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twsued 23.02.2022 17:14

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1647547)
Es stehen Investoren Schlange, da es bei den derzeitigen Strompreisen (und erst recht bei den Öl- und Gaspreisen für fossil betriebene Kraftwerke und der sonstigen Verzinsung für Kapital) fast eine Lizenz zum Gelddrucken ist.

Allerdings dauert die Genehmigung eine Windparks, von dem Augenblick an da alle erforderlichen Unterlagen einreichungsfähig sind, derzeit im Schnitt 6 Jahre (insgesamt inklusive Projektierung und Gutachtenbauftragung und -Erstellung sogar i.d.R 10 Jahre) und oft drohen dann noch Verzögerungen durch Klagen von einigen wenigen Verbänden (insbesondere von NABU, der fast nichts anderes macht, als systematisch Windkraftprojekte zu beklagen). Solche Klagen verursachen dann weitere, oft jahrelange Verzögerungen und führen dazu, dass z.B. neue Vogelschutzgutachten erstellt werden müssen.

Und wenn nur ein einziger schützenswerter Raubvogel im Umkreis von einigen hundert Meter um ein geplantes Windrad ein einziges malgesichtet wurde, kann dies das Aus für diesen Standort bedeuten, da bei derzeitiger Rechtslage individueller Vogelschutz gleichberechtigt dem Interesse eines Investors ist, ein Windrad an einem genehmigungsfähigen Standort zu errichten.

Für den Ausbau der Windkraft gibt es aktuell kein sog. "öffentliches Interesse" wie z.B. für den Braunkohletagebau oder den Bau von Autobahnen, für den juristisch ohne Probleme Enteignungen möglich sind und bei denen Naturschutz in juristischen Stretfällen nur nachrangig sind. Habeck will das demnächst ändern, aber dafür müssen komplett Berwaltungsabläufe neu definiert werden und außerdem die Genehmigungsbehörden massiv aufgestockt werden, genauso wie die Verwaltungsgerichte, die jetzt schon von Klagen personell überfordert sind, so dass jedes Verfahren Jahre dauert.

Da muss ja nur das öffentliche Interesse geweckt werden, das mit Windrädern Strom für Lau gibt.

Kann ich nicht verstehen. Oder hat unsere Regierung da gar kein Interesse dran, in Deutschland eine bezahlbare Energiepolitik zu betreiben.

Siebenschwein 23.02.2022 17:57

Zitat:

Zitat von twsued (Beitrag 1647551)
Da muss ja nur das öffentliche Interesse geweckt werden, das mit Windrädern Strom für Lau gibt.

Kann ich nicht verstehen. Oder hat unsere Regierung da gar kein Interesse dran, in Deutschland eine bezahlbare Energiepolitik zu betreiben.

Naja, bisher war Herr Altmeier zuständig. Und der wäre erst aufgewacht, wenn plötzlich beim Mitternachtssnack das Licht im Kühlschrank ausgefallen wäre.

Die neue Regierung ist sich dessen schon bewusst und wird hoffentlich schnell ein paar Lösungen finden, vor allem beim Vogelschutz gibt es wohl Bestrebungen, nicht mehr Einzeltiere, sondern ganze Populationen zu betracahten. Nur wenn diese gefährdet wären, wäre es dann ein Hinderungsgrund. Derzeit gibt es ja sogar Probleme, wenn ein bestehender Windpark durch Repowering neue Turbinen bekommen soll und in den vorangegangenen Jahren sich der Rotmilan angesiedelt hat. Dieser hatte offensichtlich kein Problem mit den alten Anlagen - ist aber nun ein Hindernis für die Errichtung neuer Anlagen. Da fasst man sich wirklich an die Rübe.

MattF 24.02.2022 10:14

Zitat:

Zitat von twsued (Beitrag 1647551)
Da muss ja nur das öffentliche Interesse geweckt werden, das mit Windrädern Strom für Lau gibt.

Kann ich nicht verstehen. Oder hat unsere Regierung da gar kein Interesse dran, in Deutschland eine bezahlbare Energiepolitik zu betreiben.

Öffentliches Interesse ist ein juristischer Begriff, das kann nicht geweckt werden.

Für die Rechtslage ist die Bundesregierung aktuell nicht verantwortlich.
Sicher ist man da dran.

Allerdings haben wir alle gelernt, dass auch die Länder da mitreden, Bayern z.b. seine eigene Sosse bei Abständen von Windkraftanlagen fährt, Gesetze evtl. durch den Bundesrat müssen usw. usw..

MattF 24.02.2022 10:20

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1647652)
Derzeit gibt es ja sogar Probleme, wenn ein bestehender Windpark durch Repowering neue Turbinen bekommen soll und in den vorangegangenen Jahren sich der Rotmilan angesiedelt hat. Dieser hatte offensichtlich kein Problem mit den alten Anlagen - ist aber nun ein Hindernis für die Errichtung neuer Anlagen. Da fasst man sich wirklich an die Rübe.

Vielleicht hilft das:

https://www.tagesschau.de/inland/stu...lagen-101.html

"Die häufig als Grund für Klagen gegen den Bau von Windkraftanlagen vorgebrachte vermeintliche Gefährdung des Rotmilan besteht nach dem Zwischenergebnis eines EU-Forschungsprojekts nicht. An einem Windrad zu sterben, sei für den Greifvogel "ein äußerst seltenes Ereignis, wirklich extrem selten", sagte der für die Studie verantwortliche Forscher Rainer Raab dem ZDF-Magazin "Frontal"."


Wie immer ist ein Hauptverursacher des Volgesterbens wie bei jeder Umweltverschmutzung der Autoverkehr aber der ist natürlich sakrosant.
Niemand der Windkraftgegner (und wahrscheinlich Dieselfahrer) käme z.b. auf die Idee 80 auf Landstraßen zu fordern um X-fach mehr Milane zu retten als wenn man auf Windkraftausbau verzichtet.

noam 24.02.2022 11:16

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1647659)
Vielleicht hilft das:

https://www.tagesschau.de/inland/stu...lagen-101.html

"Die häufig als Grund für Klagen gegen den Bau von Windkraftanlagen vorgebrachte vermeintliche Gefährdung des Rotmilan besteht nach dem Zwischenergebnis eines EU-Forschungsprojekts nicht. An einem Windrad zu sterben, sei für den Greifvogel "ein äußerst seltenes Ereignis, wirklich extrem selten", sagte der für die Studie verantwortliche Forscher Rainer Raab dem ZDF-Magazin "Frontal"."


Wie immer ist ein Hauptverursacher des Volgesterbens wie bei jeder Umweltverschmutzung der Autoverkehr aber der ist natürlich sakrosant.
Niemand der Windkraftgegner (und wahrscheinlich Dieselfahrer) käme z.b. auf die Idee 80 auf Landstraßen zu fordern um X-fach mehr Milane zu retten als wenn man auf Windkraftausbau verzichtet.

Du vergisst zu erwähnen, dass der größte Teil der Rotmilanpopulation an einer direkten oder indirekten Vergiftung durch menschenausgebrachtes Gift stirbt. Und ob eine Geschwindigkeitsreduktion auf 80km/h positive Auswirkungen hat, ist denke ich fragwürdig. Meiner dienstlichen Erfahrung nach gibt es kaum Unfälle mit Greifvögeln mit PKW. Die überwiegende Zahl dieser Unfälle geschehen mit Transportern oder LKW.

Schwarzfahrer 24.02.2022 11:32

Zitat:

Zitat von Siebenschwein (Beitrag 1647560)
Derzeit gibt es ja sogar Probleme, wenn ein bestehender Windpark durch Repowering neue Turbinen bekommen soll und in den vorangegangenen Jahren sich der Rotmilan angesiedelt hat.

Die Methode wurde ja ursprünglich gerade von den Grünen entwickelt, wenn auch ursprünglich zur Verhinderung von andersartigen Projekten. Pech, aber nicht überraschend, daß jetzt andere die Methode auch übernehmen.

merz 24.02.2022 11:40

wenn diese Daten auch nur ungefähr stimmen, dann ist dieses Vogelsterbenthema in der Windkraft eine 1a deflection




Quelle für mich: https://www.dw.com/de/protest-kritik...fit/a-60032565

m.

sybenwurz 24.02.2022 13:26

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1647659)
An einem Windrad zu sterben, sei für den Greifvogel "ein äußerst seltenes Ereignis, wirklich extrem selten"

Naja, ein Mal zu sterben dürfte auch für nen Greifvogel ausreichend sein.

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1647699)
wenn diese Daten auch nur ungefähr stimmen, dann ist dieses Vogelsterbenthema in der Windkraft eine 1a deflection




Quelle für mich: https://www.dw.com/de/protest-kritik...fit/a-60032565

m.

Das Thema hatten wir schon in irgendnem anderen Fred. Da hatte ich mich gefragt, wie solche Zahlen erfasst werden.


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