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the grip 25.06.2013 10:32

Matthias Beltz
 
Tapferkeit

Zu Haus leb ich recht selbstbezogen
und brauche deshalb keine Drogen,
doch geh ich aus und muß charmant sein,
dann faß ich Mut und etwas Brandwein

the grip 27.06.2013 10:46

Fred Endrikat:
 
Nach meiner zweiten Scheidung

Du fragst, was ich von den Frauen halte?
Als Antwort geb' ich dir darauf:
Ich bleibe unentwegt der alte.
Ich geb' die Hoffnung niemals auf.

the grip 30.06.2013 16:41

Kästner:
 
Köpfe abschlagen ist nicht sehr klug.
Die Stecknadel, der man den Kopf abschlug,
fand, der Kopf sei völlig entbehrlich,
und war nun vorn und hinten entbehrlich.

the grip 02.07.2013 10:22

Heinrich Heine:
 
Kaum hab ich die Welt zu schaffen begonnen.
In einer Woche war’s abgetan.
Doch hatt ich vorher tief ausgesonnen
Jahrtausendelang den Schöpfungsplan.

Das Schaffen selbst ist eitel Bewegung,
Das stümpert sich leicht in kurzer Frist;
Jedoch der Plan, die Überlegung,
Das zeigt erst, wer ein Künstler ist.

Ich hab allein dreihundert Jahre
Tagtäglich drüber nachgedacht,
Wie man am besten Doctores Juris
Und gar die kleinen Flöhe macht.

the grip 04.07.2013 10:13

Franz Kafka, als nachträgliches Geburtstagsständchen zum 130.
 
Trabe, kleines Pferdchen,
du trägst mich in die Wüste,
alle Städte versinken,
die Dörfer und lieblichen Flüsse.
Ehrwürdig die Schulen,
leichtfertig die Kneipen,
Mädchengesichter versinken,
verschleppt vom Sturm des Ostens.

the grip 07.07.2013 10:36

Goethe:
 
Gingo Biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut,

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei? die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn:
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

the grip 09.07.2013 12:40

Wolf Wondratschek:
 
Ewige Liebe

Er hat gesagt,
diese Nacht dauert ein Leben.
Da hat sie sich hingegeben.
So haben sie eine Nacht
Verbracht.

the grip 11.07.2013 10:16

Charles Bukowski:
 
Ich mochte ihn

Ich mochte D.H. Lawrence,
er konnte so schön wütend
werden, er blaffte und
fetzte mit wundervoll
energischen Sätzen, er
konnte das Wort zu Papier
bringen, leuchtend und
zuckend, der Gestank
von Blut und Mord und
Opfer umwehte ihn, die
einzige Zärtlichkeit,
die er sich erlaubte, war
wenn er seine füllige
deutsche Frau zu Bett
brachte. Ich mochte
D.H. Lawrence. Er konnte
über Jesus reden, als wärs
der Mann von nebenan, und
er konnte australische
Taxifahrer so gut beschreiben,
daß man sie haßte. Ich
mochte D.H. Lawrence, aber
ich bin froh, daß ich ihn
nie kennenlernte in irgend-
einem Bistro, wo er mit
gespreizten Fingern ein
winziges Täßchen Tee hebt
und mich ansieht mit seinen
wurmstichigen Augen.

the grip 14.07.2013 17:17

Wilhelm Busch:
 
So nicht

Ums Paradies ging eine Mauer
Hübsch hoch vom besten Marmelstein.
Der Kain, als ein Bub, ein schlauer,
Denkt sich: Ich komme doch hinein.

Er stieg hinauf zu diesem Zwecke
An einer Leiter mäusschenstumm.
Da schlich der Teufel um die Ecke
Und stieß ihn samt der Leiter um.

Der Vater Adam, der’s gesehen,
Sprach, während er ihn liegen ließ:
„Du Schlingel! Dir ist recht geschehen.
So kommt man nicht ins Paradies.“

the grip 16.07.2013 10:36

Joseph von Eichendorff:
 
Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküßt,
daß sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschen leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

the grip 18.07.2013 10:49

Ringelnatz:
 
Gib du dem Tag, was aus dir will.
Die Nacht ist still.
Auch wenn in einem Nachtlokal
Du welche Leute, die Skandal
Begeistert, siehst.
Nicht, daß du fliehst!
Auch wenn ein Raufbold dich berennt,
Oder ein blöder Korps-Student
Mit Gott – dem's einfiel, dort zu wandeln –
Will anbandeln.

TriVet 18.07.2013 11:11

Immer wieder erstaunlich, wie weit Deine Auswahl der Gedichte reicht, freu mich immer neu, an den gehabten und den kommenden!

Vielen Dank.:Huhu:

the grip 21.07.2013 17:13

Heinrich Heine:
 
Mythologie

Ja, Europa ist erlegen –
Wer kann Ochsen widerstehen?
Wir verzeihen auch Danäen –
Sie erlag dem goldnen Regen!

Semele ließ sich verführen –
Denn sie dachte: eine Wolke,
Ideale Himmelswolke,
Kann uns nicht kompromittieren.

Aber tief muss uns empören
Was wir von der Leda lesen –
Welche Gans bist du gewesen,
Dass ein Schwan dich konnt betören!

the grip 23.07.2013 10:25

Robert Gernhardt:
 
Das Nichts und das Sein

Hochverehrtes Publikum!
Soeben fiel ein Eimer um,
ein Eimer sondergleichen:
Im Eimer war das blanke Nichts,
das freut sich nun des Tageslichts
und kreischt zum Steinerweichen.

the grip 25.07.2013 10:46

Goethe:
 
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.

the grip 29.07.2013 08:50

Lessing:
 
Das Paradies

Sein Glück für einen Apfel geben.
O Adam, welche Lüsternheit!
Statt deiner hätt' ich sollen leben,
so wär' das Paradies noch heut. –

Wie aber, wenn alsdann die Traube
Die Probefrucht gewesen wär'?
Wie da, mein Freund? – Ei nun, ich glaube –
Das Paradies wär' auch nicht mehr.

the grip 30.07.2013 20:09

Ringelnatz:
 
Ich bin das Riesenkrokodil.
Meine Großmutter war ein Drachen.
Ich verschlucke, wenn ich will,
Einen Esel und noch größere Sachen.

Ich liege oft tausende Jahre still
Und klappere dann mit den Zähnen.
Ich bin das Riesenkrokodil.
Ich kann entsetzlich gähnen.

Klapp klapp
Schnapp schnapp
Uohahhh …

the grip 03.08.2013 00:34

Christian Morgenstern:
 
Unter Zeiten

Das Perfekt und das Imperfekt
tranken Sekt.
Sie stießen aufs Futurum an
(was man wohl gelten lassen kann).

Plusquamper und Exaktfutur
blinzten nur.

the grip 04.08.2013 18:36

Heinrich Heine:
 
Mir träumt‘: ich bin der liebe Gott,
Und sitz im Himmel droben,
Und Englein sitzen um mich her,
Die meine Verse loben.

Und Kuchen ess ich und Konfekt
Für manchen lieben Gulden,
Und Kardinal trink ich dabei,
Und habe keinen Schulden.

Doch Langeweile plagt mich sehr,
Ich wollt, ich wär auf Erden,
Und wär ich nicht der liebe Gott,
Ich könnt des Teufels werden.

the grip 06.08.2013 09:50

Hermann Hesse:
 
Ich liebe Frauen –

Ich liebe Frauen, die vor tausend Jahren
Geliebt von Dichtern und besungen waren.

Ich liebe Städte, deren leere Mauern
Königsgeschlechter alter Zeiten betrauern.

Ich liebe Städte, die erstehen werden,
Wenn niemand mehr von heute lebt auf Erden.

Ich liebe Frauen – schlanke, wunderbare,
Die ungehorsam ruhn im Schoß der Jahre.
Sie werden einst mit ihrer sternenbleichen
Schönheit der Schönheit meiner Träume gleichen

the grip 08.08.2013 09:38

Wolf Wondratschek
 
Poesie ist Erinnerung
An all die Liebenden, die sich
Nach dem Tode sehnten und weiterlebten.

Und wenn sie endlich sterben,
wird es zu spät sein
für jeden von uns.

the grip 10.08.2013 22:03

Frank Wedekind:
 
Auf dem Faulbett

Auf mein Faulbett hingestreckt
Überdenk ich so meine Tage,
Forschend, was wohl dahintersteckt,
Dass ich nur immer klage.

Ich habe zu essen, ich habe Tabak,
Ich lebe in jeder Sphäre,
Ich liebe je nach meinem Geschmack
Blaustrumpf oder Hetäre.

Die sexuelle Psychopathie,
Ich habe sie längst überwunden -
Und dennoch, ich vergess es nie,
Es waren doch schöne Stunden.

the grip 13.08.2013 09:58

Wilhelm Busch:
 
Lebenslauf

Mein Lebenslauf ist bald erzählt. –
In stiller Ewigkeit verloren
Schlief ich, und nichts hat mir gefehlt,
Bis daß ich sichtbar ward geboren.

Was aber nur? – Auf schwachen Krücken,
Ein leichtes Bündel auf dem Rücken,
Bin ich getrost dahingeholpert,
Bin über manchen Stein gestolpert,
Mitunter grad, mitunter krumm,
Und schließlich mußt ich mich verschnaufen.

Bedenklich rieb ich meine Glatze
Und sah mich in der Gegend um.

Oweh! Ich war im Kreis gelaufen,
Stand wiederum am alten Platze,
Und vor mir dehnt sich lang und breit,
Wie ehedem, die Ewigkeit.

the grip 15.08.2013 10:59

Robert Gernhardt:
 
Als er sich mit vierzig im Spiegel sah

Seht mich an: der Fuß der Zeit
trat mir meine Wangen breit.
Schaut mein Ohr! Die vielen Jahre
drehten es in’s Sonderbare!
Ach des Kinns! Es scheint zu fliehn,
will die Lippen nach sich ziehn!
Ach der Stirn! Die vielen Falten
drohen mir den Kopf zu spalten!
Die Nase! O, wie vorgezogen!
Der Mund! So seltsam eingebogen!
Der Hals! So krumm! Die Haut! So rot!
Das Haar! So stumpf! Das Fleisch! So tot!
Nur die Augen lidumrändert
strahlen blau und unverändert,
schauen forschend, klar und mild
auf’s und aus dem Spiegelbild,
leuchten wie zwei Edelsteine –
sind das überhaupt noch meine?

the grip 18.08.2013 20:24

Christian Morgenstern:
 
Der Aesthet

Wenn ich sitze, will ich nicht
sitzen, wie mein Sitz-Fleisch möchte,
sondern wie mein Sitz-Geist sich,
säße er, den Stuhl sich flöchte.

Der jedoch bedarf nicht viel,
schätzt am Stuhl allein den Stil,
überläßt den Zweck des Möbels
ohne Grimm der Gier des Pöbels.

the grip 20.08.2013 10:13

Gotthold Ephraim Lessing:
 
Die Haushaltung

Zankst du schon wieder? Sprach Hans Lau
Zu seiner lieben Ehefrau.
„Versoffener, unverschämter Mann“ -- -- --
Geduld, mein Kind, ich zieh‘ mich an – --
„Wo nun schon wieder hin?“
Zu Weine. Zank‘ du alleine.

„Du gehst? -- -- Verdammtes Kaffeehaus!
Ja! Bleib‘ er nur die Nacht nicht aus.
Gott! Ich soll so verlassen sein? –
Wer pocht? -- -- Herr Nachbar? -- -- nur herein!
Mein böser Teufel ist zu Weine:
Wir sind alleine.“

the grip 22.08.2013 10:18

Franz Kafka - sehr passend ...
 
Nichts, wenn man es überlegt, kann dazu verlocken, in einem Wettrennen der erste sein zu wollen.

the grip 22.08.2013 10:18

Edgar Allen Poe:
 
Du willst, daß man dich liebt, so weiche
Nie davon, was dein Wesen ist.
Bleibe nur immerdar die Gleiche,
Sei nichts, was du nicht wirklich bist.
Dann wird auch deine sanfte Weise,
Die mehr als Schönheit noch besticht,
Verleiten alle Welt zum Preise
Und Liebe werden – eine Pflicht.

the grip 25.08.2013 11:38

Ludwig Thoma:
 
Die feine Familie.

Papa ist geheimer Kommerzienrat,
Mit vielen Orden für das, was er hat.

Mama trägt ein Diamantenkollür,
Um den Fetthals zwei Meter Perlenschnür.

Die Tochter hat jetzt schon ein Doppelkinn,
Ist nebenbei Wagnerianerin.

Der Sohn war bei den Dentzer Kürassür,
Und kommt sich drum als der Vornehmste für.

Zum Glück hat die Bande ziemlich viel Geld,
Sonst wär’s für sie eine traurige Welt.

Hätt’ ‘s Vermögen nicht für alle gekleckt,
Dann wären sie in drei Tagen verreckt,

Weil keines zur Arbeit die Hände hätt’;
Sie rühren sie nur am Wasserklosett.

the grip 27.08.2013 10:08

Heinrich Heine:
 
Wir fuhren allein im dunkeln
Postwagen die ganze Nacht;
Wir ruhten einander am Herzen,
Wir haben gescherzt und gelacht.

Doch als es morgens tagte,
mein Kind, wie staunten wir!
Denn zwischen uns saß Amor,
Der blinde Passagier.

the grip 29.08.2013 10:10

Ringelnatz:
 
Ohrwurm und Taube

Der Ohrwurm mochte die Taube nicht leiden.
Sie haßte den Ohrwurm ebenso.
Da trafen sich eines Tages die beiden
in einer Straßenbahn irgendwo.

Sie schüttelten sich erfreut die Hände
und lächelten liebenswürdig dabei
und sagten einander ganze Bände
von übertriebener Schmeichelei.

Doch beide wünschten sie sich im stillen,
der andre möge zum Teufel gehn,
und da es geschah nach ihrem Willen,
so gab es beim Teufel ein Wiedersehn.

the grip 03.09.2013 10:15

Ludwig Thoma:
 
Auf Posten
Es prangen in den Straßen
Die Reichen auf und ab,
Das muß mich denken lassen,
Daß ich kein Geld nicht hab'.

Die Mädchen promenieren
Sich stolz an mir vorbei,
Da muß ich es verspüren,
Wie ich alleine sei.

Ich möchte, Mond und Sterne
Wär lauter bares Geld,
Das hätt' ich wohl so gerne
Und wär ein feiner Held.

Das Glück muß andern winken,
Kommt aber nicht zu mir,
Kein Geld nicht zum Vertrinken,
Kein Mädchen zum Pläsier.

the grip 05.09.2013 10:10

Heinrich Heine:
 
Der scheidende Sommer

Das gelbe Laub erzittert,
Es fallen die Blätter herab;
Ach, alles was hold und lieblich
Verwelkt und sinkt ins Grab.

Die Gipfel des Waldes umflimmert
Ein schmerzlicher Sonnenschein;
Das mögen die letzten Küsse
Des scheidenden Sommers sein.

Mir ist, als müßt ich weinen
Aus tiefstem Herzensgrund;
Dies Bild erinnert mich wieder
An unsre Abschiedsstund.

Ich mußte von dir scheiden,
Und wußte, du stürbest bald;
Ich war der scheidende Sommer,
Du warst der kranke Wald.

the grip 10.09.2013 10:15

Fred Endrikat:
 
Der Philosoph ohne Regenschirm
Es ist nicht alles schön auf dieser wunderschönen Welt.
Novemberstürme gibt es auch im Monat Mai.
Beschimpfe nicht den Regen, der auf dich niederfällt,
bedenke: Der meiste Regen fällt an dir vorbei.

the grip 12.09.2013 10:22

Erich Kästner:
 
Kleine Rechenaufgabe

Allein ging jedem Alles schief.
Da packte sie die Wut.
Sie bildeten ein Kollektiv
und glaubten, nun sei´s gut.

Sie blinzelten mit viel Geduld
der Zukunft ins Gesicht.
Es blieb, wie‘s war. Was war dran schuld?
Die Rechnung stimmte nicht.

the grip 15.09.2013 15:11

Christian Morgenstern:
 
Mägde am Sonnabend

Sie hängen sie an die Leiste,
die Teppiche klein und groß,
sie hauen, sie hauen im Geiste
auf ihre Herrschaft los.

Mit einem wilden Behagen,
mit wahrer Berserkerwut,
für eine Woche voll Plagen
kühlen sie sich den Mut.

Sie hauen mit splitternden Rohren
im infernalischen Takt.
Die vorderhäuslichen Ohren
nehmen davon nicht Akt.

Doch hinten jammern, zerrissen
im Tiefsten, von Hieb und Stoß,
die Läufer, die Perserkissen
und die dicken deutschen Plumeaux.

the grip 17.09.2013 10:34

Charles Bukowski:
 
Hört das nie auf

Ich ging raus, und als ich
das Auto aufschloß, sah ich einen
Zettel unterm Scheibenwischer:
„He, Alter, ruf mich mal an.
Du weißt ja, ich stehe im Telefonbuch.“
Unterzeichnet mit:
„Die mit den hellbraunen
Augen.“
Ich hätte auch so gewußt
wer es war. Die große Schrift
verriet sie. Sie hatte mich
ein Jahr am Kreuz gehabt.
Als Nachfolgerin von einer
die mich fünf Jahre am
Kreuz gehabt hatte.
Ich riß den Zettel in
kleine Fetzen.
Meine Neue kam heraus.
„Bist du soweit, Popsie?“
fragte sie
„Bin soweit“, sagte ich.
Wir stiegen ein und fuhren los.
Wir brauchten Zitronen, Brot,
Fisch, Gemüse, Olivenöl
Wein und Klopapier.
Und Katzenfutter und vielleicht
noch ein paar Zwiebeln.

the grip 19.09.2013 10:24

Johann Wolfgang Goethe:
 
Breit wie lang

Wer bescheiden ist, muß dulden,
Und wer frech ist, der muß leiden;
Also wirst du gleich verschulden,
Ob du frech seist, ob bescheiden.

the grip 21.09.2013 20:00

Matthias Beltz:
 
Der Amboß sprach zum Hammer:
„Es ist ein großer Jammer,
Dass du so sehr versagst,
Zu hämmern nicht vermagst.
Du, du bringst es nicht.“
Da sprach der Hammer zum Amboß:
„Früher, da war der Mann der Boss!
Doch heute im Geschlechterkrieg
Ist dein Sieg ein schlechter Sieg.
Aus dem Mangel meiner körperlichen Regung
Geh ich in die erotische Friedensbewegung.“

Oliver99 21.09.2013 22:29

Roth aber Eugen

Bekanntlich kommt das Kind im Weib
Durch das Gebären aus dem Leib.
Da aber sich das Kind im Mann
Nicht solcherart entfernen kann,
Ist es begreiflich, daß es bleibt
Und ewig in ihm lebt und leibt.

PS: es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit


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