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dude 12.08.2015 14:11

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1156036)
Warum so gereizt? Hätte doch sein können, dass bei Dir auch andere Beweggründe vorliegen.

Ich bin ueberhaupt nicht gereizt. Ich sehe da wirklich keinen anderen Grund.

meggele 12.08.2015 14:12

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156031)
Das laesst sich heute doch nur noch vermeiden, wenn man als Hermit im Wald lebt. Und dann wirst Du zum Gesellschaftsschmarotzer.

Auch nicht besser.

Ich hab' gestern eine Stunde damit verbracht, eine Aviator-Sonnenbrille mit geraden Buegeln zu finden, auf der nicht Oakley draufsteht. Die ist zwar dann dopingfrei, aber aus oder mit Hilfe von Oel wurde auch die hergestellt.

Ich hoffe sie taugt was.

Genau. Nur, weil wir es als Gesellschaft/Menschheit nicht hinbekommen, dass unsere die mehr oder weniger notwendigen Dinge unseres Alltags zerstörungs-, leidens- und verbrechensfrei hergestellt werden, heißt es doch nicht, dass man sich als einzelne prominente Person (oder Rennserie oder Verband) dafür bezahlen lassen sollte, die Verbrechen des Geschäftspartners zu kaschieren.

dude 12.08.2015 14:14

Zitat:

Zitat von Triabolo82 (Beitrag 1156045)
Die Gewalt gegen Farbige und andere Ethnische Gruppen in den USA nimmt auch zu, ich glaube nicht das sich die USA als positiver Vergleich für irgendwas in Richtung Menschenrechte eignet.

Dieser Vergleich hinkt doch aber. Dick Chaney sponsort kein Triathlon Team. Und selbst wenn, persoenlich vorgenommene Folter hat man dem bislang noch nicht vorgeworfen.

meggele 12.08.2015 14:16

Zitat:

Zitat von Triabolo82 (Beitrag 1156045)
Die USA haben so im Schnitt fast 15.000 Morde/Jahr, andere würden das Bürgerkrieg nennen.

Oder anders gesagt die USA haben 4,7 Morde/100000 Einwohner, Bahrain kommt auf unglaubeliche 0,5, selbst Deutschland ist schlechter mit 0,8

http://sicherheitspolitik.bpb.de/dat...r=m1_bpb_morde

Die Gewalt gegen Farbige und andere Ethnische Gruppen in den USA nimmt auch zu, ich glaube nicht das sich die USA als positiver Vergleich für irgendwas in Richtung Menschenrechte eignet.

Ein prominentes Triathlonteam "NRA", "Koch", "Tea Party" oder dergleichen ist zumindest mir grad auch nicht bekannt.

Klugschnacker 12.08.2015 14:30

Zitat:

Zitat von meggele (Beitrag 1156088)
Genau. Nur, weil wir es als Gesellschaft/Menschheit nicht hinbekommen, dass unsere die mehr oder weniger notwendigen Dinge unseres Alltags zerstörungs-, leidens- und verbrechensfrei hergestellt werden, heißt es doch nicht, dass man sich als einzelne prominente Person (oder Rennserie oder Verband) dafür bezahlen lassen sollte, die Verbrechen des Geschäftspartners zu kaschieren.

Macht man es sich da nicht etwas zu leicht? Deine Bude ist vermutlich voll mit Konsumgütern made in China. Du siehst Dich aber beim Konsum nur als unbedeutender Teil der Gesellschaft, bei dem das Verhalten des Einzelnen keine Rolle spielt.

Bei den 13 Triathleten ist es dann umgekehrt: Sie seien persönlich für etwas verantwortlich.

Stellt das nicht das Problem auf den Kopf? Nicht die 13 können etwas bewirken, sondern die Millionen von Konsumenten, Wählern und Steuerzahler. Die denken aber gar nicht daran, auf billige Kochtöpfe aus China und Hosen aus Bangladesh zu verzichten und zeigen lieber auf andere.

Mir kommt diese Haltung etwas scheinheilig vor. Wo ist mein Denkfehler?

Grüße,
Arne

dude 12.08.2015 14:35

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1156100)
Wo ist mein Denkfehler?

Du vergleichst den Kauf von Produkten, die in einem Land mit Menschenrechtsverletzungen von Firmen hergestellt werden mit dem direkten, persoenlichen Sponsoring eines Staatsoberhauptes, dem - personelich - Folter vorgeworfen wird.

dude 12.08.2015 14:40

Versuch eines Vergleiches:

Oelbaron John Knuckleberry aus Nebraska bietet Dir $1,000,000 um Tri Szene in den USA aufzuziehen. Die Platform soll dann Knuckleberry Five heissen. (Knuckleberry hat fuenf Oelfelder, so seine Begruendung.)

Du steigst darauf ein, weil Dich das ganze grob gerechnet nur $200,000 kostet. Ausserdem ist die Website Knuckleberry Fives wichtig fuer den Triathlonsport in den USA, damit die einseitige Berichterstattung dort zugunsten Ironman eingedaemmt wird.

Spaeter stellst Du fest, dass Knuckleberry vorgeworfen wird, fuenf Frauen vergewaltigt zu haben. Und tatsaechlich, unter "Knuckleberry Five" findest Du ein paar Eintraege in google.

Knuckleberry wurde vom Gericht vor zwei Jahren freigesprochen. Drei NGOs kaempfen weiter um die Rechte der Frauen, die den Vorwurf erhoben.

Klugschnacker 12.08.2015 14:51

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156104)
Du vergleichst den Kauf von Produkten, die in einem Land mit Menschenrechtsverletzungen von Firmen hergestellt werden mit dem direkten, persoenlichen Sponsoring eines Staatsoberhauptes, dem - personelich - Folter vorgeworfen wird.

Nein, so möchte ich das nicht verstanden wissen. Ich sehe das Sponsoring durchaus kritisch. Hier weitere deutschsprachige Hintergrundinformationen:

Scotland Yard
Ermittlungen gegen den „Folter-Prinzen“
Ein britisches Gericht hat die Immunität von Nasser bin Hamad al-Khalifa aufgehoben. Der Sohn des Königs von Bahrain, der auch Chef des Nationalen Olympischen Komitees ist, soll 2011 politische Gefangene persönlich gequält haben.
http://www.derwesten.de/politik/ermi...#plx1112114481

meggele 12.08.2015 15:16

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1156100)
Macht man es sich da nicht etwas zu leicht? Deine Bude ist vermutlich voll mit Konsumgütern made in China. Du siehst Dich aber beim Konsum nur als unbedeutender Teil der Gesellschaft, bei dem das Verhalten des Einzelnen keine Rolle spielt.

Bei den 13 Triathleten ist es dann umgekehrt: Sie seien persönlich für etwas verantwortlich.

Stellt das nicht das Problem auf den Kopf? Nicht die 13 können etwas bewirken, sondern die Millionen von Konsumenten, Wählern und Steuerzahler. Die denken aber gar nicht daran, auf billige Kochtöpfe aus China und Hosen aus Bangladesh zu verzichten und zeigen lieber auf andere.

Mir kommt diese Haltung etwas scheinheilig vor. Wo ist mein Denkfehler?

Meiner Meinung nach ist der Denkfehler, diese beiden Sachen überhaupt zu vergleichen.

Bezogen auf unsere Alltagsgüter sage ich: wir müssen langsam aber sicher mal anfangen, die Produktionsbedingungen unseres Alltags deutlich zu verbessern. Nur: momentan hat der einzelne da überhaupt keine realen Alternativen.

Sicherlich kann/sollte/muss man verbrecherische und umweltverseuchende Arbeits- und Produktionsbedingungen boykottieren, sofern sie einem bekannt sind. Aber auch die fair hergestellten Güter werden mit Containerschiffen über die Meere gefahren, die pro Kilometer so viel Schadstoffe ausstoßen wie eine Million PKW.

Was nützt mir ein Elektroauto, wenn Deutschlands Strommix asozial ist und die Gewinnung der Batterieteile pro PKW soundsovielen Südafrikanern das Leben kostet?

Und auch wenn ich so viele Demeter-Nahrungsmittel aus meiner Umgebung kaufe (und damit viele schlechte Dinge nicht verursache), werden diese im Verlauf ihrer Erzeugung irgendwann mal mit Dieselfahrzeugen transportiert werden, so dass ich damit persönlich für wie viele Krebserkrankungen auch immer verantwortlich bin.

Kurz gesagt: wenn ich persönlich auch nur irgendwas davon wirklich korrekt machen möchte, werde ich nichts anderes mehr tun können (falls ich nicht vorher schon verhungert oder verdurstet sein sollte).


Die Profis von Bahrein oder die Challenge, WTC, FIFA, FINA, FIA, IAAF, IOC... machen aber etwas anderes: aus völlig freien Stücken und geben sie ihren Namen, ihre Bühne her für die Vertuschung von Verbrechen.

Klugschnacker 12.08.2015 15:39

Zitat:

Zitat von meggele (Beitrag 1156133)
Meiner Meinung nach ist der Denkfehler, diese beiden Sachen überhaupt zu vergleichen.

Ich wählte den Vergleich mit dem Konsumverhalten, weil hier jeder sofort einen kleinen Beitrag leisten kann. Dies nur von anderen zu erwarten ist billig. (Damit meine ich Dich nicht persönlich).

dude 12.08.2015 16:12

Arne, ich glaube keiner zweifelt hier an, dass jeder seinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten kann. Ich war zB in China um mir die Gegend und Firmen anzuschauen, wo mein GFNY Material herkommt. Ein gewisses Mass an Skepsis ist natuerlich trotzdem immer angebracht.

Und wenn es dann konkrete Vorwuerfe gibt, dass es Menschenrechtsverletzungen in den Firmen gibt, bei denen ich bestelle, dann arbeite ich mit denen nicht mehr.

"Aber dann sind die Arbeiter auf der Strasse!"

Der Zweck heiligt die Mittel nicht.

harryhirsch77 12.08.2015 16:47

Zitat:

Zitat von meggele (Beitrag 1156133)


Die Profis von Bahrein oder die Challenge, WTC, FIFA, FINA, FIA, IAAF, IOC... machen aber etwas anderes: aus völlig freien Stücken und geben sie ihren Namen, ihre Bühne her für die Vertuschung von Verbrechen.

Generell guter post aber man koennte meinen die erzielte awareness erreicht genau das gegenteil - es wird ja hier diskutiert.

ArminAtz 12.08.2015 16:49

Zitat:

Zitat von harryhirsch77 (Beitrag 1156187)
Generell guter post aber man koennte meinen die erzielte awareness erreicht genau das gegenteil - es wird ja hier diskutiert.

Vielleicht vom Erfinder nicht zu Ende gedacht...

meggele 12.08.2015 17:18

Zitat:

Zitat von harryhirsch77 (Beitrag 1156187)
Generell guter post aber man koennte meinen die erzielte awareness erreicht genau das gegenteil - es wird ja hier diskutiert.

Stimmt - die wirklichen Bahrain 13 kannte ich vorher nicht. Aber ob hier jemand wirklich ein wirklich gegenteiliges Bild des Landes hatte? Und wie viel mehr 'Awareness' haben die olympischen Spiele in Peking und Sotchi gebracht? Ich denke nur, dass "wir" zumindest in den Fragen, bei denen wir einfache Alternativen haben, nicht immer wieder die schlechte wählen sollten.

Hafu 12.08.2015 17:26

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 1156114)
Nein, so möchte ich das nicht verstanden wissen. Ich sehe das Sponsoring durchaus kritisch. Hier weitere deutschsprachige Hintergrundinformationen:

Scotland Yard
Ermittlungen gegen den „Folter-Prinzen“
Ein britisches Gericht hat die Immunität von Nasser bin Hamad al-Khalifa aufgehoben. Der Sohn des Königs von Bahrain, der auch Chef des Nationalen Olympischen Komitees ist, soll 2011 politische Gefangene persönlich gequält haben.
http://www.derwesten.de/politik/ermi...#plx1112114481

Der verlinkte Artikel ist eigentlich der Hammer und ist geeignet, meine persönliche Bewertung der ganzen Bahrain-Geschichte, der ich ohnehin ambivalent gegenüberstehe radikal zu ändern.

Hier geht es ja um persönliche, justiziable Schuld und nicht nur um das grundätzliche, eher abstrakte Verhältnis zwischen Sportlern und einem totalitären Regime (was ja in gewisser Variation auch schon bei den olympischen Spielen in Peking und zuletzt den Winterspielen in Sootschi auf der Tagesordnung stand.

Wenn die in dem Text (der ja von 2014 stammt) wiedergegebenen informationen stimmen, frage ich mich allerdings, warum Prinz Nasser ohne Probleme 2015 beim Ironman 70.3 in Mallorca starten konnte. Zwischen England und Spanien gibt es doch Auslieferungsabkommen. Sind die Ermittlungen mittlerweile eingestellt? ist die Immunität des Prinzen wieder hergestellt?

dude 12.08.2015 17:43

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1156210)
Hier geht es ja um persönliche, justiziable Schuld und nicht nur um das grundätzliche, eher abstrakte Verhältnis zwischen Sportlern und einem totalitären Regime

Guten Morgen uebrigens. Ich dachte Du gehoerst zu den informierten Leuten hier.

Arne: das wird seit Monaten in den internationalen Triathlonmedien diskutiert. Ab in die Sendung damit! Falls es dort schon war, sorry.

Hafu 12.08.2015 18:34

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156217)
Guten Morgen uebrigens. Ich dachte Du gehoerst zu den informierten Leuten hier.

...

Dachte ich auch.;) :Maso:

Aber anscheinend arbeite und trainiere ich immer noch zu viel.

Dass Prinz Nasser Mitglied der Herscherfamilie und damit automatisch mitverantwortlich für die bekannt hochproblematische Menschenrechtssituation in seinem Land ist, war mir natürlich bewusst.

Eine direkte Mitbeteiligung an Folter hat aber (zumindest für mich) eine andere Qualität als "nur" eine abstrakte Mitverantwortung, die ja auch wir selbst in gewisser Weise tragen. Auch in dem TRS-Artikel, der Ausgangspunkt dieses Threads war werden die (sehr konkreten und mit Zeugen belegten) Foltervorwürfe nicht erwähnt.

Ich finde es auch schade, dass Kienle und Frodeno zu diesen Vorwürfen in ihrem Auftritt im aktuellen Sportstudiovor einigen Wochen nicht konkret von KMH befragt worden sind

Allerdings finden sie sich im englischsprachigen Wikipedia-Eintrag des Prinzen, was dafür spricht, dass die Vorwürfe belegbar sind, denn der Reist des Wikipedia-Eintrages liest sich so, als ob er vom Prinzen selbst oder seiner Entourage geschrieben worden ist, so dass ich vermute, dass auch schon Versuche unternommen worden sind, die Wikipedia-Biographie zu "reinigen", insbesondere da saich der "Prinz" sogar die Mühe macht, auf Slowtwitch oder in anderen englischprachigen Online-Medien mit zu kommentieren.

dude 12.08.2015 18:38

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1156242)
Eine direkte Mitbeteiligung an Folter hat aber (zumindest für mich) eine andere Qualität als "nur" eine abstrakte Mitverantwortung,

Selbstverstaendlich. Das versuche ich hier die ganze Zeit zu vermitteln. Dachte dass das der Vorwurf (!) der Folter "common knowledge" sei.

Vicky 13.08.2015 08:56

Grundsätzlich finde ich Folter natürlich schlimm, schrecklich und verachtenswert. Menschenrechtsverletzungen müssen überall aufgedeckt und diskutiert werden.

Ich persönlich sehe jedoch in der Gründung eines Sport Teams auch eine Chance. Der Gründer selbst muss sich seines Schrittes bewusst gewesen sein. Er hat ein internationales Team gegründet, weil er sich davon wahrscheinlich ein entsprechendes Ansehen, etwas Marketing etc versprach. Er erhält also internationale Aufmerksamkeit. Er musste damit rechnen, dass seine Taten auffliegen, diskutiert und geächtet werden. Sehr schlechte Publicity also. Gäbe es die auch in dieser Form ohne ein internationales Sport-Team (in einer Randsportart)?

Ich glaube deshalb, dass Sportler INDIREKT Einfluss nehmen. Auch durch die bloße Existenz dieses Teams werden die Verbrechen inzwischen in vielen Kreisen diskutiert. Der Gründer ist gezwungen, sich damit nicht nur auseinander zu setzen, sondern auch selbst Konsequenzen zu ziehen, sich anzupassen, um seinem Ansehen nicht zu schaden. Das sind ganz egoistische Motive, die aber im Ergebnis möglicherweise zu einer Verbesserung im Land selbst führen. Im Ergebnis kann das doch (hoffentlich) für die Zukunft positiv sein. Ich glaube, dass Ächtung und Ausgrenzung hier der falsche Weg wäre, denn dann bleibt die Aufklärung auf der Strecke. Meist ist es dann doch eher so: aus den Augen, aus dem Sinn. Das würde dem Fortschritt in Sachen Menschenrechte nur schaden. Lasst die Athleten wo sie sind, denn dann schauen auch wir genauer hin.

Als Athlet ist es wohl schwierig. Die meisten werden Menschenrechtsverletzungen ganz bestimmt nicht gut heißen. Sie werden jedoch ihrem Brötchengeber nicht in den Rücken fallen. Vermutlich werden sie es aussitzen. Ich persönlich kann den Athleten keinen Vorwurf machen. Die meisten von ihnen wollen einfach nur racen.

ArminAtz 13.08.2015 09:58

Zitat:

Zitat von Vicky (Beitrag 1156379)
Die meisten von ihnen wollen einfach nur racen.

Das können sie auch ohne des Geldes eines scheinbar folternden Prinzen.

Die Athleten dieses Teams sind nicht auf das Geld des Prinzen angewiesen, sie würden auch ohne dieses Team gut über die Runden kommen.

Sie nehmen das Geld um noch besser und sorgenfreier zu leben. Ob es das wert bzw. vertretbar ist? Meiner Meinung nach nicht.

Vicky 13.08.2015 10:03

Zitat:

Zitat von ArminAtz (Beitrag 1156410)
Das können sie auch ohne des Geldes eines scheinbar folternden Prinzen.

Die Athleten dieses Teams sind nicht auf das Geld des Prinzen angewiesen, sie würden auch ohne dieses Team gut über die Runden kommen.

Sie nehmen das Geld um noch besser und sorgenfreier zu leben. Ob es das wert bzw. vertretbar ist? Meiner Meinung nach nicht.

Würden wir über das Thema überhaupt diskutieren, wenn es das Team nicht gäbe? Hätten wir diese Menschenrechtsverletzungen überhaupt bemerkt? Ich behaupte NEIN (für die meisten von uns), denn wir leben in unserem eigenen kleinen Mikrokosmos. Die bloße Existenz eines Sport Teams in UNSERER Sportart - also in unserem Mikrokosmos erst - lässt uns aufhorchen. :Blumen:

Deshalb finde ich es gut, dass es ein solches Team gibt. Die Abschaffung löst das eigentliche Problem der Menschenrechtsverletzungen nicht. Im Gegenteil! Es lässt es nur aus unserem Mikrokosmos wieder verschwinden. In diesem Fall finde ich es schade, dass der Gründer kein bekanntes Fußballteam gesponsert hat.

dude 13.08.2015 12:45

Zitat:

Zitat von Vicky (Beitrag 1156413)
Hätten wir diese Menschenrechtsverletzungen überhaupt bemerkt? Ich behaupte NEIN (für die meisten von uns),

Das ist richtig. Die Frage muss doch aber sein: was aendert sich an der Sache durch unser Wissen allein. Mehr als Reden tun wir hier auch nicht.

Vicky 13.08.2015 12:50

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156510)
Das ist richtig. Die Frage muss doch aber sein: was aendert sich an der Sache durch unser Wissen allein. Mehr als Reden tun wir hier auch nicht.

Der Prinz muss sich erklären. Das tut er offenbar auch, denn es ist ihm ja wichtig, ein gutes Bild von sich nach außen zu tragen. Aus purem Eigennutz wird er in der Zukunft auf Verstöße deutlich mehr achten (sprich sie unterbinden), denn es ist in seinem Bewusstsein. Das war es vorher nicht. Die Athleten müssen sich jedoch die Kritik gefallen lassen. Da kommen sie nicht drum herum.

Es ist wie bei vielen Dingen ein kleiner Schritt. Ich denke aber, dass er in die richtige Richtung geht.

Ich stelle mir die öffentliche Meinung vor, wenn es doch ein bekanntes Fußballteam gewesen wäre. Der Aufschrei in der Öffentlichkeit wäre um ein Vielfaches größer und lauter.

Damit ist das generelle Problem von Menschenrechtsverletzungen (weltweit) nicht gelöst. Es wäre naiv das zu glauben. Auch hier kann es nur schrittweise Fortschritte geben.

dude 13.08.2015 14:35

Zitat:

Zitat von Vicky (Beitrag 1156513)
Der Prinz muss sich erklären. Das tut er offenbar auch, denn es ist ihm ja wichtig, ein gutes Bild von sich nach außen zu tragen.

Im Moment streitet er es nur ab und schickt jedem der sich dazu aeussert einen anwaltlichen Drohbrief.

https://twitter.com/TheRealStarky/st...97533810520064

Zitat:

Aus purem Eigennutz wird er in der Zukunft auf Verstöße deutlich mehr achten (sprich sie unterbinden), denn es ist in seinem Bewusstsein.
Das waere die Hoffnung, macht aber vergangene, potentielle Verstoesse nicht rueckgaengig.

Vicky 13.08.2015 14:44

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156543)
Im Moment streitet er es nur ab und schickt jedem der sich dazu aeussert einen anwaltlichen Drohbrief.

https://twitter.com/TheRealStarky/st...97533810520064



Das waere die Hoffnung, macht aber vergangene, potentielle Verstoesse nicht rueckgaengig.

Nichts was in der Vergangenheit liegt, kann man rückgängig machen.
Man kann es nur in Zukunft anders/besser machen.

... Absatz zurück gezogen, weil zu gedankenlos hingerotzt...

Hafu 13.08.2015 15:12

Zitat:

Zitat von Vicky (Beitrag 1156548)
...
Dass er seine Anwälte bemüht zeigt, dass er sich damit beschäftigt. In welcher Form auch immer, aber man beschäftigt sich damit. Er entwickelt ein Bewusstsein für die Thematik. Darum geht es. Er wird aus seinen Erkenntnissen entsprechende Schlüsse ziehen und umsetzen.

:confused: :(

Bekommst du Geld aus Bahrein, um solche Kommentare zu formulieren?:Huhu: (ist jetzt nicht komplett ernst gemeint, Sorry)

Auf Slowtwitch und auf "The real starky" sind ja tatsächlich ghostwriter aus dem unmittelbaren Umfeld des Folterprinzen unterwegs (z.T. auch mit englischem Namen), die diesen bei jeder sich bietenden Gelegenheit kritiklos in Schutz nehmen und sich bemühen die öffentliche Meinung einseitig zu beeinflussen.

Also das Argument, dass ein Drohbrief, der von Anwälten des Prinzen an einen der wenigen noch verbliebenen und noch nicht bestochenen kritischen Sportjournalisten gerichtet ist und ganz klar auf Einschüchterung ausgelegt ist, als positives Signal der moralischen Läuterung uminterpretiert wird, kann man schon nicht mal mehr naiv nennen; das ist eher ein Manipulationsversuch.

Ich finde es übrigens auch ziemlich enttäuschend, dass die deutsche Triathlonfachpresse rund um tri-mag und tritime die in diesem Thread hier thematisierte Problematik rund um die Namensgebung des Bahrein 13-Teams und die Foltervorwürfe gegen den Prinzen, der in jedem Text immer nur ehrfurchtsvoll bis devot "his Highness" bzw. "seine Hoheit" genannt wird und der immer einseitig als leidenschaftlicher Sport- und Triathlonförderer dargestellt wird, bislang komplett ausgeklammert hat.

Man könnte glauben, selbst in Deutschlands Sportpresse funktioniert Zensur ähnlich gut, wie in Bahrain und ohne dass dafür kritische Blogger verhaftet werden müssen.
Da kann man sehen, was ein großzügiger Gastgeber mit ein paar bezahlten Hotelzimmern und großzügiger Bewirtung alles erreichen kann.:(

Vicky 13.08.2015 15:22

Nein aber der Anwalts-Kommentar war in der Tat nur so halb überlegt. Den kann ich gern zurück ziehen. Mir fehlt da das Detailwissen, das Du hast. Danke, dass Du es geliefert hast. Ich habe es etwas mehr aus rein psychologischer Sicht gesehen, weniger aus anwaltlicher Sicht. Abstreiten, verdrängen... ist ein Klassiker.

Ich habe in der Tat in der Fachpresse dazu nichts gelesen. Das ist schade.

dude 13.08.2015 15:25

Zitat:

Zitat von Vicky (Beitrag 1156548)
Dass er seine Anwälte bemüht zeigt, dass er sich damit beschäftigt. In welcher Form auch immer, aber man beschäftigt sich damit. Er entwickelt ein Bewusstsein für die Thematik. Darum geht es. Er wird aus seinen Erkenntnissen entsprechende Schlüsse ziehen und umsetzen.

:Lachanfall:

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1156561)
Ich finde es übrigens auch ziemlich enttäuschend, dass die deutsche Triathlonfachpresse rund um tri-mag und tritime die in diesem Thread hier thematisierte Problematik rund um die Namensgebung des Bahrein 13-Teams und die Foltervorwürfe gegen den Prinzen, der in jedem Text immer nur ehrfurchtsvoll bis devot "his Highness" bzw. "seine Hoheit" genannt wird und der immer einseitig als leidenschaftlicher Sport- und Triathlonförderer dargestellt wird, bislang komplett ausgeklammert hat.

Das Highnessgewaesch ist unertraeglich, hoert man auch andauernd von Challenge Mann Zibi. Apropos Challenge: die sind doch aus Deutschland was alleine schon mehr Berichterstattung zum Thema verlangt.

Zitat:

Da kann man sehen, was ein großzügiger Gastgeber mit ein paar bezahlten Hotelzimmern und großzügiger Bewirtung alles erreichen kann.:(
Das darf man mittlerweile leider nicht mehr als moeglichen Grund ausschliessen.

Ich hab' mir noch keine endgueltige Meinung zum Thema gemacht, zumal es mir an ueberpruefbaren Informationen fehlt. Es wird aber zusehends schwieriger an die rein guten Intentionen zu glauben.

Matthias75 13.08.2015 15:42

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1156561)
Man könnte glauben, selbst in Deutschlands Sportpresse funktioniert Zensur ähnlich gut, wie in Bahrain und ohne dass dafür kritische Blogger verhaftet werden müssen.
Da kann man sehen, was ein großzügiger Gastgeber mit ein paar bezahlten Hotelzimmern und großzügiger Bewirtung alles erreichen kann.:(

Geld schafft nunmal eine sehr selektive Wahrnehmung. Der "Kaiser" hat ja auch in Katar nix von den Arbeitsbedingungen mitbekommen. Rummenigge war zu sehr damit beschäftigt seine Rolex zu bewundern etc.. Die beiden großen Rennserien des Triathlons haben dort unten Rennen platziert. Vermutlich nicht, weil die Landschaft so reizvoll ist oder das Klima (also das Wetter, nicht das politische) so triathlonfreundlich ist. Da darf man also nicht erwarten, dass die genauer hinschauen. Wenn die Presse das Thema aufgreift, greifen sie indirekt aber auch beide Rennserien an. Die will aber sicher niemand gegen sich aufbringen, weil dann auch die Berichterstattung in Roth, Hawaii, Frankfurt nicht einfacher wird.

M.

Bremsklotz 13.08.2015 15:45

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156510)
Mehr als Reden tun wir hier auch nicht.

Das schöne am Internet ist, dass man sich so gut seinen eigenen Mikrokosmos bauen kann. Nur weil auf Twitter und in 2 Foren, die schon im Triathlon kaum jemand kennt, darüber debattiert wird, passiert gar nix. Aber alle fühlen sich besser, weil sie von anderen höchst moralische Entscheidungen zu deren eigenen Nachteil gefordert haben.

So lange HH nicht verurteilt wurde und unser Land, wie alle anderen, fleißig Geschäfte mit Bahrain macht ist es vollkommen legitim auch für Einzelpersonen mit Bahrain Geschäfte zu betreiben. Kritiker sollten dann mal da ansetzen, wo es wehtäte, aber das würde ja Arbeit bedeuten.

Stattdessen ein Shitstürmchen, sehr süß.

Erfahrungsgemäß endet bei den meisten die Moral, sobald es an den eigenen Geldbeutel geht (oder bei Deutschen ans Auto). Dude scheint hiervon tatsächlich eine Ausnahme zu sein.

meggele 13.08.2015 15:54

Zitat:

Zitat von Vicky (Beitrag 1156413)
Würden wir über das Thema überhaupt diskutieren, wenn es das Team nicht gäbe? Hätten wir diese Menschenrechtsverletzungen überhaupt bemerkt? Ich behaupte NEIN (für die meisten von uns), denn wir leben in unserem eigenen kleinen Mikrokosmos.

Vermutlich würden wir hier nicht diskutieren, wenn es dieses Team und diese Rennen nicht gäbe. Was in dem Land passiert, sollte allerdings schon jedem grob bekannt sein: https://de.wikipedia.org/wiki/Protes...ahrain_ab_2011

(Das Formel-1-Rennen dort wird seit 2014(?) übrigens auch deshalb in der Dämmerung/Dunkelheit ausgetragen, damit man etwaigen Rauch brennender Barrikaden nicht im Fernsehen zu sehen bekommt.)

leiti 13.08.2015 16:01

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1156561)
Ich finde es übrigens auch ziemlich enttäuschend, dass die deutsche Triathlonfachpresse rund um tri-mag und tritime die in diesem Thread hier thematisierte Problematik rund um die Namensgebung des Bahrein 13-Teams und die Foltervorwürfe gegen den Prinzen, der in jedem Text immer nur ehrfurchtsvoll bis devot "his Highness" bzw. "seine Hoheit" genannt wird und der immer einseitig als leidenschaftlicher Sport- und Triathlonförderer dargestellt wird, bislang komplett ausgeklammert hat.

Man könnte glauben, selbst in Deutschlands Sportpresse funktioniert Zensur ähnlich gut, wie in Bahrain und ohne dass dafür kritische Blogger verhaftet werden müssen.

Das sehe ich nicht ganz so. Natürlich kann man darüber berichten, aber bis vor kurzem war das so nicht in den Köpfen der Leute. Selbst dir waren die Vorwürfe bis gestern nicht bekannt - und du beschäftigst dich ja mit dem Thema Triathlon ;-)

Sport verbindet - die Frage die ich mir stelle ist hier, in wie weit man Sport und Politik vereinbaren kann.

Einerseits stehen manche hinter JU und erklären sein Fehlverhalten mit seiner harten Jugend. Ich denke, auch auf dem Königshof ist es nicht weniger hart - aber ich habe noch keinen Kommentar gelesen, der den Prinzen in Schutz nimmt, weil er es als Kind so hart hatte. Selektive Warnehmung?

Über den Mutterkonzern von Powerbar wurden auch schon "arge Geschichten" erzählt, die direkt von der Konzernmutter "angeschafft" wurden. Verzichtet deshalb jemand auf die Produkte und verweigert sie im Wettkampf?

dude 13.08.2015 16:30

Zitat:

Zitat von Bremsklotz (Beitrag 1156580)
Nur weil auf Twitter und in 2 Foren, die schon im Triathlon kaum jemand kennt, darüber debattiert wird, passiert gar nix.

Richtig.

Zitat:

und unser Land, wie alle anderen, fleißig Geschäfte mit Bahrain macht ist es vollkommen legitim auch für Einzelpersonen mit Bahrain Geschäfte zu betreiben.
Halt, falsch! Als Buerger eines Staates, der mit Bahrain handelt, bin ich doch nicht in selbem Masse betroffen, wie jemand, der direkt von einem der Folter beschuldigten bezahlt wird.

Zitat:

Erfahrungsgemäß endet bei den meisten die Moral, sobald es an den eigenen Geldbeutel geht (oder bei Deutschen ans Auto). Dude scheint hiervon tatsächlich eine Ausnahme zu sein.
Ich hab' meine eigenen Grenzen die durchaus enger sind als bei einer WTC oder UCI, aber die Moralaxt kann ich auch nur in wenigen Faellen (zB Antidoping) in vollem Masse schwingen. Darum geht es meiner Ansicht nach aber auch gar nicht. Wichtig ist vielmehr, dass man sich seines Handelns und dessen Konsequenzen bewusst ist. Es ist fast immer eine Entscheidung/Wahl.

Bremsklotz 13.08.2015 17:02

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156599)

Halt, falsch! Als Buerger eines Staates, der mit Bahrain handelt, bin ich doch nicht in selbem Masse betroffen, wie jemand, der direkt von einem der Folter beschuldigten bezahlt wird.

Mir geht es darum: Ich kann nicht von jemand anderem erwarten, dass er auf Geld verzichtet, weil ich moralische Ansprüche an ihn stelle. Zuvorderst müsste ich mich dafür einsetzen, dass ich selbst diesen moralischen Ansprüchen genüge. Dazu gehört für mich meine Regierung (nicht nur per Tweet) zu Maßnahmen zu zwingen. Wenn das scheitert, dann können wir uns gerne unterhalten. Aber hier dem Kienle/Frodeno Vorwürfe zu machen, das ist zu einfach.

dude 13.08.2015 17:31

Zitat:

Zitat von Bremsklotz (Beitrag 1156608)
Mir geht es darum: Ich kann nicht von jemand anderem erwarten, dass er auf Geld verzichtet, weil ich moralische Ansprüche an ihn stelle. Zuvorderst müsste ich mich dafür einsetzen, dass ich selbst diesen moralischen Ansprüchen genüge. Dazu gehört für mich meine Regierung (nicht nur per Tweet) zu Maßnahmen zu zwingen. Wenn das scheitert, dann können wir uns gerne unterhalten. Aber hier dem Kienle/Frodeno Vorwürfe zu machen, das ist zu einfach.

Wer ohne Schuld ist wirft den ersten Stein? Da ist was dran.

Aber: die Teammitglieder sitzen direkt am Hebel, waehrend Deine Massnahmen gegen Deine Regierung weitaus komplizierter sind.

Und: ich habe bislang den Teammitgliedern keinen Vorwurf gemacht. Wie gesagt, fehlt es mir an Info, um mich da so richtig aus dem Fenster zu lehnen. Die Vorwuerfe gegen Scheichi sind aber ernst zu nehmen.

Matthias75 13.08.2015 17:43

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156617)
Aber: die Teammitglieder sitzen direkt am Hebel, waehrend Deine Massnahmen gegen Deine Regierung weitaus komplizierter sind.

Wieso? Weil sie die Möglichkeit haben könnten direkt auf den Scheich einzuwirken oder ihn direkt darauf anzusprechen? Klar, sie könnten den Vertrag vermutlich auf irgendeine Weise beenden und auf viel Geld verzichten. Aber was juckt es den Scheich, wenn mehrere Sportler zu seinem Sponsoringangebot nein sagen? Dann sucht er sich entweder jemand anderes (Ja, schwaches Argument) oder lässt das Sponsoring sein. Ich glaube aber nicht, dass es ihn ernsthaft zum nachdenken anregt oder er sein handeln überdenkt, weil keiner in sein Triathlonteam will.

Am längeren Hebel sitzen die, die das Geld haben. Und das sind nunmal seine Handelspartner.

M.

Hafu 13.08.2015 17:52

Zitat:

Zitat von Bremsklotz (Beitrag 1156608)
Mir geht es darum: Ich kann nicht von jemand anderem erwarten, dass er auf Geld verzichtet, weil ich moralische Ansprüche an ihn stelle. Zuvorderst müsste ich mich dafür einsetzen, dass ich selbst diesen moralischen Ansprüchen genüge. Dazu gehört für mich meine Regierung (nicht nur per Tweet) zu Maßnahmen zu zwingen. Wenn das scheitert, dann können wir uns gerne unterhalten. Aber hier dem Kienle/Frodeno Vorwürfe zu machen, das ist zu einfach.

Ich sehe gar nicht, dass hier in diesem Thread bisher allzu viele Vorwürfe gegen Mitglieder des Team Bahrain Endurance 13 formuliert wurden als vielmehr Hintergrundinformationen zusammengetragen werden und Argumente für und gegen ein direktes Sponsoring durch ein verbrecherisches Regime gesammelt werden.

Wenn Sebsatian Kienle von New Balance-Schuhe gesponsert wird, erwartet jeder von uns zu Recht, dass er in diesen Schuhen auch läuft und von der Marke innerlich überzeugt ist. Anders macht ein Sponsoring egal wieviel Geld auch fließt keinen Sinn.

Geschäftliche Kooperationen mit Arabern zu unterhalten (sofern es nicht gerade um Waffengeschäfte oder Sicherheitstefchnologie geht) ist etwas anderes, wie als Markenbotschafter für eine Diktatur aufzutreten.
im Beispiel Bahrain 13 sind Konflikte vorprogrammiert. Und da erfolgreiche Sportler heutzutage nicht nur für Marken stehen, sonderen in der Regel versuchen , sich selbst als Marke zu positionieren, besteht hier auch die reelle Gefahr, dass der Sportler, der mit dem Namen Baharain 13 auf dem Trikot rumläuft, seine Glaubwürdigkeit und seinen eigenen Markenkern beschädigt, je nach dem wie sich die von UK aus betriebenen laufenden Ermittlungen wegen Folter gegen den Hauptsponsor weiter entwickeln und wie sich die Menschenrechtssituation in Bahrain weiter verändert.
Der mögliche Schaden gälte insbesondere auch für potenzielle Sponsoren aus dem Sektor jemseits der Sportbranche, wo bei größeren Unternehmen jede PR-Maßnahme immer erst nach good governance Grundsätzen umfassend geprüft werden muss.

dude 13.08.2015 18:33

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1156619)
Aber was juckt es den Scheich, wenn mehrere Sportler zu seinem Sponsoringangebot nein sagen? Dann sucht er sich entweder jemand anderes (Ja, schwaches Argument)

Das ist tatsaechlich ein schwaches Argument, wenn man sich die Liste anschaut wer da dabei ist. Das ist quasi die Top13.

Im Grunde genommen waere es doch perfekt, wenn diese nun - nach Unterzeichnung - alle ihre Meinung aufgrund neuer Erkenntnisse aendern und den Vertrag brechen. Das wuerde den schon jucken und auch WTC und Challenge in Zugzwang bringen.

Ich wuensche mir vor allem eines: Aufklaerung in die eine oder andere Richtung. Ein Ausflug des Scheichis nach England waere also zB ein guter Ansatz. :Lachen2:

Matthias75 14.08.2015 09:31

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156629)
Das ist tatsaechlich ein schwaches Argument, wenn man sich die Liste anschaut wer da dabei ist. Das ist quasi die Top13.

Von denen in D maximal 2 einem etwas größeren Kreis bekannt sein dürften

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1156629)
Im Grunde genommen waere es doch perfekt, wenn diese nun - nach Unterzeichnung - alle ihre Meinung aufgrund neuer Erkenntnisse aendern und den Vertrag brechen. Das wuerde den schon jucken und auch WTC und Challenge in Zugzwang bringen.

Meinst du nicht, dass sich der Scheich vertraglich gegen sowas abgesichert haben dürfte? Ich glaube nicht, dass sich einer der Profis einen Rechtsstreit leisten kann und will.

M.

dude 14.08.2015 12:09

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1156702)
Meinst du nicht, dass sich der Scheich vertraglich gegen sowas abgesichert haben dürfte? Ich glaube nicht, dass sich einer der Profis einen Rechtsstreit leisten kann und will.

In Bahrain vermutlich nicht, aber man muss dort ja nicht unbedingt hingehen. Ein bisschen Mut wuerde natuerlich schon dazu gehoeren.


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