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pinkpoison 08.02.2011 14:55

Zitat:

Zitat von FinP (Beitrag 531183)
Das erstaunliche daran ist doch vor allem, dass diese Gesellschaft dafür relativ gesund, relativ friedlich (!) und relativ lange lebt.
Die Menschen rauchen, saufen, sind fett und unsportlich und dennoch haben wir eine enorm hohe Lebenserwartung. Rein aus subjektiver Beobachtung würde ich behaupten, dass selbst die Reproduktionsrate mit der vermeintlich "ungesunden" Ernährung steigt.

Lebenserwartung bedeutet nicht gleichzeitig Lebensqualität. Die Zahl der schon in jungen Jahren an den klassischen lebensstilbedingten "Zivilisationskrankheiten" Menschen nimmt dramatisch zu.
Die Reproduktion ist in den westlichen Industrienationen fallend. Auf jede Frau kommen weniger als 2 Kinder. Die Bevölkerung der BRD ist lediglich aufgrund der massiven Zuwanderung der letzten zwei Jahrzehnte, vor allem aus der ehemaligen UdSSR stabil geblieben.

Davon abgesehen hat die Reproduktion mit der Paleo- oder konventionellen Ernährung wahrscheinlich nicht viel zu tun zu tun, da sich die Zivilisationskrankheiten typischerweise erst in der zweiten Lebensphase (also nach Abschluß der individuellen Reproduktion) lebensqualitätmindernd bemerkbar machen. Daher kann von nicht-artgerechter Ernährung auch nur dann Selektionsdruck ausgehen, wenn diese unmittelbar, schnell und gründlich Wirkung im Sinne von Tod in der Kindheit zeigt (vor der Reproduktion). So zb Milch als Basis der Ernährung zum Beginn der Milchwirtschaft in Nordeuropa. Anders ist ansonsten die dramatische Geschwindikeit der Durchsetzung der genetischen Mutation in diesen Populationen, die zu Laktosetolaranz über das Säuglingsalter hinaus führte, kaum erklärbar. Es sei denn die Forschung im Bereich der Epigenetik kommt hierzu verwertbaren neuen Erkenntnissen, was aber noch nicht absehbar ist.

Eine interessante Frage ist aber, warum sich die Zahl aufgrund abnehmender Spermienqualität zeugnungsunfähiger Männer im Steigen befindet. Möglicherweise spielt hier dann die konventionelle Ernährung doch eine mitverursachende Rolle. Ob und in wieweit, kann ich nicht sagen - vielleicht kennt sich hier ja jemand zu diesem Thema aus.

pinkpoison 08.02.2011 15:05

Zitat:

Zitat von Rubberduck (Beitrag 531189)
Für mich stellt sich die Frage wie ich dieses Paleozeug umsetzen soll / muss. Am Wettkampf einen Powerbar wär dann ja auch Tabu:confused:
Aber wenn ich wüsste wie ich das ganze in meinen Alltag einbauen soll würd ich es wohl auch mal probieren.

Wenn Du Lust hat das "Paleo-Gedöns" (bellamartha) mal zu probieren... mach den Thread dazu auf und ich versuch Dich dabei ein wenig zu coachen. Ich bin mir sicher, dass es auch für Dich einen gangbaren Weg gibt, dem Ideal so nahe wie möglich zu kommen, ohne sein Leben komplett verändern zu müssen.

By the way... wie oft ist im Jahr Wettkampf? Meinst Du eine handvoll Powerbars bringen Dich sofort ins Grab? Unser Körper verträgt so manche Beleidigung - und damit auch mal Junkfood im Wettkampf -, wenn man ihn grundsätzlich in der überwiegenden Zeit pfleglich und artgerecht behandelt.

Meik 08.02.2011 15:09

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531225)
Unser Körper verträgt so manche Beleidigung - und damit auch mal Junkfood im Wettkampf -, wenn man ihn grundsätzlich in der überwiegenden Zeit pfleglich und artgerecht behandelt.

Klar sollte man den Körper pfleglich behandeln.

Die Frage im WK oder bei intensivem Training ist jedoch die altbekannte: Was spricht dagegen dem Körper dann zu geben was er verbraucht: KH? Ein Motor braucht halt seinen Treibstoff wenn er hohe Leistungen bringen soll.

Lui 08.02.2011 15:20

Zitat:

Zitat von Rubberduck (Beitrag 531189)
Für mich stellt sich die Frage wie ich dieses Paleozeug umsetzen soll / muss. Am Wettkampf einen Powerbar wär dann ja auch Tabu:confused:

Powerbars sollten alleine deshalb Tabu sein weil sie einfach ekelhaft sind, da hilft das Wort Power aus nichts mehr:Lachen2:

FinP 08.02.2011 15:21

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531222)
Lebenserwartung bedeutet nicht gleichzeitig Lebensqualität.

Nö, natürlich nicht.
Zitat:

Die Zahl der schon in jungen Jahren an den klassischen lebensstilbedingten "Zivilisationskrankheiten" Menschen nimmt dramatisch zu.
Gleichzeitig nimmt auch die Diagnostik zu/wird besser.
Ist es übrigens wirklich nachgewiesen, dass der Lebensstil diese verursacht? Liegt ja nahe, aber stimmt das denn auch?
Zitat:

Die Reproduktion ist in den westlichen Industrienationen fallend. Auf jede Frau kommen weniger als 2 Kinder.
Nicht alles auf die Goldwaage legen:
Meine Beobachtungen.
1. Bildungsferne Schichten ernäheren sich im Mittel "schlechter" (nach meiner Definition) als bildungsnahe Schichten.
2. Bildungsferne Schichten vermehren sich schneller, häufiger und früher.
Einen internationalen oder historischen Bezug/Vergleich stelle ich gar nicht an.

Zitat:

Davon abgesehen hat die Reproduktion mit der Paleo- oder konventionellen Ernährung wahrscheinlich nicht viel zu tun zu tun, da sich die Zivilisationskrankheiten typischerweise erst in der zweiten Lebensphase (also nach Abschluß der individuellen Reproduktion) lebensqualitätmindernd bemerkbar machen.
Genau das ist doch das Erstaunliche auf das ich hinauswill. Wir futtern vermeintliches Gift und dennoch erreichen wir relativ gesund (also gesund genug für so einiges) diese zweite Lebensphase.
Ob es anders besser, länger, weiter geht - anderes Blatt.

Deine Theorie beruht darauf, dass sich der Mensch genetisch an dies und das angepasst hat oder auch nicht - jeweils mit dem Ziel der idealen Fortpflanzung (späteres geht ja laut Deiner Aussage nicht in den Evolutionsprozess ein). Dies ist also vermutlich durch Paleo gegeben.
Das bedeutet, dass Paleo ein (!) geeignetes Rezept ist, sich recht gut fortzupflanzen (wenn man annimmt, dass der Gen-Pool sich seit dem nicht verändert hat).

Meine Einwände:
1. Es besagt aber nichts darüber, ob diese Ernährung auch für den weiteren Lebensweg besonders geeignet ist.
(Man könnte nun folgern, dass das, was in der ersten Lebenshälfte gut funktioniert, wahrscheinlich auch in der zweiten Hälfte gut ist, aber das würde dann mit der evolutionären Begründung brechen.)
2. Das Leben besteht (für mich) mehr als aus dem Erreichen des Fortpflanzungsalters. Lebensqualität ist für mich also nicht nur eine eventuell optimale Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Diese nimmt (vor allem wenn sie fehlt) natürlich einen beträchtlichen Raum ein, ist es aber nicht nur allein.

Meine Folgerung: Kompromisse. Ich versuche mich bewusst zu ernähren, indem ich versuche meinem Körper zu vertrauen und auf diesen zu hören und gleichzeitig die Lebensmittel mit meinem ökologischen Gewissen vereinbaren zu können. Es ist also ein Wechselspiel aus Bekömmlichkeit und Lust und Ökologiebetrachtungen.

Gar nicht so einfach.

Lui 08.02.2011 15:23

Zitat:

Zitat von Meik (Beitrag 531227)
Die Frage im WK oder bei intensivem Training ist jedoch die altbekannte: Was spricht dagegen dem Körper dann zu geben was er verbraucht: KH? Ein Motor braucht halt seinen Treibstoff wenn er hohe Leistungen bringen soll.

Wurde in einem Paleo Thread eigentlich je die Frage beantwortet, ob es einen absoluten Elite-Triathlet gibt, der sich rein Paleo ernährt und auf Kartoffeln, Getreide und Hülsenfrüchte völlig verzichtet?

NBer 08.02.2011 15:23

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531222)
.....Die Reproduktion ist in den westlichen Industrienationen fallend.....

Eine interessante Frage ist aber, warum sich die Zahl aufgrund abnehmender Spermienqualität zeugnungsunfähiger Männer im Steigen befindet.....

ist das so, das zweiteres ursache für ersteres ist? ich glaube nämlich, da gibt es ganz andere, eher soziologische, denn biologische gründe......

pinkpoison 08.02.2011 16:15

Zitat:

Zitat von FinP (Beitrag 531233)
Nö, natürlich nicht.

Gleichzeitig nimmt auch die Diagnostik zu/wird besser.
Ist es übrigens wirklich nachgewiesen, dass der Lebensstil diese verursacht? Liegt ja nahe, aber stimmt das denn auch?

Nicht alles auf die Goldwaage legen:
Meine Beobachtungen.
1. Bildungsferne Schichten ernäheren sich im Mittel "schlechter" (nach meiner Definition) als bildungsnahe Schichten.
2. Bildungsferne Schichten vermehren sich schneller, häufiger und früher.
Einen internationalen oder historischen Bezug/Vergleich stelle ich gar nicht an.


Genau das ist doch das Erstaunliche auf das ich hinauswill. Wir futtern vermeintliches Gift und dennoch erreichen wir relativ gesund (also gesund genug für so einiges) diese zweite Lebensphase.
Ob es anders besser, länger, weiter geht - anderes Blatt.

Deine Theorie beruht darauf, dass sich der Mensch genetisch an dies und das angepasst hat oder auch nicht - jeweils mit dem Ziel der idealen Fortpflanzung (späteres geht ja laut Deiner Aussage nicht in den Evolutionsprozess ein). Dies ist also vermutlich durch Paleo gegeben.
Das bedeutet, dass Paleo ein (!) geeignetes Rezept ist, sich recht gut fortzupflanzen (wenn man annimmt, dass der Gen-Pool sich seit dem nicht verändert hat).

Meine Einwände:
1. Es besagt aber nichts darüber, ob diese Ernährung auch für den weiteren Lebensweg besonders geeignet ist.
(Man könnte nun folgern, dass das, was in der ersten Lebenshälfte gut funktioniert, wahrscheinlich auch in der zweiten Hälfte gut ist, aber das würde dann mit der evolutionären Begründung brechen.)
2. Das Leben besteht (für mich) mehr als aus dem Erreichen des Fortpflanzungsalters. Lebensqualität ist für mich also nicht nur eine eventuell optimale Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Diese nimmt (vor allem wenn sie fehlt) natürlich einen beträchtlichen Raum ein, ist es aber nicht nur allein.

Meine Folgerung: Kompromisse. Ich versuche mich bewusst zu ernähren, indem ich versuche meinem Körper zu vertrauen und auf diesen zu hören und gleichzeitig die Lebensmittel mit meinem ökologischen Gewissen vereinbaren zu können. Es ist also ein Wechselspiel aus Bekömmlichkeit und Lust und Ökologiebetrachtungen.

Gar nicht so einfach.

Ich fürchte da wurde ich von Dir in vielen Punkten missinterpretiert.

Paleo ist für mich (und nicht nur mich) eine Ernährung die beste Gesundheit bis in ein hohes Alter ermöglicht. Mit der Reproduktion bzw dem Reproduktionsalter hat dies nichts zu tun. Es konnten sich Populationen durchsetzen, deren ältere Sippenmitglieder möglichst lange nützliche Arbeit für die Sippe leisten konnten (zb Nahrung zubereiten, Kinder beaufsichtigen etc. Zu beobachten heute noch bei den Kung San in Afrika. Eine Sippe mit (ernährungsbedingt) jung sterbenden Mitgliedern hatte eine geringere Wahrscheinlichkeit zum bestimmenden Teil des Genpools der Art zu werden.
Die neolitihische Revolution mit der Entstehung großer sozialer Gemeinschaften (Städte) hat diesen Aspekt in den Hintergrund rücken lassen, da durch die besseren Möglichkeiten der Arbeitsteilung die Bedeutung des gesund alt werdens niveliert wurden. Abzulesen in der drastisch gesunkenen Lebenserwartung mit Einsetzen der neolithischen Revolution um mehr als ein Drittel. Milch, Getreide, Mais etc und später dann Zucker und Industriefraß haben wenig einfluß auf die Reproduktion, aber auf die Gesundheit im Alter und das erreichbare Alter generell. "Leider" wirk(t)en diese langfristig schädlichen Nahrungsmittel nicht unmittelbar und sofort tötlich, denn dann hätten wir es blieben lassen, diesen Mist als Basis unserer Ernährung zu machen oder aber die Evolution hätte - bei Vorliegen einer diesbezüglich hilfreichen Mutation - eine rasche Anpassung unseres Genoms vorgenommen (wie zb bei 10-15% der Weltbevölkerung bzgl Laktosetoleranz).

Dass die Zivilisationskrankheiten lebensstilbedingt sind (in Japan heißen sie sogar so: "lebensstilbedingte Krankheiten"), wird heute im Grunde von niemandem wirklich bezweifelt. Zu erdrückend ist die statistische Faktenlage und die Erkenntnis über die biochemischen Wirkzusammenhänge. Allenfalls wirtschafliche Interessengruppen wie Agrar- und Nahrungsmittelindustrie zünden hier gezielt Blendgranaten. Vorbild: Die Tabakindustrie mit ihrer jahrzehntelang leider zu erfolgreichen Propaganda, dass Rauchen gar nicht schuld an diversen Krankheiten sei... . Man mache sich zb mal den Spaß und lese die dummdreiste Propaganda der Zuckerindustrie... .

Um das Ausmaß des Zunehmens der nach außen hin offensichlichsten Zivilisationskrankheit, der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten, genügt es, sich eine Stunde in ein Kaffee in der Fußgängerzone zu setzen und das vorbeiflanierende Volk zu beobachten oder den Pausenhof einer beliebigen deutschen Schule diesbezüglich zu betrachten.

pinkpoison 08.02.2011 16:23

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531261)
Sehr gute Frage! Bitte um Antwort!

Gegenfrage: Gibt es einen Profi-Triathleten, der so bescheuert sein könnte, seine Geheimmnisse bzgl. einer (wie auch immer gearteten) überlegenen Ernährung der Konkurrenz brühwarm und im Detail öffentlich auszubreiten? Wie naiv wäre denn so was?!? Wenn einer nicht nur nen Hohlkörper zwischen den Schultern hat, dann verbreitet er doch höchstens Halbwahrheiten oder gar gezielte Lügen... .

pinkpoison 08.02.2011 16:26

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 531236)
ist das so, das zweiteres ursache für ersteres ist? ich glaube nämlich, da gibt es ganz andere, eher soziologische, denn biologische gründe......

Selbstverständlich ist das ein enorm komplexes Problem, und ich stimme mit Dir überein, dass die biologische Komponente wohl die geringste Bedeutung von allen Einflussfaktoren hat. Bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch schlägt sich aber das genannte Problem durchaus als ausschlaggebender Faktor nieder.

Badekaeppchen 08.02.2011 16:34

Zitat:

Zitat von Lui (Beitrag 531234)
Wurde in einem Paleo Thread eigentlich je die Frage beantwortet, ob es einen absoluten Elite-Triathlet gibt, der sich rein Paleo ernährt und auf Kartoffeln, Getreide und Hülsenfrüchte völlig verzichtet?

Torbjorn Sindballe ist einer derjenigen, die sich zu Paleo geäußert haben. Er hält Paleo für eine gesunde Ernährung, jedoch nicht vorteilhaft für einen Ausdauersportler, zumindest auf Ebene des Ironman. Er hatte es selbst getestet. Bitte nicht verallgemeinern - das ist die subjektive Einschätzung von Sindballe.

Campeon 08.02.2011 16:37

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531261)
Bitte um Antwort!

@pinkpoison, aber bitte nicht sooooooooooooooooooooo ausführlich, weniger ist oft mehr!!!:cool:

Ach so, meine Meinung zum Ausgangsthema:

Diäten sind Scheiße, egal wie sie heißen!!!

Joersch 08.02.2011 16:40

Zitat:

Zitat von Lui (Beitrag 531234)
Wurde in einem Paleo Thread eigentlich je die Frage beantwortet, ob es einen absoluten Elite-Triathlet gibt, der sich rein Paleo ernährt und auf Kartoffeln, Getreide und Hülsenfrüchte völlig verzichtet?

Ich kenne auch nur das Interview mit Sindballe aus der 'Triathlete Inside' zu Dem Thema wie man die Fettverbrennung optimieren kann (Nuechterntraining etc.), die Badekaepchen weiter oben schon beschrieben hat. In der tat kam er bei seinen Trainingsbelastungen damit wohl nicht klar... Ich gehe einfach mal davon aus, dass Badekaepchen das gleiche Interview gelesen hat..

pinkpoison 08.02.2011 16:49

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531279)
Rhetorisch gut gelöst!

Aber inhaltlich war die Frage: Lässt sich Paleo mit dem Leistungssport vereinbaren? Gemeint ist a) Paleo in seiner Gänze und kein In-Richtung-Paleo-Leben und b) Leistungssportler, eben auch jene, die nicht im Fernsehen sind, aber trotzdem einen >20-25h-Wochen-Umfang haben und sagen wir einmal: sub9h sind.

Einerseits ist es eine theoretische Frage. Andererseits könnte jemand, der hart trainiert und Paleo in Gänze angewendet hat, vielleicht seine Erfahrung kundtun.

Ich hatte nur (wenn es auch nicht ganz Paleo war), Probleme mit dem Kohlenhydratverzicht. Es wurde besser gen Ende der 3 Monate, aber nicht, wie ich es vorher gewohnt war. Gegenbeispiele sind ausdrücklich erwünscht.

Von welchem Kohlenhydratverzicht sprichst Du denn? Wo steht denn im Paleo-Konzept, so wie ich, Cordain/Friel oder Sisson es zb befürworten irgendwas von Verzicht auf KH?

Dir ist doch sicher Joe Friel bekannt, der als einer der anerkannten Coaches im Ausdauersportbereich (Rad, Triathlon) zu zählen ist. Meinst Du Joe Friel würde den Co-Autor von Loren Cordain machen und ein Buch veröffentlichen, das "The Paleo Diet for Athlets" heißt, wenn er das Konzept als ungeeignet für Spitzenleistung halten würde? Ganz im Gegenteil. Er und Cordain sowie Mark Sisson (4. Platz anno dazumal in Hawaii) in seinem Buch "The Primal Blueprint" sprechen sich klar dafür aus, ein Konzept, wie ich es in Teil 3 meines Essays adaptiert an leistungssportliche Belange dargestellt habe.

Wenn sich hier jemand befinden würde, der in dem von Dir gewünschten Leistungsbereich Sport macht und der sich entweder bereits so ernährt, oder vor hat dies zu versuchen, dann könnten wir der Frage mit einer ministichprobe auf den Grund gehen. Ansonsten muss es mangels objektiver Datenbasis leider bei Spekulationen bleiben.

Es gibt hier im Forum ein paar User, wie "Weichei", die Paleo schon recht lange durchziehen und nur Gutes zu berichten haben. Das zählt aber als Datenbasis mit Sichergheit nicht für eine seriöse Antwort auf Deine Frage. Für 95% der User hier stellt sich diese Frage sowieso nicht weil sie nicht in diesen Grenzbereichen trainieren - und da ist Paleo aber in jedem Fall ein konkurrenzfähiges , wenn nicht das überlegene Modell. Behaupte ich zumindest. Unnötig das zu betonen: Mit Überzeugung!

Gruß Robert

pinkpoison 08.02.2011 16:52

Zitat:

Zitat von Campeon (Beitrag 531275)

Diäten sind Scheiße, egal wie sie heißen!!!


Auch Du lebst Diät:


"Die Bezeichnung Diät kommt von (griech.) dίaita und wurde ursprünglich im Sinne von „Lebensführung“/„Lebensweise“ verwendet. Die Diätetik beschäftigt sich auch heute noch wissenschaftlich mit der „richtigen“ Ernährungs- und Lebensweise"

http://de.wikipedia.org/wiki/Di%C3%A4t

dude 08.02.2011 16:54

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531270)
Gegenfrage: Gibt es einen Profi-Triathleten, der so bescheuert sein könnte, seine Geheimmnisse bzgl. einer (wie auch immer gearteten) überlegenen Ernährung der Konkurrenz brühwarm und im Detail öffentlich auszubreiten? Wie naiv wäre denn so was?!?

Naiv oder nicht, es gibt auch unter Triathleten noch genuegend Profis, die sich ohne Mucken in die Karten schauen lassen. Es ist schliesslich keine Hexerei und Training durchaus individuell.

Alle Profitriathleten, die ich kenne, sind essgestoert. Das gehoert einfach dazu.

pinkpoison 08.02.2011 17:03

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 531286)
Naiv oder nicht, es gibt auch unter Triathleten noch genuegend Profis, die sich ohne Mucken in die Karten schauen lassen. Es ist schliesslich keine Hexerei und Training durchaus individuell.

Alle Profitriathleten, die ich kenne, sind essgestoert. Das gehoert einfach dazu.

Dann schicken wir Dich mal mit einem Fragebogen bewaffnet in die weite Welt der auskunftsfreudigen udn ehrlichen Profis und erheben einfach mal eine solide und valide Datenbasis... By the way vielleicht auch gleich, was den Konsum der unerlaubten Mittelchen angeht ;) (Ob sie da auch so offen sein würden?) Da es meines Wissens solche Datengrundlagen bislang nicht gibt, ist es müssig drüber zu spekulieren, wie die Fakten dazu aussehen. Die ein oder andere nebulöse Interviewaussage in den Medien ersetzt keine konkreten Ernährungsprotokolle bzw ausführliche Surveys, ich denke das ist uns allen klar.

dude 08.02.2011 17:11

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531289)
Dann schicken wir Dich mal mit einem Fragebogen bewaffnet in die weite Welt der auskunftsfreudigen udn ehrlichen Profis und erheben einfach mal eine solide und valide Datenbasis.

Das ist machbar, wenn man sich die Muehe machen wuerde. Ich kenne keinen, der ein Geheimnis um seine Ernaehrung macht.

pinkpoison 08.02.2011 17:14

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531288)
Nur ein bisschen Empathie bitte! S. 104, Abb. 5.1 (Cordain/Friel):

I. Ernährung Sammler/Jäger: 22-40% KH
II. Ernährung in den USA: 49% KH
III. DGE: 52-53%

Dh: Paleo ist kohlenhydratreduziert, nicht unter allen Umständen kohlenhydratarm.

Bussi :-) Reicht Dir das zunächst an Empathie? ;)

Das sind die Statistiken der Ernährung der Jäger- und Sammler-Völker über die man Daten hat. Das ist nicht "die Paleo-Ernährung" und ihre Richtwerte.

Wenn Du Dir mal Teil 3 meines Essays anschaust, findest Du folgende Zeilen von mir:

"Dreh- und Angelpunkt der Beantwortung der Frage, wie hoch der Anteil von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten an der Bereitstellung von Energie sein soll, ist die Zyklik im jährlichen Trainingsplan. Die Ernährung in der Übergangsphase sieht diesbezüglich anders aus, als die Ernährung in der Wettkampfphase – je nach Trainingsumfang und Trainingsintensität, die die jeweilige Zyklusphase prägt, wird sich der Energiebedarf aber mit ihm auch die relative Bedeutung der einzelnen Energieträger ändern.

Die gelegentlich hitzig diskutierten, angeblich optimalen Relationen von Kohlenhydraten zu Eiweiß und Fett (z.B. die 40/30/30-Relation nach Sears) existieren also im Paleo-Lifestyle-Konzept ausdrücklich nicht, sondern zeigen sich variabel um einen vergleichsweise stabilen Kern, den die Proteine bilden. Nicht wesentlich anders gestaltete sich die Energiezufuhr unserer Ahnen der Steinzeit – abhängig vom jahreszeitlichen Nahrungsmittelangebot der Natur. Weder wussten diese um den stofflichen Inhalt ihrer Nahrungsmittel noch um die prozentuale Verteilung derselben. Der Nährstoffgehalt ihrer Diät variierte erheblich im Jahresverlauf."


Außerdem KH sind lediglich ein Oberbegriff. Man sollte fein zwischen Mono-, Oligo- und Polysacchariden unterscheiden, was in der Paleo-Ernährung auch ganz ausdrücklich getan wird. Die DGE zb macht dies ganz bewußt nicht oder eher versteckt, um hier keine unangenehmen Fässer für ihre Finanziers aus der Wirtschaft aufzumachen, was die Hauptverursacher vieler Krankheiten angeht.

Ein Konsum isolierter Mono- und Disaccharide wird bei Paleo in der Basisernährung ausdrücklich gemieden, ebenso ein exzessiver Konsum von Polysacchariden (Stärke). Ausnahmen in Teil 3 meines Essays immer und gezielt in Kombination zu sehen mit der Trainings- oder WK-Belastung. Wenn "Zucker", dann insbesondere gebunden an Obst und Gemüse, was basenüberschüssihe Ernährung und maximale Nährstoffdichte pro Kalorie bedeutet. Keine leeren Kalorien, keine Insulinachterbahnen! KH nur, wenn man sie wirklich braucht, ansonsten primär Fettstoffwechsel. Niedriger bis moderater Glykämischer Index bei moderater bis niedriger glykämischer Last.

HeinB 08.02.2011 17:21

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531279)
Aber inhaltlich war die Frage: Lässt sich Paleo mit dem Leistungssport vereinbaren? Gemeint ist a) Paleo in seiner Gänze und kein In-Richtung-Paleo-Leben und b) Leistungssportler, eben auch jene, die nicht im Fernsehen sind, aber trotzdem einen >20-25h-Wochen-Umfang haben und sagen wir einmal: sub9h sind.

...

Ich hatte (wenn es auch nicht ganz Paleo war) Probleme mit dem Kohlenhydratverzicht. Und das schon bei 5-7h Laufen die Woche. Es wurde besser gen Ende der 3 Monate, aber nicht, wie ich es vorher mit KH gewohnt war. Gegenbeispiele sind ausdrücklich erwünscht.

Sehr interessante Frage! Ich würde die Voraussetzungen noch weiter abschwächen: Hobbysportler, aber Training für LD, 15-18h Woche, Ergebnis < 10h, ist das plausibel so?

So jemand sollte auch keine Probleme haben offen und ehrlich über seine Ernährung zu sprechen.

Robert: Kennst du niemanden auf den das Zutrifft? Klar nur Einzelfall, aber interessant wäre es schon.

pinkpoison 08.02.2011 17:33

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531297)
Bitte um Gegenbeweis: Wie soll ich derart viele KH (Unterschiede sind bekannt, führen aber nicht weiter!) aufnehmen, nur über Obst und Gemüse, vielleicht über Nüsse? Konkret: Ich will abends im Training 15km knechten. Wie mache ich die Speicher halbwegs mit Gemüse und Obst voll? Ohne dass sich 5kg Ballaststoffe ansammeln?
Dass im und vor dem Wettkampf ganz anders operiert wird, ist Allgemeinwissen.

15 km läufst Du mit deinen Muskelglykogenvorräten aber ganz locker aus der nassen Hose - unterstelle ich Dir mal. Die KH's vor dem training zu bunkern ist reichlich suboptimal, da Du so Deinen fettstoffwechsel nicht ansprichst, wobei ich Dir unterstelle, dass das für Dich ne Rolle spielt, wenn Du Marathon oder Ironman anstrebst.

Wir unterhalten uns dabei über einen Kalorienverbrauch (i.A. von Alter, Geschlecht, Gewicht, Tempo etc) von etwa 400-600 kcal. Wenn Du Dir nach dem Lauf ganz gemächlich i Lauf de rersten Stunde einen frisch gepressten Fruchtsaft (alternativ Obst/Gemüsemischung) (je nach Obstsorte/Mischung ca. 80 Kca/100ml) reinziehst, dann brauchst Du für 500 Kcal 0,625 Liter. Feinster Treibstoff mit allen Enzymen, Vitaminen und ner Menge Mineralstoffen und schnell dort wo das Zeug auch hin soll - in den Muskeln. Noch ein wenig Eiweiß dazu... ein bisschen Fleisch, ein wenig Nüsse vielleicht - und Bingo.

Wo ist also das Problem?

Superpimpf 08.02.2011 18:24

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531309)
Ich wiege 72-74kg. Daher ist der Umsatz bei dem Lauf höher. Da ich den Lauf "knechte" (umgangssprachlich für schnell laufen) werde ich relativ mehr Kohlenhydrate verfeuern. Dafür brauche ich die Speicher nicht voll auffüllen - einverstanden -, aber zu einem großen Teil. Und hier glaube ich einfach, dass ich die nur schwer geladen bekomme mit Obst und Gemüse, sodass der Lauf schwerer geht. Einwand: Ist doch gut, dein Fettstoffwechsel wird gefordert. Richtig, aber falsch: Bei 15km Dampf ist der mir relativ egal. Bei einem langen Lauf sieht es ganz anders aus. Das Danach ist kein Problem. Da mache/würde ich so machen wie o.a.
Problem verstanden?

Ohne jetzt irgendeine Stellung zu beziehen, hast du mal den Link von dude näher gelesen? (thefrutarian)

Der Mensch rennt jeden Tag einen HM auf Arbeit und einen zurück und hat 2 Tage nach einem 100mile Rennen einen Mara in 2:39 gemacht. Und isst nur Früchte - auch als WK Verpflegung (also nix mit Fleisch, Eier oder sowas).

Meik 08.02.2011 18:59

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531307)
Die KH's vor dem training zu bunkern ist reichlich suboptimal, da Du so Deinen fettstoffwechsel nicht ansprichst, wobei ich Dir unterstelle, dass das für Dich ne Rolle spielt, wenn Du Marathon oder Ironman anstrebst.

Für Fettstoffwechsel auf der LD sind aber die längeren Einheiten zuständig. 15km läuft man doch eher zügig so dass KH an der Energiebereitstellung überwiegen. Bei ambitioniert trainierenden Trias reden wir über >3000kcal pro Tag, je nach Training mit hohem KH-Umsatz. In Zusammenhang mit nicht so seltenen Verdauungsproblemen bei größeren Mengen Fruchtzucker wird es einfach schwer die nötige Menge aufzunehmen. Und angesichts des Trainings macht es einfach Sinn die Speicher nach dem Training schnell aufzufüllen.

Bei Zivilisationskrankheiten darf man eine IMHO weit schwerwiegendere Ursache nicht vergessen, die fehlende natürliche Selektion. Dank Lebensstil und Medizin gibt es kaum noch Menschen die sich nicht fortpflanzen (können). Die Natur kennt kaum Erbkrankheiten.

ironing 08.02.2011 19:24

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531225)
Wenn Du Lust hat das "Paleo-Gedöns" (bellamartha) mal zu probieren... mach den Thread dazu auf und ich versuch Dich dabei ein wenig zu coachen. Ich bin mir sicher, dass es auch für Dich einen gangbaren Weg gibt, dem Ideal so nahe wie möglich zu kommen, ohne sein Leben komplett verändern zu müssen.

By the way... wie oft ist im Jahr Wettkampf? Meinst Du eine handvoll Powerbars bringen Dich sofort ins Grab? Unser Körper verträgt so manche Beleidigung - und damit auch mal Junkfood im Wettkampf -, wenn man ihn grundsätzlich in der überwiegenden Zeit pfleglich und artgerecht behandelt.

Dazu eine Frage (falls das schon mehrfach besprochen wurde, bitte nur um kurze Info wo ich das ca. finden kann):

Wie ernährt sich ein eingefleischter Paleo Anhänger bei einem Ironman? Ich selbst esse beim Wettkampf zwischendurch - statt ausschließlich Powerbars und Gels zu mir zu nehmen, die ich nach all den Stunden absolut satt habe - auch einmal eine Schinkensemmel (ohne Butter), einfach um den Magen zu beruhigen. Gibt es brauchbare "Paleo" Alternativen ? Wie sieht es am Tag davor aus ?

Übrigens: Hochachtung vor deiner unerschütterlichen Motivation, hier weiter zu schreiben ! :Cheese: Mich interessiert das Thema sehr (allerdings bin ich bei "absoluten Wahrheiten" immer skeptisch)

Dirtyharry 08.02.2011 19:35

Zitat:

Zitat von Meik (Beitrag 531348)
Für Fettstoffwechsel auf der LD sind aber die längeren Einheiten zuständig. 15km läuft man doch eher zügig so dass KH an der Energiebereitstellung überwiegen. Bei ambitioniert trainierenden Trias reden wir über >3000kcal pro Tag, je nach Training mit hohem KH-Umsatz. In Zusammenhang mit nicht so seltenen Verdauungsproblemen bei größeren Mengen Fruchtzucker wird es einfach schwer die nötige Menge aufzunehmen. Und angesichts des Trainings macht es einfach Sinn die Speicher nach dem Training schnell aufzufüllen.

Bei Zivilisationskrankheiten darf man eine IMHO weit schwerwiegendere Ursache nicht vergessen, die fehlende natürliche Selektion. Dank Lebensstil und Medizin gibt es kaum noch Menschen die sich nicht fortpflanzen (können). Die Natur kennt kaum Erbkrankheiten.


du hast mir doch schon die antwort gegeben,

rohkost und obst:Cheese:

dirtyharry

pinkpoison 08.02.2011 19:44

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531309)
Ich wiege 72-74kg. Daher ist der Umsatz bei dem Lauf höher. Da ich den Lauf "knechte" (umgangssprachlich für schnell laufen) werde ich relativ mehr Kohlenhydrate verfeuern. Dafür brauche ich die Speicher nicht voll auffüllen - einverstanden -, aber zu einem großen Teil. Und hier glaube ich einfach, dass ich die nur schwer geladen bekomme mit Obst und Gemüse, sodass der Lauf schwerer geht. Einwand: Ist doch gut, dein Fettstoffwechsel wird gefordert. Richtig, aber falsch: Bei 15km Dampf ist der mir relativ egal. Bei einem langen Lauf sieht es ganz anders aus. Das Danach ist kein Problem. Da mache/würde ich so machen wie o.a.
Problem verstanden?

Dann schätz bitte mal ab, wie viel Energie Du bei so einem 15 km-Lauf Du brauchst und ab wieviel km Deine Speicher leer sein werden...? ich glaube nach wie vor, dass Du Deinen Energieverbrauch krass überschätzt, oder aber einen völlig untrainierten Fettstoffwechsel hast, weil Du Dir ständig vor und während des Trainings schnelle KH's reinpfeiffst. das wiederum ist wohl auch kaum wahrscheinlich. Also eher ersteres: Die völlig unbegründete Angst zu verhungern. Bei 15 km unmöglich, wenn Du nicht vorher zwei Tage gefastet haben solltest.

Selbst wenn Du die 15 km in 50 min läufst, dann sind das grad mal rund 1000 kcal. Wenn Du Dir 30 min vor dem Lauf einen guten halben Liter frisch gepressten Obst/Gemüsesaft reinziehst, dann wird die Verdauung nicht belastet, Du hast ausreichend Sprit an Bord und nach dem Training das gleiche nochmal plus ein paar Proteine und Fette und gut ist es... . Während eines 15km-Laufs essen nur Uschis oder Nordic Walker, das klammere ich also in Deinem Fall sowieso aus. Bei hohem Tempo zu essen ist ohnehin nicht sehr klug... .

Meik 08.02.2011 19:47

Zitat:

Zitat von Dirtyharry (Beitrag 531361)
rohkost und obst:Cheese:

Ich weiß nicht, rohe Nudeln und Kartoffeln ... :Lachen2:

@Jakob: Bin zwar kein Paleo-Jünger, aber nur mit Gels und Riegeln geht das bei mir auf der LD auch nicht. Praktikabel sind auch so Minisalami oder ein Tütchen mit kleingeschnittenen Fleischbrocken. Hat sich bei mir schon mehrfach auf LD und Ultras bewährt, immer ein Gel und ein Stück Fleisch im Wechseln. Genug Energie, ein wenige festes im Magen und keine Verdauungsprobleme. :)

Allerdings zeigt der Erfahrungsaustausch mit anderen mir auch immer wieder: Jeder Jeck ist anders. Was bei mir gut funktioniert muss bei anderen noch lange nicht gut sein. Siehe auch Thema Wirksamkeit und Sinn von Nüchterntraining.

Lui 08.02.2011 19:50

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531284)
Dir ist doch sicher Joe Friel bekannt, der als einer der anerkannten Coaches im Ausdauersportbereich (Rad, Triathlon) zu zählen ist. Meinst Du Joe Friel würde den Co-Autor von Loren Cordain machen und ein Buch veröffentlichen, das "The Paleo Diet for Athlets" heißt, wenn er das Konzept als ungeeignet für Spitzenleistung halten würde?

Friels Buch The Paleo Diet For Athletes lässt aber KH NACH dem Sport zu. Streng genommen ist es eine abgespeckte Version von Paleo.

Meik 08.02.2011 19:53

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531365)
oder aber einen völlig untrainierten Fettstoffwechsel hast

Selbst wenn reichen die KH-Speicher problemlos für 15km - wenn sie vorher gefüllt sind.

Da halte ich es für wichtiger NACH dem Training auch direkt KH zuzuführen. Je schneller die Speicher wieder voll desto besser die Regeneration.

30min vor dem Training einen guten halben Liter Obstsaft und das Training pausiert nach 3km hinter dem ersten größeren Busch. Hatten wir schon, nicht jeder verträgt größere Mengen Fruchtzucker so problemlos wie du. ;)

pinkpoison 08.02.2011 19:55

Zitat:

Zitat von Jakob (Beitrag 531359)
Dazu eine Frage (falls das schon mehrfach besprochen wurde, bitte nur um kurze Info wo ich das ca. finden kann):

Wie ernährt sich ein eingefleischter Paleo Anhänger bei einem Ironman? (allerdings bin ich bei "absoluten Wahrheiten" immer skeptisch)

Zunächst gibt es für mich pwersönlich keine absoluten Wahrheiten, sondern das Bessere ist des Guten Feind. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen (spleenigen) Ideen, was eine optimale Ernährung angeht. Nach eingehendem Studium der einschlägigen Konzepte und reichlich (Selbst-) Experimentieren bin ich zu der (vorläufigen) Überzeugung gelangt, dass das Paleo-Konzept den überzeugendsten theoretischen Überbau hat ("nothing makes sense in biology except in the light of evolution"; Theodosius Dobzhansky).

Zu Deinr Frage, erlaube ich mir den entsprechenden Passus aus meinem Essay, Teil 3 zu zitieren, der sich inhaltlich stark an Cordain/Friel und deren Konzept anlehnt:


"Phase 2: Während Training oder Wettkampf

Die Leitlinien für die Ernährung während des Training oder Wettkampfes unterscheiden sich je nach Dauer der Belastung:

Dauer bis 90 Minuten

* Hohe Intensität erfordert volle Glykogenspeicher vor dem Start
* Während der Belastung nur Flüssigkeit zuführen (je nach Witterung und Schweissrate)
* Wasser genügt

Dauer 90 Minuten bis 4 Stunden


* Sportdrinks oder Gels mit Wasser (0,2l je 100 kcal des Gels). Statt handelsüblicher Konfektionsgels kann man auch Honig verwenden.
* Keine feste Nahrung
* Sportdrinks statt Wasser reduziert Muskelabbau.
* Ein Verhältnis von 4:1 Kohlenhydrate zu Protein (insbesondere BCAA's) ist optimal. Minimum 2,2 kcal Kohlenhydrate und 0,55 kcal Proteine pro kg Körpergewicht. Bei 70 kg Körpergewicht: 38g Kohlenhydrate. Dazu dann 1/4 der Kohlenhydrate= 9,5g Proteine.
* 500 bis 800 ml Flüssigkeit pro Stunde.
* Maltodextrin als Kohlenhydratquelle
* Natrium das einzige Mineral, das ersetzt werden muss/kann

Dauer 4 bis 12 Stunden

* Gefahr der Hyponaträmie (Salzmangel mit Überhydrierung) zentrales Problem
* Kohlenhydrate müssen von Beginn an in Größenordnungen nahe dem Verbrauch zugeführt werden
* 1500 bis 2000 kcal in Form von Glykogen sind im Speicher, die nicht zugeführt werden müssen. Das stündliche Defizit sollte unter 100 kcal liegen.
* Aufnahme von 300 bis 600 kcal pro Stunde in gleichmäßiger Verteilung alle 10 bis 20 min primär aus flüssigen Quellen.
* Sportriegel (auch selbstgebackene nach Paleorezepten) nur bei sehr langen Einheiten oder Wettkämpfen.
* Feste Nahrung sollte mittleren bis hohen glykämischen Index, wenig Ballaststoffe haben und leicht verdaulich sein (Banane, Studentenfutter)
* 0,2 l Wasser pro 100 kcal feste Nahrung
* 500 bis 800 ml Flüssigkeit pro Stunde
* Koffein kann Sinn machen
* 1g Natrium pro Stunde als oberer Grenzwert (über Kochsalz zuführen)
* Andere Elektrolyte als Natrium sind nur bei heißen Bedingungen sinnvoll.

Der Biologe Bernd Heinrich (Laufen – Geschichte einer Leidenschaft, 2005), lief 1981 in einem Paleo-Selbstversuch (als noch kein Mensch von Paleo-Ernährung redete), den er in seinem hochspannenden Buch beschreibt, als Newcomer die 100 km von Chicago in US-Rekord von 6:38:12.

Nur vier US-Läufer waren seitdem schneller. Seine zentrale Wettkampfverpflegung: Preisselbeersaft.

Dauer 12 bis 18 Stunden

* Hunger könnte zum Problem werden, daher feste Nahrung ratsam
* Auf das hören, was der Körper will und was erfahrungsgemäß individuell gut vertragen wird
* Hoher glykämischer Index der Nahrungsmittel vorteilhaft
* Koffein

Dauer mehr als 18 Stunden

* Fett (20 bis 33% der Energie) und Protein (5-15% der Energie) zuführen
* Magnesium und Kalium neben Natrium zuführen"

http://www.triathlon-szene.de/index....1&limitstart=3

Klugschnacker 08.02.2011 19:55

Zitat:

Zitat von Lui (Beitrag 531369)
Friels Buch The Paleo Diet For Athletes lässt aber KH NACH dem Sport zu. Streng genommen ist es eine abgespeckte Version von Paleo.

Nein, Kohlenhydrate sind bei jeder Paleo-Diät die Hauptsache.

pinkpoison 08.02.2011 19:59

Zitat:

Zitat von Lui (Beitrag 531369)
Friels Buch The Paleo Diet For Athletes lässt aber KH NACH dem Sport zu. Streng genommen ist es eine abgespeckte Version von Paleo.

Das Konzept lässt KH vor, während und nach dem Sport zu. Was Du meinst ist Stärke. Diese aber nur im Kontext bestimmter Trainingseinheiten bzw deren Dauer:

"Phase 4: Zeitspanne von der gleichen Dauer der vorangehenden Belastung

Die Leitlinien dieser Phase gelten speziell für die Nachbereitung von intensiven oder Trainingseinheiten von mehr als 60 bis 90 Minuten Dauer. Kürzere extensive Einheiten müssen nicht speziell mit diesen Leitlinien unterstützt werden.

Nehmen wir exemplarisch eine zweistündige Laufeinheit im aeroben Bereich an, so folgen der initialen 30-Minuten-Phase (siehe Phase 3) 90 weitere Minuten, die von den Leitlinien der Phase 4 abgedeckt werden.

* Schwerpunkt der Regeneration liegt in dieser Phase auf Kohlenhydraten und Protein
* Betonung auf Nahrung mit mittlerer bis hoher glykämischer Last
* Unterschied zu Phase 3: Mehr feste Nahrung bei begleitendem Flüssigkeitsersatz.
* Stärkereiches Gemüse (Kürbis, Karotten, Wurzelgemüse, bei Verträglichkeit von Nachtschattengewächsen auch – wenn keine paleo-konforme Alternative zur Hand ist – ausnahmsweise Kartoffeln und gekochter polierter Reis), Trockenfrüchte (insbesondere Rosinen und Feigen wegen ausgeprägt basischer Wirkung); Getreideprodukte sind wegen ihrer ausgeprägt säuernden Wirkung in jedem Fall zu meiden (mit Ausnahme des diesbezüglich nahezu neutralen gekochten polierten Reis).
* Magerer Fisch, Pute, Hähnchen, Meeresfrüchte
* Obst und Gemüse
* Salz"

http://www.triathlon-szene.de/index.php?option=com_content&task=view&id=899&Item id=81&limit=1&limitstart=3

Lui 08.02.2011 20:01

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 531374)
Nein, Kohlenhydrate sind bei jeder Paleo-Diät die Hauptsache.

Ich meine sogenannte Complex Carbs, wie Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Getreide und keine Simple Carbs wie Obst und Gemüse;)

pinkpoison 08.02.2011 20:02

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531370)
I

Beim Thema Training hängen wir gerade und zwar bei der Frage: Wie kann gerade ein Nichtfrüchte-Esser genügend KH im Rahmen einer Paleo-Ernährung aufnehmen, um auch anspruchsvolle Einheiten konsequent zu bewältigen.

Warum isst Du keine Früchte?

kuestentanne 08.02.2011 20:14

Ich bin einer von den bisher 6, die die 2. Antwort gewählt haben.

Dabei präferiere ich die Paleo-Variante von Geoff Bond (Natural Eating, Deadly Harvest).
Er hat ja das gleiche Paradigma, schaut aber auch, ob auch Pflanzen, die der Mensch noch nicht so lange futtert, schädlich sind oder nicht.
Bei Nachtschattengewächsen sieht die Lage ja bisher so aus, dass das Solanin erst ab bestimmten Mengen Wirkung zeigt, die man mit heutigen Tomaten-, Paprika- oder Auberginen-Sorten nur erreicht, wenn man sie unreif und/oder zentnerweise futtert.
Darueber hinaus enthalten sie dafuer viele gesunde Inhaltsstoffe, was man z.B. von Weizen nicht behaupten kann.

Muss aber zugeben, dass es im Moment an der Umsetzung ein wenig hapert, alte "Gewohnheiten" schuettelt man halt so schnell nicht ab.
Meine Hauptmahlzeiten, also Frueh-, Mittags-, Abendessen sind dabei nicht das Problem, die sind zu 95% in Ordnung.
Nur das sonstige ist mein Laster.

Meik 08.02.2011 20:28

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531384)
Das sind 159g KH. 100ml Traubensaft hat vielleicht 11g. Das ist deutlich über einen Liter Saft. Sicherlich sind einige KH vom Gemüse und Obst da. Aber angenommen ich trinke 1l Saft, dann ist die Hölle los? Schon einmal gemacht und dann 30min später losgelaufen?

Oder mal hochgerechnet auf die 300-600kcal die man bei langen Ausdauerbelastungen pro Stunde aufnehmen soll. 0,2l pro 100kcal geben damit 0.6 - 1.2 Liter pro Stunde. Wie soll das funktionieren? :confused:

Ganz abgesehen von den Verdauungsproblemen, viele Leute vertragen nunmal schlicht und ergreifend nicht solche Mengen Fruchtzucker.

pinkpoison 08.02.2011 20:51

Zitat:

Zitat von Bonafides (Beitrag 531384)
Gehen wir von 1000kcal aus. Dann wird (ich habe keine Ahnung, wenn ich arg daneben liege, kann ich korrigiert und beschimpft werden) sagen wir 2/3 KH verbrannt. Das sind 666kcal. Das sind 159g KH. 100ml Traubensaft hat vielleicht 11g. Das ist deutlich über einen Liter Saft. Sicherlich sind einige KH vom Gemüse und Obst da. Aber angenommen ich trinke 1l Saft, dann ist die Hölle los? Schon einmal gemacht und dann 30min später losgelaufen?

Du drfst nicht vergessen, dass die im Obst enthaltene Energie extrem effizient verstoffwechselt wird, da für die Verdauung von Obst nuir minimale Verdauungsarbeit nötig ist. So steht fast alles, was Du zuführst auch wirklich als Sprit zur Verfügung. Bei Stärke ist das anders, denn da muss erstmal das Enzym Amylase in ausreichender Menge produziert werden und da viele stärkehaltige Nahrungsmittel auch in nennenswertem Umfang Proteine haben, wird der Magensaft so sauer, dass die Amylase aus dem Speichel recht früh neutralisiert wird. Ergebnis ist eine vergleichsweise lange Verweildauer in Magen und später im Dünndarm, wo dann im alkalischen Millieu die halbverdauten Stärkemoleküle erneut beackert werden bis sie als Monosaccharide vorliegen. Das alles kostet enorme Energie (neben dem Gehirn, frisst die Verdauung den dicksten Batzen an Sprit!) und die fehlt dir beim Laufen. Da das Blut dazu primär beim Laufen benötigt wird, um die Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen, kommt nichts halbes und nichts ganzes dabei raus. Deshalb: bei so relativ kurzen Einheiten nichts oder Obst. Alles andere ist Selbstsabotage. Bei längeren Einheiten geht wenig über die gute alte (reife) Banane als Grundnahrungsmittel. Praktisch verpackt, leicht verdaulich, ordentlich Kalorien und unschlagbares Preis--Leistungs-Verhältnis.

Zurück zum Saft:

Wenn ich mir Saft zb aus Orangen, Äpfeln und Kiwi mache, dann sind brauch ich dazu etwa 2 mittlere Orangen, 1 Apfel und 1 Kiwi. Das könnte man also auch gut einfach so futtern. Ich verwende aber auch einen extrem ergiebig pressenden Entsafter und der gibt dann etwa einen halben Liter Saft daraus. Das ruft - bei mir und den meisten Leuten, die ich kenne und damit experimentieren zumindest - selten "durchschlagende Probleme" hervor.

Bei einigen Leuten gab es anfangs Ihrer Paleo-Umstellung vergleichbare Probleme, doch die ergaben sich im Zuge der Umstellung auf Paleo in wenigen Wochen völlig. Vor allem dann, wenn komplett auf Milchprodukte verzichtet wurde (!!). Dahinter ist in erster Linie eine Selbstreinigung und Sanierung des Dickdarmes und eine "Neujustierung" der Darmflora zu vermuten, die sich von selbst einstellt, wenn man für uns schädliche, da bestimmten Mikroorganismen, die nicht nur Gutes für uns im Darm leisten damit füttert. Ggfls. nicht nur bestimmte Bakterienstämme, die ein Übergewicht in der Darmflora gewinnen, sondern auch Darmpilze vom Typ Candida Albicans.

Ausgezeichnet ist vor dem Training vor allem das schnellst-verdaute Obst überhaupt: Melone (als Saft oder als Frucht, jede Sorte). In 15 min hat sie den Magen verlassen und stört nicht das Training. Man sollte sie aber stets alleine oder vor anderem Obst essen, um eine schnelle Magenpassage nicht zu behindern. Vielleicht mal mit Melone statt Trauben(saft versuchen). Vielleicht liegts ja tatsächlich nur am bisher gewählten Obst(saft)?

Möglicherweise liegt aber bei Dir auch eine (milde Form von) Fructose-Intoleranz vor? Ggfls. mal Deinen Doc drauf ansprechen, wenn sich das nicht von selbst regelt.

Vielleicht fällt es Dir leichter das Obst mit Gemüse wie Karotten zu ergänzen? Vorsicht aber vor frisch gepresstem Rote-Beete-Saft: Das ist ein "Darmputzer" erster Güte. Den würde ich nur nach einem Lauf konsumieren.

Was Du auch versuchen kannst: 30 min vor dem Lauf ein wenig Obst (Banane ist zb ein Klassiker) in natürlicher Form, also nicht als Saft.

Möglicherweise erlebst Du diese Probleme, weil Du handelsüblichen pasteurisierten Saft trinkst (entvitaminisiert und vor allem ohne für eine geregelte Verdauung notwendige Enzyme) und ihn vielleicht noch dazu hinunterstürzt wie Wasser. Gekaufte Säfte sind nicht besser als Zuckerlimo und fallen unter "industriell bearbeitete Nahrungsmittel" sind also nicht paleokonform.

3-rad 08.02.2011 20:56

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 531156)
Genau!!, und er fuhr auch nicht Fahrrad und ging nicht ins Hallenbad. Ich bin schon lange der Meinung, wer es mit Paleo ernst meint, sollte sich in Tierfelle kleiden, in einer Höhle leben und nur mit der Keule raus gehen. Frisör gehört auch gestrichen, und moderne Verkehrsmittel sollten durch Barfußlaufen ersetzt werden, und zwar immer Luftlinie. Supermarkt und Bioladen? Zu Tode hetzen oder ausbuddeln.

Grüße,
Arne

:Lachanfall:

in etwa so:

pinkpoison 08.02.2011 21:03

Zitat:

Zitat von kuestentanne (Beitrag 531383)
Ich bin einer von den bisher 6, die die 2. Antwort gewählt haben.

Dabei präferiere ich die Paleo-Variante von Geoff Bond (Natural Eating, Deadly Harvest).
Er hat ja das gleiche Paradigma, schaut aber auch, ob auch Pflanzen, die der Mensch noch nicht so lange futtert, schädlich sind oder nicht.
Bei Nachtschattengewächsen sieht die Lage ja bisher so aus, dass das Solanin erst ab bestimmten Mengen Wirkung zeigt, die man mit heutigen Tomaten-, Paprika- oder Auberginen-Sorten nur erreicht, wenn man sie unreif und/oder zentnerweise futtert.
Darueber hinaus enthalten sie dafuer viele gesunde Inhaltsstoffe, was man z.B. von Weizen nicht behaupten kann.

.

Die beiden Bücher finde ich ebenfalls ganz ausgezeichnet und halte sie für absolut lesenswert. Insbesondere "Deadly Harvest" besticht durch brilliante Argumentation im Zusammmenhang Nahrung und Krankheit. Was seinen Ansatz bzgl. der Nachtschattengewächse angeht, kann ich mich persönlich durchaus anfreunden und ich esse im Sommer auch gelegentlich Paprika und Tomaten und ganzjährig auch Chillies. Chillies kann Bond aber aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen nicht leiden.

Was er aber ebenfalls nicht empfiehlt sind Kartoffeln. Auch mit den "Pseudogetreiden" (Buchweizen, Amaranth, Quinoa) steht er ziemlich streng auf Kriegsfuß...da sehe ich das für den Leistungssportler allerdings etwas entspannter, da wir hier eine im Vergleich zu Getreiden wesentlich weniger problematische Alternative haben, wenn man in bestimmten Phasen Stärke zuführen will. By the way...momentan sind Topinambur und Schwarzwurzeln auf dem Markt... zwei völlig unproblematische, kh-reiche Gemüse, die vor allem als Rohkost ein echter Hit sind.

Was den Reifegrad von Nachschattengewächsen angeht, hast Du natürlich völlig recht: Entweder reif oder gar nicht. Wie bei anderem Obst und Gemüse aber auch, da ansonsten Enzyminhibitoren Ärger machen können.

Meik 08.02.2011 21:12

Zitat:

Zitat von pinkpoison (Beitrag 531413)
brauch ich dazu etwa 2 mittlere Orangen, 1 Apfel und 1 Kiwi. Das könnte man also auch gut einfach so futtern.

Zitat:

Zitat von Bonafides
Das sind 666kcal. Das sind 159g KH.

:confused:

Kiwi: 51kcal und 9,1g KH pro 100g
Orangen 52kcal und 11g KH pro 100g
Apfel 54kcal und 11,4g KH pro 100g

-> ca 1,2kg (!!) für die kcal. oder fast 1,5kg für die KH.


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