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FuXX 23.05.2007 14:13

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 22833)
Damit implizierst du aber schon, daß im Triathlon noch nicht flächendeckend professionell gedopt wird.
Geht man davon aus, daß alle Mittel konsequent eingesetzt werden, wird man ohne diese eben nicht mehr zweiter oder dritter, sondern vielleicht fünfundreißigster ...

Um dazu eine Aussage treffen zu koennen, muesste man wissen, wieviele Minuten man mit professionellem Doping holen kann.

Ich wuerde tippen etwa 10-15min, stimmt das in etwa, dann wird ein Topathlet auch ohne Doping noch recht weit vorn sein. Auf diese Zeiten komme ich, wenn ich mir anschaue, wie schnell die besten zur Epo Bluete waren (damals konnte ja quasi hemmungslos gespritzt werden, da es keinen Nachweis gab, bzw. in Kona eh nicht getestet wurde) und zudem die Zeiten sehe, die die schnellsten Leute hinlegen bei denen ich mir zumindest 99% sicher bin, dass se sauber sind.

Ehrlichgesagt glaube ich, dass bei den Toptrias noch ne Menge anderweitiges Potential brach liegt, von Material ueber Sitzposition bis Renntaktik liesse sich durchweg bei quasi allen was verbessern. Da sind bei den allermeisten auch nochmal 10min drin. Triathlon ist einfach noch lange nicht ausgereizt. Sicher, nimmt jemand der alles andere optimiert hat zusaetzlich noch Epo etc., dann wird er noch schneller, das ist keine Frage.

FuXX

dude 23.05.2007 14:32

Zitat:

Zitat von FuXX (Beitrag 22845)
Ich wuerde tippen etwa 10-15min, stimmt das in etwa, dann wird ein Topathlet auch ohne Doping noch recht weit vorn sein. Auf diese Zeiten komme ich, wenn ich mir anschaue, wie schnell die besten zur Epo Bluete waren (damals konnte ja quasi hemmungslos gespritzt werden, da es keinen Nachweis gab, bzw. in Kona eh nicht getestet wurde) und zudem die Zeiten sehe, die die schnellsten Leute hinlegen bei denen ich mir zumindest 99% sicher bin, dass se sauber sind.
FuXX

Deiner Schaetzung wuerde ich mich derzeit anschliessen, insebsondere ziehe ich dieselben Schluesse.

Mit professioneller "Betreuung" waere aber wohl noch mehr moeglich. Eine Mischung aus dem Kona-Feld gepaart mit einer Roth-Strecke und dem Ignorieren von Taktik ("egal wer gewinnt, Vollgas!") wuerde sodann Zeiten Richtung 7:30 ermoeglichen. Erst dann wuerde man ohne Drogen statt erster fuenfunddreissigster.

Ob tatsaechlich "hemmungslos gespritzt" wurde, wage ich zu bezweifeln.

FuXX 23.05.2007 14:56

Hm, also wenn jemand dopen will, dann ist doch die Phase in der das Mittel nicht nachgewiesen kann geradezu eine Einladung maximal zu dosieren. Die Zeiten sprechen ja auch dafuer...

7:30 sollten gehen, mit perfektem Material, Taktik nur in Richtung Bestzeit, Top Feld, perfekten Bedingungen in Roth und der richtigen medizinischen Betreuung, das kann schon stimmen.

FuXX

rookie2003 23.05.2007 15:02

Morgen gibt's bei T-Mob eine PK. http://www.t-mobile-team.com/tmo_tea...548/ref/894710

Vielleicht erfahren wir (zumindest über T-Mob) hier etwas mehr.
Ich zweifle aber daran.

FinP 23.05.2007 15:03

Zur Dopingproblematik: Ist es nicht auch so, dass die Leistungsdichte ein flächendeckendes Dopen interessant macht? Beim Radfahren scharren doch schon 50 andere Athleten, die sofort den Job eines Helfers übernehmen wollten (und könnten), beim Triathlon sind halt weniger in der absoluten Leistungsspitze, so dass der Verdrängungswettbewerb nicht ganz so stark ist.

the grip 23.05.2007 15:32

Zitat:

Zitat von rookie2003 (Beitrag 22852)
Morgen gibt's bei T-Mob eine PK. http://www.t-mobile-team.com/tmo_tea...548/ref/894710
Vielleicht erfahren wir (zumindest über T-Mob) hier etwas mehr.
Ich zweifle aber daran.

"Wie der Rennstall mitteilte, werden Teammanager Bob Stapleton, T- Mobile-Kommunikationschef Christian Frommert und Sportdirektor Rolf Aldag vor die Medienvertreter treten. Mit Spannung wird Aldags Auftritt erwartet. Er gehörte 1997 bei der Tour de France zur Mannschaft des Team Telekom mit dem siegreichen Jan Ullrich. Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» erwägt Aldag seit einigen Wochen ein umfangreiches Geständnis zu seiner Vergangenheit."

http://www.sueddeutsche.de/sport/tic...-dpa_14672948/

dude 23.05.2007 16:19

Zitat:

Zitat von FinP (Beitrag 22855)
Zur Dopingproblematik: Ist es nicht auch so, dass die Leistungsdichte ein flächendeckendes Dopen interessant macht? Beim Radfahren scharren doch schon 50 andere Athleten, die sofort den Job eines Helfers übernehmen wollten (und könnten), beim Triathlon sind halt weniger in der absoluten Leistungsspitze, so dass der Verdrängungswettbewerb nicht ganz so stark ist.

na klar, denn - wie bereits gesagt - es geht um (mehr) geld.

mauna_kea 23.05.2007 16:51

gestern im studio:
ich hatte meine 2 spinningkurse schwitzend hinter mich gebracht und stehe im umkleideraum. da bemerke ich drei junge burschen ca. 18-20 jahre alt. alle drei nicht besonders trainiert. weder muskeln noch besonders fettarm. einer hält ein bodybuildingmagazin in den händen und zeigt den anderen die werbung eines anbieters für einen trainingsbooster. (auf ephedrinbasis mit diversen zusätzen) und meint nur: geil das zeug. wenn das so wirkt zieh ich mir das mal rein.

noch fragen ?

es ist ja so einfach der dunklen seite der macht nachzugeben.

DasOe 23.05.2007 17:04

Zitat:

Zitat von FinP (Beitrag 22855)
Beim Radfahren scharren doch schon 50 andere Athleten, die sofort den Job eines Helfers übernehmen wollten (und könnten)

Ich halte diesen Radrennfahrerlifecycle für einen nicht zu unterschätzenden Punkt. Die Radrenner fangen als talentierte Amateure an, die besten erhalten dann als Profi einen Vertrag und je nach sportlichem Vermögen und Ehrgeiz geht es dann weiter nach vorne ... unterstützt von Doping sonst könnte man eine solche Saison mit dieser Renndichte ja garnicht durchstehen ... danach gehts dann weiter als Pfleger, Mechaniker, Physiotherapeut, Manager, sportlicher Leiter und was da sonst noch an Posten und Pöstchen gibt. Die kennen und können nichts anderes als alles was irgendwie mit Radsport zu tun hat. Das ist wirklich ihr Leben(sunterhalt).

Dazu im Gegensatz Triathlon, dort ist die Einbettung ganz anderes und das hat nichts mit Einzelsportart zu tun. Denn auch Triathleten neigen zur Gruppenbildung im Training, sonst gäbe es nicht immer wieder diese Tria-Nester, wo es die Schnellen und Profis hinzieht. Trotzdem alledem haben die meisten eine Berufsuasbildung und/oder ein Studium vorzuweisen, das ihnen eine gewisse Unabhängigkeit und Distanz zum Sport erlaubt. Die wenigsten vollziehen von vorneherein den Schritt zum Profi und haben ein geregeltes Einkommen wie ein Radprofi, sondern erst dann wenn sie wirklich davon leben können und das können die wenigsten.

dude 23.05.2007 17:15

@DasOe: jein. Es gibt mittlerweile einige Triathleten, die nach ihrer Karriere aehnlich dumm dastehen wie der durchschnittliche Radprofi. Die meisten schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch, die auch ein ehemaliger Radprofi macht. Von "Absicherung" (btw eine sehr "deutsche" Sichtweise) keine Spur.
Und: Triathlon ist nicht mehr weit davon entfernt eine "Einzelsportart" zu werden (for what it's worth).

Osso 23.05.2007 17:18

Ich kann nur sagen das ich mich im Groben und Ganzen Dude und Fuxx anschließe. Klar wird irgendwer im Triathlon Dopen. Aber die Organisationsdichte und Professionalität hält sich wohl sehr in Grenzen. In einem Tour Interview mit Reid von vor ein paar Jahren war zu lesen, das er erst mit dem Kona Titel gut von Triathlon leben konnte. Heißt nicht Das nicht eventuell gedopt wurde. Wenn aber so ein selbstorganisiertes Doping Tausende Doller kostet, man aber damit in den Hauptwettkämpfen maximal ein paar Tausend Doller mehr holen kann. Was bringt es dann?

Zu Bestzeit auf Kona: Für den Wettkampf selber wird wohl nicht hemmungslos EPO gespritzt worden sein. Denke, daß die Gefahr durch eine im Wettkampf einsetzende Dehydrierung zu groß ist. Im Training, Wochen vorher war/ist es sicher Mode. Im Rennen kommt es mMn auch noch auf mehr an als einen Hohen HK Wert.

tobyvanrattler 23.05.2007 17:39

Gerade auf der ARD Seite gefunden:

Morgen ab ca. 11:30h Pressekonferenz mit Rolf Aldag

http://sport.ard.de/sp/radsport/news...m_sammel.jhtml

da bin ich ehrlich gesagt schon sehr gespannt...

RatzFatz 23.05.2007 17:45

Zitat:

Zitat von DasOe (Beitrag 22882)
Ich halte diesen Radrennfahrerlifecycle für einen nicht zu unterschätzenden Punkt. Die Radrenner fangen als talentierte Amateure an, die besten erhalten dann als Profi einen Vertrag und je nach sportlichem Vermögen und Ehrgeiz geht es dann weiter nach vorne ... unterstützt von Doping sonst könnte man eine solche Saison mit dieser Renndichte ja garnicht durchstehen ... danach gehts dann weiter als Pfleger, Mechaniker, Physiotherapeut, Manager, sportlicher Leiter und was da sonst noch an Posten und Pöstchen gibt. Die kennen und können nichts anderes als alles was irgendwie mit Radsport zu tun hat. Das ist wirklich ihr Leben(sunterhalt).

Dazu im Gegensatz Triathlon, dort ist die Einbettung ganz anderes und das hat nichts mit Einzelsportart zu tun. Denn auch Triathleten neigen zur Gruppenbildung im Training, sonst gäbe es nicht immer wieder diese Tria-Nester, wo es die Schnellen und Profis hinzieht. Trotzdem alledem haben die meisten eine Berufsuasbildung und/oder ein Studium vorzuweisen, das ihnen eine gewisse Unabhängigkeit und Distanz zum Sport erlaubt. Die wenigsten vollziehen von vorneherein den Schritt zum Profi und haben ein geregeltes Einkommen wie ein Radprofi, sondern erst dann wenn sie wirklich davon leben können und das können die wenigsten.


Der Unterschied: Beim Radsport sind die Teammitglieder voneinander abhängig. Der einzelne steht unter Druck Leistung zu bringen, damit zusammen Erfolge herauskommen. Das Team profitiert von der Leistung der Einzelnen.
Im Triathlon ist das meist nur eine Trainingsgemeinschaft. Im Wettkampf ist man dann in Konkurenzsituation. Da wird vielleicht der eine Doper nicht sein Rezept weitergeben, während beim Radsport er deutlich mehr Interesse daran hat, auch die anderen mitzuziehen (starke Helfer).
Zudem ist es im Radteam sicherlich enger. Allein das beisammensein bei den Rennen (insbesondere Tour, Giro, Vuelta).
So oft hocken die Triathleten wohl dann doch nicht zusammen. Und auch vielleicht sogar in verschiedenen Konstellationen. TL mit xy, nächstes vielleicht mit yz, usw.

dude 23.05.2007 17:57

Schoen ist im Moment, dass man fuer sich jetzt neu entscheiden kann, welche Radsportler einem sympathisch sind und welche nicht. Wer jetzt nichts sagt, ist mir nicht gleich unsympathisch.
Aber Leute wie Genosse Heppner, der ueber Dietz sagt "Wenn er gedopt hat, ist das allein sein Problem." sind unverbesserlich.

Auch hier gilt: ab und zu mal Fresse halten. Dein Broilerteam geht hoffentlich jetzt vor die Hunde.

Ebenso sehr schoen:
"Während die beiden Beschuldigten weiter auf Tauchstation sind, hält Fußball-Zweitligist SC Freiburg trotz der massiven Beschuldigungen an seinem Mannschaftsarzt Schmid fest. «Wir werden mit ihm auf jeden Fall weitermachen», sagte SC-Präsident Achim Stocker am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Die Dopingvorwürfe sind für uns unvorstellbar und haben mit Fußball nichts zu tun.»"

Quellen: rsn.com

Osso 23.05.2007 18:06

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22900)
«Die Dopingvorwürfe sind für uns unvorstellbar und haben mit Fußball nichts zu tun.»"

Quellen: rsn.com

Doping bringt nix im Fußball :Peitsche: Das ist das elfte Gebot!

tobi_nb 23.05.2007 18:50

@dude, fuxx, osso

Es sind sicherlich gute Argumente, die ihr bezüglich einer geringeren Dopingpraxis im Triathlon anführt.

Mit ein wenig Sarkasmus könnte man darin die gleiche Naivität und Schönrederei erkennen, die 1998 nach dem Festina auftrat. Von wegen Telekom ist unschuldig und nur die Festina Fahrer sind gedopt. Aber ich bin ja nicht sarkastisch.

Mal im Ernst, eure Argumente sind wirklich dahingehend überzeugend, dass nicht alle dopen müssen, um vorne dabeizusein.

Aber wer ist denn nun gedopt und wer nicht?
O. Bernhard, al Sultan, R. Beke, A. Böcherer, N. Kraft, M. Göhner, T. Hellriegel, N. Stadler, T. Boman, K. Hundertmarck, St. Liebetrau, D. Bockel, N.+L. Leder, J. Zäck, L. v. Lierde, Lleto, N. Badmann, K. Schumacher usw. usw.

Ich könnte ewig so weiterschreiben. Im Grunde bräuchte ich nur die ersten 50 aus den Ergebnislisten der letzten Ironmänner aufschreiben. Und ich kann beim besten Willen keinen Unterschied zwischen Zäck und Stadler, Beke und Böcherer, Kraft und Badmann; Schumacher und Leder usw. usw. erkennen.

Ich bleib daher bei meiner Meinung. Triathlon ist genauso verseucht, wie alle anderen Sportarten.

Vielleicht dopt nicht jeder jeden Tag, weil die zu erbringende Siegleistung auch ohne Doping erreicht werden kann. Aber jeder hat mal im Laufe seiner Karriere einen Tiefpunkt. Und dann wird jeder schwach!!

Flow 23.05.2007 19:09

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22836)
ja, ich glaube, dass man bis heute ohne dope in kona top10 sein kann, vll. weil eben nicht "alle mittel konsequent eingesetzt" werden. mit/ohne dope ist im moment ganz sicher nicht erster oder fuenfunddreissigster.

Wenn das deine Einschätzung ist, respektiere ich die natürlich als solche.

Ich finde nur, daß sich die Begründung "Es machen nicht alle, weil es noch nicht nötig ist, weil es noch nicht alle machen, weil ..." 'n bißchen im Kreis dreht ;)

Ich habe keine Lust mir einzureden, das irgendwer sauber ist, deswegen versuche ich nicht soviel darüber nachzudenken ... :Lachen2:

dude 23.05.2007 19:09

Zitat:

Zitat von tobi_nb (Beitrag 22905)
@dude, fuxx, osso

Es sind sicherlich gute Argumente, die ihr bezüglich einer geringeren Dopingpraxis im Triathlon anführt.

Mal im Ernst, eure Argumente sind wirklich dahingehend überzeugend, dass nicht alle dopen müssen, um vorne dabeizusein.

Ich bleib daher bei meiner Meinung. Triathlon ist genauso verseucht, wie alle anderen Sportarten.

Vielleicht dopt nicht jeder jeden Tag, weil die zu erbringende Siegleistung auch ohne Doping erreicht werden kann. Aber jeder hat mal im Laufe seiner Karriere einen Tiefpunkt. Und dann wird jeder schwach!!

ich kenne den radsport seit 1991 und habe nie geglaubt, dass das T-team sauber ist. ich halte uebertriebenen zynismus jedoch auch fuer falsch und vorschnelle anschuldigungen fuer schlicht gemein.

ich kenne einige radprofis persoenlich, weil ich mit denen in einem team gefahren bin. ich kenne auch ein paar der besseren triathleten persoenlich. und daraus schliesse ich fuer mich, dass im triathlon gedopt wird, wie in jeder anderen sportart auch. doch vom umfang her gibt es da zweifelsohne (noch?) unterschiede.

dude 23.05.2007 19:12

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 22908)
Ich finde nur, daß sich die Begründung "Es machen nicht alle, weil es noch nicht nötig ist, weil es noch nicht alle machen, weil ..." 'n bißchen im Kreis dreht ;)

genau erkannt! wird auch "spirale" oder "teufelskreis" genannt.

Flow 23.05.2007 19:19

Zitat:

Zitat von FuXX (Beitrag 22845)
Um dazu eine Aussage treffen zu koennen, muesste man wissen, wieviele Minuten man mit professionellem Doping holen kann.

Ich wuerde tippen etwa 10-15min

Ja, das wäre mal interessant, hierzu konkrete Daten zu haben.
Könnte mir vorstellen, daß Sportler unterschiedlich ansprechen, und es wohl davon abhängt, wie professionell es betrieben wird, wievielen potentiellen Kontrollen man ausweichen muß/will etc.


Zitat:

Ehrlichgesagt glaube ich, dass bei den Toptrias noch ne Menge anderweitiges Potential brach liegt, von Material ueber Sitzposition bis Renntaktik liesse sich durchweg bei quasi allen was verbessern. Da sind bei den allermeisten auch nochmal 10min drin. Triathlon ist einfach noch lange nicht ausgereizt. Sicher, nimmt jemand der alles andere optimiert hat zusaetzlich noch Epo etc., dann wird er noch schneller, das ist keine Frage.

FuXX
Sehe ich ähnlich ...

Flow 23.05.2007 19:32

Zitat:

Zitat von tobi_nb (Beitrag 22905)
@dude, fuxx, osso

Es sind sicherlich gute Argumente, die ihr bezüglich einer geringeren Dopingpraxis im Triathlon anführt.

Mit ein wenig Sarkasmus könnte man darin die gleiche Naivität und Schönrederei erkennen, die 1998 nach dem Festina auftrat. Von wegen Telekom ist unschuldig und nur die Festina Fahrer sind gedopt. Aber ich bin ja nicht sarkastisch.

Mal im Ernst, eure Argumente sind wirklich dahingehend überzeugend, dass nicht alle dopen müssen, um vorne dabeizusein.

Aber wer ist denn nun gedopt und wer nicht?
O. Bernhard, al Sultan, R. Beke, A. Böcherer, N. Kraft, M. Göhner, T. Hellriegel, N. Stadler, T. Boman, K. Hundertmarck, St. Liebetrau, D. Bockel, N.+L. Leder, J. Zäck, L. v. Lierde, Lleto, N. Badmann, K. Schumacher usw. usw.

Ich könnte ewig so weiterschreiben. Im Grunde bräuchte ich nur die ersten 50 aus den Ergebnislisten der letzten Ironmänner aufschreiben. Und ich kann beim besten Willen keinen Unterschied zwischen Zäck und Stadler, Beke und Böcherer, Kraft und Badmann; Schumacher und Leder usw. usw. erkennen.

Fällt mir schwer, da irgendwo zu widersprechen.

Auch, wenn ich das :

Zitat:

Ich bleib daher bei meiner Meinung. Triathlon ist genauso verseucht, wie alle anderen Sportarten.

Vielleicht dopt nicht jeder jeden Tag, weil die zu erbringende Siegleistung auch ohne Doping erreicht werden kann. Aber jeder hat mal im Laufe seiner Karriere einen Tiefpunkt. Und dann wird jeder schwach!!
nicht beurteilen kann ...

Danksta 23.05.2007 21:27

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 22786)
Das macht mich sehr gespannt auf die kommenden Tage.

Und jetzt in der FAZ:
http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F...~Scontent.html

Momente der Schwäche auch bei Aldag... Da soll's morgen ne Pressekonferenz geben.

Ich glaube zwar noch lange nicht an den großen Umschwung im Radsport, aber so viele Steine kommen ins Rollen :liebe053:

drullse 23.05.2007 22:14

Zitat:

Zitat von tobi_nb (Beitrag 22905)
Vielleicht dopt nicht jeder jeden Tag, weil die zu erbringende Siegleistung auch ohne Doping erreicht werden kann. Aber jeder hat mal im Laufe seiner Karriere einen Tiefpunkt. Und dann wird jeder schwach!!

Ich kann das durchaus nachvollziehen. Gestern früh, als ich um 5:45 mit (trotz Ruhetag vorher) bleischweren Beinen ins Schwimmbad trabte, dachte ich auch: "Wenn ich mir jetzt gestern mal richtig was eingehauen hätte, könnte ich heute wieder richtig angreifen...".

Nein - ich werde es nicht tun. Aber ich kenne genügend, die so ehrgeizig sind und es machen. Und wenn dann noch der Lebensunterhalt dran hängt... :Nee: Da ist der Griff schnell mal geschehen.

Danksta 23.05.2007 22:29

Wo ich immer nen Hals kriege, ist wenn ich Resultate von Rutger Beke sehe. Durch Trickserei durchgekommen...
Ein Kumpel hat mal bei nem Rennen in Belgien mitbekommen, wie ein Arzt Rutger nen Becher gegeben hat. Er konnte den dann 45 Minuten später abgeben.
Olaf Sabatschus meinte mal: "Der Typ gehört einfach nicht aufs Podium. Guck Dir den doch mal an, der hat ja nicht mal nen Athletenkörper."

drullse 23.05.2007 22:38

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 22930)
Wo ich immer nen Hals kriege, ist wenn ich Resultate von Rutger Beke sehe. Durch Trickserei durchgekommen...
Ein Kumpel hat mal bei nem Rennen in Belgien mitbekommen, wie ein Arzt Rutger nen Becher gegeben hat. Er konnte den dann 45 Minuten später abgeben.
Olaf Sabatschus meinte mal: "Der Typ gehört einfach nicht aufs Podium. Guck Dir den doch mal an, der hat ja nicht mal nen Athletenkörper."

Hm, vielleicht sollte ich doch mal... Athletenkörper hab ich auch nicht. :Lachen2:

tobi_nb 23.05.2007 22:40

Ich habs an anderer Stelle schon geschrieben. Aber für mich ist das alles nur noch Heuchelei.

Der Henn gesteht ein bißchen was, steht plötzlich als Held da, verliert nicht seinen Job, und in drei Wochen ist alles vergessen.

Auf diesen Zug will der Aldag auch noch schnell aufspringen.

Eigentlich braucht der gar keine Pressekonferenz zu halten: Ich mach das heute schon für ihn:

"Es tut mir aufrichtig leid, dass ich damals in einer einmaligen Aktion zu Doping greifen musste. Der Druck der Medien, des Teams und des Sponsors war unendlich groß, ich war jung und naiv, und wollte dazugehören. Natürlich bin ich heute der ehrlichste Mensch der Welt, und auch der Druck zu gewinnen ist nicht mehr so groß, (Der Sponsor hat auch vielmehr Geld übrig, immerhin gehen bei der Telekom 50.000 Menschen freiwillig in Auffanggesellschaften.) Darum würde ich heute NIEMALS meinen Schützlingen nahelegen zu dopen. So, mehr weiß ich dazu nicht, Fragen beantworte ich auch keine mehr, und ich erwarte von den Medien morgen eine heldenhafte Darstellung meiner Person. Immerhin bin ich so unendlich mutig, hier das unfaßbare und unglaubliche für alle völlig überraschende zu gestehen, dass ich ein einziges Mal (ganz bißchen nur) gedopt habe."

Was wird passieren: Alle freuen sich, dass die Medien für die brutalstmögliche Aufklärung gesorgt haben, alle feiern sich selbst, der Zirkus geht weiter, der Rubel rollt, aber ÄNDERN WIRD SICH GAR NICHTS. Auser für Ulle, die dumme arme Sau.

Es lebe der Kapitalismus in seiner reinsten, verlogensten, scheinheiligsten und heuchlerischsten Form.

P.S. in zehn Jahren heissen die Henns und Aldags von heute Sinkewitz und Fothen. Denkt an meine Worte.

diddi 23.05.2007 23:12

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22909)

ich kenne einige radprofis persoenlich, weil ich mit denen in einem team gefahren bin. ich kenne auch ein paar der besseren triathleten persoenlich. und daraus schliesse ich fuer mich, dass im triathlon gedopt wird, wie in jeder anderen sportart auch. doch vom umfang her gibt es da zweifelsohne (noch?) unterschiede.

Welche Radprofis kennst du denn persönlich und in welchem Team bist du gefahren???
Nur mal so aus Interesse, da ich auch Radrennfahrer bin.
Grüße
D

drullse 23.05.2007 23:24

Telekom-Doping: Auch Bölts gesteht

BERLIN, 23.05.07 (rsn) - Ex-Profi Udo Bölts aus Heltersberg hat nun ebenfalls zugegeben, in seiner Zeit beim Team Telekom gedopt zu haben. Dies meldete am Abend der Südwestfunk.

--------------------

Alles EINZELFÄLLE!!!!

:Lachanfall:

drullse 23.05.2007 23:30

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,484630,00.html

Wen hat der nochmal so alles betreut? Außerhalb des Radsports?

RibaldCorello 23.05.2007 23:37

Ich will mal so aus meiner Meerschweinchenperspektive dazu antworten, selbst war ich immer mies im Sport, war froh wenn ich ne 3 im Schulsport bekam.

Ich kann durchaus verstehen wenn ein Mensch wie Dietz unter dem Druck dopt, denn ich stelle mir einfach mal seine Situation vor, schon seit der Jugend Radgefahren, im Traum denkt er vieleicht an eine Profikarrierre, dann hat er einen Vertrag, sein Traum ist Wirklichkeit. Nun er hat sein Leben lang nichts anderes gemacht als radfahren.

Er hat einen 1-jahresvertrag, die anderen fahren im um die Ohren , er steht vor der Entscheidung, ich verliere meinen Vertrag, stehe vor dem nichts oder ich dope wie die anderen auch um eine chancengleichheit zu haben. In diesem Sinne die Aussagen von Ulrich - er habe niemand betrogen.

Ich will damit nicht das Doping rechtfertigen, aber alle die jetzt auf die Geständigen einhauen sollen sich mal die Frage stellen, wenn sie selber ihren Beruf verlieren würden wenn sie nicht irgendwas illegalles tun würden was die anderen eh machen.

DasOe 24.05.2007 09:07

Zitat:

Zitat von RibaldCorello (Beitrag 22947)
Ischon seit der Jugend Radgefahren, im Traum denkt er vieleicht an eine Profikarrierre, dann hat er einen Vertrag, sein Traum ist Wirklichkeit.

Dietz galt mit Ullrich als eines der größten Talente seiner Zeit.

Gonzo 24.05.2007 09:16

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 22925)
Ich kann das durchaus nachvollziehen..............."Wenn ich mir jetzt gestern mal richtig was eingehauen hätte, könnte ich heute wieder richtig angreifen...".

Sorry..........aber selbst der Gedanke daran ist für mich völlig abwegig.

meggele 24.05.2007 10:34

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 22943)
Telekom-Doping: Auch Bölts gesteht

BERLIN, 23.05.07 (rsn) - Ex-Profi Udo Bölts aus Heltersberg hat nun ebenfalls zugegeben, in seiner Zeit beim Team Telekom gedopt zu haben. Dies meldete am Abend der Südwestfunk.

Naja. Das, was ich da gestern gesehen hab, schien mir auch nicht mehr als die minimalste Variante zu sein.

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 22943)
Alles EINZELFÄLLE!!!!

:Lachanfall:

Ja, schon erstaunlich :Lachen2: :Gruebeln:

RatzFatz 24.05.2007 10:38

Zitat:

Zitat von Gonzo (Beitrag 22970)
Sorry..........aber selbst der Gedanke daran ist für mich völlig abwegig.

Echt?
Manchmal ist es gut solche Gedanken zu haben und diese dann entsprechend für sich zu beantworten.
Da hat man die Entscheidung schon getroffen, wenn dann mal ein wirklich schwacher Moment kommt und da steht jemand und sagt man solle doch mal die entsprechende Pille nehmen.

Das gilt ja generell: Durchgespielt haben, was man macht, wenn man den zweiten Platten und keinen Wechselschlauch mehr hat. Was bei einem Sturz. Was bei Krämpfen. Was wenn es einem richtig schlecht geht.
In den entsprechenden Momenten trifft man in der Hektik und unter Zeitdruck oft falsche Entscheidungen. Die richtigen Argumente fallen einem gerade dann oft nicht ein.
Diese Entscheidungen schon vorbereitet haben, ist ja generell nicht falsch.

RatzFatz 24.05.2007 10:40

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 22925)
Ich kann das durchaus nachvollziehen. Gestern früh, als ich um 5:45 mit (trotz Ruhetag vorher) bleischweren Beinen ins Schwimmbad trabte, dachte ich auch: "Wenn ich mir jetzt gestern mal richtig was eingehauen hätte, könnte ich heute wieder richtig angreifen...".

Nein - ich werde es nicht tun. Aber ich kenne genügend, die so ehrgeizig sind und es machen. Und wenn dann noch der Lebensunterhalt dran hängt... :Nee: Da ist der Griff schnell mal geschehen.


Gestern abend habe ich witzigerweise auch etwas ähnliches gedacht als ich richtig kaputt um nach 22.00Uhr vom Schwimmen kam (und vorher gelaufen bin): "Die Doper haben es einfach, die werfen was ein und nächsten Tag sind se wieder fit."
Allerdings werden die dann auch entsprechend mehr trainieren. Das Ganze läuft bei denen nur auf einem anderen Level ab. Weh tun wird es denen genauso. Die werden besonders hart trainieren müssen und haben auch schwere Beine. Eventuell schmerzt denen sogar der Arsch mehr als uns, weil die nicht nach 150km kaputt sind sondern erst nach 250km..

dude 24.05.2007 10:56

Zitat:

Zitat von diddi (Beitrag 22940)
Welche Radprofis kennst du denn persönlich und in welchem Team bist du gefahren???
Nur mal so aus Interesse, da ich auch Radrennfahrer bin.
Grüße
D

Vorgaengerteam von Gerolsteiner, Oeschelbronn. Habe aber keine Beweise fuer Doping dort.

Wo faehrst Du?

Gruss
dude

dude 24.05.2007 10:57

Zitat:

Zitat von DasOe (Beitrag 22966)
Dietz galt mit Ullrich als eines der größten Talente seiner Zeit.

Quatsch, da verwechselst Du was.

Nix fuer ungut

dude

Rene 24.05.2007 11:00

Zum Glück musste ich mir noch nie Gedanken darüber machen, denn meine Ziele sind für mich anders gesteckt. Ich möchte nur meine Grenzen spüren und erweitern. Dafür brauche ich kein Doping.

Für jemanden der mit Sport Geld verdienen MUSS, da sieht die Welt sehr viel anders aus. Ich kenne auch den einen oder anderen, die sich aus der Welt des Sports verabschiedet haben und gesagt habe ich nehme nichts um mit Sport Geld zu verdienen, aber diese Leute hatten eine Wahl, waren jung und konnten sich noch entscheiden.

Ich glaube aus den Berichten von Dietz usw. zu erkennen, dass die Jungs damals in der Tat keine Chance hatten dem EPO zu entgehen.
Ich glaube vor EPO war alles nur "Kindergeburtstage", was die da eingeworfen haben, zumindest von der Leistungssteigerung her. VOn den Nebenwirkungen ganz zu schweigen.

Aber nun stell man sich mal den Fall wirklich vor. Da sitzen die Radprofis in einem Trainingslager und ein paar Ärzte und das Team sagt ihnen indirekt wie sie ihre Verträge verlängern können. Wer in der Situation, zu der Zeit, wo gerade das erste Deutsche Team entstand sagt ich mach da nicht mit ich geh lieber zum Arbeitsamt, bei dem wohl nichtmal eine Anspruch bestand.

K*tz auf die Scheinheiligkeit des Systems hinter den für mich doch recht chancenlosen Sportlern.

Anders ist es heute. Wer nun den Weg geht, der sollte zumindest wissen, worauf man sich einläßt.

Gruß René

feder 24.05.2007 11:00

Zitat:

Zitat von RatzFatz (Beitrag 22988)
Das gilt ja generell: Durchgespielt haben, was man macht, wenn man den zweiten Platten und keinen Wechselschlauch mehr hat. Was bei einem Sturz. Was bei Krämpfen. Was wenn es einem richtig schlecht geht.

absolut nachvollziehbar!

Zitat:

Zitat von RatzFatz (Beitrag 22988)
In den entsprechenden Momenten trifft man in der Hektik und unter Zeitdruck oft falsche Entscheidungen. Die richtigen Argumente fallen einem gerade dann oft nicht ein.
Diese Entscheidungen schon vorbereitet haben, ist ja generell nicht falsch.

aber den Entschluß, mit unerlaubten Mitteln nachzuhelfen trifft man IMHO nicht in irgendeiner hektischen Situation :Nee:

Rene 24.05.2007 11:01

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 22997)
Vorgaengerteam von Gerolsteiner, Oeschelbronn. Habe aber keine Beweise fuer Doping dort.

Wo faehrst Du?

Gruss
dude

Holczer sagt die sind sauber :Cheese:


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