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Rälph 09.07.2015 23:55

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1146249)
Sicher, dass die 300 mg pro Gel enthalten sind? Das wäre ziemlich viel. Oder vielleicht pro 100 g?

Powerbar Gel hat 205mg/41g bzw. 500mg/100g

Alteisen 10.07.2015 07:05

Zitat:

Zitat von harlekin (Beitrag 1146218)
Das kann doch nicht sein, wie kann man denn 3 Liter in einer Stunde "saufen" und das über 7 Stunden ?? :confused:
Das wären ja 4 Radflaschen (0,7 Liter) pro Stunde... Da müsste ich schon spucken und dazu noch dein Gel-"Buffett" - Wahnsinn :confused:

Naja, wenn ich mich recht erinnere ab es auf Hawaii alle 5 Meilen eine Verpfleungsstation auf dem Rad und jede Meile beim Laufen. Die sind auch nicht nur aus Bequemlichkeit da, damit man jede zweite oder dritte Station nutzt.

ironmanproject 10.07.2015 07:47

Das Power Bar hydro Gel hat 300 mg / 67 ml. Ich verpflege mich auf der Md aufmRad noch mit 2 Riegeln. Das reicht mir. Hatte bei meiner ersten Md mehr Gel genommen und Magenprobleme beim Laufen durch weniger Gel wirds besser. Also bei der Md bin ich so bei 6 Gels, 2 Riegeln.

lyra82 10.07.2015 09:06

Laut Noakes entwickelt auch nicht jeder, der zuviel trinkt, eine Hyponatriämie.
Um EAH (Exercise-associated hyponatremia) zu entwickeln, muss man zwei Abnormitäten haben:

1. SIADH = syndrome of inappropriate ADH (antidiuretic hormone) secretion (Schwartz-Bartter-Syndrom): unangemessen hohe Ausschüttung von Antidiuretischem Hormon (ADH). Dies führt zu einer zu geringen Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren mit Entstehung eines unzureichend verdünnten Urins. Folge: Wasseransammlung im Körper, Gewichtszunahme. Außer SIADH gibt es auch noch einige andere, ähnliche Ursachen für eine verringerte Urinausscheidung.
Aber: ca. 70% aller SIADH Läufer, die zuviel trinken entwickeln kein EAH.

2. Abnorme Regulation der Na Speicher: Es befindet sich mehr Na im Körper als das welches osmotisch aktiv ist. Aus diesen Speichern kann normalerweise Na zugeführt werden, um EAH zu verhindern. Bei einigen Menschen kann dies nur ungenügend aktiviert werden. Auch kann es sein, dass zu viel Na in die inaktiven Speicher überführt wird.

Nur, wer weiß schon, ob das bei einem vorliegt?
Am besten ist eben, sich beim Trinken zu beschränken. Laut Noakes kann der Körper unter Belastung 0,4 - 0,8 l pro Stunde aufnehmen, mehr ist zuviel.

deirflu 10.07.2015 09:10

Zitat:

Zitat von Lucy89 (Beitrag 1146258)
Bei seiner 2. Langdistanz 2 Monate später hat mein Mann dann übrigens nur noch die hälfte getrunken und plötzlich ging alles problemlos und er konnte seine Zeit um 1,5 Stunden verbessern :D

Ging mir auch so. Generell bin ich mittlerweile davon überzeugt das es besser ist eher ein min an Verpflegung zu sich zu nehmen und nicht das max Verträgliche anzustreben.

dasgehtschneller 10.07.2015 09:39

Zitat:

Zitat von abdibile (Beitrag 1146223)
Sorry, meinte 10 Flaschen Iso und 10 Flaschen Wasser (nicht Liter). Da die ja sicher nie ganz voll sind also eher 7l Iso und 7l Wasser

Und die Flaschen hast du auch ausgetrunken?
Ich nehm auch an jeder Verpflegungsstation eine Flasche aber oft ist die alte dann noch nicht komplett Leer und bei der Hitze schütte ich mir vom Wasser mindestens die Hälfte auf den Kopf ;)

Klugschnacker 10.07.2015 12:06

Wer seinen Flüssigkeitspegel vor allem über den Harndrang beurteilt, sollte im Hinterkopf behalten, dass auch übermäßige Salzmengen zu Harndrang führen (nicht nur übermäßige Wassermengen).

Das macht die Sache etwas komplizierter. Also am besten nichts übertreiben, wobei zu viel Salz wenig Probleme macht (von Extremen einmal abgesehen).

Grüße,
Arne

FuXX 10.07.2015 17:04

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1145640)
Ob Leistungswasser oder Mineralwasser ausgeschenkt wird ist in Bezug auf das Risiko einer Hyponatriämie, also bezogen auf den konkreten Fall nicht wirklich relevant.
Die meisten Mineralwasser (außer den natriumarmen) enthalten zwar etwas mehr Natrium als Leitungswasser, aber sowohl Leitungs- als auch jedes übliche Mineralwasser haben unter dem Strich deutlich zu wenig Natrium, um den Verlust durch Schwitzen komplett auszugleichen (dafür brächte man mind. 400mg/l und das hat n.W.n. kein Mineralwasser).

Das entscheidende Risiko für Hyponatriämie ist aber nicht die zu geringe Natriummenge, sondern die im Einzelfall zu große Trinkmenge und die wegen extremer Anstrengung oder/und wegen Vorschäden oder /und wegen möglicher Schmerzmitteleinnahme usw. eingeschränkte Nierenfunktion, die dazu führt, dass ein evt. Flüssigkeitsüberschuss nicht zeitnah ausgeschieden werden kann.

Ich bin ja nur Laie, aber geht das nicht Hand in Hand? Wenn genug Salz im Wasser ist, dann wird doch weniger in die Zellen gehen, so von wegen Osmose, oder?

Die von Dir auf Seite 1 beschriebenen Symptome erinnern mich übrigens an meinen IM Zürich 2006. Da war es auch sehr heiß, ich habe viel getrunken und viel zu wenig Salz aufgenommen. Auf dem Rad hab ich geschwitzt ohne Ende und dann trotzdem noch ständig gepinkelt. Beim Lauf hatte ich von Anfang bis Ende Krämpfe, teils in Muskeln von denen ich nicht wusste, dass ich sie habe. Ich glaube nicht, dass ich damals viel zuviel getrunken habe, aber das Wasser war wohl fast destilliert und das Powergel hatte damals nur 40mg Natrium. Heute ist es fünf mal soviel und seitdem ist das Problem bei mir nie wieder aufgetreten, weil ich auf das Salz geachtet habe. Allerdings habe ich in der Nachbereitung auch beschlossen nicht mehr soviel zu trinken wie möglich, sondern nur was ich brauche, mehr als ein Liter pro Stunde ist für mich nicht gut. Der Rest geht über den Kopf. Ich glaube den Liter trinke ich meist nicht mal, auch bei Hitze.


Auf jeden Fall eine ganz traurige Geschichte. Familie und Freunde dachten er macht ein Rennen und ist fit - und dann kommt er nicht wieder...

captiva 10.07.2015 18:26

Zitat:

Zitat von Alteisen (Beitrag 1146276)
Naja, wenn ich mich recht erinnere ab es auf Hawaii alle 5 Meilen eine Verpfleungsstation auf dem Rad und jede Meile beim Laufen. Die sind auch nicht nur aus Bequemlichkeit da, damit man jede zweite oder dritte Station nutzt.

OT: IM Hawaii, gibt es da die Möglichkeit sich an den Verpflegungsstationen (Run) mit Salz zu versorgen, wie in Frankfurt?
Die Salzsticks waren schon etwas eklig vom Geschmack...

schoppenhauer 10.07.2015 22:56

Ist das mit dem vielen Trinken nicht so ein typisches Triathlon-Ding?

Da musste ich heute beim Schwimmen dran denken. Neben mir Eisenmänner, sie sind ja immer an diesem Berg von Geraffel am Beckenrand zu erkennen - und halt an den Trinkflaschen. Warum trainieren Schwimmer meistens ohne Getränke?

Von den Radmarathons kennt man das ja auch. Die echten Radler erkennt man an der einen, kleinen Flasche.

Loretta 10.07.2015 23:17

Ich kenne auch genügend Schwimmer, die bei längeren Trainingseinheiten über 1,5h etwas trinken.
Vielleicht liegt es bei den Triathleten daran, dass sie häufig vorher schon gelaufen oder geradelt sind und dann auch beim Schwimmen etwas benötigen.
Mal abgesehen von dem üblichen Triathleten- Wahn weil sie das bei irgendwelchen Profis mit 30h Trainingswochen gesehen haben. Wobei das auch Sinn macht wenn man vorher schon 5h durch die Gegend geknattert ist, denn mit leeren KH- Speichern schwimmt es sich schlecht.

highlander 11.07.2015 01:42

Wirklich eine sehr traurige Geschichte.
Ich war ja (zusammen mit ein paar der üblichen Verdächtigen) an der Laufstrecke.
Man denkt dann drüber nach, das der Athlet an einem vorbei gelaufen ist (auch wenn es dazu kein konkretes Bild gibt) man ihn aufmunternd beklatscht hat und er wenig später in ein tödliches Koma gefallen ist.
Man überlegt sich, was seine Lieben daheim fühlen und es kommen Erinnerungen an ähnliche Erlebnisse auf, z.B. den Athleten der über 2 Wochen von niemandem vermisst wurde, oder an meinen IM in Florida, als auch ein Athlet einige Tage nach dem WK verstorben ist.
Damals war übrigens die Informationspolitik von Seiten des Veranstlters ziemlich erbärmlich. Auf der Awards-Party wurde ein auf Friede-Freude-Eierkuchen gemacht und erzählt dem Athleten geht es schon wesentlich besser, was schlichtweg gelogen war, Hauptsache die gute Stimmung geht nicht den Bach runter...

Ich finde es gut, das die Problematik des Flüssigkeitshaushalts unter solchen Extrembedingungen hier konstruktiv erörtert wird, dementsprechend sollte Hafu keinerlei Bedenken haben, ob es richtig war den Thread zu eröffnen.
Merci für den ganzen Input!!

@Mikala: ich hatte grad am Sonntag dem Tandem :Huhu: erzählt, warum ich nicht mehr jeden Athleten an der Strecke bedingungslos anfeuer bzw. versuche ihn zu pushen.
Ich glaub manchmal muss man sich einfach sagen: Junge in der Konstitution hast du hier nix zu suchen, wenn du es trotzdem machen willst ok, aber ohne meinen Applaus..
Der Runningmaus :Huhu: hab ich ja auch so einen Kanditaten gezeigt. :(

Mikala 11.07.2015 11:53

Hallo,

ich mache das nur bei Leuten, die ich kenne.
Aims hätte ich angetrieben, aber er hat ja auch seinen Körper gehört...was ein Glück !
Meine Vereinskollegin, die topfit ist, hat sich am Sonntag ständig übergeben und wir haben ihr nicht gesagt, dass sie besser aufhören soll. Das war falsch.
Bei diesen Temperaturen kann die Ursache ein Sonnenstich sein.

Der Veranstalter konnte bei der Award-Party nicht sagen, weil der Athlet erst am Mittwoch für Tod erklärt wurde.
Mich hat das so fertig gemacht, weil ich mich genauso verhalten hätte, wie dieser Athlet. 2009 war es auch heiß und ich garantiert 5-6 Liter auf dem Rad getrunken, weil ich so Durst hatte.Damals habe ich Iso getrunken, weil ich dachte, mein Körper braucht das.
Mein Darm fand das nicht toll, deshalb hätte ich am Sonntag auch hauptsächlich Wasser getrunken.
Jetzt waren die Bedingungen für die AKler am Sonntag deutlich schwerer als 2009.

FuXX hat es auch den Punkt gebracht.
Auf jeden Fall eine ganz traurige Geschichte. Familie und Freunde dachten er macht ein Rennen und ist fit - und dann kommt er nicht wieder...

Mein tiefes Mitgefühl für seine Liebste, die Familie und Freunde
:Huhu:

~anna~ 11.07.2015 15:14

Zitat:

Zitat von schoppenhauer (Beitrag 1146494)
Von den Radmarathons kennt man das ja auch. Die echten Radler erkennt man an der einen, kleinen Flasche.

Also ich weiß nicht, ihr verteufelt das Trinken ja beinahe... Die "echten"(?) Radler gehen anscheinend auch gerne nach 3-4h ein, weil es ja cool ist, wenig zu trinken und zu essen. Ich bin eher Vieltrinkerin und hatte damit noch nie Probleme. Alles mit Maß und Gefühl :)

Cruiser 11.07.2015 16:06

ES gab aber 2 Tote in FFM richtig?
Ein 40 jähriger Australier und ein 30 jähriger Brite....
Schon sehr krasse Quote, zumal ja noch mehrere Teilnehmer in Intensivbehandlung waren....:(

meggele 11.07.2015 16:10

Zitat:

Zitat von schoppenhauer (Beitrag 1146494)
Ist das mit dem vielen Trinken nicht so ein typisches Triathlon-Ding?

Da musste ich heute beim Schwimmen dran denken. Neben mir Eisenmänner, sie sind ja immer an diesem Berg von Geraffel am Beckenrand zu erkennen - und halt an den Trinkflaschen. Warum trainieren Schwimmer meistens ohne Getränke?

Echte Schwimmer haben eigentlich immer Trinkflaschen dabei. Alles andere wäre auch einfach nur idiotisch, wenn man allein 3-4 Stunden täglich mehr oder weniger intensiv ohne zu trinken trainieren würde.

Zitat:

Zitat von schoppenhauer (Beitrag 1146494)
Von den Radmarathons kennt man das ja auch. Die echten Radler erkennt man an der einen, kleinen Flasche.

Die sind auch einfach zu cool für rationales Denken.

meggele 11.07.2015 16:10

Zitat:

Zitat von Cruiser (Beitrag 1146557)
ES gab aber 2 Tote in FFM richtig?
Ein 40 jähriger Australier und ein 30 jähriger Brite....

Nein, das ist der gleiche Fall und es war nie ein Australier.

meggele 11.07.2015 16:18

Zitat:

Zitat von Mikala (Beitrag 1146539)
Meine Vereinskollegin, die topfit ist, hat sich am Sonntag ständig übergeben und wir haben ihr nicht gesagt, dass sie besser aufhören soll. Das war falsch.

Richtig. Und auch deshalb ist es so wichtig, dass die Veranstalter, Medien und vor allem Mit-Triathleten endlich sich und allen klar machen, dass man auch und gerade auf der Langstrecke aufhören muss, wenn es nicht mehr geht. Dieser finishen-um-jeden-Preis-Gedanke mag 1980 noch eine Berechtigung gehabt haben, als das ganze wirklich ein völlig irres Abenteuer von drei Dutzend Bekloppten war, aber heute? Im Ergebnis schleppen sich Hunderte mehr oder weniger verletzte Leute über die Strecke, haben im besten Fall einfach nur keinerlei Spaß und wenn es schlechter läuft, sind sie monatelang verletzt oder landen sofort im Krankenhaus.

Zitat:

Zitat von Mikala (Beitrag 1146539)
Mich hat das so fertig gemacht, weil ich mich genauso verhalten hätte, wie dieser Athlet. 2009 war es auch heiß und ich garantiert 5-6 Liter auf dem Rad getrunken, weil ich so Durst hatte.Damals habe ich Iso getrunken, weil ich dachte, mein Körper braucht das.
Mein Darm fand das nicht toll, deshalb hätte ich am Sonntag auch hauptsächlich Wasser getrunken.

Mit 6l Wasser wär Dir ja aber auch rein gar nichts passiert, zumal Du ja offensichtlich den entsprechenden Durst hattest. Und wie nicht nur hier zu lesen war, kann man ja auch durchaus sehr viel mehr Wasser trinken, ohne diese gravierenden Probleme zu bekommen. Nur müssen dafür eben die Nieren funktionieren, wovon wir bei uns allen natürlich ausgehen...

Campeon 11.07.2015 17:08

Zitat:

Zitat von meggele (Beitrag 1146561)
Nur müssen dafür eben die Nieren funktionieren, wovon wir bei uns allen natürlich ausgehen...

Tun sie ja auch in aller Regel.

Was ich mich die ganze Zeit schon selbst frage, wäre der Athlet auch verstorben, wenn er anstatt Wasser, Iso und Cola getrunken hätte?

meggele 11.07.2015 17:19

Zitat:

Zitat von de Dommschwätzerr (Beitrag 1146564)
Tun sie ja auch in aller Regel.

Ja, weshalb eben niemand den Verdacht hat, dass es bei ihm nicht so sein könnte. Wobei natürlich die Einnahme von Medikamenten immer alles ändern kann.

Zitat:

Zitat von de Dommschwätzerr (Beitrag 1146564)
Was ich mich die ganze Zeit schon selbst frage, wäre der Athlet auch verstorben, wenn er anstatt Wasser, Iso und Cola getrunken hätte?

Das ist natürlich Spekulation, aber was man von den entsprechenden Ärzten so liest: vermutlich ja.

ThomasG 11.07.2015 19:20

Ich habe nur wenige Beiträge dieses Fadens gelesen, so dass es sein könnte, dass folgende Hinweise schon irgendwo stehen:

Schwitzen ist eigentlich eine ziemlich effektive Art Wärme zu verlieren. Im Gegensatz zu vielen Tieren, die ihm sonst körperlich weit überlegen sind, kommt der Mensch mit Belastungen bei Hitze ziemlich gut klar. Pro Liter Schweiß können etwa 600 kcal an Wärme abgegeben werden, aber eben nur, wenn er vollständig verdampfen kann und nicht einfach nur vom Körper tropft. Übermäßiges Schwitzen, was durch eine hohe Flüssigkeitszufuhr provoziert werden kann, ist destruktiv. Es gehen dabei Mineralien verloren und sämtliche Flüssigkeit, die auf der Haut nicht verdampfen kann, ist so gut wie nutzlos bezüglich der Kühlung des Körpers.

Man kann den Körper natürlich auch sehr effektiv von außen Kühlen. Man macht sich nass bzw. feucht und der Wasserfilm entzieht beim Verdampfen dem Körper Wärme und das ohne die Gefahren eines möglichen Elektrolytungleichgewichtes aufgrund der Flüssigkeitszufuhr. Außerdem kühlt Flüssigkeit auch sehr gut, wenn sie kälter ist als die Körperoberfläche und sie diesem deshalb Wärme entzieht. Pro 1 °C und 1 Liter sind das etwa 4,2 kcal (Wärmekapazität von Wasser ist etwa 4,2 kcal/(l*K)).

Der Schweiß ist verglichen mit dem Blut ein hypotone Flüssigkeit. Von daher ist es kein Problem, wenn man einen Teil der Schweißverluste über mineralstoffarme Flüssigkeiten ersetzt. Im Blut entsteht beim Schwitzen mit der Zeit ein Überschuss bestimmter Mineralien (Na vor allem). Ersetzt man die Verluste nicht vollständig (was normalerweise eh nicht gelingt) sorgt das sozusagen für einen Ausgleich. Es ist genügend Na im Blut überschüssig vorhanden, so dass das so schnell keine Probleme machen kann.

Hitzebelastungen sind ganz besonders gefährlich, wenn man an die Bedingungen gar nicht oder kaum gewöhnt ist. Häufig kam es zu dramatischen Zwischenfällen an ungewöhnlich wärmen Frühllings- oder Frühsommertagen. So wurde mal von einem jungen Triathleten berichtet, der im Ziel eines Tritahlons kollabierte und später im Krankenhaus verstarb (Überhitzung und Organschäden als Folge davon). Der junge Mann war Student und unter Prüfungsstress in den Wochen zuvor und es ist anzunehmen, dass er da wenig zum Trainieren gekommen ist. Es war ein wärmer, schwüler Tag im Frühling oder Frühsommer. In den Wochen davor war es relativ kühl.

Es gibt Zeichen der Überhitzung, die man wahrnehmen kann. Ein ganz drastisches Zeichen ist ein aufkommendes Gefühl des Fröstelns, trotz einer relativ hohen Umgebungstemperatur und relativ höher körperlicher Aktivität. Das ist eines der allerletzten Zeichen, soweit ich weiß, die kommen (können?). Allerspätestens dann sollte man angemessen reagieren.
Mir ist das ein einziges Mal passiert. Im Hochsommer bin ich direkt nach einem Gewitter, was kaum Abkühlung brachte, um ca. 15 Uhr bei hohen Temperaturen und großer Schwüle (diese Kombination ist am gefährlichsten) zwei Stunden zügig gelaufen und das obwohl es mir immer schwerer fiel und ich mich immer besch... fühlte. Dann kam das Frösteln. Zum Glück bin ich dann mit letzter Kraft über einen niedrigen Zaun eines Kindergartens geklettert, weil ich da einen Wasserhahn sah. Mindestesn zehn Minuten kühlte ich mich da ab, bevor ich dann ganz langsam den gut letzten Kilometer bis nach Hause gelaufen bin.

Gruß Thomas

Campeon 11.07.2015 19:33

Ich kann mich da an den IM Malaysia 2010 gut erinnern,
30° Wassertemperatur, 40° Außentemperatur und das bis lange nach Einbruch der Dunkelheit und einer relativ hohen Luftfeuchte von 80% und mehr.
Da trinkt man schon sehr viel, aber ich habe da instinktiv ständig nach Eiswürfeln gegriffen und mich so gekühlt.
Das hat prima funktioniert und bei diesem WK ist meines Wissens überhaupt nichts gravierendes passiert.

Der Zwischenfall in FFM ist tragisch, aber mit Sicherheit eher die Ausnahme.
Jeder hier weiß was passieren kann, wenn man eine LD macht, man macht diesen Sport natürlich auf eigene Gefahr.
Ein gewisses Risiko ist immer vorhanden und man kann es auch niemals ganz ausschließen.

Dafri 11.07.2015 22:17

Zitat:

Zitat von de Dommschwätzerr (Beitrag 1146583)

Der Zwischenfall in FFM ist tragisch, aber mit Sicherheit eher die Ausnahme.
Jeder hier weiß was passieren kann, wenn man eine LD macht, man macht diesen Sport natürlich auf eigene Gefahr.
Ein gewisses Risiko ist immer vorhanden und man kann es auch niemals ganz ausschließen.


So ist es. Hitzerennen sind im Sommer nicht unnormal. Was genau zum Tode des Athleten geführt hat,wissen wir doch alle garnicht wirklich. Ist schon enorm,wieviele Experten es hier gibt.:(

basti2108 11.07.2015 23:45

Zitat:

Zitat von Dafri (Beitrag 1146601)
Was genau zum Tode des Athleten geführt hat,wissen wir doch alle garnicht wirklich. Ist schon enorm,wieviele Experten es hier gibt.:(

Es geht hier nicht ausschließlich um den Tod des Athleten, sondern auch um Hinweise wie man gesundheitliche Risiken bei Hitze minimieren kann. Ich denke schon, dass hier durchaus Expertise und schlüssige Erläuterungen geliefert wurden. Dafür sollte man dankbar sein :Blumen:

lonerunner 12.07.2015 01:36

Zitat:

Zitat von basti2108 (Beitrag 1146619)
Es geht hier nicht ausschließlich um den Tod des Athleten, sondern auch um Hinweise wie man gesundheitliche Risiken bei Hitze minimieren kann. Ich denke schon, dass hier durchaus Expertise und schlüssige Erläuterungen geliefert wurden. Dafür sollte man dankbar sein :Blumen:

+1 :Danke:

Dafri 12.07.2015 09:56

Zitat:

Zitat von basti2108 (Beitrag 1146619)
Es geht hier nicht ausschließlich um den Tod des Athleten, sondern auch um Hinweise wie man gesundheitliche Risiken bei Hitze minimieren kann. Ich denke schon, dass hier durchaus Expertise und schlüssige Erläuterungen geliefert wurden. Dafür sollte man dankbar sein :Blumen:


Die Frage ist welche Aussagen hier wirklich weiter helfen. Wenn Arne,Hafu oder C. Rauscher sich äußern werde ich auch hellhörig.

Was ist den nun richtig? Salz ..ja oder nein. Infusion hinterher..ja oder nein. Wieviel genau trinken? Da gibt es in diesem Thread zu viele verschiedene Aussagen .

Hitzerennen gab es schon vor Frankfurt und ebenfalls Fachlektüre und Sendungen über Training und Rennen bei Hitze.
:)

lyra82 12.07.2015 10:12

Wenn du es genauer wissen willst, kauf dir das Buch "Waterlogged" von Tim Noakes. Da steht alles drin.

Dafri 12.07.2015 10:18

Zitat:

Zitat von lyra82 (Beitrag 1146642)
Wenn du es genauer wissen willst, kauf dir das Buch "Waterlogged" von Tim Noakes. Da steht alles drin.

Stimmt. So etwas meinte ich. Bloß recht schwierig zu lesen,wenn man nicht richtig gut Englisch kann. Die Beiträge von C. Rauscher sind da für mich schon sinnvoller.

Dafri 12.07.2015 12:16

http://www.tritime-magazin.de/2015/0...-mineralstoff/

Campeon 12.07.2015 14:59

Zitat:

Zitat von basti2108 (Beitrag 1146619)
Ich denke schon, dass hier durchaus Expertise und schlüssige Erläuterungen geliefert wurden. Dafür sollte man dankbar sein :Blumen:

Sind die allermeisten doch auch.
Kurioserweise weiß ich heute viel mehr darüber und trotzdem ist bei den ganzen Hitzerennen die ich schon gemacht habe, garnichts passiert.
Das schlimmste waren da mal ein paar std. Kopfschmerzen.

Trotzdem werde ich wohl in Zukunft mich da noch ein wenig mehr konzentrieren, sollte es mal wieder ein heißes Rennen geben.

tritobi 13.07.2015 10:49

Ist es nur mein subjektiver Eindruck, oder hemmt Sonnencreme tatsächlich den Schweissfluss und kann damit eine Überhitzung beim Rennen forcieren?

Campeon 13.07.2015 11:25

Zitat:

Zitat von tritobi (Beitrag 1146883)
Ist es nur mein subjektiver Eindruck, oder hemmt Sonnencreme tatsächlich den Schweissfluss und kann damit eine Überhitzung beim Rennen forcieren?

Ich denke mal das kommt auf die Art der Creme an, ich schwöre auf eine Creme die auf Alkoholbasis aufgebaut ist. Die hinterläßt nicht diesen weißen Schmierfilm, den man oft bei Cremes mit hohem LSF hat.
Ich habe sogar das Gefühl, das da irgendwie etwas mehr Schweiß sich auf der Haut hält und das zusätzlich kühlt.

Aber es gibt mit Sicherheit Cremes die mehr oder weniger die Haut ein wenig versiegeln.

staen 14.07.2015 08:59

Zitat:

Zitat von tritobi (Beitrag 1146883)
Ist es nur mein subjektiver Eindruck, oder hemmt Sonnencreme tatsächlich den Schweissfluss und kann damit eine Überhitzung beim Rennen forcieren?

Also bei mir hat es in Roth trotz Sonnencremeauftragen durch die fleißigen Helferinnen super mit dem Schwitzen geklappt :)

captain hook 14.07.2015 14:12

Zitat:

Zitat von Dafri (Beitrag 1146638)
Die Frage ist welche Aussagen hier wirklich weiter helfen. Wenn Arne,Hafu oder C. Rauscher sich äußern werde ich auch hellhörig.

Was ist den nun richtig? Salz ..ja oder nein. Infusion hinterher..ja oder nein. Wieviel genau trinken? Da gibt es in diesem Thread zu viele verschiedene Aussagen .

Hitzerennen gab es schon vor Frankfurt und ebenfalls Fachlektüre und Sendungen über Training und Rennen bei Hitze.
:)

Das lässt sich ganz klar mit einem "kommt drauf an" beantworten. Speziell bzgl. der Infusion. Wie auch hier beschrieben kann das sinnvoll sein oder auch nicht. Deshalb ist es ja so wichtig, dass die auch im Nada Code vorgesehene Krankenhauseinweisung in diesem Zusammengang sehr sinnvoll ist!

Inxsu 14.07.2015 16:26

Zitat:

Zitat von de Dommschwätzerr (Beitrag 1146898)
Ich denke mal das kommt auf die Art der Creme an, ich schwöre auf eine Creme die auf Alkoholbasis aufgebaut ist. Die hinterläßt nicht diesen weißen Schmierfilm, den man oft bei Cremes mit hohem LSF hat.
Ich habe sogar das Gefühl, das da irgendwie etwas mehr Schweiß sich auf der Haut hält und das zusätzlich kühlt.

Aber es gibt mit Sicherheit Cremes die mehr oder weniger die Haut ein wenig versiegeln.

Die meisten Kindersonnencremes sind eine sogenannte Wasser in Öl Emulsion (W/O).
Vorteil: wenig chemische Filter (dafür mehr physikalische Filter) , sehr hohe Wasserfestigkeit.
Nachteil: Okkludieren die Haut, man schwitzt nicht so gut. Klebrige Konsistenz

Die anderen Sonnencremes sind Öl in Wasser Emulsion (O/W).
Vorteil: Viel angenehmer aufzutragen. Man schwitzt normaler. Haut sieht nicht so glänzend aus.
Nachteil: Mehr chemische Filter (wenn das denn tatsächlich ein Nachteil ist - Öko Test findet soetwas natürlich immer die Hölle). Schlechter wasserfest

Campeon 14.07.2015 16:42

Also meine riecht schon sehr alkoholisch, wie sie aufgebaut ist, keine Ahnung. Mir sagen die Inhaltsstoffe nichts, zumal sie so klein geschrieben sind, da müßte ich ne Lupe nehmen.

Aber wasserfest ist sie, 12 std ohne Probleme, habe ich in Malaysia beim IM getestet. Null Sonnenbrand und das nach fast 13 std.
Kommt bei mir immer zum Einsatz. Auch bei jeder Radfahrt.

LidlRacer 21.08.2015 23:33

Noch was zum Thema:
Achilles' Verse: Wasser ist zum Waschen da!
"Immer wieder saufen sich Freizeitsportler zu Tode, im Irrglauben, dass ganz viel Wasser sehr gesund sei. Falsch. Hobbyläufer Achim Achilles fordert: Weg mit dem Wasserwahn."

dude 27.08.2015 15:28

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1145777)
Nein, aber mehrere Studien und Besprechungen, die darauf Bezug nehmen. Vieles von seinen Thesen und empirischen Ergebnissen ist sehr überzeugend. Man erkennt aber auch, wo die Regulationsmöglichkeiten des Körpers Grenzen haben.

Hoerenswert zum Thema:

Noakes und Maffetone im Gespraech

Mikala 27.08.2015 15:44

Ob ein Triathlet in Frankfurt, zwei Football-Junioren in den USA, die während des Trainings aus Angst vor Krämpfen nahezu zehn Liter Flüssigkeit konsumierten, oder eine Yoga-Jüngerin - sie alle haben sich aus lauter Panik vor dem Austrocknen ums Leben getrunken. Selten war der Tod so überflüssig.


Wie kann man so was behaupten ?

dude 27.08.2015 16:06

Zitat:

Zitat von Mikala (Beitrag 1160202)
Wie kann man so was behaupten ?

Ob es in den genannten Faellen so war, weiss ich nicht, aber es ist meoglich und kommt leider vor. Ich waere in den 90ern ein Kandidat dafuer gewesen.


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