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Mikala 01.05.2015 17:18

Der Pirat ist nicht zu übersehen. :Lachen2:

http://www.hr-online.de/website/rubr...5&rubrik=24068


Es war vernünftig das Rennen heute abzusagen.
Der Bombenfund und die Haftungen waren erst am Donnerstag.
Das LKA hat nicht ausreichend Zeit um alle Fakten und Verknüpfungen zu überprüfen.
Wenn ich in einer Wohnung Munition finde, die nicht zur Waffe passen, kann das LKA andere Terroristen nicht ausschließen.
Man hätte die Sicherheit der vielen Zuschauer ( sie sind meistens Ziel solche Anschläge) nicht sicherstellen können.

Die Radaktion heute fand ich toll !
Ein starkes Zeichen.

Und noch was.......ein riesen Dank an die Person, die den Verkauf des Wasserstoffperoxids gemeldet hat.
:Danke:

Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was hätte passieren können.

:Huhu:
Mikala,
Frankfurterin und mit Rund um den Henniger Turm groß geworden.

Adept 01.05.2015 18:54

Ich finde es nicht gut, dass es abgesagt wurde. Denn ich finde folgenden Ansatz überlegenswert:

Warum sollte man es nicht stattfinden lassen und jeder selbst kann entscheiden, ob er hin-/mitfährt oder nicht?

Dazu hätten LKA und Veranstalter über den derzeitigen Informationsstand berichten sollen. Wir sind alt genug, um selbst du entscheiden. Und damit hätte auch weder die Regierung/Polizei noch der Veranstalter die volle Verantwortung.

Rälph 01.05.2015 19:04

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1129010)

Dazu hätten LKA und Veranstalter über den derzeitigen Informationsstand berichten sollen. Wir sind alt genug, um selbst du entscheiden. Und damit hätte auch weder die Regierung/Polizei noch der Veranstalter die volle Verantwortung.

Du glaubst aber nicht im Ernst, dass die Polizei dir sämtliche Infos zur Verfügung stellt, um das ganze Geschehen überhaupt zu beurteilen?

Tzwaen 01.05.2015 19:15

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1129010)
Ich finde es nicht gut, dass es abgesagt wurde. Denn ich finde folgenden Ansatz überlegenswert:

Warum sollte man es nicht stattfinden lassen und jeder selbst kann entscheiden, ob er hin-/mitfährt oder nicht?

Dazu hätten LKA und Veranstalter über den derzeitigen Informationsstand berichten sollen. Wir sind alt genug, um selbst du entscheiden. Und damit hätte auch weder die Regierung/Polizei noch der Veranstalter die volle Verantwortung.

Ihr seid echt alle völlig bekloppt im Kopf.
Jetzt stellt Euch mal vor, die Veranstaltung hätte stattgefunden. Du hättest deine Familie, Kinder, Frau, Freunde etc. bei einem möglichen Anschlag verloren.
Glaubst du wirklich, dass du immer noch deinen Ansatz gut gefunden hättest? Du würdest dann zuhause sitzen und sagen "Ja blöd gelaufen. Selbst schuld"

Nie und nimmer. Dann hättest du die Schuld bei der Polizei / LKA gesucht und die hinterfragt wieso die den Anschlag nicht verhindern konnten.

JENS-KLEVE 01.05.2015 19:18

Mag sein, dass du richtig liegst, aber deswegen sind hier nicht alle bekloppt im Kopf. Wir leben jeden tag mit dem Risiko, wir wägen jeden Tag ab. Manchmal vertun wir uns, das ist dann tragisch, manchmal war es auch leichtsinnig. Die Protestfahrt fand ich gut.

Adept 01.05.2015 19:32

Zitat:

Zitat von Tzwaen (Beitrag 1129014)
Ihr seid echt alle völlig bekloppt im Kopf.
Jetzt stellt Euch mal vor, die Veranstaltung hätte stattgefunden. Du hättest deine Familie, Kinder, Frau, Freunde etc. bei einem möglichen Anschlag verloren.
Glaubst du wirklich, dass du immer noch deinen Ansatz gut gefunden hättest? Du würdest dann zuhause sitzen und sagen "Ja blöd gelaufen. Selbst schuld"

Nie und nimmer. Dann hättest du die Schuld bei der Polizei / LKA gesucht und die hinterfragt wieso die den Anschlag nicht verhindern konnten.

Auf so ein Niveau lasse ich mich gar nicht ein. Daher kommentiere ich auch diese Ausführungen nicht.

Zum Thema:

Ich glaube, die Kernfrage hier ist: Wieviel Freiheit jeder bereit ist für seine Sicherheit zu opfern. Und da scheint jeder eine individuelle Antwort drauf zu haben. Der Überwachungsstaat wird genau durch die diese Sicherheit begründet.

Auch in diesem Fall entscheidet der Staat oder eine Staatsmacht über das Handeln des Einzelnen, um ihn schützen zu wollen. Aber was ist, wenn der Einzelne die Gefahrenlage anders bewertet?

Das ist dann eine Einschränkung seiner Freiheit. Obwohl er nichts unrechtes getan hat. Und das finde ich mindestens diskussionswürdig!

noam 01.05.2015 19:39

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1129017)
Aber was ist, wenn der Einzelne die Gefahrenlage anders bewerten?

Problem an der Sache ist, dass man systembedingt dem normalen Bürger ja gar nicht alle vorhandenen Informationen zugänglich machen kann, ohne die potentielle Terrorgefahr eklatant zu erhöhen, da Ermittlungswege, Informationsquellen, etc bekannt werden.

Daher kann der normale Bürger die Gefahrenlage ja gar nicht sinnvoll beurteilen.


Und sobald "der Deutsche" selber betroffen ist, sucht er einen Schuldigen, der dafür zahlen muss. Schon oft genug im kleinen Maßtab erlebt, wo aus einfach blöd gelaufen eine Schuldfrage und Zahlungspflicht entstehen sollte

sbechtel 01.05.2015 19:44

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1129017)
Der Überwachungsstaat wird genau durch die diese Sicherheit begründet.

Und jetzt erklärst du bitte noch, was den Genehmigungsentzug einer Veranstaltung bei konkreter Terrorgefahr mit Überwachungsstaat zu tun hat.

Adept 01.05.2015 19:49

Zitat:

Zitat von sbechtel (Beitrag 1129022)
Und jetzt erklärst du bitte noch, was den Genehmigungsentzug einer Veranstaltung bei konkreter Terrorgefahr mit Überwachungsstaat zu tun hat.

Ich habe den Überwachungsstaat als ein Beispiel für eine (für mich) negative Auswirkung genannt, wenn Sicherheit sukzessive höher als Freiheit bewertet wird.

Die gleiche Bewertung gilt ja auch bei der Absage des Radrennens. Sicherheit geht vor Freiheit des einzelnen.

Adept 01.05.2015 20:01

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1128922)
Ich kann nicht nachvollziehen, wie man so einen Unfug daherlabern kann. Was genau hat das mit Testosteronschub zu tun?
Wenn es den gibt, dann ja wohl nur bei den Fans von "Sicherheit als Supergrundrecht".

Wenn die ständige massive Einschränkung persönlicher Freiheit tatsächlich Sicherheit brächte, dann könnte man ja darüber diskutieren. Tut sie aber nicht. Der Aktionismus beim Thema Terrorismus ist irrsinnig übertrieben im Vergleich zur Behandlung anderer Lebensrisiken die Dinge wie Straßenverkehr, Alkoholismus, Tabakkonsum, Luftverschmutzung oder Sport mit sich bringen, um nur einige zu nennen.

Fakt ist auch, dass trotz immenser Einschränkung unser aller Rechte weiterhin Anschläge erfolgreich verübt werden, von Leuten, die die Behörden teilweise schon seit Jahren auf dem Radar haben.

Vielleicht sagen wir einfach mal präventiv jede Veranstaltung, jeden Flug, jedes Fest, jedes Fußballspiel, jeden Triathlon ab. Es könnte ja einer einen Anschlag verüben wollen...

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1128933)
Und weil diese in meinen Augen ungültige Prämisse flächendeckend akzeptiert wird, können die Sicherheitsbehörden schalten und walten wie sie wollen. Selbst schwerste Rechtsbrüche werden schulterzuckend akzeptiert, wenn man nur behauptet sie dienten der Sicherheit und somit der Freiheit aller.

Bis alle feststellen, dass die versprochene Sicherheit niemand gewährleisten kann, haben wir dafür schon elementare Grundrechte geopfert. Die kommen dann nicht einfach so wieder zurück.

Ich kann deine Bedenken gut nachvollziehen!

Pmueller69 01.05.2015 22:03

Zitat:

Zitat von Tzwaen (Beitrag 1129014)
Ihr seid echt alle völlig bekloppt im Kopf.

Ich möchte mich hier überhaupt nicht in die Diskussion einmischen. Aber könntest Du bitte solche agressiven Äußerungen hier unterlassen. Der Ton passt hier nichts ins Forum.

dude 02.05.2015 00:00

Naja, jetzt ist es auch in Deutschland endgueltig so weit, dass Spuerhunde, BKA und co. bei Ausdauersportveranstaltungen am Start sind.

Fuer Veranstalter wie mich ist das eine richtige Scheisse. Wir sind seit Boston 2013 mit FBI und Antiterroreinheiten am Start fuer unser Rennen. Das kostet einen Haufen Zeit und Geld, womit der Sportler am Ende der Verlierer ist. Demnaechst wird vor dem Start gefilzt wie am Flughafen. Beim NYC Halbmarathon war das schon der Fall.

Viel Spass! :)

Tetze 02.05.2015 00:33

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 1128941)
Es wird nur ein Radrennen abgesagt. Das ist ägerlich für viele Teilnehmer und Beteiligte, hat aber meiner Meinung nach nichts mit Reduzierung "echter Freiheit" zu tun.

Ganz meine Meinung, kurz und präzise formuliert, genauso sehr ich es auch.!
Wir leben nun mal in einer Gesellschaft, einer Gemeinschaft vieler Menschen, da werden natürlich Freiheiten in gewissem Maße eingeschränkt, u.a. zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit anderer.
Einfachstes Beispiel: der Straßenverkehr und die zugehörige StVO. Schränkt natürlich die Entscheidungsfreiheit ein, ich darf zB glatt nur auf einer Seite der Straße fahren...

Schaut doch einfach mal das oben benannte Zitat von Benjamin Franklin an:
Wer WESENTLICHE Freiheit aufgeben kann um eine GERINGFÜGIGE bloß jeweilige Sicherheit zu bewirken, verdient weder Freiheit, noch Sicherheit.

Natürlich kann das jeder für sich unterschiedlich bewerten, aber Leben und Gesundheit von Hunderten Menschen sind für mich keine geringfügige Sache und demgegenüber ist eine Sportveranstaltung keine wesentliche Sache.
Und liebe Verschwörungstheoretiker, was jetzt der Begriff 'Überwachungsstaat' wieder damit zu tun? :confused:

stevo 02.05.2015 00:41

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 1129080)
Naja, jetzt ist es auch in Deutschland endgueltig so weit, dass Spuerhunde, BKA und co. bei Ausdauersportveranstaltungen am Start sind.
...

Man müsste jetzt nur noch auf die Idee kommen die Spürnasen der Hunde und der BKA-Leute zusätzlich mit auf den Antidopingkampf abzurichten und hätte dadurch wenigstens noch einen positiven Nebeneffekt.

dude 02.05.2015 00:43

Zitat:

Zitat von stevo (Beitrag 1129088)
Man müsste jetzt nur noch auf die Idee kommen die Spürnasen der Hunde und der BKA-Leute zusätzlich mit auf den Antidopingkampf abzurichten und hätte dadurch wenigstens noch einen positiven Nebeneffekt.

Ausgezeichneter Denkansatz

Kido 02.05.2015 01:12

Zitat:

Zitat von Adept (Beitrag 1129025)
Ich habe den Überwachungsstaat als ein Beispiel für eine (für mich) negative Auswirkung genannt, wenn Sicherheit sukzessive höher als Freiheit bewertet wird.

Die gleiche Bewertung gilt ja auch bei der Absage des Radrennens. Sicherheit geht vor Freiheit des einzelnen.

genau so ist es. Sbechtel hat leider nicht verstanden was du sagen wolltest. Wir bekommen doch in den Medien garnicht die Wahrheit erzählt. Wer kann den schon objektiv beurteilen was die Wahrheit ist. Niemand, nur die jenigen die die Strippen ziehen. Und das ist garantiert nicht der Mündige Bürger der seine Info aus den Medien bekommt und sich darüber seine Meinung bildet.
Angst in der breiten Masse erzeugt Kontrolle wenn die jenIgen da oben suggerieren sie könnten dafür Sorgen, dass wir keine Angst haben brauchen.

Nur rein Hypothetisch, es hätte gar keine Terrorgefahr bestanden. Wer will das anzweifeln wenn es doch in den Medien anders erzählt wird. Das was die erzählen muss ja stimmen weil sie ja unabhängig sind und deshalb übernehmen wir es als die Wahrheit.

Es wird immer erzählt die Welt sei Böse, vielleicht liegt das Böse aber auch bei dem jenigen der diese Dinge verbreitet.

Tzwaen 02.05.2015 01:43

Zitat:

Zitat von Pmueller69 (Beitrag 1129066)
Ich möchte mich hier überhaupt nicht in die Diskussion einmischen. Aber könntest Du bitte solche agressiven Äußerungen hier unterlassen. Der Ton passt hier nichts ins Forum.

Sorry das tut mir leid. War irgendwie blöd daher geschrieben.
Der Satz war extrem blöd gewählt.

Zum Rest meines Beitrags stehe ich weiterhin. Denn ich fände es grob fahrlässig bei entsprechenden Verdacht auf solch einen Anschlag es jeden selbst zu überlassen bei der Veranstaltung teilzunehmen oder nicht.
Was wäre wenn es doch zu einem Anschlag gekommen wäre? Stellen wir uns rein theoretisch sogar mal vor, dass bei diesem Rennen ausschließlich "freiwillige" teilgenommen hätten, die alle komplett mit allen vorliegenden Informationen aufgeklärt worden wären.

Da kann man sich doch nicht ernstes gewisses hinstellen und dann behaupten "Mist war mein eigenes Pech" und was ist mit den ganzen "unbeteiligten" (Fußgänger, Zuschauer......) die genauso von einem Anschlag betroffen gewesen wären?

Nobodyknows 02.05.2015 09:20

Zitat:

Zitat von Cruiser (Beitrag 1128986)
Sicherheitsbehörden stehen wohl auch in der Pflicht Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung dafür zu übernehmen.
Sonst bräuchten wir diese doch nicht ;)

Und warum handeln dann (Verkehrs)Sicherheitsbehörden nicht bei Schlaglöchern so groß wie Klodeckel und bei einer Verkehrsführung die mich als Radfahrer ständig gefährdet? Da wird dann an meine Eigenverantwortung appelliert... :Cheese:


Gruß
N. :Huhu:

Stefan 02.05.2015 10:36

Zitat:

Zitat von Nobodyknows (Beitrag 1129103)
Und warum handeln dann (Verkehrs)Sicherheitsbehörden nicht bei Schlaglöchern so groß wie Klodeckel und bei einer Verkehrsführung die mich als Radfahrer ständig gefährdet? Da wird dann an meine Eigenverantwortung appelliert...

Ein Schlagloch bringt vielleicht mal einen einzelnen Radler um und wenn dann die Angehörigen klagen wirds heissen, dass es in der Eigenverantwortung liegt, wenn man ein Schlagloch übersieht.

Wie sieht es aber aus, wenn das Rennen trotz Terrorwarnungen gestartet worden wäre und es hätte 50 Sportler das Leben gekostet?

Es wird X Klagen von Angehörigen geben, die behaupten werden, dass die Toten nicht ausreichend gewarnt wurden und sich des Risikos bewusst sein konnten und dass man die Veranstaltung auf jeden Fall hätte absagen müssen.

Franco13 02.05.2015 11:17

Und es wurde trotzdem gefahren:

http://forum.helmuts-fahrrad-seiten....pic.php?t=9304

Cruiser 02.05.2015 13:32

Zitat:

Zitat von Franco13 (Beitrag 1129118)

Das eine schließt das andere ja nicht aus.
Toll, dass so viele gefahren sind :Blumen:

triduma 02.05.2015 14:22

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1129111)
Wie sieht es aber aus, wenn das Rennen trotz Terrorwarnungen gestartet worden wäre und es hätte 50 Sportler das Leben gekostet?

Es wird X Klagen von Angehörigen geben, die behaupten werden, dass die Toten nicht ausreichend gewarnt wurden und sich des Risikos bewusst sein konnten und dass man die Veranstaltung auf jeden Fall hätte absagen müssen.

Es wäre doch auch möglich jeden Teilnehmer schriftlich auf das Risiko hinzuweisen und eine Verzichtserklärung für den Fall dass tatsächlich ein Terroranschlag auf das Rennen ist unterschreiben lassen.
Oder sehe ich das falsch?

Nobodyknows 02.05.2015 14:32

Zitat:

Zitat von Stefan (Beitrag 1129111)
Ein Schlagloch bringt vielleicht mal einen einzelnen Radler um und wenn dann die Angehörigen klagen wirds heissen, dass es in der Eigenverantwortung liegt, wenn man ein Schlagloch übersieht.

Wie sieht es aber aus, wenn das Rennen trotz Terrorwarnungen gestartet worden wäre und es hätte 50 Sportler das Leben gekostet?

Es wird X Klagen von Angehörigen geben, die behaupten werden, dass die Toten nicht ausreichend gewarnt wurden und sich des Risikos bewusst sein konnten und dass man die Veranstaltung auf jeden Fall hätte absagen müssen.

O.k. mehr als ein Toter durch ein amtlich bekanntes aber nicht repariertes Schlagloch ist -vielleicht- schlimmer als 50 Tote bei einem Attentat...aber wie ist das mit der Verantwortung der Behörden bei >50 Toten...
http://www.springermedizin.de/klinik...m/5033380.html

Gruß
N. :Huhu:

DasOe 02.05.2015 14:43

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1128933)
Und weil diese in meinen Augen ungültige Prämisse flächendeckend akzeptiert wird, können die Sicherheitsbehörden schalten und walten wie sie wollen. Selbst schwerste Rechtsbrüche werden schulterzuckend akzeptiert, wenn man nur behauptet sie dienten der Sicherheit und somit der Freiheit aller.

Bis alle feststellen, dass die versprochene Sicherheit niemand gewährleisten kann, haben wir dafür schon elementare Grundrechte geopfert. Die kommen dann nicht einfach so wieder zurück.

Da bin ich einer Meinung mit Dir.

Ich nehme für mich die Freiheit in Anspruch selbst zu entscheiden, ob ich auf Grund der Situation am Rennen teilnehme oder nicht.

Mir geht die Absage entschieden zu weit.

Campeon 02.05.2015 17:22

Zitat:

Zitat von triduma (Beitrag 1129142)
Es wäre doch auch möglich jeden Teilnehmer schriftlich auf das Risiko hinzuweisen und eine Verzichtserklärung für den Fall dass tatsächlich ein Terroranschlag auf das Rennen ist unterschreiben lassen.
Oder sehe ich das falsch?

Das wäre dann aber sehr deutsch!
Verzichtserklärung muß man doch sowieso immer unterschreiben. Wird doch eigentlich schon bei der Anmeldung mit eingebunden.

Kann man ja in Zukunft bei jeder Sportveranstaltung schriftlich schon vorab mit einfügen.;)

Tzwaen 02.05.2015 18:21

Zitat:

Zitat von triduma (Beitrag 1129142)
Es wäre doch auch möglich jeden Teilnehmer schriftlich auf das Risiko hinzuweisen und eine Verzichtserklärung für den Fall dass tatsächlich ein Terroranschlag auf das Rennen ist unterschreiben lassen.
Oder sehe ich das falsch?

Und was wäre wenn mehrere unbeteiligte Menschen (fussgänger, zuschauer) auch bei dem Anschlag ums Leben kommen würden?

wäre es dann im Nachhinein doch besser gewesen die Veranstaltung abzusagen?

triconer 02.05.2015 20:32

Zitat:

Zitat von triduma (Beitrag 1129142)
Es wäre doch auch möglich jeden Teilnehmer schriftlich auf das Risiko hinzuweisen und eine Verzichtserklärung für den Fall dass tatsächlich ein Terroranschlag auf das Rennen ist unterschreiben lassen.
Oder sehe ich das falsch?

Das gilt halt nur für die Teilnehmer.
Ich denke bei den ganzen Veranstaltungen und den Argumenten für eine Durchführung trotz Terrorgefahr, an die ganzen Helfer. Das sind oftmals Abteilungen von Vereinen oder Feuerwehr, wo Jugendliche oder Kinder helfen.

tandem65 02.05.2015 21:12

Zitat:

Zitat von triconer (Beitrag 1129179)
Das gilt halt nur für die Teilnehmer.
Ich denke bei den ganzen Veranstaltungen und den Argumenten für eine Durchführung trotz Terrorgefahr, an die ganzen Helfer. Das sind oftmals Abteilungen von Vereinen oder Feuerwehr, wo Jugendliche oder Kinder helfen.

Aha, und dann war jetzt Gestern die ganze Strecke abgesperrt, daß sich niemand dorthin verirrt!?
Nein, war eben nicht und so waren Gestern an der ganzen geplanten Strecke Menschen in Gefahr.:Huhu:
Auch die Helfer können sicherlich selbst entscheiden was sie machen und was nicht. So wie der Wirt in Ober Ursel sich entschieden hat als Helfer aufzutreten und sich sehr kostengünstig zu promoten. Ein Schlitzohr. ;)

LidlRacer 02.05.2015 21:30

Die Freiheitsfetischisten hier würden dann wohl auch Genehmigungsverfahren für Loveparade etc. abschaffen und die potenziellen Besucher selbst entscheiden lassen, ob dort eine Gefahr besteht, totgetrampelt zu werden und ob sie dieses Risiko eingehen wollen.

triconer 02.05.2015 21:32

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1129185)
Aha, und dann war jetzt Gestern die ganze Strecke abgesperrt, daß sich niemand dorthin verirrt!?
Nein, war eben nicht und so waren Gestern an der ganzen geplanten Strecke Menschen in Gefahr.:Huhu:
Auch die Helfer können sicherlich selbst entscheiden was sie machen und was nicht. So wie der Wirt in Ober Ursel sich entschieden hat als Helfer aufzutreten und sich sehr kostengünstig zu promoten. Ein Schlitzohr. ;)

Es wurde gestern doch eine andere Strecke gefahren oder? Menschen aber die selbst hingehen tragen die gleiche Eigenverantwortung wie Teilnehmer, die dennoch starten. Wenn aber eine Strecke genehmigt wird und somit durchaus auch Sperrungen enthalten, dann wird das schon anders mit den Helfern.

Aber ich bin voll bei Dir. Letztlich ist es notwendig, wie die Absagen von Karneval und auch bei Pegida(von denen ich sicherlich kein Freund bin) zeigten, daß es eine gesellschaftliche Diskussion bedarf, ob wir uns dem Terror beugen oder nicht.
Für solche Events aber wie gestern muß man dann auch sehen, daß es unter Umständen "nur" zu einer solchen Trotzaktion reichen wird, weil nicht alle Auflagen eingehalten werden können.

Ich fand das gestern eine saugeile Aktion!

tandem65 02.05.2015 21:57

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1129191)
Die Freiheitsfetischisten hier würden dann wohl auch Genehmigungsverfahren für Loveparade etc. abschaffen und die potenziellen Besucher selbst entscheiden lassen, ob dort eine Gefahr besteht, totgetrampelt zu werden und ob sie dieses Risiko eingehen wollen.

Lidl, so kenne ich Dich gar nicht. Bei der Loveparade sind die Leute ja nicht wegen eines Terroranschlages umgekommen.
Vielmehr sind sie ja wohl eher umgekommen wiel die Behörden die Lage völlig falsch eingeschätzt haben, oder auch völlig falsch informiert wurden.:Huhu:
Insofern ist das ein ganz schlechtes Beispiel für mich.;)

tandem65 02.05.2015 22:03

Zitat:

Zitat von triconer (Beitrag 1129193)
Es wurde gestern doch eine andere Strecke gefahren oder?

Das ist für das was ich meine unerheblich. Für die geplanten Strecken konnte die Sicherheit nicht gewährleistet werden. Insofern wäre es doch konsequent die geplante Strecken für gestern zu sperren, damit niemand freiwillig oder unfreiwillig gefährdet wird. Einen Anschlag im öffentlichen Raum, der geplant ist kann mann auch durchziehen wenn die Veranstaltung die bedacht war abgesagt wird. Das gefährdet im Zweifelsfalle immer noch genügend.

LidlRacer 02.05.2015 23:17

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1129198)
Lidl, so kenne ich Dich gar nicht. Bei der Loveparade sind die Leute ja nicht wegen eines Terroranschlages umgekommen.
Vielmehr sind sie ja wohl eher umgekommen wiel die Behörden die Lage völlig falsch eingeschätzt haben, oder auch völlig falsch informiert wurden.:Huhu:
Insofern ist das ein ganz schlechtes Beispiel für mich.;)

Ich fand es sinnvoll, mal etwas von dem sehr emotional besetzten Terror-Thema zu abstrahieren.
Die Aufgabe der zuständigen Behörden ist so oder so, für eine sichere Veranstaltung zu sorgen. Bei der Loveparade ist ihnen zu recht vorgeworfen, dass sie das nicht geschafft haben.

Und bei diesem Radrennen konnten sie anscheinend nicht ausschließen, dass es Komplizen mit einer 2. Bombe o.ä. gab, und als Konsequenz konnte das Rennen nicht genehmigt werden.
Dass man so quasi vor dem Terror zurückweichen musste, ist zwar bedauerlich, aber wer hätte die Verantwortung übernehmen sollen?
Alle die hier für die Durchführung des Rennens sind, tragen nicht die Verantwortung und haben leicht reden.

Dass etliche auf eigene Verantwortung (jeweils nur für sich selbst) trotzdem gefahren sind, finde ich auch gut - u.a. als Zeichen gegen denn Terror.
Im Gegensatz zum offiziellen Rennen scheint mir dabei das verbleibende Restrisiko auch deutlich geringer - insbesondere wenn wirklich eine andere Strecke gewählt wurde.

schnodo 02.05.2015 23:50

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1129191)
Freiheitsfetischisten

Unwort des Jahres? Früher war Freiheit ganz normal.

LidlRacer 03.05.2015 00:04

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1129227)
Unwort des Jahres? Früher war Freiheit ganz normal.

Ok, war etwas provokant. Sollte es auch sein.
Natürlich ist Freiheit wichtig - sehr sehr wichtig.
Aber nicht das einzig Wichtige.
Und im Sarg hast Du nicht mehr viel davon.

Nobodyknows 03.05.2015 00:04

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1129227)
Unwort des Jahres? Früher war Freiheit ganz normal.

Ja...aber in einem Teil Deutschlands war das länger nicht so.
Lidl? Aus welchem Teil stammst du?

Gruß
N. :Huhu:

LidlRacer 03.05.2015 00:06

Westen.

schnodo 03.05.2015 00:41

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1129232)
Und im Sarg hast Du nicht mehr viel davon.

Da wir nun schon auf der sehr pathetischen Ebene sind: Viele haben viel geblutet und liegen im Sarg, weil für sie die Idee von "Freiheit für alle" drängender war als der Wunsch das eigene Leben zu erhalten. Und das waren eben nicht diejenigen, die sowieso nur ein unspektakuläres Leben zu erwarten hatten, sondern die, die ihre Epoche auch in anderen Bereichen befruchtet hätten.

Ein wenig Mut und ein minimales persönliches Risiko sind wir ihrem Opfer meiner Meinung nach schon schuldig: Die Nachwelt sind Du und ich.

Die Frage wird gern gestellt und deshalb will ich sie gerne definitiv beantworten: Ja, ich würde das Risiko eingehen, an einer Veranstaltung mit Terrorwarnung teilzunehmen. Eines der Zeichen, die ich setze, wird vielleicht das letzte sein. Und wenn es keiner bemerkt, dumm gelaufen. Das Resultat entspricht nicht immer dem Einsatz. Gemeint war es trotzdem so. I will not surrender. C'est la vie.

Die Statistik hilft mir dabei, meine durchaus vorhandene Angst im Zaum zu halten. Jeder Besoffene, der ins Auto steigt, riskiert mehr. Genauso wie der, der im Vertauen auf die Straßenverkehrsordnung vor dem Besoffenen die Straße bei Grün überquert...

LidlRacer 03.05.2015 01:39

Mir scheint, hier werden zwei unterschiedliche Sachen vermischt:
Das allgemeine Risiko hierzulande durch einen Terroranschlag zu Schaden zu kommen ist tatsächlich verschwindend gering im Vergleich zu allen möglichen anderen Risiken, vor denen wir wenig bis keine Angst haben.
Da ist es nicht sinnvoll, für eine noch weitere Senkung des Terrorrisikos weitgehende Einschränkungen unser aller Freiheit in Kauf zu nehmen.

In dem Fall dieses Radrennens haben wir aber eine sehr konkrete Gefahr. So lange man nicht weiß, ob es weitere Komplizen mit Waffen und Bomben gibt, ist eine Genehmigung schlicht und einfach verantwortungslos.
Für den einzelnen Teilnehmer mag das Risiko noch akzeptabel sein, aber nicht für denjenigen, der für tausende Teilnehmer verantwortlich ist und anschließend strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wird und womöglich viele Tote und Verstümmelte auf dem Gewissen hat.

Die Nichtteilnahme von ein paar Tausend Leuten an einem Radrennen ist Peanuts im Vergleich zur allumfassenden Überwachung unserer Kommunikation.

Cruiser 03.05.2015 10:01

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1129242)
So lange man nicht weiß, ob es weitere Komplizen mit Waffen und Bomben gibt, ist eine Genehmigung schlicht und einfach verantwortungslos.
Für den einzelnen Teilnehmer mag das Risiko noch akzeptabel sein, aber nicht für denjenigen, der für tausende Teilnehmer verantwortlich ist und anschließend strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wird und womöglich viele Tote und Verstümmelte auf dem Gewissen hat.

Ich halte das auch für Kernpunkte.
Man kann, und Veranstalter und Sicherheitsbehörden dürfen es schlicht nicht, die Problematik nicht nur aus der persönlichen Sicht des Einzelnen betrachten...


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