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Auch in den nordischen Sportarten gibt es Periodisierungen. Der Fokus ist dann auf Weltmeisterschaften, größere Veranstaltungen und ähnliches.
Man hat das letztes Jahr im Biathlon gut bei den schwedischen Damen gesehen, die hatten Anfangs der Saison eine unglaubliche Form und konnten diese dann aber nicht über die ganzen Saison ziehen, bzw. haben die anderen Nationen mit einer anderen Saisonplanung auf- und überholt. Fußball ist für mich kein gutes Beispiel, da der Sport sehr Technik lastig ist und dabei denke ich wenig bis keine Periodisierung stattfindet. Bei der Ausdauer, Sprintfähigkeit denke ich aber schon, dass man einen Unterschied sehen wird /würde, ob Saisonbeginn ist oder gerade Championsleague gespielt wird. Bei den Radsportlern gibt es auch ganz klare Periodisierungen. Die Klassikspezialisten trainieren über den Winter ganz anders als klassische GC Fahrer. Wenn man sich die Entwicklung der letzten Jahre ansieht, fährt von den GC Fahrer kaum noch jemand Giro und Tour, da man das nicht mehr auf dem Niveau hinbekommt. Der klassische Weg ist aktuell eher Höhentrainingslager, dann Dauphine (oder ähnliches im Bereich ungefähr von 1 Woche) und dann die Tour. |
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Dann gebe ich die absolut Recht.
Die Ausprägung der Formpeaks ist sicher stark Sportart spezifisch und abhängig vom Rennkalender, wie du schreibst. Während mal spannend zu sehen was Marathonasse einfacheinfach so im Training auf Anschlag laufen können und Langläufer produzieren könnten, wenn sie nur 2 mal im Jahr 50km Laufen würden (ohne weitere Rennen, die Gruppendynamik mal ausgeklammert) |
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Das in der Klammer ist das entscheidende. Athleten die im Strassenrennradsport nicht bei der TdF dabei sind sind 2 oder sogar 3 Reihe. Die haben mit noch so guter Trainingssteuerung keine Chance gegen die Toppleute der TdF.* *Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, ein Radrennen ist halt nicht 100% vorhersagbar und da kann auch mal eine Aussenseiter gewinnen. |
Vielleicht habe ich mich zu unklar ausgedrückt - natürlich wird im Radsport periodisiert, das ist mir klar - ich wollte aber auf die doch sehr populären Modelle hinaus (z. B nach Friel).
Da wird 6 Monate auf einen Tag hingearbeitet (in Base - Build - Peak) - mit klar strukurierten Intervallen. Wenn man dann im Netz darüber liest, könnte man meinen, dass dies der einzige Weg zur Höchstform sei. Das war mein Ausgangspunkt. Der Olympiasieger ist die Tour de Suisse gefahren, dann 2 Wochen Rennpause (da macht er trainingstechnisch wohl nicht mehr so unendlich viel), die TDF gefahren (1 Woche Pause) und dann Olympia. D.h. er hatte in den letzten 8 Wochen vor Olympia 3 Trainingswochen (gut die Hälfte davon dürfte auch noch Regeneration gewesen sein). Da würde doch der LD Athlet sagen, dass er in diesen 8 Wochen (vielleicht sind es auch 10-11 Wochen) seine Form schärft, oder? Im Umkehrschluss hätte Carapaz den Großteil seiner Form aber durch Rennen fahren und nicht durch strukturierte Intervalle generiert, oder? Dass er natürlich im Mai-Juni 6 Wochen lang zuvor ordentlich trainiert hat ist klar und dass er da in der Höhe war ist auch relativ klar. Wout van Aert fährt zusätzlich auch noch im Winter Rennen, der hat doch kaum Zeit für eine dreimonatige "Base" Phase, oder? |
Ich höre regelmäßig die Podcasts von Pushing Limits insbesondere die Coaches Corner Ausgaben. Da kannst du so Coaches wie Lorang, Zeller, Schmidt-Wendling etc zuhören. Kennst wahrscheinlich eh.
Kurz (und vielleicht auch vereinfacht) gesagt halten die nix von Periodisierung in der Form wie du das ansprichst. Die "Periodisieren" zwar schon auch, denn die Pros haben regelmäßig Trainingslager im Kalender, Reisetage, Wettkämpfe und blie bla blubb. Die Coaches berücksichtigen hier halt schlicht die Prinzipien von Belastung/Entlastung, Anpassung und das Load-Management überhaupt. Ähnliches habe ich auch mal in nem Junk-Miles Podcast von Björn Geesmann gehört. Der hält auch nicht viel davon. Ich mache das Base, Build, Peak Gedöns auch nicht mehr. Vor allem diese viel beschworene Saisonpause. Ich kann die mir schlicht nicht leisten formmäßig. Ich habe die 20/21 zum ersten mal einfach weggelassen und ich bin viel besser in Form als sonst. So ne vierwöchige Pause is mittlerweile aus meiner Sicht nur eines: Eine Zeit des Formverlustes, die man erst mal wieder aufholen muss. Wichtig ist m.E. das Loadmanagement. Es ist ja nicht verboten in ner super Form zu sein im April, auch wenn man im Juni den einen WK hat. Blöd wäre nur, wenn man in der Folge dann im Juni schlechter in Form ist als im April. Aber das ist ja kein Naturgesetz. Wenn ich mal etwas weniger von irgendwas oder allem benötige, weil es gerade im Job stressig ist, dann gebe ich mir das halt. Bin ich aber gut drauf, frei im Kopf und habe Zeit, dann setze ich auch die Reize. Unabhängig davon welcher Monat gerade ist. Viel wichtiger ist m.E. Kontinuität. :Blumen: |
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