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Schwarzfahrer 21.08.2022 21:41

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1676845)
Ich würde mal behaupten, dass mich einige Diskussionen hier schon weiter gebracht haben und zu besseren Verständnis geführt haben. Eine 180° Kehre gab es nie aber eine Erweiterung eben meines Horizontes.

Wird aber immer weniger und wie du sagst es bedarf das man mehr schreibt als 2 Zeilen.

100 % Zustimmung.

qbz 21.08.2022 21:48

Interview mit Prof. Hans Werner Sinn, Ökonom und ehemaliger Präsident des Ifo-Institutes über den China Handel im ZDF heute journal, am 16.8.22:

Zitat:

China ist extrem wichtig für Deutschlands Handel. Doch der militärische Konflikt um Taiwan wirft - wie zuvor auch der Krieg in der Ukraine - ein Schlaglicht auf die Abhängigkeiten, in die sich Deutschland begeben hat: Stockt der Handel mit China, gefährdet das unseren Wohlstand. Sollte man die Abhängigkeit also verringern? Fragen an Hans-Werner Sinn, den ehemaligen Chef des Münchner ifo Instituts.

ZDF heute: Sorgen Sie sich vor einem Handelskrieg mit China?

Hans-Werner Sinn: Ja, sehr. Denn China ist Deutschlands größter und wichtigster Handelspartner. Bei den deutschen Importen ist China Nummer eins, bei den Exporten Nummer zwei. Schaut man die riesengroße Palette von Gütern an, die wir aus China importieren, ist die Frage eher: Was kommt nicht aus China? Bei über 600 Produktgruppen des Statistischen Bundesamtes liegt der Importanteil für chinesische Waren über 50 Prozent. Und bei den für unsere Industrie ganz wichtigen Waren wie seltenen Metallen, Aluminium, Magnesium oder vielen chemischen Zwischenprodukten liegt der Anteil Chinas an den Importen gar bei zwei Dritteln und mehr. Wer den Handel mit China einschränken möchte, sägt den Ast ab, auf dem wir sitzen. Die Leidtragenden wären die einfachen Bürger, denn ihr Lebensstandard sänke erheblich.

zdf heute: Ein Handelskrieg mit China wäre für Deutschland so teuer wie sechs Brexits, das hat das ifo Institut berechnet. Stecken wir mit unserer Wirtschaft also nicht nur in einer Russland-Falle - weil wir von russischem Gas abhängig sind - sondern auch in einer noch größeren China-Falle?

Hans-Werner Sinn: Warum Falle? Handel hält auch den einen oder anderen Partner davon ab, allzu aggressiv in einem Konflikt vorzugehen. Wenn alle Länder autark wären, dann hätten wir viel mehr Kriege auf der Welt, als das heute angesichts der Handelsverflechtungen der Fall ist. Ich halte den moralisch verbrämten Protektionismus für gefährlich, weil er dazu führt, dass einzelne Länder glauben, sie seien unabhängig und könnten allein ihr Geschäft machen - was dann die Neigung zu politischem Extremismus fördert. Der Protektionismus unterminiert die Arbeitsteilung, die die Quelle des Massenwohlstands ist.

ZDF: Dann sind Sie dagegen, sich wirtschaftlich unabhängiger von China zu machen?

Hans-Werner Sinn: Das ist nur schwer möglich. China ist viel zu groß, viel zu dynamisch, viel zu weit entwickelt. China ist ein Machtfaktor in der Welt und als solcher zu respektieren - auch, wenn es nicht gefällt. Einseitige Abhängigkeiten von nur einem Land sollte man natürlich vermeiden - bei der Energie sind wir zu abhängig von Russland. Doch wenn der Ukraine-Krieg vorbei ist, sollten wir auch hier versuchen, wieder in normaleres Fahrwasser zurückzukehren.

ZDF: Und wieder Handel mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin treiben?

Hans-Werner Sinn: Ich denke an die Zeit nach Putin. Russland ist unser Nachbar im Osten und hat viele Ressourcen. Deutschland als Industrieland braucht diese Ressourcen. Es führt überhaupt kein Weg daran vorbei, dass man die Dinge irgendwann wieder normalisiert, wobei eine stärkere Diversifizierung unserer Energieimporte sicherlich ratsam ist. Der Welthandel ist für sich genommen friedensstiftend. Man braucht ihn weiterhin.

ZDF: Was ist mit Menschenrechtsverstößen wie die gegen die Uiguren in China?

Hans-Werner Sinn: Solche Probleme sollte man nicht mit wirtschaftlichen Sanktionen angehen. Denn wenn man den Handel unter ein moralisches Diktat stellt, dann bleibt ja in der Dritten Welt kaum ein Land übrig, mit dem man Handel treiben kann. Zu viele Länder haben politische Probleme, die uns nicht gefallen.

Im Übrigen treffen Handelssanktionen die einfachen Menschen der beteiligten Länder und nicht etwa die jeweiligen Potentaten. Wirtschaftssanktionen gegenüber China halte ich deshalb für falsch. Man muss die politischen Konflikte vom Handel trennen.

ZDF: Das sehen nicht alle so. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen forderte in Bezug auf den Taiwan-Konflikt eine Kurskorrektur im Außenhandel. Was müssen Außen- und Wirtschaftspolitik jetzt leisten?

Hans-Werner Sinn: Ich schätze Herrn Röttgen und weiß nicht, ob er hier richtig verstanden wird. Sicherlich will er keinem staatlichen Dirigismus das Wort reden.

ZDF: Einige deutsche Unternehmen haben doch aber schon angekündigt, ihr China-Geschäft zurückfahren zu wollen.

Hans-Werner Sinn: Ja, sie fürchten den Handelskrieg - und das ist problematisch. So etwas muss sich durch die Firmen selbst ergeben. Verbote, Drohungen und andere dirigistische Maßnahmen sollten die Staaten unterlassen. Wenn, dann sollten sie durch Handelsschutz wie die Hermes-Bürgschaften im positiven Sinne lenkend eingreifen.

Das Interview führten Julia Klaus und Oliver Klein.
china-taiwan-deutschland-handel-hans-werner-sinn

TriVet 21.08.2022 22:09

Mich erinnert die chinesische Politik an längst vergangene Zeiten, zB das römische Imperium.
Die vasallenstaaten des alten Roms haben sicher auch wirtschaftlich profitiert und die römische Lebensart vermutlich ebenfalls viel Gutes.
Aber halt nicht nur. Und Fremdbestimmung ist für viel nicht zwingend schön.

qbz 21.08.2022 22:24

Zitat:

Zitat von TriVet (Beitrag 1676899)
Mich erinnert die chinesische Politik an längst vergangene Zeiten, zB das römische Imperium.
Die vasallenstaaten des alten Roms haben sicher auch wirtschaftlich profitiert und die römische Lebensart vermutlich ebenfalls viel Gutes.
Aber halt nicht nur. Und Fremdbestimmung ist für viel nicht zwingend schön.

Ganz im Gegenteil: China mischt sich bei anderen Ländern der Belt and Road Initiative nicht in die wirtschaftspolitischen Systeme, Kulturen, Regierungen ein, ganz im Unterschied zum IWF.

NBer 21.08.2022 22:26

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1676900)
.....China mischt sich bei anderen Ländern der Belt and Road Initiative nicht in die wirtschaftspolitischen Systeme, Kulturen, Regierungen ein....

Dir ist offensichtlich nicht klar, was China in Afrika so treibt......

keko# 21.08.2022 22:32

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1676901)
Dir ist offensichtlich nicht klar, was China in Afrika so treibt......

Die Chinesen machen das gleiche nur geschickter ;)

qbz 21.08.2022 22:55

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1676901)
Dir ist offensichtlich nicht klar, was China in Afrika so treibt......

Ich finde, dieser Wikipedia Artikel beschreibt recht differenziert die positiven und negativen, kritischen Aspekte des chinesischen 'Engagements in Afrika im Vergleich mit der westlichen Entwicklungshilfe.

Hast Du dazu noch andere, ergänzende Informationen?

Mir ging es doch in dem Zwei-Satz-Kommentar allein um einen einzigen Aspekt, nämlich darauf aufmerksam zu machen, dass China keine Fremdbestimmung erzwingt, wie Tridinksi schrieb: "Die vasallenstaaten des alten Roms haben sicher auch wirtschaftlich profitiert und die römische Lebensart vermutlich ebenfalls viel Gutes.
Aber halt nicht nur. Und Fremdbestimmung ist für viel nicht zwingend schön.", was im übrigen der oben verlinkte Wikipedia Artikel bestätigt:
Zitat:

"Dass sich China nicht in die "inneren Angelegenheiten" der unterstützten Länder einmischt, ist eine Leitlinie der staatlichen Entwicklungspolitik,[26] die es ermöglicht, dass chinesische Firmen in praktisch allen Ländern Afrikas präsent sind. Im Unterschied dazu konzentrieren sich westlichen Firmen auf die Gute Regierungsführung in den Regionen."

Necon 22.08.2022 06:08

Ich bin mir (und das ist jetzt natürlich rein subjektiv meine Meinung) nicht sicher ob China langfristig diese "nehmt unser Geld und handelt mit uns aber natürlich alles ohne etwas für uns tun zu müssen" Politik weiterverfolgt

Es galt auch Jahrelang für Hongkong der Satz "One China two Systems" und davon ist nichts mehr über und Taiwan könnte ähnliches blühen, nur das es dort nicht nur ein paar Proteste wären sondern ausgewachsener Krieg. Ich habe dazu übrigens ein oder zwei Seiten vorher ein Interview gepostet, keine Ahnung ob sich das jemand angeschaut hat.

Die wenn wir mit Ihnen handeln führen Sie keinen Krieg Annahme, hat sich bei Russland nicht bewahrheitet und wir China ebenfalls (sollte es je dazu kommen) absolut egal sein. Hier trifft für mich ein wichtiger Punkt. In Ländern wie Russland und China ist es das Volk gewohnt, dass für sie entschieden wird und das diese Entscheidungen mit Entbehrung und eben auch Verlust von Wohlstand einhergehen können, damit verlieren die Machthaber dort aber nicht den Rückhalt, passiert das in Europa, müssen sich alle Politiker an der Macht verabschieden und es gäbe einen (vermutlichen) Rechtsruck.

An dem zitierten Interview mit Hans Werner Sinn stört mich ungemein diese Deutschland zentrierte Denken. Solange wir es in Zentraleuropa nicht schaffen gemeinschaftlicher zu denken und Idealfall als "Wir die EU" und auch dementsprechend politisch Handeln bleiben wir Spielball von den USA, China und wer auch immer die nächsten Jahrzehnte noch aufsteigt.

qbz 22.08.2022 08:51

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1676919)
......
An dem zitierten Interview mit Hans Werner Sinn stört mich ungemein diese Deutschland zentrierte Denken. Solange wir es in Zentraleuropa nicht schaffen gemeinschaftlicher zu denken und Idealfall als "Wir die EU" und auch dementsprechend politisch Handeln bleiben wir Spielball von den USA, China und wer auch immer die nächsten Jahrzehnte noch aufsteigt.

Offtopic:
Die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied und Nicht-Euro-Land ist politisch kein Spielball der Großmächte. Die EU und die EZB haben den Euro zu einer Weichwährung gemacht, gegenüber dem Schweizer Franken und auch dem US-Dollar. In der Schweiz beträgt die Inflation 3,4 %. Hans-Werner Sinn ist aus volkswirtschaftlichen Gründen ein Kritiker der EZB-Politik und der Verschuldung der EU über von der EZB herausgegebenen Eurobonds. z.B. hier erklärt: Dr. Andreas Beck: So schwach wird der Euro!

Ontpic: Vergleiche mal weltweit die Militärbasen der USA mit denen von China. Das heutige China will eine friedliche Zusammenarbeit der Staaten mit Achtung für die jeweiligen politischen und kulturellen Unterschiede der Staaten. Statt auf Aufrüstung zu setzen, "in Führungspartnerschaft mit den USA" (wörtlich Annalena Baerbock), sollten Deutschland und die EU weltweit die Abrüstungsverhandlungen forcieren und sich nicht an USA-(Handels)kriegen beteiligen und den globalen Handel mit China dirigistisch aus politischen Gründen einschränken, was nur Deutschland und der EU schadet.

Necon 22.08.2022 09:32

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1676929)
Offtopic:
Die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied und Nicht-Euro-Land ist politisch kein Spielball der Großmächte. Die EU und die EZB haben den Euro zu einer Weichwährung gemacht, gegenüber dem Schweizer Franken und auch dem US-Dollar. In der Schweiz beträgt die Inflation 3,4 %. Hans-Werner Sinn ist aus volkswirtschaftlichen Gründen ein Kritiker der EZB-Politik und der Verschuldung der EU über von der EZB herausgegebenen Eurobonds. z.B. hier erklärt: Dr. Andreas Beck: So schwach wird der Euro!

Ontpic: Vergleiche mal weltweit die Militärbasen der USA mit denen von China. Das heutige China will eine friedliche Zusammenarbeit der Staaten mit Achtung für die jeweiligen politischen und kulturellen Unterschiede der Staaten. Statt auf Aufrüstung zu setzen, "in Führungspartnerschaft mit den USA" (wörtlich Annalena Baerbock), sollten Deutschland und die EU weltweit die Abrüstungsverhandlungen forcieren und sich nicht an USA-(Handels)kriegen beteiligen und den globalen Handel mit China dirigistisch aus politischen Gründen einschränken, was nur Deutschland und der EU schadet.

Off-topic Schweiz:
Lustigerweise habe ich mir genau zu dem Punkt vor kurzem ein Video angesehen, also wieso die Schweiz eine so niedrige Inflation hat und warum der Franken so stark ist
https://www.youtube.com/watch?v=ikBZWrz65Ic
Das ist aber mit der EU überhaupt nicht zu vergleichen, aber um das genauer beurteilen zu können, fehlt mir absolut die Einsicht und das Verständnis.

Zurück zu deinem zweiten Punkt:
Natürlich hast du Recht und die USA betreibt weltweit ihre Militärbasen, aber das muss man dementsprechend auch im historischen Kontext betrachten, also wann diese aufgebaut wurden und wieso. Ich sage nicht, dass dies richtig ist und man es gut heißen muss oder diesen Status nicht hinterfragen sollte, aber er ist anders zu beurteilen.
Die friedliche Zusammenarbeit von China sehe ich allerdings nicht, was China im Südchinesischen Meer abzieht, hat nichts mit friedlich zu tun, sondern ist ein klares militärisches Machtgehabe und Ausweitung ihrer Macht in diesem Bereich gegen den Willen der dort ansässigen Länder.
https://orf.at/stories/3210168/
Ganz nebenbei sind diese "Fischerboote" oft schwer gepanzert und erinnern eher an Kriegsschiffe.
Man sieht auch gut an der 9-Striche-Loinie mit welchem Selbstverständnis China sich Gebite aneignet oder als die Ihren betrachtet, die nach internationalen Rechtsverständnis in das Hoheitsgebiet anderer Länder fallen.

Und wenn China so friedliebend wäre, wieso hat es dann inzwischen das zweit höchste Militärbudget der Welt? Sie hätten auch den europäischen Weg gehen können, denn von Aufrüstung war bei uns bis vor kurzem keine Spur.

Das China Achtung anders gesinnten entgegenbringt musst du mir aber bitte auch mal zeigen, oder gilt das nur für Menschen außerhalb von China? Oder was ist mit den Uiguren, Tibet usw

qbz 22.08.2022 10:04

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1676937)
.....
Zurück zu deinem zweiten Punkt:
Natürlich hast du Recht und die USA betreibt weltweit ihre Militärbasen, aber das muss man dementsprechend auch im historischen Kontext betrachten, also wann diese aufgebaut wurden und wieso. Ich sage nicht, dass dies richtig ist und man es gut heißen muss oder diesen Status nicht hinterfragen sollte, aber er ist anders zu beurteilen.
Die friedliche Zusammenarbeit von China sehe ich allerdings nicht, was China im Südchinesischen Meer abzieht, hat nichts mit friedlich zu tun, sondern ist ein klares militärisches Machtgehabe und Ausweitung ihrer Macht in diesem Bereich gegen den Willen der dort ansässigen Länder.
https://orf.at/stories/3210168/
Ganz nebenbei sind diese "Fischerboote" oft schwer gepanzert und erinnern eher an Kriegsschiffe.
Man sieht auch gut an der 9-Striche-Loinie mit welchem Selbstverständnis China sich Gebite aneignet oder als die Ihren betrachtet, die nach internationalen Rechtsverständnis in das Hoheitsgebiet anderer Länder fallen.

Und wenn China so friedliebend wäre, wieso hat es dann inzwischen das zweit höchste Militärbudget der Welt? Sie hätten auch den europäischen Weg gehen können, denn von Aufrüstung war bei uns bis vor kurzem keine Spur.

Das China Achtung anders gesinnten entgegenbringt musst du mir aber bitte auch mal zeigen, oder gilt das nur für Menschen außerhalb von China? Oder was ist mit den Uiguren, Tibet usw

Ich habe mich bisher über die Spannungen im Südchinesischen Meer zu wenig informiert, um dazu etwas "kommentieren" zu können, weil ich zu wenig darüber weiss.

Über den Umgang mit den ethnischen Problemen in China nehme ich die kritischen Berichte über die Menschenrechtsfragen natürlich wahr und finde, sie sollten im staatlich-diplomatischen Kontakt mit China klar thematisiert, aber kein Anlass zu Handelskriegen oder Teil-Boykotten werden. (z.B. die Nichtteilnahme von Politiker der EU bei Olympia finde ich persönlich einen Fehler und willkürlich.).

Ich habe es mit Wikipedia belegt, dass China sich nicht in die politische Verfasstheit anderer Staaten einmischt und kann bei Bedarf da auch auf Originalquellen verweisen.

Was das Militärbudget betrifft, kommt man zu einem ganz anderen Bild, wenn man sich die Pro-Kopf-Ausgaben (und nicht absolut) anschaut. Da klafft eine grosse Lücke zu den USA, welche 12mal mehr pro Einwohner für Rüstung aufwenden.
USA : 2187 Dollar pro Kopf
China: 178,67 Dollar pro Kopf.

https://de.statista.com/statistik/da...-nato-und-soz/

Necon 22.08.2022 10:15

Es klafft auch in absoluten Zahlen eine riesige Lücke zu den USA, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass China mächtig aufrüstet inzwischen die zweitgrößte Follte der Welt besitzt, eine Atommacht ist, ein riesiges Heer unterhält und das Budget von Jahr zu jahr wächst, also wird dort definitv nicht abgerüstet.

Ich gebe dir Recht, China dort zu boykotieren, aber in andere Länder fliegen die gleiche Verbechen begehen ist lächerlich und der politischen Situation nicht förderlich. Generell wenn man nur noch mit astreinen Demokraten handeln würde, wäre es vorbei mit Globalisierung und Handel.

"Ich habe es mit Wikipedia belegt, dass China sich nicht in die politische Verfasstheit anderer Staaten einmischt und kann bei Bedarf da auch auf Originalquellen verweisen."

Kein Grund für die Orginale, aber nur weil es das aktuell nicht tut, bedeutet nicht, dass es das nie vorhat, wobei es natürlich nur eine Mutmaßung ist, dass sich daran etwas ändert oder ändern könnte. Aber gerade wie China mit Hongkong umgeht, was sie aktuell mit Taiwan machen und wie sie im südchinesischen Meer auftreten, lässt mich an der Friedlichkeit eher Zweifeln.

MattF 22.08.2022 12:22

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1676953)

Kein Grund für die Orginale, aber nur weil es das aktuell nicht tut, bedeutet nicht, dass es das nie vorhat, wobei es natürlich nur eine Mutmaßung ist, dass sich daran etwas ändert oder ändern könnte. Aber gerade wie China mit Hongkong umgeht, was sie aktuell mit Taiwan machen und wie sie im südchinesischen Meer auftreten, lässt mich an der Friedlichkeit eher Zweifeln.

Genauso ist es, man stelle sich vor, dass Spanien als die Katalanen mal wieder mehr Unabhängigkeit wollten mit Flugzeugträgern vor Barcelona vorgefahren wären und Kampfjets hätten fliegen lassen.

Aber die Chinesen dürfen das in Taiwan, ist ja innere Angelegenheit :Lachanfall: :Lachanfall:

Mit den Katalanen solidarisiert sich die Linke, mit den Taiwanese (weil es gegen den falschen Gegner geht) nicht. Sehr bezeichnend!

TriVet 22.08.2022 12:24

Meinetwegen durch die Nato-Brille, trotzdem interessant:
https://www.swp-berlin.org/publikati...nzept-der-nato

Daraus:
Ein zweites Thema ist Chinas zunehmendes Interesse an Investitionen in Europas kritische Infrastrukturen. Neben Stromnetzen, 5G-Netz*werken, Smart-City-Pro*jekten, Untersee*kabeln und vielem mehr zeigen chinesische Staatsunternehmen und deren teils als Privatfirmen getarnte Tochter*gesellschaften ein hohes Interesse an Häfen, besonders in europäischen Nato-Staaten. Die chinesische Staats*reederei Cosco und ihr Schwester*unternehmen China Merchant besitzen schon in 14 europäischen Häfen eigene Terminals oder halten Anteile an Hafen*betreibern. Offen ist, ob die Nato-Län*der diese Häfen verlässlich nutzen können, sollte die Allianz Europa verteidigen müs*sen. Es ist zumindest nicht selbstverständlich, dass die chinesischen Eigentümer ihr erlauben werden, Schiffe in diesen Häfen aufzutanken, zu versorgen oder zu reparie*ren

keko# 22.08.2022 12:35

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1676976)
Genauso ist es, man stelle sich vor, dass Spanien als die Katalanen mal wieder mehr Unabhängigkeit wollten mit Flugzeugträgern vor Barcelona vorgefahren wären und Kampfjets hätten fliegen lassen.

Aber die Chinesen dürfen das in Taiwan, ist ja innere Angelegenheit :Lachanfall: :Lachanfall:

Mit den Katalanen solidarisiert sich die Linke, mit den Taiwanese (weil es gegen den falschen Gegner geht) nicht. Sehr bezeichnend!

Einen Sommer lang war ich mal auf Korsika. Also nicht dort, wo bunte Lambos kreisen, sondern dort, wo man leckeren Käse von glücklichen Ziegen bekommt. Die Korsen, so erzählte mir ein Korse mit starkem Dialekt bei Bier und Ziegenkäse, hätten gern mehr Unabhängigkeit von Frankreich. Manchmal werden die Häuser von Parisern, die dort ihren Sommer verbringen, mit unfreundlichen Schriften beschmiert.
Spannungen also auch dort. ;)

qbz 22.08.2022 14:01

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1676976)
Genauso ist es, man stelle sich vor, dass Spanien als die Katalanen mal wieder mehr Unabhängigkeit wollten mit Flugzeugträgern vor Barcelona vorgefahren wären und Kampfjets hätten fliegen lassen.

Aber die Chinesen dürfen das in Taiwan, ist ja innere Angelegenheit :Lachanfall: :Lachanfall:

Mit den Katalanen solidarisiert sich die Linke, mit den Taiwanese (weil es gegen den falschen Gegner geht) nicht. Sehr bezeichnend!

Abstrakte Vergleiche ohne konkrete historische Zusammenhänge finde ich ziemlich wertlos zur Lösung von inner- / zwischenstaatlichen Konflikten.

Offtopic:
Falls nicht bekannt:

1. Die Madrider Regierung hat mit heftigster Repression, Verfolgung, Haftstrafen und staatlicher Zentralgewalt auf die Repräsentanten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung reagiert.

2. Hoffnungsträgerin der Gegner der Unabhängigkeit ist die katalanische Ciudadanos-Partei unter Inés Arrimadas. Die konservative Volkspartei (PP) und die Sozialisten (PSC) gelten daneben als Constitucionalistas –Verfassungsparteien.. D.h. die Sozialisten, aber auch die neue Partei Podemos untersützten den nationalen katalonischen Separatismus nicht. Eine Unterstützung der separatistischen Unabhängigkeit wäre weder mit einer sozialistischen noch marxistischen Programmatik begründbar.

3. Die Taiwan-Chinesen gehören auch ethnisch zum Volk der Han-Chinesen, während die Katalonen eine eigene Ethnie bilden.

Zitat:

Das katalanische Regionalparlament hat am 27. Oktober 2017 in Barcelona für die Konstituierung einer unabhängigen Republik gestimmt. Die Abgeordneten verabschiedeten eine Resolution über die Konstituierung "einer katalanischen Republik als unabhängigen und souveränen Staat", ohne eine Frist für die Ausrufung festzulegen. Kurz darauf stimmte der Senat in Madrid dafür, dass die Regierung Rajoys den Artikel 155 anwenden darf. Damit konnte die Zentralregierung in einem nächsten Schritt die katalanischen Separatisten entmachten und die katalanische Regionalregierung absetzen. Die autonome Region Katalonien wurde unter Zwangsverwaltung der Zentralregierung gestellt. Regionalpräsident Carles Puigdemont wurde unter anderem Rebellion und Auflehnung gegen die Staatsgewalt vorgeworfen. Auch die internationale Staatengemeinschaft erkannte die Unabhängigkeit nicht an. Katalonien stand anschließend unter Zwangsverwaltung aus Madrid. Für den 21. Dezember 2017 waren Neuwahlen angesetzt. Aus ihnen gingen die Unabhängigkeitsbefürworter wieder als Sieger hervor. Die Regierungsbildung zog sich hin, da die Spitzenkandidaten in Untersuchungshaft oder im Exil weilten. Nach monatelangem politischem Tauziehen hatte der frühere Regionalpräsident Carles Puigdemont am 10. Mai 2018 auf eine eigene Kandidatur verzichtet und so den Weg für die Wahl geebnet. Am 14. Mai 2018 hat das katalanische Regionalparlament Quim Torra zum Regionalpräsidenten gewählt. Er wurde nach Neuwahlen 2022 von Pere Aragonès abgelöst. Seine Regierung aus einer Koalition der beiden großen Unabhängigkeitsparteien – seiner Republikanischen Linken Kataloniens (ERC) und Gemeinsam für Katalonien (JxCat) kämpft für ein unabhängiges Katalonien und die Amnestie für alle, die wegen der Durchführung eines Unabhängigkeitsreferendums im Oktober 2017 juristisch verfolgt werden.

Die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens reichen weit zurück, Kataloniens Zerwürfnis mit der Zentralregierung von Spanien ist über 300 Jahre alt. Katalonien ist eine wirtschaftsstarke Region mit eigener katalanischer Sprache und ausgeprägtem Nationalismus.

Die Abspaltung eines Autonomiegebietes ist in der spanischen Verfassung nicht vorgesehen. Dennoch gibt es zwei Möglichkeiten: Ein Referendum im ganzen Land oder eine Verfassungsänderung durch das spanische Parlament.
https://www.lpb-bw.de/katalonien

MattF 22.08.2022 14:14

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1676992)
3. Die Taiwan-Chinesen gehören auch ethnisch zum Volk der Han-Chinesen, während die Katalonen eine eigene Ethnie bilden.


Wenn man denkt es kann nicht absurder werden.

Völker- und Menschenrecht geht jetzt nach Ethnien und nicht nach dem Willen der Menschen.

qbz 22.08.2022 14:18

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1676995)
Wenn man denkt es kann nicht absurder werden.

Völker- und Menschenrecht geht jetzt nach Ethnien und nicht nach dem Willen der Menschen.

Quatsch. Davon habe ich doch Null geschrieben. Du hast den wertlosen Vergleich mit Katalonien eingeführt und über Linke etwas Falsches geschrieben. Ich habe das Gefühl, je weiter weg ein Geschehen ist und je weniger informiert, desto mehr wird es politisch "instrumentalisiert".

Necon 22.08.2022 14:28

Also Geschichte:
Taiwan war 18 JH Quing Dynastie und hat über China geherrscht, wurde dann von Japan übernommen, dann kam in China die ROC (Republic of China) auf. Die ROC hat sich dann auch mit den USA und so verbündet. ROC hat dann Taiwan von Japan übernommen.
Dann hat die PROC (Komunisten unter Mao) in Mainland China die Macht übernommen und ROC floh nach Taiwan => zwei politische Systeme
Die PROC = CCP hat mehrmals versucht Taiwan zu übernehmen. Da Taiwan mit der ROC nicht kommunistisch war und die CCP (eh klar) schon, schaltete sich die USA ein und wurde die Schutzmacht von Taiwan um die Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern.

Damit sollten wir alle vom selben reden.

Von dem was ich gehört habe, möchte Taiwan aber gar nicht wirklich von China losgelöst sein, sondern den Status-quo beibehalten. Also eine Grauzone in der sie abhängig-unabhängig sind.

vherzo 22.08.2022 17:24

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1676929)
Das heutige China will eine friedliche Zusammenarbeit der Staaten mit Achtung für die jeweiligen politischen und kulturellen Unterschiede der Staaten. .

Sehr befremdliche Aussage. Exemplarisch sei hier auf den Umgang Chinas mit Australien in der jüngeren Vergangenheit verwiesen:

https://www.wiwo.de/my/politik/ausla...01.example.org


Chinas Aggression und Einflußnahme wurde bis vor kurzem (Taiwan) ohne Waffengewalt vorgetragen und hocheffizient ausgeführt, aber wie man auf "Achtung von politischen und kulturellen Unterschieden" durch China kommt ? Erstaunlich

MattF 22.08.2022 17:59

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1676996)
Quatsch. Davon habe ich doch Null geschrieben. Du hast den wertlosen Vergleich mit Katalonien eingeführt und über Linke etwas Falsches geschrieben. Ich habe das Gefühl, je weiter weg ein Geschehen ist und je weniger informiert, desto mehr wird es politisch "instrumentalisiert".

Nö.


Der Vergleich ist auch nicht nutzlos sondern deine Argumente falsch.

Katalonien ist Teil Spaniens und damit hat die spanische Regierung Recht in Katalonien durchgesetzt, was ich im übrigen auch falsch fand, aber Gerichte haben dort eine Kontrolle.

Taiwan ist nicht Teil Chinas und die Taiwanesen wollen auch nicht Teil Chinas werden.
Und damit ist das auch keien innere Angelegenheit, wie entsprechende Linke behaupten. (Bin im übrigen selbst Linker hab dazu aber ne andere Meinung.)

Die Übernahme Taiwans durch China wäre ein brutaler Angriffskrieg genauso wie jetzt in der Ukraine und nichts anderes.

Instrumentaliesieren tust du deine Argumente je nach Beteiligtem. Ob das ehemals kommunistische Länder sind oder der Westen, wird jeweils anders beurteilt.

qbz 22.08.2022 20:05

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1677039)
......
Instrumentaliesieren tust du deine Argumente je nach Beteiligtem. Ob das ehemals kommunistische Länder sind oder der Westen, wird jeweils anders beurteilt.

Ich habe bis jetzt in diesem Thread weder eine persönliche Meinung und Haltung zum Taiwan Konflikt zwischen China / Taiwan / USA geäussert noch zum Katalonienkonflikt.

Ich habe lediglich eine mögliche Ablehnung der Hafenentscheidung des Hamburger Senats durch den deutschen Wirtschaftsminister und einen eventuellen Handelskrieg gegen China kritisiert und mit einigen informativen Quellen meine Meinung belegt.

Beim Katalonienkonflikt habe ich mir erlaubt, im Widerspruch zu Deiner Darstellung auf ein paar Tatsachen hinzuweisen, z.B. dass die spanische sozialistische Partei und Podemos die Unabhängigkeit gerade nicht befürwortet haben.

merz 22.08.2022 22:03

Laut Pressevorabberichten wird das deutsche Wirtschaftsministerium diese Woche den Hamburger Hafen Deal untersagen - wie einige andere Deals zuvor schon- normale internationale Wirtschaftspolitik, ist ja in China für Ausländer nicht anders.

m.

qbz 22.08.2022 22:18

deutsche Abhängigkeit von China
 
Der bekannte Ökonom Heiner Flassbeck zur wirtschaftlichen Abhängigkeit Deutschlands mit China und die zukünftige Entwicklung, mit Sprungmarke, ab 33min -37min

qbz 22.08.2022 22:25

Noch ein Artikel vom Ökonomen Heiner Flassbeck zum G7-Treffen und Chinas Politik der Neuen Seidenstrasse.

Zitat:

China ist nicht deswegen mit seiner Art der Entwicklungspolitik erfolgreich, weil es konkrete Projekte finanziert, sondern weil es diese Projekte umsetzt, ohne sich in die Politik der Empfängerländer einzumischen. Der Westen dagegen, der über den IWF immer noch nahezu ein Monopol bei der Hilfestellung für Länder in finanziellen Nöten hat, verbindet seine Hilfe immer und systematisch mit brutalem Neoliberalismus, einem Neoliberalismus nämlich, den keines der G-7 Länder bei sich selbst anwenden würde. Aus der Sicht der Regierung eines Entwicklungslandes, das womöglich vollkommen unverschuldet internationale Hilfe braucht, ist die Hilfe der „demokratischen“ Staaten via IWF ohne jeden Zweifel geistiger Kolonialismus, der ihnen von den Demokraten in die Feder diktiert wird, während die Hilfe der chinesischen Diktatoren erstaunlicherweise ganz ohne solche diktatorischen Elemente auskommt.
die-g-7-und-der-geistige-kolonialismus-des-westens

qbz 22.08.2022 22:28

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1677077)
Laut Pressevorabberichten wird das deutsche Wirtschaftsministerium diese Woche den Hamburger Hafen Deal untersagen - wie einige andere Deals zuvor schon- normale internationale Wirtschaftspolitik, ist ja in China für Ausländer nicht anders.

m.

Dann fahren die chinesischen Containerschiffe mit Waren für Deutschland halt in einen anderen Hafen. China und Cosco wird das ziemlich egal sein, Hamburg und Deutschlands Einwohner bezahlen für die Dummheit der Regierung.

merz 22.08.2022 22:42

c‘ mon, der Hamburger Hafen braucht jetzt nicht wirklich dieses Geld, oder?

m.

qbz 22.08.2022 23:04

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1677087)
c‘ mon, der Hamburger Hafen braucht jetzt nicht wirklich dieses Geld, oder?

m.

Ich kann das nicht beurteilen, weil ich mich da zu wenig vertieft habe. Ich würde da aber dem Hamburger Senat und den hanseatischen Kaufleuten der HHLA vertrauen, dass sie am besten einschätzen können, was für den Hamburger Hafen wirtschaftlich die beste Lösung ist. Es geht bei so einer Entscheidung Null um das Geld, das auch andere Käufer für die Aktien bieten würden.

Google meint:
"Vergangenen September war der Plan besiegelt worden: Cosco bekommt 35 Prozent am HHLA-Terminal Tollerort und dafür macht die Reederei Hamburg zu einem bevorzugten Umschlagplatz. Das sichere langfristig Arbeitsplätze und Beschäftigung im Hafen, freute sich damals HHLA-Chefin Angela Titzrath."

Oder die FAZ:
wirtschaft/unternehmen/chinas-staatsreederei-kauft-sich-in-hamburg-ein

Zitat:

"Für die Vorstandsvorsitzende der HHLA, Angela Titzrath, ist der Einstieg der Chinesen ein wichtiger Schritt im Kampf um Ladung. „Die maritime Welt ist derzeit sehr starken Veränderungen ausgesetzt“, ließ sie sich zitieren. Der Hamburger Konzern und sein chinesischer Partner verfolgten „gleichermaßen das Ziel einer logistischen Zukunftssicherung des CTT und noch stärkeren Verzahnung chinesischer Logistikströme am Standort Hamburg."
Wie ich geschrieben habe: Bezahlen für den eitlen und dummen Dirigismus Habecks werden letztlich Hamburgs Einwohner und alle, welche Waren aus China beziehen, wenn die Schiffe andere Häfen anfahren und der Transportweg länger dauert und mehr kostet. China ist es egal.

Necon 23.08.2022 06:14

Frage an qbz kannst du beantworten oder auch nicht.
Magst du Habeck und euere Grünen nicht, oder warum willst du unbedingt Deutsche Infrastrukturen an China verkaufen.

China wird weiter mit Deutschland und der EU handeln egal ob mit oder ohne Anteil am Hafen, denn auch China kann uns, also die EU nicht einfach ignorieren und zum Glück sind wir gemeinsam doch noch eine der zahlungsstärksten Volkswirtschaften der Welt.
Es ist aber ein Unterschied ob ich mit jemanden Handel treibe und wirtschaftlich verflochten bin, oder ob ich diesem Infrastruktur verkaufe.
Würdest du auch Wasser und Energieinfrastruktur and China verkaufen? Oder wo wäre bei dir die rote Linie?;

Oder anders herum muss China dann auch Deutschland erlauben Infrastrukturen in China kaufen zu dürfen?
Und wenn China friedlich ist aber die nicht Beteiligung am Hafen dazu führen würde, dass sie weniger Handeln, obwohl die gleiche Infrastruktur vorhanden ist, wäre das dann friedlich oder eine Handelssanktion weil man nicht das tut was China möchte?

Ein gutes Beispiel ist für mich der aktuelle Ukrainekrieg.
BASF baut in Russland eine Gasförderung auf, betreibt diese dann dort aber nur bis das Gas an der Oberfläche ist, alles ab dort gehört Russland bzw Gasprom ebenso wie Teile der Gasinfrastruktur in Deutschland. Was haben wir bzw ihr jetzt davon?
Richtig kein Gas
Diese ganzen Vernetzungen sind alle toll, wenn man vertrauenswürdige Partner hat, die keine Kriegspläne verfolgen oder die Weltherrschaft anstreben.
China hat in dem Fall keine direkten Kriegspläne, strebt aber ganz klar an die Supermacht zu werden und zeigt leider auch, dass dafür alle Mittel recht sind.
Das ist für mich kein vertrauenswürdiger Partner

merz 23.08.2022 07:50

Interessanter Weise habe sich Verdi gegen den Hamburger Deal ausgesprochen (allerdings aus tlw. anderer Motivlage - schön die Spitze in einem Halbsatz, dass es ja im Reich der CCP keine unabhängige gewerkschaftliche Arbeitnehmerorganisation gibt)

https://hamburg.verdi.de/presse/pres...0-001a4a160119


m.

qbz 23.08.2022 09:44

Zitat:

Zitat von merz (Beitrag 1677113)
Interessanter Weise habe sich Verdi gegen den Hamburger Deal ausgesprochen (allerdings aus tlw. anderer Motivlage - schön die Spitze in einem Halbsatz, dass es ja im Reich der CCP keine unabhängige gewerkschaftliche Arbeitnehmerorganisation gibt)

https://hamburg.verdi.de/presse/pres...0-001a4a160119


m.

Ja, ich weiss bzw. habe es mir schon gedacht. Den "Kampf" hat Verdi allerdings in Hamburg verloren und schon 2007.

Die Alternative für Verdi ist nämlich eine, die auch ich primär befürworten würde, die allerdings weder Herr Habeck, noch Herr Lindner, noch der Hamburger Senat unterstützen, nachdem bekanntlich eine erste Privatisierung in eine HHLA AG vor ca. 15 Jahren schon stattgefunden hat. Das habe ich schon in meinem ersten Statement formuliert, ohne die Verdi-Stellungnahme zu kennen. QBZ: "Ich würde es befürworten, wenn es 2007 unter der CDU keine Teilprivatisierung (in die Hamburger Hafen und Logistik AG) gegeben hätte oder die Stadt heute den Anteil wieder zurückkauft als Gemeineigentum. Da aber beides kein aktuelles Thema ist und es nicht um die Verhinderung der Privatisierung von Gemeineigentum geht, ......

Was den ökologischen Aspekt betrifft, den die Stellungnahme erwähnt, da muss natürlich die Politik die Vorgaben erlassen, egal wer der Eigner ist.

Wie Konflikte zwischen chinesischen ArbeiterInnen und den Unternehmen / Staat ausgetragen werden und welche Konflikte da existieren, das wäre sicher eine interessante Diskussion, wobei ich China selbst eher mit einem anderen Brics-Land vergleichen würde als mit Deutschland, also Indien, Russland oder auch (kein Brics) Vietnam, Thailand, Philippinen etc. Selbstverständlich gelten in DE überall die gleichen Arbeitnehmerrechte.

qbz 23.08.2022 09:47

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1677107)
Frage an qbz kannst du beantworten oder auch nicht.
Magst du Habeck und euere Grünen nicht, oder warum willst du unbedingt Deutsche Infrastrukturen an China verkaufen.
.....

Hallo Necon, siehe meine Antwort an Merz.

qbz 23.08.2022 10:01

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1677107)
....
Würdest du auch Wasser und Energieinfrastruktur and China verkaufen? Oder wo wäre bei dir die rote Linie?;
.......

Ich bin dafür, dass alle Unternehmen der Grundversorgung wie Wasser, Energie, Verkehr (Eisenbahn), Entsorgung sich in staatlicher Hand befinden als Gemeineigentum und lehne eine neoliberale Wirtschaftspolitik ab. Wäre der Energiemarkt nicht liberalisiert und die Gaspreise z.B. mit Gazprom fix (!) für längere Zeit vereinbart worden und nicht monatlich an den der Spekulation unterworfenen Börsenpreis gebunden, hätten wir das Problem jetzt nicht, mal als Beispiel. Das wollen weder CDU, SPD, FDP, Grüne, AFD. Will die Ampel die Privatisierung des Strom- und Energiemarktes jetzt rückgängig machen? Leider nicht! Würde Herr Habeck die Teilprivatisierung (35 %) ablehnen, wenn sie an USA-Reederei ginge? Er lehnt sie ab,weil es eine chinesische Gesellschaft ist.

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1677107)
China wird weiter mit Deutschland und der EU handeln egal ob mit oder ohne Anteil am Hafen, denn auch China kann uns, also die EU nicht einfach ignorieren und zum Glück sind wir gemeinsam doch noch eine der zahlungsstärksten Volkswirtschaften der Welt.

Stichwort: Standortvorteil / Standortnachteil.

Necon 23.08.2022 10:16

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1677133)
Ich bin dafür, dass alle Unternehmen der Grundversorgung wie Wasser, Energie, Verkehr (Eisenbahn), Entsorgung sich in staatlicher Hand befinden als Gemeineigentum und lehne eine neoliberale Wirtschaftspolitik ab. Wäre der Energiemarkt nicht liberalisiert und die Gaspreise z.B. mit Gazprom fix (!) für längere Zeit vereinbart worden und nicht monatlich an den der Spekulation unterworfenen Börsenpreis gebunden, hätten wir das Problem jetzt nicht, mal als Beispiel. Das wollen weder CDU, SPD, FDP, Grüne, AFD. Will die Ampel die Privatisierung des Strommarktes jetzt rückgängig machen? Leider nicht! Würde Herr Habeck die Teilprivatisierung (35 %) ablehnen, wenn sie an USA-Reederei ginge? Er lehnt sie ab,weil es eine chinesische Gesellschaft ist.

Dabei sind wir uns einig! Ich würde noch Wohnen und Lebensmittel bis zu einem gewissen Grad mit dazu nehmen, komme mir zwar bei den Zeilen vor wie ein Kommunist aber es ist ein Wahnsinn das mit Lebensmittel spekuliert werden kann.

qbz 23.08.2022 10:19

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1677138)
Dabei sind wir uns einig! Ich würde noch Wohnen und Lebensmittel bis zu einem gewissen Grad mit dazu nehmen, komme mir zwar bei den Zeilen vor wie ein Kommunist aber es ist ein Wahnsinn das mit Lebensmittel spekuliert werden kann.

Offtopic:
Einverstanden. Gemeineigentum der Grundversorgung bedeutet keine Änderung am wirtschaftlichen System, nur etwas weniger Profit für private und institutionelle Kapitalbesitzer, und mehr Gewinn für den Staat und bessere Versorgung.

tandem65 23.08.2022 10:54

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1677133)
Ich bin dafür, dass alle Unternehmen der Grundversorgung wie Wasser, Energie, Verkehr (Eisenbahn), Entsorgung sich in staatlicher Hand befinden als Gemeineigentum

Da möchte ich Dir mal ausdrücklich zustimmen.:Blumen:

DocTom 23.08.2022 15:46

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1677138)
Dabei sind wir uns einig! Ich würde noch Wohnen und Lebensmittel bis zu einem gewissen Grad mit dazu nehmen, komme mir zwar bei den Zeilen vor wie ein Kommunist aber es ist ein Wahnsinn das mit Lebensmittel spekuliert werden kann.

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1677139)
..., nur etwas weniger Profit für private und institutionelle Kapitalbesitzer, und mehr Gewinn für den Staat und bessere Versorgung.



+1, aber sonst wird den Milliardären doch so schnell langweilig...

Daher zocken die doch mit Lebensmittelpreisen und schicken damit immer auch ein paar Menschen übern Jordan, weil die in der dritten Welt sich dann plötzlich nicht mal eine Schüssel Reis pro Tag mehr leisten können.

NmpM
T.

Necon 23.08.2022 15:58

Ich habe jetzt keine Zeit (und ehrlicherweise keine Lust), dass alles nachzurecherchieren.
Darum vielleicht mal das Video als Diskussionsgrundlage:
https://www.youtube.com/watch?v=4JEdz1eA2vQ

Kurzer Inhalt:
Warum wuchs Chinas Wirtschaft so schnell?
Kann man das ewig halten?
Ist Chinas Wirtschaft vor dem Kollaps?

qbz 23.08.2022 16:06

Allianz will wohl in China in der Vermögensverwaltung Fuß fassen

Zitat:

"Der Vermögensverwaltungszweig des Versicherers, Allianz Global Investors (AllianzGI), habe in den vergangenen Monaten unter anderem Gespräche mit der Industrial Bank und der China CITIC Bank geführt, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. AllianzGI, das über ein verwaltetes Vermögen von 578 Milliarden Euro verfügt, treibe unabhängig davon auch Pläne zur Gründung eines hundertprozentigen Fondsverwaltungsunternehmens in China voran. McKinsey sei mit Machbarkeitsstudien für dieses Projekt beauftragt, sagte eine der Quellen.

Der Markt für Vermögensverwaltung in der Volksrepublik wird auf 4,3 Billionen Dollar geschätzt. Nachdem Peking 2019 den Weg für mehrheitlich von westlichen Partnern geführte Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Banken frei gemacht hat, haben etliche Investoren das Feld sondiert oder bereits Gemeinschaftsunternehmen gegründet, darunter BlackRock, Einheiten von Goldman Sachs oder Barclays."

qbz 23.08.2022 22:14

Zitat:

Zitat von Necon (Beitrag 1677258)
Ich habe jetzt keine Zeit (und ehrlicherweise keine Lust), dass alles nachzurecherchieren.
Darum vielleicht mal das Video als Diskussionsgrundlage:
https://www.youtube.com/watch?v=4JEdz1eA2vQ

Kurzer Inhalt:
Warum wuchs Chinas Wirtschaft so schnell?
Kann man das ewig halten?
Ist Chinas Wirtschaft vor dem Kollaps?

Ich habe mir das Video angehört.

Auch die chinesische Volkswirtschaft kennt trotz der großen staatlichen Lenkung und des hohen Staatseigentums als Marktwirtschaft systemisch bedingt zyklische Verläufe, industrielle Strukturkrisen und Überakkumalationskrisen wie eine kapitalistische. Es handelt sich um keine stalinistische, zentralistische Planwirtschaft wie im sowjetischen Ostblock.

Deswegen würde ich jetzt bei einer wirtschaftlich bedingten Immokrise nicht von Kollaps reden. Externe auslösende Faktoren für mögliche Krisen wären ergänzend Corona, Naturkatastrophen (Hitzewellen) etc.

Nicht zu vergessen: Die jetzige 5. Führungsgeneration wurde an Elite Unis der USA ausgebildet als Finanzexperten, Juristen und Unternehmer. Ich traue denen zu, das richtige Mittel zu finden und die geeigneten staatlichen Rahmenbedingungen zu setzen, um zyklische Krisen zu bewältigen.


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