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laufbekloppt 19.06.2018 16:20

Langdistanz finishen realistisch?
 
Hallo zusammen,

folgender Sachverhalt ;)

Bin ziemlich neu im Triathlonsport und direkt vom Virus befallen... Insbesondere die Langdistanz hat es mir angetan und ich habe seit einiger Zeit den Wunsch in mehr oder weniger näher Zukunft eine zu finishen...

Zu meinem Hintergrund: Bin 32, laufe seit ca. 15 Jahren (Halbmarathon Bestzeit 1:36, 10km: 43 min) und habe seit letztem Jahr ein Rennrad.... Mit dem Rennradkauf kam dann auch die erste Sprint Triathlon Teilnahme im letzten Jahr und die zweite direkt hinterher.

Dieses Jahr wieder eine Sprintdistanz, eine Mitteldistanz und eine olympische. Lief alles soweit auch wirklich gut und hat Bock auf mehr gemacht.

Für nächstes Jahr plane ich weitere Mitteldistanzen, einen Marathon und mindestens eine Radfahrt (Training, rtf oder Jedermannrennen) über 180km und würde mich dann gerne 2020 für eine Langdistanz anmelden.

Soweit der grobe Plan für die Zukunft... Nun noch zu meiner eigentlichen Frage an euch. Bin vor kurzen zum zweiten mal Vater geworden, habe ein Haus gekauft welches tlw renoviert werden muss und bin vollzeitig berufstätig.

Natürlich kommt jetzt die Schnapsidee eine Langdistanz anzugehen in der Phase in der die Zeit extrem knapp ist und nicht während des Studiums, als ich noch 30-40 Stunden theoretisch trainieren hätte können.

Ich trainiere aktuell ca. 3-5 Stunden die Woche (meist 2 Läufe und eine Rad Ausfahrt) und vernachlässige das Schwimmen aktuell zumindest ziemlich.

Ich weiß, dass ich in den nächsten Jahren sicher maximal 7-10 Stunden die Woche trainieren kann... Ist dabei realistisch eine Langdistanz zu finishen? ... Komplett ohne Zeitziel.
Ich will natürlich erstmal schauen, wie es jetzt mit der Marathon Vorbereitung läuft und es auch davon etwas abhängig machen... Aber ich würde mal gerne wissen, ob das Vorhaben schon von vornherein zum scheitern verurteilt ist, oder ob hier die Meinung besteht eine Langdistanz mit dem Trainingsaufwamd grundsätzlich schaffen zu können.

Also als ganz ganz grobe Zielzeitvorstellung hätte ich vll 1,5 st
Schwimmen, 6,5 Stunden Rad, 3,5-4 Stunden laufen.

Würde mich über einige Einschätzungen freuen.

Klugschnacker 19.06.2018 16:36

Du kannst es schaffen, allerdings wirst Du Dein Laufziel weit verfehlen. Ich würde eher von 4.5 bis 5 Stunden für den Marathon rechnen. Vergiss nicht, dass Du beim Start des Marathons bereits seit 8 Stunden unterwegs bist.

Um den Distanzen einigermaßen gewachsen zu sein, müsstest Du in der Regel 12 Stunden pro Woche trainieren, gemessen an den letzten 4 Monaten. Damit hast Du die Chance, den Marathon zu laufen, und nicht zu wandern.

Es gibt Athleten, die mit weniger Training gute Ergebnisse auf der Langdistanz erzielt haben. Sie sind jedoch die Ausnahme, nicht die Regel. Zudem sind die Trainingsumfänge oft höher, als nach außen zugegeben wird. Falle nicht darauf herein.

Falls Deine Frau nicht 100% hinter Deinem Ziel steht, würde ich es in jedem Fall bleiben lassen.

Seyan 19.06.2018 16:36

Zitat:

Zitat von laufbekloppt (Beitrag 1386199)
Ich weiß, dass ich in den nächsten Jahren sicher maximal 7-10 Stunden die Woche trainieren kann... Ist dabei realistisch eine Langdistanz zu finishen? ... Komplett ohne Zeitziel.

Hättest du eine längere Triathlon-Vergangenheit, würde ich sagen, na klar, finishen kannst du damit sicher.
Da es aber deine erste Langdistanz sein soll, befürchte ich, dass du das Schwimmen und Radeln noch ganz gut hinbekommen wirst, aber spätestens beim Marathon völlig eingehst, weil dir einfach an irgendeiner Stelle im Training die Umfänge fehlen werden.
Insofern wäre dann ein Ironman das richtige, bei dem du 16 oder mehr Stunden Zeit hast, dann kannst du zur Not den Marathon auch spazieren gehen.

Ator 19.06.2018 16:50

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1386203)
Falls Deine Frau nicht 100% hinter Deinem Ziel steht, würde ich es in jedem Fall bleiben lassen.

Genau, das möchte ich hier auch nochmal unterstreichen!! :Cheese: Hole Dir auf jeden Fall das absolute und uneingeschränkte OK von der Familie!
Wenn die Familie nicht komplett dahintersteht, wird es zur Belastung für alle.
Daher macht unser Triathonverein das ganz geschickt. Mit gezielten Familien-Events, Familien-Trainings, Familien-Feiern etc. wird die Familie mit ins Boot geholt. Denn ohne die Familie geht im Triathlon nichts. Triathlon(training) kostet eben massiv viel Zeit.

Zur LD:
Hut ab: Letztes Jahr ein Rennrad gekauft und dieses Jahr gleich eine MD. Klingt nach einer guten Grundlage bei dir. Wie schnell war die MD?

Wenn Du in Deinen Familien/Haus/Job-Plan das Training unterbringen kannst (siehe Arnes Tipps) könnte es für dich machbar sein, denke ich. Du musst dann aber auch konsequent arbeiten und darfst nicht schludern.

ph1l 19.06.2018 17:00

Mit 7-10 Stunden wird das eine sehr lange Langdistanz.

Hättest du jetzt schon reichlich Erfahrung im Sport und wüsstest genau wie du aus 10 Stunden das Maximum herausholst könnte man sagen "versuch es halt" aber dem ist leider nicht so.

Man kann mit 7-10 Stunden die ganze Saison auf Sprint- und Kurzdistanzen nen Haufen spaß haben, oder eben einen Tag lang übelst leiden und möglicherweise die Lust an allem verlieren.

Du kannst pro Woche nichtmal die hälfte deiner Renndauer trainieren, es wird einfach an stabiler Ausdauer fehlen um das ding nach Hause zu bringen.

laufbekloppt 19.06.2018 17:00

Danke für die schnellen ersten Einschätzungen.

Also meine Frau weiß bisher noch nichts von den Gedankenspielen :) Da sollte ich dann mal vorsichtig vorfühlen, wie das gesehen wird. Bzw. vll erstmal mit dem Hinweis auf den Marathon im Frühjahr, den ich anpeile. Danach kann man ja noch weiter schauen...bzw man kann die Frau ja auch langsam an die Trainingsumfänge gewöhnen. :Lachen2:

Die Mitteldistanz in diesem Jahr war noch keine richtige Mitteldistanz (3,8km Schwimmen, 60 Rad und 15 laufen - - > Triathlon Bonn).

In wiefern es realisierbar ist dann in 2 Jahren zumindest für die 4 Monate vor einem möglichen Wettkampf dann auf 12 Wochenstunden auszubauen wäre vll auch nochmal abzuwarten. Vll ist sowas dann doch irgendwie möglich.

Also ich höre schon raus, dass es 10-12 für einen unerfahrenen Triathleten auf jedem Fall sein sollten, damit der Marathon auch irgendwie gelaufen werden kann.

Seyan 19.06.2018 17:06

Wenn du mit so wenig Stunden planst, würde ich dir eventuell auch einen Trainer empfehlen, der dir Trainingspläne usw. erstellt. Denn das Ausarbeiten kostet a) auch noch Zeit und b) wirst du dafür vermutlich noch nicht so die Erfahrung haben.

Ein guter Coach weiß, wie er die Trainingsstunden effektiv gestalten kann.

Mattes87 19.06.2018 17:09

Zitat:

Zitat von laufbekloppt (Beitrag 1386199)
Ich trainiere aktuell ca. 3-5 Stunden die Woche (meist 2 Läufe und eine Rad Ausfahrt) und vernachlässige das Schwimmen aktuell zumindest ziemlich.

Viele hier würden 3-5 Stunden "Training" als Ruhetag bezeichnen. :Huhu:

Ich hatte für meine erste LD 2016 einen Wochenschnitt knapp 10 Stunden ab März bis Juni. Davor von November des Vohrjahres bis Ende Februar waren es meist 6-7 Stunden.

Ich hab meine LD in Roth mit knapp unter 13h "überstanden."
Nochmal würde ich das nicht so machen da ich unterwegs auf dem Rad schwere Magenprobleme bekam und den Marathon lediglich zu 2/3 "laufen" konnte.
Mein Körper war einfach nicht an diese langanhaltende Anforderung gewöhnt.

Bleib doch erst mal auf den Mitteldistanzen. Die machen doch auch Spaß.:Blumen:


Wenn es dir allerdings einzig und allein darum geht, mal einen Ironman zu machen um das Ego aufzubessern, dann musst du das halt machen.:Maso:

Körbel 19.06.2018 17:47

Zitat:

Zitat von Mattes87 (Beitrag 1386219)
Wenn es dir allerdings einzig und allein darum geht, mal einen Ironman zu machen um das Ego aufzubessern, dann musst du das halt machen.:Maso:

Das dachte ich mir fast, als ich das hier gelesen habe.

Eben da bin ich ganz deiner Meinung MD sind doch feine Sachen, obendrein wesentlich günstiger und man kann ja auch noch andere Sachen nebenbei machen.

redeagle 19.06.2018 18:55

Zitat:

Zitat von laufbekloppt (Beitrag 1386214)
Danke für die schnellen ersten Einschätzungen.

Die Mitteldistanz in diesem Jahr war noch keine richtige Mitteldistanz (3,8km Schwimmen, 60 Rad und 15 laufen - - > Triathlon Bonn).

Das ist ja wirklich nicht annähernd eine Mitteldistanz.
Schwimmen ist ja im Rhein und damit vergleichbar mit 1,5km bei der OD.
Rad und laufen ist etwas mehr, aber die Distanz ist eher OD als MD, ich bin auch dort gestartet.

Eine Mitteldistanz ist echt schon ne ganze Ecke anstrengender, und im Vergleich zu einer LD ist das gar nix.

Vielleicht doch die LD ein zwei Jahre nach hinten schieben um Spaß zu haben und nächsten Jahr erst mal ein oder zwei richtige MDs absolvieren.
Dann hasst du auch mehr Grundlagen über die Jahre.

laufbekloppt 19.06.2018 19:17

Also mir geht es sicher nicht darum eine LD zu machen um mein Ego aufzubessern. ;)

Und mir ist bewusst, dass der Weg zu einer LD steinig ist und einiges abverlangt. Ich sagen ja auch nicht, dass ich jetzt nach der kürzeren MD und einigen Sprintdistanzen direkt das volle Programm machen möchte, sondern im nächsten Jahr mit einem ersten Marathon, einer sehr langen Rad Ausfahrt und mit 2 Mitteldistanzen dann nochmal schauen möchte, ob der nächste Schritt der richtige für mich ist.

Die eigentliche intenton der Frage war ja, ob es für grundsätzlich möglich gehalten wird mit dem angesprochenen Trainingsumfang dieses Ziel mittelfristig anzugehen oder das eher unmöglich ist.
. Vermutlich würde ich das auch spätestens nächstes Jahr selber einschätzen können, wenn ich die angesprochenen Wettkämpfe absolviert habe.

Aber vll könnt ihr mir ja jetzt schon den Zahn ziehen eine LD mit dem Trainingsumfang zu schaffen... Bin da ja auch belehrbar und wie es aussieht ist es eher unrealistisch

Tatze77 19.06.2018 20:13

Ich würde sagen machen !
2014 war mein erstes Finish mit ca 10 Wochenstunden im Schnitt allerdings mit 134 kg Startgewicht, und 2 gescheiterten versuchen im Vorfeld. Dafür aber unter 12 Std.
Such dir nen Trainer der das Maximum aus deiner Zeit raus holt und verabschiede dich von einem Marathon"lauf". Und hab Spass dabei

Mirko 19.06.2018 21:07

Ich find einen Trainer echt cool, aber bei den paar Stunden würde ich mir das sparen. Da wirkt doch jedes Training Leistungsfördernd. Je weniger Trainingszeit man hat, desto härter sollte man trainieren. Man hat dann ja immerhin mehr Zeit zum regenerieren. Locker ne Stunde mit dem Rad rumrollem darf dann nicht mehr dabei sein, das hat wohl fast keinen Effekt.

Ob es klappt oder nicht hängt wahrscheinlich viel vom Talent ab. Ich trainiere auch immer relativ wenig und komme dafür ganz gut zurecht auf der MD, ob es auf der LD auch noch zu einem guten Finish reicht muss sich erst noch zeigen.

Wenn du dauerhaft 10h schafft reicht das bei genug Talent sicher aus, aber wahrscheinlich werden es dann eher 7 und dann wird es wohl arg eng. ;-)

tridinski 19.06.2018 22:11

Hab meinen ersten Sprint-Triathlon 2003 gemacht, 2004 wieder Sprint und Marathon, 2005 dann LD. Trainingsaufwand war im Schnitt Januar bis Juni 6,5h pro Woche, nach 12,5h war ich im Ziel und konnte alles, auch das Laufen mit insg. ca. 1km Gehen, geniessen. Finish mit Lächeln war das Ziel, hat geklappt.

Im Rückblick würde ich mir ein Jahr mehr Zeit lassen und noch ne OD und ne Mitteldistanz absolvieren. Die Motivation kam damals aber nicht von "Triathlon", sondern von "Langdistanz/Ironman". Angemeldet war ich auf der LD auch schon für 2004, aber da war spätestens im März klar, dass das nichts werden kann. Als Hintergrund hatte ich Schwimmverein im Grundschulalter und Mittelstreckenlauf zu Gymnasialzeiten, keine wesentliche Raderfahrung.

Ordentliches Finish ist auf jeden Fall möglich auch mit wenig Training, Gesamtsituation Familie, Haus, Job + LD scheint mir aber etwas zu vollgepackt zu sein, würde erstmal das Haus hinstellen, parallel regelmässig trainieren und Erfahrung in kürzeren Wettkämpfen sammeln und dann 2 Jahre später auf die LD gehen.

hanse987 19.06.2018 22:58

Ich würde um 1 - 2 Jahre die LD nach hinten schieben und vorher das Haus fertig machen. Es ist ja nicht nur die Trainingszeit sondern auch die Zeit zur Regeneration wichtig.

MarcoZH 20.06.2018 09:37

Zitat:

Zitat von laufbekloppt (Beitrag 1386214)
Also meine Frau weiß bisher noch nichts von den Gedankenspielen :) Da sollte ich dann mal vorsichtig vorfühlen, wie das gesehen wird.

Ich erachte die Unterstützung des Partners als unabdingbar für ein solches Vorhaben.
Also möglichst schnell mit ihr reden damit du ihre Unterstützung hast.
Sollte sie sogar eine abweisende Haltung dagegen entwickeln wirds schwierig.

Aber das Singleleben soll auch ganz ok sein. :Cheese:

Drop 20.06.2018 09:46

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1386203)
Falls Deine Frau nicht 100% hinter Deinem Ziel steht, würde ich es in jedem Fall bleiben lassen.

100% hinter der Sache stehen, ist leichter gesagt als getan. Wenn man, was die Vorbereitung auf eine LD betrifft, keine eigene Erfahrung hat, dann weiss man nicht, was das bedeuten kann. Ähnlich ist es, wenn du Kinder bekommst. Auch das gestaltet sich oft anders, als man sich das vorher ausmalt. Wenn Du Familie und Haus behalten willst, rate ich erst mal von einer LD ab. Auch du riskierst mit dieser mehrfachen Belastung deine Gesundheit.;)

Körbel 20.06.2018 11:52

Zitat:

Zitat von Drop (Beitrag 1386331)
Wenn Du Familie und Haus behalten willst, rate ich erst mal von einer LD ab. Auch du riskierst mit dieser mehrfachen Belastung deine Gesundheit.;)

+1:Blumen:

Erst alle "Baustellen" beseitigen, wenn man Zeit hat trainieren und Spass haben und wenn man irgendwann ein strukturiertes Training von mind. 12 std über mehrere Monate machen kann und das noch gut verkraftet, dann ist man reif für ne LD.

FlyLive 20.06.2018 12:04

Eine Langdistanz ist nicht für jeden "so schnell es geht" !
Für viele ist es auch "so gut es eben geht" oder "mal sehen, ob ich das schaffen kann".

Für mich ist es ein Tag, voll mit sportlicher Aktivität und allen Höhen und Tiefen. Ich genieße, wenn es gut läuft - ich genieße, wenn es dann immer anstrengender wird und sich andere Aufgaben stellen, als das was man trainieren kann.
Viele tun alles um den Wettkampf so leicht wie möglich machbar zu machen - ich erledige nur die Aspekte zum Finish, die mir Spaß machen. Das ist schwimmen, radeln und laufen.
Daa gibt es so viel das ich einfach nicht mache, weil ich keine Lust dazu habe.

Der Tag ist meistens 16 Stunden lang - genug Zeit zum finishen :Blumen:

welfe 20.06.2018 13:14

Schließe mich FlyLive an ;-))

Wenn du einfach den Ironman als einen Tag Sport siehst und nicht auf Zeiten schaust kannst du das schaffen! Und ja, auch jenseits der 14h bist du noch ein Ironman :Cheese: (sehe ich so, ich bin aber auch ein 14h Finisher).

Und zur Familie: Als (Ehe-)Frau finde ich eine solche Belastung durchaus machbar, wenn sie sich in einem überschaubaren Rahmen hält. Jedes Jahr LD ruiniert jedes Familienleben (vor allem, wenn beide eine machen wollen :Cheese: ), aber wenn man einfach mal klärt: kann ich auf deine Unterstützung bauen von Januar bis Juli hätte ich kein Problem damit. Haus noch renovieren halte ich allerdings auch für unrealistisch, auch körperlich (spreche da auch aus Erfahrung).

TriAdrenalin 20.06.2018 14:30

Hier mein Senf:

LD ist ne ganz andere Nummer als MD. Du bist den ganzen Tag unterwegs.
Der Schlüssel zu einer erfolgreichen LD sind lange Rad- und Laufeinheiten im Training. Du musst Deinen Körper daran gewöhnen, zwölf, dreizehn oder mehr Stunden beschwerdefrei in Bewegung zu bleiben und dabei regelmäßig zu essen und zu trinken. Dann geht es auch mit einem verhältnismäßig geringem Trainingsumfang. Etwas Talent für Ausdauerdisziplinen braucht es natürlich.
Einen Einzelmarathon zu laufen ist eine gute Idee, damit man lernt, sich durchzubeissen, wenn es RICHTIG weh tut.
Ich hatte einen Tiefpunkt beim meiner ersten Langdistanz beim Marathon, aber da ich vorher wusste, dass das passieren wird, hab ich mich einfach durchgebissen.

Anmelden, trainieren, starten, Spaß haben.

Gruß
T.

laufbekloppt 20.06.2018 14:31

Zitat:

Zitat von tridinski (Beitrag 1386277)
Ordentliches Finish ist auf jeden Fall möglich auch mit wenig Training, Gesamtsituation Familie, Haus, Job + LD scheint mir aber etwas zu vollgepackt zu sein, würde erstmal das Haus hinstellen, parallel regelmässig trainieren und Erfahrung in kürzeren Wettkämpfen sammeln und dann 2 Jahre später auf die LD gehen.


Ja vollgepackt ist das ganze schon... Daher meiner Einschätzung nach aktuell eben maximal 7-10 Stunden wöchentlich machbar.... Aber ich denke ich sollte dieses Jahr und die erste Hälfte des nächsten Jahres erstmal abwarten.

Wie gesagt der Wettkampf Plan sieht aktuell wie folgt ausl:

2018:

- Bonn Halbmarathon - check
- Bonn Triathlon mit 3,8km, 60km, 15km - check
- eine Sprintdistanz - geplant
- eine olympische Distanz - geplant
- ein Halbmarathon - geplant
- ein Jedermannrennen (60-100km) - geplant

2019:

- Marathon im Frühling - geplant
- Bonn Triathlon (wie oben) - geplant
- Mitteldistanz im Juni - geplant
- Jedermannrennen 180km - geplant

und das alleine, insbesondere die Pläne für 2019, bedürfen ja schon Trainingszeiten, die auch schon einen Umfang von 5-10 Stunden wöchentlich locker haben sollten.

Dann wird sich zeigen, wie das Training bei den Rahmenbedingungen machbar war und wie ich einen Marathon, eine 180km Ausfahrt und eine richtige Mitteldistanz wegstecke.
Ich denke danach wird mir vll auch selber bewussten ob eine LD mit dem Trainingsumfang für mich realistisch ist und vor allem auch, ob ich daran auch Spaß haben werde.

MarcoZH 20.06.2018 15:21

Zitat:

Zitat von TriAdrenalin (Beitrag 1386394)
Der Schlüssel zu einer erfolgreichen LD sind lange Rad- und Laufeinheiten im Training. Du musst Deinen Körper daran gewöhnen, zwölf, dreizehn oder mehr Stunden beschwerdefrei in Bewegung zu bleiben...

Du trainierst nicht wirklich 12-13h am Stück um den Körper daran zu gewöhnen, oder??...

TriAdrenalin 20.06.2018 15:31

Zitat:

Zitat von MarcoZH (Beitrag 1386401)
Du trainierst nicht wirklich 12-13h am Stück um den Körper daran zu gewöhnen, oder??...

Nö, damit ist natürlich die Wettkampfdauer gemeint!

Ausdauerjunkie 20.06.2018 15:37

Mit der minimalen Zeit würde ich es bleiben lassen.:Lachen2:
Jeder hat 24 Std. Zeit pro Tag zur Verfügung.
Es ist alles eine Frage der Einteilung. :Cheese:
Man muss Prioritäten setzen.

maotzedong 20.06.2018 15:56

Zitat:

Zitat von laufbekloppt (Beitrag 1386395)

2018:

- Bonn Halbmarathon - check
- Bonn Triathlon mit 3,8km, 60km, 15km - check
- eine Sprintdistanz - geplant
- eine olympische Distanz - geplant
- ein Halbmarathon - geplant
- ein Jedermannrennen (60-100km) - geplant

2019:

- Marathon im Frühling - geplant
- Bonn Triathlon (wie oben) - geplant
- Mitteldistanz im Juni - geplant
- Jedermannrennen 180km - geplant


Wenn das so durchgezogen wird und klappt, seh ich ehrlich gesagt das Problem nicht, wenn es nur ums finishen geht.

Steppison 20.06.2018 16:03

Als meine Frau gestern gesehen hat, dass ich diesen Thread hier lese, da gab es gleich einen speziellen Blick, der sehr eindeutig war. Ich musste dann erst mal klarstellen, dass ich die Zeilen auf Seite 1 nicht verfasst habe! :-)

Ich habe mich diese Jahr (seit November) auf meine zweite Mitteldistanz (1. 2011) vorbereitet, mit etwa 8h im Schnitt, zuletzt eher 9-10 h. Das war mit 2 Kindern, Vollzeitjob mit sehr geregelten Arbeitszeiten, ab und an Freunde treffen (1 x alle 2 Wochen...), Familienausflügen und diversen Feierlichkeiten, Kleingarten und einer Frau, die auch mal raus will, gerade so im Rahmen. Ich habe genug Schlaf bekommen und die Einheiten auch ordentlich weggesteckt bzw. auch qualitativ trainieren können. Letztendlich stand ich an der Startlinie mit einem gewissen Zeitziel (5:15h), was ich mit 5:19 h fast geschafft habe. Grund für die 4 Minuten war hauptsächlich Troubleshooting mit meinem Diabetes.
Meine Prämisse war es immer, Spaß im Wettkampf haben zu können. Und den hat man meiner Meinung nach erst, wenn man in einem persönlichen Leistungsniveau unterwegs ist, was noch Luft nach unten und ein kleines bisschen nach oben lässt. Soll heißen: ich würde nicht eine MD absolvieren wollen, wenn ich auf flacher Strecke 6:30 h oder länger brauchen würde, da das Laufen am Ende absolute Quälerei, wohl auch mit Gehen, wäre. Aber da geht jeder anders ran.

Wenn du echte 10 h ohne Vor-/ und Nachbereitungszeit (rechne mal 40-50 %, An-/Abfahrten zum Schwimmen, Anziehen, Duschen, Materialbeschaffung, Getränkezubereitung, Gelzubereitung, Reparatur Rad, Umbauten + Einstellen Rad, Freiwassertraining, TRAININGSAUSWERTUNG), also mit allem um 15 h im Mittel ab November zur Verfügung hast, dann machen. Und dann bist du wie einige geschrieben haben wohl eher so unterwegs, dass du am Ende wandern wirst (so wäre es bei mir als schlechter Läufer). Daher ist bei mir das familienverträgliche Limit bei der Mitteldistanz angekommen. Und du arbeitest mehr als ich, die hast mehr Wegezeiten und noch ein Haus am Haken. Ich möchte nicht tauschen. :-)

Ryder 20.06.2018 20:35

Zitat:

Zitat von FlyLive (Beitrag 1386368)
Eine Langdistanz ist nicht für jeden "so schnell es geht" !
Für viele ist es auch "so gut es eben geht" oder "mal sehen, ob ich das schaffen kann".

Für mich ist es ein Tag, voll mit sportlicher Aktivität und allen Höhen und Tiefen. Ich genieße, wenn es gut läuft - ich genieße, wenn es dann immer anstrengender wird und sich andere Aufgaben stellen, als das was man trainieren kann.
Viele tun alles um den Wettkampf so leicht wie möglich machbar zu machen - ich erledige nur die Aspekte zum Finish, die mir Spaß machen. Das ist schwimmen, radeln und laufen.
Daa gibt es so viel das ich einfach nicht mache, weil ich keine Lust dazu habe.

Der Tag ist meistens 16 Stunden lang - genug Zeit zum finishen :Blumen:

Exakt so gehe ich das auch an! Finishen und immer ein kleines Stückchen besser als im Training. Ich trete gegen mich an. Bisher hat es bei den Mitteldistanzen geklappt. Frankfurt wird die erste Langdistanz. Ich trainiere 7- 10h.

Grüße
Christian

hanse987 21.06.2018 01:29

Auch wenn ich wie schon mal geschrieben, wegen der Mehrfachbelastung, nicht machen würde, sehe ich mit dem Trainingspensum kein großes Problem eine LD zu finishen.

Ich hatte ja 2015 in Roth auch so ein Himmelfahrtskommando. Das ganze Frühjahr war nur ein wenig fit halten für die eine oder andere kurzfristige Sprintdistanz und dann kam 9 Wochen vorher die E-Mail "Herzlichen Glückwunsch zum Freistartplatz"! Trotz der kurzen Vorbereitungszeit mit auch nur im Schnitt 10h hat es zu einer 12:20 gereicht. Ich muss aber zugeben, dass ich schon seit 2010 wieder im Triathlontraining bin und 2014 schon einmal eine ganze LD-Vorbereitung gemacht hatte auch wenn es dann ein DNF wurde.

Drop 21.06.2018 09:05

Zitat:

Zitat von welfe (Beitrag 1386383)
Schließe mich FlyLive an ;-))

Wenn du einfach den Ironman als einen Tag Sport siehst und nicht auf Zeiten schaust kannst du das schaffen! Und ja, auch jenseits der 14h bist du noch ein Ironman :Cheese: (sehe ich so, ich bin aber auch ein 14h Finisher).

Jeder, der ein wenig trainiert, kann eine LD schaffen. Denke aber, dass es einer LD - der Königsdisziplin des Dreikampfs - nicht würdig ist. Also wenn LD, dann sollte man auch so trainieren, dass das Schwimmen gekrault wird und dass der Marathon nicht gewandert wird (mal abgesehen davon, dass natürlich immer was ungeplantes dazwischen kommen kann). :Cheese:

Körbel 21.06.2018 10:24

Zitat:

Zitat von Steppison (Beitrag 1386413)
Als meine Frau gestern gesehen hat, dass ich diesen Thread hier lese, da gab es gleich einen speziellen Blick, der sehr eindeutig war.

Jetzt muss der "gemeine Triathlet" schon eingeschlossen auf dem Klo lesen.
:Lachanfall: :Lachanfall: :Lachanfall:

FlyLive 21.06.2018 10:37

Zitat:

Zitat von Drop (Beitrag 1386506)
Jeder, der ein wenig trainiert, kann eine LD schaffen. Denke aber, dass es einer LD - der Königsdisziplin des Dreikampfs - nicht würdig ist. Also wenn LD, dann sollte man auch so trainieren, dass das Schwimmen gekrault wird und dass der Marathon nicht gewandert wird (mal abgesehen davon, dass natürlich immer was ungeplantes dazwischen kommen kann). :Cheese:

Falschmeinung !

An den Zeitlimits, von 16-17 Stunden, lässt sich doch sehr gut erkennen, was zu leisten ist, um einer LD gerecht zu werden. Oben stehende Ansicht ist daher ziemlich individuell - was natürlich als Meinung okay ist.


Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo gelesen zu haben, das Schwimmen nur im Kraul durchgeführt werden soll.

"Würdig" ist sowieso kein gut gewähltes Wort für ein Breitensportevent.

pXpress 21.06.2018 10:43

Zitat:

Zitat von FlyLive (Beitrag 1386532)
Falschmeinung !


Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo gelesen zu haben, das Schwimmen nur im Kraul durchgeführt werden soll.

Eben, habe einen Vereinskollegen der die Hawaii-Quali auch mit Brustschwimmen geschafft hat und dabei etliche Kraulschwimmer auch in der ersten Disziplin hinter sich gelassen hat. ;) :Cheese: und nachdem er sich das zweite Mal qualifiziert hat ist er auch hingefahren und ist da auch Brust geschwommen ;)

FlyLive 21.06.2018 10:45

Zitat:

Zitat von pXpress (Beitrag 1386533)
Eben, habe einen Vereinskollegen der die Hawaii-Quali auch mit Brustschwimmen geschafft hat und dabei etliche Kraulschwimmer auch in der ersten Disziplin hinter sich gelassen hat. ;) :Cheese: und nachdem er sich das zweite Mal qualifiziert hat ist er auch hingefahren und ist da auch Brust geschwommen ;)

Jaaaaa, aber ich gehe schwer davon aus, das die überschwommenen Kraulschwimmer deinen V-kollegen kräftig mit Buuuuhs und Pfui´s runtergeputzt haben :Cheese:

MarcoZH 21.06.2018 10:55

Schwimme auch Brust mit einer 2:00, aber möchte nachher mit den Beinen nicht noch 180km Radfahren und ein Marathönchen laufen.
Wenn man sich für eine LD entscheidet, sollte man doch in der Lage sein, Kraul im Ansatz zu lernen, damit man wenigens die knapp 4km beinschonend absolvieren kann? Muss ja keine 1:40er Pace sein...?!...

eik van dijk 21.06.2018 10:58

Zitat:

Zitat von pXpress (Beitrag 1386533)
Eben, habe einen Vereinskollegen der die Hawaii-Quali auch mit Brustschwimmen geschafft hat und dabei etliche Kraulschwimmer auch in der ersten Disziplin hinter sich gelassen hat. ;) :Cheese: und nachdem er sich das zweite Mal qualifiziert hat ist er auch hingefahren und ist da auch Brust geschwommen ;)

Sorry kurzes OT:

Was war das für eine AK bzw. welche Schwimmzeit hatte dein Kollege? Ich kann mir das beim Besten Willen nicht vorstellen :confused:

Helmut S 21.06.2018 11:06

Zitat:

Zitat von Drop (Beitrag 1386506)
[...]der Königsdisziplin des Dreikampfs[...]

Zitat:

Zitat von FlyLive (Beitrag 1386532)
[...]Breitensportevent[...]

Da sieht man mal, wie unterschiedlich doch die Wahrnehmungen sein können :Blumen:

Ne LD kann jeder Gesunde mit a bisserl Arsch in der Hose (für die Trainingsdisziplin die man zweifelsohne braucht) in den Cut-Off Zeiten finishen.

Was nicht jeder kann ist schnell sein. Evtl. möchtest du lieber TE also versuche schnell zu werden? Wäre meine Empfehlung. Was man hat, dass hat man und später (Alter) macht bei solchen Versuchen (schneller werden) der Körper gern mal nen Strich durch die Rechnung. Das wäre übrigens auch mit deinem Zeitbudget gut zu vereinbaren. So ne schnelle OD mit nem 10er Richtung 40min hinten drauf is schon n Zungenschnalzer - so is es ja nicht ;) Arbeit hast du damit genug. :Lachen2:

Was es nicht braucht für n LD Finish ist n Marathon vorher. Der stört eigentlich nur im Training. Der geht ja doch tief rein und fordert Pause, so is es ja nicht. Die MD vorher kannst du machen. So besonders geil zum testen ist das aber auch nicht, denn das Ding ist längst vorbei, da haben die potentiellen Probleme bei ner LD normal noch gar nicht angefangen. :cool:

Cool is so ne MD im Mai oder so deshalb, weil du hinterher weißt, dass du mit dem geringen Zeitbudget eigentlich für ne MD mit nem soliden HM hinten rauf trainiert hast. :Blumen:

Viel Spaß - egal bei was.

LG H.

Klugschnacker 21.06.2018 11:48

Offtopic:

Brustschwimmen bei Massenstartevents in engen Startfeldern betrachte ich als eine Gefährdung anderer Sportler.

Manche Brustschwimmer haben in der Startphase einen derart kräftigen Beinschlag, dass da sonstwas passieren kann. Ich stelle mir vor, so einen Tritt mal an den Kopf zu bekommen, während ich als Kraulschwimmer mit beim Atmen verdrehtem Hals von hinten aufschwimme. Da breche ich mir das Genick. Daher plädiere ich für einen Brustschwimmer-Startblock am Ende des Feldes, sofern das zeitlich möglich ist.

Manche Brustschwimmer suchen freiwillig den Rand des Schwimmerfelds, um Kollisionen aus dem Weg zu gehen, was ich sehr nett finde.
:Blumen:

sbauer 21.06.2018 12:27

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1386550)
Offtopic:

Manche Brustschwimmer suchen freiwillig den Rand des Schwimmerfelds, um Kollisionen aus dem Weg zu gehen, was ich sehr nett finde.
:Blumen:

Teil des Schwimmerfeld-Randes :Huhu:

Hab es bis jetzt nur bei einer SD geschafft, durchzukraulen :Cheese: Wird aber beständig besser :Peitsche:

Seyan 21.06.2018 12:33

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1386550)
Manche Brustschwimmer suchen freiwillig den Rand des Schwimmerfelds, um Kollisionen aus dem Weg zu gehen, was ich sehr nett finde.
:Blumen:

Da ich ja auch ab und an so ein fieser Brustschwimmer bin... ich versuche soweit es geht am Rand zu bleiben, einfach weil ich da auch meine Ruhe habe und eben keinem im Weg schwimme. Ich finde, das gebietet einfach der Anstand. Genauso wie ich dafür dann beim Laufen von den anderen den Anstand erwarte, bei einer gefühlten 7min/km Pace nicht in der Mitte der Strecke zu laufen.


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