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Ich bin immer wieder erstaunt wenn völlige Anfänger Ausdrücke wie 'Sub' benutzen um unter so und so viel Zeit zu beschreiben. |
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Meine Erfahrung hat mich etwas anderes gelehrt. Jugendliche Heißsporne, gelernte Kurzstreckler, Radsportler oder alte Hasen mit Tempoallergie verstehen den Begriff "zügig" in aller Regel sehr unterschiedlich. Es schadet nicht, wenn man präzisere Begriffe hat, um sich zu verständigen. Je nach dem, was dem Athleten lieber ist, sind 250 Watt, Puls 150 oder Laktat 2mmol wesentlich einfachere und klarere Ansagen. Was einem Außenstehenden als schrecklich kompliziertes Fachchinesisch erscheinen wird, ist für den anderen eine angenehme Vereinfachung. Zitat:
Zum Verhältnis von Sportwissenschaft und Trainingspraxis: Beide befruchten sich gegenseitig. Mal geht die Wissenschaft voraus, mal die Praxis. Wenn ein Trainingskonzept besonders gut funktioniert, kann die Wissenschaft helfen zu verstehen, warum das so ist. Diese Erkenntnisse macht sich dann wieder die Trainingspraxis zunutze und so weiter. Umgekehrt hat die Sportwissenschaft Schluss gemacht mit dem Dogma, man dürfe im Ausdauertraining nichts trinken und keine Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, um ein Beispiel zu nennen. Heute verstehen wir die Vorgänge des Energiestoffwechsels ganz gut und nutzen das im Training, im Wettkampf und für die Regeneration selbstverständlich aus. Freilich muss man sich dieses Wissen als Sportler erst aneignen. Doch ich sehe darin nichts, was den Sport irgendwie kaputt machen würde – ganz im Gegenteil, das macht einen Teil des Reizes und der Vielfalt unseres Sports aus. Grüße, Arne |
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Ich denke es ist ein Unterschied, ob jemand womöglich als Triathlontrainer arbeitet oder ob jemand als völliger Newbie mit dem Sport anfängt. Klar, ist es vielleicht interessant für Trainer die genauen wissenschaftlichen Zusammenhänge und Begriffe zu kennen, aber ob das wirklich jeder Neuling wissen muss?
Ich denke, als Neuling ist man schnell erschlagen mit Fachwissen, die man erstmal gar nicht braucht. |
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Grüße, Arne |
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Wir können Einstein nichts vorwerfen. Nicht mal, dass er mit seinen Theorien die 7. Klassler verwirrt hätte. Vielmehr müssen wir dem Lehrer vorwerfen, dass er mit den Einsteinschen Theorien auf die 7. Klassler losgegangen ist. Und wir können dem Physiker einen Vorwurf machen, der schon mal ausgerechnet hat (es interessiert ihn genauer) wie denn der Apfel zu Boden fällt und dann den 7. Klässlern glauben machen möchte, dass dies der einzige Weg wäre um zu berechnen wie der Apfel zu Boden fällt. Auch dann, wenn es das erste mal ist, dass die 7. Klässler sich mit Physik beschäftigen. Übrigens kann man auch dem Verleger Vorwürfe machen, der mit dem Physiker im Gepäck von Schule zu Schule (nur 7. Klassen) zieht um ein Buch über die Relativitätstheorie zum Zwecke der "Apfelfallberechnung" zu promoten. |
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@Arne: Wieso fühlst du dich denn so angegriffen? Nur weil der 3-bier in seinem Post deinen Trainingsplan erwähnt hat? :Huhu: |
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Wenn man eine Sprache lernt, muss man ja auch simpel anfangen. |
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Aber lies doch den Thread-Titel nochmal: "Ist modern oft zu kompliziert?" Meine Antwort: ja. In vielen Fällen schon. Oder anders formuliert: es wird zu kompliziert gemacht. Ich bin mir allerdings sicher: es wird auch wieder eine Zeit kommen, in der die Dinge deutlich vereinfacht werden und das dann als großer Fortschritt verkauft wird. |
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Ich finde eher die zwanghafte, aus kommerziellen Interessen gespeiste Simplifizierung unseres Sports ärgerlich. Grüße, Arne |
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:Cheese: :Huhu: |
Beim Marathonlauf hat Deutschland im internationalen Vergleich noch nie so schlecht abgeschnitten wie derzeit.
Woran liegt es? Keine Talente? Glaub ich nicht. Die Läufer haben alle Möglichkeiten, die die moderne Trainingslehre bietet. Laufschuhe, Spikes, Laktat, Massage, VO2Max, Bahn, Höhe, Kompression, etc., blabla. Und jetzt? |
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Vielleicht erkennt man mehr, wenn die Leber strapaziert wird. |
Nehmen wir mal ein konkretes Beispiel: Ein Einsteiger macht seine erste Langdistanz, ohne viel theoretisches Brimborium, einfach aus Spaß und um Erfahrungen zu sammeln. Beim Marathon bekommt er jedoch schon früh Magenkrämpfe und kurz darauf Durchfall.
Zu Hause angekommen fragt er nun hier nach, wie er diese Probleme beim nächsten Mal verbessern könnte. Denkt mal über die möglichen Antworten nach. Man könnte ihm freilich sagen, "probiere die nächsten 10 Langdistanzen einfach etwas herum". Aber alle anderen Antworten sind wahrscheinlich recht komplex – weil das Thema komplex ist. Wasser- und Salzhaushalt, das Zuckerspektrum seines Gels (lang-, kurzkettig, Fructose), Ernährung des Vortags, Koffein, Pacing und so weiter. Auch wenn unser Sportsfreund manche Begriffe und Zusammenhänge erst lernen muss, wird er dankbar für die Antworten sein. Grüße, Arne |
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Grüße, Arne |
Ich muss zugeben das ich gerne nach Plan trainiere weil ich damit bisher immer gut gefahren bin. Angefangen habe ich vor 6 Jahren .Meine sportliche Vorgeschichte ist eigentlich ganz kurz. 3x Marathon gelaufen, immer um die 4h. Dann habe ich einen Trainer aufgesucht und habe nach Plan trainiert. Der nächste Mara um die 3:30 dann die erste LD mit 10:36.
Bin jetzt bei 9:22 und schiele im nächsten Jahr in der AK 40 :-) Richtung 9 h Marke. Mal sehen was drin ist brauche bloß noch den richtigen Plan :-) |
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Diese Diskussion muss aber grundlegender geführt werden. Da geht es um gesellschaftliche Entwicklungen und Werte. |
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wo wir wieder bei herrn precht wären. :Cheese: die ursache, ob es der misslungende MRT bei der LD ist oder das Ziel einer verbesserung in einer einzeldisziplin einer KD, spielt in diesen zusammenhang eine untergeordnete rolle. es gibt probleme, die sind komplex und die kann man nur mit komplexen lösungen angehen. die frage ist, muss man das ganze immer aus differenzieren (Arnes Bsp: TDL) oder sagt man: Lauf rund 85% von deinem maxtempoe und damit wirst du schon vieles richtig machen? also wissen die athleten immer um sinn und zweck der jeweiligen einheit des plans? oder haben sie nicht genau deswegen einen kompetenten trainer gewählt um sich solchen fragen nicht stellen zu müssen? |
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In den Anfangsjahren des Triathlons hat der Sport starke Anziehung auf 'Chaoten' ausgeübt, die vor allem an dem Neuen/Unkonventionellen ihren Spass hatten. Meine Freunde aus der Zeit hatten eigentlich alle einen an der Waffel.
Heute wird der Anteil der lebenskrisengeplagten Technokraten höher sein. Dieser Typ freut sich über die viefältigen Erfahrungswerte, die mittlerweile vorliegen, und baut sein Training gerne auf wissenschaftlichen Studien und Plänen auf. Das hat mit früher war alles viel einfacher und heute ist es so komplex vielleicht gar nix zu tun. |
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Das stimmt zu100%, wer will sich schon 250km die Woche mit der Lauferei abquälen für das bisschen Geld. |
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Ich schau mir die Schwimmer an, die Ruderer, die Kanuten, die Fechter, die... alles das gleiche, trainieren bis zum umfallen und verdienen nix damit. Sind aber ungleich erfolgreicher (mal abgesehen von den Schwimmer n in London) |
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was verdienen die denn ?
Schlechtes Geld? Mit "gutem Geld" ist wohl "viel Geld" gemeint. Und die von mir aufgeführten Sportler lassen sich in etwa in einen Topf mit den Leichtathleten werfen. Und da haben meiner Meinung nach die deutschen Sportler bzw. Läufer andere Probleme als Geld verdienen. Man kann auch noch die Biathleten, Langläufer, etc. dazu nehmen. Alle ungleich erfolgreicher und alle trainieren mit Sicherheit nicht weniger. |
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Da muss was rüber kommen finanziell gesehen damit es sich auch lohnt. Will doch keiner für 2000 Netto machen , verdient ja der Finanzbeamte Abt. Leiter mehr- für weniger Schinderei. Die Leidenschaft und der Spass am Sport haben auch Grenzen, spätestens dann wenn man damit den Lebensunterhalt verdienen muss. |
Stimmt, es gibt andere Sportarten, da verdienst du als deutscher Sportler genau so wenig und die Deutschen sind trotzdem vorne. Das liegt aber unter anderem daran, dass es bei den Sportlern aus anderen Nationen vermutlich auch nicht rosiger aussieht, oder in welchem Land wirst du mit Fechten Multimillionär? Beim Laufen ist die Sache anders, da bist du als Afrikaner ein gemachter Mann, wenn du einen großen Stadtmarathon gewinnst und die Großfamilie muss auch nicht mehr Hunger leiden. Da stehen die Jungs und Mädels auf und haben nur ihre Leistungsentwicklung vor Augen, mehr nicht. Das findest du sonst in keinem anderen Sport.
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Du magst recht haben.
Es wäre ein Jammer. Wenn ich so schnell laufen könnte, würde ich alles versuchen um es zu schaffen. Warum sind Leichtathleten (Läufer) keine sportsoldaten? Ich stelle fest, dass wir OT sind. Sorry |
Immer diese langen Diskussionen :-) Ich staune regelmäßig was man da ablabern kann (nicht böse gemeint!). Ja es wird kompliziert wenn man sich mit Details und vor allem mit verschiedenen Konzepten beschäftigt, und wenn man versucht, Konzepte zu verbinden oder gar an eigene Bedürfnisse anzupassen, wird es in Wahrheit undurchschaubar oder anders gesagt - unwissenschaftlich.
Fährt man nicht am besten wenn man einfach einem Konzept folgt und ausprobiert ob es für einen funktioniert? Wie wäre es einfach mit Arne's Trainingsplan? Für 2 Jahre? Oder einem anderen Online oder Personal Trainer? Man kann es auch einfach wie Ben machen und trainieren was geht, funktioniert doch auch wenn die Knochen halten. Der ganze Rest macht wohl nicht mehr als 10% aus - und hängt darüber hinaus auch noch von den persönlichen Voraussetzungen ab. Manche hier schaffen auch mit FastTwitch Training Zeiten an die 9 Stunden - andere holen sich dabei einen Bandscheibenvorfall. |
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Hier kann man nachlesen, wie sie den Pollmächer nach nicht mal einem Jahr wieder raus geworfen haben. Nach der Aufnahme musste er übrigens erst mal auf sechs Wochen Training verzichten, um die Grundausbildung zu machen. Auszüge: Zitat:
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@Arne: Du hast nach Beispielen gefragt: Die Diskussion hier: http://www.triathlon-szene.de/forum/...ad.php?t=25903
finde ich wird auch "kompliziert" gemacht. Was ich an der Stelle einfach finden würde, wäre Sch**ß auf Tabata, 170% VO2max, SRM, FTP oder "rumrechnen". Meine einfache Sicht ist: Fahr dich g'scheit ein, ein paar kurze Antritte und TF Varianz zum "aufwecken" der Haxen und dann hau Dir einfach 8*(20/20) voll eine in die Fresse und gut. Vielleicht bin ich da aber schlicht zu einfach gestrickt. :Blumen: @HeinB: Damit möchte ich nicht sagen, dass Deine Frage dumm oder kompliziert oder sonst was ist. No offense. :Blumen: |
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Da wird noch jede Menge "gut verdientes Geld" in den Sand gesetzt!;) |
Und um wieder auf den Ausgangspunkt zurückzukommen:
Ja, modern ist oft zu kompliziert, bzw es wird sehr oft verkompliziert! |
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Zum Thema Plan und Co. Die Gründe, warum jemand nach Plan, mit Trainer oder eben ohne alles trainiert sind doch unheimlich vielfältig und haben nicht immer etwas damit zu tun, dass ein Training kompliziert ist. Mir geht dieses ewige "früher war alles besser" Gehabe unheimlich auf die Nerven. Anders war vieles. Klar. So wie es in der Gegenwart ist, ist es immer ein Abbild der gesellschaftlichen Entwicklung. Triathlon wird eben langsam aber sicher immer professioneller. Also beschäftigen sich auch nach und nach mehr Sportwissenschaftler, Industrie, Marketingabteilungen damit und bringen ihre Ideen ein. Entscheidend dafür sind auch die Triathleten selbst, die eben bereit sind in ihren Sport zu investieren. Warum auch nicht? Die Nachfrage bestimmt den Markt. Also gibt es sinnige und unsinnige Dinge. Trotzdem ist Triathlon nach wie vor eine Randsportart. Ich stimme Arne auch in dem Punkt zu, dass vieles für den Einzelnen nützlich sein kann, um zum Beispiel ein längeres Training erst zu ermöglichen. Das trifft auf mich zu 100% beim Laufen zu. Übrigens nur mal am Rande erwähnt: "Wir" Schwimmer haben Ende der 80er Jahre 3x die Woche eine TE im Kraftraum verbracht mit Athletik Training ohne Geräte und auch mit Geräten, sehr viel deeehnen. Begonnen haben wir das im zarten Alter von 10 Jahren an der Sportschule. Dort war das Training nicht weniger komplex und aus heutiger Sicht betrachtet durchaus auch kompliziert und für damalige Verhältnisse sehr modern. Wir mussten sogar LAUFEN!!! (aber nie länger als ne halbe Stunde ;) ) |
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