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Wasserträger 23.08.2008 18:58

Ja :P

dude 24.08.2008 09:12

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 124633)
" ... dass mit geradezu unglaublicher Sorglosigkeit die wichtigsten Beweismittel, nämlich die Urinproben einmal für sechs, einmal für vier Tage Temperaturen ausgesetzt waren, die nicht lege artis sind.

Danke, da habe ich was verwechselt.
Ich dachte es geht um die Kuehlung und Lagerung nach diesen 6 Tagen.

(btw, ist "verunmoeglichen" nicht ein rein Schweizer Wort?)

gruss
dude

Klugschnacker 24.08.2008 10:20

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 124727)
Danke, da habe ich was verwechselt.
Ich dachte es geht um die Kuehlung und Lagerung nach diesen 6 Tagen.

Die gekühlte bzw. tiefgekühlte Lagerung der Proben im Labor ist vorgeschrieben und in Baumanns Fall auch erfolgt.

Viele Grüße,
Arne

Quax 24.08.2008 11:28

Hallo Arne,

welche Art von Prohormon wurde denn in der Blutprobe festgestellt?

Gruß
Jürgen

Klugschnacker 24.08.2008 11:49

Zitat:

Zitat von Quax (Beitrag 124744)
Hallo Arne,

welche Art von Prohormon wurde denn in der Blutprobe festgestellt?

Gruß
Jürgen

19-Norandrostesteron: 24ng/ml
19-Noretiocholanolon: 5ng/ml
Grenzwert bei 2ng/ml

In den Tuben befand sich Norandrostendion.

Viele Grüße nach Hip,
Arne

TriTom 24.08.2008 12:10

Moin,

als direkte Quellenangabe zitiere ich jetzt einmal aus dem Buch "Lebenslauf Dieter Baumann, ISBN 3-421-015628-5", S.256:

"(...) In seiner nachträglichen Stellungnahme vom 15.06.2000 gibt Prof.Dr.Schänzer an, dass sowohl zum Zeitpunkt der Durchführung der A-Probe als auch zum Zeitpunkt der B-Probe (16.11.19999 bzw. 29.12.1999) keine Bakterienaktivitäten festgestellt worden sind, die das Ergebnis des positiven Befundes hätten beeinflussen können. (...) Prof.Dr.Schänzer führt weiter aus, dass die vom Sachverständigen Prof.Dr.Sörgel benutzten Quotienten beieinträchtigt worden sind, weil Bakterienaktivität in den Proben aufgetreten sind. Diese führen u.a. zur Bildung von Norandrostendion aus dem Metaboliten 3 a Hydroxo-est-4-en-17-on und zum Abbau von Norandrostendion. Bekterienaktivität wurde in den Proben in Köln nach dem 08.02.2000 nachgewiesen, weswegen die Ergebnisse von Analysen nach diesem Zeitpunkt auch nach Auffassung von Prof.Dr.Schänzer verändert worden sind. Erst nach diesem Zeitpunkt wurde jedoch im Institut von Prof.Dr.Sörgel im Auftrag der Staatsanwaltschaft mit der Beweisführung begonnen, ob die positiven Befunde mit der kontaminierten Zahnpasta zusammenhängen oder nicht. (...)"

Schönen Gruß,
Thomas


PS: als spannenden Lesestoff kann ich das Buch nur empfehlen!

Quax 24.08.2008 12:39

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 124751)
19-Norandrostesteron: 24ng/ml
19-Noretiocholanolon: 5ng/ml
Grenzwert bei 2ng/ml

In den Tuben befand sich Norandrostendion.

Viele Grüße nach Hip,
Arne

Und war die Blutprobe auch verdorben?

Ich verstehe auch nicht, daß der Nachweis der Originalsubstanz im Urin eine Rolle gespielt hätte. Er hätte zwar bewiesen, das damit der identische Stoff aus der Zahnpastatube in seinem Körper vorhanden ist, aber nicht, das er diesen auch zusätzlich noch zugeführt hat.

Und sollten die Urinproben nicht sowieso beim ersten Test schon auf diese Prohormone hin getestet werden, da sie ja genauso verboten sind. Die habe doch einen Versuch mit der Zahnpasta gemacht und eine Person nach dem Gebrauch mit der Baumann-Pasta getestet. Dabei haben sich doch riesen Werte aufgebaut, die doch in der Urinprobe hätten nachgewiesen werden müsssen, bevor diese verdorben war.

Gruß
Jürgen

Klugschnacker 24.08.2008 13:51

Zitat:

Zitat von Quax (Beitrag 124760)
Und war die Blutprobe auch verdorben?

Ich verstehe auch nicht, daß der Nachweis der Originalsubstanz im Urin eine Rolle gespielt hätte. Er hätte zwar bewiesen, das damit der identische Stoff aus der Zahnpastatube in seinem Körper vorhanden ist, aber nicht, das er diesen auch zusätzlich noch zugeführt hat.

Und sollten die Urinproben nicht sowieso beim ersten Test schon auf diese Prohormone hin getestet werden, da sie ja genauso verboten sind. Die habe doch einen Versuch mit der Zahnpasta gemacht und eine Person nach dem Gebrauch mit der Baumann-Pasta getestet. Dabei haben sich doch riesen Werte aufgebaut, die doch in der Urinprobe hätten nachgewiesen werden müsssen, bevor diese verdorben war.

Gruß
Jürgen

Die Ausgangssubstanz Noransdrostendion war im Urin in einer viel geringeren Menge als die Substanzen, die durch eine Umwandlung im Körper daraus hervorgingen ("2-3 Größenordnungen" geringer, also 10-100 fach, nach Ansicht von Prof. Schänzer). Von der Ausgangssubstanz Noransdrostendion war in der Anklage keine Rede, also gehe ich davon aus, dass kein Befund in dieser Richtung vorlag.

Man hätte untersuchen können, ob das das Spektrum an Substanzen, die sich im Urin nachweisen lassen, zum Spektrum der gefundenen Substanzen in der Zahnpasta "passt". Die verdorbenen Proben ließen eine solche Analyse aber nicht mehr zu.

Zu den hohen Werten einer Versuchsperson: Ab 2 Nanogramm pro Milliliter ist man positiv. Um wirksam zu dopen, sind mehrmals täglich Dosierungen von 300 Nanogramm pro Milliliter notwendig. Diese Dosierungen hat es bei Baumann nie gegeben, das beweist eine Haaranalyse, die vom DLV gefordert worden war, ganz eindeutig.

Viele Grüße,
Arne

Quax 24.08.2008 14:11

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 124779)
Die Ausgangssubstanz Noransdrostendion war im Urin in einer viel geringeren Menge als die Substanzen, die durch eine Umwandlung im Körper daraus hervorgingen ("2-3 Größenordnungen" geringer, also 10-100 fach, nach Ansicht von Prof. Schänzer). Von der Ausgangssubstanz Noransdrostendion war in der Anklage keine Rede, also gehe ich davon aus, dass kein Befund in dieser Richtung vorlag.

Man hätte untersuchen können, ob das das Spektrum an Substanzen, die sich im Urin nachweisen lassen, zum Spektrum der gefundenen Substanzen in der Zahnpasta "passt". Die verdorbenen Proben ließen eine solche Analyse aber nicht mehr zu.

Zu den hohen Werten einer Versuchsperson: Ab 2 Nanogramm pro Milliliter ist man positiv. Um wirksam zu dopen, sind mehrmals täglich Dosierungen von 300 Nanogramm pro Milliliter notwendig. Diese Dosierungen hat es bei Baumann nie gegeben, das beweist eine Haaranalyse, die vom DLV gefordert worden war, ganz eindeutig.

Viele Grüße,
Arne

Eine Haaranalyse taugt nur zum Nachweis, aber nicht zur Volumenbestimmung. Das Prohormon kann gar nicht nachgewiesen werden, da es zu schnell verstoffwechselt wird. Bleibt also der Nachweis der Metaboliten. Soweit ich weiß, gibt es keine Untersuchungen, in wie weit diese im Haar überhaupt nachweisbar sind. Das die bei Baumann gefundene Menge an Nandrolon nicht zur Leistungssteigerung führt ist nicht relevant, da bei einem vorausgesetzten Doping die nachgewiesene Menge vom Einnahmtermin abhängt. Theoretisch könnte es also sein, das die Menge 4 Wochen vorher höher war und nach der positiven Probe mittels der Zahnpaste der Nachweiszeitraum künstlich verlängert wurde. Das würde auch erklären, warum die Prohormone in den Urin- und Blutproben nicht nachgewiesen wurden.

Nur meine Meinung, kenne nicht alle Hintergründe.

Gruß
Jürgen

LidlRacer 24.08.2008 22:52

Zitat:

Zitat von Quax (Beitrag 124789)
Nur meine Meinung, kenne nicht alle Hintergründe.

Hast Du eigentlich die Sendung gesehen?
Ich glaube, dann solltest Du zwar nicht alle aber doch eine ganze Menge Hintergründe kennen, was die eine oder andere Frage erledigt hätte.

Noch mehr und detailliertere Hintergründe gibt's hier:
www.lrsn.de/baumannurteil.htm

Gonzo 25.08.2008 09:16

Moin Kinners, wo zum Henker finde ich eigentlich den Link zur Live-Sendung? Auf der Filmseite finde ich den jedenfalls nicht :Gruebeln:

Lecker Nudelsalat 25.08.2008 09:52

Zitat:

Zitat von Gonzo (Beitrag 124940)
Moin Kinners, wo zum Henker finde ich eigentlich den Link zur Live-Sendung? Auf der Filmseite finde ich den jedenfalls nicht :Gruebeln:

Hallo Gonzo,

da must Du warten, bis der Film ins Archiv gestellt wird. ;)

Auf der Hauptseite findest Du am Freitag immer nur den Link zur aktuellen Sendung für den Abend.

Gruß strwd

Klugschnacker 25.08.2008 10:18

Der Link wird nur jeweils am Freitag ab 18:50 Uhr auf der Startseite eingeblendet.

Gonzo 25.08.2008 10:49

Und ab wann erscheinen die Filme in der Regel im Archiv? Der "neuste" ist z.B. vom 08.08. Das würde heißen frühestens nach drei Wochen?

Klugschnacker 25.08.2008 11:16

Zitat:

Zitat von Gonzo (Beitrag 124989)
Und ab wann erscheinen die Filme in der Regel im Archiv? Der "neuste" ist z.B. vom 08.08. Das würde heißen frühestens nach drei Wochen?

Das ist unterschiedlich. Meistens schaffen wir es innerhalb 8-10 Tagen. Manchmal gehen andere Dinge vor, dann dauert es etwas länger. Im Moment arbeiten wir an einer Umstellung, die es ermöglichen wird, Beiträge aus der Live-Sendung innerhalb von 2-4 Tagen ins Archiv zu stellen.

Viele Grüße,
Arne

Gonzo 25.08.2008 11:28

Alles klar, Danke für die Info :)

Klugschnacker 25.08.2008 11:36

Zitat:

Zitat von Quax (Beitrag 124789)
Eine Haaranalyse taugt nur zum Nachweis, aber nicht zur Volumenbestimmung.

In der Haaranalyse wurden gar keine der fraglichen Substanzen gefunden. Das bedeutet, die Mengen waren unter der Nachweisgrenze und damit nie in dopingrelevanter Dosierung in Baumanns Körper. Der Experte, der die Analyse im Auftrag des DLV durchführte, war sich sicher, dopingrelevante Mengen eindeutig nachweisen zu können.

Viele Grüße,
Arne

Quax 25.08.2008 13:12

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 124913)
Hast Du eigentlich die Sendung gesehen?
Ich glaube, dann solltest Du zwar nicht alle aber doch eine ganze Menge Hintergründe kennen, was die eine oder andere Frage erledigt hätte.

Noch mehr und detailliertere Hintergründe gibt's hier:
www.lrsn.de/baumannurteil.htm

Hallo,

ich habe die Sendung gesehen und soviele Hintergründe wie unter dem link habe ich selbst. Ich habe mich mit dem Thema noch nicht so intensiv beschäftigt wie Arne, deswegen meine Fragen.
Tut mir leid, das dich das genervt hat.

Gruß
Jürgen

Quax 25.08.2008 19:35

Hallo Arne,

hab noch was zur Haaranalyse gefunden.
Artikel

Was mich im ganzen Ablauf stört, ist der fehlende Nachweis der Prohormone in der Blut- und den beiden Urinproben. Wenn er die Zahnpasta täglich benutzt hat, hätte trotz der schnellen Verstoffwechslung in den Labors das Prohormon festgestellt werden müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, das eine Probe nach dem Fund eines verbotenen Stoffes einfach beendet ist. Normalerweise wird doch das ganze Spektrum abgecheckt.
Ich konnte in keiner Publikation etwas dazu finden. Vielleicht weiß jemand näheres.

Gruß
Jürgen


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