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Straik 15.04.2012 23:31

Zitat:

Zitat von 3-rad (Beitrag 736751)
Ich glaube es liegt an der sitzposition.


Glaub ich nicht. Bei Rückenwind ist es doch auch schwieriger, 300 Watt zu treten als bei Gegenwind, oder?

Schwarzfahrer 15.04.2012 23:36

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 736705)
1h lang bergauf in Malle?

Sind die Berge dort gewachsen, seit ich das letzte mal dort war? Ich kann mir irgendwie an keinen Anstieg in Mallorca erinnern, der spürbar länger als 30min war.

Nun ja, zumindest einen Berg wüßte ich, wo es schon eine Weile dauert. Von Soller Richtung Puig Mayor waren es letztes Jahr rund 900 hm und eine Stunde Anstieg für mich. Du bist zwar sicher schneller, aber 30 Minuten finde ich schon sehr flott dafür.

Zitat:

Zitat von be fast (Beitrag 736753)
Es ist schwierig zu diesem Thema eine schlüssige Erklärung zu finden.

Meiner Meinung nach tritt / trampelt man beim bergauffahren gegen einen Widerstand während im flachen die Pedale quasi vor dem Tritt „flüchtet“. Du musst also aktiv treten und am besten gleichzeitig ziehen und das auch noch in der Aeroposition. Hier kann man nicht so gut vor allem die hintere Oberschenkelmuskulatur bzw. den „Hamstringbereich“ einsetzen. Es stehen einem neben dem aufwendigeren aktiven Tritt also vor allem ungünstigere Hebelverhältnisse zur Verfügung....

Die Aussage von Flow Rider würde ich so net unnerschreibe wolle….

Das ist für mich eine recht plausible Erklärung, die über das psychologische hinaus geht. Allerdings habe ich das Gefühl, daß der Unterschied auch ohne Aeroposition da ist. Ich habe kein Wattmeßgerät, kann aber auch Bergauf viel länger mit hohem Puls treten (auch mal 15 Minuten über 155 - 160), als in der Ebene (auch im Wettkampf selten über 150 - 155). Die Frage habe ich mir vor Jahren auch schon gestellt, und mangels befriedigender Erklärung erfolgreich verdrängt.

trimuelli 15.04.2012 23:42

Nach meiner Meinung kann es nur an den folgendene drei Faktoren liegen:

1. Sitzposition (ausreichend erklärt)
2. Trittfrequenz: wird am Berg normalerweise kleiner-> dadurch höherer Kraftanteil-> wenn du "kräftig" bist kannst du über eine bestimmte Dauer eine höhere Leistung treten-> würde ich bei einer Langdistanz aber nicht empfehlen, da es sich sehr wahrscheinlich irgendwann im Verlaufe der LD rächt; zusätzlich hast du evtl. einen runderern Tritt bei kleinerer Trittfrequenz, wodurch du auch mehr Kraft auf´s Pedal bringst.
3. Psyche: Da ist jeder anders. Kann ich bei dir nicht beurteilen. Im Wettkampf solltest du das aber unter Kontrolle haben!

300 Watt sind 300 Watt!

Grüße
Daniel :Huhu:

be fast 15.04.2012 23:43

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 736763)
Nun ja, zumindest einen Berg wüßte ich, wo es schon eine Weile dauert. Von Soller Richtung Puig Mayor waren es letztes Jahr rund 900 hm und eine Stunde Anstieg für mich. Du bist zwar sicher schneller, aber 30 Minuten finde ich schon sehr flott dafür.



Das ist für mich eine recht plausible Erklärung, die über das psychologische hinaus geht. Allerdings habe ich das Gefühl, daß der Unterschied auch ohne Aeroposition da ist. Ich habe kein Wattmeßgerät, kann aber auch Bergauf viel länger mit hohem Puls treten (auch mal 15 Minuten über 155 - 160), als in der Ebene (auch im Wettkampf selten über 150 - 155). Die Frage habe ich mir vor Jahren auch schon gestellt, und mangels befriedigender Erklärung erfolgreich verdrängt.

Geschätzte 50% der Leitungsdifferenz von flach zu steil gehen auf das Konto "Aeroposition" (Hebel, Muskelgruppen...). 50% auf den andauernd vorhanden Widerstand beim bergauffahren der in jeder Pedalstellung vorhanden ist, ansteigend mit der prozentualen Steigung.

schoppenhauer 15.04.2012 23:44

Am Berg siehst du deinen Gegner, er steht direkt vor dir.

Als geborener Flachländer habe ich einige zeit gebraucht, damit umzugehen. Wenn ich jetzt in meiner alten Heimat fahre, also sehr flach, fehlen mir mehr Watt als von dir beschrieben. Da geht gar nix mehr. Hart geht nur noch am Berg. Ach ja - und natürlich die sitzposition.... Ist immer ein Thema hier. :)

LidlRacer 16.04.2012 00:16

Zitat:

Zitat von FLOW RIDER (Beitrag 736744)
Ein Erklärungsversuch:

Das ist die hohe Kunst der Physik ...

Vielleicht hat das ja was mit dem Luftwiderstand zu tun.

Berghoch ist der Luftwiderstand nicht so stark, da man da langsamer ist. Du musst nicht so viel Luft verdrängen, da Du langsamer unterwegs bist (20km/h?) und kannst dadurch mehr Kraft entwickeln, die sich in einer hohen Wattzahl (bei Dir 300W) zeigen.

In der Ebene musst Du mehr Luft verdrängen, da Du viel schneller bist (42km/h?). Der Luftwiderstand kostet Dich immens viel Kraft, dass Du eben auf Dauer weniger Watt leisten kannst.

Noch krasser wird es dann auf der Abfahrt. Du fährst z.B. 70km/h und hast einen enormen Luftwiderstand. Hier fällt die zu leistende Dauerwattzahl dann nochmal stark ab (Du rennst buchstäblich gegen Windmühlen -den Wind- an).

Ergo: It’s all about Luftwiderstandsminimierung, deshalb fahren wir doch alle die TT-Maschinen mit Aerohelm.

Sorry, ich kann's nicht viel diplomatischer formulieren:
Das ist physikalischer Unfug.

Wenn ich viel Luftwiderstand habe, muss ich für den natürlich auch Leistung aufwenden, genau wie um bergauf zu fahren. Es ist komplett egal, gegen welche Art von Widerstand ich arbeite.
Zitat:

Zitat von trimuelli (Beitrag 736764)
300 Watt sind 300 Watt!


Unterschiede sind:
  • Position des Fahrrades (waagerecht / schräg), dürfte wenig Einfluss haben
  • Sitz-/Griffhaltung
  • Trittfrequenz
  • Psychologie, wie ich schon vorher erklärt habe

Zitat:

Zitat von be fast (Beitrag 736753)
Meiner Meinung nach tritt / trampelt man beim bergauffahren gegen einen Widerstand während im flachen die Pedale quasi vor dem Tritt „flüchtet“.

Wenn "die Pedale quasi vor dem Tritt „flüchtet“", interpretiere ich das als zu leichten Gang. Mal einen Gang höher schalten!
Wesentlich am hinteren Pedal ziehen kann zumindest ich auch nur bei geringen Trittfrequenzen, wie sie typischerweise am Berg auftreten.

Sicher kann man im Wiegetritt mehr Leistung bringen als im Sitzen, deswegen macht man ihn ja am Berg oder im Sprint. Bei normaler Fahrt in der Ebene ist er aber unsinnig, weil der Luftwiderstand unnötig vergrößert wird und weil man unnötige Haltearbeit für sein eigenes Gewicht leisten muss, was ansonsten der Sattel übernimmt.

FLOW RIDER 17.04.2012 15:33

Zitat:

Zitat von trimuelli (Beitrag 736764)
300 Watt sind 300 Watt!

Nach dem Motto: Was wiegt mehr? Ein Kilo Federn oder ein Kilo Eisen?

Ich kappiers immer noch nicht so recht. Bitte mal ein Post von einem Physiker.

Benjamin 17.04.2012 15:52

Kurzer Versuch: P = 2 \pi n M = \omega M
In Worten: Leistung [Watt] ist proportional zum Produkt aus Trittfrequenz [1/s] und Drehmoment [Nm].

Unter der Annahme einer konstanten Kurbellänge kann man an die Stelle des Drehmoments auch die Kraft setzen. Jetzt alles klar?

Spielt am ausreichend steilen Berg vielleicht die periodisch schwankende Winkelgeschwindigkeit bei jeder Umdrehung eine Rolle (Analogie zu den Eier-Kettenblättern)?

Gruß,
Benjamin, der am Berg auch deutlich mehr Dampf hat aber bis jetzt hauptsächlich den Kopf verantwortlich macht...


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