triathlon-szene.de |  Europas aktivstes Triathlon  Forum

triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum (https://www.triathlon-szene.de/forum/index.php)
-   Politik, Religion & Gesellschaft (https://www.triathlon-szene.de/forum/forumdisplay.php?f=30)
-   -   Bundestagswahl Anno 2025 (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=52943)

StefanW. 22.11.2025 11:20

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1794599)
das ist die Variante ohne Abschläge.
Die Variante mit Abschlägen ist wohl noch gültig.

Ist doch ok. Man kann zwischen Geld und Freizeit wählen.

Helios 22.11.2025 12:25

und das mit der Freizeit sagt wer???

Hintergrund: der verrentete Kollege kam zum Brotzeitmachen in die Kantine - wie läufts so?? - mir hat nie was gefehlt, jetzt bin ich krank - was hast denn?? - die Du-A-Mol-Krankheit - wassn das??? - meine Frau sagt den ganzen Tag: Tu mal dies, mach mal jenes?? :Lachen2:

kullerich 22.11.2025 13:39

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1794582)

(sonst komm ich mit 1990, dort wurden Angestellte im öffentlichen Dienst mit 112% vom letzten netto in Rente geschickt.)

ich hätte gerne eine Quelle für diese Behauptung, inklusive einer Differenzierung, ob du hier Angestellte oder Beamte meinst - danke!

Helios 22.11.2025 16:26

ich glaub jetzt nicht, dass der Kollege noch lebt.

Quellen im Netz von 1990 hab ich keine inkl. der Regularien über die Zusatzversorgung BAT III.

TriVet 22.11.2025 16:33

Vermutlich Typisches Stammtischgelaber:
Chattie:

Weder Beamte noch Angestellte im öffentlichen Dienst wurden 1990 mit 112 % des letzten Nettogehalts in den Ruhestand geschickt. Diese Zahl taucht manchmal in Diskussionen oder Medien auf, hat aber keinen realen gesetzlichen oder tariflichen Hintergrund.

Unten die sachlich korrekten Werte:



✅ Beamte (Bund/Länder)

Beamte erhalten keine gesetzliche Rente, sondern ein beamtenrechtliches Ruhegehalt.
• Maximaler Ruhegehaltssatz: 75 % der letzten ruhegehaltfähigen Dienstbezüge
(Bezüge = eher „Brutto“, nicht Netto).
• Dieser Höchstsatz wurde erst nach ca. 40 Dienstjahren erreicht.

🔎 Daraus errechnen sich typischerweise etwa 70–72 % Netto, je nach Steuerklasse und Abzügen.
→ 112 % Netto ist ausgeschlossen, da die Berechnungsgrundlage ohnehin das Brutto ist.



✅ Angestellte im öffentlichen Dienst (also keine Beamten)

Sie bekamen 1990:
1. Gesetzliche Rente
2. Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes (VBL/ZVK)

Die Kombination brachte realistisch 70–75 % des letzten Nettos (bei langer Versicherungszeit).

➡️ Auch hier nie über 100 %, geschweige denn 112 %.



❓ Woher kommt dann die 112%-Zahl?

Meist aus Fehlinterpretationen:
• Brutto/Netto-Verwechslung
• Vergleich der Nettopension mit dem verfügbaren Einkommen im Erwerbsleben (nach Abzug von Sozialbeiträgen, die Rentner nicht mehr zahlen)
• Einzelne Sonderfälle (z. B. Polizei, Feuerwehr) werden manchmal falsch zitiert
• Oder rein polemische Behauptungen

Aber rechtlich oder systematisch gab es nie eine Pension/Rente über dem vorherigen Netto.



📌 Fazit

1990 erhielt keine Gruppe im öffentlichen Dienst 112 % des letzten Nettogehalts als Pension oder Rente.
Die realen Werte lagen – je nach Status und Versicherungsbiografie – üblicherweise bei 70–75 % des Nettos.

Helios 22.11.2025 17:59

auhhhh - da liegst weit daneben.

Schwiegermutter ist 2002 in Rente mit der Zusatzversorgung der Stadtwerke (Angestellte bei der Stromabrechnung) war ihr Netto nach 35 Dienstjahren 90% vom letzten netto.

Schwiegervater einerseits stolz auf seine Frau, andrerseits enttäuscht über seine Rente, die weit unter seinem letzten netto war als Meister mit über ..... Berufsjahren.

Wir sprechen nicht darüber inwiefern sich der Anteil gesetzlicher Rente und Zusatzversorgung jetzt weiter entwickelt hat - ob z.B. eine Erhöhung "Gesetzlich" die aufstockende Zusatzversorgung mindert, gleich bleibt, mit steigt.

Was mir mitgeteilt wurde ist, dass die Krankenversicherung bei Rentnern, nach meinem Empfinden, abartig hoch ist und in keinem Verhältnis zu den verringerten Bezügen steht.

StefanW. 23.11.2025 08:35

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1794612)
Was mir mitgeteilt wurde ist, dass die Krankenversicherung bei Rentnern, nach meinem Empfinden, abartig hoch ist und in keinem Verhältnis zu den verringerten Bezügen steht.

Wenn sie in der GKV pflichtversichert sind, dann ist die Aussage Unsinn.
Wenn sie freiwillig in der GKV versichert sind, dann spielen andere Einkünfte des Rentners/der Rentnerin auch mit rein.
Wenn sie in der PKV versichert sind, dann sind die Spielregeln nochmals anders. Du musst also schon mehr Infos liefern.
Beihilfeanspruch...... ???

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1794612)
Schwiegermutter ist 2002 in Rente mit der Zusatzversorgung der Stadtwerke (Angestellte bei der Stromabrechnung) war ihr Netto nach 35 Dienstjahren 90% vom letzten netto.

Zwischen 90 und 112 klafft aber noch eine Lücke.

fras13 23.11.2025 10:12

Zitat:

Zitat von TriVet (Beitrag 1794611)
...

Unten die sachlich korrekten Werte:



✅ Beamte (Bund/Länder)

Beamte erhalten keine gesetzliche Rente, sondern ein beamtenrechtliches Ruhegehalt.
• Maximaler Ruhegehaltssatz: 75 % der letzten ruhegehaltfähigen Dienstbezüge
(Bezüge = eher „Brutto“, nicht Netto).
• Dieser Höchstsatz wurde erst nach ca. 40 Dienstjahren erreicht.

�� Daraus errechnen sich typischerweise etwa 70–72 % Netto, je nach Steuerklasse und Abzügen.
→ 112 % Netto ist ausgeschlossen, da die Berechnungsgrundlage ohnehin das Brutto ist.


...

Beamte sind sehr oft in der PKV, und dieser Beitrag muss vom ausgezahlten Netto auch in der Pension noch abgezogen werden, um etwas vergleichen zu können.

keko# 23.11.2025 10:28

Zitat:

Zitat von StefanW. (Beitrag 1794604)
Ist doch ok. Man kann zwischen Geld und Freizeit wählen.

Nicht alle haben die Wahl. Manche müssen einfach aus verschiedenen Umständen heraus bis zum gesetzlichen Alter arbeiten. Aber im Prinzip stimme ich dir zu.
Und wer bis 70 arbeiten will oder glaubt, das würde unser Problem lösen, der kann das gerne tun.
:Blumen:

twsued 23.11.2025 13:17

Zitat:

Zitat von fras13 (Beitrag 1794623)
Beamte sind sehr oft in der PKV, und dieser Beitrag muss vom ausgezahlten Netto auch in der Pension noch abgezogen werden, um etwas vergleichen zu können.

Rentner müssen sich ebenfalls Krankenversichern

Gelbbremser 23.11.2025 14:25

Meine Frau und ich sind Rentner und haben als Tarifangestellte im öffentlichen Dienst gearbeitet. Wir haben sämtliche Tarifänderungen der letzten Jahrzehnte durchgemacht. BAT, TVÖD, am Ende TVÖD SuE. Eingruppiert war ich in BAT 4b, TVÖD EG9, TVÖD S12 ganze am Ende TVÖD S17.
Seit letztem Jahr bin ich in Rente (für meinen Jahrgang regulär mit 66). Die Bruttorente der gesetzl. Rentenversicherung betrug 2177,64 dazu kam die Zusatzversorgung des öffentliche Dienstes 480,76 = 2658,40€ brutto. Nach Abzug der Sozialversicherungs -beiträge wurden 2323,72 ausgezahlt. Dieser Betrag muss noch versteuert werden, da die Rentenversicherungen keine Lohnsteuer abziehen.
Meine Frau hat Teilzeit gearbeitet und ging mit Abzügen mit 63 (sie wollte mit mir aufhören) und erhält aktuell nach Eehöhung im Sommer 831,53 Rente + 233,-- Zusatzversorgung = 1077,04 was auch noch zu Versteuern ist. Wenn sie noch 3,5 Jahre länger gearbeitet hätte wärens ca. 60€ mehr gewesen.
Im Vergleich zu unseren früheren Nettolöhne schon sehr viel weniger. Aber es ist ok, da unser Konsumverhalten auch nicht mehr so wie früher ist.

Es ist nur etwas ärgerlich, dass ausgerechnet der öffentliche Dienst immer mal wieder für Rentendebatte herhalten muss. Ich hab Freunde die Facharbeiter in der Industrie waren, die erhalten mit Betriebsrente wesentlich mehr und konnten z.T. schon mit 60 gehen.

Genussläufer 23.11.2025 14:42

Zitat:

Zitat von Gelbbremser (Beitrag 1794647)
Es ist nur etwas ärgerlich, dass ausgerechnet der öffentliche Dienst immer mal wieder für Rentendebatte herhalten muss. Ich hab Freunde die Facharbeiter in der Industrie waren, die erhalten mit Betriebsrente wesentlich mehr und konnten z.T. schon mit 60 gehen.

Danke, dass Du das so transparent und nachvollziehbar dargelegt hast. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Rentendebatte sich auf den von Dir beschriebenen Teil des öffentlichen Dienstes fokussiert. Die größere Kritik liegt hier auf der Beamtenseite. Und auch da ist der Fokus nicht der Beamte selbst, sondern die Struktur der Vergütung.

Es ist auch richtig, dass es massive Kritik darüber gibt, dass Beamte nicht in die DRV einzahlen. Das liegt aber auch nicht an den Beamten selbst. Der Staat als Arbeitgeber hat einfach kein Interesse die dann anfälligen Arbeitgeberanteile aufzubringen und verschiebt diese Verpflichtung in die Zukunft. Der Staat entzieht sich an dem Punkt mal locker dem, was er jedem kleinen Arbeitgeber aufzwingt. Und die hier nicht aufgebrachten Arbeitgeberanteile sind eine Verpflichtung in die Zukunft. Dieser Verpflichtung steht real eine Verschuldung gegenüber, die wir als Land nur deswegen nicht ausweisen müssen, weil wir lediglich eine jährliche Einnahmen- und Ausgabenrechnung veröffentlichen.

Das ist ein ziemlich billiger Taschenspielertrick. Leider gibt es nahezu Null Ambition, hier Transparenz reinzubringen.

fras13 23.11.2025 15:39

Zitat:

Zitat von twsued (Beitrag 1794640)
Rentner müssen sich ebenfalls Krankenversichern

Mit dem Unterschied, dass bei Rentnern die Deutsche Rentenversicherung die Beiträge zu KV und PV bereits vor Auszahlung abzieht, also die Rente netto gezahlt wird.
Und bei privat oder freiwillig versicherten Pensionären dies eben erst nach Auszahlung zum Abzug zu bringen ist.

Gelbbremser 23.11.2025 18:43

Zitat:

Zitat von fras13 (Beitrag 1794653)
Mit dem Unterschied, dass bei Rentnern die Deutsche Rentenversicherung die Beiträge zu KV und PV bereits vor Auszahlung abzieht, also die Rente netto gezahlt wird.
Und bei privat oder freiwillig versicherten Pensionären dies eben erst nach Auszahlung zum Abzug zu bringen ist.

Hm, zum Teil richtig.
Die deutsche Rentenversicherung zieht die Sozialversicherungsbeiträge zwar ab, richtig. Der ausgezahlte Betrag muss aber noch in der Steuererklärung versteuert werden. Sprich nur fast netto vor Steuer.

Ich hab einen jüngeren Bruder, der ist Telekom Pensionär, der hat 2450€, da ist Steuer und Sozialversicherungsbeitrag schon weg. Er konnte schon vor X Jahren aufhören mit 55.

Gelbbremser 23.11.2025 18:55

Zitat:

Zitat von Genussläufer (Beitrag 1794649)
Danke, dass Du das so transparent und nachvollziehbar dargelegt hast. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Rentendebatte sich auf den von Dir beschriebenen Teil des öffentlichen Dienstes fokussiert. Die größere Kritik liegt hier auf der Beamtenseite. Und auch da ist der Fokus nicht der Beamte selbst, sondern die Struktur der Vergütung.

Es ist auch richtig, dass es massive Kritik darüber gibt, dass Beamte nicht in die DRV einzahlen. Das liegt aber auch nicht an den Beamten selbst. Der Staat als Arbeitgeber hat einfach kein Interesse die dann anfälligen Arbeitgeberanteile aufzubringen und verschiebt diese Verpflichtung in die Zukunft. Der Staat entzieht sich an dem Punkt mal locker dem, was er jedem kleinen Arbeitgeber aufzwingt. Und die hier nicht aufgebrachten Arbeitgeberanteile sind eine Verpflichtung in die Zukunft. Dieser Verpflichtung steht real eine Verschuldung gegenüber, die wir als Land nur deswegen nicht ausweisen müssen, weil wir lediglich eine jährliche Einnahmen- und Ausgabenrechnung veröffentlichen.

Das ist ein ziemlich billiger Taschenspielertrick. Leider gibt es nahezu Null Ambition, hier Transparenz reinzubringen.

Das sehe ich schon ähnlich, nur wird kaum geschaut was alles öffentlicher Dienst ist.

Z.B. in der Stadtverwaltung in der ich gearbeitet hab waren von 1200 Beschäftigen nur ca. 200 Beamte. Überwiegend niedrige Eingruppierungen bis A11, ein paar Amtsleiter in A12-A14. Ausreichend für hoheitlich Aufgaben wären es, wenn ich mich richtig erinnere nur 5 Beamtenstellen gewesen. Z.B. Standesamt. In Schulen z.B. gibts mehr A14er Stellen wie in Stadtverwaltungen
Ich hab ne Nichte, die auch Sozialarbeiterin im Jugendamt (Landratsamt) ist, der wurde jetzt der Beamtenstatus (A11) angeboten. Warum? Damit sie sich keinen anderen Job sucht, da halt heftiger Personalmangel herrscht.

Ich denke alle sollten in die Rentenversicherung einzahlen, auch Beamte und Selbstständige. Es muß einfach mehr reinkommen.

keko# 23.11.2025 22:06

Zitat:

Zitat von Gelbbremser (Beitrag 1794647)
Meine Frau und ich ...

....

Das Einkommen finde ich von Euch gar nicht mal so schlecht. Kommt halt immer darauf an, ob man noch Verpflichtungen hat. Man kann ja vielleicht auch noch ein paar Hunderter hinzuverdienen.
Gedanklich habe ich das alles längst schon abgeschlossen. Jetzt muss ich nur möglichst gesund die 63 erreichen. Alles andere ergibt sich schon.

:Blumen:

Gelbbremser 23.11.2025 22:12

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1794678)
Das Einkommen finde ich von Euch gar nicht mal so schlecht. Kommt halt immer darauf an, ob man noch Verpflichtungen hat. Man kann ja vielleicht auch noch ein paar Hunderter hinzuverdienen.
Gedanklich habe ich das alles längst schon abgeschlossen. Jetzt muss ich nur möglichst gesund die 63 erreichen. Alles andere ergibt sich schon.

:Blumen:

So siehts aus:Blumen:

Genussläufer 23.11.2025 22:43

Zitat:

Zitat von Gelbbremser (Beitrag 1794668)
Ich denke alle sollten in die Rentenversicherung einzahlen, auch Beamte und Selbstständige. Es muß einfach mehr reinkommen.

Dann steigen aber auch die Verpflichtungen für die Auszahlung. Du verschiebst das Problem lediglich.

Ich finde immer spannend, wenn auf Österreich verwiesen wird. Dort sind die Renten im Durchschnitt relativ höher. Das liegt aber nicht an Großzügigkeit ohne Gegenleistung, sondern an einer beitragsorientierten Logik. In Österreich muss man mindestens 15 Jahre Pflichtversicherung nachweisen. Und wer viel und lange einzahlt, bekommt im Verhältnis mehr raus.

keko# 24.11.2025 16:52

Zitat:

Zitat von Genussläufer (Beitrag 1794681)
Dann steigen aber auch die Verpflichtungen für die Auszahlung. Du verschiebst das Problem lediglich.

Ich finde immer spannend, wenn auf Österreich verwiesen wird. Dort sind die Renten im Durchschnitt relativ höher. Das liegt aber nicht an Großzügigkeit ohne Gegenleistung, sondern an einer beitragsorientierten Logik. In Österreich muss man mindestens 15 Jahre Pflichtversicherung nachweisen. Und wer viel und lange einzahlt, bekommt im Verhältnis mehr raus.

Hätte man mehr Beitragszahler, hätte man erst mal mehr Geld. Punkt!
Dann kommt das mit den Ausgaben nachgelagert.

In Österreich zahlen Beamte seit 20 Jahren ein. Man begann vorher schon damit, dass man Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung integrierte.

Die Grünen wollen in DE nun die "Rente mit 63" reduzieren, konnte ich lesen. Es soll sie nur noch aus gesundheitlichen Gründen geben.

Genussläufer 24.11.2025 18:02

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1794731)
Hätte man mehr Beitragszahler, hätte man erst mal mehr Geld. Punkt!
Dann kommt das mit den Ausgaben nachgelagert.

In Österreich zahlen Beamte seit 20 Jahren ein. Man begann vorher schon damit, dass man Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung integrierte.

Die Grünen wollen in DE nun die "Rente mit 63" reduzieren, konnte ich lesen. Es soll sie nur noch aus gesundheitlichen Gründen geben.

Alles richtig. Das ist aber nicht der Grund, warum die Rente in Österreich höher ist. Siehe oben.

Meik 24.11.2025 19:09

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1794731)
Hätte man mehr Beitragszahler, hätte man erst mal mehr Geld. Punkt!

Geld fällt für dich einfach vom Himmel, oder? Altersvorsorge ist kein Sparstumpf sondern umlagefinanziert. Stellst du von Beamtenpension auf Rentenkasse um hast du mehr Einnahmen, musst aber auch laufende Pensionen dann aus der Kasse bedienen.

Helios 24.11.2025 19:13

Beamte werden alimentiert :Lachen2:

sollten beamte in sozialkassen "einzahlen" müssen - von wem bitteschön kommt das Geld?? - also werden die Staatskassen sofort und direkt beansprucht.

klassischer Fall von rechte Tasche - linke Tasche - zu kurz gehupft.

Da die Rente im Laufe der Jahre selbst im öffentlichen Dienst mit der vor 35 Jahren gepriesenen brillianten Altersversorgung zum Rohrkrepierer mutiert ist, muss man privat vorsorgen.
Hat man privat vor gesorgt und hat z.B. noch Zins- und/oder Mieterträge, so ist darauf in der gestzlichen Krankenversicherung noch die volle Höhe darauf zu entrichten, natürlich neben der Besteuerung.

Alle in einen Sack und draufhauen. :-((

MattF 24.11.2025 20:19

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1794731)
Hätte man mehr Beitragszahler, hätte man erst mal mehr Geld. Punkt!
Dann kommt das mit den Ausgaben nachgelagert.


Genau wir verschieben das Problem einfach in die Zukunft, auf die ......... Jungen.

:Maso: :Maso: :Maso:

Nogi87 25.11.2025 08:29

Allerdings verringern sich dann die Staatsausgaben trotzdem, da Pensionen nach den letzten beiden Jahren berechnet werden und die Rente nach dem Durchschnittsverdienst über alle Jahre hinweg. Das wären bei vielen Beamten einige Hundert Euro die der Staat spart, da Beamte oft im mittleren Dienst mit A 8 einsteigen, dort ein paar Jahre arbeiten und dann den Aufstiegslehrgang machen und mit A 13 in Pension gehen.
Außerdem lassen sich Beamte gerne nochmal 2-3 Jahre vor Pension befördern, damit die Pension deutlich steigt. Das funktioniert nicht mehr wenn sie Rente erhalten.

keko# 25.11.2025 08:46

Zitat:

Zitat von Meik (Beitrag 1794748)
Geld fällt für dich einfach vom Himmel, oder? Altersvorsorge ist kein Sparstumpf sondern umlagefinanziert. Stellst du von Beamtenpension auf Rentenkasse um hast du mehr Einnahmen, musst aber auch laufende Pensionen dann aus der Kasse bedienen.

Meines Wissens wäre es für den Staat langfristig nur wenig teurer. Beamte hätten weniger im Geldbeutel, dafür würde es die gesetzliche Rente langfristig stabiler halten und es fairer sein.
Natürlich ist es kein Sparstrumpf, aber wenn ich mehr und länger eingezahlt habe, bekomme ich am Ende mehr Punkte. Unser Staat hat ja nun auch wirklich Geld ohne Ende, wenn es sein muss. Das hat man in den letzten Jahren bis heute gesehen. Insofern könnte er auch die Beamten stemmen, wenn es ein bisschen teurerer würde. Was sind heutzutage schon ein paar Milliarden? Die werden hin- und hergeschoben wie beim Bäcker die Brötchen.

Helmut S 25.11.2025 08:49

Die Finanzierung über Umlage und Belastung des Faktors Arbeit mit der aktuellen Demographie ist tot. Alles was in die Richtung weiter gemacht wird ist nur ne Verschiebung nach hinten und geht am Problem vorbei.

Was nötig ist, ist ein Strukturreform. Entlastung des Faktors Arbeit von den Sozialstaatsausgaben auf AN und AG Seite, sowie nutzen von Vermögen und entsprechenden Kapitalströmen zur Staatsfinanzierung. Es gibt nirgends mehr und sozial gerechter Geld zu holen als in diesen beiden Punkten.

Die Politik müsste sich halt ran trauen.

:Blumen:

keko# 25.11.2025 08:51

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 1794766)
Die Finanzierung über Umlage und Belastung des Faktors Arbeit mit der aktuellen Demographie ist tot. Alles was in die Richtung weiter gemacht wird ist nur ne Verschiebung nach hinten und geht am Problem vorbei.

Was nötig ist, ist ein Strukturreform. Entlastung des Faktors Arbeit von den Sozialstaatsausgaben auf AN und AG Seite, sowie nutzen von Vermögen und entsprechenden Kapitalströmen zur Staatsfinanzierung. Es gibt nirgends mehr und sozial gerechter Geld zu holen als in diesen beiden Punkten.

Die Politik müsste sich halt ran trauen.

:Blumen:

Da stimme ich dir zu. Rentner entscheiden in DE aber mittlerweile die Wahlen und Politiker wollen gewählt werden.

Leider hat sich in DE in einigen Bereichen etwas angestaut, was reformiert gehört.

Helios 25.11.2025 08:55

Nachdem ich erkannt habe, dass es für mich als damals A11 gtD (unter 35 Jahre) kaum mehr möglich sein wird weiter zu klettern und bei der Pension zusätzliche private Einkünfte angerechnet werden (wegen Alimentierung - hat der Beamte selber genug, dann zahlt der Staat nix mehr), war die Entscheidung "hinzuschmeißen" sehr schnell und einfach gefasst (trotz Drohungen und Einschüchterungen: wennst Beamter warst, dann wird dich niemand mehr beschäftigen, weil jeder denkt, dass Du massiv in die Kasse gelangt hast).

Klar wird man in der Rentenkasse nachversichert, aber natürlich äußerst sparsam - wenn man davon leben müsste, wäre Hartz4, Bürgergeld oder Grundsicherung auf alle Fälle interessanter und sich den Rest des Tages "frei" nehmen.

Helios 25.11.2025 09:08

Die Erträge vom Vermögen werden doch bereits versteuert, geht man an die Substanz, dann wird das nur begrenzt gehen, da die Auswirkungen auf alle Fälle dazu führen keine Motivation zum sparen (=> "anhäufen" von Vermögen) zu begünstigen, es wird als Strafe empfunden und somit Vermögen verschoben oder einfach verprasst, bis es weg ist.

Helmut S 25.11.2025 09:44

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1794770)
Die Erträge vom Vermögen werden doch bereits versteuert, geht man an die Substanz, dann wird das nur begrenzt gehen, da die Auswirkungen auf alle Fälle dazu führen keine Motivation zum sparen (=> "anhäufen" von Vermögen) zu begünstigen, es wird als Strafe empfunden und somit Vermögen verschoben oder einfach verprasst, bis es weg ist.

Es geht nicht um Erträge von Vermögen - ob man Erträge von Vermögen ebenso besteuert wie die Erträge aus Arbeit oder andere Ertragsformen ist eine andere Debatte. Ich meine auch nicht eher kleine Vermögen im Bereich von n paar wenigen Millionen.

Es geht darum, dass vor allem große Vermögen besteuert werden und vor allem die Verwendung von großen Vermögen. Die Begrifflichkeiten die dafür üblicherweise verwendet werden sind Vermögenssteuer und Finanztransaktionssteuer.

Vor allem die Verwendung (in jeglicher Form) von Vermögen (nicht der Besitz) schafft i.d.R. soziale Ungleichheit und ist umweltschädlich.

:Blumen:

Helios 25.11.2025 10:19

Um "Finanziell Unabhängig" leben zu können braucht es pro person 2 Mio€ ($) laut einer "us-marketwatch retirement mentor webside".

Liest man sich die Ausführungen über Einkommen und Vermögen von Deutschen Wirtschaftsinstituten durch, dann staunt man, dass man ab 210.000€ Vermögen zu den 10% "Reichsten" gehört.

Ab 1 Mio soll man bei den 1% Reichsten sein - stellt sich die Frage, wenn man als Ehepaar die 4 Mio gepackt hat, zu welchem Kreis man dann gehören soll??? abgesehen davon, dass das kaum machbar ist, ohne eine bank auszurauben (nein nein, ich wars nicht).

Größere Vermögen im Sinne von Klatten/Quandt (arme Schweine, müssen immer als Beispiel her halten) dürften äußerst flexibel sein und werden vermutlich einmal besteuert werden können, dann sind sie fort und die Betriebe, in denen ihr Kapital steckte Pleite.

2009 haben wir neben der ungarischen Autobahn auf dem Weg nach Griechenland hervorragend geschlafen, die Autobahn war leer, keine LKW's unterwegs - weltweit waren die Warenströme und somit der LKW- und Privatverkehr zusammengebrochen, weil die Kapitalmärkte sich nicht mehr vertraut haben, somit die Kapitalströme - das Blut der Weltwirtschaft - nicht mehr zirkulierte, verursacht durch die Lehmann-Pleite, verursaccht durch einen Kredit- und Konsumrausch der amerikanischen Konsumenten - auch die amerikanischen Automobilkonzerne sind in dem Zusammenhang insolvent geworden (die Arbeiter haben ihre komplette Altersversorgung verloren).

Richtig aufgearbeitet wurde das nie, vor allem die Fehler im Denken.

Sonst würde man nie auf die absurde Idee kommen Kapitalströme stoppen zu wollen - z.B. durch eine Steuer.

keko# 25.11.2025 10:22

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 1794773)
Es geht nicht um Erträge von Vermögen - ob man Erträge von Vermögen ebenso besteuert wie die Erträge aus Arbeit oder andere Ertragsformen ist eine andere Debatte. Ich meine auch nicht eher kleine Vermögen im Bereich von n paar wenigen Millionen.

Es geht darum, dass vor allem große Vermögen besteuert werden und vor allem die Verwendung von großen Vermögen. Die Begrifflichkeiten die dafür üblicherweise verwendet werden sind Vermögenssteuer und Finanztransaktionssteuer.

Vor allem die Verwendung (in jeglicher Form) von Vermögen (nicht der Besitz) schafft i.d.R. soziale Ungleichheit und ist umweltschädlich.

:Blumen:

Man wird sowieso neue Wege finden müssen, wenn in den nächsten Jahren KI menschliche Arbeit ersetzt. Die Alternative wäre, dass sich Vermögen noch mehr konzentriert, wie es in den vergangenen Jahren schon getan hat.
Elon Musk redet davon, dass man nur noch arbeitet, wenn man will, so wie man eigenes Obst anbaut, wenn man halt Lust dazu hat. Nun ist das irgendwo auch ein Wunschdenken von ihm und er möchte seine Produkte an den Mann bringen, aber ganz Unrecht hat er nicht.

Schwarzfahrer 25.11.2025 10:59

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 1794773)
Vor allem die Verwendung (in jeglicher Form) von Vermögen (nicht der Besitz) schafft i.d.R. soziale Ungleichheit und ist umweltschädlich.

Das verstehe ich nicht, warum das i.d.R. sein soll. Vermögen das ich verwende, also ausgebe, ist z.B. Investition, Spende oder Konsum - das kann umweltschädlich sein, aber auch gut für die Umwelt, kann mir eine Yacht bescheren und mein Status demonstrieren, aber auch anderen einen Arbeitsplatz mit sichern. Und diese Möglichkeiten der Verwendung und Wirkung gibt es gleichermaßen, egal ob man als Privatmann oder als Staat das Vermögen verwendet. Einen Teil des Vermögens staatlich abzuschöpfen ist keine Garantie für mehr Gerechtigkeit oder mehr Umweltschutz, bestenfalls eine Chance unter Annahme eines idealen Staates.

TriVet 25.11.2025 11:14

Ein valides Argument für eine Vermögenssteuer ist auf jeden Fall dass Dieter Bohlen eigener Aussage nach dann in sechs Stunden weg wäre. :Cheese:
https://www.kettner-edelmetalle.de/w...hlen-interview

Helmut S 25.11.2025 13:08

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1794777)
... und er möchte seine Produkte an den Mann bringen, aber ganz Unrecht hat er nicht.

Da hast du recht. Ich habe nicht den vollständigen Überblick, aber ich meine, dass aus diesem Grund sehr viele der BigTechler auch für ein BGE sind. Denen ist völlig klar, dass man Konsumenten braucht und die irgendwie alimentieren muss. Siehe Manchester Kapitalismus ff.

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1794780)
Das verstehe ich nicht, warum das i.d.R. sein soll.

Ich meinte das in der Gegenüberstellung Verwendung vs. Besitz. Also in der Regel ist es nicht der Besitz der Probleme schafft als solcher, sondern die Verwendung. Natürlich gibt es auch positive Effekte bei der Verwendung von Vermögen und auch negative Effekte des Besitzes.

So oder so ... im Endeffekt liegt es immer an den Details der Umsetzung ob das Ganze funktioniert oder nicht. Gerade die FTS war ja schon das eine oder andere mal europaweit im Gespräch. Irgendwie kam dann immer was dazwischen. Möglicherweise ist jetzt ein guter Zeitpunkt hier nochmal eine politische Initiative zu starten? Die Probleme sind in vielen europäischen Ländern ja ähnlich.

:Blumen:

fras13 25.11.2025 14:02

Zitat:

Zitat von Helios (Beitrag 1794768)
Nachdem ich erkannt habe, dass ... bei der Pension zusätzliche private Einkünfte angerechnet werden (wegen Alimentierung - hat der Beamte selber genug, dann zahlt der Staat nix mehr) ...

Hast du dafür bitte einmal eine Quelle für mich? :-((

Die vorher, oder in deinem Fall später, erworbenen Rentenansprüche werden auf die Pension angerechnet, um nicht "überversorgt" zu werden. Das ist bekannt.
Private Vorsorge wird nicht angerechnet, weshalb auch jedem Beamten empfohlen ist, private Altersvorsorge zu betreiben.

sybenwurz 25.11.2025 14:23

Zitat:

Zitat von TriVet (Beitrag 1794783)
Ein valides Argument für eine Vermögenssteuer ist auf jeden Fall dass Dieter Bohlen eigener Aussage nach dann in sechs Stunden weg wäre. :Cheese:
https://www.kettner-edelmetalle.de/w...hlen-interview

Das bietet natürlich erfreuliche Optionen, alleine ich glaube, dass der die Karte leider nicht ziehen wird.

TriVet 25.11.2025 14:41

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1794804)
Das bietet natürlich erfreuliche Optionen, alleine ich glaube, dass der die Karte leider nicht ziehen wird.

Nein, natürlich nicht.
Genau wie die anderen Geldsäcke diesbezüglich auch nur Ankündigungsweltmeister sind …

keko# 25.11.2025 14:46

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 1794791)
Da hast du recht. Ich habe nicht den vollständigen Überblick, aber ich meine, dass aus diesem Grund sehr viele der BigTechler auch für ein BGE sind. Denen ist völlig klar, dass man Konsumenten braucht und die irgendwie alimentieren muss. Siehe Manchester Kapitalismus ff.

....

Rente, Bürgergeld, Grundeinkommen usw. sind im Grunde kein Problem für einen Staat wie DE. Der Staat kann für Milliarden ohne Ende sorgen. Selbst wenn es mal stockt, finden sich Lösungen.

Problematischer für eine Gesellschaft und damit für den Staat wird es, wenn ein beträchtlicher Teil einfach nicht mehr arbeiten muss. So wie wir jetzt zum Spaß ein Haustier haben oder einen Garten mit ein wenig Obst. So wird es mit der Arbeit passieren.

Was also machen wir, wenn wir nichts mehr machen müssen?

Irgendeinen Bullshit? Oder einen Krieg, um mal wieder aufbauen zu müssen?
Da gibt es interessante Theorien auch unter den Tech-Giganten.

:Blumen:

Helmut S 25.11.2025 15:03

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1794810)
Was also machen wir, wenn wir nichts mehr machen müssen?

Das ist hier etwas OT fürchte ich, aber m.E. beginnt der Weg dahin (nicht mehr müssen) mit einer Bildungs- und Wertereform. Menschen müssen ertüchtigt werden selbst (ohne Anleitung Dritter - Willkommen in 1784) sinnstiftende Pläne für den Tag zu entwickeln.

In der Zwischenzeit (ganz im Sinne Genussläufers) müssen wir die Strukturreformen hinkriegen und bis dahin wenn akut nötig, weiter Flickwerk betreiben (wenn uns klar ist, wo die Strukturreformen hinführen)

:Blumen:

P.S. Wie man es m.M.n. ganz sicher nicht machen sollte, kann man in dem Roman "Freiheitsgeld" von Andreas Eschbach nachlesen. Dort wird Bildung optional.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 02:49 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.6.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2025, Jelsoft Enterprises Ltd.