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Felix 22.03.2008 20:03

Ich finde Raimunds letzten Beitrag sehr gut. Er schneidet an, was der eigentlich Kern all der Artikel auf Spiegel online ist:
Es geht nicht darum, ob die Lehrer gut oder schlecht sind, sondern es geht im Grunde um den Beruf "Lehrer". Und darum, dass die Lehrer eigentlich keine Möglichkeiten haben, als gute Lehrer anerkannt zu werden. Denn wenn ein Lehrer niemals "gebrannt" hat, aber ausgebrannt ist, liegt das in unserem Bildungssystem leider nicht an der Faulheit der Lehrer, sondern an den Möglichkeiten, die ihm das Bildungssystem gibt. Guter Unterricht, kostet Geld. Das beginnt bei der Klassenstärke, gezielter Förderung, geht weiter über Kopierzahlen und Ausstattung der Schulen. In keiner Schule steht jedem Lehrer ein persönlicher Arbeitsplatz zur Verfügung, welche eigentlich benötigt würden (wir erinnern uns: "Lehrer" ist ein Ganztagsjob). Sowas gibt es in keiner privaten Firma. Da aber all dieses Benötigte nicht finanziert wird (Bildung ist in Deutschland leider nichts wert - weder dem Staat noch der Gesellschaft. Das sieht man nicht nur an der Schule sondern auch an dem Umgang mit Bildungseinrichtungen wie Universitäten), können die Lehrer tatsächlich nicht "brennen". Die Artikel sind also im Grunde eine Anklage an die Finanzierung des deutschen Bildungssystems, werden aber viel lieber als Abrechnung mit Lehrern gelesen. (Wenngleich sich der schulferne Pädagik-Wissenschaftler Udo Rauin sich auch gerne so ausdrückt. Es existiert ja sowieso ein grundlegendes Problem: Mit "Schule" beschäftigen sich viele Leute von außen, die das System von innen nicht kennen. Das kann einerseits Vorteile, häufig aber auch Nachteile bieten).
Nochmal: Mit den veralteten und schlecht ausgestatteten Materialien, mit denen in SCHulen gearbeitet werden muss, könnte sich kein privates Unternehmen auf dem Markt halten. Daher wird der Lehrerberuf leider tatsächlich immer unattraktiver.

dude 22.03.2008 20:09

Ist es unter den gegebenen Umstaenden also entschuldbar, dass viele Lehrer ihren Beruf nicht als Ganztagesjob ansehen?

Raimund 22.03.2008 21:09

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 78830)
Ist es unter den gegebenen Umstaenden also entschuldbar, dass viele Lehrer ihren Beruf nicht als Ganztagesjob ansehen?

Wo steht denn, dass das so ist?

dude 22.03.2008 21:39

Ist mein Eindruck. Sei es in der Schule, Donnerstag um 11h vor den Ferien auf der Autobahn oder bei den Freunden, die Lehrer wurden.

*JO* 22.03.2008 21:45

dude mach doch mal wieder dein normalen Avatar rein ;) ich blick hier gar nix mehr wenn nix min. jeder 2 od. 3te Post diesen "orangenen" ton links am Rand hat ;)

dude 22.03.2008 22:09

@JO: wenn mein Ehrenpreis ausbleibt, kommt das Avatar zurueck.

Raimund 22.03.2008 22:12

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 78854)
Ist mein Eindruck. Sei es in der Schule, Donnerstag um 11h vor den Ferien auf der Autobahn oder bei den Freunden, die Lehrer wurden.

Wenn das wirklich so ist (und du nicht nur Einzelsituationen überbewertest), würde ich das mal so betrachten:

Es gibt Arbeiten (ähnlich wie im Sport), die eine etwas größere Regenerationsphase erfordern.

Eine befreundete Lehrerin hat das mal so ausgedrückt: "Früher habe ich mich immer gerechtfertigt, wenn meine Nachbarn mich, auf der Terasse liegend, mit den Worten begrüßten 'ach, die Frau Lehrerin...'. Heute sage ich nur noch, 'das benötige ich, um meine Arbeitskraft zu erhalten'".

Ich denke, es ist einfach zu sagen, dass ein Großteil der Lehrer überfordert ist und das daher kommt, weil sie schlecht ausgebildet wurden bzw. schlechte Noten in der Schule hatten.

Die Frage ist doch, was muss ein guter Lehrer können?

Ist es tatsächlich besser noch intelligentere Schüler für den Lehrerberuf zu akquirieren?

Und wie mache ich denen so einen Job schmackhaft? Schließlich lockt ja auch das große Geld in der Industrie oder der freien Wirtschaft...

Zu der zitierten Studie:

Eine A12-Stelle auf einer Hauptschule im Ruhrgebiet wird übrigens immer an schlechtere Examensabsolventen vergeben werden. Die besseren suchen sich da lieber das Gymnasium in Bayern aus.

Dort ist das "Versagensrisiko" sicher auch geringer. Von daher ist es relativ leicht zu sagen, dass die schlechteren Schüler auch die schlechteren Lehrer sind...

Ansonsten erinnere ich auch gerne an einen Gelehrten, der sagte, dass man den Wert einer Gesellschaft daran erkennt, wie man in ihr seine Pädagogen behandelt...

dude 22.03.2008 22:33

Wieso reichen Abend, Nacht und Wochenende nicht zur Regeneration? Reicht fuer andere anstrengende Jobs ja auch.

Warum muessen Lehrer unkuendbar sein?

Die Attraktivitaet soll durch die Ferien ruhig aufrecht erhalten werden, keine Frage. Es ist halt die falsche Motivation fuer viele.


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