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keko 08.11.2012 13:52

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829160)
Werfen wir Beethoven vor, dass seine Klaviersonaten für Anfänger schwer zu spielen sind? Niemand wird zu etwas gezwungen. Wer will, kann sein Leben lang "Hänschen klein" spielen oder als Sportler einfach etwas im Wald rumjoggen.

Grüße,
Arne

Wenn schon so ein Vergleich, dann müsste man sagen, dass Beethoven aus "Hänschen klein" (einem Kinderlied) eine Klaviersonate machen will. :)

Lui 08.11.2012 14:38

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 829250)
Es gibt genug Beispiele: Dinge wie GA1/2..., Laktakt, Maximalpuls, Wattzahlen. Alles Erfindungen der Neuzeit, die 95% aller Triathleten nicht braucht. Z.B. GA1/2 kann man viel einfacher mit einen Wort umschreiben ("locker", "zügig"...).

Ich habe mindestens 15 Jahre Training hinter mir gehabt bis ich das erste mal Ausdrücke, wie GA 1, GA 2 durch Internetforen gehört habe. Ich kannte auch nur locker, zügig, hart usw

Ich bin immer wieder erstaunt wenn völlige Anfänger Ausdrücke wie 'Sub' benutzen um unter so und so viel Zeit zu beschreiben.

Klugschnacker 08.11.2012 14:54

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 829250)
Es gibt genug Beispiele: Dinge wie GA1/2..., Laktakt, Maximalpuls, Wattzahlen. Alles Erfindungen der Neuzeit, die 95% aller Triathleten nicht braucht. Z.B. GA1/2 kann man viel einfacher mit einen Wort umschreiben ("locker", "zügig"...).

Zu GA1/2: Der Übergangsbereich zwischen GA1 und GA2 ist der Bereich des Wettkampftempos fortgeschrittener Langstreckler. Insofern ist dieser Leistungsbereich wesentlich. Du sagst es handele sich dabei um einen überflüssigen Begriff, weil es dafür die "viel einfacheren Worte" wie "locker" oder "zügig" gäbe?

Meine Erfahrung hat mich etwas anderes gelehrt. Jugendliche Heißsporne, gelernte Kurzstreckler, Radsportler oder alte Hasen mit Tempoallergie verstehen den Begriff "zügig" in aller Regel sehr unterschiedlich. Es schadet nicht, wenn man präzisere Begriffe hat, um sich zu verständigen. Je nach dem, was dem Athleten lieber ist, sind 250 Watt, Puls 150 oder Laktat 2mmol wesentlich einfachere und klarere Ansagen. Was einem Außenstehenden als schrecklich kompliziertes Fachchinesisch erscheinen wird, ist für den anderen eine angenehme Vereinfachung.

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 829250)
Was ich sagen wollte: zuerst waren Sportler da, die einen Sport (Triathlon) ausübten. Später kamen Wissenschaftler, die den einfachen Sport verwissenschaftlichten. Dann der Kommerz, der den Sport für seine Zwecke verkommerzialisiert. Es ist und bleibt aber ein einfacher Sport.

War die Sport- und Trainingswissenschaft nicht bereits da, als der Triathlon erfunden wurde? Die Triathleten haben sich nach Kräften des Wissens bedient, das bereits vorhanden war.

Zum Verhältnis von Sportwissenschaft und Trainingspraxis: Beide befruchten sich gegenseitig. Mal geht die Wissenschaft voraus, mal die Praxis. Wenn ein Trainingskonzept besonders gut funktioniert, kann die Wissenschaft helfen zu verstehen, warum das so ist. Diese Erkenntnisse macht sich dann wieder die Trainingspraxis zunutze und so weiter.

Umgekehrt hat die Sportwissenschaft Schluss gemacht mit dem Dogma, man dürfe im Ausdauertraining nichts trinken und keine Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, um ein Beispiel zu nennen. Heute verstehen wir die Vorgänge des Energiestoffwechsels ganz gut und nutzen das im Training, im Wettkampf und für die Regeneration selbstverständlich aus. Freilich muss man sich dieses Wissen als Sportler erst aneignen. Doch ich sehe darin nichts, was den Sport irgendwie kaputt machen würde – ganz im Gegenteil, das macht einen Teil des Reizes und der Vielfalt unseres Sports aus.

Grüße,
Arne

drullse 08.11.2012 15:01

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829298)
Heute verstehen wir die Vorgänge des Energiestoffwechsels ganz gut und nutzen das im Training, im Wettkampf und für die Regeneration selbstverständlich aus.

Ist dem wirklich so? Wenn es so wäre, dürfte es ja keine verschiedenen Ernährungskonzepte mehr geben, sondern nur noch Nuancen in denen sich das Ganz unterscheidet. Dem scheint mit aber nicht so zu sein.

Zitat:

Freilich muss man sich dieses Wissen als Sportler erst aneignen.
Wie oben schon gesagt: zu jeder These findest Du eine Gegenbehauptung. Woher soll man (und speziell der Anfänger dann) wissen, was nun stimmt? Und genau dann wird es kompliziert.

Lui 08.11.2012 15:09

Ich denke es ist ein Unterschied, ob jemand womöglich als Triathlontrainer arbeitet oder ob jemand als völliger Newbie mit dem Sport anfängt. Klar, ist es vielleicht interessant für Trainer die genauen wissenschaftlichen Zusammenhänge und Begriffe zu kennen, aber ob das wirklich jeder Neuling wissen muss?
Ich denke, als Neuling ist man schnell erschlagen mit Fachwissen, die man erstmal gar nicht braucht.

Klugschnacker 08.11.2012 15:14

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 829304)
Ist dem wirklich so? Wenn es so wäre, dürfte es ja keine verschiedenen Ernährungskonzepte mehr geben, sondern nur noch Nuancen in denen sich das Ganz unterscheidet. Dem scheint mit aber nicht so zu sein.

Weil es unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel gibt, mit jeweils unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Nimm als Beispiel das oft diskutierte Nüchterntraining. Wir verstehen seine Wirkungsmechanismen ganz gut. Trotzdem gibt es Alternativen dazu, zum Beispiel das Training mit teilentleerten Speichern. Welche Methode nun die bessere ist – kommt eben sehr drauf an.

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 829304)
Woher soll man (und speziell der Anfänger dann) wissen, was nun stimmt? Und genau dann wird es kompliziert.

Na und? Dann wird’s halt kompliziert. Man kann ja mit einfachen Strategien anfangen und sich allmählich einarbeiten, sofern man Lust dazu hat. Ich verstehe nicht, warum die Trainingslehre ab dem Moment als böser Bube dasteht, wo sie etwas Mühe macht.

Grüße,
Arne

Klugschnacker 08.11.2012 15:18

Zitat:

Zitat von Lui (Beitrag 829315)
...aber ob das wirklich jeder Neuling wissen muss? Ich denke, als Neuling ist man schnell erschlagen mit Fachwissen, die man erstmal gar nicht braucht.

Klar, wenn man wissen will, wie ein Apfel auf den Rasen fällt, genügt die Physik der 7. Klasse. Will man es genauer wissen, landet man bei Einstein – für Laien undurchdringbar. Wollen wir Einstein deshalb als jemanden sehen, der in erster Linie Verwirrung gestiftet hat?

Helmut S 08.11.2012 15:24

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829329)
Klar, wenn man wissen will, wie ein Apfel auf den Rasen fällt, genügt die Physik der 7. Klasse. Will man es genauer wissen, landet man bei Einstein – für Laien undurchdringbar. Wollen wir Einstein deshalb als jemanden sehen, der in erster Linie Verwirrung gestiftet hat?

Sehr gutes Beispiel! Es geht hier ja auch um die 7. Klassler des Ausdauersports.

Wir können Einstein nichts vorwerfen. Nicht mal, dass er mit seinen Theorien die 7. Klassler verwirrt hätte. Vielmehr müssen wir dem Lehrer vorwerfen, dass er mit den Einsteinschen Theorien auf die 7. Klassler losgegangen ist.

Und wir können dem Physiker einen Vorwurf machen, der schon mal ausgerechnet hat (es interessiert ihn genauer) wie denn der Apfel zu Boden fällt und dann den 7. Klässlern glauben machen möchte, dass dies der einzige Weg wäre um zu berechnen wie der Apfel zu Boden fällt. Auch dann, wenn es das erste mal ist, dass die 7. Klässler sich mit Physik beschäftigen.

Übrigens kann man auch dem Verleger Vorwürfe machen, der mit dem Physiker im Gepäck von Schule zu Schule (nur 7. Klassen) zieht um ein Buch über die Relativitätstheorie zum Zwecke der "Apfelfallberechnung" zu promoten.

Superpimpf 08.11.2012 15:27

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829329)
Klar, wenn man wissen will, wie ein Apfel auf den Rasen fällt, genügt die Physik der 7. Klasse. Will man es genauer wissen, landet man bei Einstein – für Laien undurchdringbar. Wollen wir Einstein deshalb als jemanden sehen, der in erster Linie Verwirrung gestiftet hat?

IMHO ein sehr unzutreffender Vergleich
Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 829339)
Sehr gutes Beispiel! Es geht hier ja auch um die 7. Klassler des Ausdauersports.

Wir können Einstein nichts vorwerfen. Nicht mal, dass er mit seinen Theorien die 7. Klassler verwirrt hätte. Vielmehr müssen wir dem Lehrer vorwerfen, dass er mit den Einsteinschen Theorien auf die 7. Klassler losgegangen ist.

Und wir können dem Physiker einen Vorwurf machen, der schon mal ausgerechnet hat (es interessiert ihm genauer) wie denn der Apfel zu Boden fällt und dann den 7. Klässlern glauben machen möchte, dass dies der einzige Weg wäre um zu berechnen wie der Apfel zu Boden fällt. Auch dann, wenn es das erste mal ist, dass die 7. Klässler sich mit Physik beschäftigen.

Übrigens kann man auch dem Verleger Vorwürfe machen, der mit dem Physiker im Gepäck von Schule zu Schule zieht um ein Buch über die Relativitätstheorie zu promoten.

der hier sehr schön ins rechte Licht gerückt wurde.

@Arne: Wieso fühlst du dich denn so angegriffen? Nur weil der 3-bier in seinem Post deinen Trainingsplan erwähnt hat? :Huhu:

Lui 08.11.2012 15:28

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829329)
Klar, wenn man wissen will, wie ein Apfel auf den Rasen fällt, genügt die Physik der 7. Klasse. Will man es genauer wissen, landet man bei Einstein – für Laien undurchdringbar. Wollen wir Einstein deshalb als jemanden sehen, der in erster Linie Verwirrung gestiftet hat?

Die Frage ist ob für einen Anfänger die ganze Information, die einem zur Verfügung steht hilfreich ist oder ob nicht zu viel auf einmal verwirrend ist.
Wenn man eine Sprache lernt, muss man ja auch simpel anfangen.

Klugschnacker 08.11.2012 15:41

Zitat:

Zitat von Superpimpf (Beitrag 829345)
@Arne: Wieso fühlst du dich denn so angegriffen? Nur weil der 3-bier in seinem Post deinen Trainingsplan erwähnt hat? :Huhu:

Nein, ich fühle mich keineswegs angegriffen, das kam falsch bei Dir an. Ganz im Gegenteil, ich sehe mich als jemanden, der komplizierte sportwissenschaftliche Sachverhalte möglichst allgemeinverständlich aufzubereiten versucht. Bis hin zu kostenlosen Trainingsplänen, die ein Anfänger einfach abtrainieren kann, wenn er will, ohne alles verstehen zu müssen, was dahinter steckt. Ich bin also durchaus auf Seite derer, die es gerne einfach haben.

Helmut S 08.11.2012 15:44

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829368)
ich sehe mich als jemanden, der komplizierte sportwissenschaftliche Sachverhalte möglichst allgemeinverständlich aufzubereiten versucht.

Quasi der Richard David Precht der Trainingswissenschaft ;)

drullse 08.11.2012 15:47

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829322)
Ich verstehe nicht, warum die Trainingslehre ab dem Moment als böser Bube dasteht, wo sie etwas Mühe macht.

Die Trainingslehre ist doch nicht böse.

Aber lies doch den Thread-Titel nochmal:

"Ist modern oft zu kompliziert?"

Meine Antwort: ja. In vielen Fällen schon.

Oder anders formuliert: es wird zu kompliziert gemacht.

Ich bin mir allerdings sicher: es wird auch wieder eine Zeit kommen, in der die Dinge deutlich vereinfacht werden und das dann als großer Fortschritt verkauft wird.

Klugschnacker 08.11.2012 15:49

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 829339)
Sehr gutes Beispiel! Es geht hier ja auch um die 7. Klassler des Ausdauersports.

Wir können Einstein nichts vorwerfen. Nicht mal, dass er mit seinen Theorien die 7. Klassler verwirrt hätte. Vielmehr müssen wir dem Lehrer vorwerfen, dass er mit den Einsteinschen Theorien auf die 7. Klassler losgegangen ist.

Und wir können dem Physiker einen Vorwurf machen, der schon mal ausgerechnet hat (es interessiert ihn genauer) wie denn der Apfel zu Boden fällt und dann den 7. Klässlern glauben machen möchte, dass dies der einzige Weg wäre um zu berechnen wie der Apfel zu Boden fällt. Auch dann, wenn es das erste mal ist, dass die 7. Klässler sich mit Physik beschäftigen.

Übrigens kann man auch dem Verleger Vorwürfe machen, der mit dem Physiker im Gepäck von Schule zu Schule (nur 7. Klassen) zieht um ein Buch über die Relativitätstheorie zum Zwecke der "Apfelfallberechnung" zu promoten.

Ich verstehe Deinen Punkt. Aber spielt er denn in der Praxis eine Rolle? Wo werden denn jetzt konkret die Einsteiger, die es anscheinend zu beschützen gilt, intellektuell abgeschreckt? Einsteiger-Artikel und Filme gibt es duch zuhauf, und im Forum gibt es einen eigenen, sehr lebhaften Bereich dafür. Am Kiosk findet man doch fast ausschließlich Infos für Einsteiger – wann findet man den in den einschlägigen "Fachzeitschriften" einen Artikel, der einen wirklich interessiert, wenn man schon ein paar Jahre dabei ist? Das ist doch heute alles auf dem Niveau von Men’s Health.

Ich finde eher die zwanghafte, aus kommerziellen Interessen gespeiste Simplifizierung unseres Sports ärgerlich.

Grüße,
Arne

Klugschnacker 08.11.2012 15:50

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 829374)
Quasi der Richard David Precht der Trainingswissenschaft ;)

Hab mich eigentlich eher als Ursula von der Leyen gesehen...
:Cheese: :Huhu:

3-rad 08.11.2012 15:52

Beim Marathonlauf hat Deutschland im internationalen Vergleich noch nie so schlecht abgeschnitten wie derzeit.
Woran liegt es?

Keine Talente?
Glaub ich nicht.

Die Läufer haben alle Möglichkeiten, die die moderne Trainingslehre bietet.
Laufschuhe, Spikes, Laktat, Massage, VO2Max, Bahn, Höhe, Kompression, etc., blabla.

Und jetzt?

3-rad 08.11.2012 15:54

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829383)
Hab mich eigentlich eher als Ursula von der Leyen gesehen...

ich werde in der nächsten Live-Sendung mal drauf achten oder beim nächten Treffen.
Vielleicht erkennt man mehr, wenn die Leber strapaziert wird.

Klugschnacker 08.11.2012 16:03

Nehmen wir mal ein konkretes Beispiel: Ein Einsteiger macht seine erste Langdistanz, ohne viel theoretisches Brimborium, einfach aus Spaß und um Erfahrungen zu sammeln. Beim Marathon bekommt er jedoch schon früh Magenkrämpfe und kurz darauf Durchfall.

Zu Hause angekommen fragt er nun hier nach, wie er diese Probleme beim nächsten Mal verbessern könnte.

Denkt mal über die möglichen Antworten nach. Man könnte ihm freilich sagen, "probiere die nächsten 10 Langdistanzen einfach etwas herum". Aber alle anderen Antworten sind wahrscheinlich recht komplex – weil das Thema komplex ist.

Wasser- und Salzhaushalt, das Zuckerspektrum seines Gels (lang-, kurzkettig, Fructose), Ernährung des Vortags, Koffein, Pacing und so weiter.

Auch wenn unser Sportsfreund manche Begriffe und Zusammenhänge erst lernen muss, wird er dankbar für die Antworten sein.

Grüße,
Arne

Klugschnacker 08.11.2012 16:07

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 829387)
Beim Marathonlauf hat Deutschland im internationalen Vergleich noch nie so schlecht abgeschnitten wie derzeit.
Woran liegt es?

Keine Talente?
Glaub ich nicht.

Die Läufer haben alle Möglichkeiten, die die moderne Trainingslehre bietet.
Laufschuhe, Spikes, Laktat, Massage, VO2Max, Bahn, Höhe, Kompression, etc., blabla.

Und jetzt?

Weil die finanziellen Aussichten für einen Profiläufer in Deutschland sehr schlecht sind, verglichen mit einer normalen Angestelltenlaufbahn. In Sportarten, bei denen man gutes Geld verdienen kann, sind wir international konkurrenzfähig.

Grüße,
Arne

herne100 08.11.2012 16:21

Ich muss zugeben das ich gerne nach Plan trainiere weil ich damit bisher immer gut gefahren bin. Angefangen habe ich vor 6 Jahren .Meine sportliche Vorgeschichte ist eigentlich ganz kurz. 3x Marathon gelaufen, immer um die 4h. Dann habe ich einen Trainer aufgesucht und habe nach Plan trainiert. Der nächste Mara um die 3:30 dann die erste LD mit 10:36.
Bin jetzt bei 9:22 und schiele im nächsten Jahr in der AK 40 :-) Richtung 9 h Marke. Mal sehen was drin ist brauche bloß noch den richtigen Plan :-)

Helmut S 08.11.2012 16:27

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829380)
Wo werden denn jetzt konkret die Einsteiger, die es anscheinend zu beschützen gilt, intellektuell abgeschreckt?

Verwirrt oder eingeschüchtert trifft es vielleicht besser - aber egal um die Genauigkeit der Formulierung geht es mir nicht. Hier z.B. geht es los https://www.google.de/search?q=triathlon+training Angefangen beim ersten Link.


Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829380)
Ich finde eher die zwanghafte, aus kommerziellen Interessen gespeiste Simplifizierung unseres Sports ärgerlich.

... um den Sport im Sinne der Vermarktung TV und massenkompatibel zu machen ... Ja. Da stimme ich zu.

Diese Diskussion muss aber grundlegender geführt werden. Da geht es um gesellschaftliche Entwicklungen und Werte.

Helmut S 08.11.2012 16:29

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829415)
In Sportarten, bei denen man gutes Geld verdienen kann, sind wir international konkurrenzfähig.

:Cheese: Das ist ne Steilvorlage für den D-Wort Bereich. Schon klar, oder?

thunderlips 08.11.2012 16:51

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829380)

Ich finde eher die zwanghafte, aus kommerziellen Interessen gespeiste Simplifizierung unseres Sports ärgerlich.

ist ja nicht nur im sport so.
wo wir wieder bei herrn precht wären. :Cheese:

die ursache, ob es der misslungende MRT bei der LD ist oder das Ziel einer verbesserung in einer einzeldisziplin einer KD, spielt in diesen zusammenhang eine untergeordnete rolle.

es gibt probleme, die sind komplex und die kann man nur mit komplexen lösungen angehen.
die frage ist, muss man das ganze immer aus differenzieren (Arnes Bsp: TDL) oder sagt man: Lauf rund 85% von deinem maxtempoe und damit wirst du schon vieles richtig machen?

also wissen die athleten immer um sinn und zweck der jeweiligen einheit des plans? oder haben sie nicht genau deswegen einen kompetenten trainer gewählt um sich solchen fragen nicht stellen zu müssen?

Faul 08.11.2012 16:53

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829409)
Nehmen wir mal ein konkretes Beispiel: Ein Einsteiger macht seine erste Langdistanz, ohne viel theoretisches Brimborium, einfach aus Spaß und um Erfahrungen zu sammeln. Beim Marathon bekommt er jedoch schon früh Magenkrämpfe und kurz darauf Durchfall.

Zu Hause angekommen fragt er nun hier nach, wie er diese Probleme beim nächsten Mal verbessern könnte.

Denkt mal über die möglichen Antworten nach. Man könnte ihm freilich sagen, "probiere die nächsten 10 Langdistanzen einfach etwas herum". Aber alle anderen Antworten sind wahrscheinlich recht komplex – weil das Thema komplex ist.

Wasser- und Salzhaushalt, das Zuckerspektrum seines Gels (lang-, kurzkettig, Fructose), Ernährung des Vortags, Koffein, Pacing und so weiter.

Auch wenn unser Sportsfreund manche Begriffe und Zusammenhänge erst lernen muss, wird er dankbar für die Antworten sein.

Grüße,
Arne

Wo du recht hast, hast du recht.

schoppenhauer 08.11.2012 21:28

In den Anfangsjahren des Triathlons hat der Sport starke Anziehung auf 'Chaoten' ausgeübt, die vor allem an dem Neuen/Unkonventionellen ihren Spass hatten. Meine Freunde aus der Zeit hatten eigentlich alle einen an der Waffel.

Heute wird der Anteil der lebenskrisengeplagten Technokraten höher sein. Dieser Typ freut sich über die viefältigen Erfahrungswerte, die mittlerweile vorliegen, und baut sein Training gerne auf wissenschaftlichen Studien und Plänen auf.

Das hat mit früher war alles viel einfacher und heute ist es so komplex vielleicht gar nix zu tun.

Ironmanfranky63 08.11.2012 21:39

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829415)
Weil die finanziellen Aussichten für einen Profiläufer in Deutschland sehr schlecht sind, verglichen mit einer normalen Angestelltenlaufbahn. In Sportarten, bei denen man gutes Geld verdienen kann, sind wir international konkurrenzfähig.

Grüße,
Arne

:Blumen: :Blumen:
Das stimmt zu100%, wer will sich schon 250km die Woche mit der Lauferei abquälen für das bisschen Geld.

3-rad 08.11.2012 21:43

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 829415)
Weil die finanziellen Aussichten für einen Profiläufer in Deutschland sehr schlecht sind, verglichen mit einer normalen Angestelltenlaufbahn. In Sportarten, bei denen man gutes Geld verdienen kann, sind wir international konkurrenzfähig.

glaub ich nicht.
Ich schau mir die Schwimmer an, die Ruderer, die Kanuten, die Fechter, die...

alles das gleiche, trainieren bis zum umfallen und verdienen nix damit.
Sind aber ungleich erfolgreicher (mal abgesehen von den Schwimmer n in London)

Ironmanfranky63 08.11.2012 21:47

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 829576)
glaub ich nicht.
Ich schau mir die Schwimmer an, die Ruderer, die Kanuten, die Fechter, die...

alles das gleiche, trainieren bis zum umfallen und verdienen nix damit.
Sind aber ungleich erfolgreicher (mal abgesehen von den Schwimmer n in London)

Er hat von " gutes Geld" gesprochen Ruderer, Kanuten verdienen doch nicht gutes Geld???:Nee: Bei den Schwimmern im Top Bereich geb ich dir Recht!

3-rad 08.11.2012 21:51

was verdienen die denn ?
Schlechtes Geld?


Mit "gutem Geld" ist wohl "viel Geld" gemeint.
Und die von mir aufgeführten Sportler lassen sich in etwa in einen Topf mit den Leichtathleten werfen.
Und da haben meiner Meinung nach die deutschen Sportler bzw. Läufer andere Probleme als Geld verdienen.

Man kann auch noch die Biathleten, Langläufer, etc. dazu nehmen.
Alle ungleich erfolgreicher und alle trainieren mit Sicherheit nicht weniger.

Ironmanfranky63 08.11.2012 22:02

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 829579)
was verdienen die denn ?
Schlechtes Geld?


Mit "gutem Geld" ist wohl "viel Geld" gemeint.
Und die von mir aufgeführten Sportler lassen sich in etwa in einen Topf mit den Leichtathleten werfen.
Und da haben meiner Meinung nach die deutschen Sportler bzw. Läufer andere Probleme als Geld verdienen.

Man kann auch noch die Biathleten, Langläufer, etc. dazu nehmen.
Alle ungleich erfolgreicher und alle trainieren mit Sicherheit nicht weniger.

Die Frage ist wie deffiniert man " viel Geld"?? Gabs schon mal in einem andrem Fred. Man bedenke der ständige Leistungsdruck, das ganze Leben auf den Sport fixiert, no Party, mit den Hühnern ins Bett usw.
Da muss was rüber kommen finanziell gesehen damit es sich auch lohnt. Will doch keiner für 2000 Netto machen , verdient ja der Finanzbeamte Abt. Leiter mehr- für weniger Schinderei.
Die Leidenschaft und der Spass am Sport haben auch Grenzen, spätestens dann wenn man damit den Lebensunterhalt verdienen muss.

sbechtel 08.11.2012 22:17

Stimmt, es gibt andere Sportarten, da verdienst du als deutscher Sportler genau so wenig und die Deutschen sind trotzdem vorne. Das liegt aber unter anderem daran, dass es bei den Sportlern aus anderen Nationen vermutlich auch nicht rosiger aussieht, oder in welchem Land wirst du mit Fechten Multimillionär? Beim Laufen ist die Sache anders, da bist du als Afrikaner ein gemachter Mann, wenn du einen großen Stadtmarathon gewinnst und die Großfamilie muss auch nicht mehr Hunger leiden. Da stehen die Jungs und Mädels auf und haben nur ihre Leistungsentwicklung vor Augen, mehr nicht. Das findest du sonst in keinem anderen Sport.

HeinB 08.11.2012 23:11

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 829576)
glaub ich nicht.
Ich schau mir die Schwimmer an, die Ruderer, die Kanuten, die Fechter, die...

Ruderer und Kanuten sind glaube ich oft Sportsoldaten. Außerdem unterschlägst du die paar dutzend Sportarten wo Deutsche nicht vorne dabei sind. Last but not least kann man als Lauftalent heute im Triathlon auch erfolgreich sein, und verdient da vermutlich mehr. Läuft unsere Kurzdistanz-Elite nicht schneller 10k als die Spezialisten?

3-rad 08.11.2012 23:18

Du magst recht haben.
Es wäre ein Jammer.
Wenn ich so schnell laufen könnte, würde ich alles versuchen um es zu schaffen.
Warum sind Leichtathleten (Läufer) keine sportsoldaten?


Ich stelle fest, dass wir OT sind.
Sorry

ironing 08.11.2012 23:33

Immer diese langen Diskussionen :-) Ich staune regelmäßig was man da ablabern kann (nicht böse gemeint!). Ja es wird kompliziert wenn man sich mit Details und vor allem mit verschiedenen Konzepten beschäftigt, und wenn man versucht, Konzepte zu verbinden oder gar an eigene Bedürfnisse anzupassen, wird es in Wahrheit undurchschaubar oder anders gesagt - unwissenschaftlich.

Fährt man nicht am besten wenn man einfach einem Konzept folgt und ausprobiert ob es für einen funktioniert? Wie wäre es einfach mit Arne's Trainingsplan? Für 2 Jahre? Oder einem anderen Online oder Personal Trainer? Man kann es auch einfach wie Ben machen und trainieren was geht, funktioniert doch auch wenn die Knochen halten. Der ganze Rest macht wohl nicht mehr als 10% aus - und hängt darüber hinaus auch noch von den persönlichen Voraussetzungen ab. Manche hier schaffen auch mit FastTwitch Training Zeiten an die 9 Stunden - andere holen sich dabei einen Bandscheibenvorfall.

HeinB 08.11.2012 23:50

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 829620)
Warum sind Leichtathleten (Läufer) keine sportsoldaten?

Gefördert werden Sportarten, wo es Erfolge gibt. Erfolge gibt es, wo gefördert wird. Wer sieht das Problem?

Hier kann man nachlesen, wie sie den Pollmächer nach nicht mal einem Jahr wieder raus geworfen haben. Nach der Aufnahme musste er übrigens erst mal auf sechs Wochen Training verzichten, um die Grundausbildung zu machen.

Auszüge:

Zitat:

Der Marathon im Männerbereich ist auf der niedrigsten Förderstufe des DLV. Es besteht derzeit kein Grund, diesen Bereich zu unterstützen. Die Erfolgsprognose ist gleich Null. Der DLV sieht es zu dem nicht vertretbar, an den Marathonbereich Plätze bei der Bundeswehr oder Bundespolizei zu vergeben.
Zitat:

Ich habe auch noch den Satz im Ohr: „Wir fördern lieber noch einen weiteren Werfer, denn dieser kann evt. eine Medaille bei einem internationalen Höhepunkt gewinnen, als einen Marathonläufer, der momentan aus Sicht des DLV nicht in der Lage sein wird, eine Platzierung unter den ersten Acht zu erreichen.

Helmut S 09.11.2012 10:35

@Arne: Du hast nach Beispielen gefragt: Die Diskussion hier: http://www.triathlon-szene.de/forum/...ad.php?t=25903

finde ich wird auch "kompliziert" gemacht. Was ich an der Stelle einfach finden würde, wäre Sch**ß auf Tabata, 170% VO2max, SRM, FTP oder "rumrechnen".

Meine einfache Sicht ist: Fahr dich g'scheit ein, ein paar kurze Antritte und TF Varianz zum "aufwecken" der Haxen und dann hau Dir einfach 8*(20/20) voll eine in die Fresse und gut.

Vielleicht bin ich da aber schlicht zu einfach gestrickt. :Blumen:

@HeinB: Damit möchte ich nicht sagen, dass Deine Frage dumm oder kompliziert oder sonst was ist. No offense. :Blumen:

HeinB 09.11.2012 10:37

Zitat:

Zitat von Helmut S (Beitrag 829721)
@HeinB: Damit möchte ich nicht sagen, dass Deine Frage dumm oder kompliziert oder sonst was ist. No offense. :Blumen:

None taken. Ich verstehe meinen Thread als Gegenpol zu diesem hier. :Lachanfall:

Campeon 09.11.2012 11:43

Zitat:

Zitat von Ironmanfranky63 (Beitrag 829581)
.....das ganze Leben auf den Sport fixiert....
Da muss was rüber kommen finanziell gesehen damit es sich auch lohnt.

Na das findest du aber auch zu Hauf bei den Hobbytriathleten und finanziell lohnt es sich garnicht, ganz im Gegenteil!
Da wird noch jede Menge "gut verdientes Geld" in den Sand gesetzt!;)

Campeon 09.11.2012 11:44

Und um wieder auf den Ausgangspunkt zurückzukommen:

Ja, modern ist oft zu kompliziert, bzw es wird sehr oft verkompliziert!

Vicky 09.11.2012 13:01

Zitat:

Zitat von HeinB (Beitrag 829617)
Läuft unsere Kurzdistanz-Elite nicht schneller 10k als die Spezialisten?

Ja! Die Frage ist, warum sind unsere Läufer 1980 schneller gewesen als sie heute laufen??? Das ist aber :offtopic: :Cheese:

Zum Thema Plan und Co. Die Gründe, warum jemand nach Plan, mit Trainer oder eben ohne alles trainiert sind doch unheimlich vielfältig und haben nicht immer etwas damit zu tun, dass ein Training kompliziert ist.

Mir geht dieses ewige "früher war alles besser" Gehabe unheimlich auf die Nerven. Anders war vieles. Klar. So wie es in der Gegenwart ist, ist es immer ein Abbild der gesellschaftlichen Entwicklung. Triathlon wird eben langsam aber sicher immer professioneller. Also beschäftigen sich auch nach und nach mehr Sportwissenschaftler, Industrie, Marketingabteilungen damit und bringen ihre Ideen ein. Entscheidend dafür sind auch die Triathleten selbst, die eben bereit sind in ihren Sport zu investieren. Warum auch nicht? Die Nachfrage bestimmt den Markt. Also gibt es sinnige und unsinnige Dinge. Trotzdem ist Triathlon nach wie vor eine Randsportart.

Ich stimme Arne auch in dem Punkt zu, dass vieles für den Einzelnen nützlich sein kann, um zum Beispiel ein längeres Training erst zu ermöglichen. Das trifft auf mich zu 100% beim Laufen zu.

Übrigens nur mal am Rande erwähnt: "Wir" Schwimmer haben Ende der 80er Jahre 3x die Woche eine TE im Kraftraum verbracht mit Athletik Training ohne Geräte und auch mit Geräten, sehr viel deeehnen. Begonnen haben wir das im zarten Alter von 10 Jahren an der Sportschule. Dort war das Training nicht weniger komplex und aus heutiger Sicht betrachtet durchaus auch kompliziert und für damalige Verhältnisse sehr modern. Wir mussten sogar LAUFEN!!! (aber nie länger als ne halbe Stunde ;) )


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