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Nils 09.03.2021 13:04

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589377)
Aber solange der Lehrer sich nur selber kontrolliert, wird Qualitätssicherung in der Bildung ein frommer Wunsch bleiben.

Ist dem so?
Ich werde tagtäglich von meinen Schülern kontrolliert. Wenn ich beschissenen Unterricht mache, dann kommt das direkt zurück (Unterrichtsstörungen, direkte Äußerungen, spätestens bei Klassenarbeiten mit schlechten Noten, schlechte Abschlussprüfungen).
Bei uns war die Qualitätsanalyse -wie in jeder Schule in NRW), die sich Unterricht angeschaut haben und genaue Zielvereinbarungen vereinbart haben, die auch kontrolliert werden. Es gibt die Schuldezernentin, wo wir jährliche Zielvereinbarungen zur Unterrichtsentwicklung treffen, die geprüft werden.
Als ich in der freien Wirtschaft gearbeitet habe, war die Kontrolle - ehrlich gesagt - weniger.

Plasma 09.03.2021 13:45

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589377)
Aber solange der Lehrer sich nur selber kontrolliert, wird Qualitätssicherung in der Bildung ein frommer Wunsch bleiben.

Ist wie bei der Polizei. Du kannst ja mal versuchen, eine Anzeige zu machen, nachdem Du von einem Polizisten verprügelt wurdest. Viel Spaß dabei !

noam 09.03.2021 13:48

Zitat:

Zitat von Plasma (Beitrag 1589388)
Ist wie bei der Polizei. Du kannst ja mal versuchen, eine Anzeige zu machen, nachdem Du von einem Polizisten verprügelt wurdest. Viel Spaß dabei !

Schon mal gemacht?

Plasma 09.03.2021 13:57

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589389)
Schon mal gemacht?

Ja. Ich spreche da tatsächlich aus eigener Erfahrung. Ich will das an der Stelle aber nicht weiter ausführen, weil es komplett OT ist. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass alle System, bei denen sich die Mitspieler selbst kontrollieren, Schatten bieten, in dem gewisse Leute ihr Unwesen treiben. Bei der Polizei nennt man diese Leute, glaube ich, Widerstandsbeamte. Ärzte sind bei dem Thema auch so ein Fall. Das grundsätzliche Thema ist halt das mit den Krähen und dem Auge. Das beschränkt sich keineswegs nur auf Lehrer.

sybenwurz 09.03.2021 14:24

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1589307)
Jedenfalls sind die heutigen Anforderungen an junge LehrerInnen deutlich höher als in der Ausbildung noch vor einigen Jahren.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass dadurch automatisch auch der Unterricht besser sein würde oder müsste.

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1589313)
Sie denken das, weil sie selbst mal zur Schule gegangen sind. Das ist als würde ich denke, ich könnte ein Flugzeug reparieren, weil ich mal in Urlaub geflogen bin.

Das trifft es imho nicht, weil die meisten Menschen auch ein Feedback über ihre schulpflichtigen Kinder beziehen. Das mag zwar von Subjektivität geprägt sein, dennoch würde ich vorallem Eltern eine Wahrnehmung der Entwicklung des Unterrichts zusprechen.

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589323)
Das eigentliche Armutszeugnis für das Bildungssystem ist eben, dass es für die SuS vom Zufall abhängt, ob sie von ersteren oder letzteren unterrichtet werden und es keinerlei Konsequenzen für die "schlechten" hat.
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Und hier sehe ich die Philologenverbände in der Pflicht. Nicht immer nur Jammern und Meckern, sondern einmal voran gehen und entwickeln, wie man die Arbeitsbelastung der Guten reduzieren und die verweigerte Arbeit der schlechten sanktionieren kann.

Jou.

Steppison 09.03.2021 15:46

Wenn man sich selbst kontrolliert dann kann das nicht objektiv sein. Wenn ich mich an die Hospitationen früher erinnere, zur Qualitätssicherung, dann hatte diese Unterrichtsstunde selten etwas mit dem normalen Unterricht zu tun.

Kindergarten: "Sie können sich gerne mal einen Tag mit in die Gruppe setzen, dann verstehen Sie, was wir hier leisten." All die, die das nicht gemacht haben, wurden bei Kritik gleich abgewatscht, dass sie ja noch nicht da waren.

Immerhin: Eltern unterhalten sich untereinander, Schüler-Eltern auch, auch Eltern mit Kindern auf unterschiedlichen Schulen.

Wenn bekannte Lehrer der einen Schule über die Nachbarschule "Restschule" sagen, weil a) dort die "Restschüler" sind und b) dort die "Restlehrer" arbeiten, dann frage ich mich aber auch was Phase ist.

Wir drucken jedenfalls fleißig weiter Arbeitsblätter für unsere Große (1. Klasse) und wundern uns, warum auch häufig Arbeitsblätter (Mathe) in DIN A5 doppelseitig bedruckt (3 Stück davon) am nächsten Tag ausgefüllt mitgebracht werden müssen. Der Einsatz der Schulbücher ist marginal. Wenigstens trocknet jetzt nicht mehr die Tinte unseres Druckers ein.

Selbst in der ersten Klasse kriegt man schon mit, welche Kinder motiviert sind und Fortschritte machen (wir haben wohl so eins) und welche abgehängt werden. Gerade jetzt am Anfang, wo es gilt die absoluten Basics zu lernen. Nur haben die Kinder aus Haushalten mit geringen Deutsch-Kenntnissen leider auch hier die Doppel-Ampelkarte.

Matthias75 09.03.2021 16:32

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589377)
Überheblich ist der Standpunkt, dass die Arbeit von Lehrern nur durch Lehrer beurteilt werden kann, da allen anderen die notwendige Kompetenz fehle.

So hat er das aber nicht geschrieben. Er hat das auf Eltern und Journalisten bezogen. Die Sichtweise ist durchaus verständlich. Beide Personengruppen sind nicht persönlich im Unterricht anwesend, sondern müssen sich auf die Berichte anderer, also der Schüler, oder auf von außen sichtbare Fakten, z.B. fehlende Ausstattung oder das Nichtanbieten von Online-Angeboten, verlassen.

Wirkliche Einblicke in die Arbeitsweise der Lehrer bzw. Hintergründe, wieso diese so arbeiten, haben beide Personengruppen nur begrenzt. Ob beide in der läge sind, die Arbeit des Lehrers fachlich und/oder didaktisch einzuschätzen, wäre der nächste Punkt.

Und DAS ist der Punkt, den KevJames bemängelt.

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589377)
Wenn Lehrer sich die Mühe machen und ihre Entscheidungen, Ansätze im Rahmen der gegebenen Umstände zu erklären, würden die Guten mehr Verständnis erreichen und die Schlechten sich entblößen müssen. Aber solange der Lehrer sich nur selber kontrolliert, wird Qualitätssicherung in der Bildung ein frommer Wunsch bleiben.

Was ist die Lösung? Wer soll die Lehrer kontrollieren?

Reicht eine Umfrage unter Schülern/Lehrern? ich vermute mal, hier wird es einen sehr deutlichen Zusammenhang zwischen der Notengebung und der Zufriedenheit in den Umfragen geben. Nur, spricht das dann wirklich für die Kompetenz des Lehrers?

Klar sollten die Lehrer in der Lage sein, ihre Arbeitsweise auch den Eltern zu erläutern. Im Zweifel werden die Eltern aber ihren Kindern glauben und der Lehrer ist, egal wie gut er sein Konzept und seine Arbeitsweise erläutert, einfach "doof" oder "unfähig" bzw. erkennt einfach die Genialität der Kinder nicht.

Wenn Beurteilung, dann wirklich unabhängig.

M.

KevJames 09.03.2021 18:27

Übrigens ist das aus meiner Sicht ein "Problem" des Internets. Im tatsächlichen Umgang mit Schülern und Eltern kenne ich persönlich diese Probleme nicht. (Zur Argumentation, dass andere als Ausgebildete in einem Bereich kontrollieren sollen, besser mal nichts. Oder sollen in Zukunft die Ärzte von den Polizisten kontrolliert werden und umgekehrt?).
Alles weitere hat Matthias richtig erkannt und erklärt. (Es mag den einen oder anderen persönlich treffen, dass er nicht dazu ausgebildet ist Lehrer zu kontrollieren und beurteilen zu können, aber so ist es meiner Ansicht halt nunmal :Lachen2: ).

Ich hatte in meiner ganzen Zeit in der Schule genau 2x ein "Problem" mit Eltern. Einmal fand der Herr Professor, dass sein Sohn zu schlecht beurteilt wird und ein anderes mal ein Vater, dass seine fast volljährige Tochter zu viele Aufgaben für die Schule machen muss und deswegen beim Abendessen zu kurz am Tisch sitzt. (Beides Väter - auch interessant).

Ansonsten ist das aus meiner Sicht das typische Internetgenöle. Im echten Leben habe ich diese Gespräche bezüglich meiner Arbeit jedenfalls nicht.

ironmansub10h 09.03.2021 19:10

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1589313)
Auf die Spitze getrieben wird es, wenn sie dann auch noch glauben, sie könnten ihre Kinder selbst zu Hause besser unterrichten. Das befindet sich dann allerdings auf einem Niveau der Selbstüberschätzung, dass ich schon wieder drüber lachen kann.

Genau diese Denke zeichnet die meisten Lehrer aus- zu denken, nur ich als Lehramtabsolvent kann "WISSEN" und "FÄHIGKEITEN" einem Minderjährigen beibringen. Alleine die Informatiknerds würden dir das bestimmt als eigene Selbstüberschätzung attestieren. Wissen vermitteln können nicht nur Lehrer.
Und ja ich bin Quereinsteiger...- damit haben viele Lehramtabsolventen AUCH oft ihre Probleme. Der Vorteil meinerseits ist, daß ich aus praktischer Erfahrung lehre und nicht nur theoretische Kenntnisse versuche an den SuS zu bringen. Aber lass gut sein, man merkt schon, daß du dich da persönlich angegriffen fühlst.

noam 09.03.2021 19:59

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1589449)
Übrigens ist das aus meiner Sicht ein "Problem" des Internets. Im tatsächlichen Umgang mit Schülern und Eltern kenne ich persönlich diese Probleme nicht.

Komisch... Könnte es damit zusammenhängen, dass man als Kritiker immer auf dem schmalen Grad wandelt, dass der Kritisierte, die Kritik als persönlichen Angriff interpretieren könnte und befürchten könnte, dass der Kritisierte dies auf die Umgang mit dem Kritikanlass projiziert? Ne klar. Der Lehrer, ob seiner unglaublich tollen Ausbildung, steht ja völlig über aller Subjektivität und ist die personifizierte Objektivität fern jeglicher Antipathie oder Sympathie. Und die Eltern haben da natürlich vollstes Vertrauen.

Wie sagte der EDV Mokel am Sonntag im Tatort? "Das Internet ist die Realität" Unrecht hat er damit nicht, denn nur im Internet besteht die Möglichkeit in gefühlter Anonymität seinem Ärger einmal Luft zu machen. Das sollte man nicht so leichtfertig abtun, wie uns belegte Radikalisierungen oder Motivationsfassungen für unglaubliche Gewalttaten über das Internet lehren.


Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1589449)
(Zur Argumentation, dass andere als Ausgebildete in einem Bereich kontrollieren sollen, besser mal nichts. Oder sollen in Zukunft die Ärzte von den Polizisten kontrolliert werden und umgekehrt?).

Weil es ja in den Kompetenzen, die Lehrer angeblich haben sollen, nur Lehrer gibt, die diese haben. Der ausgebildete Pädagoge, Didaktiker oder Sozialwissenschaftler hat ja keine Ahnung davon.

Und witzigerweise werden zum Beispiel zur Überwachung der Polizei externe unabhängige Untersuchungsstellen gefordert und auch in manchen Bundesländern eingesetzt. Genauso wie es parlamentarische Untersuchungsausschüsse zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit von geheimdienstlichen oder militärischen Handeln gibt. Achso... Und Ärzte werden tatsächlich von der Polizei kontrolliert. §4 Abs 4 des Nds. Bestattungsgesetzes schreibt zum Beispiel vor, dass die Polizei jede Leiche zu begutachten hat, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer OP im Krankenhaus (24h) verstirbt. So lächerlich ist das ganze also nicht.

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1589449)
Ansonsten ist das aus meiner Sicht das typische Internetgenöle. Im echten Leben habe ich diese Gespräche bezüglich meiner Arbeit jedenfalls nicht.

Komisch, ich habe auch keine Gespräche bezüglich unverhältnismäßiger Polizeigewalt oder Rassismus in der Polizei oder anderer Entgleisungen. Dann scheint ja auch das nur (!?!) Internetgenöle zu sein.

Trimichi 09.03.2021 20:02

Es ist doch so: 50% aller Lehrkräfte sind vom burn-out-Syndrom betroffen.

Eine Diagnose ist das ja nicht. Aber dennoch, viele Lehrer*innen sind überfordert. Und das hat eine ganz simple Ursache: entweder man kanns oder man kanns nicht. Da hilft auch noch soviel pädagogisches Wissen nicht. Und wie verhält sich das mit der Erziehung? Eine andere Frage. Problematisch sehe ich, dass die Eltern in ihrer Funktion als Home-Schooler eben auch noch arbeiten müssen im home-office. Selbst Schuld! Kinder wollen sie haben, SUVs, Urlaube, ein Häuschen im Grünen und akademische Titel...- aber jetzt jammern? Ich habe diese Pädagogen-Diskussion sowas von satt. Dem Kind mal eine runtergehauen, eine ordentliche Ohrfeige verpasst? Regelt mehr als das Geistschleichentum. Hausaurest ist auch gut. Händi- und TV-Verbote verhängen. Und wenn der Lehrer spinnt, reinmarschieren ins Lehrerzimmer und eine Ansage machen! Dass hat schon immer geholfen. Aber jammern können jetzt? Na egal. Natürlich müssen die Schulen wieder aufmachen. Nur wenn man Kinder hat? Was müssen auch beide Eltern berufstätig sein? Weil sie den Kragen nicht vollkriegen? Nur so ein paar Gedanken. Nichts weiter,

Und Schuld sind dann die Lehrer? Wie gesagt, Burn-Out ist weit verbreitet. Aber diese Pädagogen, was können die schon? Nichts. Sonst gäbe es nicht diesen Daueraufschrei.

"Die konservative Wende wird kommen" Zitat Dr. Markus Söder vor 2 oder 3 Jahren.

P.S.: Man muss nicht pädagisch ausgebildet sein um Lehrer zu sein. Arnold Schwarzenegger zeigt wies geht im Film Kindergarten-Cop: https://www.youtube.com/watch?v=IxoCv_JpQVs ;-)

Schlafschaf 09.03.2021 20:15

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1589313)
Auf die Spitze getrieben wird es, wenn sie dann auch noch glauben, sie könnten ihre Kinder selbst zu Hause besser unterrichten. Das befindet sich dann allerdings auf einem Niveau der Selbstüberschätzung, dass ich schon wieder drüber lachen kann.

Ich kann meine Kinder alleine definitiv besser unterrichten als es die Lehrerin in der Schule kann. Die Lehrerin ist in der Schule für 25 Kinder gleichzeitig zuständig während ich meinen beiden Kindern die volle Aufmerksamkeit schenken kann und alles voll auf die zugeschnitten machen kann.
Dazu können wir die Zeiten an unsere Situation und Motivation anpassen und müssen uns nicht aus dem Bett quälen. Wenn es mal nicht so läuft, dann gehen wir ne Stunde Rad fahren oder machen ne Fernsehpause. Wir saßen letzte Woche zusammen auf der Terrasse in der Sonne beim rechnen.
Sowas geht halt nur zuhause. Ich glaube das sind eher die Gründe oder Argumente dafür seine Kinder zuhause unterrichten zu wollen. Ich würde da gar keine Kritik an der Schule oder den Lehrern daraus ableiten.

Ich finde den aktuellen Wechselunterricht perfekt. Paar Tage Schule an denen ich chillen und Sport machen kann und ein paar Tage Homeschooling an denen ich selbst was beitragen und unterstützen kann. Kann gerne auch nach Corona zu bleiben. :)

Aber insgesamt gebe ich dir recht. Das was ich so aus der Grundschule meiner Tochter mitbekomme wirkt für mich besser als das an was ich mich noch so erinnere. Wir sind bisher sehr zufrieden mit den Lehrern und freuen uns das alles gut läuft! :Blumen:

keko# 09.03.2021 20:43

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1589455)
...
Und ja ich bin Quereinsteiger...- damit haben viele Lehramtabsolventen AUCH oft ihre Probleme. Der Vorteil meinerseits ist, daß ich aus praktischer Erfahrung lehre und nicht nur theoretische Kenntnisse versuche an den SuS zu bringen. ...

Naja, das kommt vielleicht ein wenig auf die Schule, die Jahrgangsstufe und das Fach drauf an. Zu viel Praxis kann auch verwirren und dazu führen, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Ausserdem sollte der Lehrer fachlich deutlich über dem stehen, was er unterrichtet, so dass er einen gewissen Überblick hat.
Gymnasien bilden universell aus, so dass man später mal etwas studieren kann. Der Mathe-Lehrer sollte z.B. im Auge behalten, dass er Schüler vor sich hat, die vielleicht später mal ein technisches oder naturwissenschatliches Studium aufnehmen, wissen was die Studenten dort erwartet und schon auf eine gewisse formale Strenge achten (Mathematiker nehmen Satzzeichen meist übelst genau ;-). Quereinsteiger, die auf ihr Praxiswissen setzen, können langfristig die schlechtere Wahl sein.
Bei uns damals vor 30 Jahren war es so, dass die Mathe-Gymnasiallehrer ein ähnliches Grundstudium hatten wie die Diplomer. D.h. die blickten schon ganz gut durch, waren weit über Schulniveau und hatten den nötigen Weitblick. Ein Betriebswirt IHK als Quereinsteiger kann den nicht haben und verläuft sich womöglich in seinem eigenen Praxiswissen.
:Blumen:

Nils 09.03.2021 20:51

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1589464)
Ich kann meine Kinder alleine definitiv besser unterrichten als es die Lehrerin in der Schule kann. Die Lehrerin ist in der Schule für 25 Kinder gleichzeitig zuständig während ich meinen beiden Kindern die volle Aufmerksamkeit schenken kann und alles voll auf die zugeschnitten machen kann.
Dazu können wir die Zeiten an unsere Situation und Motivation anpassen und müssen uns nicht aus dem Bett quälen. Wenn es mal nicht so läuft, dann gehen wir ne Stunde Rad fahren oder machen ne Fernsehpause. Wir saßen letzte Woche zusammen auf der Terrasse in der Sonne beim rechnen.
Sowas geht halt nur zuhause. Ich glaube das sind eher die Gründe oder Argumente dafür seine Kinder zuhause unterrichten zu wollen. Ich würde da gar keine Kritik an der Schule oder den Lehrern daraus ableiten.

Fachwissen sicherlich. Da bin ich ganz bei Dir - wenn es die Eltern denn können. Bei meinem ältesten Sohn im 8. Schuljahr muss ich mich bei Fragen aber erst auch einlesen - aber da hilft ja auch Youtube.:)
Aber zum Beispiel das Erlernen von Sozialkomptenzen, wie z.B. das Verhalten in der Gruppe in Arbeitsprozessen ist im Homeschooling sicherlich schwieriger.
Auch das Kennenlernen und akzeptieren von neuen/anderen Sichtweisen ist im Homeschooling nicht so leicht.

noam 09.03.2021 20:53

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1589469)
Naja, das kommt vielleicht ein wenig auf die Schule, die Jahrgangsstufe und das Fach drauf an. Zu viel Praxis kann auch verwirren und dazu führen, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Ausserdem sollte der Lehrer fachlich deutlich über dem stehen, was er unterrichtet, so dass er einen gewissen Überblick hat.
Gymnasien bilden universell aus, so dass man später mal etwas studieren kann. Der Mathe-Lehrer sollte z.B. im Auge behalten, dass er Schüler vor sich hat, die vielleicht später mal ein technisches oder naturwissenschatliches Studium aufnehmen, wissen was die Studenten dort erwartet und schon auf eine gewisse formale Strenge achten (Mathematiker nehmen Satzzeichen meist übelst genau ;-). Quereinsteiger, die auf ihr Praxiswissen setzen, können langfristig die schlechtere Wahl sein.
Bei uns damals vor 30 Jahren war es so, dass die Mathe-Gymnasiallehrer eine ähnliches Grundstudium hatten wie die Diplomer. D.h. die blickten schon ganz gut durch, waren weit über Schulniveau und hatten den nötigen Weitblick. Ein Betriebswirt IHK als Quereinsteiger kann den nicht haben.
:Blumen:

Unterm Strich ist es aber vor allem wichtig, dass der Lehrer möglichst viele SuS mitnimmt und dort Verständnis für den Inhalt erzielt wird. Mathe als Fach in dem wohl die meisten SuS abgehängt werden, ist da wohl eher ein schlechtes Beispiel für die Erfordernis nach einem Durchblick weit über Schulniveau

Ich denke die Fähigkeit sich auf die SuS einzustellen und sie so individuell anzuleiten, dass bei entsprechender Form ein Verständnis erreicht wird, ist das wichtigste. Ich würde behaupten, dass es sicher den ein oder anderen gibt, der aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten in der 1:1 Betreuung sicher auch ohne Lehramtstudium dazu in der Lage ist. Natürlich bleiben dabei viele andere wichtige in der Schule zu erlernende Kompetenzen auf der Strecke.

Nils 09.03.2021 20:56

Zitat:

Zitat von Trimichi (Beitrag 1589461)
Es ist doch so: 50% aller Lehrkräfte sind vom burn-out-Syndrom betroffen.

Eine Diagnose ist das ja nicht. Aber dennoch, viele Lehrer*innen sind überfordert. Und das hat eine ganz simple Ursache: entweder man kanns oder man kanns nicht.

Untersuchungen bei Pädagogen haben ergeben, dass Burnout bei den sehr engagierten Lehrern/Pädagogen (dazu zählen auch die Erzieher) häufiger auftritt als bei den wenig engagierten.
Wenn man z.B. als engagierter Lehrer andauernd liest, wie faul und schlecht DIE Lehrer sind, dann kann das zu sehr viel Frust führen ("Ja, ich kenne auch engagierte Lehrer, aber DIE Lehrer sind ja faul, inkompetent, haben nur frei und eigentlich nur einen Halbtagsjob." -wenn Du dann 50-60h pro Woche abreißt und neue Dinge ausprobierst, wo dann direkt wieder Eltern kommen und meinen sie seien die besseren Pädagogen, führt das zu sehr viel Frust).

keko# 09.03.2021 20:57

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589471)
...Ich würde behaupten, dass es sicher den ein oder anderen gibt, der aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten in der 1:1 Betreuung sicher auch ohne Lehramtstudium dazu in der Lage ist. ....

Ja, absolut! Ich wollte nur eine andere Sichtweise darstellen, mehr nicht.
:Blumen:

Nils 09.03.2021 21:06

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1589455)
Und ja ich bin Quereinsteiger...- damit haben viele Lehramtabsolventen AUCH oft ihre Probleme. Der Vorteil meinerseits ist, daß ich aus praktischer Erfahrung lehre und nicht nur theoretische Kenntnisse versuche an den SuS zu bringen.

Glückwunsch.
Ich kenne KEINEN Lehrer, der versucht NUR theoretische Kenntnisse zu vermitteln.
Ich hoffe doch, dass ihr in Teams arbeitet und die Kollegen von Deinem beruflichen Fachwissen profitieren und Du umgekehrt von deren kompetenzorientierten Sichtweise. Aber es hängt ja auch immer vom jeweiligen auftreten ab, ob man dem anderen zuhören möchte. Wenn ein Quereinsteiger kommt und denkt, dass er DIE Erfahrung im beruflichen Leben gesammelt hat, dann bin ich skeptisch - es ist ja nur EINE Erfahrung. Wenn er dann auf mich herabsieht und denkt, Du hast ja keine Ahnung von der beruflichen Lebenswirklichkeit, dann möchte ich nicht im Team mit ihm zusammen arbeiten.
Umgekehrt würde ich auch nicht mit Leuten zusammenarbeiten wollen, die mich als Quereinsteiger von oben herab behandeln, weil sie denken, dass ich nicht unterrichten kann.

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1589455)
daß ich aus praktischer Erfahrung lehre und nicht nur theoretische Kenntnisse versuche an den SuS zu bringen.

Ich hoffe, Dein Unterricht ist nicht so frontal, wie es sich hier anhört:) Die Konzentrationsfähigkeit der Schüler beim gesprochenen Wort liegt ca. bei 15 Minuten.

Nils 09.03.2021 21:08

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589471)
Ich würde behaupten, dass es sicher den ein oder anderen gibt, der aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten in der 1:1 Betreuung sicher auch ohne Lehramtstudium dazu in der Lage ist.

Definitiv. Ich würde sogar behaupten, dass es SuS gibt, wo so ein Unterricht mehr birngt, als im Klassenverband.

KevJames 10.03.2021 06:51

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1589455)
Der Vorteil meinerseits ist, daß ich aus praktischer Erfahrung lehre und nicht nur theoretische Kenntnisse versuche an den SuS zu bringen. Aber lass gut sein, man merkt schon, daß du dich da persönlich angegriffen fühlst.

Nee, tue ich nicht. Du projizierst offenbar Meinungen / Erfahrungen, die Du über Kollegen hast / mit ihnen gemacht hast auf mich. Ich komme aus beiden Welten, bin nicht nur Lehrer, sondern kam zuvor aus der Praxis (Wirtschaft) und habe übrigens auch mal an einer Berufsschule gearbeitet.

Daher kann ich Praxis und Theorie ganz gut vereinbaren. Aus meiner Sicht fühlst eher Du Dich hier angegriffen / herabgesetzt. Es ist ja zuvor schon beii anderen angeklungen, es geht in unserem Beruf um mehr als singuläre Elemente beizubringen.
Aber Du hast recht: Ich sehe den Quereinstieg grds. sehr kritisch (auch wenn es natürlich positive Einzelbeispiele gibt, die ganz ganz hervorragende Arbeit leisten - ob Du dazu gehörst - keine Ahnung). Meine persönlichen Erfahrungen sind auch so, dass die meisten Probleme an Schulen mit Quereinsteiger vorkommen. Ich selbst hätte als Quereinsteiger arbeiten und Geld verdienen können bzw. habe das auch kurz gemacht, habe mich selbst aber dafür entschieden den längeren und härteren Weg zu gehen um mich "ordentlich" ausbilden zu lassen - das hatte seinen guten Grund. Auch aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass dies genau der richtige Weg war und ich dadurch unglaublich viel mehr gelernt habe und einfach eine viel bessere Lehrkraft bin als ich es sonst sein könnte. Jeder, der hier einen einfacheren Weg geht versperrt sich selbst diese Möglichkeiten.

Zu behaupten man kann das auch ohne (Studium + Referendariat) genauso gut oder besser als andere, das ist für mich die Urform von Arroganz. Denn eines kommt ja noch dazu: Als Lehrkraft, die nicht ausbildet sieht man doch gar keinen Unterricht von anderen, wie will man denn dann überhaupt beurteilen, ob der eigene Unterricht genauso gut oder besser als der von anderen ist? Bei uns jedenfalls sehen anderen Unterricht lediglich Mentoren, Ausbilder und Schulleitungsmitglieder. Ansonsten ist eher eine Beurteilung der pädagogischen Arbeit (Probleme mit SuS) oder Abschlussquoten bei zentralen Abschlüssen) möglich. Soweit ich weiss trifft der zweite Punkt auf Berufsschulen aber nur bedingt zu. Auch der 1. Punkt dürfte hier eine untergeordnete Rolle spielen.

Sei mir nicht böse, aber Deine Argumentation klingt für mich eher wie eine Selbstrechtfertigung. Ich sehe das (da ich beide Seiten kenne anders): vergleichen wir es mal mit einem Arzt. Auch ein Nicht Mediziner (z. B. Apotheker) kann mir sagen, nimm dieses Medikament und ja, manchmal hilft das dann sogar und es wird besser. Aber obwohl das geholfen hat (mehr oder weniger zufällig) ist der Apotheker noch lange kein Arzt.

KevJames 10.03.2021 06:56

Zitat:

Zitat von Schlafschaf (Beitrag 1589464)
Ich kann meine Kinder alleine definitiv besser unterrichten als es die Lehrerin in der Schule kann. Die Lehrerin ist in der Schule für 25 Kinder gleichzeitig zuständig während ich meinen beiden Kindern die volle Aufmerksamkeit schenken kann und alles voll auf die zugeschnitten machen kann.


Aber insgesamt gebe ich dir recht. Das was ich so aus der Grundschule meiner Tochter mitbekomme wirkt für mich besser als das an was ich mich noch so erinnere. Wir sind bisher sehr zufrieden mit den Lehrern und freuen uns das alles gut läuft! :Blumen:

Vielleicht geht das in der Grundschule ... ?

Mein Horizont ist ja das Gymnasium und hier vor allem die Oberstufe. Hättest Du denn das Sachwissen um Deinen eigenen Kindern Mathe, Deutsch, Englisch, 4. Fremdsprache, Physik, Bio, Chemie Geschichte, Politik, Geographie, Philosophie, ... beizubringen?

Also ganz ehrlich: Ich unterrichte dort ja drei Fächer (die habe ich studiert), würde mir aber nicht zutrauen in anderen Fächern auf das Abitur vorzubereiten.

Auch die zu große Nähe zu den eigenen Kindern wird zum Problem. Vielleicht nicht bei 8-jährigen, Bei 16-jährigen aber schon. Was da Probleme mit Eltern existieren ...

KevJames 10.03.2021 06:58

Zitat:

Zitat von Nils (Beitrag 1589472)
Untersuchungen bei Pädagogen haben ergeben, dass Burnout bei den sehr engagierten Lehrern/Pädagogen (dazu zählen auch die Erzieher) häufiger auftritt als bei den wenig engagierten.
Wenn man z.B. als engagierter Lehrer andauernd liest, wie faul und schlecht DIE Lehrer sind, dann kann das zu sehr viel Frust führen ("Ja, ich kenne auch engagierte Lehrer, aber DIE Lehrer sind ja faul, inkompetent, haben nur frei und eigentlich nur einen Halbtagsjob." -wenn Du dann 50-60h pro Woche abreißt und neue Dinge ausprobierst, wo dann direkt wieder Eltern kommen und meinen sie seien die besseren Pädagogen, führt das zu sehr viel Frust).

:Blumen:

KevJames 10.03.2021 07:01

Zitat:

Zitat von Nils (Beitrag 1589477)

Ich hoffe, Dein Unterricht ist nicht so frontal, wie es sich hier anhört:) Die Konzentrationsfähigkeit der Schüler beim gesprochenen Wort liegt ca. bei 15 Minuten.

... und das ist schon sehr hoch gegriffen (hängt ja auch vom Alter und der Übung ab).

KevJames 10.03.2021 07:16

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589459)

Weil es ja in den Kompetenzen, die Lehrer angeblich haben sollen, nur Lehrer gibt, die diese haben. Der ausgebildete Pädagoge, Didaktiker oder Sozialwissenschaftler hat ja keine Ahnung davon.

Und witzigerweise werden zum Beispiel zur Überwachung der Polizei externe unabhängige Untersuchungsstellen gefordert und auch in manchen Bundesländern eingesetzt. Genauso wie es parlamentarische Untersuchungsausschüsse zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit von geheimdienstlichen oder militärischen Handeln gibt. Achso... Und Ärzte werden tatsächlich von der Polizei kontrolliert. §4 Abs 4 des Nds. Bestattungsgesetzes schreibt zum Beispiel vor, dass die Polizei jede Leiche zu begutachten hat, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer OP im Krankenhaus (24h) verstirbt. So lächerlich ist das ganze also nicht.

.

Nochmal ich habe davon gesprochen, dass Eltern und Journalisten das in der Regel nicht können.

Pädagogen: Die können das natürlich nicht inhaltlich (fachlich), aber pädagogisch. Machen es auch in der Praxis.
Didaktiker (besonders lustig): Das sind ja idR ausgebildete Lehrer. :Cheese: Machen das natürlich auch.
Sozialwissenschaftler: Klares - kommt darauf an ...

Aber alle drei Berufsgruppen, die Du da aufzählst bilden doch Lehrkräfte aus, arbeiten in Schulen, sitzen in Kontroll- und Ausbildungsgremien. Sag bloß, das wusstest Du in all Deiner Weisheit gar nicht? :Lachanfall:

Aber wer sitzt denn dann in diesen Ausschüssen (Polizei)? Etwa keine Menschen die Expertise in Bezug auf Polizei / Sicherheit haben?
Das Beispiel mit den Ärzten ist ja ein kleiner Spezialfall. Es geht ja hier eher um eine generelle Kontrolle des Berufsstandes ... diese obliegt dann in allen Bereichen Fachleuten.
Interessant finde ich an der Diskussion: Wenn ein Richter (gut ausgebildeter Jurist) über einen Fall in der Schule (oder anderen Bereichen) urteilt, dann urteilt er nie über das Inhaltliche - dafür lässt er sich einen Fachmann kommen, da er es selbst nicht beurteilen kann. Aber Du kannst das dann? Das durchschnittliche Elternteil kann das dann? Während der Richter dazu nicht in der Lage ist und lediglich (juristische) Formalitäten prüft ...

P.S.: Ich lade jeden ein, eine meiner Klausuren in 90 Minuten zu lösen (natürlich ohne die Hilfe des Internets) - wer einfach so unterrichten bzw. Unterrichtsqualität überprüfen kann, muss ja spielend leicht 15 Punkte aus dem Stehgreif schreiben können. :-))))

Trimichi 10.03.2021 08:43

Zitat:

Zitat von Nils (Beitrag 1589472)
Untersuchungen bei Pädagogen haben ergeben, dass Burnout bei den sehr engagierten Lehrern/Pädagogen (dazu zählen auch die Erzieher) häufiger auftritt als bei den wenig engagierten.
Wenn man z.B. als engagierter Lehrer andauernd liest, wie faul und schlecht DIE Lehrer sind, dann kann das zu sehr viel Frust führen ("Ja, ich kenne auch engagierte Lehrer, aber DIE Lehrer sind ja faul, inkompetent, haben nur frei und eigentlich nur einen Halbtagsjob." -wenn Du dann 50-60h pro Woche abreißt und neue Dinge ausprobierst, wo dann direkt wieder Eltern kommen und meinen sie seien die besseren Pädagogen, führt das zu sehr viel Frust).


Wie gesagt, es ist sehr wahrscheinlich so wie mit allem. Es gibt solche und solche. Nur ist eben bei Pädagogen die Burn-Out-Quote hoch. Und das liegt meiner Meinung nach an den Supereltern bzw. Helimamas. Und an den Lehrern, die sich nicht durchsetzen (dürfen)?

Beispiele? Das Kind ist lernschwach? Nein, der Lehrer verkennt das Talent des Kindes. Ein Junge will nach draußen sich bewegen? Falsch. Das Kind hat ADHS. Und ganz neu: Eltern identifizieren sich mit den Schulleistungen ihrer Kinder. Wenn das Kind in der Schulfaufgabe eine Vier schreibt, dann hat auch Mutti/Papi versagt. In der Praxis führen solche Muster oft dazu, dass Eltern zum Rechtsanwalt rennen und dem Lehrer mit dem Anwalt drohen? Gleichzeitig steht im Curriculum dieses und jenes? Was macht nun einen guten Pädagogen aus? Auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen können? Und wer das macht als Lehrer, hat gleich Ärger mit der nächst höheren Ebene? Der Lehrer von heute hat es nicht leicht?

Und nun? Internet und home-schooling. Es gab ja ein Urteil in Bayern, dass die Eltern nicht am Online-Unterricht der Kinder teilnehmen dürfen. Wegen des Datenschutzes. Wieder ein Aufschrei. Nein, was stört es schon den Unterricht, wenn Mutti mit im virtuellen Klassenzimmer sitzt? Ich bleibe ihm ironischen Modus und bin ganz bei ironmansub10h: wenn es so weiter geht, sind Mütter und Väter die besseren Lehrer und ein Berufsstand schafft sich ab?

Ich glaube auch, dass man den Bildungsstand mit in die Betrachtung aufnehmen muss. Physik- oder Chemieunterricht der gymnasialen Oberstufe ist nichts für gelernte Verkäuferinnen? Wohl aber für Doktoren und Doktorinnen als Eltern? Und hier könnten wir streiten bis in alle Ewigkeit. Warum? Transfer in ein anderes Beispiel: ein sportlich erfolgreicher Sohn wird ein "armer" Biologe, wird aber von seinem beruflich "sehr erfolgreichen" Vater um dessen mühsam erspartes Carbonfahrrad beneidet. Das hört nie auf? Deswegen: Eltern sollen Eltern bleiben und Lehrer Lehrer. Homeschooling halte ich für ganz großen Mist. Kinderbetreuung durch Eltern ist wieder etwas anderes, das wird in meinen Augen verwechselt, weil Eltern den Aufgaben, denen Kindern im Kindergarten und in der Grundschule begegnen noch folgen können? Schwieriger wird es dann wenn der Fremdsprachenunterricht einsetzt oder die Algebra, oder wenn Schüler den Massendefekt der Sonne an Hand von kernchemischen Gleichungen berechnen müssen (es sind 4 Tonnen, die die Sonne leichter wird pro Sekunde; habe ich ja selbst in der gymnasialen Oberstufe ausrechnen müssen mit dem TR unter Aufsicht des Lehrers).

Man muss also schon differenzieren. Und das wird auch gemacht. Deswegen habe ich auch diese Lehrerdiskussion so satt, weil viele Eltern eben nicht differenzieren können und ihre eigenen Komplexe an Kindern und dem Lehrkörper abarbeiten? Daher leiden viele Pädagogen, aber das ist ja keine neue Erkenntnis? Dass es fähige Lehrer gibt bestreite ich nicht. Lass uns nicht streiten.


Meine Privatmeinung ist, dass Kindergartenkinder, Grundschulkinder bis hin zu Schülern auf dem Gymnasium keine Terminpläne wie Manager brauchen. Lasst den Kindern, Schülern und Jugendlichen ihre Freiräume.

crazy 10.03.2021 09:01

Zitat:

Zitat von Trimichi (Beitrag 1589511)
Wie gesagt, es ist sehr wahrscheinlich so wie mit allem. Es gibt solche und solche. Nur ist eben bei Pädagogen die Burn-Out-Quote hoch. Und das liegt meiner Meinung nach an den Supereltern bzw. Helimamas. Und an den Lehrern, die sich nicht durchsetzen dürfen?

Beispiele? Das Kind ist lernschwach? Nein, der Lehrer verkennt das Talent des Kindes. Ein Junge will nach draußen sich bewegen? Falsch. Das Kind hat ADHS. Und ganz neu: Eltern identifizieren sich mit den Schulleistungen ihrer Kinder. Wenn das Kind in der Schulfaufgabe eine Vier schreibt, dann hat auch Mutti/Papi versagt. In der Praxis führen solche Muster oft dazu, dass Eltern zum Rechtsanwalt rennen und dem Lehrer mit dem Anwalt drohen? Gleichzeitig steht im Curriculum dieses und jenes? Was macht nun einen guten Pädagogen aus? Auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen können? Und wer das macht als Lehrer, hat gleich Ärger mit der nächst höheren Ebene. Der Lehrer von heute hat es nicht leicht?

Und nun? Internet und home-schooling. Es gab ja ein Urteil in Bayern, dass die Eltern nicht am Online-Unterricht der Kinder teilnehmen dürfen. Wegen des Datenschutzes. Wieder ein Aufschrei. Nein, was stört es schon den Unterricht, wenn Mutti mit im virtuellen Klassenzimmer sitzt? Ich bleibe ihm ironischen Modus und bin ganz bei ironmansub10h: wenn es so weiter geht, sind Mütter und Väter die besseren Lehrer und ein Berufsstand schafft sich ab?

Ich glaube auch, dass man den Bildungsstand mit in die Betrachtung aufnehmen muss. Physik- oder Chemieunterricht der gymnasialen Oberstufe ist nichts für gelernte Verkäuferinnen? Wohl aber für Doktoren und Doktorinnen als Eltern? Und hier könnten wir streiten bis in alle Ewigkeit. Anderes Beispiel: ein sportlich erfolgreicher Sohn wird ein "armer" Biologe, wird aber von seinem beruflich "sehr erfolgreichen" Vater um dessen mühsam erspartes Carbonfahrrad beneidet. Das hört nie auf? Deswegen: Eltern sollen Eltern bleiben und Lehrer Lehrer. Homeschooling halte ich für ganz großen Mist. Kinderbetreuung durch Eltern ist wieder etwas anderes, das wird in meinen Augen verwechselt, weil Eltern den Aufgaben, denen Kindern im Kindergarten und in der Grundschule begegnen noch folgen können? Schwieriger wird es dann wenn der Fremdsprachenunterricht einsetzt oder die Algebra, oder wenn Schüler den Massendefekt der Sonne pro Sekunde auf Grund von kernchemischen Gleichungen berechnen müssen (es sind 4 Tonnen, die die Sonne leichter wird pro Sekunde; habe ich ja selbst in der gymnasialen Oberstufe ausrechnen müssen mit dem TR unter Aufsicht des Lehrers).

Man muss also schon differenzieren. Und das wird auch gemacht. Deswegen habe ich auch diese Lehrerdiskussion so satt, weil viele Eltern eben nicht differenzieren können und ihre eigenen Komplexe an Kindern und dem Lehrkörper abarbeiten? Daher leiden viele Pädagogen, aber das ist ja keine neue Erkenntnis? Das es fähige Lehrer gibt bestreite ich nicht. Lass uns nicht streiten.

Meine Privatmeinung ist, dass Kindergartenkinder, Grundschulkinder bis hin zu Schülern auf dem Gymnasium keine Terminpläne wie Manager brauchen. Lasst den Kindern, Schülern und Jugendlichen ihre Freiräume.



Hui, ich hätte ja niemals gedacht, mit Trimichi einmal einer Meinung zu sein. :Blumen:


(abgesehen davon, dass Homeschooling nicht generell Mist ist. Es gibt einige SuS, deren eher ruhige Natur zu einem Aufblühen der Leistungen führte)

keko# 10.03.2021 09:59

Zitat:

Zitat von KevJames (Beitrag 1589500)
Vielleicht geht das in der Grundschule ... ?

Mein Horizont ist ja das Gymnasium und hier vor allem die Oberstufe. Hättest Du denn das Sachwissen um Deinen eigenen Kindern Mathe, Deutsch, Englisch, 4. Fremdsprache, Physik, Bio, Chemie Geschichte, Politik, Geographie, Philosophie, ... beizubringen?

Also ganz ehrlich: Ich unterrichte dort ja drei Fächer (die habe ich studiert), würde mir aber nicht zutrauen in anderen Fächern auf das Abitur vorzubereiten.

Auch die zu große Nähe zu den eigenen Kindern wird zum Problem. Vielleicht nicht bei 8-jährigen, Bei 16-jährigen aber schon. Was da Probleme mit Eltern existieren ...

Ich denke, dass niemand der hier Mitlesenden einen Begriff wie "Differenzenquotient" kurz und verständlich erklären kann oder eine etwas anspruchsvollere Aufgabe zur x-Methode oder h-Methode vorrechnen kann. Und da sind wir gerade mal in der 10. Klasse.
Wie ich schon meinte, es ist stark von der Jahrgangsstuffe und dem Fach abhängig. Und wer in der Oberstufe in Mathe auf dem Niveau von 12+ Punkten ist, kann i.d.R. seine Eltern unterrichten.
Ein Weg hin zum Online/Elternunterricht würde die Schülerschaft enorm spalten. Es geht ja darum, dass Kinder, die aus sozial schwachen Familien oder Familien, in denen die Eltern kaum Deutsch sprechen, zumindest ähnliche Möglichkeiten haben. Das ist zumindest mein Verständnis.

KevJames 10.03.2021 09:59

Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1589516)
Hui, ich hätte ja niemals gedacht, mit Trimichi einmal einer Meinung zu sein. :Blumen:


(abgesehen davon, dass Homeschooling nicht generell Mist ist. Es gibt einige SuS, deren eher ruhige Natur zu einem Aufblühen der Leistungen führte)

+1 :Blumen:

Steppison 10.03.2021 10:09

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich eigentlich nur begrenzt mit der Schule beschäftigen möchte. Ich will da auch keinem reingrätschen oder sonst was. Nur am Ende ist es heute halt anders als vor 30 Jahren. Da war es mehr oder weniger wichtig, dass das Kind die Schule schafft und dann eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen kann. Fertig.

Heute ist es so, dass man als Eltern eben auch anders aufgestellt sein muss. Feiern hier, Kostüme dort, was backen, wo mit anpacken usw. Dadurch ist der Kontakt größer zur Schule (/zum Kindergarten). Und heute hört man viel, man liest viel und insgesamt weiß man, dass der Werdegang nach der Schule eben nicht mehr so geradlinig ist, wie es früher mal war. Früher konnte ein Verdiener eine Familie ernähren, das geht heute noch sehr selten. Früher gab es auch Hausfrauen die froh waren, wenn die Kinder zu Hause für Unruhe gesorgt haben. Auch das wird weniger, auch weil sich die Einstellung bei den Menschen im Kopf verändert. Man mag es kaum glauben.

Letztens kam meine Tochter nach Hause und sagte, sie solle am Folgetag mehrere Fotos von ihr mit Zahnlücken mitbringen. Da kam dann nachmittags gleich noch ne E-Mail von der Lehrerin hinterher. Wer hat denn solche Fotos sortiert an geeigneter Stelle rumliegen? Wir nicht, und ich finde es auch daneben, dass Hausaufgaben dann zur Beschäftigung der Eltern werden.

Ich schätze die Institution Schule, keine Frage. Nur die Zeiten ändern sich nun mal und die Welt dreht sich schneller, also muss sich eben auch jeder weiterentwickeln. Und zurzeit ist eben die Notwendigkeit der Lehrerschaft, sich auf Homeschooling einzulassen und dies in einem angemessenen Rahmen (ordentlich, nicht super geil) durchzuführen. Und wenn dann eben zu Hause stapelweise Zettel gedruckt werden müssen, dann verstehen das viele Eltern nicht unbedingt. Und es findet eben viel mehr Schule zu Hause statt, sodass die Eltern davon viel mehr mitbekommen als vor der Pandemie.

Quasi hat zwangsweise die Transparenz zugenommen. Was ja eigentlich zu begrüßen ist, nur gucken halt jetzt ganz viele viel mehr von außen mit drauf. Das ist wie wenn meine "Kunden" neben mir am Schreibtisch stehen und gucken, was ich plane um deren Räumlichkeiten umzubauen. Bock hätte ich auch nicht drauf, aber es wäre dann so. Ich bin angestellt und kann mich dagegen nicht wehren.

keko# 10.03.2021 10:31

Zitat:

Zitat von Steppison (Beitrag 1589534)
...

Quasi hat zwangsweise die Transparenz zugenommen. Was ja eigentlich zu begrüßen ist, nur gucken halt jetzt ganz viele viel mehr von außen mit drauf. Das ist wie wenn meine "Kunden" neben mir am Schreibtisch stehen und gucken, was ich plane um deren Räumlichkeiten umzubauen. Bock hätte ich auch nicht drauf, aber es wäre dann so. Ich bin angestellt und kann mich dagegen nicht wehren.

Naja, beim Daimler sagt der Käufer dem Ingenieur aber auch nicht, wie er das Fahrzeug konstruieren muss oder dem Arbeiter, wie er den Motor montieren muss. Er spricht lediglich mit dem Verkäufer oder Kunenberater. Der Ingenieur oder Arbeiter wird abgeschirmt und bekommt davon nichts mit, damit er möglichst gut seine Arbeit machen kann. Lediglich Nobelmarken wie AMG lassen den Käufer mal mit dem Monteur sprechen oder können bei der Montage zusehen. Nur weil der Vatern/Mutter Steuern zahlt muss er nicht alles machen dürfen und ist er Kunde und der Lehrer Dienstleister.

Steppison 10.03.2021 10:46

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1589539)
Naja, beim Daimler sagt der Käufer dem Ingenieur aber auch nicht, wie er das Fahrzeug konstruieren muss oder dem Arbeiter, wie er den Motor montieren muss. Er spricht lediglich mit dem Verkäufer oder Kunenberater. Der Ingenieur oder Arbeiter wird abgeschirmt und bekommt davon nichts mit, damit er möglichst gut seine Arbeit machen kann. Lediglich Nobelmarken wie AMG lassen den Käufer mal mit dem Monteur sprechen oder können bei der Montage zusehen. Nur weil der Vatern/Mutter Steuern zahlt muss er nicht alles machen dürfen und ist er Kunde und der Lehrer Dienstleister.

Liest sich für mich wie: Steuern zahlen und Frxxxe halten. Verantwortung fürs Kind liegt bei dir, aber misch dich bitte nicht in mein Handwerk ein. :Huhu: :confused: :Nee: :Blumen:

Die Differenzierung ist falsch: wo bauen denn die Lehrer ganze Autos? Eher erfolgt ein kleiner Teil des Innenausbaus und "ein Teil der Programmierung der Steuerkomponenten" durch die Lehrer. Mehr nicht.

Matthias75 10.03.2021 11:07

Zitat:

Zitat von Steppison (Beitrag 1589546)
Liest sich für mich wie: Steuern zahlen und Frxxxe halten. Verantwortung fürs Kind liegt bei dir, aber misch dich bitte nicht in mein Handwerk ein. :Huhu: :confused: :Nee: :Blumen:

Die Differenzierung ist falsch: wo bauen denn die Lehrer ganze Autos? Eher erfolgt ein kleiner Teil des Innenausbaus und "ein Teil der Programmierung der Steuerkomponenten" durch die Lehrer. Mehr nicht.

Natürlich haben die Eltern auch Verantwortung für Ihre Kinder und sollten auch eine Blick darauf haben, wie es ihren Kindern in der Schule ergeht.

Die nächste Frage ist dann aber doch: Was machen sie aus ihrer Verantwortung. Ich kann zum Lehrer gehen und mit ihm besprechen, dass mein Kind Probleme in der Schule hat. Im Idealfall findet man gemeinsam eine Lösung. Als Elternteil kann mich aber auch hinstellen und einfach sagen: Ihr macht das falsch, das geht anders viel besser. Bei letzterem stellt sich natürlich immer die Frage, ob die Eltern das tatsächlich neutral einschätzen können.

Oder analog zum Fahrzeugbau: Viele können zwar beim Fahren beurteilen, dass irgendwas komisch ist und dies der Werkstatt oder dem Hersteller mitteilen. Vielleicht können einige auch das Problem durch jahrelange Erfahrung auf ein bestimmtes Fahrzeugteil einschränken. Die Kompetenz zu sagen, welche Produktionsschritte oder Einstellungen am Fahrzeug geändert werden müssen, um das Problem abzustellen, haben vermutlich die wenigsten.

M.

keko# 10.03.2021 11:28

Zitat:

Zitat von Steppison (Beitrag 1589546)
Liest sich für mich wie: Steuern zahlen und Frxxxe halten. Verantwortung fürs Kind liegt bei dir, aber misch dich bitte nicht in mein Handwerk ein. :Huhu: :confused: :Nee: :Blumen: ....

Ein Elternbeirat ist u.a. dazu da, herauszufinden, ob es ein generelles Problem gibt oder ein schülerspezifisches. Ansonsten haben die Lehrer ja eine Sprechstunde. Es gibt also bereits genug und gute Instrumente für die Eltern.
In meiner Zeit als Elternbeirat war es ein Dauerproblem, dass manche Eltern ihre Kinder bis ans Klassenzimmer bringen wollten, teilweise bis zu ihrem Platz. Ich fand das völlig abgefahren. Wir haben dann Stopp-Schilder für Eltern aufgestellt. Meine Kinder haben die Schule hinter sich, aber zuletzt hat mir ein Rektor erzählt, dass Eltern besorgt anrufen, wenn ihre Kinder bei Teams auf "abwesend" stehen. Das ist ja noch mal abgefahrener.
Ich habe es immer so gehalten, dass Schule die Sache meiner Kinder ist, ich aber immer bereitstehe, falls es Probleme gibt. Sei es mit dem Lehrer oder mit den Hausaufgaben. Echte Problem mit dem Lehrer gab es in den vielen Jahren nur 1x, Hausaufgabenhilfe ab und zu. Ansonsten habe ich von der Schule und dem Unterricht oder den Lehrern nicht sehr viel mitbekommen.
:Blumen:

sybenwurz 10.03.2021 12:00

Zitat:

Zitat von ironmansub10h (Beitrag 1589455)
Genau diese Denke zeichnet die meisten Lehrer aus- zu denken, nur ich als Lehramtabsolvent kann "WISSEN" und "FÄHIGKEITEN" einem Minderjährigen beibringen.

Jou.
Das Witzige dabei: ne Freundin, die Lehramt Hymnasium in Hessen studiert hat, lamentiert noch heute, dass ihr gesamtes Studium rein auf die Studienfächer ausgerichtet war und keinerlei pädagogische etc. hatte, die irgendwann hülfen, das Wissen zu vermitteln.

Zitat:

Alleine die Informatiknerds würden dir das bestimmt als eigene Selbstüberschätzung attestieren.
In den frühen Tagen machten die Informatiklehrer gegenüber den Nerds in unseren Reihen keinen Stich.

Allerdings ist das natürlich so n bissl ein Spezialthema und der Umstand, dass Schüler mehr wissen als der Lehrer, sicherlich nicht auf alle Unterrichtsfächer anzuwenden

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1589471)
Unterm Strich ist es aber vor allem wichtig, dass der Lehrer möglichst viele SuS mitnimmt und dort Verständnis für den Inhalt erzielt wird. Mathe als Fach in dem wohl die meisten SuS abgehängt werden, ist da wohl eher ein schlechtes Beispiel für die Erfordernis nach einem Durchblick weit über Schulniveau.


Sehe ich ähnlich. Ich halte es grad in Mathe, an sich ja auch ein sehr nerdiges Thema, für wichtig, dass Lehrer nicht nur den Stoff durchpauken, sondern die Kids mitnehmen.
Meiner in den ersten Gymnasiumklassen war genau das Gegenteil, das war echt zum abgewöhnen.
Inhalte, die ich da mit der Brechstange und viel Zureden nie kapiert habe, flogen mir später bei der praktischen Anwendung förmlich zu, als ich wusste, was ich da tat oder gar diverse Themen selbst vermitteln musste.

Steppison 10.03.2021 13:17

Ich habe von solchen Eltern gehört und kenne leider auch solche. Ich habe auch schon bei meinem Ziehsohn, damals, in Elternabenden gesessen. Eine Stunde über alles gesprochen, Lehrer*in waren sehr engagiert, alles geklärt. Und dann haben 2 Eltern DEN Abend um 1,5h verlängert...

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1589564)
Ein Elternbeirat ist u.a. dazu da, herauszufinden, ob es ein generelles Problem gibt oder ein schülerspezifisches. Ansonsten haben die Lehrer ja eine Sprechstunde. Es gibt also bereits genug und gute Instrumente für die Eltern.
In meiner Zeit als Elternbeirat war es ein Dauerproblem, dass manche Eltern ihre Kinder bis ans Klassenzimmer bringen wollten, teilweise bis zu ihrem Platz. Ich fand das völlig abgefahren. Wir haben dann Stopp-Schilder für Eltern aufgestellt. Meine Kinder haben die Schule hinter sich, aber zuletzt hat mir ein Rektor erzählt, dass Eltern besorgt anrufen, wenn ihre Kinder bei Teams auf "abwesend" stehen. Das ist ja noch mal abgefahrener.
Ich habe es immer so gehalten, dass Schule die Sache meiner Kinder ist, ich aber immer bereitstehe, falls es Probleme gibt. Sei es mit dem Lehrer oder mit den Hausaufgaben. Echte Problem mit dem Lehrer gab es in den vielen Jahren nur 1x, Hausaufgabenhilfe ab und zu. Ansonsten habe ich von der Schule und dem Unterricht oder den Lehrern nicht sehr viel mitbekommen.
:Blumen:


Plasma 10.03.2021 14:57

Ein Bildungsforscher zum Thema Homeschooling:

https://www.zeit.de/arbeit/2021-03/h...bildung-kinder

ironmansub10h 10.03.2021 22:14

Zitat:

Zitat von Trimichi (Beitrag 1589511)


Meine Privatmeinung ist, dass Kindergartenkinder, Grundschulkinder bis hin zu Schülern auf dem Gymnasium keine Terminpläne wie Manager brauchen. Lasst den Kindern, Schülern und Jugendlichen ihre Freiräume.

Yes, ganz meine Rede.

ironmansub10h 10.03.2021 22:16

Zitat:

Zitat von crazy (Beitrag 1589516)
Hui, ich hätte ja niemals gedacht, mit Trimichi einmal einer Meinung zu sein. :Blumen:


(abgesehen davon, dass Homeschooling nicht generell Mist ist. Es gibt einige SuS, deren eher ruhige Natur zu einem Aufblühen der Leistungen führte)

Das beobachte ich bei meinem Sohnemann auch, der hängt nun einige ab , seine introvertierte Art hat ihn im Klassenverbund eher ausgebremst. Nun ist es sein Ding selbstständig zu arbeiten, das liegt ihm halt. Kommt vielleicht durch seine echt gute und da sehr engagierten Lehrer in der Gemeinschaftsschule in der er war.

keko# 10.03.2021 23:19

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1589578)
...
Meiner in den ersten Gymnasiumklassen war genau das Gegenteil, das war echt zum abgewöhnen.
Inhalte, die ich da mit der Brechstange und viel Zureden nie kapiert habe, flogen mir später bei der praktischen Anwendung förmlich zu, als ich wusste, was ich da tat oder gar diverse Themen selbst vermitteln musste.

Ja, das ist der alte Streit zwischen Anwendung und Theorie. Wenn man viele Anwendungsaufgaben macht, geht halt Zeit verloren, die dann wieder für neue Themen fehlt. Ich bin eher ein Freund der Theorie, weil die Anforderungen später im Beruf immer komplexer werden: verlässliche Klimamodelle, selbstfahrende Autos und Algorithmen, die menschliche Arbeit ersetzen, fallen nicht vom Himmel und mir ist es lieber, diese Entwicklungen finden in Deutschland statt als in manch anderen Ländern der Erde.

Plasma 22.03.2021 22:45

Ich bin ja schon gespannt, wie das alles weiter geht. In Bayern siehts so aus:

Inzidenz

> 100: Homeschooling

> 50: Wechselunterricht

< 50: Präsenzunterricht

Wir dümpeln aktuell um die 60 rum. Haben also den bundesweiten Anstieg bisher nur unwesentlich mitgemacht. Diese Woche ist also noch Wechselunterricht und dann kommen 2 Wochen Osterferien. Das hat mich schon überrascht. Ich hätte die ja angesichts der Unterrichtsausfälle auf 1 Woche reduziert. Aber gut, vielleicht hilfst beim Ausbremsen der dritten Welle. Große Hoffnung habe ich nicht.

Ich gehe davon aus, dass wir in unserem Landkreis nach den Osterferien auch über 100 liegen. Dann gehts wieder los, das tägliche zuhause Unterrichten. Den Unterricht werde ich dann anders gestalten. Erstens zu einem anderen Zeitpunkt und zweitens mit mehr Eigenverantwortung und weniger Kontrolle, sprich weniger daneben Sitzen. Mal schauen, wie das dann läuft. Er ist zwar noch Erstklässler, aber was solls. In der Schule muss er die Leistungsfeststellungen ja auch alleine machen.


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