triathlon-szene.de |  Europas aktivstes Triathlon  Forum

triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum (https://www.triathlon-szene.de/forum/index.php)
-   Politik, Religion & Gesellschaft (https://www.triathlon-szene.de/forum/forumdisplay.php?f=30)
-   -   Recht am eigenen Körper? (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=24432)

Campeon 20.07.2012 01:50

Zitat:

Zitat von Raimund (Beitrag 780417)
ich musste dabei sofort hierdran denken:

http://www.stern.de/panorama/spassre...n-1705651.html

-> du willst hier etwas durchsetzen?! mach ne religion draus!:Lachanfall:

haha, die Ösis, echt ne nette Story. Die ist so schön daneben, einfach lustig!

Ist Triathlon nicht auch ne Religion?
Zumindest bei dem Ein oder Anderen hier?

schnodo 20.07.2012 01:59

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 780414)
Gibts da Zahlen darüber?

Keine Ahnung, mir haben Berichte über Einzelfälle gereicht. Würde es Deine Einstellung ändern, wenn Du wüsstest, dass jährlich 100 Kinder daran sterben? 1000?
Ich glaube nicht, dass Todeszahlen hier irgendeine Meinung ändern. Es geht um's Prinzip, den Grundsatz der körperlichen Unversehrtheit.

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 780414)
aber wenn man Moslmes und Juden durch ein generelles Verbot, der Beschneidung, in die Illegalität drängt, dann gibts mit Sicherheit in Zukunft, mehr Probleme nach diesem Eingriff!

Wahrscheinlich gibts mehr Probleme bei schlecht ausgeführten Piercings!

Das mag sehr wohl sein, allerdings habe ich noch keine Berichte über Eltern gehört, die ihre Kinder zum Piercing gezwungen haben.
(Ich gehe davon aus, dass das Ohrlochstechen durch die Großmutter kein aktuell ausgeübtes Verfahren mehr ist.)
Wenn es aber so wäre, dass Eltern ihre Kinder zum Piercing zwingen, dann wäre ich genauso dagegen wie gegen jegliche Form der Genitalverstümmelung oder sonstige Kindesmißhandlung.

Dass ich die Angst vor der Flucht in die Illegalität nicht als Argument gelten lasse, hatte ich bereits gesagt. Unter diesem Gesichtspunkt könnte man sich nahezu jede gesetzliche Regelung sparen.

Nur so als Gedanke, um meine Einstellung verständlich zu machen: Genitalverstümmelung bei Mädchen, die ja auch nicht erlaubt ist, wird vermutlich dennoch durchgeführt, mit den von Dir angeführten Folgen. Wäre es also eine gute Idee das Abtrennen der Klitoris bei kleinen Mädchen straffrei zu stellen und so das Risiko zu verringern?

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 780418)
Aber mir persönlich scheint sowohl der ursprüngliche Vergleich wie Deine Antwort darauf als Begründung für Strafen (staatliche Gewalt) bei Beschneidung von Jungs auf Veranlassung der Eltern viel zu weit hergeholt.

Ich hatte auch den Eindruck, dass die Aussicht auf Wiederholung des Holocaust deutlich verfrüht in die Diskussion eingebracht wurde. Darauf und auf - auch immer gerne genommen - Nazi-Vergleiche gibt es nach meinem Kenntnisstand keine angemessene Reaktion. ;)

Um zum Thema zurückzukommen: Ich glaube auch nicht, dass sich viel bewegen wird, aber ich finde es zumindest gut, dass darüber gesprochen wird. Auch wenn meine Meinung noch nicht mehrheitsfähig ist, vielleicht ändert sich auf lange Sicht doch etwas. Steter Tropfen höhlt den Stein. Als ich eingeschult wurde, war es zwar nicht üblich, dass der Klassenlehrer die Kinder verprügelte, aber wenn es mal eine Ohrfeige gab, dann war das kein Drama. Da hat sich zum Glück auch einiges geändert.

Raimund 20.07.2012 02:08

also ICH finde es auch sehr bedenklich für deren seelische unversehrtheit, wenn kindern in der dritten klasse gesagt wird, dass sie bestimmt schlimmes getan haben und deswegen den lieben gott in der beichte um verzeihung bitten müssen...:Huhu:

tri-guy1 20.07.2012 04:43

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 780398)
Ps:
ich bin übrigens auch entgegen meiner späteren Überzeugung gleich nach der Geburt getauft worden, "erhielt" im frühen Schulalter die 1. K. und musste 18 Jahre warten, bis ich aus dem Verein wieder austreten konnte. :-) .

Ein interessanter Gedanke, den ich gern noch einmal aufgreifen würde. Ich bin zwar nicht getauft, aber in früher Kindheit evangelisch erzogen, und jetzt atheistisch. Ich sehe eben bei der Beschneidung neben der Dimension der Körperverletzung, die religiöse Selbstbestimmung. Somit würde ich die Beschneidung von Kleinkindern gemeinsam mit der Taufe zur Debatte stellen. Man könnte doch solche Riten ab einem gewissen Alter erlauben, so dass sich ein Mensch aus freien Stücken dafür entscheidet.

Rhing 20.07.2012 08:21

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 780408)
Welcher Moslem oder welcher Jude hat sich denn schon mal bei seinen Eltern über die vorgenommene Beschneidung beschwert?...

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...-a-844367.html

Statler 20.07.2012 08:48

Zitat:

Zitat von Anja (Beitrag 780403)
Genau mit diesen Sätzen kann man die Deutschen doch immer und überall wunderbar zum Schweigen bringen.

Danke qbz für die Ausführungen zur gewaltfreien Erziehung. Auch das ist tief in der Bibel und in den Kopfen vieler Menschen verwurzelt. Eine lange Tradition, daß man Kinder schlägt - die in anderen europäischen Ländern auch noch üblich und verbreitet ist. Aber deswegen schützenswert?

Die Beschneidung von Mädchen ist überhaupt nicht in der öffentlichen Wahrnehmung. Es geht jetzt um die Beschneidung von Jungen - aber es ist nur ein kleiner Schritt bis zur Genitalverstümmelung von Frauen - die ja angeblich auch im Koran stehen würde und jahrhundertelange Tradition hat. Wenn das eine Kultur ist und schützenswerter ist als die Unversehrtheit eines Kindes, dann ist die Gefahr groß, daß es uns auch als Kultur und harmlos verkauft wird, wenn man kleine Mädchen verstümmelt. Ist doch auch nur ein Stückchen Haut, das Mädchen ihr Leben lang Schmerzen haben läßt und ihnen jegliche Möglichkeit zur Lustempfindung nimmt.

Anja

Was Anja hier vorbringt, war auch mein erster Gedanke.
Die Beschneidung (es ist eher eine Verstümmlung) von Mädchen
wird auch aus "religiösen" Gründen durchgeführt.
Wie will man argumentieren, dass das eine erlaubt und das andere verboten sein sollte.

Cruiser 20.07.2012 09:06

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 780420)
Nur so als Gedanke, um meine Einstellung verständlich zu machen: Genitalverstümmelung bei Mädchen, die ja auch nicht erlaubt ist, wird vermutlich dennoch durchgeführt, mit den von Dir angeführten Folgen. Wäre es also eine gute Idee das Abtrennen der Klitoris bei kleinen Mädchen straffrei zu stellen und so das Risiko zu verringern?

Meiner Meinung nach reden wir hier aber über 2 grundverschiedene Sachverhalte, die in der Auswirkung auf das Individuum nicht vergleichbar sind.

Für das, was den armen Mädchen angetan wird, gehört "das Pack" (meiner Meinung nach) hinter Schloss und Riegel.:Nee:

Rhing 20.07.2012 09:53

Zitat:

Zitat von Cruiser (Beitrag 780451)
Meiner Meinung nach reden wir hier aber über 2 grundverschiedene Sachverhalte, die in der Auswirkung auf das Individuum nicht vergleichbar sind.

So ist es. Bei Jungs gibt es nach meiner Kenntnis im Normalfall keinerlei Nachwirkungen, wenn kein Kunstfehler vorliegt oder zufällig negative Folgen eintreten, bei Mädchen sind diese gerade beabsichtigt und treten regelmäßig auch ein. Deshalb kann man den Vorgang bei Mädchen auch nicht diskutieren.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 00:25 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.6.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, Jelsoft Enterprises Ltd.