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Campeon 01.01.2013 16:42

Zitat:

Zitat von Lui (Beitrag 851829)
Mein Vater ist Südamerikaner und ich wurde noch nie diskriminiert. Komisch.

Glück gehabt! Lag bei mir wohl vielleicht an meinem ehemaligen Wohnort!

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 851832)
Das war sicher schlimm für dich, nur persönliche Erfahrungen können natürlich nicht Grundlage einer rationalen Entscheidung sein und nach meinen Beobachtungen kann ich das auch kaum nachvollziehen.

Insbesondere Italiener die sehr gut deutsch sprechen, sorry denen sieht doch fast kein Mensch mehr an dass sie nicht Deutsche sind. Bei uns im Dorf gibt es auch einige Italiener in 3 Generation, da wird keiner diskriminiert, weder in der Grundschule noch im Fussballverein oder sonstwo.

Stimmt schon, aber man sollte solch ein Szenario nicht ausschließen!

Tja und ich war damals halt das erste Gastarbeiterkind in dem Kaff, vielleicht lag es daran!

MattF 01.01.2013 16:55

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 851837)

Tja und ich war damals halt das erste Gastarbeiterkind in dem Kaff, vielleicht lag es daran!


Wann war das denn?

MattF 01.01.2013 17:00

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 851834)
Kannste mal sehen, wie schnell das geht... ;)

Wie sieht's denn mit zwei homosexuellen Männern aus, die lieber als Frau rumlaufen (oder umgekehrt)? Soll da auch adoptiert werden dürfen? Falls nicht - wo will man da eigentlich die Grenze ziehen, bei dem, was man den Kindern noch zumuten kann oder will und was nicht?

GEnau und Zirkusmenschen sollten auch keine Kinder betreuen und adoptiern dürfen:

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...-a-868908.html

Ich verstehe eigentlich nicht wie man überhaupt so ne Frage stellen kann.

Jemand der in bayrischen Lederhosen rumläuft der darf Kinder adoptieren, jemand der Kleider trägt nicht.

Das einzig richtig an deiner Aussage ist die Frage: Wo soll man die Grenze ziehen: Antwort nirgends. Wie ein Mensch ist, macht sich nicht an Äusserlichkeiten fest, ich dachte da wären wir drüber weg.

drullse 01.01.2013 17:06

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 851841)
Das einzig richtig an deiner Aussage ist die Frage: Wo soll man die Grenze ziehen: Antwort nirgends.

Ich bin mir sicher, mit ein wenig Nachdenken wirst Du sofort Beispiele finden, bei denen Du "Nein" sagen würdest.

Stellt sich dann die Frage: warum. Welche Gesinnung/Lebenseinstellung lässt es noch zu und welche nicht?

Wer legt das fest?

Campeon 01.01.2013 17:06

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 851839)
Wann war das denn?

Ende 60er, Anfang 70er Jahre!

flaix 01.01.2013 17:16

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 851843)
Ende 60er, Anfang 70er Jahre!

seitdem hat sich in Deutschland das gesellschaftliche Klima als auch die gesetzliche SItuation dann doch verändert.
http://de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7_175

MattF 01.01.2013 17:27

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 851842)
Ich bin mir sicher, mit ein wenig Nachdenken wirst Du sofort Beispiele finden, bei denen Du "Nein" sagen würdest.

Stellt sich dann die Frage: warum. Welche Gesinnung/Lebenseinstellung lässt es noch zu und welche nicht?

Wer legt das fest?

Welche schließt du denn aus und warum?

Willst du Gesinnungsprüfungen einführen?

Es gibt Kriterien mit denen Adoptiveltern ausgesucht werden, die sollen für alle gelten, egal welcher sexuellen Orientierung zumindest und egal was sie anziehen.

Campeon 01.01.2013 18:02

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 851848)
seitdem hat sich in Deutschland das gesellschaftliche Klima als auch die gesetzliche SItuation dann doch verändert.

Stimmt!
Es ist noch kälter und herzloser geworden.
Ein Land wo mind. 10 Kinder pro Jahr von ihren eigenen Eltern umgebracht werden!
Wo grundlos Menschen auf offener Straße, in Bahnhöfen, oder auf stark belebten Plätzen einfach nur zum Spaß getötet oder fast totgeprügelt werden!

Aber, das führt zu weit!

keko 01.01.2013 18:04

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 851837)
Tja und ich war damals halt das erste Gastarbeiterkind in dem Kaff, vielleicht lag es daran!

Auf jeden Fall darf sich eine Gesellschaft davon nicht abschrecken lassen, sonst haben am Ende die falschen Leute das Sagen.

MattF 01.01.2013 20:19

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 851856)
Stimmt!
Es ist noch kälter und herzloser geworden.
Ein Land wo mind. 10 Kinder pro Jahr von ihren eigenen Eltern umgebracht werden!
Wo grundlos Menschen auf offener Straße, in Bahnhöfen, oder auf stark belebten Plätzen einfach nur zum Spaß getötet oder fast totgeprügelt werden!

Aber, das führt zu weit!

Es ist viel schlimmer: Ca. 200 Kinder werden im Jahr von ihren Eltern umgebracht. Dass diese Zahl allerdings steigt, dafür finde ich keine Anhaltspunkte, eher das Gegenteil:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kindst%...tik_und_Motive

http://www.wz-newsline.de/home/panor...mt-ab-1.227589

MattF 01.01.2013 20:23

Hier hab ich auch noch ne sehr schöne Seite zum Vergleich Früher / Heute:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/01/Familienmythen

arist17 01.01.2013 20:44

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 851821)
Das die Kinder in solchen Lebensgemeinschaften die Leidtragenden sind!

Ich erzähl mal meine Geschichte:

Mein Vater ist Italiener, meine Mutter Deutsche, was glaubst du was ich mir alles habe anhören müssen.

Was glaubst du wie oft ich mir wünschte, das ich einen deutschen Vater habe?

Selbst in der Berufschule gabs noch intolerante Arschlöcher die mich Kanacke oder Itacker nannten und man läßt es sich nicht anmerken und trotzdem tut es weh!



Aber du bist nicht der Meinung, dass es deshalb richtig war, dass du damals von den deutschen Gesetzen diskriminiert worden bist?
Hattest du einen deutschen Pass, die deutsche Staatsangehörigkeit?

(Wenn du vor 1975 geboren bist und deine Eltern verheiratet waren, dann warst du rechtlich kein Deutscher, nur weil dein Vater nicht deutsch war. link)


Und: war dein Vater ein schlechter Vater, weil er kein deutscher Vater war?

Lui 01.01.2013 21:18

Zitat:

Zitat von arist17 (Beitrag 851907)
(Wenn du vor 1975 geboren bist und deine Eltern verheiratet waren, dann warst du rechtlich kein Deutscher, nur weil dein Vater nicht deutsch war. link)

Das war einer der diskriminierensten und peinlichsten Gesetze überhaupt.

Campeon 02.01.2013 09:57

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 851901)
Es ist viel schlimmer: Ca. 200 Kinder werden im Jahr von ihren Eltern umgebracht. Dass diese Zahl allerdings steigt, dafür finde ich keine Anhaltspunkte, eher das Gegenteil:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kindst%...tik_und_Motive

http://www.wz-newsline.de/home/panor...mt-ab-1.227589

Na bitte, das zeigt doch die soziale Kälte, noch viel schlimmer als ich es annahm!

Und was soll sich dann verbessert haben?

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 851903)
Hier hab ich auch noch ne sehr schöne Seite zum Vergleich Früher / Heute:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/01/Familienmythen

Glaub es oder glaub es nicht. Papier ist geduldig!
Ich bin in einer ländlichen Gegend aufgewachsen und da lebten viele Generationen unter einem Dach und hast du das auch genau gelesen.
Nur ein Fallbeispiel stammt aus Mitteleuropa.
Was bei den alten Griechen los war, interessiert doch keine Sau und passt auch nicht in die heutige Gesellschaft!

Zitat:

Zitat von arist17 (Beitrag 851907)
Aber du bist nicht der Meinung, dass es deshalb richtig war, dass du damals von den deutschen Gesetzen diskriminiert worden bist?
Hattest du einen deutschen Pass, die deutsche Staatsangehörigkeit?

(Wenn du vor 1975 geboren bist und deine Eltern verheiratet waren, dann warst du rechtlich kein Deutscher, nur weil dein Vater nicht deutsch war. link)


Und: war dein Vater ein schlechter Vater, weil er kein deutscher Vater war?

Die Diskussion über meinen Vater tut hier nichts zur Sache, geht auch keinen was an.

Und ja, ich war bis 1970 Italiener (ab da wurde mein Vater Deutscher und ich automatisch gleich mit), d.h. mit 8 Jahren wurde ich Deutscher und trotzdem wurde ich diskriminiert!

Achja, meinen Dienst habe ich auch ganz brav bei der Bundeswehr gemacht, also kann keiner meckern und kurioserweise gab es da nicht einen einzigen Fall von Diskriminierung!

flaix 02.01.2013 10:48

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852022)
Na bitte, das zeigt doch die soziale Kälte, noch viel schlimmer als ich es annahm!

Und was soll sich dann verbessert haben?



Glaub es oder glaub es nicht. Papier ist geduldig!
Ich bin in einer ländlichen Gegend aufgewachsen und da lebten viele Generationen unter einem Dach und hast du das auch genau gelesen.
Nur ein Fallbeispiel stammt aus Mitteleuropa.
Was bei den alten Griechen los war, interessiert doch keine Sau und passt auch nicht in die heutige Gesellschaft!



Die Diskussion über meinen Vater tut hier nichts zur Sache, geht auch keinen was an.

Und ja, ich war bis 1970 Italiener (ab da wurde mein Vater Deutscher und ich automatisch gleich mit), d.h. mit 8 Jahren wurde ich Deutscher und trotzdem wurde ich diskriminiert!

Achja, meinen Dienst habe ich auch ganz brav bei der Bundeswehr gemacht, also kann keiner meckern und kurioserweise gab es da nicht einen einzigen Fall von Diskriminierung!

Campeon, ich komm nicht ganz mit. Es ist für Dich als Kind und Jugendlicher also schwierig gewesen. Ausserdem gibt es Missstände in der Gesellschaft allgemein und Kindstötungen durch leibliche Eltern.

Wo genau ist da jetzt der Bezug zum verweigerten Recht für alle Lebenspartnerschaften zur Adoption?

Campeon 02.01.2013 11:27

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 852037)
Wo genau ist da jetzt der Bezug zum verweigerten Recht für alle Lebenspartnerschaften zur Adoption?

Ganz einfach, Kinder von homosexuellen Paaren können sehr leicht Opfer von Diskriminierung werden!
Genau wie....., siehe meine Geschichte!
Da ist der Zusammenhang!

Duafüxin 02.01.2013 11:34

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852049)
Ganz einfach, Kinder von homosexuellen Paaren können sehr leicht Opfer von Diskriminierung werden!
Genau wie....., siehe meine Geschichte!
Da ist der Zusammenhang!

Kinder können wegen allen möglichem diskrimiert werden: falsche Schuhe, falsches Springermesser, Eltern nicht genug Kohle, Stottern, zu klein, zu groß, die Liste läßt sich unendlich fortsetzen ....

TheRunningNerd 02.01.2013 11:37

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852049)
Ganz einfach, Kinder von homosexuellen Paaren können sehr leicht Opfer von Diskriminierung werden!
Genau wie....., siehe meine Geschichte!
Da ist der Zusammenhang!

Und woher haben die Kinder die Idee, das Homosexuelle irgendwie was "blödes" sind? Von Eltern, die ihnen das erzählen - sprich: Dir, um's direkt zu sagen. Naja, nicht Dir persönlich, aber eben den Eltern die tönen "ich hab ja nix gegen Schwule, aber...". Merkst Du nicht das Du Ursache und Wirkung irgendwie durcheinander kriegst?

arist17 02.01.2013 12:54

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852049)
Ganz einfach, Kinder von homosexuellen Paaren können sehr leicht Opfer von Diskriminierung werden!
Genau wie....., siehe meine Geschichte!
Da ist der Zusammenhang!


Ja, deshalb wiederhole ich meine Frage:

Findest du das richtig, dass Kinder vom Staat diskriminiert werden, nur weil irgendwelche Arschlöcher diese Kinder auch diskriminieren?


(Hätte der Staat "damals" "ganz einfach" binationale Ehen verbieten sollen?)

bellamartha 02.01.2013 13:26

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 851834)
Wie sieht's denn mit zwei homosexuellen Männern aus, die lieber als Frau rumlaufen (oder umgekehrt)? Soll da auch adoptiert werden dürfen? Falls nicht - wo will man da eigentlich die Grenze ziehen, bei dem, was man den Kindern noch zumuten kann oder will und was nicht?

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 851842)
Ich bin mir sicher, mit ein wenig Nachdenken wirst Du sofort Beispiele finden, bei denen Du "Nein" sagen würdest.

Stellt sich dann die Frage: warum. Welche Gesinnung/Lebenseinstellung lässt es noch zu und welche nicht?

Wer legt das fest?

Hi Drullse,

ich lese hier nur flüchtig mit, aber deine beiden Beiträge haben mich an einen Artikel erinnert, den ich letztens las, in dem es um Kinder von aktiven Neonazis ging. Ich bin ja auch immer recht schnell dabei mit solchen Aussagen, dass niemandem das Recht auf dies oder jenes genommen werden darf und dass ja alle gleich sind und deshalb auch gleiche Rechte haben sollten. Als ich dann den Artikel las, wurde ich sehr nachdenklich, denn da ging es genau um diese Fragen, die hier in einem anderen Zusammenhang diskutiert werden: Wann ist das Kindswohl durch Einstellungen oder Lebensweisen von Eltern gefährdet und wer legt fest, wo die Gefahr für das Kind anfängt und wo noch nicht.

Wenn ich hier zwischendurch mitlese, kriege ich immer das Kotzen bei vielen Posts, weil es für mich eben selbstverständlich ist, dass Homosexuelle Paare das Recht haben sollten, Kinder zu adoptieren. Aber wie würden ich und die anderen, die hier für Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben (oder noch anderer Lebensweisen) eintreten reagieren, wenn es um die Frage ginge, ob z.B. irgendwelche ätzenden Faschisten Kinder adoptieren dürfen. Ich stoße da an Grenzen und stelle fest, dass Toleranz mir oft eben nur da gelingt, wo ich zumindest ähnliche Werte/Anschauungen habe. Und da ist die Frage, ob es sich dann noch um Toleranz handelt, denn die ist nach Wikipedia ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.

Die Frage nach den Grenzen ist meiner Meinung nach sehr berechtigt, denn du hast Recht, es gibt vermutlich viele Menschen, denen man (zumindest unter Umständen, zeitweise oder aber auch generell) manche Rechte abspricht, die man sonst für selbstverständlich hält: Ich denke an psychisch Kranke (würde man z.B. ein schizophren erkrankten Paar ein Kind zusprechen?), Straftäter, um nur zwei Gruppen zu nennen.

Nachdenkliche Grüße: J.

flaix 02.01.2013 13:35

Zitat:

Zitat von bellamartha (Beitrag 852089)
Hi Drullse,

ich lese hier nur flüchtig mit, aber deine beiden Beiträge haben mich an einen Artikel erinnert, den ich letztens las, in dem es um Kinder von aktiven Neonazis ging. Ich bin ja auch immer recht schnell dabei mit solchen Aussagen, dass niemandem das Recht auf dies oder jenes genommen werden darf und dass ja alle gleich sind und deshalb auch gleiche Rechte haben sollten. Als ich dann den Artikel las, wurde ich sehr nachdenklich, denn da ging es genau um diese Fragen, die hier in einem anderen Zusammenhang diskutiert werden: Wann ist das Kindswohl durch Einstellungen oder Lebensweisen von Eltern gefährdet und wer legt fest, wo die Gefahr für das Kind anfängt und wo noch nicht.

Wenn ich hier zwischendurch mitlese, kriege ich immer das Kotzen bei vielen Posts, weil es für mich eben selbstverständlich ist, dass Homosexuelle Paare das Recht haben sollten, Kinder zu adoptieren. Aber wie würden ich und die anderen, die hier für Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben (oder noch anderer Lebensweisen) eintreten reagieren, wenn es um die Frage ginge, ob z.B. irgendwelche ätzenden Faschisten Kinder adoptieren dürfen. Ich stoße da an Grenzen und stelle fest, dass Toleranz mir oft eben nur da gelingt, wo ich zumindest ähnliche Werte/Anschauungen habe. Und da ist die Frage, ob es sich dann noch um Toleranz handelt, denn die ist nach Wikipedia ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.

Die Frage nach den Grenzen ist meiner Meinung nach sehr berechtigt, denn du hast Recht, es gibt vermutlich viele Menschen, denen man (zumindest unter Umständen, zeitweise oder aber auch generell) manche Rechte abspricht, die man sonst für selbstverständlich hält: Ich denke an psychisch Kranke (würde man z.B. ein schizophren erkrankten Paar ein Kind zusprechen?), Straftäter, um nur zwei Gruppen zu nennen.

Nachdenkliche Grüße: J.

das ist doch in Realität ganz einfach. Wenn Du verfassungsfeindliche Überzeugungen hegst, hast Du keine Chance. Wenn Du einen Lebenswandel hast, der einer kindlichen Entwicklung schadet, hast Du auch keine Chance. Deswegen ist der Adoptionsprozess ja so aufwändig. Man geht ja nicht eben mal so ein Kind holen wie ne Katze aus dem Tierheim. Das sind alles Nischen- und Extrembeispiele, die dem Kern der Frage nicht gerecht werden.

drullse 02.01.2013 13:48

Zitat:

Zitat von bellamartha (Beitrag 852089)
Hi Drullse,

... wer legt fest, wo die Gefahr für das Kind anfängt und wo noch nicht.

Hallo Bella,

zunächst mal: ein frohes Neues! Ich hoffe, wir sehen uns dieses Jahr wieder... :Blumen:

Die oben zitierte Frage ist für mich immer der Knackpunkt. Aus dem eigenen Standpunkt heraus erscheint immer klar "wie es richtig ist". Ich neige ja durchaus auch hin und wieder zu vorschnellen und pauschalen Äußerungen und die meisten Beiträge hier im Thread zeigen ja auch, dass die Leute sich mit dem Thema beschäftigt haben. Ich finde grade deswegen aber die Aussage "Ja" oder "Nein" zur Eingangsfrage kaum machbar.

Irgendwer wird grundsätzlich mit der gängigen Lösung nicht einverstanden sein oder benachteiligt sein. Die Frage ist eben auch hier wieder: wieviel Benachteiligte und Benachteiligungen will oder kann man akzeptieren (die Antwort "keine" funktioniert nicht).

qbz 02.01.2013 14:12

Passend zum Thread ein aktueller Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel über gleichgeschlechtliche Pflegeeltern in Berlin. Demnach sollen in Friedrichshain-Kreuzberg ca. 10 % der Pflegekinder bei gleichgeschlechtlichen Pflegeeltern leben.
Diese relativ hohe Zahl liegt auch im Wirken und der Einstellung der dortigen Jugend-Stadträtin in diesem Bezirk begründet und der Kollegenschaft.

In Berlin lebten 2011 insgesamt 2681 Kinder in Pflegefamilien.

Pflegefamilie unterm Regenbogen

-qbz

TriBlade 02.01.2013 14:42

Zitat:

Zitat von arist17 (Beitrag 852072)
Ja, deshalb wiederhole ich meine Frage:

Findest du das richtig, dass Kinder vom Staat diskriminiert werden, nur weil irgendwelche Arschlöcher diese Kinder auch diskriminieren?


(Hätte der Staat "damals" "ganz einfach" binationale Ehen verbieten sollen?)


Könnte man die Frage auch umdrehen? Ist es richtig, dass der Staat Kinder in Pflegefamilien gibt in dem Wissen, dass die Kinder auf Grund dieser Pflegefamilien von anderen Arschlöchern diskriminiert werden?

Meiner Ansicht nach ist das eben das Problem. Wir sind uns glaube ich hier ganz überwiegend alle einig, dass Menschen nicht wegen ihrer sexuellen Überzeugung diskriminiert werden dürfen. Wir sind uns auch alle einig, dass das Kindeswohl nicht wegen der sexuellen Überzeugung (Lebensweise) der Adoptiveltern gefährdet ist. Einige jedoch befürchten, dass es durch andere (nennen wir sie ruhig mal wie oben Arschlöcher) zu diskriminierungen der Kinder kommen kann, mit denen dann die Kinder Probleme haben. Soll der Staat (also die Jugendämter) sich da bewußt drüber hinwegsetzen? Was für ein Aufschrei würde es geben, wenn ein Kind in der Schule, bei Facebook oder wer weiß was wo, gemobbt wird mit dem sexuellen Hintergrund seiner Pflegeeltern und dieses Kind begeht Selbstmord?

Alles so Fragen, die glaube ich nicht so einfach mit ja und nein zu beantworten sind. Ein Problem ist halt, dass schlechte Dinge passieren, wir finden das nicht gut, es ist auch nicht richtig, aber wir alle wissen das sie passieren. Und davor möchten wir Kinder die es schon an sich schwer genug haben, gern beschützen.

ironing 02.01.2013 14:52

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852049)
Ganz einfach, Kinder von homosexuellen Paaren können sehr leicht Opfer von Diskriminierung werden!
Genau wie....., siehe meine Geschichte!
Da ist der Zusammenhang!

Du hast ja völlig recht, dass es Kinder einem in der Schule nicht leicht machen, wenn man irgendwie heraussticht, ob dick oder dünn, groß, klein, anders aussehend oder was auch immer. Kinder schwuler Paare hätten es da definitiv nicht leicht. Das ist aber immer auch Erziehungssache bzw eine Frage der öffentlichen Wahrnehmung/Bewusstseinsbildung! In den USA wäre dein italienischer Vater wohl kaum ein Thema gewesen. Und auch unsere Gesellschaften stecken diesbezüglich in einem großen Wandel. In der Adenauerzeit wäre ein bekennend schwuler Aussenminister oder eine (bereits einmal geschiedene) Frau Bundeskanzlerin nicht vorstellbar gewesen. Es entschärft sich einiges, wenn vorgelebt wird, dass Menschen nun einmal unterschiedlich sein können und dass Äusserlichkeiten und rein persönliche Vorlieben bei der Beurteilung eines Charakters nicht unbedingt die entscheidenden Merkmale sind.

Dazu muss man aber auch offensiv agieren. Man darf sich nicht nach den Intoleranten, Feindseligen richten! Das ist - um bei der Schule zu bleiben - auch eine Hauptverantwortlichkeit der Lehrer und der anderen Eltern.

arist17 02.01.2013 15:25

Zitat:

Zitat von TriBlade (Beitrag 852132)
Und davor möchten wir Kinder die es schon an sich schwer genug haben, gern beschützen.

Du kannst jemanden NICHT schützen, INDEM du ihn diskriminierst.

:cool:

Campeon 02.01.2013 15:35

Zitat:

Zitat von Duafüxin (Beitrag 852054)
Kinder können wegen allen möglichem diskrimiert werden: falsche Schuhe, falsches Springermesser, Eltern nicht genug Kohle, Stottern, zu klein, zu groß, die Liste läßt sich unendlich fortsetzen ....

Stimmt, leider!
Nur ich denke, das man da evtl, u. U. per Gesetz noch einen zusätzlichen Diskriminierungsgrund erzeugt und das braucht es wirklich nicht!

Zitat:

Zitat von TheRunningNerd (Beitrag 852055)
Und woher haben die Kinder die Idee, das Homosexuelle irgendwie was "blödes" sind? Von Eltern, die ihnen das erzählen - sprich: Dir, um's direkt zu sagen. Naja, nicht Dir persönlich, aber eben den Eltern die tönen "ich hab ja nix gegen Schwule, aber...". Merkst Du nicht das Du Ursache und Wirkung irgendwie durcheinander kriegst?

Ja, ist mir auch klar.
Ein Schulkind kommt nach Hause, erzählt da ist einer/eine in der Klasse, der/die hat 2 mal Papa/ 2 mal Mama, ja dann gehts los.
Natürlich wettern dann die Eltern und vielleicht fallen dann böse Worte, wer saugts auf? Das Kind und das haut es dann bei der nächsten Gelegenheit raus!
Bei meiner Haltung gegen dieses Gesetz, geht es mir in aller erster Linie um die Kinder.
Ist das so ein Problem?

Und die Ursache und die Wirkung ist doch ganz klar, keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der Erlaubnis Kinder zu adoptieren, keine Diskriminierung bezüglich der etwas anderen Lebensweise der Adoptiveltern!
Wo ist da was nicht zu verstehen?

Ist das unehrenhaft wenn ich sage:
Kinder müssen geschützt werden?
Wohl kaum!

Ich habe auch eine sehr radikale Meinung zu Pädophilen, aber das lasse ich später noch raus!

Zitat:

Zitat von arist17 (Beitrag 852072)
Ja, deshalb wiederhole ich meine Frage:

Findest du das richtig, dass Kinder vom Staat diskriminiert werden, nur weil irgendwelche Arschlöcher diese Kinder auch diskriminieren?


(Hätte der Staat "damals" "ganz einfach" binationale Ehen verbieten sollen?)

Nein, natürlich nicht!
Diskriminierung ist generell Scheiße, braucht kein Mensch.
Ich nicht, du nicht, keiner hier und keiner auf der ganzen Welt!

Sagt mal, wollt ihr mich nicht verstehen, oder gehts darum das ich ein konservatives Arschloch bin!
Ich steh dazu!
:Huhu:

bellamartha 02.01.2013 15:42

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852152)
Ich habe auch eine sehr radikale Meinung zu Pädophilen, aber das lasse ich später noch raus!

Bitte nicht!

MattF 02.01.2013 15:42

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852022)
Na bitte, das zeigt doch die soziale Kälte, noch viel schlimmer als ich es annahm!

Und was soll sich dann verbessert haben?


Schau dir die Statistiken an, die Zahl der Kindstötungen sinkt, zumindest seit 2000, also sinkt nach deiner Logik auch die soziale Kälte, du hast das Gegenteil behauptet.

Die Zahl der Kindstötungen war im übrigen im 19. Jahrhundert, in der guten alten kuscheligen Zeit bei weitem höher, steht auch in dem eine Link drin.

Das Problem ist, wenn man von falschen Tatsachen ausgeht wie du offensichtlich und sich auch nur auf eigene Erfahrungen verlässt, die dazu 40 Jahre alte sind, kann man nicht zu vernünftigen Ergebnissen für Heute kommen.


Der Beitrag in der ZEIT mag teilweise von den alten Griechen handeln, er zeigt aber dass über die Zeiten und die Kulturen, die Vater / Mutter / Kind Situation sehr selten die vorherrschende war. Auch das gehört wieder zu der Frage bin ich bereit über meinen Tellerrand rauszuschauen.

MfG
Matthias

arist17 02.01.2013 16:00

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852152)
oder gehts darum das ich ein konservatives Arschloch bin!

weder noch:Lachen2:

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852152)

Sagt mal, wollt ihr mich nicht verstehen

Du beantwortest eine ganz einfache Frage nicht :)




Es geht nicht darum, ob Kinder in Regenbogenfamilien leben sollen oder nicht.

Sondern es geht darum, ob Kinder, die jetzt schon in Regenbogenfamilien leben, vom Staat diskriminiert werden sollen oder nicht.



Zitat:

Zitat von arist17 (Beitrag 850766)
Ihr habt alle den von Wurzi verlinkten Text NICHT gelesen :Nee:

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 850629)

Zitat:

Über das sogenannte kleine Sorgerecht für „Regenbogenfamilien“ können Judith und Vera zwar gleichberechtigt über Alltagsdinge beider Kinder entscheiden: Entschuldigungszettel für die Schule und die Kita, Taschengeld, Fernsehen, Essen. Den Katastrophenfall sichert das Gesetz allerdings nicht ab. Das hat Folgen: Stößt einer Mutter etwas zu, kann die andere das Kind nicht in jedem Fall „behalten“, es könnte in ein Heim oder zu einer fremden Pflegefamilie kommen. Die Geschwister würden getrennt, die Herkunftsfamilie würde zerstört.


Campeon 02.01.2013 17:09

Zitat:

Zitat von arist17 (Beitrag 852162)
Sondern es geht darum, ob Kinder, die jetzt schon in Regenbogenfamilien leben, vom Staat diskriminiert werden sollen oder nicht.

Ist das Diskriminierung an Kindern, die schon in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben?

Wolfgang L. 02.01.2013 17:10

Zitat:

Zitat von bellamartha (Beitrag 852089)
...
Die Frage nach den Grenzen ist meiner Meinung nach sehr berechtigt, denn du hast Recht, es gibt vermutlich viele Menschen, denen man (zumindest unter Umständen, zeitweise oder aber auch generell) manche Rechte abspricht, die man sonst für selbstverständlich hält: Ich denke an psychisch Kranke (würde man z.B. ein schizophren erkrankten Paar ein Kind zusprechen?), Straftäter, um nur zwei Gruppen zu nennen.

Nachdenkliche Grüße: J.

und wie schnell es gehen kann, dass man auf einmal zu einer Randgruppe gehört. Deswegen muss ich ja nicht alles tolerieren, aber es ist gut den eigenen Standpunkt ab und an auch mal zu hinterfragen.

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 852109)
....

Irgendwer wird grundsätzlich mit der gängigen Lösung nicht einverstanden sein oder benachteiligt sein. Die Frage ist eben auch hier wieder: wieviel Benachteiligte und Benachteiligungen will oder kann man akzeptieren (die Antwort "keine" funktioniert nicht).

das sehe ich auch so. Leider gibt es aber auch oft kein richtiges "Richtig" und kein total falsches "Falsch"

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852152)
...
Nein, natürlich nicht!
Diskriminierung ist generell Scheiße, braucht kein Mensch.
Ich nicht, du nicht, keiner hier und keiner auf der ganzen Welt!

Sagt mal, wollt ihr mich nicht verstehen, oder gehts darum das ich ein konservatives Arschloch bin!
Ich steh dazu!
:Huhu:

verstehen kann ich dich schon, nur nicht die Schlüsse die du aus deinem Erlebten ziehst.

Aber es tut mir leid das du in der Schule so geärgert worden bist. Wir hatten in der Klasse auch einen Mitschüler der immer gehänselt wurde. Er war ein etwas ungeschickter Typ und hat es ziemlich abbekommen von uns. Im Nachhinein ist das gar nicht mehr lustig.

Viele Grüße
Wolfgang

Campeon 02.01.2013 17:10

Zitat:

Zitat von bellamartha (Beitrag 852156)
Bitte nicht!

Ooooch, du Spielverderberin!;)

Campeon 02.01.2013 17:15

Zitat:

Zitat von Wolfgang L. (Beitrag 852181)
.....verstehen kann ich dich schon, nur nicht die Schlüsse die du aus deinem Erlebten ziehst.

Ist doch ganz einfach:

Bist ein Gastarbeiterkind wirst du diskriminiert!
Blöd, ist aber passiert!

Bist du ein "Homoehenkind" wirst du diskriminiert!
Ist auch blöd und wird passieren wenn es soweit kommt!

Das ein Gastarbeiterkind auf die Welt kommt, ist eher unvermeidbar!

Ein "Homoehenkind" ist im Moment noch Zukunftsmusik, könnte aber verhindert werden!

Mein Gott was ne Haarspalterei!

arist17 02.01.2013 17:20

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852180)
Ist das Diskriminierung an Kindern, die schon in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben?

Ja. Diese Kinder haben rechtlich nur einen Elternteil, statt zwei.

Wolfgang L. 02.01.2013 17:22

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852184)
Ist doch ganz einfach:

Bist ein Gastarbeiterkind wirst du diskriminiert!
Blöd, ist aber passiert!

Bist du ein "Homoehenkind" wirst du diskriminiert!
Ist auch blöd und wird passieren wenn es soweit kommt!

Das ein Gastarbeiterkind auf die Welt kommt, ist eher unvermeidbar!

Ein "Homoehenkind" ist im Moment noch Zukunftsmusik, könnte aber verhindert werden!

Mein Gott was ne Haarspalterei!

Nach deiner Logik hätte man damals die Gastarbeiter verbieten sollen, nach meiner Logik besser integrieren.

Das meine ich mit Schlüssen. :)

arist17 02.01.2013 17:23

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852184)

Ein "Homoehenkind" ist im Moment noch Zukunftsmusik, könnte aber verhindert werden!

Nein. Das ist die Realität. Heute.

Niemand kann das verhindern.


Dass du das nicht gut findest, ist deine Meinung. Deine Meinung lass ich dir auch (großzügig, wie ich bin :Lachen2: )

arist17 02.01.2013 17:25

Zitat:

Zitat von Wolfgang L. (Beitrag 852188)
Nach deiner Logik hätte man damals die Gastarbeiter verbieten sollen

Nein; verboten nach dieser Logik wären die Kinder aus solchen Beziehungen.

Campeon 02.01.2013 17:26

Zitat:

Zitat von arist17 (Beitrag 852186)
Ja. Diese Kinder haben rechtlich nur einen Elternteil, statt zwei.

Ja, aber zum Kinder zeugen gehören doch immer 2, oder gibts den Storch doch noch am Ende!:Cheese:

Is scho klar, ist halt ein Extrembeispiel, ich mein den Artikel, aber jetzt noch ne Sonderregel für solche Fälle, na wenns die braucht!
In 3 Teufels Namen, ja!!!

Aber ich bleib dabei, kinderlose, gleichgeschlechtliche Beziehungen/Partnerschaften/Ehen sollten keine Kinder adoptieren dürfen!
Die Gründe habe ich ausreichend dargelegt!

Und da es mir jetzt zu mühselig wird, war das mein Schlusswort!

:Huhu: adios

arist17 02.01.2013 17:32

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 852191)

Is scho klar, ist halt ein Extrembeispiel, ich mein den Artikel, aber jetzt noch ne Sonderregel für solche Fälle, na wenns die braucht!
In 3 Teufels Namen, ja!!!

Sonderregel = Adoptionsrecht

da simmer uns also einig :Blumen: (für die Fälle, die du als "Extrem" bezeichnest.)


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