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Ob man es nun Alternativ- oder Komplementärmedizin nennt: Der wirklich greifbare Unterschied ist mir bis heute nicht eingängig. Vor allem, wenn die Grenze nicht selten zwischen leichten und schweren Erkrankungen verläuft oder auch, wenn abseits jeder Logik der Wirksamkeitsnachweis für die einen Mittel gefordert wird und für die anderen nicht. Nicht zu bestreiten ist allerdings, dass Komplementärmedizin im Allgemeinen und Homöopathie im Besonderen schon immer eine gesellschaftliche Bedeutsamkeit hatte. Insofern ist eine gewisse Berücksichtigung in den Sozialsystemen natürlich nicht ganz abwegig. Letztlich so wie GEZ-Gebühren, die man halt auch teilweise für ziemlichen Müll abdrückt, der aber gesellschaftliche Bedeutung hat. |
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Da kann sich der Patient natürlich irgendeinen Schrott einwerfen, der sehr sicher mehr Nebenwirkungen hat als die Homöopathie. Daß es Dir mit einer Paracetamol besser geht, Du mit dem Nasenspray besser schlafen kannst, etc., ist klar. Dazu nach drei Vater unser in C30 und Du bist auf einem guten Weg. Zitat:
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Die Homöopathie ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unwirksam. Unwirksam heißt in der Medizin, dass sie nicht über den Placeboeffekt hinaus hilft.
Die Homöopathie wird von den Gegnern immer als gefährlich hingestellt, tatsächlich sterben aber durch die Einnahme von Homöopathie bzw. der Unterlassung von medizinischen Behandlungen verschwindend wenige Menschen. Man muss von Einzelfällen sprechen. Zweifellos könnte man sagen, dass jeder einzelne um einen zu viel ist. Hingegen sterben durch Medikamente tausende Menschen alleine in Deutschland jedes Jahr. Die Schätzungen gehen von 8.000 bis 60.000 aus. Man sieht schon an der Zahl, dass der Nachweis eines direkten kausalen Zusammenhanges von Medikamenteneinnahme und Tod schwer ist. Jedenfalls sind Antibiotikaresistenzen ein weltweites Problem, das nicht zuletzt daraus erfolgt, dass wegen jeder Kleinigkeit Antibiotika verschrieben werden, weil aufgrund des Zeitmangels Ärzte die wahren Ursachen für bestimmte Leiden nicht ergründen können und kein Risiko bei der Behandlung eingehen wollen. Würde ein wenig mehr Zeit für Patienten aufgewendet werden, könnte man die Entstehung von Antibiotikaresistenzen zumindest verlangsamen. Langer Rede kurzer Sinn, solange man nur mit dem Trick der Homöopathie Zeit für den Patienten erkaufen kann, hat die Homöopathie ihre Berechtigung. Wenn dann wie in Österreich die Behandlung mit Homöopathie ausschließlich Medizinern vorbehalten ist, sehe ich kein großes Problem. In Deutschland ist das zugegeben anders, da kann fast jeder quacksalben. |
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Aber: Ja, das Problem der Antibiotika-Resistenzen ist zweifellos groß. Das dann aber mit Homöopathie bekämpfen zu wollen, ist ein fragwürdiger Ansatz. Ich darf zitieren: "Multi-resistente Keime gehören zu den gefährlichsten und somit aktuell auch zu den wichtigsten Herausforderungen der modernen Medizin. Neue Ansätze sind wichtig, um diese Gefahr zu minimieren und letztendlich Patientenleben zu retten. In diesem Artikel haben wir einige Beispiele für Alternativen genannt. Als am meisten erfolgversprechend ist wahrscheinlich die Bakteriophagentherapie. Allerdings kommuniziert der Bayerische Landtag mit seiner Entscheidung, Homöopathie als Alternative zu erforschen, einen falschen, ethisch problematischen Weg. ... dadurch entstehen einige Probleme. So greifen Patienten auch bei schweren Erkrankungen zuerst zu Globuli und erst später zu wirkenden Mitteln. Allerdings ist es dann meistens bereits zu spät." Ich meine also, dass die Homöopathie auch da KEINE Berechtigung hat. Das Zitat stammt von da: https://www.researchgate.net/publication/343090840_Der_Bayerische_Landtag_und_die_Homoopath ie_-_ein_kritischer_Kommentar_zum_Antrag_Todesfalle_du rch_multiresistente_Keime_vermeiden_IV_Drucksache_ 183320 |
Ethische Probleme gibt es durch die Gabe von Homöopathie oder ähnliche wirkungslose Mittel durchaus, allein schon durch die Tatsache, dass der vernünftige Mediziner für einen optimalen Placeboeffekt lügen muss. Viele Patienten lassen sich nun mal nicht damit abspeisen, dass die "Krankheit" auch ohne Medikation verschwindet und wenn, dann werden sie sich jemanden suchen, der ihnen welche Mittel auch immer für jedes Wehwehchen verschreibt.
Der Mythos der Homöopathie in der Bevölkerung ist so stark, dass auch ein Verbot nichts ändern würde. Was geändert gehört, ist das falsch laufende Gesundheitssystem. Dass es die Homöopathie überhaupt gibt, ist ein Symptom davon. |
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mein Fazit: nicht verbieten, aber konsequent aus dem Bereich der Medizin verbannen (keine Erstattung, kein Angebot durch Ärzte, ...), und dahin verweisen, wohin es gehört: zu Lifestyle-Produkten. Ein guter Arzt kann den Plazebo-Effekt auch ohne Homöopathie nutzbringend einsetzen. |
Hm, Lauterbach will endlich Homöopathie als Kassenleistung streichen, und die einzige Quelle dafür ist bisher ein Spiegel-Bezahlartikel ...
https://www.spiegel.de/politik/deuts...3-457d5202f914 Hoffe, er schafft das gegen die zu erwartenden Widerstände! Und ich hoffe, die Homöopathen haben keine Traktoren ... |
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Im Jahr 2022 wurden von den Krankenkassen 6,6 Millionen für Homöopathika ausgegeben.
Bei 85 Millionen Bürgern macht das 0,078 € pro Person. Ich runde großzügig auf und überweise gerne 8 Cent. Natürlich kann auch jeder zu einer Krankenkasse wechseln die Homöopathie nicht im Leistungskatalog hat. Achsoooo das gehört eh nicht in den Katalog - Manche Krankenkassen bezahlen das Freiwillig (Satzungsleistung) Sauerei, verbieten sonst Traktor... Spaß beiseite, ich bin auch kein Freund von Zuckerkugeln. Finde aber lange Anamnesegespeäche schon toll... Hier ohne Bezalschranke: https://www.n-tv.de/politik/Lauterba...e24653481.html |
Heute in meiner Praxis eine Patientin im Zustand nach Mammakarzinom, Op vor zwei Jahren, seither unter endokriner Therapie mit Tamoxifen, einem Medikament, welches anti-östrogene Wirkung hat. Dieses Medikament vermindert ihr Rezidivrisiko um ein Vielfaches, birgt aber ein immenses Risiko für Osteoporose. Um diese zu diagnostizieren, bräuchte sie eine Messung der Knochendichte ca. zweijährlich. Kostenpunkt: 90 Euro. Das bezahlt aber die gesetzliche Krankenversicherung nicht und die Rente meiner Patientin beträgt 780 Euro. Da sind 90 Euro eimfach nicht drin. Ersparnisse hat sie natürlich auch nicht.
Eine prophylaktische Behandlung mit Vitamin D bezahlt die GKV ebenfalls nicht. Solange lebensnotwendige Medikamente nicht rezeptierfähig sind, ist die Übernahme der Kosten für eine evidenzbasiert nutzlose Therapie wie Homöopathie einfach indiskutabel. Traktor klingt gut. |
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Dass die Zuckerkugeln keinen medizinischen Effekt haben, ist mittlerweile ja auch belegt, ausser Placebo, und dies soll ja nicht wenig sein. Denn bei Wirkungsstudien von Medikamenten werden ja auch der Kontrollgruppe Scheinmedikamente gegeben, um diesen Effekt wieder raus zu rechnen. |
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Ich frage mich dann nur, warum in anderen Kontexten das ärztliche Gespräch immer noch finanziell so wenig seitens der Kassen gewertschätzt wird. Es gab hier zwar kleine Verbesserungen, aber das spiegelt die Bedeutung nicht im Ansatz wider. Letztlich ist auch Homöopathie ein Geschäft. Die Kassen versprechen sich aufgrund der Beliebtheit davon einen Wettbewerbsvorteil und innerhalb des Pharmamarktes ist das kein unerheblicher Posten. Dies nur als Anmerkung, da ja immer gerne pauschal auf die böse Pharmaindustrie geschimpft wird, die nur Geld verdienen will. Das Homöopathische Zubereitungen, genauso wie Phytopharmaka, ihre Wirksamkeit nicht in aufwendigen Studien unter Beweis stellen müssen und trotzdem zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig sind, ist ja letztlich ein Erbe der ersten grünen Gesundheitsministerin und aus meiner Sicht ein überflüssiges Relikt. Das sollte genauso abgeschafft werden, wie das gesamte Heilpraktikergesetz. |
Solange Homöopathie auch nur in homöopathischen Dosen bezahlt wird soll es mir egal sein. :Lachen2:
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Toll, wenn Homöopathie jetzt gestrichen wird bekomme ich auch keine 300 Euro Prämie mehr weil ich drauf verzichte :Holzhammer:
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