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captain hook 21.10.2015 15:11

Zitat:

Zitat von Antracis (Beitrag 1175877)
Captain,
sach mal, das steht ja hier unter Radfahren, bei einigen Beiträgen geht es dann doch gemischt zum Laufen. Willst Du das hier lieber koscher halten (womit ich kein Problem habe...), oder können die Beispieleinheiten auch fürs Laufen/Duathlon gepostet werden.

Wo Du doch gerade wieder läufst. :Blumen:

Gruß
Sascha

Ich glaube die Grundzüge der Periodisierung unterscheiden sich nicht so großartig. Von daher würde es die Anzahl an Vorschägen ggf erhöhen wenn man andere Sportarten mit einfließen lässt. Ich war ja lediglich der Anstoßgeber, weil ich vermutete, dass dieses Thema so einige Leute ab und zu beschäftigt wenn man hier so diverse Fragen betrachtet.

Zitat:

Zitat von Bike-Felix (Beitrag 1175879)
Ich kenn mich da ja nicht so aus, daher die Frage ;) war nur verwundert wie man über eine Saison hinweg gut 10x Top Leistung bringen kann

Es ist halt nicht jedes Mal eine Topleistung gemessen an 100% des Leistungsvermögens. Das ist alles, was man sich vor Augen halten muss. Auch, wenn es vielleicht trotzdem zum gewinnen reicht.

Nordexpress 21.10.2015 15:16

Interessante Diskussion. Wobei Ihr alle ein wenig von unbeschränktem Zeitbudget und Idealbedingungen auszugehen scheint.

Zitat:

Zitat von captain hook (Beitrag 1175866)
Zur Eindordnung: All das sind Einheiten und Kombinationen, die ich anhand der Standardwerke in der Specialphase sehen würde.

Sehe ich als zeitlimitierter (Ultra-)Langdistanzler(für mich) nicht so.
4x4 oder 2-3x20 sind für Langstreckler nicht wirklich spezifisch. Warum also in der Specialphase (oder Build oder sonstwie bezeichnet)? Spezifisch (beim Rad zumindest) ist hier der Übergangsbereich GA1/GA2 bzw. die Optimierung der Fettverstoffwechselung.

Früher habe ich für Radlangdistanzen (ab 200km, PBP etc.) nach dem klassischen Schema (erst GA/Kraft, dann an der FTP), sehr volumenorientiert trainiert, 15-20h/Woche.

Aufgrund eingeschränkter Zeit (Familie, Job) hab ich über die letzten 2-3 Jahre umgestellt:
erste Phase: "VO2max" (30/30, 4x4) neben lockerem GA (1x wöchentlich lang, 3-4h)
zweite Phase: FTP-Training mit 3x8 überschwellig u. 2-3x20 SST
Specialphase: spezifische Vorbereitung mit viel oberem GA (=70-75%FTP) und Tempointervallen (z.B. 4x30 80-85%FTP)

Vereinfacht dargestellt: anfangs sehr hart & sehr locker und im Jahresverlauf dann immer weitere Annährung an mittlere Intensitätsbereiche(GA2).

Die Resultate bzgl. FTP und Langzeitleistung >4-8h sind ziemlich vergleichbar, wobei ich bei der FTP nicht ganz an alte Werte rankomme (310 vs. 330 W). Ich trainiere jetzt abgesehen von der letzten Phase aber nur noch 8-12h/Woche. Lebenskilometer sind natürlich vorhanden und spielen sicher eine Rolle.

Das von Wasi im Tourforum veröffentliche Wintertraining arbeitet ja auch ähnlich und funktionierte recht gut.

Einen zweigipfliger Aufbau hab ich allerdings damit noch nicht hingekriegt. Die Form hat sicher nicht solange Bestand wie mit ausgeprägter GA-Phase im Winter. Auch die Regenerationsfähigkeit bzw. die Stabilität des Immunsystems wie von Nik weiter oben mal angesprochen, leidet finde ich.

NBer 21.10.2015 15:16

Zitat:

Zitat von Bike-Felix (Beitrag 1175879)
Ich kenn mich da ja nicht so aus, daher die Frage ;) war nur verwundert wie man über eine Saison hinweg gut 10x Top Leistung bringen kann

definiere "top leistung". ich kann sogar 20 oder 30 mal im jahr mein bestes geben, das wären für nichtsportler alles "top leistungen". so darf man auch das verhältnis von uns normalsterblichen zu den profis sehen.
natürlich ist es so, dass mit der WM umstellung die periodisierung nicht einfacher geworden ist. in olympischen jahren ist es klar, dass es da schon zu olympia einen 100% peak geben soll.
in normalen jahren wird so trainiert, dass es zur abschlußveranstaltung der WM einen 100% peak geben soll, ganz einfach, weil es dort doppelt punkte gibt. der rest des jahres wird dann in der tat nicht mit 100% bestritten. allerdings auch nicht mit 95%. der abfall zu 100% dürfte nur bei 1-3% liegen.

loriot 21.10.2015 15:21

Zitat:

Zitat von Sciencetoday (Beitrag 1175839)
Es gibt die nette Studie aus dem Jahr 2014 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3912323/

Ich will jetzt nicht auf dieser Studie rumhacken, nur sind mir als Laie ein paar Sachen aufgefallen, die ich nicht zu deuten weiß. Die Teilnehmer der Studie sind ja alle schon von Beginn an gut trainiert.

Im Vergleich zum Umfang des polarisierten Trainings mit 11,5h pro Woche ist die Umfangsbetonte Variante mit 11,3h pro Woche relativ umfangsarm. Zusammen mit der ausgesprochen erholsamen Ruhewoche reicht meiner Meinung nach die Intensität nicht mehr für einen wirksamen Trainingsreiz aus. Als Referenz würde ich beim HVT Lydiards Vorgaben nehmen, die bei vergleichbaren Belastungswochen auf Regenerationswochen verzichten.
Beim HIIT wiederum empfinde ich die Erholungswoche vergleichsweise heftig. Dazu kann ich den kompletten Verzicht auf lange ruhige Einheiten beim THR nicht einordnen.

Bezüglich der Auswertung empfinde ich den Anstieg der VO2-Max beim POL um 7 L/(min*kg) extrem für bereits trainierte Sportler nach nur 9 Wochen Training.
Dazu fällt mir auf, dass der Ausgangswert bei der VO2-Max beim HVT mit 4,8 L/min deutlich höher als beim POL mit 4,4 L/min liegt. Das sind schließlich 10% Unterschied!

Das Absinken der Belastungsherzfrequenz nach dem HIIT ist auch irgendwie krass.

captain hook 21.10.2015 15:23

Zitat:

Zitat von Nordexpress (Beitrag 1175886)
Interessante Diskussion. Wobei Ihr alle ein wenig von unbeschränktem Zeitbudget und Idealbedingungen auszugehen scheint.



Sehe ich als zeitlimitierter (Ultra-)Langdistanzler(für mich) nicht so.
4x4 oder 2-3x20 sind für Langstreckler nicht wirklich spezifisch. Warum also in der Specialphase (oder Build oder sonstwie bezeichnet)? Spezifisch (beim Rad zumindest) ist hier der Übergangsbereich GA1/GA2 bzw. die Optimierung der Fettverstoffwechselung.

Früher habe ich für Radlangdistanzen (ab 200km, PBP etc.) nach dem klassischen Schema (erst GA/Kraft, dann an der FTP), sehr volumenorientiert trainiert, 15-20h/Woche.

Aufgrund eingeschränkter Zeit (Familie, Job) hab ich über die letzten 2-3 Jahre umgestellt:
erste Phase: "VO2max" (30/30, 4x4) neben lockerem GA (1x wöchentlich lang, 3-4h)
zweite Phase: FTP-Training mit 3x8 überschwellig u. 2-3x20 SST
Specialphase: spezifische Vorbereitung mit viel oberem GA (=70-75%FTP) und Tempointervallen (z.B. 4x30 80-85%FTP)

Vereinfacht dargestellt: anfangs sehr hart & sehr locker und im Jahresverlauf dann immer weitere Annährung an mittlere Intensitätsbereiche(GA2).

Die Resultate bzgl. FTP und Langzeitleistung >4-8h sind ziemlich vergleichbar, wobei ich bei der FTP nicht ganz an alte Werte rankomme (310 vs. 330 W). Ich trainiere jetzt abgesehen von der letzten Phase aber nur noch 8-12h/Woche. Lebenskilometer sind natürlich vorhanden und spielen sicher eine Rolle.

Das von Wasi im Tourforum veröffentliche Wintertraining arbeitet ja auch ähnlich und funktionierte recht gut.

Einen zweigipfliger Aufbau hab ich allerdings damit noch nicht hingekriegt. Die Form hat sicher nicht solange Bestand wie mit ausgeprägter GA-Phase im Winter. Auch die Regenerationsfähigkeit bzw. die Stabilität des Immunsystems wie von Nik weiter oben mal angesprochen, leidet finde ich.

Also grundsätzlich machst Du es bezogen auf den BrevetSport genauso, wie die klassische Periodisierung es vorsieht. Nur halt bezogen auf Deine sehr speziellen Anforderungen bezogen. Da ist 4x4 soweit weg von den WK Anforderungen, dass es fast so ist, wie Sprinttraining für andere Ausdauersportler. :Cheese:

Bike-Felix 21.10.2015 15:29

Zitat:

Zitat von NBer (Beitrag 1175887)
der rest des jahres wird dann in der tat nicht mit 100% bestritten. allerdings auch nicht mit 95%. der abfall zu 100% dürfte nur bei 1-3% liegen.

Das erklärt die prozentual eher kleinen Unterschiede in den Zielzeiten der Profis (größere Abstände von über 5Min schiebe ich mal auf unterschiedliche Streckenprofile), danke dafür :)

Krass das die dann tatsächlich mit 97% mitten in der Saison am Start stehen können, bei den Umfängen die sie trainieren

NBer 21.10.2015 15:32

Zitat:

Zitat von Bike-Felix (Beitrag 1175891)
.....Krass das die dann tatsächlich mit 97% mitten in der Saison am Start stehen können, bei den Umfängen die sie trainieren

genau andersherum wird ein schuh draus, die können das genau WEGEN dieser umfänge ;-)

Bike-Felix 21.10.2015 15:37

Bei 30-40h pro Woche sowohl langem als auch hochinensivem Training dann einen Wk zu bestreiten der garnicht so viel langsamer ist als die persönliche Bestleistung... Einfach krass was die Jungs und Mädels leisten :)


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