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Modernes Maerchen (extra zu Weihnachten) - Erich Kästner
Modernes Maerchen
Sie waren so sehr ineinander verliebt, wie es das nur noch in Buechern gibt. Sie hatte kein Geld. Und er hatte keins. Da machten sie Hochzeit und lachten sich eins. Er war ohne Amt. So blieben sie arm. Und speisten zweimal in der Woche warm. Er nannte sie trotzdem: 'Mein Schmetterling.' Sie schenkte ihm Kinder, so oft es nur ging. Sie wohnten moebliert und waren nie krank. Die Kinder schliefen im Kleiderschrank. Zu Weihnachten malten sie kurzerhand Geschenke mit Buntstiften an die Wand. Und assen Brot, als waer's Konfekt, und spielten: Wie Gaensebraten schmeckt. Dergleichen staerkt wohl die Phantasie. Drum wurde der Mann, blitzblatz! ein Genie. Schrieb schoene Romane. Verdiente viel Geld und wurde der reichste Mann auf der Welt. Erst waren sie stolz. Doch dann tat's ihnen leid, denn der Reichtum schadet der Heiterkeit. Sie schenkten das Geld einem Waisenkind. Und wenn sie nicht gestorben sind ... |
Sehr schön.
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Christmas is im Eimer
Kennt ihr das? Schön zum Vorlesen an Heiligabend...:)
Christmas is im Eimer When the snow falls wunderbar and the children happy are, when the Glatteis on the street and we all a Glühwein need, then you know, es ist soweit: She is here, the Weihnachtszeit. Every Parkhaus ist besetzt, weil die people fahren jetzt, all to Kaufhof, Mediamarkt, kriegen nearly Herzinfarkt, shopping hirnverbrannte things and the Christmasglocke rings. Merry Christmas, merry Christmas, hear the music, see the lights, frohe Weihnacht, frohe Weihnacht, Merry Christmas allerseits... Mother in the kitchen bakes Schoko-, Nuss- and Mandelkeks, Daddy in the Nebenraum schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum. He is hanging auf the balls, then he from the Leiter falls... Finally the Kinderlein, to the Zimmer kommen rein and es sings the family schauerlich: "Oh, Christmastree!" And the jeder in the house is packing die Geschenke aus. Merry Christmas, merry Christmas, hear the music, see the lights, frohe Weihnacht, frohe Weihnacht, Merry Christmas allerseits... Mama finds unter the Tanne eine brandnew Teflon-Pfanne, Papa gets a Schlips and Socken, everybody does frohlocken. President speaks in TV, all around is Harmonie, Bis mother in the kitchen runs, im Ofen burns the Weihnachtsgans. And so comes die Feuerwehr with Tatü, tata daher and they bring a long, long Schlauch, and a long, long Leiter auch and they schrei - "Wasser marsch!", Christmas is - now im - ... Eimer. Merry Christmas, merry Christmas, hear the music, see the lights, frohe Weihnacht, frohe Weihnacht, Merry Christmas allerseits... |
Ey, heute ist schon Freitag!:cool:
Hat The Grip Urlaub? Dann ein Ersatz von mir: Der Kochfisch, von Arezu Weitholz "Ein kleiner Kochfisch ging zur See, traf einen Wal und sagte: He, du bist ja ein fettes Tier, und gar kein Fisch, was willstn hier? Dann muffelt er die Quallen an, was Quallen nicht gefallen kann. Er schnauzt und stänkert laut und fies, er pöbelt und macht Muscheln mies: Ihr seid ja stumm und häßlich obendrein, und überhaupt auch viel zu klein: Und du Butt! Aal! Und ihr, Makrelen! Euch allen Gräten, Hirn und Seelen fehlen! So schreit der Kochfisch Tag und Nacht, man sich im Meer schon Sorgen macht: Ist der denn irr oder bloß blau? Hat er Tourette oder nen Hau? Doch keins von diesen Dingen war, was dem Kochfisch so geschadet. Es ist ganz einfach - also klar: Der Kleine hat zu heiß gebadet". :Huhu: |
Zitat:
Dann eben noch eines von Arezu Weitholz, ist immerhin wieder ontopic, denn dieses Gedicht ist Robert Gernhardt gewidmet: Die Kärpfin aus dem Wörtersee Der Karpfenkiller hockt am Teich die Kärpfin ist vor Angst ganz bleich das, was ihr droht, weiß sie genau ein roher Tod als Kärpfin blau doch jetzt, da fährtse aus der Haut sie wird zur Killerkarpfenbraut – der Karpfenkiller sitzt und schaut die Killerkärpfin um sich haut der Karpfenkiller ist bald nass Die Killerkärpfin lacht sich was |
Zitat:
TriSt |
Der Januar - Erich Kaestner
Der Januar
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald. Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege. Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Man steht am Fenster und wird langsam alt. Die Amseln frieren. Und die Kraehen darben. Und auch der Mensch hat seine liebe Not. Die leeren Felder sehnen sich nach Garben. Die Welt ist schwarz und weiss und ohne Farben. Und waer so gerne gelb und blau und rot. Umringt von Kindern wie der Rattenfaenger, tanzt auf dem Eise stolz der Januar. Der Bussard zieht die Kreise eng und enger. Es heisst, die Tage wuerden wieder laenger. Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr. Die Wolken bringen Schnee aus fremden Laendern- Und niemand haelt sie auf und fordert Zoll. Silvester hoerte man?s auf allen Sendern, dass sich auch unterm Himmel manches aendern und, ausser uns, viel besser werden soll. Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Und ist doch hunderttausend Jahre alt. Es traeumt von Frieden. Oder traeumt's vom Kriege? Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald. Hatte mir erlaubt, mal ein paar Tage frei zu nehmen. Dass da jetzt so'n Stress aufgebaut wird wenn mal kein Gedicht kommt ... :Cheese: |
Heinrich Heine
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Das Fraeulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang. Es ruehrte sie so sehre Der Sonnenuntergang 'Mein Fraeulein! sei'n Sie munter, Das ist ein altes Stueck; Hier vorne geht sie unter und kehrt von hinten zurueck. |
Extra für die dudesche Italientour nun Heinrich Heine:
O des liebenswuerdigen Dichters,
Dessen Lieder uns entzuecken! Haetten wir ihn in der Naehe, Seine Lippen zu begluecken! Waehrend liebenswuerdige Damen Also liebenswuerdig dachten, Musst ich, hundert Meil entfernt, In der oeden Fremde schmachten Und es hilft uns nichts im Norden, Wenn im Sueden schoenes Wetter, Und von zugedachten Kuessen Wird das magre Herz nicht fetter. |
Mangelhafte Schoepfung ... (Adolf Glasbrenner)
Zwei Augen, Dich zu sehen,
Zwei Ohren, Dich zu hoeren, Zwei Arme, Dich zu fassen, Und, ach, um Dich zu kuessen, Nur einen Mund, o Holde! Das will mir gar nicht passen! |
Bin ich der einzige, der die Gedichte vermisst?:Huhu:
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We call it "a Klassiker" (F.B.) ... von Heinrich Heine
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin; Ein Märchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein; Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein. Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar, Ihr goldnes Geschmeide blitzet, Sie kämmt ihr goldenes Haar. Sie kämmt es mit goldenem Kamme, Und singt ein Lied dabei; Das hat eine wundersame, Gewaltige Melodei. Den Schiffer im kleinen Schiffe Ergreift es mit wildem Weh; Er schaut nicht die Felsenriffe, Er schaut nur hinauf in die Höh. Ich glaube, die Wellen verschlingen Am Ende Schiffer und Kahn; Und das hat mit ihrem Singen Die Lore-Lei getan. |
Narretei - Heinrich Heine
Narretei
Ich habe verlacht, bei Tag und bei Nacht, So Männer wie Frauenzimmer, Ich habe große Dummheiten gemacht - Die Klugheit bekam mir noch schlimmer. Die Magd ward schwanger und gebar - Wozu das viele Gewimmer? Wer nie im Leben törigt war, Ein Weiser war er nimmer. |
Heinz Erhardt ...
Einsam irr' ich durch die Gassen,
durch den Regen, durch die Nacht. Warum hast du mich verlassen, warum hast du das gemacht? Nichts bleibt mir, als mich zu grämen! Gestern sprang ich in den Bach, um das Leben mir zu nehmen, doch der Bach war viel zu flach. Einsam irr' ich durch den Regen, und ganz feucht ist mein Gesicht, nicht allein des Regens wegen, nein, davon alleine nicht. Wo bleibt Tod in schwarzem Kleide? Wo bleibt Tod und tötet mich? Oder besser noch: uns beide? Oder besser: erst mal dich? |
Heinrich Heine ...
Ich glaub nicht an den Himmel,
Wovon das Pfäfflein spricht; Ich glaub nur an dein Auge, Das ist mein Himmelslicht. Ich glaub nicht an den Herrgott, Wovon das Pfäfflein spricht; Ich glaub nur an dein Herze, ’nen andern Gott hab ich nicht. Ich glaub nicht an den Bösen, An Höll und Höllenschmerz; Ich glaub nur an dein Auge, Und an dein böses Herz. |
Serpentinen-Terzinen - Sybil Volks
Serpentinen-Terzinen
Wir sind die kurvenreichen, weichen Weiber, und deshalb geht es bei uns immer rund ums Lieben, Laben, Loben unsrer Leiber. Zwölf Lippen haben wir, nicht nur im Mund, zwei Busen, macht vier Brüste, Backen acht. Die Symmetrie steigt uns zu Kopfe und aus Haaren regnen Nadeln in die Nacht. Wenn wir so rundungsreich beinander liegen, nehmen wir scharfe Kurven nicht zu sacht. Kann sich die eine um die andre biegen, was soll uns da der Ruf nach scharfen Kanten und Ecken. Aus den Kurven wolln wir fliegen! |
Heinrich Heine ...
Ich glaub nicht an den Himmel,
Wovon das Pfäfflein spricht; Ich glaub nur an dein Auge, Das ist mein Himmelslicht. Ich glaub nicht an den Herrgott, Wovon das Pfäfflein spricht; Ich glaub nur an dein Herze, ’nen andern Gott hab ich nicht. Ich glaub nicht an den Bösen, An Höll und Höllenschmerz; Ich glaub nur an dein Auge, Und an dein böses Herz. |
Der Kuss - Friedrich von Hagedorn
Der Kuss
Wie unvergleichlich ist Die Schöne, die recht küsst! In ihren Küssen steckt Was Tausend Lust erweckt. Den Mund gab die Natur Uns nicht zur Sprache nur: Das, was ihn süßer macht, Ist, dass er küsst und lacht. Ach, überzeuge dich Davon, mein Kind! durch mich Und nimm und gib im Kuss Der Freuden Überfluss. |
Zitat:
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Heinrich Heine ... aus aktuellem Anlass !
Ganz entsetzlich ungesund
Ist die Erde, und zu Grund, Ja, zu Grund muss alles gehn, Was hienieden groß und schön. Sind es alten Wahns Phantasmen, Die dem Boden als Miasmen Stumm entsteigen und die Lüfte Schwängern mit dem argen Gifte? Holde Frauenblumen, welche Kaum erschlossen ihre Kelche Den geliebten Sonnenküssen, Hat der Tod schon fortgerissen. Helden, trabend hoch zu Ross, Trifft unsichtbar das Geschoss; Und die Kröten sich beeifern, Ihren Lorbeer zu begeifern. Was noch gestern stolz gelodert, Das ist heute schon vermodert; Seine Leier mit Verdruss Bricht entzwei der Genius. O wie klug sind doch die Sterne! Halten sich in sichrer Ferne Von dem bösen Erdenrund, Das so tödlich ungesund. Kluge Sterne wollen nicht Leben, Ruhe, Himmelslicht Hier einbüßen, hier auf Erden, Und mit uns elendig werden - Wollen nicht mit uns versinken In den Twieten, welche stinken, In dem Mist, wo Würmer kriechen, Welche auch nicht lieblich riechen - Wollen immer ferne bleiben Vom fatalen Erdentreiben, Von dem Klüngel und Geruddel, Von dem Erdenkuddelmuddel. Mitleidsvoll aus ihrer Höhe Schaun sie oft auf unser Wehe; Eine goldne Träne fällt Dann herab auf diese Welt. |
Matthias Koeppel ...
Purrno, ömma wüdar Purrno,
mall vann hüntn, mall van vurrno, - eunzigöss Prubleim darpui: Getschlachtzorrgune geibptz norr zwui. Bastnpfullz nuch Monndt ont Baussen, duch dar kimmt nücht pvill pei raußßn. Hött' monn pfömpf Getschlachtsorrgunen, künnt' monn züch pvill mööhr varwuhnen, ont die Purrnogarrapfhü wärr's su lostigck, vi nuch nüü. |
Heinrich Heine ...
Mit dummen Mädchen, hab ich gedacht,
Nichts ist mit dummen anzufangen; Doch als ich mich an die klugen gemacht, Da ist es mir noch schlimmer ergangen. Die klugen waren mir viel zu klug, Ihr Fragen machte mich ungeduldig, Und wenn ich selber das Wichtigste frug, Da blieben sie lachend die Antwort schuldig. |
Max Goldt ...
Eines Morgens
Ich wollte gerade duschen kam ein Telegramm. Handtuch um die Lenden las ich wie im Fieber. "Komm bitte heute um drei ins Buschwindrosenwäldchen. Wir passen zueinander. Herzlichst, die Liebe." Ich hatte mich gesehnt und wirklich sehr und dachte nichts wie hin. Im Wäldchen aber war von Buschwindrosen keine Spur. Es lagen nur Kondome im Laub und benutztes Toilettenpapier. Die Liebe war auch nicht zur Stelle und auf der benachbarten Mülldeponie buhte ein bissiger Wind. Ungeduscht, geduzt und ausgebuht fuhr ich in einer überfüllten U-Bahn weh nach Hause. |
Zu gegebenem Anlass - Heinrich Heine ...
Wahrhaftig
Wenn der Frühling kommt mit dem Sonnenschein, Dann knospen und blühen die Blümlein auf; Wenn der Mond beginnt seinen Strahlenlauf, Dann schwimmen die Sternlein hintendrein; Wenn der Sänger zwei süße Äuglein sieht, Dann quellen ihm Lieder aus tiefem Gemüt; - Doch Lieder und Sterne und Blümelein, Und Äuglein und Mondglanz und Sonnenschein, Wie sehr das Zeug auch gefällt, So machts doch noch lang keine Welt. |
Heinrich Heine ...
Der Schmetterling ist in die Rose verliebt,
Umflattert sie tausendmal, Ihn selber aber, goldig zart, Umflattert der liebende Sonnenstrahl. Jedoch, in wen ist die Rose verliebt? Das wüßt ich gar zu gern. Ist es die singende Nachtigall? Ist es der schweigende Abendstern? Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt; Ich aber lieb euch all: Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl, Abendstern und Nachtigall. |
Heinrich Heine ... aus aktuellem Anlass !
Wahrhaftig
Wenn der Frühling kommt mit dem Sonnenschein, Dann knospen und blühen die Blümlein auf; Wenn der Mond beginnt seinen Strahlenlauf, Dann schwimmen die Sternlein hintendrein; Wenn der Sänger zwei süße Äuglein sieht, Dann quellen ihm Lieder aus tiefem Gemüt; - Doch Lieder und Sterne und Blümelein, Und Äuglein und Mondglanz und Sonnenschein, Wie sehr das Zeug auch gefällt, So machts doch noch lang keine Welt. |
Absicht, dass 31.3. und 14.4. identisch?
Willst Du uns testen?:Huhu: |
Zitat:
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Hi!
Ich lese hier mit der allergrößten Freude mit! Bitte mach auf jeden Fall weiter mit den Gedichten! Vielen Dank für deine Mühe und Ausdauer.:Blumen: J. |
Nicht für Bella Martha, sondern für Hermine ... (Franz Hessel)
Hermine
Hermine liebt Aprikosentörtchen, Limonade findet sie süßer als Bier. Hermine liebt die geflüsterten Wörtchen. Anständige Menschen gefallen ihr. Sie liebt es, auf dem Diwan zu liegen, Ein Stückchen Schokolade im Mund. Sie spricht nicht gerne vom Kinderkriegen. Sie findet es eigentlich ungesund. Aber deshalb ist man nicht prüde. Es gibt nichts Schöneres als die Natur. Nur macht die Liebe einen so müde Und ruiniert die ganze Frisur. Hermine ist für das Ideale, Das Ideale findet sie fein. Die Liebe - findet sie - ist das Brutale; Besonders die Männer sind so gemein. |
Doch für mich!
Lieber Frank,
wenn DAS nicht für mich ist, dann weiß ich es auch nicht! Es machte mir gerade Gänsehaut. Schon wieder: Dankeschön! J. |
Heinrich Heine ...
Herz, mein Herz, sei nicht beklommen,
Und ertrage dein Geschick, Neuer Frühling gibt zurück, Was der Winter dir genommen. Und wie viel ist dir geblieben! Und wie schön ist noch die Welt! Und, mein Herz, was dir gefällt, Alles, alles darfst du lieben! |
Zitat:
http://www.triathlon-szene.de/forum/...9&postcount=39 |
Zitat:
Und Dir ein schönes Osterfest :Huhu: |
Wieder mal Erich Kästner !
Eine Mutter zieht Bilanz
Mein Sohn schreibt mir so gut wie gar nicht mehr. Das heißt, zu Ostern hat er mir geschrieben. Er denke gern an mich zurück, schrieb er, und würde mich, wie stets, von Herzen lieben. Das letztemal, als wir uns beide sahn, das war genau vor zweidreiviertel Jahren. Ich stehe manchmal an der Eisenbahn, wenn Züge nach Berlin - dort wohnt er - fahren. Und einmal kaufte ich mir ein Billett und wäre beinah nach Berlin gekommen! Doch dann begab ich mich zum Schalterbrett. Dort hat man das Billett zurückgenommen. Seit einem Jahr, da hat er eine Braut. Das Bild von ihr will er schon lange schicken. Ob er mich kommen lässt, wenn man sie traut? Ich würde ihnen gern ein Kissen sticken. Man weiß nur nicht, ob ihr sowas gefällt ... Ob sie ihn wohl, wie er's verdiente, liebt? Mir ist manchmal so einzeln auf der Welt. Ob es auch zärtlichere Söhne gibt? Wie war das schön, als wir zusammen waren! Im gleichen Haus ... Und in der gleichen Stadt… Nachts lieg ich wach und hör die Züge fahren. Ob er noch immer seinen Husten hat? Ich hab von ihm noch ein Paar Kinderschuhe. Nun ist er groß und lässt mich so allein. Ich sitze still und habe keine Ruhe. Am besten wär's, die Kinder blieben klein. |
Heinrich Heine ...
Auf den Wolken ruht der Mond,
Eine Riesenpomeranze, Überstrahlt das graue Meer, Breiten Streifs, mit goldnem Glanze. Einsam wandl ich an dem Strand, Wo die weißen Wellen brechen, Und ich hör viel süßes Wort, Süßes Wort im Wasser sprechen. Ach, die Nacht ist gar zu lang, Und mein Herz kann nicht mehr schweigen – Schöne Nixen, kommt hervor, Tanzt und singt den Zauberreigen! Nehmt mein Haupt in euren Schoß, Leib und Seel sei hingegeben! Singt mich tot und herzt mich tot, Küßt mir aus der Brust das Leben! |
Matthias Claudius:
Die Liebe hemmet nichts; sie kennt nicht Tür noch Riegel,
Und dringt durch alles sich; Sie ist ohn Anbeginn, schlug ewig ihre Flügel, Und schlägt sie ewiglich. |
Heinrich Heine ...
O welche Wonne, ein Esel zu sein!
Ein Enkel von solchen Langohren! Ich möcht es von allen Dächern schrein: Ich bin als ein Esel geboren. Der große Esel, der mich erzeugt, Er war von deutschem Stamme; Mit deutscher Eselsmilch gesäugt Hat mich die Mutter, die Mamme. Ich bin ein Esel, und will getreu, Wie meine Väter, die Alten, An der alten, lieben Eselei, Am Eseltume halten. Und weil ich ein Esel, so rat ich euch, Den Esel zum König zu wählen; Wir stiften das große Eselreich, Wo nur die Esel befehlen. |
Peter Maiwald
Gestern schrieb ich
ein Gedicht das eine junge Frau schilderte und korrekturlesend verliebte ich mich in das Bild und fragte sie ob sie die Nacht mit mir verbringen wolle. Die junge Frau im Gedicht lachte und sagte zu meiner Überraschung: Ja. So kam's. |
Heinrich Heine ...
Im Beginn schuf Gott die Sonne,
Dann die nächtlichen Gestirne; Hierauf schuf er auch die Ochsen, Aus dem Schweiße seiner Stirne. Später schuf er wilde Bestien, Löwen mit den grimmen Tatzen; Nach des Löwen Ebenbilde Schuf er hübsche kleine Katzen. Zur Bevölkerung der Wildnis Ward hernach der Mensch erschaffen; Nach des Menschen holdem Bildnis Schuf er intressante Affen. Satan sah dem zu und lachte: Ei, der Herr kopiert sich selber! Nach dem Bilde seiner Ochsen Macht er noch am Ende Kälber! |
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