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qbz 26.08.2022 12:24

Ausländische Direktinvestitionen in China steigen im laufenden Jahr um 37,9 Prozent

Zitat:

Ausländische Direktinvestitionen (FDI) in das chinesische Festland stiegen im Zeitraum Januar bis Februar im Vergleich zum Vorjahr um 37,9 Prozent auf 243,7 Milliarden Yuan, teilte das chinesische Handelsministerium am Montag mit.

Auf US-Dollar-Basis stieg der Zufluss im Jahresvergleich um 45,2 Prozent auf 37,86 Milliarden Dollar.

Im Dienstleistungssektor stiegen die FDI-Zuflüsse im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 175,7 Milliarden Yuan, während sie in der Hightech-Industrie um 73,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunahmen, wie aus den Daten des Ministeriums hervorgeht.

In diesem Zeitraum stiegen die Investitionen aus den Ländern entlang der "Gürtel und Straße"-Initiative und dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) um 27,8 Prozent bzw. 25,5 Prozent.

China ist nach wie vor eines der Top-Investitionsziele für ausländische Unternehmen. Fast 60 Prozent der deutschen Unternehmen in China berichteten von einer verbesserten Geschäftstätigkeit im vergangenen Jahr und 71 Prozent planen weitere Investitionen in dem Land, so ein Bericht der Deutschen Handelskammer in China und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.
Interessant ist, sich die Zahlen(Direktinvestitionen) der nachfolgenden Monate rauszusuchen, um zu sehen, inwiefern die Russlandsanktionen und der Ukrainekrieg merkbaren Einfluss haben.

qbz 26.08.2022 12:34

Der Kapitalfluss von China ins Ausland hat sich 2019,20,21 im Vergleich zu 2018 fast halbiert, was auch alle Berichte erwähnen.
kapitalfluss-und-kapitalbestand-von-chinesischen-direktinvestitionen-im-ausland/

China hat in Reaktion auf die amerikanische Handelspolitik und dann Corona ihre Direktinvestitionen im Ausland um die Hälfte reduziert und führte ausserdem das wirtschaftliche Prinzip der "Dual_Circulation" ein, das dem Binnenmarkt und der Inlandsnachfrage die oberste Priorität einräumt.

qbz 26.08.2022 12:47

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1677884)
Dazu kann ich nichts sagen. Falls du mit anderen Großmächten die USA meinst, dann sind mir die lieber, weil ich sie besser einschätzen kann.

ich kaufe halt lieber gleich ein preis-leistungs-günstiges Huawei oder Xaomi statt ein in China produziertes Iphone ;-) und ärgere mich, wenn Google Appstore mit Huawei nicht mehr zusammenarbeiten darf.

dr_big 26.08.2022 14:34

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1677896)
ich kaufe halt lieber gleich ein preis-leistungs-günstiges Huawei oder Xaomi statt ein in China produziertes Iphone ;-) und ärgere mich, wenn Google Appstore mit Huawei nicht mehr zusammenarbeiten darf.

Warum kein Fairphone?

qbz 26.08.2022 15:17

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1677905)
Warum kein Fairphone?

Höre ich jetzt das 1. Mal davon. (Fairtrade ist mir schon ein Begriff, aber nicht Fairphone).

Das Fairphone wird auch in China zusammengebaut, habe ich gerade gesehen.

qbz 01.09.2022 15:54

"Klumpenrisiko" China: Gewagtes Spiel mit dem Drachen. Signale aus der Regierung zu einem Kurswechsel in der China-Politik: Handels- und Investitionsbeziehungen sollen eingeschränkt werden.

HerrMan 01.09.2022 16:03

Sehr gut - aber das schreib ich hier ja schon seit Monaten.....

Das Handelsblatt zitierte jüngst einen hochrangigen Vertreter des Wirtschaftsministeriums mit den Worten "Wir müssen etwas dagegen tun, dass sich das Klumpenrisiko China weiter aufbaut". Laut Aussagen "von mehr als einem halben Dutzend hochrangiger Regierungsmitglieder" wolle man im Ministerium Habecks "die Regeln für staatliche Garantien bei Investitionen deutscher Unternehmen im Ausland deutlich verschärfen".

:Blumen:

qbz 01.09.2022 16:15

USA stoppen Export AMDs und Nvidias professioneller GPUs nach China und Russland. Neue Exportregeln beschränken die Ausfuhr hochentwickelter Chips für KI-Berechnungen, Bild- und Sprachverarbeitung. Das trifft Nvidias Umsatz hart, AMD weniger. pro Quartal ca. 400 Millionen USD minus für NVIDIA

Zitat:

Die Börse reagierte mit Aktienverkäufen der GPU-Hersteller auf die neuen Exportregeln. AMDs Aktienkurs sank nachbörslich um 3,7 Prozent, Nvidias Papier gab nach Börsenschluss sogar um 6,6 Prozent nach.

qbz 01.09.2022 16:17

Zitat:

Zitat von HerrMan (Beitrag 1678929)
Sehr gut - aber das schreib ich hier ja schon seit Monaten.....

Das Handelsblatt zitierte jüngst einen hochrangigen Vertreter des Wirtschaftsministeriums mit den Worten "Wir müssen etwas dagegen tun, dass sich das Klumpenrisiko China weiter aufbaut". Laut Aussagen "von mehr als einem halben Dutzend hochrangiger Regierungsmitglieder" wolle man im Ministerium Habecks "die Regeln für staatliche Garantien bei Investitionen deutscher Unternehmen im Ausland deutlich verschärfen".

:Blumen:

Staatsinterventionismus im Gefolge der USA auf dem besten Weg zur Deindustrialisierung von DE. China wird das alles wenig jucken, Deutschland umso mehr.

Necon 01.09.2022 16:29

Was sollte Deutschland oder Europa deiner Meinung nach tun?
Die Einschränkung die man in China bekommt akzeptieren, weiterhin know-how abgeben und zusehen wie man überrollt wird?

Man sollte sich definitiv nicht von China abschotten aber man muss sich auch nicht unter allen Umständen anbiedern.
Ganz nebenbei gibt es auch noch andere Partner die in den nächsten Jahren wichtig werden (Indien, natürlich div. afrikanische Länder) da muss man nicht alles auf China setzen

qbz 01.09.2022 16:52

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1678935)
Was sollte Deutschland oder Europa deiner Meinung nach tun?
Die Einschränkung die man in China bekommt akzeptieren, weiterhin know-how abgeben und zusehen wie man überrollt wird?

Man sollte sich definitiv nicht von China abschotten aber man muss sich auch nicht unter allen Umständen anbiedern.
Ganz nebenbei gibt es auch noch andere Partner die in den nächsten Jahren wichtig werden (Indien, natürlich div. afrikanische Länder) da muss man nicht alles auf China setzen

Für die deutschen Firmen optimale Handelsvereinbarungen treffen bei gegenseitiger Aktzepanz der unterschiedlichen wirtschaftlichen Systeme.

Die geplante staatliche Überprüfung und staatliche Bewilligungspflicht deutscher Konzernentscheidungen für Untermehnenaktivitäten in China schadet der deutschen Wirtschaft und bedeutet unnütige Staatsbürokratie auf Kosten der Steuerzahler. Niemand aus der Wirtschaft würde einen solchen Unsinn befürworten. Schaut man sich die Fakten an, wird allein der deutschen Wirtschaft mit solchen Entscheidungen geschadet. Was juckt es die Eiche, .....

Ich habe solche Dinge wie eventuell deutsche Handelsrestriktionen oder Verbot bei der Hafenentscheidung etc. erwartet, als Baerbock bei ihrer Rede in den USA ankündigte, man werde alle Aktivitäten mit China in eine neu auszuarbeitende Strategie einordnen.

HerrMan 01.09.2022 17:05

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1678936)
.
..., als Baerbock bei ihrer Rede in den USA ankündigte, man werde alle Aktivitäten mit China in eine neu auszuarbeitende Strategie einordnen.

Fehlerlos bislang, unsere Frau Außenministerin. :liebe053:

sabine-g 01.09.2022 17:08

Zitat:

Zitat von HerrMan (Beitrag 1678937)
Fehlerlos bislang, unsere Frau Außenministerin. :liebe053:

definitiv !

Mo77 01.09.2022 18:13

Das zeigt leider oft erst die Zeit was falsch und richtig war....

Necon 01.09.2022 18:35

@qbz ich würde dir ja Recht geben, aber die Vergangenheit zeigt, dass China in der Hinsicht kein verlässlicher Partner ist, sondern die Regeln dann wenn es nötig ist so abändern, dass sie den größten Benefit davon haben, egal was mit dem "Partner" passiert. Und gerade jetzt wo die chinesische Wirtschaft nicht mehr diese Zugkraft hat und vor Problemen steht und damit die CCP unter Druck gerät wird sich das Vorgehen verstärken

TRIPI 01.09.2022 18:57

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1678945)
@qbz ich würde dir ja Recht geben, aber die Vergangenheit zeigt, dass China in der Hinsicht kein verlässlicher Partner ist, sondern die Regeln dann wenn es nötig ist so abändern, dass sie den größten Benefit davon haben, egal was mit dem "Partner" passiert. Und gerade jetzt wo die chinesische Wirtschaft nicht mehr diese Zugkraft hat und vor Problemen steht und damit die CCP unter Druck gerät wird sich das Vorgehen verstärken

Das ist natürlich richtig.

Und trotz der Gefahr hier gleich von den üblichen Verdächtigen als Chinafreund oder Querdenker beschimpft zu werden:

Ich wette meinen Hintern den vermutlich keiner will, dass die Deutschen Konzerne das genauso machen, das wird nur hier nicht berichtet.

Der beste Weg bleibt, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen, und das ist wie in anderen Fäden schon beschrieben: Sich nicht abhängen lassen in Sachen Energiewende. Früher oder später werden die fossilen Energieträger knapp, und wer denn technologisch vorne mit dabei ist in Sachen Erneuerbare, der hat wenig Sorgen.

keko# 02.09.2022 08:36

Zitat:

Zitat von HerrMan (Beitrag 1678937)
Fehlerlos bislang, unsere Frau Außenministerin. :liebe053:

Naja, weiß ich nicht...., aber ehrlich ist sie auf jeden Fall, unsere Frau Außenministerin, wie sie gerade wieder bewiesen hat ;-)

Necon 02.09.2022 08:57

Zitat:

Zitat von TRIPI (Beitrag 1678947)
Das ist natürlich richtig.

Und trotz der Gefahr hier gleich von den üblichen Verdächtigen als Chinafreund oder Querdenker beschimpft zu werden:

Ich wette meinen Hintern den vermutlich keiner will, dass die Deutschen Konzerne das genauso machen, das wird nur hier nicht berichtet.

Der beste Weg bleibt, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen, und das ist wie in anderen Fäden schon beschrieben: Sich nicht abhängen lassen in Sachen Energiewende. Früher oder später werden die fossilen Energieträger knapp, und wer denn technologisch vorne mit dabei ist in Sachen Erneuerbare, der hat wenig Sorgen.

Ich verstehe deinen Punkt nicht. Wo bist du Chinafreund oder Querdenker? Was machen deutsche Unternehmen genauso?

Offtopic: In diesem nationalen Denken, liegt aber meiner Meinung nach gerade unser Problem (also das der EU). Wir, die EU, sind auch ohne Großbritannien nach wie vor die zweit größte Volkswirtschaft der Welt, wenn wir als solche auftreten würden. Stattdessen verharren wir in unserem nationalen denken und lassen uns als Einzelstaaten herumschubsen. Durch die vorhandenen Populisten wird dieses Denken auch immer mehr gestärkt und verschlechtert die europäische Situation immer mehr, da jeder Gegenspieler darauf vertrauen kann, dass irgendein EU Land sich dagegen stellt, oder alles blockiert.
Wenn wir das nicht schleunigst lösen, wird uns nicht nur China überholen, sondern auch Indien (das bis dorthin das Bevölkerugsreichste Land der Welt sein wird mit der "besten" Alterspyramide), diverse afrikanische Staaten und keine Ahnung wer noch.

Es wäre wirklich an der Zeit ähnlich fokussiert wie China vorzugehen. Ich spreche dabei nicht vom politischen System sondern von der klaren wirtschaftlichen Ausrichtung. Wofür soll die EU stehen, welches Zukunftsfeld ist für uns noch offen? Den KI Sektor können wir denke ich vergessen, das holen wir nicht mehr auf. Erneuerbare Energien wäre möglich, dann aber mit radikal neuen Ansätzen. Quantencomputer, interessant aber vermutlich zu Nischig. Fusionsreaktoren mega spannend fehlt mir jeglicher Einblick und ich kenne nur den Dauerwitz "ist in 30 Jahren fertig" . Egal aber welche Thema es sein soll, sein wird man sollte anfangen das gezielt zu verfolgen und zu fördern und dieses Gießkannenvorgehen stoppen, dann kann man zwar alles ein bisschen, aber nichts richtig.

HerrMan 02.09.2022 09:02

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1678978)
Naja, weiß ich nicht...., aber ehrlich ist sie auf jeden Fall, unsere Frau Außenministerin, wie sie gerade wieder bewiesen hat ;-)


Da haben die Russen offensichtlich gut gearbeitet. AFD und PdL beißen natürlich als putinfreundliche Populisten sofort an. Wenn das so weiter geht ziehen die noch gemeinsam in den nächsten Wahlkampf:

Die AfD und die Linke warfen der Grünen-Politikerin deshalb eine Missachtung des Wählerwillens vor. Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel forderte einen Rücktritt: »Wer ausdrücklich auf die Interessen der Wähler in Deutschland pfeift, hat in einem Ministeramt nichts mehr verloren«, schrieb sie bei Twitter. Die Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen von der Linken kritisierte an gleicher Stelle, eine Außenministerin, die nach dem Motto »Ukraine first, Bürger egal« handle, sei ein »Totalausfall«.

https://www.spiegel.de/politik/deuts...0-da7db8a67ee8

keko# 02.09.2022 09:12

Zitat:

Zitat von HerrMan (Beitrag 1678982)
Da haben die Russen offensichtlich gut gearbeitet. AFD und PdL beißen natürlich als putinfreundliche Populisten sofort an. Wenn das so weiter geht ziehen die noch gemeinsam in den nächsten Wahlkampf:...

Enttäusch mich nicht! Fällst du auch schon darauf rein über politische Randgruppen zu reden, als über das Inhaltliche? :Lachen2:
Um was es bei möglichen Demonstrationen dann gehen wird, ist damit auch klar.

dr_big 02.09.2022 09:12

Zitat:

Zitat von HerrMan (Beitrag 1678982)
Da haben die Russen offensichtlich gut gearbeitet. AFD und PdL beißen natürlich als putinfreundliche Populisten sofort an.

Eine altbekannte Masche die leider bei viel zu vielen Menschen verfängt und eine große Gefahr für alle Demokratien ist: man versucht nicht mehr mit Argumenten zu überzeugen, sondern versucht nur noch den Gegner zu diskreditieren.

keko# 02.09.2022 09:16

Zitat:

Zitat von dr_big (Beitrag 1678984)
Eine altbekannte Masche die leider bei viel zu vielen Menschen verfängt und eine große Gefahr für alle Demokratien ist: man versucht nicht mehr mit Argumenten zu überzeugen, sondern versucht nur noch den Gegner zu diskreditieren.

Tja, die führenden Medien geben vor und Hinz und Kunz machen mit. :-((

qbz 02.09.2022 10:07

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1678945)
@qbz ich würde dir ja Recht geben, aber die Vergangenheit zeigt, dass China in der Hinsicht kein verlässlicher Partner ist, sondern die Regeln dann wenn es nötig ist so abändern, dass sie den größten Benefit davon haben, egal was mit dem "Partner" passiert. Und gerade jetzt wo die chinesische Wirtschaft nicht mehr diese Zugkraft hat und vor Problemen steht und damit die CCP unter Druck gerät wird sich das Vorgehen verstärken

Auch Chinas Wirtschaft verläuft in sich zyklisch, kennt Strukturprobleme und Krisen. Es kommt darauf an, wie die dortige Politik damit umgeht. Was die aktuelle Immokrise betrifft, wurde neben der schon erwähnten Zinssenkung ein staatlicher Fonds geschaffen, um die Ansprüche der Betroffenen zu erfüllen.

Zitat:

"China wird Sonderdarlehen in Höhe von 200 Milliarden Yuan (29,3 Milliarden US-Dollar) anbieten, um sicherzustellen, dass ins Stocken geratene Wohnprojekte an Käufer übergeben werden, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen und verstärkte die Finanzierungsunterstützung für seinen angeschlagenen Immobiliensektor."
https://www.business-standard.com/ar...2200785_1.html

Alle Welt-Regionen sind von Corona und den bekannten Problemen der weltweiten Wirtschaft betroffen:
Inflationsrate EU
Inflationsrate China

Die Im-/Exporte zwischen EU/China waren in 2021 übrigens fast ausgeglichen und das BIP in etwa ähnlich gross.
Länderdaten China / EU

Roini 02.09.2022 10:20

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1678985)
Tja, die führenden Medien geben vor und Hinz und Kunz machen mit. :-((

Welche führenden Medien diskreditieren jetzt wen genau?

Und welche nicht führenden Medien sind dazu im Gegensatz zu 100% sachlich?

keko# 02.09.2022 12:43

Zitat:

Zitat von Roini (Beitrag 1678997)
Welche führenden Medien diskreditieren jetzt wen genau?

Und welche nicht führenden Medien sind dazu im Gegensatz zu 100% sachlich?

Von "diskreditieren" habe ich nicht gesprochen, lediglich dass führende Medien vorgeben. Bezogen habe ich mich auf den geposteten SPIEGEL-Link, der da beginnt mit:
"Baerbock nach Auftritt in der Kritik – Außenamt spricht von prorussischer Desinformation"
»no matter what my German voters think« finde ich diskussionswürdiger als über Gruppierungen zu reden, die sich damit auseindersetzen oder nicht.
100% Sachlichlichket gibt es meiner Meinung nach nicht, ebenso 100% Wahrheit. Das halte ich für eine Illusion (zumindest bei diesen Themen).

Flow 02.09.2022 12:55

Zitat:

Zitat von HerrMan (Beitrag 1678937)
Fehlerlos bislang, unsere Frau Außenministerin. :liebe053:

Zitat:

Zitat von Baerbock
But if I give the promise to people in Ukraine, ‚we stand with you as long as you need us‘, then I want to deliver. No matter what my German voters think, but I want to deliver to the people of Ukraine.

Wie kann man als zweithöchster Vertreter des deutschen Staates so einen Käse von sich geben ?

:confused:

Ihr eigener, öffentlicher Wortlaut, zu finden z.B. hier :

>>Tatsächlich sagte die Außenministerin auf Englisch aber folgende Worte: „If I give the promise as a politician ...<<

Wie bekommt man es hin, sich den Satz "No matter what my German voters think" in irgendeiner Weise verdaubar hinzudrehen ?

qbz 02.09.2022 13:19

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1679031)
Wie kann man als zweithöchster Vertreter des deutschen Staates so einen Käse von sich geben ?

:confused:

Ihr eigener, öffentlicher Wortlaut, zu finden z.B. hier :

>>Tatsächlich sagte die Außenministerin auf Englisch aber folgende Worte: „If I give the promise as a politician ...<<

Wie bekommt man es hin, sich den Satz "No matter what my German voters think" in irgendeiner Weise verdaubar hinzudrehen ?

Offtopic:
Wer war überhaupt der Adressat ihrer Äusserungen? Die EU-Aussenminister, die sie bei der Tagung und Podiumsdiskussion "auf Linie" bringen wollte: „Wir werden an der Seite der Ukraine stehen, und das bedeutet, dass die Sanktionen auch im Winter aufrechterhalten werden, selbst wenn es für Politiker sehr schwierig wird." Es ging um die Perspektive von Politiker, welche im Widerspruch zur Mehrheit des Volkes handeln.

Flow 02.09.2022 13:31

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1679035)
Offtopic:

Es betrifft natürlich auch die Haltung und Positionierung gegenüber China, Frau Baerbocks Vertretung Deutschlands, bzw deren Diskussion wäre eventuell >>hier<< besser aufgehoben ...

Roini 02.09.2022 13:35

Zitat:

Zitat von keko# (Beitrag 1679030)
Von "diskreditieren" habe ich nicht gesprochen, lediglich dass führende Medien vorgeben. Bezogen habe ich mich auf den geposteten SPIEGEL-Link, der da beginnt mit:
"Baerbock nach Auftritt in der Kritik – Außenamt spricht von prorussischer Desinformation"
»no matter what my German voters think« finde ich diskussionswürdiger als über Gruppierungen zu reden, die sich damit auseindersetzen oder nicht.
100% Sachlichlichket gibt es meiner Meinung nach nicht, ebenso 100% Wahrheit. Das halte ich für eine Illusion (zumindest bei diesen Themen).

Nein, hast du nicht.
Du hast direkt auf den Post von dr big geantwortet.

Vielleicht liest du dir das ganze noch mal in Ruhe durch und bist nächstes Mal ein wenig genauer beim zitieren :Blumen:

HerrMan 02.09.2022 14:03

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1679031)
Wie kann man als zweithöchster Vertreter des deutschen Staates so einen Käse von sich geben ?

Ja, dass liest sich in unserer empörungsfreudigen cancelculture-Welt ganz fürchterlich.

Ist man ihr freundlich gesinnt, hat sie nur ausgesprochen, was in einer repräsentariven Demokratie selbstverständlich sein sollte: Komplexe Probleme bedürfen häufig Lösungen, die nicht immer alle gleich verstehen. Bis zur nächsten Wahl haben wir ja noch Zeit das Volk zu überzeugen!

Der populistische Druck, der ja hier auch schon wieder über "die Strasse" angedroht wird, ist in krisenzeiten eine existenzielle Bedrohung für jede demokratische Gesellschaft.

Das war vermutlich ihre Intention bei der Aussage - also für mich weiterhin fehlerlos die Frau. :liebe053:

Koschier_Marco 02.09.2022 14:12

Ich finde das ok Sie sagt ich mache das auch wenn ich die nächsten Wahlen verliere, weil ich glaube das ist so zu machen.

Wenn das ihr Ansatz ist wäre das neu, weil ja die Politker normalerweise die Entscheidungen so treffen das sie die nächsten Wahlen gewinnen

Flow 02.09.2022 14:12

Zitat:

Zitat von HerrMan (Beitrag 1679044)
Ja ...

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1679036)
Es betrifft natürlich auch die Haltung und Positionierung gegenüber China, Frau Baerbocks Vertretung Deutschlands, bzw deren Diskussion wäre eventuell >>hier<< besser aufgehoben ...

:Huhu:

TRIPI 02.09.2022 15:10

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1678981)
Ich verstehe deinen Punkt nicht. Wo bist du Chinafreund oder Querdenker?

Das spricht für dich. In anderen Fäden wird man, wenn man auch mal die eigene Seite kritisiert gleich als Freund des Feindes beschimpft, aber das warst nicht du.


Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1678981)
Was machen deutsche Unternehmen genauso?

Ich bin überzeugt davon dass deutsche Konzerne genauso hart verhandeln wie chinesische, und ebenso auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Ganz normaler Kapitalismus. Nun könnte man mit zweierlei Maß messen, was bei den einen das schlaue Ausnutzen von Hintertürchen ist, heißt bei den anderen Wortbruch.
Da deutsche Konzerne das nicht nur mit der Konkurrenz machen, sondern sogar mit der eigenen Bevölkerung(siehe EON/Uniper oder Daimler/700Mio für Kurzarbeit und dann 1,4Mrd an Aktionäre ausschütten), fehlt mir da der Glaube "Wir" wären die guten.

Necon 02.09.2022 16:17

Ich gebe dir Recht deutsche Unternehmen verhandeln ebenso hart und egoistisch wie chinesische, aber in Deutschland und der EU gibt es klare Spielregeln die über Jahre und Jahrzehnte gleich sind (darum ist auch gerade Übergewinnsteuer und ähnliches ein heikles Thema da es Spielregeln ändert), in China allerdings können und werden die Verträge zwischen zwei Firmen durch neue staatliche Regelungen ausgehebelt und das immer zum Vorteil der chinesischen Firmen

qbz 02.09.2022 16:39

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1679083)
Ich gebe dir Recht deutsche Unternehmen verhandeln ebenso hart und egoistisch wie chinesische, aber in Deutschland und der EU gibt es klare Spielregeln die über Jahre und Jahrzehnte gleich sind (darum ist auch gerade Übergewinnsteuer und ähnliches ein heikles Thema da es Spielregeln ändert), in China allerdings können und werden die Verträge zwischen zwei Firmen durch neue staatliche Regelungen ausgehebelt und das immer zum Vorteil der chinesischen Firmen

China greift US-Chips-Act an und warnt vor den Folgen. Der US-Chips-Act der USA verstößt laut China gegen die Fair-Trade-Prinzipien der WTO und sei diskriminierend. Das US-Gesetz bringe zusätzlich mehr Unsicherheit.

In China registriert man auch das Einfrieren von russischen Devisen anderer Staaten durch die NATO-Länder sowie den Ausschluss von Russland aus den Zahlungssystemen etc.. Man wird sich so schnell wie möglich in China davon unabhängig machen und verkauft auch mehr Dollar-Devisen und reduziert die Bonds-Anleihen. Es gab z.B. keinen UNO-Beschluss für die Sanktionen gegen Russland, insofern ohne internationale Gesetze beschlossen, für China wlllkürlich.

Stefan 02.09.2022 18:20

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1679087)
...

Gut, dass China immer fairen Handel betreibt und seine "Strafmassnahmen" gegen andere Länder in der Vergangenheit immer durch UNO-Beschlüsse abgedeckt waren.

qbz 02.09.2022 18:55

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1679099)
Gut, dass China immer fairen Handel betreibt und seine "Strafmassnahmen" gegen andere Länder in der Vergangenheit immer durch UNO-Beschlüsse abgedeckt waren.

Welche Strafsanktionen im Handel gegen andere Länder hat China bisher ausgesprochen und die nicht als Reaktion erlassen wurden? Würde mich echt interessieren, ich habe darüber bisher wenig gelesen. Dass gegen China in der Vergangenheit auch vor der WTO schon mal Klage eingereicht worden ist, weiss ich.

Hier mal ein kritischer Artikel der IKB (Deutsche Industriebank) über mögliche, geplante Strafsanktionen gegen China wie sie von den USA und der EU, spez. Baerbock oder auch Habeck, immer mal wieder angedroht werden.

Fazit: Mit den angekündigten Sanktionen gegen China wollen EU und USA signalisieren, dass sie keine Menschenrechtsverletzungen akzeptieren – auch dann nicht, wenn diese bei wichtigen Handelspartnern stattfinden. Mehr als ein Signal sind die Sanktionen aber nicht. Eine Verhaltensänderung Chinas werden sie nicht herbeiführen und damit ihr Ziel verfehlen. Denn die Sanktionen können angesichts der Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft keinen Druck auf die Führung in Peking aufbauen. Abzuwarten bleibt hingegen, ob die Sanktionen die wirtschaftlichen Beziehungen zu China wirklich belasten.

Die Weltgemeinschaft ist gut beraten, den Handel mit China auszubauen und dort zu investieren. Denn eine erfolgreiche Veränderung der Politik ergibt sich eher aus Integration, denn aus Konfrontation und Ausgrenzung. Wirksame Sanktionen gegen China sind angesichts der Kosten für die internationale Gemeinschaft mittlerweile sowieso keine Option mehr.

Necon 02.09.2022 19:25

Veränderung durch Handel.

Das haben wir doch schon mal gehört oder?
Führt das Hauptzielland für Veränderung durch Handel nicht gerade eine "Spezialoperation" in der Ukraine durch?

Ich habe natürlich auch keine bessere Lösung als die aktuellen Politker und verstehe sicher nicht alle Zusammenhänge, aber China bzw genauer der Elite um XI Jinping geht "Veränderung durch Handel" mit Sicherheit am Arsch vorbei.
Die Ziele sind ganz klar
Ein China, zuerst Hongkong dann Taiwan
Ausbau des Militärs und hier voller Fokus auf die Seemacht Flugzeugträger, Atomuboote, Häfen
Autokratie in das best mögliche Licht rücken und als ideale politische Form zu etablieren

TRIPI 02.09.2022 19:37

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1679109)
Veränderung durch Handel.

Das haben wir doch schon mal gehört oder?
Führt das Hauptzielland für Veränderung durch Handel nicht gerade eine "Spezialoperation" in der Ukraine durch?

Ich habe natürlich auch keine bessere Lösung als die aktuellen Politker und verstehe sicher nicht alle Zusammenhänge, aber China bzw genauer der Elite um XI Jinping geht "Veränderung durch Handel" mit Sicherheit am Arsch vorbei.
Die Ziele sind ganz klar
Ein China, zuerst Hongkong dann Taiwan
Ausbau des Militärs und hier voller Fokus auf die Seemacht Flugzeugträger, Atomuboote, Häfen
Autokratie in das best mögliche Licht rücken und als ideale politische Form zu etablieren

Ich habe das an anderer Stelle schon gesagt: Ich denke es gilt auf jeden Fall zu verhindern, dass China und Russland näher zusammenrücken. Das Atomwaffenarsenal der Russen will ich nicht unter der Kontrolle Chinas sehen, auch nicht indirekt.

Erwähnenswerterweise ist das Handelsvolumen Chinas deutlich höher als das Russlands, es wird für China einen deutlich größeren Stellenwert haben.
Aber du hast natürlich recht, ich habe auch keine Lösung. Vermutlich ist die Kunst, sich wirtschaftlich stark zu verflechten, aber Grundbedürfnisse wie Energie und Nahrung möglichst autark zu halten. Leicht gesagt....vor allem in Sachen Chips werden wir das vermutlich nie hinbekommen.

qbz 02.09.2022 19:46

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1679109)
Veränderung durch Handel.

Das haben wir doch schon mal gehört oder?
Führt das Hauptzielland für Veränderung durch Handel nicht gerade eine "Spezialoperation" in der Ukraine durch?

Ich habe natürlich auch keine bessere Lösung als die aktuellen Politker und verstehe sicher nicht alle Zusammenhänge, aber China bzw genauer der Elite um XI Jinping geht "Veränderung durch Handel" mit Sicherheit am Arsch vorbei.
Die Ziele sind ganz klar
Ein China, zuerst Hongkong dann Taiwan
Ausbau des Militärs und hier voller Fokus auf die Seemacht Flugzeugträger, Atomuboote, Häfen
Autokratie in das best mögliche Licht rücken und als ideale politische Form zu etablieren

Der Handel mit der UDSSR und die Entspannungspolitik hat zu einer friedlichen Wiedervereinigung in Deutschland beigetragen, wird von allen Historikern so anerkannt.

Der jetzt von den USA beschrittene Weg, Decoupling, Trennung, Blockbildung, Sanktionen wird prinzipiell die Welt deutlich unsicherer und gefährlicher machen als der umgekehrte: Deeskalation, Entspannung, Abrüstung, wirtschaftliche Beziehungen, multipolare Welt.


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