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kupferle 03.08.2012 07:18

Deutscher Schwimmsport
 
Dieser artikel wurde auf RR-News gepostet:

http://www.welt.de/sport/olympia/art...-Diktator.html

Ist das wirklich so?Wird dem Spitzensport in D zu wenig Aufmerksamkeit in alle Richtungen geschenkt?(zu wenig Bezahlung,bessere Trainingsmöglichkeiten,mehr internationale Wettkämpfe usw.)


Hat er mit seiner Meinung Recht?

Arrakis 03.08.2012 07:51

Das mag ja alles richtig sein und die Leistungen der deutschen Schwimmer sind ja, von einigen wenigen Lichtblicken abgesehen, nun wirklich ernüchternd. Aber da jetzt so drauf zu hauen, nach der Devise "alles Weicheier heute, was waren wir damals doch für tolle Kerle" ... da möchte wohl jemand nochmal im Mittelpunkt stehen.
Auf der einen Seite wird politisch korrekt der olympische Gedanke gefeiert und (zurecht) der nigerianische Ruderer gefeiert, der mit 1 Minute Rückstand ins Ziel kommt. Auf der anderen Seite soll ein deutscher Schwimmer, der keine Chance aufs Finale hat, zuhause bleiben. Da bekomme ich echt das Ko..... Ist dann wie beim Marathon. Lieber gar keinen mitnehmen, als jemand, der evtl. nur 13. wird. Der verweis auf die verschwendeten Steuermittel war dann noch das I-Tüpfelchen. Wenns danach ginge, müsste man die komplette Sportförderung einstellen, bringt der Menschheit nämlich alles genau genommen ungefähr ... gar nichts.

Arrakis 03.08.2012 08:03

Ich hab in dem Zusammenhang vor ein paar Tagen einen guten Radiokommentar gehört. Interessanter Denkanstoss am Ende war: Es geht im Leistungssport anscheinend nicht mehr ohne harten Drill und systematisches Aussieben. Jetzt muss sich aber jeder (der die Leistungen der Deutschen kritisiert) selbst die Frage beantworten, ob er sein Kind auf eine chinesische Schwimmschule schicken würde ...

merz 03.08.2012 08:22

Das Interview offenbart schon eine lustige Weltsicht, nun ja ....

m.

TriBlade 03.08.2012 08:35

Die Argumentation mit den Steuergeldern kann ich nicht mehr hören. Mir fallen auf einen Schlag 7 - 100 andere Sachen ein, die wir dann auch streichen können. Ich habe keine Ahnung was der Spitzensport in Deutschland pro Jahr an Steuergeldern kostet, aber im Vergleich zu den paar Milliarden die wir gerade in Südeuropa versenken wird es schon nicht ins Gewicht fallen.
Ich erwarte auch nicht ständig Medaillen. Was aber zu hinterfragen ist, stimmt es das nur 20% der deutschen Schwimmer bei Olympia ihr persönlichen Bestleistungen erreicht haben? Wenn dem so wäre, müsste man mal die Trainingssteuerung hinterfragen.
Würden wir hier ja auch machen, wenn wir praktisch alle kollektiv weit hinter unseren Bestleistungen zurück bleiben würden. Arne müsste dann vermutlich seine Trainingspläne noch mal überarbeiten :Cheese:

Faul 03.08.2012 09:45

Wurde gestern ja alles während der Übertragung schon diskutiert. Der Sportdirektor meinte dann aber im Interview, dass es eigentlich alles gar nicht so wild wäre. In der Breite wären die Leistungen besser als in Peking, die zwei Topstars hätten halt nicht gepunktet. Wenn man sich hingegen die Anzahl der Finalteilnahmen und Halbfinalteinahmen anschaut, wäre es eh ganz gut gewesen.

Die Franzi hat halt die Kondi bemängelt. Da muss ich auch sagen, da haben mich Phelps und Lochte extrem beeindruckt, wie die innerhalb von 10 min wieder Vollgas geben können und die Deutschen hingegen nach einem Lauf fast auf dem letzten Loch pfeiffen... Ob gedopt oder nicht, du muss ja schon grundsätzlich was anders laufen.

Miss Mika 03.08.2012 09:50

Hallo guten Morgen,

ich habe mir gestern und in den letzten Tagen auch oft das Schwimmen angeschaut.
Es ist wirklich traurig, dass DE so schlecht abgeschnitten hat.
Gestern wurde ein Verantwortlicher für das Deutsche Team (Namen vergessen) im Interview von Almsick und dem Moderator auch richtig schon auseinander genommen. Das war interessant und ganz gut gemacht (finde ich).
Das gepostete Interview finde ich ätzend. Es stehen sicher einige Wahrheiten drin, aber die Art, wie es rübergebracht wird ist einfach nur überheblich und unsympathisch.
Ich finde Britta Steffens Gegrinse und Gefreue, dass sie beim Finale nur zuschauen darf auch sau blöd....aber alles runterzumachen ist auch nicht die Lösung.

Naja...bin gespannt wie es weitergeht.
Ich fand jedenfalls Helge M. vor ein paar Tagen im Interview zum anbeissen :)

LG

Mika

3-rad 03.08.2012 09:51

Meine Tochter schwimmt (12 Jahre)
In Münster gibts keine 50m Bahn (das mal als Randbemerkung)
Wir haben jedes Jahr einen abartigen Kampf mit der Stadt auszutragen um genügend Wasserfläche zur Verfügung zu haben (um alle Kader zu versorgen)
Bei uns im Ort haben wir den Schwimmverein nach 37 Jahren beerdigt weil die Stadt horrende Summen für ein paar Bahnen wollte die wir nicht mehr stemmen konnten.
Wir (meine Frau und ich sowie ein paar andere) vollbringen täglich logistische Meisterleistungen um die Kinder irgendwie nach Münster zu karren und wieder abzuholen.

Wenn dann die Kinder von Meisterschaften (NRW oder deutsche, egal) kommen und hochdekoriert sind, dann gibt es Fototermine mit den Stadtoberhäuptern von Münster.
Denn diese haben das ja erst möglich gemacht.:Kotz:
Sportförderung der Stadt ist Fehlanzeige, Sponsoren haben wir nach langem Ringen jetzt einen, der ein paar Meldegelder zahlt und eine Grundausstattung zur Verfügung stellt (einmalig pro Schwimmer).

Das alles spielt sich im kleinen ab.
Wenn die Kids dann größer werden müssten sie eigentlich nach Essen oder so um bessere Bedingungen zu haben.
Das würde mehr oder weniger ein Internat bedeuten, was die wenigsten wollen (inklusive Eltern).

So versanden viele von hoffnungsvollen Talenten im Nichts.

Später gibts natürlich dann andere Probleme, die ich nicht kenne.
Aber: Um diese kennenzulernen bedarf es erst mal einer guten Grundausbildung. Und die ist wie eben geschildert: sehr schwierig zu meistern.

NBer 03.08.2012 10:25

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 786971)
.....In Münster gibts keine 50m Bahn (das mal als Randbemerkung)
Wir haben jedes Jahr einen abartigen Kampf mit der Stadt auszutragen um genügend Wasserfläche zur Verfügung zu haben (um alle Kader zu versorgen)
Bei uns im Ort haben wir den Schwimmverein nach 37 Jahren beerdigt weil die Stadt horrende Summen für ein paar Bahnen wollte die wir nicht mehr stemmen konnten......

das ist bei uns ähnlich. bei uns kostet zz eine 25m-bahn pro stunde 36 euro oder so. bei rund 20 D bis C kaderathleten kann sich jeder ausrechnen, wieviel bahnen man so braucht und wie oft in der woche trainiert werden muss und was das alles kostet. und selbst um diese sauteurens chwimmzeiten muss man noch kämpfen, weil es im verhältnis zur einwohnerzahl des einzugsgebietes viel zu wenig wasserfläche gibt.

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 786971)
..........Wenn die Kids dann größer werden müssten sie eigentlich nach Essen oder so um bessere Bedingungen zu haben.
Das würde mehr oder weniger ein Internat bedeuten, was die wenigsten wollen (inklusive Eltern)......

das ist dann aber ein problem der kinder bzw eltern. früher oder später kommt man um ein stützpunkttraining (oder eben wechsel zu einem großen verein) nicht mehr herum. ganz einfach weil dort mehr trainiert werden kann (zusammenarbeit schule-verein), die betreuung besser ist (hochqualifizierte trainer) und weil die trainingsumgebung (tägliches trainieren und messen mit den besten) viel leistungsfördernder ist. nun muss man damit nicht so früh loslegen wie in china, aber mit 15-16 sollte man über so einen schritt nachdenken, wenn man den anschluß nicht verpassen will.

edit: das letztgesagte trifft auf triathlon zu. im reinen schwimmsport muss man wahrscheinlich doch schon deutlich früher zu einem großen club mit entsprechenden bedingungen.

Statler 03.08.2012 10:41

Wir hatten das Thema auch zuhause, weil durch unseren Verein EOSC ziemlich dicht am Leistungsschwimmen dran sind.
Die Schwimmer sind 7 mal Woche im Wasser, dann kommt natürlich noch Kraftraining usw dazu.

Die 16 jährige Chinesin hat es ja selbst gesagt, sie ist 2mal am Tag im Wasser.
Das ist in Deutschland mit dem Schulsystem und den Trainingsmöglichkeiten kaum machbar.
Und die nächste Frage, die sich stellt, würde man selbst so einen Aufwand betreiben, um dann bei der nächsten Gelegenheit in den Medien verrissen zu werden, wenn es mal nicht so läuft.
Andere Nationen gewinnen auch keinen Blumentopf.

Um Leistungssport zu machen, muß man viel opfern und die wenigsten kommen ganz oben an.

Britta Steffen sieht das schon richtig, dass die Welt nicht untergeht,
wenn sie nicht im Finale steht und vielleicht ist sie mit 29 Jahren wirklich zu alt, um ganz vorne mitzumischen.

Ich finde es eigentlich nur Schade für die Sportler, wenn sie ihr Ziele nicht erreichen konnten, weil sie viel Zeit investiert und auf viele Dinge verzichtet haben.

:Huhu:

soloagua 03.08.2012 10:49

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 786971)
Meine Tochter schwimmt (12 Jahre)
In Münster gibts keine 50m Bahn (das mal als Randbemerkung)
Wir haben jedes Jahr einen abartigen Kampf mit der Stadt auszutragen um genügend Wasserfläche zur Verfügung zu haben (um alle Kader zu versorgen)
Bei uns im Ort haben wir den Schwimmverein nach 37 Jahren beerdigt weil die Stadt horrende Summen für ein paar Bahnen wollte die wir nicht mehr stemmen konnten.
Wir (meine Frau und ich sowie ein paar andere) vollbringen täglich logistische Meisterleistungen um die Kinder irgendwie nach Münster zu karren und wieder abzuholen.

Wenn dann die Kinder von Meisterschaften (NRW oder deutsche, egal) kommen und hochdekoriert sind, dann gibt es Fototermine mit den Stadtoberhäuptern von Münster.
Denn diese haben das ja erst möglich gemacht.:Kotz:
Sportförderung der Stadt ist Fehlanzeige, Sponsoren haben wir nach langem Ringen jetzt einen, der ein paar Meldegelder zahlt und eine Grundausstattung zur Verfügung stellt (einmalig pro Schwimmer).

Das alles spielt sich im kleinen ab.
Wenn die Kids dann größer werden müssten sie eigentlich nach Essen oder so um bessere Bedingungen zu haben.
Das würde mehr oder weniger ein Internat bedeuten, was die wenigsten wollen (inklusive Eltern).

So versanden viele von hoffnungsvollen Talenten im Nichts.

Später gibts natürlich dann andere Probleme, die ich nicht kenne.
Aber: Um diese kennenzulernen bedarf es erst mal einer guten Grundausbildung. Und die ist wie eben geschildert: sehr schwierig zu meistern.

Das war bei uns auch schon so... im frühen Stadion ist es enorm schwierig für die Kinder eine geeignete Trainingsmöglichkeit zu bieten. Wir hatten auf einer 14,5 m Hotelpool-Bahn trainiert und alles gewonnen, was so möglich war. Aber Unterstützung um entsprechend in ein Internat wechseln zu können gab es keine. Unsere Eltern konnten es sich nicht leisten. Ende der Schwimmkarriere.

Und das ist tragischerweise heute noch genau so! Wir als Trainer haben einfach unsere Freizeit und viel Geld investiert um unser Hobby den Kids weitergeben zu können. Aber einen von den echt Talentierten in einem Stützpunkt unterzubringen war finanziell immer wieder nicht möglich. Da hätten ganze Familien umziehen müssen und das geht halt meistens auch nicht...

Die Aussage von Britta Steffen war einfach eine totale Katastrophe! Da war wohl irgendwie noch zu wenig Sauerstoff im Hirn angekommen... ich denke, sie würde heute auch nicht mehr so antworten.

Skunkworks 03.08.2012 10:50

Bietet sich Matthes jetzt damit an? Was bringt es wenn man heftigst kritisiert, sogar Lösungen vorschlägt aber umsetzten sollen es dann doch bitte andere. Soll er doch den Cheftrainer machen! Viel Glück!

Inhaltlich hat er bestimmt in Teilen recht, bei anderen glaube ich, ist er viel zu lange weg. Ich denke er weiß gar nicht wie es sich anfühlt so schnell zu schwimmen wie heute geschwommen wird. Ganz wie im Fußball, nur das die alten Fußballer so schlau sind und sagen, dass heute viel athletischer und schneller gespielt wird. Einer der wenigen Punkte, wo Fußballer auch mal Verstand zeigen.

@3-rad: Danke für deinen Beitrag, ist manchmal gar nicht klar was es bedeutet, wenn die Kleinen im Schwimmverein sind. Das System ist so wie es ist und so werden wir später mal in dem Sport immer weniger Topleute haben.

pk-zurich 03.08.2012 10:50

Naja, spannend zu erwähnen in dem Kontext ist ja auch, das die Schwimmer aus den USA, Australien und China im Schnitt die doppelte Zeit trainieren (bzw. im Wasser sind) verglichen zu den Deutschen. Allein der Fakt erklärt die Konditionsfrage.

Zudem wenn man sich anschaut, was die Schwimmer aus den USA und Australien pro Jahr für Rennen bestreiten, gegen welche Gegner? Die deutschen sehen die Schwimmer aus Übersee im Becken erst zu internationalen Meisterschaften, wogegen alle anderen jeden Monat irgendwo gegeneinander schwimmen. Auch das pusht gewaltig. Aber es liegt an jedem selbst zu sagen, ich nehme an dem und dem Rennen teil - wir Triathleten schaffen das ja auch ;-)

Ärgerlich, wenn nicht gar dämlich sind die Interviews von Britta Steffen. Aber das bestätigt wieder wie sie tickt (siehe Abreise bei der EM oder WM - weiss nicht mehr genau). So ein Verhalten ist völlig inakzeptabel.

Naja - was solls, Schwimmen ist ja vorbei, die Bahnradsportler machen es ja besser. Schauen wir was die Leichtathleten zaubern.

Ironmanfranky63 03.08.2012 10:57

Wisst ihe was mich noch sehr traurig stimmt.? das so kleinere Nationen wie Ungarn, Frankreich, Japan usw. locker an uns vorbei gezogen sind. Die waren doch früher alle hinter uns.
Nicht eine Medailie ist echt traurig.
Ich glaub schon das dem Schwimmsport in D zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird, wird dann doch lieber in Fußball inverstiert wo wir ja seit Jahren auch nix reissen.
Olympia ist alle 4 Jahre, da muss es doch möglich sein auf den Punkt fit zu sein. hat ja kaum einer seine PB geschwommen, ich versteh es nicht.
Gruß FRank

monte gaga 03.08.2012 11:17

Zitat:

Zitat von Ironmanfranky63 (Beitrag 787011)
Wisst ihe was mich noch sehr traurig stimmt.? das so kleinere Nationen wie Ungarn, Frankreich, Japan usw. locker an uns vorbei gezogen sind. Die waren doch früher alle hinter uns.

Du hast Südafrika vergessen - trainiert vom ehemaligen deutschen Nationaltrainer Dirk Lang, den der DSV vor 7 Monaten wegen interner Querelen (u.A. Kritik an den Verbandsoberen und den Rahmenbedingungen, u.A. Bezahlung...) abgesägt hat.

Grüße !

eNTe 03.08.2012 11:19

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 786971)
Wenn die Kids dann größer werden müssten sie eigentlich nach Essen oder so um bessere Bedingungen zu haben.

-> Gladbeck. Ist auch nicht weiter als Münster, hat eine 50m Bahn, die dem Verein selbst gehört und da ist eigentlich auch immer eine Bahn für den Vater frei, gerade im Winter.

Meine Töchter schwimmen in Haltern, mehr als 2 * 1:30 die Woche geht dort auch nicht. Denen langt es, aber weit kommt man damit natürlich nicht.

Ironmanfranky63 03.08.2012 11:23

Zitat:

Zitat von monte gaga (Beitrag 787026)
Du hast Südafrika vergessen - trainiert vom ehemaligen deutschen Nationaltrainer Dirk Lang, den der DSV vor 7 Monaten wegen interner Querelen (u.A. Kritik an den Verbandsoberen und den Rahmenbedingungen, u.A. Bezahlung...) abgesägt hat.

Grüße !

Da haste Recht! Hab ich nie verstanden wie man so einen Top Mann gehen lassen kann. Aber wie fast überall , fängste an zu kritisieren biste weg vom Fenster.
Statt ans gemeinsame Ziel , Olympia zu denken.

Ironmanfranky63 03.08.2012 11:27

Zitat:

Zitat von Skunkworks (Beitrag 787006)
Bietet sich Matthes jetzt damit an? Was bringt es wenn man heftigst kritisiert, sogar Lösungen vorschlägt aber umsetzten sollen es dann doch bitte andere. Soll er doch den Cheftrainer machen! Viel Glück!

Inhaltlich hat er bestimmt in Teilen recht, bei anderen glaube ich, ist er viel zu lange weg. Ich denke er weiß gar nicht wie es sich anfühlt so schnell zu schwimmen wie heute geschwommen wird. Ganz wie im Fußball, nur das die alten Fußballer so schlau sind und sagen, dass heute viel athletischer und schneller gespielt wird. Einer der wenigen Punkte, wo Fußballer auch mal Verstand zeigen.

@3-rad: Danke für deinen Beitrag, ist manchmal gar nicht klar was es bedeutet, wenn die Kleinen im Schwimmverein sind. Das System ist so wie es ist und so werden wir später mal in dem Sport immer weniger Topleute haben.

Sehe ich genau so. Er hat im Kernpunkt vielleicht Recht aber das schwimmen von früher kann man nicht mehr mit heute vergleichen.
Er sollte Verantwortung übernehmen und zeigen das er es besser kann.
Ist wohl wie Paul Breitner im Fußball, der kritisiert auch alles und jeden, hat er mal Verantwortung übernommen für einen Club oder in der Nationalelf- nein hat er nicht nur meckern!
GRuß Frank

pk-zurich 03.08.2012 11:33

Zitat:

Zitat von Ironmanfranky63 (Beitrag 787037)
Sehe ich genau so. Er hat im Kernpunkt vielleicht Recht aber das schwimmen von früher kann man nicht mehr mit heute vergleichen.
Er sollte Verantwortung übernehmen und zeigen das er es besser kann.
Ist wohl wie Paul Breitner im Fußball, der kritisiert auch alles und jeden, hat er mal Verantwortung übernommen für einen Club oder in der Nationalelf- nein hat er nicht nur meckern!
GRuß Frank

Das Problem ist doch, selbst wenn er (oder Franzi van Almsick, oder andere) Verantwortung übernehmen wollten, müssten sie doch erst einmal in die Position kommen. In den oberen Etagen des deutschen Sports kleben doch viele an ihren Stühlen und räumen diese nicht freiwillig. Interessanterweise landen die ehemals erfolgreichen deutschen Schwimmer fast alle bei Presse und TV und dienen als Experten.

Ironmanfranky63 03.08.2012 11:39

Zitat:

Zitat von pk-zurich (Beitrag 787043)
Das Problem ist doch, selbst wenn er (oder Franzi van Almsick, oder andere) Verantwortung übernehmen wollten, müssten sie doch erst einmal in die Position kommen. In den oberen Etagen des deutschen Sports kleben doch viele an ihren Stühlen und räumen diese nicht freiwillig. Interessanterweise landen die ehemals erfolgreichen deutschen Schwimmer fast alle bei Presse und TV und dienen als Experten.

Das ist dann ja eigentlich schade. Gibt bestimmt dicke Gehälter da oben bei den Funktionären.
Ich kanns nicht genau beurteilen aber bestimmt nicht viel Ahnung die Leute da, dann kommt so was raus wie jetzt in London.
Das beste Beispiel ist für mich immer Bayern München. Da haben Leute was zu sagen die Ahnung haben vom Fußball und sagen wo es lang geht. Vielleicht sollte man Leute ran lassen die wissen von was sie rden im Schwimmsport.
Gruß

chris.fall 03.08.2012 11:46

Moin,

Zitat:

Zitat von Statler (Beitrag 787001)
Die 16 jährige Chinesin hat es ja selbst gesagt, sie ist 2mal am Tag im Wasser.
Das ist in Deutschland mit dem Schulsystem und den Trainingsmöglichkeiten kaum machbar.

im Bereich der Nachwuchsförderung funktioniert der DSV zumindest hier in Browntown ziemlich gut. Mein Verein ist "Landestützpunkt Schwimmen" der mit der Schule in direkter Nachbarschaft zusammen arbeitet. Die Kinder und Jugendlichen trainieren zweimal am Tag, pro Einheit auch schon mal 7km. Es wird knallhart gesiebt: Um im Kader zu bleiben muss bei den Landesjahrgangsmeisterschaften mindestens ein dritter Platz gemacht werden, der Cheftrainer hat Vetorecht... Ähnliche Bedingungen kennen ich aus einem früheren Leben in Rostock.


Zitat:

Zitat von Statler (Beitrag 787001)
Und die nächste Frage, die sich stellt, würde man selbst so einen Aufwand betreiben, um dann bei der nächsten Gelegenheit in den Medien verrissen zu werden, wenn es mal nicht so läuft.
Andere Nationen gewinnen auch keinen Blumentopf.

Um Leistungssport zu machen, muß man viel opfern und die wenigsten kommen ganz oben an.

Das ist in meinen Augen das Problem. Es ist für mich OK, von den Spitzensportlern zu verlangen, dass sie sich nur für Ruhm und Ehre aufreiben:

Denn es gibt viele Menschen, die viel mehr für das Gemeinwohl tun als Spitzensportler.

Wenn man aber trotzdem Spitzensport will, muss man auch Spitzenförderung betreiben! Dann darf man die Sportler nicht mit maximal 1500EUR im Monat abspeisen, dann muss man ihnen auch Perspektiven für ihre Berufsausbildung bieten, und man muss auch die Leute respektieren und auffangen, die bei Olympia "nur" fünfter werden. Hannah Stockbauer hat sich nach einem totalen Verriss durch die Blöd-Zeitung nach ihrem fünften Platz bei einer WM, entschieden, lieber eine Banklehre zu machen...


Viele Grüße,

Christian

Arrakis 03.08.2012 11:57

Zitat:

Zitat von chris.fall (Beitrag 787047)

Wenn man aber trotzdem Spitzensport will, muss man auch Spitzenförderung betreiben! Dann darf man die Sportler nicht mit maximal 1500EUR im Monat abspeisen, dann muss man ihnen auch Perspektiven für ihre Berufsausbildung bieten, und man muss auch die Leute respektieren und auffangen, die bei Olympia "nur" fünfter werden. Hannah Stockbauer hat sich nach einem totalen Verriss durch die Blöd-Zeitung nach ihrem fünften Platz bei einer WM, entschieden, lieber eine Banklehre zu machen...


Viele Grüße,

Christian

Das ist in meinen Augen das Kernproblem. Solange die Perspektiven so schlecht sind, auch nach der aktiven Zeit gut von und mit dem Sport leben zu können, werden sich die meisten eben dann, wenn`s drauf ankommt, gegen den Sport und für eine konventionelle Ausbildung entscheiden.

Joerg aus Hattingen 03.08.2012 12:23

Zitat:

Zitat von Arrakis (Beitrag 787051)
Das ist in meinen Augen das Kernproblem. Solange die Perspektiven so schlecht sind, auch nach der aktiven Zeit gut von und mit dem Sport leben zu können, werden sich die meisten eben dann, wenn`s drauf ankommt, gegen den Sport und für eine konventionelle Ausbildung entscheiden.

Dagegen ist nix zu sagen, Ruderer oder Hockeyspieler (nicht die vom Eis), verdienen auch nichts oder wenig. Die Verbände betreiben aber eine exzellente Sichtung und Förderung. Wäre vom DSV mal nicht schlecht, über den eigenen Verbandstellerrand hinweg zu schauen.
Dass die DSV-Schwimmer in der Regel ihre Bestzeiten nicht erreichen, die sie bei den Deutschen vor wenigen Wochen noch schwammen, liegt m.E. eher an der Trainingssteuerung vor London.
Ist doch schon mal passiert, das sie nach einer WM oder Olympia reihenweise ER oder sogar WR geschwommen sind und bei dem Prestigeereignis nix gerissen haben.
Noch was zu den Kosten, so ein Olympiasieg ist nicht nur was für den jeweiligen Gewinner, auch D zieht mächtig Prestige aus dem Medaillenspiegel. Insofern sollte man sich das auch etwas kosten lassen (meine Meinung).

KernelPanic 03.08.2012 12:24

http://swimtalk.net/viewtopic.php?f=...art=30#p652033

Was der Kollege hier zum Einfluss der lokalen Politik schreibt, kann ich leider bestätigen.

thunderbee 03.08.2012 12:29

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 786971)
Meine Tochter schwimmt (12 Jahre)
In Münster gibts keine 50m Bahn (das mal als Randbemerkung)
Wir haben jedes Jahr einen abartigen Kampf mit der Stadt auszutragen um genügend Wasserfläche zur Verfügung zu haben (um alle Kader zu versorgen)
Bei uns im Ort haben wir den Schwimmverein nach 37 Jahren beerdigt weil die Stadt horrende Summen für ein paar Bahnen wollte die wir nicht mehr stemmen konnten.
Wir (meine Frau und ich sowie ein paar andere) vollbringen täglich logistische Meisterleistungen um die Kinder irgendwie nach Münster zu karren und wieder abzuholen.

Wenn dann die Kinder von Meisterschaften (NRW oder deutsche, egal) kommen und hochdekoriert sind, dann gibt es Fototermine mit den Stadtoberhäuptern von Münster.
Denn diese haben das ja erst möglich gemacht.:Kotz:
Sportförderung der Stadt ist Fehlanzeige, Sponsoren haben wir nach langem Ringen jetzt einen, der ein paar Meldegelder zahlt und eine Grundausstattung zur Verfügung stellt (einmalig pro Schwimmer).

Das alles spielt sich im kleinen ab.
Wenn die Kids dann größer werden müssten sie eigentlich nach Essen oder so um bessere Bedingungen zu haben.
Das würde mehr oder weniger ein Internat bedeuten, was die wenigsten wollen (inklusive Eltern).

So versanden viele von hoffnungsvollen Talenten im Nichts.

Später gibts natürlich dann andere Probleme, die ich nicht kenne.
Aber: Um diese kennenzulernen bedarf es erst mal einer guten Grundausbildung. Und die ist wie eben geschildert: sehr schwierig zu meistern.

Problemlos auf fast jede Stadt in Deutschland übertragbar!

Blick in die USA: Highschool / College mit Schwimmbecken und Schwimmtrainern.
Kenn leider keine Schule in D (ausser Schwimminternat), die ein Schwimmbecken sein Eigen nennt.

Problemlos übertragbar auf jede Sportart in D, ausser Fussball!

Statler 03.08.2012 12:31

Zitat:

Zitat von chris.fall (Beitrag 787047)
Moin,

im Bereich der Nachwuchsförderung funktioniert der DSV zumindest hier in Browntown ziemlich gut. Mein Verein ist "Landestützpunkt Schwimmen" der mit der Schule in direkter Nachbarschaft zusammen arbeitet. Die Kinder und Jugendlichen trainieren zweimal am Tag, pro Einheit auch schon mal 7km. Es wird knallhart gesiebt: Um im Kader zu bleiben muss bei den Landesjahrgangsmeisterschaften mindestens ein dritter Platz gemacht werden, der Cheftrainer hat Vetorecht... Ähnliche Bedingungen kennen ich aus einem früheren Leben in Rostock.


Viele Grüße,

Christian

Das kann auch nur in Zusammenarbeit mit den Schulen funktionieren, deshalb gibt nur wenige , die diese Trainingsbedigungen vorfinden.
Talente haben wir sicher genug.

chris.fall 03.08.2012 12:35

Moin,

was ich bei meinem Hohelied auf die Nachwuchsförderung hier in Browntown allerdings vergessen habe, sind die "Schwimmkindwitwen", für die es einen extra Balkon in die Halle rein zum Zusehen gibt. Denn viele von den Kids wohnen nicht in Browntown, sondern bis zu 40km entfernt...


Viele Grüße,

Christian

chris.fall 03.08.2012 12:45

Moin,

was mir dazu

Zitat:

Zitat von Roland Matthes
Doch seit 1992 in Barcelona werden die Leistungen kontinuierlich schwächer.

gerade noch einfällt: Durch die Wiedervereinigung hat es in allen Sportarten eine hohe Leistungssteigerung gegeben. Die Liste ehemaliger oder sogar nach aktiver Spitzensportler, die vom DDR-System entdeckt und gefördert wurden, ist fast endlos. Von der Dopingproblematik mal abgesehen ist da vorgemacht worden, wie es geht.

Und so

Zitat:

Zitat von thunderbee (Beitrag 787070)
Problemlos auf fast jede Stadt in Deutschland übertragbar!
(...)
Problemlos übertragbar auf jede Sportart in D, ausser Fussball!

geht es eben nicht.


Viele Grüße,

Christian

Statler 03.08.2012 12:49

Zitat:

Zitat von chris.fall (Beitrag 787073)
Moin,

was ich bei meinem Hohelied auf die Nachwuchsförderung hier in Browntown allerdings vergessen habe, sind die "Schwimmkindwitwen", für die es einen extra Balkon in die Halle rein zum Zusehen gibt. Denn viele von den Kids wohnen nicht in Browntown, sondern bis zu 40km entfernt...


Viele Grüße,

Christian

Wohnen diese Kinder in der Schule ?
Wenn mein Kind morgens vor der Schule schwimmen soll und wir leben 40 km entfernt, wie soll das funktionieren ?
Sorry, dann müßte ich meinen Kindern sagen, ich kann das zusätzlich zu meinem Job nicht leisten.
Das ist ja Wahnsinn.

Meine Tochter wollte mit 9 Jahren gerne in Darmstadt Triathlon machen. Das hätte ich nicht geregelt bekommen fast jeden Tag nach Darmstadt zu fahren.

chris.fall 03.08.2012 13:03

Moin,

Zitat:

Zitat von Statler (Beitrag 787080)
Wohnen diese Kinder in der Schule ?

Nein. Die Kooperation besteht darin, dass das Vormittagstraining während des Unterrichts stattfindet, und der ausgefallene Unterricht nachmittags nachgeholt wird.

Zitat:

Zitat von Statler (Beitrag 787080)
Das ist ja Wahnsinn.

Ja. Daniela - ehemalige Spitzenschwimmeren hier aus der Szene, die mit mir zusammen trainiert - fährt pro Woche 600km, damit ihre 11jährige Tochter in dem Kader trainieren kann...


Viele Grüße,

Christian

Skunkworks 03.08.2012 13:15

Zitat:

Zitat von chris.fall (Beitrag 787087)
Moin,



Nein. Die Kooperation besteht darin, dass das Vormittagstraining während des Unterrichts stattfindet, und der ausgefallene Unterricht nachmittags nachgeholt wird.



Ja. Daniela - ehemalige Spitzenschwimmeren hier aus der Szene, die mit mir zusammen trainiert - fährt pro Woche 600km, damit ihre 11jährige Tochter in dem Kader trainieren kann...


Viele Grüße,

Christian

Was in dem Zusammenhang auffällt: Dass das Laufen genauso elend ist in DE. Da brauchts kein Becken, und jeden Tag Laufbahn ist auch nicht nötig...ok, anderes Thema...

la_gune 03.08.2012 13:30

Ich plauder mal ein wenig aus dem Nähkästchen:

In meinem Dorf-Verein war ich nach über 20 Jahren der erste Schwimmer, der wieder zu den Landesmeisterschaften durfte. Anreise, Unterkunft (im Zelt im April!!!) etc, alles selbst organisiert und bezahlt. Ohne meinen Vater wäre ich als 13jähriger ziemlich aufgeschmissen gewesen...

Einige Zeit später haben wir erfahren, dass ich die Kader-Norm für das D-Kader geschafft habe. Der nächste Stützpunkt war 85(!)km entfernt. Also ist mein Vater 2x die Woche nach der Arbeit mit mir ins Kadertraining gefahren, ist selbst 2h geschwommen um dann nachts um halb elf todmüde ins Bett zu fallen. Dazu bis zu 48Wettkämpfe pro Jahr. Oft (wie oben beschrieben) alles selbst organisiert und bezahlt.

Mein 7 Jahre jüngerer Bruder fing auch recht bald mit Schwimmen an und wurde noch besser. Inzwischen war mein Vater ehrenamtlicher Kampfrichter und meine Mutter (ehrenamtliche) Trainerin mit C-Lizenz. So wurden die Wettkämpfe immerhin zu netten "Familienausflügen"...

Mit 15 Jahren wurde mein Bruder zu einem Lehrgang von Dirk Lange (damals Kader-Trainer) nach Hamburg eingeladen. Im Anschluß an den Lehrgang bot man ihm so wie einigen weiteren Teilnehmern eine Art Internat an. Wohnungen direkt über dem Olympiastützpunkt in einer Art betreuten WG, normale Schule um die Ecke. Mein Bruder ist dann mit 16 in diese WG eingezogen. 2-3x täglich Training plus Landtraining plus Schule. Er war im B-Kader, ist Weltcup geschwommen und war mehrmals auf dem Podium bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Die Schwimmer wurden von der SG Hamburg unterstützt und gefördert. Das waren dann schon deutlich bessere Bedingungen als zu Hause im Dorf-Verein. Aber z.B. Preisgelder wie bei den Tennisspielern gab es für die Schwimmer auch auf dem Niveau eigentlich nie.

Dann ging es irgendwann um das A-Kader, was Herr Lange persönlich trainiert hat. Klare Ansage: "Wer von mir trainiert werden will hat pro Monat xxx,-€ zu bezahlen." :confused: Er forderte also von den Athleten (die meisten noch KINDER ohne eigenes Einkommen!!!) neben seinem Honorar von der SG Hamburg und dem DSV (und wo er sonst noch Kohle her bekommen hat) auch noch mal Geld. Da meine Eltern nicht in der Lage waren, diesen 5-stelligen Betrag pro Jahr zu zahlen (und mein Bruder das auch nicht wollte), blieb ihm nichts anderes übrig, als weiterhin im B-Kader zu trainieren. Einige wenige Eltern haben es bezahlt. Einen von diesen Athleten hat man in Peking gesehen...
Her Lange war dann aber gar nicht mehr lange in HH, war dann zwischenzeitlich ja mal DSV Cheftrainier (ohne großen Erfolg) und ist dann nach RSA abgehauen wo er wohl keinen allzu großen Gegenwind hat mit seiner Art.

Mein Bruder hat sich dann lieber auf sein Abi konzentriert und anschließend Jura studiert.

Denn was man nicht vergessen darf: Man kann als Schwimmer in Deutschland NICHT von diesem Sport leben. Einzige Ausnahme mag vielleicht Franzi sein. Aber als Mann ? Keine Chance...
Sowas wie die Herren Phelps, Thorpe, Spitz, etc das sind Nationalhelden wie bei uns vielleicht der Schumacher oder FC Bayern. Die Bedingungen sind einfach andere.

Fakt ist, es gibt in D keine gescheite Talentförderung. Die Anforderungen für die Kader sind inzwischen ziemlich heftig und es wird gesiebt. Aber sobald es etwas weiter nach oben geht, wird es ziemlich dünn. Zudem haben Schwimmen in D keine Perspektiven. Das sind alles durch die Bank weg AMATEURE !!! Klar werden die von den Arbeitgebern frei gestellt, aber sicher stellt sich der Arbeitgeber schon die Frage, wozu er jemanden, der im Halbfinale rausfliegt so fördern soll. Das bringt ihm ja eher nicht so viel, besonders wenn die Leistung nicht stimmte. Ein Sponsor will schließlich Erfolge sehen !

Wenn dann noch ein riesen Pulk plan- und ahnungsloser Funktionäre an der Spitze des Verbandes sein Unwesen treibt (der Chef vom DSV ist ein TURMSPRINGER!!!), braucht man sich eigentlich nicht zu wundern, dass die Motivation der Deutschen Athleten eine etwas andere ist, als z.B. die der Amis.

Große Sprüche wie von Herrn Matthes werde nach solch "verpatzten" Meisterschaften immer geklopft. Aber ändern tut sich dann meist doch nix. In den Funtkionärsklüngel kommt man nicht so ohne weiteres rein, besonders wenn man ein Querkopf ist und mal was ändern will. (sh. Dirk Lange)

Allerdings habe ich zumindest ein bisschen Hoffnung, dass sich der DSV nach diesem wiederholten Debakel mal so langsam Gedanken macht, was da falsch läuft.

la_gune 03.08.2012 13:49

Nachtrag:

http://www.sport1.de/de/olympia/olym...el_593855.html

NBer 03.08.2012 13:52

Zitat:

Zitat von la_gune (Beitrag 787101)
......In meinem Dorf-Verein war ich nach über 20 Jahren der erste Schwimmer, der wieder zu den Landesmeisterschaften durfte. Anreise, Unterkunft (im Zelt im April!!!) etc, alles selbst organisiert und bezahlt. Ohne meinen Vater wäre ich als 13jähriger ziemlich aufgeschmissen gewesen.......

öööhm, wer hätte das denn sonst bezahlen und organisieren sollen? soll der landesverband jeden landesmeisterschaftsstarter aushalten?

Zitat:

Zitat von la_gune (Beitrag 787101)
.....Einige Zeit später haben wir erfahren, dass ich die Kader-Norm für das D-Kader geschafft habe. Der nächste Stützpunkt war 85(!)km entfernt. Also ist mein Vater 2x die Woche nach der Arbeit mit mir ins Kadertraining gefahren, ist selbst 2h geschwommen um dann nachts um halb elf todmüde ins Bett zu fallen. Dazu bis zu 48Wettkämpfe pro Jahr. Oft (wie oben beschrieben) alles selbst organisiert und bezahlt......

zu anderen zeiten oder eben auch heute nur in anderen ländern, wird beim schwimmen in diesem alter dann ins internat gezogen.

snigel 03.08.2012 14:14

auch bei Facebook wird heiß diskutiert.

Holger Lüning dürfte wohl für einige ein Begriff sein. Er Leitet das T3 auf Teneriffa und sieht dort einige Nationalmannschaften.

Holger Lüning
‎"Keine Medaille für die deutschen Schwimmer", hatte ich vor London gesagt und doch irgendwie selbst nicht geglaubt, dass wir dermaßen "abgewatscht" werden. Schade um die ganze Mühe - aber auf Teneriffa konnte man schon ahnen, woran es liegt: die Mentalität ist einfach nicht da! Da stehen die Trainer gelangweilt am Beckenrand herum, man grüßt nicht einmal und Wissenschaftler schrauben an einem Startblock herum, den sie extra aus Deutschland haben einfliegen lassen. Nebendran bringen die Franzosen das Wasser zum Brodeln und haben auch noch SPASS AN DER SACHE!

Da muß mal ein kerniger Typ an den Beckenrand, der mutig ist, der über den Tellerand blickt und nicht glaubt wir könnten "Training-nach-Zahlen" veranstalten, der Charisma hat und den Laden mitreisst. Wer die Nationen auf Teneriffa hat trainieren sehen, der wusste, wer es am Ende bringt und wer nicht. Da muß man nur mal die Augen aufmachen und die DSV-Brille absetzen!

alpenfex 03.08.2012 14:20

Ich finde es (mal wieder) interessant oder eher lächerlich, wer sich nicht wieder alles zu Wort meldet. Und am allerschlimmsten sind die, die sagen "das habe ich doch vorher schon gewusst".

Was mich, als Laie, doch verwundert ist, dass manche "Profis" scheinbar Probleme haben, sich das Rennen richtig einzuteilen.

Zitat:

Zitat von snigel (Beitrag 787137)
auch bei Facebook wird heiß diskutiert.

Holger Lüning dürfte wohl für einige ein Begriff sein. Er Leitet das T3 auf Teneriffa und sieht dort einige Nationalmannschaften.

Holger Lüning
‎"Keine Medaille für die deutschen Schwimmer", hatte ich vor London gesagt und doch irgendwie selbst nicht geglaubt, dass wir dermaßen "abgewatscht" werden. Schade um die ganze Mühe - aber auf Teneriffa konnte man schon ahnen, woran es liegt: die Mentalität ist einfach nicht da! Da stehen die Trainer gelangweilt am Beckenrand herum, man grüßt nicht einmal und Wissenschaftler schrauben an einem Startblock herum, den sie extra aus Deutschland haben einfliegen lassen. Nebendran bringen die Franzosen das Wasser zum Brodeln und haben auch noch SPASS AN DER SACHE!

Da muß mal ein kerniger Typ an den Beckenrand, der mutig ist, der über den Tellerand blickt und nicht glaubt wir könnten "Training-nach-Zahlen" veranstalten, der Charisma hat und den Laden mitreisst. Wer die Nationen auf Teneriffa hat trainieren sehen, der wusste, wer es am Ende bringt und wer nicht. Da muß man nur mal die Augen aufmachen und die DSV-Brille absetzen!


Ironmanfranky63 03.08.2012 14:20

Zitat:

Zitat von KernelPanic (Beitrag 787067)
http://swimtalk.net/viewtopic.php?f=...art=30#p652033

Was der Kollege hier zum Einfluss der lokalen Politik schreibt, kann ich leider bestätigen.

" Dass man z.B. in den USA an mehreren Unis eine für unsere Verhältnisse geniale Schwimm-Infrastruktur hat und vieles dafür getan wird, dass man Sport und Ausbildung unter einem Hut bekommt, hilft auch. Was bleibt einem hier? Sportstudium in Köln. Hurra."

Ich zitierte mal den Kollegen aus dem Nachbarforum.
Bin daran an die KJS aus der DDR erinnert worden an denen es möglich war strukturiertes Training der Kinder und Schule unter einen Hut zu bringen

la_gune 03.08.2012 14:25

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 787122)
öööhm, wer hätte das denn sonst bezahlen und organisieren sollen? soll der landesverband jeden landesmeisterschaftsstarter aushalten?

Ähm, der Verein vielleicht, wie es bei anderen Vereinen auch üblich ist in denen vernünftig gehaushaltet wird. Oder wie es in meinem Verein bei den Fußballern, Gewichthebern und Handballern auch der Fall war ?

Wozu sonst zahlt man Vereinsbeitrag ? :confused:

Wir mussten als Schwimmer ALLES selbst bezahlen. Neben Eintritt ins Schwimmbad, Ausrüstung auch Startgeldern und eben auch alles weitere.

Man sollte hier unterscheiden zwischen Triathleten die üblicherweise im oberen Drittel der Einkommesliste stehen und Nachwuchsschwimmern die von ihren Eltern ausgehalten werden. ;)

Und was die Organisation angehnt: Der Trainer oder Abteilungsleiter ? Aber die hatten gar keinen Plan worum es geht...

kullerich 03.08.2012 14:30

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 787122)
öööhm, wer hätte das denn sonst bezahlen und organisieren sollen? soll der landesverband jeden landesmeisterschaftsstarter aushalten?

Warum denn nicht, wenn er die (dann ordentlich anzusetzende) Qualizeit erreicht hat? Das wäre auch eine Förderung?

Zitat:

Zitat von NBer



zu anderen zeiten oder eben auch heute nur in anderen ländern, wird beim schwimmen in diesem alter dann ins internat gezogen.

Ja, zu den Zeiten von Roland Matthes aus dem Interview eben:
  • unfreiheitliches Politiksystem
  • niedrige Produktivität, da ist Schwimmen auch keine "verschwendete Zeit"
  • mutiger Einsatz von leistungsfördernden Mitteln...

Das will ich nicht wiederhaben :Cheese:

Statler 03.08.2012 14:31

Zitat:

Zitat von chris.fall (Beitrag 787087)
Moin,



Nein. Die Kooperation besteht darin, dass das Vormittagstraining während des Unterrichts stattfindet, und der ausgefallene Unterricht nachmittags nachgeholt wird.



Ja. Daniela - ehemalige Spitzenschwimmeren hier aus der Szene, die mit mir zusammen trainiert - fährt pro Woche 600km, damit ihre 11jährige Tochter in dem Kader trainieren kann...


Viele Grüße,

Christian


Funktioniert das mit einer 40 Stunden-Woche oder bist Du da hauptberuflich Fahrdienst ?


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