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flaix 21.10.2012 17:21

Zitat:

Zitat von Nopogobiker (Beitrag 820646)
Nö, damit hab ich absolut kein Problem. Im Gegenteil: ich würde jederzeit wieder mit dem Livestrong Banner ins Ziel laufen. Ich wäre auch in den Livestrong Klamotten gestartet, aber das Top scheuert leider zu sehr. Ich bin mir wie ich schon geschrieben habe, nicht sicher, ob ich ohne das Vorbild Lance Armstrong die Krankheit und die Chemos so gut überstanden hätte. Alleine dafür, dass er seine Krankheit so publik gemacht hat, und gezeigt hat, dass die Diagnose nicht das Ende aller Tage sein muss, werde ich ihm immer dankbar sein.
Wie Silbermond schon schrieb, wenn hier nun behauptet wird, Lance wäre nur wegen des so unendlich besseren Dopings zu dem Sportler geworden, der er war und immer noch ist, hat es einfach nicht geblickt. Es ist wohl unbestritten, dass er ein fanatischer und absolut fokussierter Sportler war, der seinem Ziel die Tour zu gewinnen, alles untergeordnet hat. Das mag uns nicht schmecken, aber das unterschied ihn auch von dem immer noch so beliebten Jan Ullrich. Während der sich alles von seinen Betreuern hat vorkauen lassen und vollkommen unfähig war, eigenständig zu agieren, hat Armstrong seine kompletten Teams aufgebaut und geführt, die Strategie vorgegeben, die Tour gewonnen, die Arbeit seiner Stiftung voran getrieben und und und....

Sicherlich ist er ein menschliches A....... aber das tut in dieser Hinsicht nichts zur Sache.

Nopogobiker

so isses.
und wie sich jetzt alle rausreden und sauber waschen ist widerlich.

silbermond 21.10.2012 17:37

@ Alexander

Du hast genau das formuliert und in Worte gefasst, was ich meine.

+1 !

Heinrich

Harke 21.10.2012 17:45

Da LA wegen fehlenden Eis (Genitiv) legal Testosteron zuführen konnte hatte er schon einen gewaltigen Vorteil. Doch der hat ihm nicht gereicht, er hat alle Register gezogen. Inwieweit das Testo erst die Grundaggressivität noch verstärkt hat, die ihm auch diese Führungskraft verliehen hat... wird man leider nie herausfinden.
Insofern ist die Stiftung natürlich ein perfektes Mäntelchen für dieses kriminelle Vorgehen gewesen. Der Krebs ist in diesem Fall ein ähnliches Totschlagargument wie die Nazikeule. Absolut jämmerlich.

Cruiser 21.10.2012 18:19

Zitat:

Zitat von JENS-KLEVE (Beitrag 820571)
Jürgen Zäck ist nicht ohne Grund beliebt.

Klar :Lachanfall: :cool:

subzero 21.10.2012 18:27

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 820175)
na dann frag mal Leute in den Radsportvereinen über die Zeit vor Ulle, mit Ulle, und nach Ulle.

IMO halten viele Ulle immer noch für unschuldig, ach der Arme, hat ja niemanden betrogen! Eben wieder so eine gespenstische Diskussion gehabt mit Leuten die es eigentlich besser wissen müssten!

Pascal 21.10.2012 18:27

Zitat:

Zitat von Nopogobiker (Beitrag 820646)
Es ist wohl unbestritten, dass er ein fanatischer und absolut fokussierter Sportler war, der seinem Ziel die Tour zu gewinnen, alles untergeordnet hat. ... hat Armstrong seine kompletten Teams aufgebaut und geführt, die Strategie vorgegeben, die Tour gewonnen, die Arbeit seiner Stiftung voran getrieben und und und....

so formuliert keimt der Verdacht auf, das alles sei ein Positivum.

Zitat:

Zitat von Nopogobiker (Beitrag 820646)
Sicherlich ist er ein menschliches A....... aber das tut in dieser Hinsicht nichts zur Sache.

Diese Trennung in eine menschliche und sportliche Seite ist schwierig bis unmöglich, suggeriert sie doch, der sportliche Teil sei ohne Tadel, was bekanntlich nicht stimmt. Annerkennt man jedoch die nun alleseits bekannten Fakten zum Sportler Armstrong, was bleibt den übrig an lichten Seiten?

subzero 21.10.2012 18:57

Emotional aus der Sicht eines Patienten kann ich Nopogos Argumente gut nach vollziehen.

Nur die Trennung in eine menschliche und sportliche Seite ist mehr als schwierig :Nee:

kullerich 21.10.2012 19:07

Zitat:

Zitat von Nopogobiker (Beitrag 820646)
Nö, damit hab ich absolut kein Problem. Im Gegenteil: ich würde jederzeit wieder mit dem Livestrong Banner ins Ziel laufen. Ich wäre auch in den Livestrong Klamotten gestartet, aber das Top scheuert leider zu sehr. Ich bin mir wie ich schon geschrieben habe, nicht sicher, ob ich ohne das Vorbild Lance Armstrong die Krankheit und die Chemos so gut überstanden hätte. Alleine dafür, dass er seine Krankheit so publik gemacht hat, und gezeigt hat, dass die Diagnose nicht das Ende aller Tage sein muss, werde ich ihm immer dankbar sein.
Wie Silbermond schon schrieb, wenn hier nun behauptet wird, Lance wäre nur wegen des so unendlich besseren Dopings zu dem Sportler geworden, der er war und immer noch ist, hat es einfach nicht geblickt. Es ist wohl unbestritten, dass er ein fanatischer und absolut fokussierter Sportler war, der seinem Ziel die Tour zu gewinnen, alles untergeordnet hat. Das mag uns nicht schmecken, aber das unterschied ihn auch von dem immer noch so beliebten Jan Ullrich. Während der sich alles von seinen Betreuern hat vorkauen lassen und vollkommen unfähig war, eigenständig zu agieren, hat Armstrong seine kompletten Teams aufgebaut und geführt, die Strategie vorgegeben, die Tour gewonnen, die Arbeit seiner Stiftung voran getrieben und und und....

Sicherlich ist er ein menschliches A....... aber das tut in dieser Hinsicht nichts zur Sache.

Nopogobiker

Hi Nopogo,

allen Respekt vor der Unterstützung, die LAs Beispiel dir in deiner vergleichbaren Therapiesituation gegeben hat. Ja, das war ein wichtiges Beispiel, dass diese Diagnose nicht (immer) der Anfang vom Ende sein muss.

Zum kursiven Text - ja sicher ist LA der "aktivere Manager" seines eigenen Lebens, trotzdem ist er damit nicht automatisch "besser" als Leute wir Jan Ullrich. Denn man kann auch aktiv BÖSE DINGE managen, und dann ist das zwar vielleicht effizient und "aktiv", aber zuvörderst BÖSE. Und ein solcher Fall scheint mir hier vorzuliegen.

Nix für ungut,
kullerich

(PS: und danke für das tolle Blog von Euren Reisen und Rennen!)

Arrakis 21.10.2012 19:32

gibt auch Krebsüberlebende, die das etwas anders sehen:
http://www.tbnweekly.com/editorial/v...812_vpt-03.txt

old bag of bones 21.10.2012 19:35

Das triffts...

http://www.faz.net/aktuell/sport/spo...-11924826.html

Zitat:

.....Die forcierte Reduzierung eines Systemproblems auf schwarze Schafe in einer angeblich woll-weißen Herde dient einer grandiosen Ablenkungsshow, national wie international. In Deutschland stand Jan Ullrich am Pranger, während die Telekom von nichts gewusst haben will. Im kleinen Österreich der Trainer Mayer, in Spanien soll der Blutpanscher Fuentes nur Radsportler versorgt haben und niemals Leichtathleten oder gar Fußballer.

Jetzt werden all die Mitspieler versuchen, Armstrong in den Orkus zu versenken, ohne ihre Verantwortung einzugestehen. An diesem Modell hat sich in Jahrzehnten trotz des Einsatzes engagierter Anti-Doping-Kämpfer nichts geändert. Das ist auch logisch, solange der Sport sich selbst auf Sparflamme kontrolliert. Denn eine knallharte, ernsthaft auf „Null Toleranz“ ausgerichtete Anti-Doping-Politik von Verbänden und Staaten würde das Geschäftsmodell gefährden. Phase drei steht also kurz bevor: weiter so.

DeRosa_ITA 21.10.2012 19:55

Ich find seine Story mittlerweile auch total bescheuert... sollte seine Krankheit und alles sich genau so zugetragen haben wie er erzählt und geschrieben hat, ist es doch das allergrößte Armuts- und Respektlosigkeitszeugnis dem Leben gegenüber, nach überstandener Krankheit mit dem Scheiß weiterzumachen, der die Krankheit wohl großteils mitverursacht hat bzw. jedenfalls als ein großer Risikofaktor gilt...
so a la: "schaut her, ich hab den Krebs besiegt und handle mir grad einen neuen ein... bin ich nicht ein geiler Hengst?"
geht meiner Meinung nach gar nicht...

tobi_nb 21.10.2012 19:55

Zitat:

Zitat von old bag of bones (Beitrag 820706)

In erster Linie werden mit dem Artikel ein Grossteil der Foristi hier beschrieben.

Cruiser 21.10.2012 20:20

Ich sehe das tendentiell wie kullerich.

Mir fällt es schwer Menschen mit derartigem Geltungs- und Machtdrang, der dann auch noch mit so viel krimineller Energie umgesetzt wird, positives abzugewinnen.
Geht definitiv gar nicht für mich.

Ulle hat gedopt, aber die Nummer von LA hat eine ganz andere Qualität.:(

Aber das mag jeder anders beurteilen.

tobi_nb 21.10.2012 20:35

Zitat:

Zitat von Cruiser (Beitrag 820718)
Ulle hat gedopt, aber die Nummer von LA hat eine ganz andere Qualität.:(

Nichts gegen dich aber o. g. Aussage wird ja vielfach hier vorgetragen und ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar.

Lance ist eine einzelne Person, mag sein, er ist ein arrogantes Arschloch und mag sein dass er seine Umwelt in den Dopingsumpf gezogen hat.

Aber Lance ist eine einzelne Person. Wie groß kann denn seine Umwelt schon sein. Mir scheint die bloße Antipathie Lance gegenüber scheint einigen die Sinne zu vernebeln.

Bedenkt man, dass z.B. in Spanien, Kasachstan, DDR, BRD und Gesamtdeutschland auf Staatskosten, oder mit Wissen (zumindest mit Billigung) von großen Konzernen und Universitätskliniken ganze Sportarten gezielt mit Doping aufgepuscht wurden (werden), sollte man die Kirche eigentlich im Dorf lassen.

Lance ist ein kleines unbedeutendes Licht, im Vergleich zu bestimmten Medizinern in Deutschland. Oder im Vergleich zur Fußballpolitik in Spanien, die es schafft, dass kein Fußballer Fuentes Konsequenzen befürchten muss.
Der einzige Grund, warum Lance den Radsport so dominiert hat? Die anderen Rennradler haben's ihn machen lassen. Weil Sie vom Erfolg ebenfalls profitierten.

Lance hätte man, (wenn man wirklich gewollt hätte) ganz schnell abgesägt. Bei der Telekom, der Uniklinik Freiburg usw.usw. wäre das nicht ganz so einfach.

Helmut S 21.10.2012 20:41

Zitat:

Zitat von tobi_nb (Beitrag 820728)
Die anderen Rennradler haben's ihn machen lassen.

Und nicht nur die Rennradler, sondern viele andere auch.
Klasse Post übrigens.

Cruiser 21.10.2012 21:07

Zitat:

Zitat von tobi_nb (Beitrag 820728)
Nichts gegen dich aber o. g. Aussage wird ja vielfach hier vorgetragen und ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar.

Lance ist eine einzelne Person, mag sein, er ist ein arrogantes Arschloch und mag sein dass er seine Umwelt in den Dopingsumpf gezogen hat.

Aber Lance ist eine einzelne Person. Wie groß kann denn seine Umwelt schon sein. Mir scheint die bloße Antipathie Lance gegenüber scheint einigen die Sinne zu vernebeln.

Kein Problem, freies Land - freie Meinung.

Der Vergleich Ulle - LA ist für mich ein Äpfel - Birnen Vergleich.

LA ist extrem machtgeil, extrem ehrgeizig, extrem akribisch, ordnet dem Erfolg alles unter.
Kein Problem für ihn, die existentiell zu bedrohen, die ihm im Weg stehen. Ergo, das sprichwörtliche "über Leichen gehen".

Ich rede nicht von seiner Qualität als Sportler.
Zweifelsohne gehört er zu den Ausnahmeathleten.
Er war einer derjenigen, die absolut zielorientiert gearbeitet haben.

Aber Achtung oder Anerkennung habe ich nicht. Solche Menschen sind widerlich. Für mich. Auch das kann jeder anders sehen. Ich bin auch kein Moralapostel. Aber L.A hat für mich außerhalb jeder Toleranz agiert.

Das andere davon gewust haben mögen, klar. Sponsoren, Kollegen, selbst die WTC war sich nicht zu schade, als es eigentlich schon klar war, Haupsache: Profit :Kotz:
-> Ich nehme den Profisport schon lange nicht mehr so ernst, damit lebt es sich ganz gut. Es macht es erträglich :hoho:

Lui 21.10.2012 21:26

Zitat:

Zitat von DeRosa_ITA (Beitrag 820710)
sollte seine Krankheit und alles sich genau so zugetragen haben wie er erzählt und geschrieben hat, ist es doch das allergrößte Armuts- und Respektlosigkeitszeugnis dem Leben gegenüber, nach überstandener Krankheit mit dem Scheiß weiterzumachen, der die Krankheit wohl großteils mitverursacht hat bzw. jedenfalls als ein großer Risikofaktor gilt...
.

Das hat mich allerdings auch gewundert. Wenn man es schon schafft eine gefährliche Krankheit zu besiegen, sollte man eigentlich nicht anschliessend weiter Benzin aufs Feuer zu kippen.

Allerdings habe ich einen Bekannten, der stark übergewichtig ist, Diabetes hat und 2 Herzanfälle hatte. Trotzdem isst er weiter nur Müll und raucht eine nach der anderen. Ich denke das ist noch nicht mal eine Ausnahme.

tobi_nb 21.10.2012 21:55

Zitat:

Zitat von Cruiser (Beitrag 820746)
LA ist extrem machtgeil, extrem ehrgeizig, extrem akribisch, ordnet dem Erfolg alles unter.
Kein Problem für ihn, die existentiell zu bedrohen, die ihm im Weg stehen. Ergo, das sprichwörtliche "über Leichen gehen".

Das ist doch (i.m.A.) ein, von Medien hochstilisierter Mythos.
Ein Herr Riis hat mindestes die gleichen Eigenschaften wie Lance. Bei bedeutender mehr Macht im Hintergrund. Nur lebt Herr Riis diese Macht nicht so öffentlich aus.

Dazu kommt, "wen" hat den Lance schon bekämpft. Unbedeutende "Opfer", die schon auf dem Weg nach unten waren. Einen Herrn Sommer, Pevenage, Holczer usw. hätte er mal nicht so ohne weiteres "beseitigt".

Was professionelles Doping und professionelles Verhalten angeht, ist Lance ein Niemand. So unerfahren, dass er seine Spielchen öffentlich abgehalten hat, in dem Glauben er wäre unbesiegbar.
Wäre er richtiger Profi gewesen, wäre ihm klar, dass die Medien ihn auch wieder ganz schnell fallen lassen, wenn's ihnen nützt.

Die wahren, mächtigen Dopingprofis kommen nicht in den Medien vor, weil sie sich still verhalten.


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