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Kurt D. 21.07.2010 19:30

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 424917)
Wenn Kurt sich nicht im Detail äußern will 8bzw. kann), mach ich's mal, nachdem ich's ohnehin hier schonmal geschrieben habe:

die WTC-Pro-Lizenz, deren Kosten von 800 USD offiziell von der WTC mit den Aufwendungen für ein geplantes Antidopingprogramm begründet worden ist, ist zumindest 2010 eine reine Mogelpackung. Es gibt keine Meldepflicht mehr, d.h. die WTC weiß gar nicht wann sich welcher Athlet wo befindet und kann dementsprechend auch keine Dopingkontrollen vornehmen.

Im Vorjahr hatte meine Frau mit der 250€ teuren NADA-DTU-Lizenz und im Zusammenhang mit dem von Kurt ins Leben gerufenen System der "Eisernen Transparenz" 12 unangemeldete Trainingskontrollen ( in den Vorjahren waren es meistens 6 oder 7). .Allerdings warens z.T. bei ausländischen Athleten erkennbar weniger, wahrscheinlich weil da die Reisespesen für die Kontrollen viel mehr ins Gewicht fallen, aber egal, das war auf jeden Fall eine vernünftige Entwicklung, an die sich der Rest der WTC und andere Veranstalter hätten dranhängen sollen!

In diesem Jahr 2010 gab's bisher für Heike als gemeldeten Triathlon-Profi (auch wenn sie das wg. Beruf und Kinder faktisch so wenig ist wie ich) keine einzige Kontrolle und alle anderen Profi-Athleten, mt denen wir in Kontakt sind hatten über die WTC-Schiene bisher ebenfalls keine Kontrollen. Übrigens gibt es sogar viele kleinere WTC-Ironman-Bewerbe, die noch nicht mal nach dem Wettkampf testen lassen (competition-tests!).Vielleicht lässt sich ja die WTC für 2011 noch was einfallen lassen, aber 2010 war ganz klar für den Kampf gegen Doping nicht nur ein verlorenes Jahr sondern sogar ein ganz erheblicher Rückschritt gegenüber bereits erreichten Anti-Doping-Standards!

Mich wundert, dass keiner der anderen Profi-Athleten wegen dieser in der heutigen Zeit, vor dem Erfahrungshorizont der Dopingfälle im Triathlon ebenso wie in benachbarten Ausdauersportarten eigentlich nicht tragbaren Situation den Mund aufmacht (wahrscheinlich haben die meisten Angst, wenn sie sich zum Thema Doping/ Trainingskontrollen äußern, Sponsoren zu irritieren, aber man sollte sich schon im Klaren sein, dass moralisch weniger gefestigte Charaktere die aktuelle Lage auch als faktische Dopingfreigabe interpretieren könnten mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen wie Wettbewerbsverzerrungen).

Harald: Irgendwann treffen wir uns vielleicht mal am Surfstrand, oder auf der Skipiste...(würde mich freuen). :Blumen:

Flow 21.07.2010 19:36

Zitat:

Zitat von Kurt D. (Beitrag 424806)
Flow: Quatsch ist dies auf keinen Fall.

Ausgangspunkt war die Frage nach der Beweisbarkeit von Nicht-Doping !

Und dieser scheint mir (so gut wie) unmöglich.

Insofern :
Zitat:

Zitat von Kurt D. (Beitrag 424372)
...oh ja, dieser Beweis wäre nicht schwer zu erbringen.

Quatsch ... ! :Huhu:

Die Optimierung der Einschränkung von Doping ist eine andere Frage !

Zitat:

Immerhin habe ich die letzten Jahre mich viel und oft in eine extrem schwere Materie hier rein gearbeitet. Ich weiß nicht wie viel Hintergrundkenntniss du wirklich hast (?)
Erwischt !
Ich hab' tatsächlich noch keine Europameisterschaft vermarktet ... ;)

Zitat:

zweitens hält "das Zeugs" nicht so an im Körper, dass du nach einem Jahr des Absetzens noch Vorteile davon hast.
Das bezweifle ich !

Desweiteren muß man wohl auch nicht alles ein Jahr vor dem WK oder dem Training (in dem man wohl auch von vorhergehendem Doping profitieren kann) "alles absetzen" ...

Zitat:

Zitat von Kurt D. (Beitrag 424806)
Deshalb: Go Surf!:liebe053:

Jo, muß auch zum See ... :liebe053:

Bis später ... :Huhu:

Hafu 21.07.2010 19:37

Zitat:

Zitat von Kurt D. (Beitrag 424934)
Harald: Irgendwann treffen wir uns vielleicht mal am Surfstrand, oder auf der Skipiste...(würde mich freuen). :Blumen:

Skipiste besser nicht, das würde kein gutes Ende nehmen bei meine Alpinski-Fähigkeiten;) . Freie Schneetage verbringen wir lieber (obwohl wir in den Bergen wohnen) in der Skating-Loipe.

Aber Surfstrand ist 'ne verlockende Alternative. Da freu' ich mich dann auch drauf.:Huhu:

Kurt D. 21.07.2010 20:44

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 424937)
Ausgangspunkt war die Frage nach der Beweisbarkeit von Nicht-Doping !

Und dieser scheint mir (so gut wie) unmöglich.

Insofern :

Quatsch ... ! :Huhu:

Die Optimierung der Einschränkung von Doping ist eine andere Frage !

Erwischt !
Ich hab' tatsächlich noch keine Europameisterschaft vermarktet ... ;)

Das bezweifle ich !

Desweiteren muß man wohl auch nicht alles ein Jahr vor dem WK oder dem Training (in dem man wohl auch von vorhergehendem Doping profitieren kann) "alles absetzen" ...


Jo, muß auch zum See ... :liebe053:

Bis später ... :Huhu:

..., wenn du aus deiner Badewanne wieder ausgestiegen bist, dann schau dir mal die Ausführungen von Bengt Saltin an, den dort gemachten Erfahrungen von regelmäßigen und ständigen Blutparametern/Werten und deren Bewegungen etc.- bei der FIS. Ein Ansatz, aber der richtige Weg.


..., keiner muss "Nicht-Doping" beweisen, genau so wenig wie keiner "an Geschwindigkeitskontrollen haltend" beweisen muss. Du solltest bitte deine Argumentation auf die Füße stellen. Vielleicht willste aber einfach nur nicht verstehen, da du leicht auf der Polemik Schiene hier daherkommst und entsprechend argumentierst (mir erschließt sich z.B. nicht, was der Titel eines Rennens mit dem hier diskutierten Thema zu tun haben sollte?).

Wie auch immer, du kannst ja auch mal vielleicht konstruktive bessere Vorschläge/Ideen einbringen, wenn dir wirklich die Sache am Herzen liegt. Nur Neinsager gibt es in diesem Land leider jede Menge. :Huhu:

Meik 21.07.2010 22:52

Zitat:

Zitat von Kurt D. (Beitrag 424806)
zweitens hält "das Zeugs" nicht so an im Körper, dass du nach einem Jahr des Absetzens noch Vorteile davon hast.

Hmm, sicher? Schließlich konnte man in den Jahren vor dem Absetzen mehr und/oder härter Trainieren als ohne. Direkte Vorteile durch das Präparat wird es ein Jahr später nicht geben, aber was ist mit dem mehr an Training?

Nicht-Doping ist nicht zu beweisen, und warum sollte das jemand müssen? IMHO muss auch beim Thema Doping eine Unschuldsvermutung gelten bis das Gegenteil bewiesen ist.

Wenn man dann aber den Beitrag von HaFu liest ist man meilenweit vom richtigen Weg ab :Nee:

hazelman 21.07.2010 23:16

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 424917)
Wenn Kurt sich nicht im Detail äußern will 8bzw. kann), mach ich's mal, nachdem ich's ohnehin hier schonmal geschrieben habe:

die WTC-Pro-Lizenz, deren Kosten von 800 USD offiziell von der WTC mit den Aufwendungen für ein geplantes Antidopingprogramm begründet worden ist, ist zumindest 2010 eine reine Mogelpackung. Es gibt keine Meldepflicht mehr, d.h. die WTC weiß gar nicht wann sich welcher Athlet wo befindet und kann dementsprechend auch keine Dopingkontrollen vornehmen.

Im Vorjahr hatte meine Frau mit der 250€ teuren NADA-DTU-Lizenz und im Zusammenhang mit dem von Kurt ins Leben gerufenen System der "Eisernen Transparenz" 12 unangemeldete Trainingskontrollen ( in den Vorjahren waren es meistens 6 oder 7). .Allerdings warens z.T. bei ausländischen Athleten erkennbar weniger, wahrscheinlich weil da die Reisespesen für die Kontrollen viel mehr ins Gewicht fallen, aber egal, das war auf jeden Fall eine vernünftige Entwicklung, an die sich der Rest der WTC und andere Veranstalter hätten dranhängen sollen!

In diesem Jahr 2010 gab's bisher für Heike als gemeldeten Triathlon-Profi (auch wenn sie das wg. Beruf und Kinder faktisch so wenig ist wie ich) keine einzige Kontrolle und alle anderen Profi-Athleten, mt denen wir in Kontakt sind hatten über die WTC-Schiene bisher ebenfalls keine Kontrollen. Übrigens gibt es sogar viele kleinere WTC-Ironman-Bewerbe, die noch nicht mal nach dem Wettkampf testen lassen (competition-tests!).Vielleicht lässt sich ja die WTC für 2011 noch was einfallen lassen, aber 2010 war ganz klar für den Kampf gegen Doping nicht nur ein verlorenes Jahr sondern sogar ein ganz erheblicher Rückschritt gegenüber bereits erreichten Anti-Doping-Standards!

Mich wundert, dass keiner der anderen Profi-Athleten wegen dieser in der heutigen Zeit, vor dem Erfahrungshorizont der Dopingfälle im Triathlon ebenso wie in benachbarten Ausdauersportarten eigentlich nicht tragbaren Situation den Mund aufmacht (wahrscheinlich haben die meisten Angst, wenn sie sich zum Thema Doping/ Trainingskontrollen äußern, Sponsoren zu irritieren, aber man sollte sich schon im Klaren sein, dass moralisch weniger gefestigte Charaktere die aktuelle Lage auch als faktische Dopingfreigabe interpretieren könnten mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen wie Wettbewerbsverzerrungen).

Hmmm... vielleicht sollte man das mal Slowman aka Dan Empfield von ST stecken, der schreibt auch gern auf ST mal WTC-kritische Artikel.... andererseits weiss der sicher erheblich mehr und hat noch nix geschrieben... nun denn...

tim

Cruiser 21.07.2010 23:32

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 424917)
Wenn Kurt sich nicht im Detail äußern will 8bzw. kann), mach ich's mal, nachdem ich's ohnehin hier schonmal geschrieben habe:

die WTC-Pro-Lizenz, deren Kosten von 800 USD offiziell von der WTC mit den Aufwendungen für ein geplantes Antidopingprogramm begründet worden ist, ist zumindest 2010 eine reine Mogelpackung. Es gibt keine Meldepflicht mehr, d.h. die WTC weiß gar nicht wann sich welcher Athlet wo befindet und kann dementsprechend auch keine Dopingkontrollen vornehmen.

Im Vorjahr hatte meine Frau mit der 250€ teuren NADA-DTU-Lizenz und im Zusammenhang mit dem von Kurt ins Leben gerufenen System der "Eisernen Transparenz" 12 unangemeldete Trainingskontrollen ( in den Vorjahren waren es meistens 6 oder 7). .Allerdings warens z.T. bei ausländischen Athleten erkennbar weniger, wahrscheinlich weil da die Reisespesen für die Kontrollen viel mehr ins Gewicht fallen, aber egal, das war auf jeden Fall eine vernünftige Entwicklung, an die sich der Rest der WTC und andere Veranstalter hätten dranhängen sollen!

In diesem Jahr 2010 gab's bisher für Heike als gemeldeten Triathlon-Profi (auch wenn sie das wg. Beruf und Kinder faktisch so wenig ist wie ich) keine einzige Kontrolle und alle anderen Profi-Athleten, mt denen wir in Kontakt sind hatten über die WTC-Schiene bisher ebenfalls keine Kontrollen. Übrigens gibt es sogar viele kleinere WTC-Ironman-Bewerbe, die noch nicht mal nach dem Wettkampf testen lassen (competition-tests!).Vielleicht lässt sich ja die WTC für 2011 noch was einfallen lassen, aber 2010 war ganz klar für den Kampf gegen Doping nicht nur ein verlorenes Jahr sondern sogar ein ganz erheblicher Rückschritt gegenüber bereits erreichten Anti-Doping-Standards!

Mich wundert, dass keiner der anderen Profi-Athleten wegen dieser in der heutigen Zeit, vor dem Erfahrungshorizont der Dopingfälle im Triathlon ebenso wie in benachbarten Ausdauersportarten eigentlich nicht tragbaren Situation den Mund aufmacht (wahrscheinlich haben die meisten Angst, wenn sie sich zum Thema Doping/ Trainingskontrollen äußern, Sponsoren zu irritieren, aber man sollte sich schon im Klaren sein, dass moralisch weniger gefestigte Charaktere die aktuelle Lage auch als faktische Dopingfreigabe interpretieren könnten mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen wie Wettbewerbsverzerrungen).

Mit einem Wort: Katastrophe :(

Ganz, ganz weit weg von Kurt´s angefangenem Kontrollsystem...

Woran liegts?
Hauptsächlich finanziell zu teuer?
Will man vieles aus diversen Gründen nicht so genau wissen?

bort 21.07.2010 23:42

Zitat:

Zitat von Cruiser (Beitrag 425057)
Mit einem Wort: Katastrophe :(

Ganz, ganz weit weg von Kurt´s angefangenem Kontrollsystem...

Woran liegts?
Hauptsächlich finanziell zu teuer?
Will man vieles aus diversen Gründen nicht so genau wissen?

Ein Investor will seine Investition langfristig zurückgezahlt bekommen, also müssen Gewinne erwirtschaftet werden. Wie geht das am leichtesten? Man senkt die Kosten!
Tja..und wenn man dann noch die Kosten bei Sache senken kann, die im schlimmsten Fall noch schlechte Publicity bringen kann...

keko 21.07.2010 23:45

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 424917)
...
Übrigens gibt es sogar viele kleinere WTC-Ironman-Bewerbe, die noch nicht mal nach dem Wettkampf testen lassen (competition-tests!).
...

Was mich interessieren würde: Weißt du vorher wann und wie getestet wird?

Ansonsten, danke für die ziemlich ernüchternden Einblicke :(

Megalodon 21.07.2010 23:53

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 424917)
Wenn Kurt sich nicht im Detail äußern will 8bzw. kann), mach ich's mal, nachdem ich's ohnehin hier schonmal geschrieben habe:

die WTC-Pro-Lizenz, deren Kosten von 800 USD offiziell von der WTC mit den Aufwendungen für ein geplantes Antidopingprogramm begründet worden ist, ist zumindest 2010 eine reine Mogelpackung. Es gibt keine Meldepflicht mehr, d.h. die WTC weiß gar nicht wann sich welcher Athlet wo befindet und kann dementsprechend auch keine Dopingkontrollen vornehmen.

Im Vorjahr hatte meine Frau mit der 250€ teuren NADA-DTU-Lizenz und im Zusammenhang mit dem von Kurt ins Leben gerufenen System der "Eisernen Transparenz" 12 unangemeldete Trainingskontrollen ( in den Vorjahren waren es meistens 6 oder 7). .Allerdings warens z.T. bei ausländischen Athleten erkennbar weniger, wahrscheinlich weil da die Reisespesen für die Kontrollen viel mehr ins Gewicht fallen, aber egal, das war auf jeden Fall eine vernünftige Entwicklung, an die sich der Rest der WTC und andere Veranstalter hätten dranhängen sollen!

In diesem Jahr 2010 gab's bisher für Heike als gemeldeten Triathlon-Profi (auch wenn sie das wg. Beruf und Kinder faktisch so wenig ist wie ich) keine einzige Kontrolle und alle anderen Profi-Athleten, mt denen wir in Kontakt sind hatten über die WTC-Schiene bisher ebenfalls keine Kontrollen. Übrigens gibt es sogar viele kleinere WTC-Ironman-Bewerbe, die noch nicht mal nach dem Wettkampf testen lassen (competition-tests!).Vielleicht lässt sich ja die WTC für 2011 noch was einfallen lassen, aber 2010 war ganz klar für den Kampf gegen Doping nicht nur ein verlorenes Jahr sondern sogar ein ganz erheblicher Rückschritt gegenüber bereits erreichten Anti-Doping-Standards!

Mich wundert, dass keiner der anderen Profi-Athleten wegen dieser in der heutigen Zeit, vor dem Erfahrungshorizont der Dopingfälle im Triathlon ebenso wie in benachbarten Ausdauersportarten eigentlich nicht tragbaren Situation den Mund aufmacht (wahrscheinlich haben die meisten Angst, wenn sie sich zum Thema Doping/ Trainingskontrollen äußern, Sponsoren zu irritieren, aber man sollte sich schon im Klaren sein, dass moralisch weniger gefestigte Charaktere die aktuelle Lage auch als faktische Dopingfreigabe interpretieren könnten mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen wie Wettbewerbsverzerrungen).

Aha, so schaut das alles also in der Realität aus.

Danke für das Statement, bricht es doch mit der lachhaften "ich- weiß-was-sag-aber-nichts" Attitüde à la Denk, die wenig hilfreich ist.

Klugschnacker 22.07.2010 00:37

Zitat:

Zitat von Megalodon (Beitrag 425071)
Aha, so schaut das alles also in der Realität aus.

Danke für das Statement, bricht es doch mit der lachhaften "ich- weiß-was-sag-aber-nichts" Attitüde à la Denk, die wenig hilfreich ist.

Es ist ein großer Unterschied, was über die öffentlichen oder die nicht öffentlichen Kanäle an Informationen fließen. Wenn man Zugang zu den informellen Kanälen hat, weiß man manche Angelegenheit anders einzuschätzen. Niemand könnte damit aber ständig Kreuzzüge um der Wahrheit willen führen, ohne sich

a) damit zu ruinieren oder
b) seinen Frieden zu verlieren.

Allerdings möchte ich das nicht auf Chrissie Wellington bezogen wissen. Es ist eine allgemeine Feststellung.

Grüße,
Arne

DasOe 22.07.2010 00:42

Zitat:

Zitat von Klugschnacker (Beitrag 425083)
Niemand könnte damit aber ständig Kreuzzüge um der Wahrheit willen führen

Genau das ist der Nährboden, mit dessen Hilfe sich die Doper-/Dopingnetzwerke aufbauen und halten können.

Wer ruiniert hier wen?
Wer nimmt wem den Frieden?

Am Ende zahlen Alle die Zeche ...

Cruiser 22.07.2010 08:11

Zitat:

Zitat von bort (Beitrag 425064)
Ein Investor will seine Investition langfristig zurückgezahlt bekommen, also müssen Gewinne erwirtschaftet werden. Wie geht das am leichtesten? Man senkt die Kosten!
Tja..und wenn man dann noch die Kosten bei Sache senken kann, die im schlimmsten Fall noch schlechte Publicity bringen kann...


Zitat:

Zitat von DasOe (Beitrag 425087)
Genau das ist der Nährboden, mit dessen Hilfe sich die Doper-/Dopingnetzwerke aufbauen und halten können.

Wer ruiniert hier wen?
Wer nimmt wem den Frieden?

Am Ende zahlen Alle die Zeche ...

Moin Bort,

wie DasOe schreibt, am Ende zahlen alle die Zeche, deshalb sollten ALLE, grade auch die (langfristig) interessierten Investoren an einem (möglichst) sauberen Sport interessiert sein.
Wohin wegschauen auff allen Ebenen führt, sieht man beim Radsport. Da ist doch "der Lack ab" und imho das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.


Zitat:

Zitat von Megalodon (Beitrag 425071)
Danke für das Statement, bricht es doch mit der lachhaften "ich- weiß-was-sag-aber-nichts" Attitüde à la Denk, die wenig hilfreich ist.

KD gibt zwischen den Zeilen ein gutes Statement.

Hafu 22.07.2010 08:35

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 425066)
Was mich interessieren würde: Weißt du vorher wann und wie getestet wird?

Ansonsten, danke für die ziemlich ernüchternden Einblicke :(

Nein, vorher weiß man das nicht, zumal in der standardisierten Ausschreibung Kontrollen immer angekündigt werden. Keinerlei Kontrollen gab's vor zwei Jahren beim Iroman UK, sowie -nach meinen Informationen- beim IM Südafrika sowie IM Malaysia.

Ich denke, dass sich kleinere Veranstalter, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, es sich einfach zweimal überlegen, ob sie die ca. 5000 Euro wenigstens zur Testung der drei Erstplazierten m/w ausgeben wollen, oder das Geld anderweitig investieren und der Lizenz-vergebende Verband scheint den Veranstaltern keine verbindlichen Vorgaben zu machen (was ntürlich ein Fehler ist, denn wieviel Preisgeld mindestens ausgeschüttet werden muss ist ja auch vereinheitlicht und verbindlich für jede Veranstaltung vorgeschrieben).

P.S.: übrigens sind wir eher offtopic (wie bei jedem Thread, der länger als 10 Seiten lang wird), denn das Problem betrifft ja alle Triathlon-Profis und nicht nur Wellington und ich glaub' eigentlich auch nicht, dass man ihre unglaubliche Leistung einfach nur auf Doping zurückführen kann, aber o.k., das ist nur ein Gefühl.

Hafu 22.07.2010 08:58

Zitat:

Zitat von Cruiser (Beitrag 425057)
...Woran liegts?
Hauptsächlich finanziell zu teuer?
Will man vieles aus diversen Gründen nicht so genau wissen?

Ja, ich denke es liegt in erster Linie am Geld. Viele nationale Verbände in Deutschland haben sich ja auch nur sehr widerwillig dem NADA-/WADA-System angeschlossen und z.T. auch erst auf Druck des Innenministeriums, das mit der streichung staatlicher Fördermittel gedroht hatte.

Die WTC unterliegt keiner staatlichen Einflussnahme, kann also ihre eigenene Regeln aufstellen und unterscheidet sich da nur wenig von der World Wrestling Foundation (und da scheint es den Fans auch ziemlich egal zu sein, woher die Muskelberge der Wrestler genau herkommen, solange das Spektakel stimmt).

Wenn sich die WTC an das eigentlich von der Struktur her halbwegs funktionierende Trainings-/ Meldekontrollsystem der WADA anschließen wollte (ADAMS), müsste sie zweifellos einen substantiellen Anteil ihrer Lizenzeinnahmen an diese Institutionen zur Nutzung deren Infrastruktur weiterreichen. Das überlegt sich ein Unternehmen, das in erster Linie seinen Anteilseignern verpflichtet ist (Stichwort: "shareholder value") natürlich zweimal, wahscheinlich müsste sie es sich sogar von ihren Hauptkapitalgebern überhaupt erst erlauben lassen.

hazelman 22.07.2010 09:56

Zitat:

Zitat von bort (Beitrag 425064)
Ein Investor will seine Investition langfristig zurückgezahlt bekommen, also müssen Gewinne erwirtschaftet werden. Wie geht das am leichtesten? Man senkt die Kosten!
Tja..und wenn man dann noch die Kosten bei Sache senken kann, die im schlimmsten Fall noch schlechte Publicity bringen kann...

Na, soweit man gelesen hat, hat Providence einen durchschnittlichen Anlagehorizont von 5-6 Jahren und verkauft nach dieser Zeit. Das würde ich nicht gerade als langfristig bezeichnen, oder? Das ist gleibedeutend damit, den Laden in Jahren 1 & 2 entsprechend auf Vordermann zu bringen (aka Profit zu trimmen), in Jahr 3 & 4 gute Zahlen erwirtschaften, damit man sich allerspätestens in Jahr 5 mit den tollen Zahlen aus Jahr 3 & 4 daran machen kann, den Laden gewinnträchtig wieder abzustoßen. Das sit kein Vorwurf an ein gewinnorientiertes PE-Unternehmen, sollte aber mal verdeutlichen, wie es um die langfristigen Interessen der derzeitigen Eigner bestellt ist, wenn es um einen sauberen (Profi-) Sport geht. Der interessiert die nicht wirklich die Bohne.

Übrigens, leider noch mehr OT: Ich halte das ganze Gerede der WTC von der Verschlankung zur Verbesserung des Profifeldes auf Hawaii für mehr oderm inder vorgeschoben. Da geht'S nicht um ein besseres Profifeld, sondern allein darum, durch eine Reduzierung der Pros auf dem Kona Pier mehr Platz für zahlende Kundschaft zu machen. 80 statt früher 160 Pros geben Platz für mind. zwei neue Qualifier. Um nix anders geht'S da!

@Kurt: Ja, wieder mal gesundes Haldwissen incl. wildester Spekulation von meinereiner, ich weiss! :cool:

drullse 22.07.2010 10:34

Zitat:

Zitat von hazelman (Beitrag 425179)
Na, soweit man gelesen hat, hat Providence einen durchschnittlichen Anlagehorizont von 5-6 Jahren und verkauft nach dieser Zeit. Das würde ich nicht gerade als langfristig bezeichnen, oder? Das ist gleibedeutend damit, den Laden in Jahren 1 & 2 entsprechend auf Vordermann zu bringen (aka Profit zu trimmen), in Jahr 3 & 4 gute Zahlen erwirtschaften, damit man sich allerspätestens in Jahr 5 mit den tollen Zahlen aus Jahr 3 & 4 daran machen kann, den Laden gewinnträchtig wieder abzustoßen. Das sit kein Vorwurf an ein gewinnorientiertes PE-Unternehmen, sollte aber mal verdeutlichen, wie es um die langfristigen Interessen der derzeitigen Eigner bestellt ist, wenn es um einen sauberen (Profi-) Sport geht. Der interessiert die nicht wirklich die Bohne.

Nanana... Da werden Dir die üblichen Verdächtigen jetzt aber gleich einschenken, dass solche Firmen nachhaltig wirtschaften und nur das Beste wollen... :Huhu:

FuXX 22.07.2010 10:44

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 424932)
Den DTU-LD-Kader gibt es meines Wissens nicht mehr, eigentlich gab es ihn auch nie so richtig bzw. mehr oder weniger nur auf dem Papier.

Man kann als Athlet für die DTU bei ITU-Veranstaltungen antreten, dann muss man auch für NADA und ADAMS (=Online-Meldesystem der WADA) registriert sein, das ist aber unabhängig von einer evt. Kaderzugehörigkeit.

Meinst du nicht, dass zumindest die deutschen Top LDler zusaetzlich auch noch die DTU Lizenz haben? Die werden dann ja darueber kontrolliert, haben also womoeglich nen anderen Eindruck als ihr. Du hast natuerlich dennoch absolut recht - wenn es so laeuft, dann sollte man der WTC mal nen kraeftigen Tritt in den Allerwertesten verpassen.

@Hazelman: Aber wir koennten ja mal mit Herbert sprechen. Vielleicht schreibt der ja nen Artikel, oder bringt Dan dazu. Die WTC hat ja ein Interesse an ihrem Image und Slowtwitch hat da schon Einfluss. Ich schreib Herbert mal...

FuXX

meggele 22.07.2010 10:50

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 425207)
Nanana... Da werden Dir die üblichen Verdächtigen jetzt aber gleich einschenken, dass solche Firmen nachhaltig wirtschaften und nur das Beste wollen... :Huhu:

Wobei ich nicht sehe, dass deren aktuelles Verhalten so besonders heraussticht aus dem anderer. 5-6 Jahre massive Verluste wird sich eh kein kleiner/mittlerer Laden leisten können, von daher muss jeder von denen Gewinn machen. Und andere Veranstalter/Institutionen zeigen doch auch kein Interesse an Dopingbekämpfung, obwohl sie ihre Geschichten nicht veräußern wollen - ob es nun UCI, FIFA, ITF, Giro, Diamond League oder wer auch immer ist. Und konsequent gedacht ist es doch auch genau andersrum: wenn die WTC jetzt für bestmögliche Antidopingstandards sagt, beruhigt das einen möglichen Investor eher, weil er keine zukünftige Katastrophe fürchten muss. Klar, unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

meggele 22.07.2010 10:52

Zitat:

Zitat von FuXX (Beitrag 425216)
Meinst du nicht, dass zumindest die deutschen Top LDler zusaetzlich auch noch die DTU Lizenz haben?

Brauchen sie nicht, wenn sie nur bei WTC-Rennen starten möchten. (Die Challenge verlangt "eine Profi-Lizenz".)

hazelman 22.07.2010 10:55

Zitat:

Zitat von FuXX (Beitrag 425216)

@Hazelman: Aber wir koennten ja mal mit Herbert sprechen. Vielleicht schreibt der ja nen Artikel, oder bringt Dan dazu. Die WTC hat ja ein Interesse an ihrem Image und Slowtwitch hat da schon Einfluss. Ich schreib Herbert mal...

FuXX

An den alten Glatzkopf, der mir immer noch nan Titan-Flaschenöffner schuldet, hatte ich gar nicht gedacht. Falls es per mail nicht klappt, könntest DU (vll auch wir) wir ihn ja vll. mal am ST-Get-Together in Kona anquasseln.

p.s. PN von gestern bekommen?

hazelman 22.07.2010 10:57

Zitat:

Zitat von meggele (Beitrag 425220)
Wobei ich nicht sehe, dass deren aktuelles Verhalten so besonders heraussticht aus dem anderer. 5-6 Jahre massive Verluste wird sich eh kein kleiner/mittlerer Laden leisten können, von daher muss jeder von denen Gewinn machen. Und andere Veranstalter/Institutionen zeigen doch auch kein Interesse an Dopingbekämpfung, obwohl sie ihre Geschichten nicht veräußern wollen - ob es nun UCI, FIFA, ITF, Giro, Diamond League oder wer auch immer ist. Und konsequent gedacht ist es doch auch genau andersrum: wenn die WTC jetzt für bestmögliche Antidopingstandards sagt, beruhigt das einen möglichen Investor eher, weil er keine zukünftige Katastrophe fürchten muss. Klar, unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

Ich glaub ja, wir überschätzen den Wert der Profiabteilung beim IM sowas von, das gibbt es gar nicht. John Doe interessiert es doch einen feuchten Kericht, ob "die da vorn" was einwerfen oder nicht, er will sich Ironman nennen dürfen, egal, ob es 12 oder 16h dauert.

kaiche82 22.07.2010 11:03

Zitat:

Zitat von FuXX (Beitrag 425216)
Meinst du nicht, dass zumindest die deutschen Top LDler zusaetzlich auch noch die DTU Lizenz haben? Die werden dann ja darueber kontrolliert, haben also womoeglich nen anderen Eindruck als ihr. Du hast natuerlich dennoch absolut recht - wenn es so laeuft, dann sollte man der WTC mal nen kraeftigen Tritt in den Allerwertesten verpassen.

FuXX

Sicher haen die meisten deutschen eine DTU Lizenz und werden auch regelmäßig kontrolliert. Teilweise unterwerfen sie sich zusätzlichen Kontrollen durch Teams insbesondere im Falle des Commerzbank Teams.

Meine ursprüngliche Frage an Kurt bezog sich eher auf ausländische Triathleten. Bei einer Radausfahrt erzählte mir ein weit angereister Athlet der mit einer Pro Lizenz startet, dass er das ganze Jahr (bis mitte Juli) noch nicht im Training getestet worden ist. Trainingskontrollen wären bei ihm auch gar nicht möglich da er niemanden sagen muss wo er überhaupt ist. Ein deutscher Pro-Athlet hat mir im Gegensatz dazu von mindestens 5 Trainingskontrollen erzählt und das war glaub ich so mitte Mai. Dies konnte ich nicht nachvollziehen. Deshalb die Frage.

Zitat:

Zitat von kaiche82 (Beitrag 424821)
@ Kurt. Ihr wart ja mit eurem Anti Doping Programm wie ich finde auf einem guten Weg. Ich nehme an dass Antidoping Programm von Xdream wurde durch die Regelungen im Pro Breich der WTC abgeschwächt? Wird hier am falschen Ende gespart? Sebastian Kienle hat glaube ich mal von Kosten i.H.v. ca 5000€ pro Starter gesprochen.
Welchen bzw. wessen Dopingkontrollen muss sich ein Athlet der nur über eine WTC Pro Lizens verfügt unterwerfen? Wie oft wird man ca. p.a. kontrolliert?


meggele 22.07.2010 11:04

Zitat:

Zitat von hazelman (Beitrag 425230)
Ich glaub ja, wir überschätzen den Wert der Profiabteilung beim IM sowas von, das gibbt es gar nicht. John Doe interessiert es doch einen feuchten Kericht, ob "die da vorn" was einwerfen oder nicht, er will sich Ironman nennen dürfen, egal, ob es 12 oder 16h dauert.

Das stimmt wohl...

Bzgl. Deiner Pro-Verschlankungs-Argumentation: seh ich genauso. Die 80 Pros weniger vermisst "keiner", aber so sind 2-3 Qualifier mehr.

wolfi 22.07.2010 11:10

Zitat:

Zitat von kaiche82 (Beitrag 424821)
.... Wie oft wird man ca. p.a. kontrolliert?

fyi
http://www.triathlon-szene.de/forum/...&postcount=237

kaiche82 22.07.2010 11:14

Selstverständlich sind die Leitungen mM nach die Leistungen von CW nicht durch Doping zu erklären, dazu ist der Abstand wohl viel zu groß.
Dennoch sollte eine eventuelle Dopingproblematik offensiv angegangen werden damit es im Triathlon nicht so weit kommt wie der Radsport. Unter Radfahren (U 23 Bundesliga) habe ich schon Diskussionen mitbekommen die sich darum drehten warum Profi xy erwischt wurde was er falsch gemacht hat. Niemand war dort der Meinung Doping an sich sei Falsch.

FuXX 22.07.2010 11:33

Zitat:

Zitat von meggele (Beitrag 425224)
Brauchen sie nicht, wenn sie nur bei WTC-Rennen starten möchten. (Die Challenge verlangt "eine Profi-Lizenz".)

Das ist mir bewusst. Aber die starten meist auch bei anderen Rennen im DTU Raum. Gibt es nicht ne Liste der DTU Pro Lizenznehmer? Ich wuerd mich wundern wenn Timo, Faris, Normann etc. nicht drauf stehen.

Zitat:

Zitat von hazelman (Beitrag 425226)
An den alten Glatzkopf, der mir immer noch nan Titan-Flaschenöffner schuldet, hatte ich gar nicht gedacht. Falls es per mail nicht klappt, könntest DU (vll auch wir) wir ihn ja vll. mal am ST-Get-Together in Kona anquasseln.

p.s. PN von gestern bekommen?

Wird schon klappen. Ich weiss seinen nick hier nur nicht mehr. Sonst wuerd ich direkt schreiben. Ich hab aber auch noch ne email von ihm, wenn ich mich nicht irre, das kann ich aber erst spaeter nachschauen.

Und die PN hab ich bekommen, ja, ich hab doch sogar geantwortet ;)
Zitat:

Zitat von meggele (Beitrag 425240)
Das stimmt wohl...

Bzgl. Deiner Pro-Verschlankungs-Argumentation: seh ich genauso. Die 80 Pros weniger vermisst "keiner", aber so sind 2-3 Qualifier mehr.

Die vermisst aber auch keiner hinsichtlich der Leistung. Die besten 80 sind ja auch 2011 noch da und die weiteren 80 werden sowieso eher die Kandidaten sein, die meist ausgestiegen oder gehend ins Ziel gekommen sind.

FuXX

Hafu 22.07.2010 11:35

Zitat:

Zitat von FuXX (Beitrag 425216)
Meinst du nicht, dass zumindest die deutschen Top LDler zusaetzlich auch noch die DTU Lizenz haben? Die werden dann ja darueber kontrolliert, haben also womoeglich nen anderen Eindruck als ihr. Du hast natuerlich dennoch absolut recht - wenn es so laeuft, dann sollte man der WTC mal nen kraeftigen Tritt in den Allerwertesten verpassen.


FuXX

Möglicherweise, aber wer hat schon soviel Geld, dass er zusätzlich zu den 800 USD für die WTC-Lizenz noch 250€ für die DTU-Lizenz ausgeben kann und will, ohne dass dies zwingend erforderlich wäre.

Könnte ich mir allenfalls bei den paar Mitgliedern des Commerzbank-Teams, bei denen der Sponsor ein gewisses Interesse an skandalfreiem Sport hat und vielleicht auch denen des Abu-Dhabi-Triathlon-Teams, bei denen das Geld vielleicht auch ein bischen lockerer sitzt, vorstellen.

Aber man handelt sich mit der ADAMS-Geschichte ja selbst als sauberer Athlet auch viele Unbequemlichkeiten im Zusammenhang mit der lückenlosen Meldepflicht ein.

Während in den vergangenen drei Jahren schon einige über ADAMS (auch in der Presse) gejammert haben (dass sie bei jedem kurzfristigen Reiseplan ihre Where-abouts anpassen müssen), habe ich in diesem Jahr noch keinerlei Klagen darüber gelesen: vermutlich weil eben kaum noch einer bei ADAMS mitmacht.

TriBlade 22.07.2010 11:38

Ich habe hier schon häufig die Argumentationskette gelesen, es sei unlogisch zu dopen wenn man mit so einem Abstand wie Frau Wellington gewinnt.
Setzt das nicht voraus, dass alle anderen dann auch nicht dopen?
Denn wenn die anderen dopen und Fr. Welington gewinnt ungedopt mit solchen Superzeiten wo macht Doping dann noch Sinn?
Die Radsportler sehen es ja wohl als Zwang des Systems an, weil man sonst nichts gewinnen könnte.
Wenn man dann noch liest, dass möglicherweise nicht mehr so viel oder überhaupt nicht mehr im Training kontrolliert wird, fällt es schwer zu glauben, dass alle sauber sein sollen.
Ich fürchte eher, dass alle in etwa mit den selben "Voraussetzungen" starten. Mal mit besserm "Material" mal mit schlechterem "Material". Auch da wird es die Diskussion ähnlich wie "Shimano" oder "Campa", 26 oder 28, Tri-Spoke oder Scheibe geben. Nur vielleicht nicht ganz so offen.

KernelPanic 22.07.2010 11:43

Zitat:

Zitat von Megalodon (Beitrag 425071)
lachhaften "ich- weiß-was-sag-aber-nichts" Attitüde à la Denk, die wenig hilfreich ist.

Wieviele Anwälte hätte man in KDs Position wohl an den Hacken, wenn man Klartext reden würde?

schoppenhauer 22.07.2010 11:46

Zitat:

Zitat von TriBlade (Beitrag 425262)
Ich habe hier schon häufig die Argumentationskette gelesen, es sei unlogisch zu dopen wenn man mit so einem Abstand wie Frau Wellington gewinnt.

So etwas können nur Männer schreiben, die sich von den traditionellen Konventionen nicht trennen können. Bei der Dominanz von CW wird sie einen einsamen Kampf gegen die Uhr führen oder, was wahrscheinlicher ist, die Männerzeiten als Referenz für ihre Motivation nehmen.

Hafu 22.07.2010 11:58

Zitat:

Zitat von TriBlade (Beitrag 425262)
...Ich fürchte eher, dass alle in etwa mit den selben "Voraussetzungen" starten. Mal mit besserm "Material" mal mit schlechterem "Material". ...

Mit deinen übrigen Überlegungen (die ich hier nicht zitiert habe) kann ich dir folgen, aber hier hast du mit Sicherheit mit der obigen Aussage unrecht (und wir hatten die diskussion ja schon etliche male in diversen Variationen. Es gibt ganz sicher auch einige (bis etliche), die mit "keinem Material" starten. Das liegt einfach in der Natur des Menschen.

Ich bin vor zwei Wochen in Rabenden bei einem kleinem Triathlon gestartet, bei dem es keinerlei Kampfrichter gab (was ich erst danach erfahren habe). War offensichtlich beim BTV nicht ordnungsgemäß angemeldet. Natürlich gab's dort auf der flachen Radstrecke üble Windschattengruppen, die spätere Frauensiegerin ließ sich sogar an der einzigen (und sehr steilen) Steigung von einem Vereinskollegen am Sattel schieben, um nicht aus ihrer 30-Mann-Gruppe rauszufallen, aber trotzdem gab's auch dort etliche Athleten (z. B. auch die drei vor mir plazierten Athleten), die trotzdem die Regeln einhielten, die vor dem Balken in der T2 abstiegen (während einige einfach drüber rollten) und nicht Windschatten fuhren, obwohl es wie gesagt keiner kontrollierte.

Anderes Beispiel: Wenn es plötzlich keine Radarkontrollen mehr gäbe, würden deshalb auch nicht plötzlich alle Autofahrer durch 30er-Zonen und Spielstraßen mit 60 km/h druchbrettern.

Zum Glück gibt es etliche Leute auch im Sport, die ihr Verhalten bewusst oder unbewusst am Kantschen kategorischen Imperativ ausrichten, d.h. sich ungefähr so verhalten, wie sie es auch von ihren Mitmenschen in der gleichen Situation erwarten würden.

Joerg aus Hattingen 22.07.2010 12:16

Ein kleiner Einblick ins 'normale' Kontrollsystem. Unsere Schwimmer waren unlängst in einem TL in Italien. Bei einem Frühtraining in einer Halle kam auf einmal ein Pförtner zu den nebenan trainierenden Italienern. Ziemlich schnell stiegen dann eine bekannte italienische Schwimmerin und zwei in Schwimmkreisen bekannte männliche Schwimmer aus dem Wasser und verschwanden in den Umkleiden. Eine viertel Std später kommen drei Kontrolleure ins Bad, es stellt sich heraus, dass die dann eine unserer Schwimmerinnen testen wollten.
Auf meine Nachfrage, was man denn in der Umkleide machen könne, wurde mir Folgendes gesagt. Man könne beispilesweise vorzeitig Urin lassen, sei die Blase erstmal leer, müsse man entsprechend viel trinken, um wieder Urin lassen zu können, Je nachdem, wieviel und lange man einhalten könne (je mehr, je besser), würden nachweisbare Substanzen iim Urin regelrecht verdünnt.
Ob das so ist, kann sicherlich Harald besser beurteilen und ich denke, die mit der Materie vertrauten Trainer und Betreuer kennen weitere und efektivere Möglichkeiten.
Ich wndere mich schon lange nicht mehr, dass kaum jemand erwischt wird.

gurke 22.07.2010 12:22

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 425274)
Zum Glück gibt es etliche Leute auch im Sport, die ihr Verhalten bewusst oder unbewusst am Kantschen kategorischen Imperativ ausrichten, d.h. sich ungefähr so verhalten, wie sie es auch von ihren Mitmenschen in der gleichen Situation erwarten würden.

Das können sich aber wahrscheinlich nur die Leute leisten die kein Geld damit verdienen müssen.
HaFu deine Ausführungen zum Thema Kontrollen haben mich schon ein wenig schockiert. Ich dachte, da würde mittlerweile lückenloser getestet. Zu dem frage ich mich wie es wäre wenn ein Veranstalter klare Kontrollen einführt und ein "sauberes" Rennen verspricht und kein Pro kommt? Würden dann alle jubeln oder wäre das ein langweiliges Event? Also:Panem et circenses oder mens sana in corpore sano?
Ich befürchte das wir hier nur ein kleines Häufchen naiver Idealisten sind.:Cheese:

FinP 22.07.2010 13:03

Man kann es auch so sehen: Die WTC kontrolliert intelligent und setzt ihre Mittel zielgerichtet ein.

Weil die Frau von HaFu ja bestimmt nicht dopt, wenn der HaFu hier so nett schreibt, dann brauchen die ja auch bei seiner Frau kein Geld verschwenden. :Cheese:

Im Ernst: Die sollen das Geld darauf konzentrieren, die richtigen Profis zu testen und nicht die unter "ferner liefen", die netterweise Geld ins System spritzen.
Ob die Top-Profis getestet werden als die Frau HeiFu ist allerdings noch offen.

dude 22.07.2010 13:45

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 425207)
Nanana... Da werden Dir die üblichen Verdächtigen jetzt aber gleich einschenken, dass solche Firmen nachhaltig wirtschaften und nur das Beste wollen... :Huhu:

Du meinst mich, aber ich wuerde das so nie sagen. Hazel hat es genau richtig formuliert. In den meisten Faellen ist aber eben genau dieses Verhalten fuer die Firmen nicht schaedlich.

drullse 22.07.2010 13:47

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 425353)
Du meinst mich, aber ich wuerde das so nie sagen. Hazel hat es genau richtig formuliert. In den meisten Faellen ist aber eben genau dieses Verhalten fuer die Firmen nicht schaedlich.

Klar meinte ich Dich. ;)

Und natürlich ist das für die Firmen nicht schädlich, für das Label Ironman wäre ich mir da aber nicht so sicher - lasse mich aber nach wie vor gerne positiv überraschen!

dude 22.07.2010 13:51

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 425355)
Und natürlich ist das für die Firmen nicht schädlich, für das Label Ironman wäre ich mir da aber nicht so sicher - lasse mich aber nach wie vor gerne positiv überraschen!

Dann nimm' Deine Unterstellung zurueck.

drullse 22.07.2010 14:14

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 425364)
Dann nimm' Deine Unterstellung zurueck.

Wenn's positiv ausgegangen ist gerne. Bis dahin bleibe ich skeptisch und bei meiner Meinung.

kaihawaii 22.07.2010 14:36

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 425355)
Klar meinte ich Dich. ;)

Und natürlich ist das für die Firmen nicht schädlich, für das Label Ironman wäre ich mir da aber nicht so sicher - lasse mich aber nach wie vor gerne positiv überraschen!

ob in einem von euch angesprochenen doping worst case szenario der triathlon, wie radsport den tellerrand runterfallen könnte, ist eine andere frage. zudem ist das eher ein regionaler (deutscher, deutschsprachiger) effekt. andere länder (EU/weltweit) interessiert die thematik nur am rande. in den USA nur, wenn damit betrugstatbestände z.b. an öffentlichen geldern (vgl. us postal ./. armstrong untersuchung) einhergehen. show must go on - ein standpunkt, den man durchaus vertreten könnte, den ich aber persönlich nicht teile. der kleinste nenner sollte der schutz des athleten (vor sich selbst) sein.

ironman hat in der gesamtheit viel zu viel marktmacht und könnte tatsächlich die wahrnehmung weiter so prägen, wie in den letzten 20 jahren. auch wenn die itu sich mit ihrer kurzdistanzserie sehr bemüht und erfolge im markt verbuchen kann. solange die WTC kein ähnliches itu format bringt, haben wir schon ein gewisses gleichgewicht. die wtc darf olympische distanzen laut vertrag zwischen Les MCD und WTC meines wissens gar nicht ausrichten. spannend wird es, wenn die wtc eine ähnl. distanz bringt. dann könnte die itu den gewonnenen einfluss in der öffentlichen wahrnehmung wieder verlieren.


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