![]() |
Troubleshooting: Unfall auf der Abfahrt
Hallo, zusammen!
Ich hätte gern Eure Einschätzung woran's gelegen hat - damit mir das wenn möglich nicht nochmal passiert: Samstag auf der langen Abfahrt beim Ironman in Zell am See hat es mir in der Geraden plötzlich das Vorderrad zerlegt und ich habe den Abgang gemacht. Genauer: Es ist wohl der Schlauch geplatzt und der Mantel ist dann sofort von der Felge runter. Was sagt die Erfahrung, wie passiert sowas? Laufrad: Mavic Cosmic Carbone (Alu-Bremsflanken) Mantel: Conti GP 4000s Schlauch: Schwalbe No. 20 extra light Druck beim Rad check-in am Vortag (16:30): ca. 8,2bar (der Schlauch im Vorderrad hat erfahrungsgemäß immer recht schnell Druck verloren: so 2bar pro Woche) Bin eher der vorsichtige Abfahrer, also recht viel gebremst. Der Unfall passierte so nach ein paar Kilometern Abfahrt. Danke für Eure Einschätzungen :Blumen: |
Zitat:
Kontrolliere mal das Felgenband. Sitzt das noch gut oder sind an den Speichenlöchern irgendwo scharfe Kanten vorhanden? |
Stimmt, da hatte ich auch schon dran gedacht, sieht aber eigentlich alles recht clean aus. Der Mantel ist eigentlich auch noch in Ordung, also nix was auf ne überfahrene Scherbe/Nagel oder ähnliches hindeuten würde.
|
Zitat:
|
Zitat:
Zitat:
|
Zitat:
|
la_gune wäre schon froh, wenn er die Contis auf seine Felgen überhaupt DRAUF kriegt. Wenn sie ihm dann wieder RUNTER springen, kotzt er wahrscheinlich richtig :Lachen2:.
|
Nein kann nicht sein weil ich vorher schon Minimum 700 km damit gefahren bin. Und ich bin seit 18 Jahren Triathletin und mein Mann ebenso lange radfahrer. Der wechselt die Mäntel Blind....vielleicht liegt daran . Ne Spaß beiseite In einem Jahr auf 2 verschiedenen Rädern mit anderen Felgen. Mir kommt kein gp mehr auf die Felge.
|
Wie geht es Dir eigentlich ... ich
meine VR zerlegt auf der Abfahrt der Strecke von Zell ..... ...? m. |
Zitat:
Wenn der Schlauch rundum von Felge (+Band) und Reifen umschlossen ist, kann er eigentlich nicht platzen. Ob es denkbar ist, dass das 700 km gut geht, bevor es passiert, weiß ich nicht. Das viele Bremsen und daraus resultierende Hitze als Auslöser erscheint plausibel, aber nicht als alleinige Ursache. Hoffe auch, Du selbst hast es halbwegs gut überstanden!? |
Bin mit dem Klassiker davon gekommen: Schlüsselbeinbruch. Aber hätte sicher auch übler enden können. Daher will ich nicht, dass es mir nochmal passiert.
Ich kenn mich mit den Drücken nicht so gut aus, aber dachte, dass 8bar jetzt nicht die oberste Grenze ist und man da noch Spielraum nach oben hat. Bin eigentlich noch nie in den Alpen unterwegs gewesen und hätte jetzt auf dieser Abfahrt (war ja nicht ewig lang) die Gefahr mit den überhitzten Felgen/Bremsflanken nicht als groß eingeschätzt. Oder unterschätzt man das? |
Ob die Temperatur und damit der Reifendruck ne Rolle spielt, das kannst du selbst am besten selbst kontrollieren, indem du die Fragen unten beantwortest.
Wie hoch war die Lufttemperatur als du den Reifen auf 8,2 bar aufgepumpt hast? Wie warm war der Reifen ungefähr, als du ihn auf 8,2 bar aufgepumpt hast? War er vorm Aufpumpen schon länger in der prallen Sonne gestanden oder war er die Zeit davor im Schatten? Wie gings dann weiter? Stand das Rad nachm Aufpumpen in der prallen Sonne? Am Wettkampftag: Wie lang war der Reifen der prallen Sonne ausgesetzt? In den Minuten vorm Unfall: Wie oft hast du von welcher Geschwindigkeit auf welche Geschwindigkeit verzögert? Wie hoch ist das Systemgewicht(Du+Rad)? |
Zitat:
Von dem her würd ich eher auf "Pech" tippen. Such nochmal den Mantel nach Stichen oder so ab, eventuell wars ja doch durch einen Fremdkörper. Oder einfach "altersschwäche" beim Schlauch. Ich persönlich würde nun einfach die Felge kontrollieren, ob alles in Ordnung ist, ein neues Felgenband aufziehen, einen "normalen" Schlauch nehmen (keinen extralight), neuen Mantel aufziehen und gut ist. |
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es irgendwas grundsätzlich mit Überhitzung durch Bremsen zu tun hat. Zwar kann ich es nicht belegen, aber wenn ich mir überlege, wie die Fahrer bei der Tour die Berge runterballern - da war es ja auch sehr heiß - und dann in die Eisen gehen, da müsste ja dauernd was platzen. Tut es aber nicht. Und die fahren meist noch mit Carbonflanke.
Ich schließe mich da eher den Vorrednern an, die auf Zufall oder falsche Montage getippt haben. Ich hatte auf dem Rennrad auch mal den Schlauch etwas im Reifen eingeklemmt. Und obwohl ich da nur auf 7,5 bar max aufpumpe, fing das Vorderrad auf flacher Straße erst an zu eiern und schließlich ist der Schlauch geplatzt. Zum Glück ist der Mantel aber nicht abgesprungen. Also, immer schön kontrollieren beim Montieren. Gute Besserung!:Blumen: |
Zitat:
Also, tubular kaufen :Cheese: |
Zitat:
|
Nun, ganz so einfach würd ich die Temperatur nicht beiseiteschieben.
Falls er zB bei 25 °C die 8,2 bar eingestellt hat und der Reifen sich am Renntag durch direkte Sonneneinstrahlung und Bremsen auf 80°C erhitzt hat, dann ergibt sich durch p/T = konstant: (8,2+1)/(25+273) = (x+1)/(80+273) x=9,9 bar Bei 60 °C würd sich ein Druck von 9,3 bar ergeben. Vielleicht also doch ein wichtiger Einflussfaktor? |
Zitat:
Im Ernst, mach einfach mal 15 Bar auf den Reifen und schau ob etwas passiert. Ich würde mir dann eher Sorgen um die Felgenflanke machen. Glaubt ihr daß die Reifen mit so wenig Reserven ausgestattet sind?:confused: |
Zitat:
|
Bei meinem ersten Triathlon hatte ich auch einen Platzer auf der Abfahrt. Es stellte sich heraus, dass ich einen Bremsbelag falsch montiert hatte: er berührte den Reifen beim Bremsen. Eigentlich passiert mir sowas nicht, aber eben nur "eigentlich". Ich nehme an, du hast das ausgeschlossen.
|
Ich erwische regelmässig Contis mit Fabrikationsfehlern in der Wandung.
Irgendwie scheint der Gummiauftrag dort fehlerhaft zu sein. Inzwischen prüfe ich Reifen vor der Montage generell mit einem hellen Licht. Schimmert da was durch, reklamiere ich den Mantel und gebe ihn zurück. Durch diese dünnen Stellen wird der Schlauch stark gestresst, weil der sich durchs Gewebe presst. Ist mir auch schon mit MTB Reifen von Conti passiert. Scheint dort ein generelles Problem zu sein. Den GP fahre ich sonst sehr gerne und finde ihn auch sehr zuverlässig, aber da muss man echt aufpassen. |
Zitat:
Es ist auch so, dass bei Fahrern mit normalem Gewicht über 8bar (Drahtreifen) nichts mehr besser wird, sondern sich die Fahreigenschaften eher verschlechtern. Der Reifen neigt dann zum springen. Bei Schlauchreifen geht das eher so gegen 10 bar - der gefühlte Druck bzgl Aufstandsfläche ist aber der Gleiche. Der Schlauchreifen wird ja seitlich nicht von der Felge gestützt. |
Erst mal gute Besserung.
Ich hatte letztes Jahr beim Challenge Kraichgau einen Reifenplatzer. Hier hörte ich zuerst kurz ein merkwürdiges Geräusch, das ich zuerst gar nicht einordnen konnte und dann ein Peng. Das merkwürdige Geräusch war das Entweichen der Luft durch ein Loch. Erst dann hat es den Reifen zerrissen. Zum Glück war es der Hinterreifen. Hast Du Dir den Schlauch angeschaut, ob da irgendwo noch ein Loch war? |
Zitat:
|
Zitat:
|
Zitat:
Und eine Lösung des Problems ist es auch nicht. Schlauchreifen sind gegen das heissbremsen noch viel empfindlicher, weil der gute Kleber thermoplastisch ist. Da kann es sein, dass sich der gute Pneu einfach plötzlich von der Felge wurstelt. Frage mal den Herrn Beloki danach. Zitat:
|
Zitat:
Aber natürlich hat es was damit zu tun. Dadurch kann es zu spontanem komplettem Luftverlust kommen. (Pifff....) Das Loch im Schlauch sieht dann so aus, als hätte jemand reingeschossen. Am Vorderrad kann es so leicht den Mantel runter reissen. Mir ist das ein paar Mal passiert (zum Glück hinten und auch im Flachland). Erst dachte ich an einen Montagefehler. Dann habe ich aber begonnen die Sache mal genauer zu untersuchen. Ich habe aus Geiz bei einem Exemplar die gefundene Fehlstelle mit etwas Gewebe von innen beklebt und bin diesen Reifen dann ewig noch im Training gefahren. Umgekehrt sind neue Schläuche die ich vor dieser Massnahme aufgezogen habe, nach ein paar Ausfahrten an der gleichen Stelle wieder geplatzt. Made in G... ist halt nicht mehr das was es mal war. |
Zitat:
|
Vorbeugen ist doch ganz einfach:
1. richtige Montage 2. richtiges Bremsen Einen technischen Defekt kann man aber leider nie zu 100% ausschließen. Das sich auf einer Abfahrt ein gewissenhaft geklebter Schlauchreifen von der Felge löst habe ich noch nie erlebt. Bei Herrn Beloki war wahrscheinlich die Qualität der Montage nicht sonderlich gut. Ansonsten zeichnen sich Schlauchreiefn ja gerade dadurch aus, dass sie bei Defekt nicht von der Felge springen sondern einen gewissen Notlauf haben. Allerdings bekommt man auch hier bei bescheidenem Fahren auch die Bremsflangen delaminiert |
Zitat:
Preisfrage: Wie ändern sich für den Reifen die Druckverhältnisse, wenn der Schlauch ein Loch hat? |
Zitat:
Bei der Abfahrt nach Hinterthal sind soviel Carbonfelgen kaputt gegangen bzw. Reifen geplatzt (und zwar überwiegendf Vorderreifen, was den Einfluss des Bremsens auf die Defekthäufigkeit unterstreicht), dass dem offiziellen Materialsupport dort die Ersatz-Laufräder ausgingen. Ich würde also auch auf (vielleicht minimalen) Montagefehler in Verbindung mit ungewöhnlicher Hitze als Defektursache tippen. Mir ist vor einer Woche beim Mondseetriathlon auch ein Vorderreifen von der Felge gesprungen. Der Defekt hatte sich beim Fahren einige Kilometer vorher mit leicht unrundem Lauf (rückblickend) angekündigt. Auch da ein sehr sonniger Tag und kurz vor dem Platzen ein heftiger Bremsvorgang. |
Zitat:
Zitat:
Bei Clincher-Vollcarbonfelgen lastet sowieso schon eine hohe Belastung auf dem Felgenring, sodass der sich bei hohen Temperaturen verformen oder gar abplatzen kann, wodurch der Reifen sich logischerweise mit verabschiedet. Wenn du in einer tubular-Felge so hohe Temperaturen erreichst, dass der Kleber sich zu lösen beginnt, sind Clincher-Felgen schon allerlängstens überm Limit. Bei der Temperaturempfindlichkeit der Schläuche sieht es nämlich auch nicht viel besser aus. Nicht umsonst werden bei Radrennen mit schnellen Abfahrten und viel Bremsen eigentlich immer noch kaum Clincher eingesetzt. Schlauchreifen bleiben wenigstens beim Defekt auf der Felge und haben noch vernünftige Notlaufeigenschaften. Ich hatte selbst schon zwei Schlauchreifen-Platten (jeweils Hinterrad, einmal Trainingslager, einmal Wettkampf), damit hätte ich ohne Probleme noch weiterfahren können, wenn mir die Felge egal gewesen wär. Vor 5 Jahren hat man halt noch sowas gelesen: http://www.zedler.de/zedler-aktuell/...t-1/?tx_ttnews http://www.zedler.de/zedler-aktuell/...ung/?tx_ttnews http://www.zedler.de/zedler-aktuell/...ren/?tx_ttnews Klar sind die Hersteller mittlerweile besser geworden, aber bei tubular-Felgen hat(te) man diese ganzen Probleme so gut wie gar nicht. Zitat:
Zitat:
Mir ist das bei den Platten, die ich bei Clinchern bereits hatte (leider reichlich..), bisher zum Glück weder vorn noch hinten jemals passiert, aber die waren auch alle nicht in einer Kurve und vor allem nie auf einer Abfahrt. Zitat:
|
Zitat:
Ich sehe immer wieder, daß nur beim Wettkampf der Luftdruck entsprechend hochgesetzt wird. Ich unterstelle Dir mal daß Du auch im Training mit entsprechenden Drücken fährst. Fakt ist halt daß schon 0,1Bar über halten oder nicht halten entscheidet wenn der Schlauch nicht korrekt liegt. Damit können dann Problemlos 10tkm gefahren werden. Dafür also, daß der Reifen von der Felge gesprungen ist, ist der Montagefehler Ursächlich. Die Hitze hätte halt auch einfach so einen Schaden am Schlauch verursachen können. Dann springt aber mit größter Wahrscheinlichkeit nicht der Reifen von der Felge. |
Zitat:
Zitat:
|
Zitat:
Das ist in meinne Augen die Lösung. Wer unbedingt solche ultra leichten Schläuche fahren muss, muss sich nicht wundern wenn die hochgehen. Die paar gesparten Sekunden, ist mir das Risiko nicht wert. Zumal die generell empfindlicher gegen Pannen sind. |
Zitat:
Vielleicht kann Coparni mit Insiderwissen aushelfen. |
Zitat:
Zitat:
Aber allein die Tatsache, dass man mittlerweile überall brauchbare China-Carbonfelgen für Clincher bekommt, sagt ja schon einiges aus. Das war vor drei, vier Jahren noch den "Premium-Herstellern" vorbehalten. Die als Endkunde direkt kaufbaren Chinafelgen waren da fast ausschließlich tubular, die sind halt einfacher zu fertigen. Zitat:
|
Zitat:
Im Training fahre ich normalerweise keine Wettkampflaufräder, aber ein oder zwei Tage vor einem Wettkampf wird das Material dann doch mit wettkampfdruck Probe gefahren. In dem Fall hatte ich da aber ein anderes Vorderrad gewählt, das beim Probefahren einen minimalen Höhenschlag zeigte, so dass ich kurzentschlossen (und ohne weitere Probefahrt) ein Hed3-Vorderrad als Ersatz hernahm, bei dem ich zwar vor mehreren Jahren einen neuen Mantel (Schwalbe Blizzard) aufgezogen hatte, danach aber nie im Wettkampf gefahren bin. Der Schwalbe Blizzard ist das genaue Gegenteil vom Conti GP4000, d.h. er lässt sich ohne Anstrengung und ohne Reifenheber sowohl montieren als auch ohne Reifenheber demontieren, wenn keine Luft im Reifen ist. Trotzdem haben wir ihn jahrelang ohne Probleme im Wettkampfeinsatz gehabt (Allerdings auf anderen Laufrädern). Eine Patentlösung sind Carbonschlauchreifenfelgen bei Passabfahrten übrigens auch nicht, wie dieses Bild eines Bekannten, der vor zwei Jahren vom Kitzsteinhorn mit uns runtergefahren ist, belegt: ![]() |
Zitat:
|
Zitat:
Krasses Bild.. |
| Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 01:37 Uhr. |
Powered by vBulletin Version 3.6.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, Jelsoft Enterprises Ltd.