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Die Gefahr an Fließgewässern ist aber aus den Gründen, die du genannt hast, um ein Vielfaches größer als an einem See. Die Strömung wird tw. extrem unterschätzt. Der Rhein hat z.b. abschnittsweise Geschwindigkeiten von 8-12km/h, das sind 5min/km! Zudem kann es je nach Flussabschnitt nur ein-zwei Schritte ausmachen zwischen einem vermeintlich ruhigen und flachen Abschnitt, z.B. zwischen Buhnen und der Hauptströmung (siehe z.B. hier). Wenn ein Nichtschwimmer diese zwei Schritte zuviel macht, ist es nicht nur zu tief, sondern er wird von der Strömung mitgerissen und hat keine Möglichkeit mehr, Halt zu finden. Durch Wellenschlag von vorbeifahrenden Schiffen kann sich die Strömung auch ändern und schlagartig ein Sog entstehen, der einen in die Hauptströmung zieht. Aufgrund der Strömung wird's zudem für die Retter schwer, das Opfer schnell zu finden. In einem See hast du selten so steile Ufer, dass du von einem Schritt auf den anderen keinen Boden mehr unter den Füssen hast, einige Baggersee mal ausgenommen. Die Gefahr ist also für Nichtschwimmer wesentlich geringer. Zur prozentualen Verteilung der Opfer auf die Alterklassen und Geschlechter kann ich keine Theorien beisteuern. Bedenklich finde ich den extremen Anstieg der Opfer bei Kindern. Es ist ja nicht zu erwarten, dass die Nichtschwimmer alle im Erwachsenenalter einen Schwimmkurs nachholen..... Matthias |
http://de.statista.com/statistik/dat...rch-ertrinken/
Die Anzahl der Todesfälle durch Ertrinken ist demnach stetig am sinken. Falls der Link nicht zugänglich is, die Daten dazu: 1994: 775 1996: 509 1998: 477 2000: 429 2002: 598 2004: 470 2006: 606 2008: 475 2010: 438 2012: 383 Unter www.gbe-bund.de kann man auch Daten finden, einfach nach Ertrinken suchen. |
Ich hab' mal die Zwischenwerte ergänzt, die du ausgelassen hast. :Huhu:
Gegen die Aussage einer stetigen Abnahme sprechen die fett markierten Jahre, in denen es jeweils mehr Opfer im Vergleich zum Vorjahr gab'. Siehe z.B. die Jahre 2001-2003. Ich würde allenfalls die Aussage treffen, dass es aktuell weniger Ertrinkungstote gibt als vor 10 oder 15 Jahren und der Trend der letzten 5 Jahre rückläufig ist. Allerdings waren wir auch schonmal vor 13 Jahren fast auf dem heutigen Niveau. Wie aus der Pressemeldung der DLRG zu erkennen ist, wird es dieses Jahr aber leider wieder einen deutlichen Anstieg zum letzten Jahr geben, da bis Ende August bereits 361 und somit 93 mehr als im Vergleichzeitraum des letzten Jahres (und bereits fast viele wie im gesamten letzten Jahr) ertrunken sind. Matthias Zitat:
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Ich hab einfach für alle geraden Jahre die Zahlen wiedergegeben, ganz ohne Hintergedanken. Inwiefern ändern deiner Meinung nach die Zahlen, die du hinzugefügt hast, das Bild der Kurve?
Wer eine Statistik führt, der sollte sich im Klaren darüber sein, dass es Ausreisser nach oben und unten gibt, die einfach dem Zufall geschuldet sind und nicht bedeuten müssen, dass Baden nun sicherer oder gefährlicher geworden ist. |
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Na ja, aber ein bisschen ist da schon was dran, dass Vorsicht und Angst übertrieben wird und für viele "alles immer schlimmer wird". Scheint doch so, als ob wir alles Angsthasen sind. Ich fahr auch mit Helm, auf dem Rad und auf den Schi auf der Piste. Nur, wer alle Gefahren von vorn herein ausschaltet, lernt auch nicht, vorsichtig damit umzugehen. Und dann ist das Geschrei groß, wenn dann doch was passiert. Da wird dann jeder andere verantwortlich gemacht, statt sich vorher mit der Gefahr auseinander zu setzen. Klar, Erfahrung im Zusammenhang mit Gefahren ist ja nicht vorhanden. Da geht ein Vater mit 2 Kindern im Rhein schwimmen. Mag ja an nem See noch gehen, weil wohl nicht beide Kinder ins Tiefe "tapern". Nur in der Strömung kann das natürlich ohne weiteres und vor allem ohne Willen passieren. Der Vorposter, der sich die Schiffe angeguckt hat, ist ja auch schön hinter der Buhne geblieben und hat sich die Sache beguckt, obwohl er - vielleicht nicht schnell, aber doch - sicher und ausdauern schwimmen kann. Davon gehe ich bei jedem Triathleten aus.
Das führt dann dazu, dass Maßnahmen gefordert werden. Selbst was ändern? Eigenverantwortung? Wozu? In Bonn stehen Schilder am Rhein "Baden lebensgefährlich", in Köln nicht. Dort werden die auch gefordert. Nächste Stufe ist dann das Badeverbot. |
Zitat:
Mit den fehlenden Jahren sind aus Zufall genau einige Jahre weggefallen, die solche Ausreisser nach oben beinhalten, z.B. 1997 & 1999. Zitat:
Die Wetterdaten muss man natürlich mit einrechnen, da stimme ich zu. Deshab sind die Daten nicht unbedingt immer vergleichbar. Was ich allerdings an den Zahlen dieses Jahres sehr bedenklich finde, ist der überdurchschnittliche Anstieg der Opfer unter 15 Jahren. Ich hoffe, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt und wieder mehr in Schwimmkurse investiert wird. Matthias |
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Vor der zunehmenden Anzahl Nichtschwimmer wird auch schon seit Jahren im Zusammenhang mit den meist kostenbedingten Schließungen vieler Bäder gewarnt. Matthias |
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http://www.gbe-bund.de/ (Suche nach Ertrinken) anstellen. Da erscheinen die 32 Toten unter 15 Jahren sofort in einem anderen Licht! |
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Ich berief mich darauf, dass laut der Statistik der DLRG die Ertrinkungszahlen im Vergleich zum Vorjahr um ca. 35% gestiegen sind, die der Jugendlichen und Kinder unter 15 Jahren sich aber fast verdoppelt hat, also um annähernd 100% gestiegen ist. Somit ist der prozentuale Anteil der Kinder an den Opfern im Vergleich mit dem Vorjahr gestiegen. Darin sehe ich (leider) eine Bestätigung der Entwicklung, vor der die DLRG seit Jahren seit Jahren warnt, dass die Zahl der Nichtschwimmer bei Kindern zunimmt, weil z.B. durch Schließungen von Schwimmbädern eine flächendeckenden "Grundversorgung mit Schwimmkursen nicht mehr gewährleistet ist. Matthias |
Das ist wirklich furchtbar. Ich kann das auch immer gar nicht glauben, aber ich fürchte, dafür gibt es verschiedene Gründe:
- Überschätzung der eigenen Kräfte - Wetterumschwung - generelle Falscheinschätzung des Wetters - Krämpfe - Herzinfarkt Also auf jeden Fall immer jemanden Bescheid geben, wann und wo man schwimmen geht! |
Zitat:
In der Tabelle zuerst auf alle Minus Zeichen klicken. Dann zu "Tabelle verändern", die Altersgruppe auf "Unter 1 Jahr" bis hin zu "10-15 Jahre" setzen. Dann Blattmerkmale aktualisieren klicken. Noch weiter unten gibts dann die Möglichkeit "Interaktive Grafiken", dort auf Liniendiagramm klicken. Dann sollte sich ein Diagramm zeigen, in dem die jeweilige Altersgruppe über die Jahre 98 bis 2011 dargestellt ist. Die Bezeichnung W65 bis 74 sollte die für uns interessante Zahl sein. Ich hab die Zahlen mal rauskopiert und ein Gesamtdiagramm erstellt. Und da erscheinen die 32 Toten ganz einfach in nem anderen Licht, die Veränderung allein aufs Vorjahr bezogen liefert hier meiner Meinung nach ein übertriebendes Bild, denn da können Ausreisser in den Daten nach oben oder unten gewaltig reinspielen. ![]() |
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Ich weiß, dass man über Statistiken vortrefflich streiten kann :Duell: . Ich denke aber, um die Zahlen zu vergleichen, ist es sinnvoll, die Zahlen einer Quelle zu vergleichen. Ich vermute mal, dass in der Statistik des Bundes für dieses Jahr auch mehr als die 32 Opfer aufgelistet sind. Nachprüfen können wir das vermutlich irgendwann 2014 oder 2015, wenn die Zahlen für 2013 veröffentlicht sind :Huhu: . Daher sehe ich die von der DLRG für dieses Jahr veröffentlichten Zahlen im Verhältnis zur DLRG-Statistik der letzten Jahre. Der Anstieg von 18 im gesamten letzten Jahr auf dieses Jahr 32 (und das Jahr ist noch nicht um :( ) ist zwar in absoluten Zahlen vielleicht nicht so hoch, bedeutet aber doch eine Verdoppelung der Opferzahlen. Klar, ein Trend ist das nach einem Jahr nicht. Ich finde es nur bemerkenswert, dass der Anstieg in dieser Altersgruppe wesentlich stärker ist als in den anderen Altersgruppen. Und wie ich schon schrieb: Ich hoffe stark, dass diese Zahlen ein einmaliger Ausreißer waren und sich die positive Tendenz der letzten Jahre fortsetzt. Matthias |
Bei uns ist am Montag (schwül) einer direkt nach dem Laufen in den See gegangen.
Den haben sie bisher nicht wiedergefunden. Nur seine Sachen lagen noch am Ufer. |
Mal wieder eine aktuelle Pressemeldung zum Thema:
DLRG rettet 16 Menschen vor dem Ertrinken Ich denke, die Ursachen für die Notsituationen sind nach dem Lesen des Artikel klar. Ich denke mal, dass bei den jeweiligen Strömungsverhältnissen ein absolutes Badeverbot (rote Flagge) durch die jeweiligen DLRG-Wache angezeigt wurde, das jeweils missachtet wurde. die Schwimmer haben sich entweder vorher nicht informiert, waren unvorsichtig oder haben sich einfach überschätzt. Anderseits gut zu sehen, dass die Kollegen an der Küste ihren Job gut machen und dass man an bewachten Stränden durchaus sicher baden und schwimmen kann.:Blumen: Matthias |
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Gewitter haben wir derzeit qusi jeden Tag. Und das man auf jeden Fall bei Gewitter aus dem Wasser bleibt (wenn möglich(*)) ist auch klar. Wir haben gelernt: Wasser leitet elektrischen Strom, um einen Blitzeinschlag entsteht ein mächtiges Spannungsgefälle und so weiter. Mir geht es jetzt mal nur um die Elektrik, nicht Böen(*), Wellen etc. Die Frage die mir in den Sinn kam: Was machen die Fische eigentlich bei Gewitter? Ein Zander, Hecht oder Wels ist locker lang genug für eine gut "Schrittspannung", "Körperspannung"....? Gibt es eine nennenswerte Anzahl an toten Fischen nach Gewittern? Kennt sich einer damit aus? Grüße, Thomas (*) Bei einer Runde auf dem Steinhuder Meer vor ein paar Jahren sind wir mit einer kleinen Gruppe Seekajaker durch schlampige Planung (anders kann man es nicht nennen) mitten auf dem Meer von einer sehr heftigen Gewitterzelle überrascht worden. Das zählt sehr deutlich zu den Erlebnissen die ich nicht nochmal brauche. Böen in Sturmstärke, Grundsee aus allen Richtungen und Blitzeinschläge mit irrem Krach. Über Wasser trägt es Schall bekanntlich sehr gut. Die Hälfte der Leute gekenntert, die andern klatschnass. Holla! :Gruebeln: |
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Als ich gesehen habe, dass jemand was zu diesem Thema schreibt, dachte ich schon, dass die Häufung von Schwimmtoten in den Wettkämpfen der letzten Tage/Wochen hier thematisiert würde. 2 Tote Schwimmer beim Ironman Irland, eine Tote bei der IM 70.3 WM am Samstag und eine tote Schwimmerin beim Fuschlseecrossing dieses WE in Österreich. |
Danke!
Das klingt plausibel. :Blumen: Gruß, Thomas |
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M. |
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@Spanky: ja, und auch ausserhalb der Triathlonwelt ist es erscheckend aktuell und auch schlimm wie viele Menschen derzeit ertrinken. Die Gründe sind vielfältig, das es nicht immer daran liegt dass viele nicht schwimmen können sehen wir an den traurigen Fällen bei den Wettkämpfen. Aber darauf wollte ich nicht hinaus.....:Huhu: |
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