musste. :dresche

Alles weitere dazu erscheint mir einigermaßen zwecklos hier zu erläutern. Grundsätzlich gibt es Dinge aus dem Umfeld des Lauf ABCs, die ich als ehemaliger Hochleistungsläufer aus eigener Erfahrung für absolut sinnvoll erachte, weshalb ein "Lauf ABC ist Mist" den Kern der Sache meiner Meinung nach nicht trifft. Auf den Fragesteller bezogen und für den hier angenommenen Anwendungszweck (triathlonanfänger will Triathlon schaffen)... siehe oben. Sowas braucht dafür kein Mensch (schrieb ich aber schon).

Trillerpfeife 23.08.2018 19:18

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1401108)
ich darf mal aus dem verlinkten wiki zitieren
========
Im Februar 2013 erklärte sie, sich aufgrund anhaltender Fußprobleme aus dem Leistungssport zurückzuziehen.
===========
das liest sich nicht so prickelnd - und die vorhuf-übungen aus dem video find ich als inzwischen mittelfuß-möchtegern auch nicht so toll ;)

tolle Diskussion. muaha

@helios:
ich denke mal ihre Fussprobleme lagen nicht unbedingt am Lauf ABC



Das / ein Lauf ABC kenne ich nur aus dem Steffny Laufbuch. Ob es was bringt ausser Abwechslung und das Gefühl mal was anderes gemacht zu haben, keine Ahnung. Meine Beine fühlen sich danach irgendwie lockerer und im positiven Sinne elastischer an.
Im Zweifel ist es halt wie Badewanne beim Schwimmen. Das bringt immerhin, dass man beim Sifiman voll reinhalten kann wenn es für die 25 Meter Badewanne wieder heißt: "Gentlemen take Your marks" :Cheese:

Und ich finde für die Wasserlage und diese ominöse Körperspannung ist Badewanne sehr gut geeignet. Wenn man es richtig macht oder ordentlich gezeigt bekommt und den Arsch hochkriegt.

Triathlonator 23.08.2018 19:23

Ich denke genau da liegt der Fehler. Leute schauen sich Videos auf YT an und denken das ABC wäre etwas eigenständiges, das man wie demonstriert runterspult. Das die darin enthaltenen Übungen teilweise schon seit Jahrzehnten unverändert ein Teil von dynamischer Aufwärmarbeit sind, ist den wenigsten bewusst. Da kommt es dann auf die spezifische Sportart an und die einzige in der Lauf-ABC explizit als Aufwärmen gezeigt wird, ist das Laufen in der Leichtathletik. Und selbst da ist es nur Teil eines Programms. Egal welches Video ich mir diesbezüglich anschaue, 70-75% der Übungen sind deckungsgleich mit dem Aufwärmprogramm in meinem Fußballverein vor 25 Jahren. Und im Prinzip läuft es beim Aufwärmen immer auf eins hinaus: Nichts ist im Sport wichtiger als Flexibilität und Beweglichkeit! Schon alleine weil einem die Disziplinen viel einfacher und, was vor allem relevant für Agegrouper sein sollte, schmerzfreier von der Hand gehen.

Zitat:

man muss unterscheiden zwischen laufökonomie und schnellem laufen.
das ökonomischte ist der "landstreicherstil"...ohne jeden kniehub und anfersen...so wie sich eben viele auf der langdistanz bewegen.
beim schnellen laufen auf den unterdistanzen oder sololäufen wird ein komplett anderer bewegungsablauf benötigt, und dort wirkt das lauf abc sehr wohl. nämlich genau wenn es um eine starke wade, fußaufsatz, abdruck- und frequenzverhalten geht. gerade und vor allem das frequenzverhalten muss trainiert werden, weil es eine nervale ansteuerung der muskulatur beinhaltet, was einem lernprozess unterliegt.
Sehe ich auch so. Wenn ich lange Distanzen bestreite, lauf ich automatisch langsamer, als auf "Unterdistanzen", was auch immer das sein soll. Umso länger, umso stärker tritt der Energiehaushalt in den Vordergrund, umso kürzer, umso stärker liegt der Fokus auf maximalem Krafteinsatz. Deshalb bedeutet für mich Ökonomie eben nicht nur das Verhältnis zwischen Einsatz/Leistung, sondern insbesondere die Verbesserung der Dynamik und Beweglichkeit, um eine angestrebte "Energie"-Ökonomie erst möglich zu machen. Wenn ich z.B. nicht frühzeitig lerne aufrecht zu laufen, kann ich Gedanken über Energie-Ökonomie getrost in die Tonne kloppen, weil mir nach Kilometer ? x-beliebiger Schmerz ein Strich durch die Rechnung macht? Muskeln, Bänder und Nerven wollen geschult werden, um Bewegungsabläufe zu koordinieren. Sowas geht bewiesenermaßen mit kurzen Überreizen sehr gut. Also z.B. Sprungeinlagen, wie beim Hopserlauf. Ich persönlich empfehle da Trambolinspringen...:)

Wenn man das alles so streng wissenschaftlich und auf einem "professionellen", unter Anleitung gestelltem Level sieht, macht es für den TE natürlich kein Sinn. Wenn man ihm aber mitgibt, dass er sich vorm Laufen doch besser aufwärmt und 4-5 der gezeigten Übungen mit einbaut, wird ihm das langfristig sicherlich helfen. In Vereinstrainings sind solche dynamische Aufwärmprogramme Standard.

Klugschnacker 23.08.2018 19:28

Zitat:

Zitat von BananeToWin (Beitrag 1401112)
Soweit ich weiß hälst du, Arne, plyometrisches Training für sinnvoll, bin ich da noch auf dem aktuellen Stand? Das wäre ja auch eine Verbesserung athletischer Fähigkeiten, herbeigeführt nicht durch das Laufen selbst, die es einem ermöglicht ökonomischer zu laufen. Maximalkrafttraining ebenso.

Ja. Ich würde es so formulieren: Abwechslungsreich trainieren ist gut. Das kann plyometrisch sein, oder Geländeläufe, oder mal eine Session an einer Treppe, oder mal ne Umfangswoche.

Allerdings liegt mein Hauptinteresse als Coach heute darin, den Athleten oder die Athletin gesund zur Startlinie zu bringen. Einen knallharten Trainingsplan mit allen Extras aufzuschreiben ist keine Kunst. Plyometrisches Trainings ist sehr wirksam, allerdings auch sehr riskant. Man muss sich gut überlegen, ob es gerechtfertigt ist.

Kontinuität ist die wichtigste Zutat in jedem Trainingsplan, wie Du natürlich selbst weißt.

Zitat:

Zitat von BananeToWin (Beitrag 1401112)
Gut, da sind wir nicht mehr auf dem Gebiet des Lauf-ABCs, aber zumindest enthalten ja einige ABC-Übungen plyometrische Elemente.

Ja, der athletische Teil des Lauf-ABCs ist ja auch okay. Ich kritisiere eher die Erwartung, eine geänderte Lauftechnik wäre damit zu erreichen UND würde schneller machen.

rauschs 23.08.2018 19:28

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1401108)
i
Im Februar 2013 erklärte sie, sich aufgrund anhaltender Fußprobleme aus dem Leistungssport zurückzuziehen.

...vielleicht fing sie danach mit Lauf-ABC an. ;-)

Sie ist ja vom Leistungssport zurückgetreten. Siege kamen dann trotzdem noch in den Folgejahren, Halbmarathon etc.

Aber schon klar, Lauf-ABC ist natürlich keine Garantie um verletzungsfrei zu bleiben.

Klugschnacker 23.08.2018 19:29

Zitat:

Zitat von su.pa (Beitrag 1401111)
Ich habe mir nach 2-3 Wochen mit je 3 x dieser Sprungserien zusätzlich zum normale Laufen eingebildet, dass ich mich kräftiger Abdrücke.

Glaube ich Dir gerne. Und – bist Du schneller damit? Und zwar schneller als du wärest, wenn Du anstelle des ABCs eine Extrarunde im Wald gedreht hättest? Hier setzt meine Skepsis an.
:Blumen:

Klugschnacker 23.08.2018 19:34

Zitat:

Zitat von Triathlonator (Beitrag 1401115)
Wenn ich lange Distanzen bestreite, lauf ich automatisch langsamer, als auf "Unterdistanzen", was auch immer das sein soll. Umso länger, umso stärker tritt der Energiehaushalt in den Vordergrund, umso kürzer, umso stärker liegt der Fokus auf maximalem Krafteinsatz. Deshalb bedeutet für mich Ökonomie eben nicht nur das Verhältnis zwischen Einsatz/Leistung, sondern insbesondere die Verbesserung der Dynamik und Beweglichkeit, um eine angestrebte "Energie"-Ökonomie erst möglich zu machen. Wenn ich z.B. nicht frühzeitig lerne aufrecht zu laufen, kann ich Gedanken über Energie-Ökonomie getrost in die Tonne kloppen, weil mir nach Kilometer ? x-beliebiger Schmerz ein Strich durch die Rechnung macht. Muskeln und Nerven wollen geschult werden, um Bewegungsabläufe zu koordinieren. Sowas geht bewiesenermaßen mit kurzen Überreizen sehr gut. Also z.B. Sprungeinlagen, wie beim Hopserlauf. Ich persönlich empfehle da Trambolinspringen...:)

Ist das Dein Ernst? Vom Trampolinspringen lernst Du Trampolinspringen.

Ich habe noch nie gehört, dass jemand bei Kilometer 35 eines Ironman denkt: "Verdammte Axt, wäre ich bloß mehr auf dem Trampolin gesprungen!"

Zitat:

Zitat von Triathlonator (Beitrag 1401115)
Wenn man ihm aber mitgibt, dass er sich vorm Laufen doch besser aufwärmt und 4-5 der gezeigten Übungen mit einbaut, wird ihm das langfristig sicherlich helfen.

Woher weißt Du das?


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